IMC präsentiert ... special feature: Miles from India
Backstage Talk mit John McLaughlin...
Sendetermine: Samstag, 02. Januar 2010 (15:00-15:58 Uhr)
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Die Förderinitiative IMC - India meets Classic
war hocherfreut, dass im Mai 2008 der großartige Fusion- und Rock-Jazz-Gitarristen John McLaughlin einer Einladung für einen Backstage-Talk folgte. Die TV-Produktion geht auf erste Vorplanungen im Juli 2007 zurück, im Rahmen eines Dalai Lama Benefizkonzertes, das John mit "Remember Shakti" und Zakir Hussain (Tabla) gab.
Das 58-minütuge Radiospecial "Miles from India" wird am 2. Januar 2010
ausgestrahlt und dokumentiert in voller Länge das Zusammentreffen mit
dem Gründer der Förderinitiative, Lothar J.R. Maier (Anm.: Das 28-Minuten TV-special wurde mit Auszügen am 7. Juli 2008 gesendet.)
Das special nimmt Bezug auf John's Projekt in Indian, "Floating Point", eine CD-Produktion mit Veröffentlichung im April 2008 und John's Komposition des Titelsongs für die Doppel-CD "Miles from India" mit Weltpremiere am 9. Mai 2008 in
New York (USA).
Screen splashs aus der TV-Produktion - 28-Minuten Dokumenation des
BackstageTalks mit John McLaughlin u. Lothar J.R. Maier in der FABRIK (Hamburg,
Altona).
screen splashs aus der TV-Produktion zum John McLaughlin Backstage Talk...
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IMC präsentiert ... Raga CDs des Monats: Mangala Snaanam - Mangala Isai Untertitel: Heiliges Bad - Heilige Musik... keine indische Hochzeit ohnd das Nadhaswaram...
Sendetermine: Dienstag, 19. Januar 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Unter den indischen Instrumenten treffen wir auf das Nadhaswaram. Es ist weltweit das lauteste,
nicht metallene akkustische Instrument, vergleichbar mit der Lautstaerke einer Trompete. Dieses Blasinstrument aus der Gruppe der s.g. Aerophone wird in Suedindien (s.a. Karnatische Musik) gespielt. Die viel kleinere Ausfuehrung Mukhavina (10 cm) wird fuer die Volksmusik verwendet. In der nordindischen Klassik, der Hindustani-Musik treffen wir auf einen Verwandten des Nadhaswaram, die Shehnai.
Das Nadhaswaram oder auch Nagaswaram
gilt in Indien als ein glueckverheissendes Blasinstrument - Mangala Vadya (wind instrument). Es kommt wie kaum ein anderes Instrument in der indischen Klassik der menschlichen Stimme am Naechsten.
Eine bedeutende Rolle fuer die Herkunft des Nadhaswaram spielt die Kreisstadt Tiruvarur im suedindischen Bundesstaat Tamil-Nadu. Ueber viele Jahrhunderte war der Tiruvarurdistrict ein kulturelles Zentrum. Die antike Stadt Tiruvarur ist beruehmt fuer den Sri Tyagaraja Tempel.
Aus Tiruvarur stammt die Tradition, dass zwei Nadhaswarm-Spieler von zwei Perkussionisten auf der Thavil (Fasstrommel) begleitet werden.
Thavil und Nadhaswaram sind wesentlicher Bestandteil der traditionellen Feste und Zeremonien in
Suedindien. Mit seiner beeindruckenden Lautstaerke spielt man das Nadhaswaram meist im Freien. Die heilige Musik (Mangala Isai)
hat in den hinduistischen Tempeln und auch weiteren Lebensbereichen der Inder grosse Bedeutung. Ein ganzes Potpourrie indischer Musik,
von der traditionellen Form, Volksmusik bis zu zeitgenoessischen Stilrichtungen finden wir auf einer indischen Hochzeit.

Nadhaswaram Duo begleitet von zwei Thavil-Spielern - Quelle: Wikipedia (ENG):
Mambalam M. K. S. Siva & Sri K. Durga Prasad (Nadhaswaram), Sri P. Arulanandan & Sri V. M. Palanivel (Thavil)
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IMC präsentiert ... GRAMA-S - Musikskalen aus dem antiken Indien.
Sendetermine: Dienstag, 16. Februar 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Die Förderinitiative IMC – India meets Classic präsentiert in ihrer Februarsendung Raga CDs des Monats das
Thema „Grama – Musikskalen des antiken Indiens.
Die sieben Hauptnoten (oder Swars) der uns heute bekannten Ragaskalen in der indischen Klassik Nord- und
Südindiens sind Sa (Shadaja), Re (Rishabh), Ga (Gandhara), Ma (Madhyama), Pa (Pancham), Dha (Dhaivat)und Ni (Nishad).
Shadaja, Madhyama und Gandhar Gramas
Ihren Ursprung und die mikrotonale Struktur (22 shruti-s) der Ragas kann man zurückdatieren auf die ersten Schriftwerke des antike Indiens und das vedische Zeitalter (500-600 v. Christi Geburt).
Im Natya Sastra, einer musikalischen Abhandlung zu den darstellenden Künsten (Theater, Tanz und Musik) , das von dem Weisen und indischen
Musikwissenschaftler Bharata Muni geschrieben wurde, finden wir erste Hinweise auf zwei Skalentypen (grama-s), auf denen noch heute alle Ragas beruhen:
Shadja Grama u. Madhyama Grama.
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Extended Helmholtz-Ellis Ji Pitch Notation *
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Die Entstehung des Natya Sastra wird datiert auf ca. 200 v. Chr. – 200 n. Chr. Angesichts
seiner Bedeutung für die darstellenden Künste Indiens bis in unsere Zeit wird es als das 5. Vedische Buch angesehen (Veda im Sanskrit bedeutet Wissen). Bharata Muni nahm in
seiner Arbeit bezug auf die Ghandarvaveda, eine Abhandlung über Musik, Tanz und das
Theater und Bestandteil der Upaveda, ein technisches Manual der Samaveda. Diese Sammlung von Hymnen ist das 2. Buch der Hindu Skripte und gehört zu den ersten vier
vedischen Büchern. 75 der Melodien (samagana) in der Samaveda leiten sich aus der Rigveda ab, gleichfalls eine Kollektion von Hymnen, die von Priestern der vedischen
Religion zur Lobpreisung der Gottheiten gesungen wurden. Die Entstehung der Rigveda
wird zwischen 1700 und 1100 vor Christi Geburt datiert. ___________________________ *) Notation in The Extended Helmholtz-Ellis Ji Pitch Notation (Wolfang v. Schweinitz – 16.02.2007) / microtonal
accidentals designed by Marc Sabat & Wolfgang von Schweinitz (2004/2005) / Just Intonation (JI) of Indian Scales (@ Wikipedia)
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IMC präsentiert ... Musik & Sprache (Teil 1 u. 2)
Sendetermine: Teil 1 - Dienstag, 16. März 2010 (21:00-21:58 Uhr)
Teil 2 - Dienstag, 20. April 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Die Beziehung zwischen Musik und Sprache, zwischen Klang und gesprochenem oder gesungenem Wort ist eine
Besondere.
Die Grammatiker des Sanskrits, der alten indischen Wissenschaftssprache, betrachten Musik und Sprache als divergierende Aspekte ein und desselben
Phänomens.
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Busto di Pitagora. Copia romana di originale greco. Musei Capitolini, Roma.
(Source: Wikipedia (ENG))
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Mit der indisch klassischen Musik (Hindustani, Carnatic) gibt
es eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten unter der Überschrift Musik und Sprache, die auch die Grundlagen der
abendländischen Harmonielehre sind, deren Beginn man mit dem Begründer der mathematischen Analyse der Musik – Pythagoras von Samos – und seinen empirischen Beweisführung der harmonischen Intervalle auf etwa mehr als
500 Jahre vor Christi Geburt datieren kann.
Musik scheint sich weit weniger diffus in uns abzubilden, als
bisher angenommen. Vielmehr wird unsere Wahrnehmung von Tönen durch sehr genau umrissene Möglichkeiten und
Grenzen definiert. Dem audiomentalen System kommt eine weit aus größere Bedeutung zu, als man bis vor Kurzem angenommen hatte.
Die Wahrnehmung von Musik und das aktiv Musizieren, das
zeigen uns jüngste Studien, beziehen nahezu alle Regionen
des Gehirns mit ein. Die weitverbreitete Annahme, dass Musik in der rechten Gehirnhälfte
und Sprache in der linken Gehirnhälfte verarbeitet wird, war schlichtweg falsch. Die
aktuellen Forschungen zeigen auch, dass Sprache und Musik nahezu gleich verarbeitet
werden. Der tiefgreifende, emotionale Gehalt der Musik, von Glückseligkeit bis zur
Traurigkeit wirkt besonders stimulierend auf unser Gehirn mit für den Musikhörenden häufig körperlich intensiv wahrnehmbaren Reaktionen.
Musik schlägt sich sichtbar in unserem Leben nieder, in Gehirnaktivitäten, die heute mit
modernen, bildgebenden Verfahren messbar sind und mit der (funktionellen)
Magnetresonanz-Tomographie (MRT) oder Magnetenzephalographie (MET) plastisch sichtbar gemacht werden können (Bild s. u.).
In Teil 1 stellt IMC – India meets Classic die Struktur von Musik und Sprache dar. Zum
darauffolgenden Sendetermin, in Teil 2 werden die sozialpsychologische Bedeutung von
Musik für das Individuum und seine Interaktionsprozesse aus dem Wesen der Musik als Kommunikation näher beleuchten.
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Stefan Koelsch: Nature Neuroscience 7(3), 2004: Music, Language and Meaning:
Brain Signatures of Semantic Processing (short paper (pdf: German | English))
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Hinweis: Die 2-teilige IMC-Sendung Musik und Sprache (2x 58 min.) kann angesichts der
Vielzahl der beteiligten Wissenschaften (Musikethnologie, Anthropologie, Sprach- u.
Sozialwissenschaften, Neuro-Sciences, Psychologie, Computerwissenschaften (künstliche
Intelligenz) u.a. ) nur eine grundlegende Einführung darstellen.
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2010-Sendetermin zu prime time: jeweils
3. Dienstag im Monat, 21:00 Uhr seit 1.8.2007: 24 h x 7 d - Sendebetrieb als echtes
Internet-Radio - 1:1 real time weltweit ! Neu ! - Jeweils 1. Dienstag im Monat: Indian E-music - ! Neu ! |
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IMC präsentiert ... Indische Noten (Swaras) - Mutter Natur.
Sendetermine: Dienstag, 18. Mai 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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IMC OnAir's Sendung, "Indian Swara-s - die indische Noten & Mutter Natur" nimmt Bezug auf
das zurueckliegendes Thema "Musik & Sprache" im März/April 2010, in dem physiologische Aspekte des Hoerens (Teil 1)
gleichsam die Soziologie der Musik im gesellschaftlichen Zusammenhang (Teil 2) akkustisch beleuchtet wurden, und dabei auch die
Beziehung der westlichen Musikkultur zur indischen Klassik hergestellt wurde.
Dafuer hatten wir die spirituelle Dimension weitestgehend aussen vorgelassen, um der physikalischen
Struktur von Musik Vorrang gegeben. (Hinweis: Sie finden die Sendung "Musik & Sprache" in unserem Online-Archiv.)
Indische Ragas im Hoeren zu begreifen, geht nicht ohne Verstaendnis fuer den Hinduismus, zu dem sich im
Schnitt etwas mehr als 80% aller Inder bekennen. In einer Erhebung der indischen Regierung im Jahre 2001 waren dies immerhin ca. 1,03
Mrd. Inder.
Die sieben (7) Hauptnoten, aus denen eine Ragaskala in der auf- und absteigenden Skale bestehen kann,
leiten sich nach der hinduistischen Mythologie aus Tierstimmen und Vogelrufen ab. Es ist kennzeichnend fuer die enge Verbindung der
indischen Kuenste, Musik und Tanz mit dem Spirituellen.
Fuer die antiken Ragakompositionen bediente man sich der Naturklaenge, nicht nur zur Interpretation der
klanglichen Umgebung des Menschen, der sich anders als in unserer Moderne noch in die Natur eingebettet fuehlte. - Auch dem Zuhoerer
ermoeglichte diese Klangimitation gleichsam eine kritische Pruefung der saengerischen Qualitaeten und der Instrumentalisten, ihrer
Genaugikeit des Instrumentes oder der menschlichen Stimme.
Die sieben s.g. Swara-s, in der Kurzform Sa, Re, Ga, Ma, Pa, Dha und Ni entspechen im Tonumfang der in der
westlichen Musik bekannten Oktave, und dem von Guido von Arezzo im 11. Jhdt. entwickelten Verfahren zur Benennung der musikalischen
Toene fuer das Singen: Do, Re, Mi, Fa, Sol, La und Si (s.g. Somalisation).
1. Sa (Shadja) - Schrei des Pfaus
2. Re (Rhishaba) - Muhen der Kuh nach ihrem Kalb o. der Chataka (vogelaehnliches Tier)
3. Ga (Gandhara) - Meckern einer wilden Bergziege / Bloeken eines Schafes 4. Ma (Madhyama) - Ruf desFischreihers* 5. Pa (Panchama) - Lied der indischenNachtigall (o. desKuckuks = Kokila)
6. Dha (Dhaivata) - Quaken des Frosches im indischen Monsoon / Wiehern des Pferdes 7. Ni (Nishada) - Trompeten des Elephantes
Die indischen Ragas der nord- und suedindischen Klassik, die heute von den Musikmaestros instrumental oder
im Gesang praesentiert werden, bestehen aus wenigstens 5, 6 oder 7 Hauptnoten (s. Ausnahme: Sendung "5 minus 1: Raga
Malashree" v. 21. Dezember 2009).
______________________________
*) Ma (Madhyama) ist der Grundton der Natur, neben Aum (OM) als der
ewige Klang des unendlichen Universums..
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IMC präsentiert ... Nyasa - Stille der Ragas.
Sendetermine: Dienstag, 15. Juni 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Für die Ragas unserer Zeit gibt es unterschiedlichste Kombinationen von aufsteigenden und absteigenden
Skalen: arohana und avaroha. Sie können aus 5, 6 oder 7 Hauptnoten bestehen.
Im Natya-Sastra, dem Grundlagenwerk des Weisen Bharata Muni mit mehr als 6000 Sutren wurde eine Notation
für die Ragamodi definiert, die man als Ursprung der melodie-ähnlichen Struktur moderner Ragas verstehen kann, die s.g. Jati-s. Sie
waren in ganz Indien besonders für den Gesang beliebt.
Das Natya-Sastra fasste die Jati-s in 18 Gruppen, sieben (7) reine Formen, aus denen man 146 modifzierte
Ragas gestalten konnte… und elf (11) Hybridformen mit einer Vielzahl von Variationen.
Dem Natya-Sastra folgte nahezu zeitgleich die musikalische Schrift Dattilam des Weisen Muni Dattila. Die
Entstehung des Dattilams datiert man ungefähr auf das 4. vor bis 2. Jahrhundert nach Christi Geburt. Im Dattilam wurden die Jati-s mit
jeweils zehn (10) Charakteren genauer beschrieben, aus denen sich die melodische Struktur der zeitgenössischen Ragas der nordindischen
Klassik entwickelte.
Die Gewichtung einer Note, einer Swara, wurde für die antiken Ragas mit dem Begriff Amsa umschrieben. Amsa
ist in seiner Funktion vielfältig, u.a. ist es die Note, mit der der gesamtheitliche Charakter eines Ragas beschrieben wird, z.B. in
Form eines Ruhepols, als Nyasa Swara.
In der Ausgestaltung eines Ragas, die einem strengen Regelwerk unterworfen ist, hat jede Phrasierung einen
Ausgangpunkt: Graha ist die Anfangsnote und Nyasa der Abschluss. Mit Graha wird die Position einer Note beschrieben, genauer: die Note,
mit der eine Ragaexposition begonnen werden muss. Der Instrumentalist oder Sänger kehrt am Ende einer melodischen Phrasierung zu Nyasa
als melodisches Zentrum und Ruhepol zurück.

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IMC präsentiert ... Voice of Tradition - Dr. Gangubai Hangal
(Biographie) .
Sendetermine: Dienstag, 17. August 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Voice of Tradition (Die Stimme der Tradition) – Dr. Gangubai Hangal (eine biographische Sendung)
Dr. Gangubai Gangubai ist eine Vertreterin der nordindischen Klassik. Diese Ausnahmesängerin kam uns in
der Sendung Frauen in der indischen Klassik (Teil1) schon einmal zu Gehör, neben bedeutenden Vertreterinnen Nord- und Südindiens.
Der Todestag des Vaters des Khayals, wie man Gangubai Hangal auch nannte, jährte sich am 21. Juli während
der jährlichen Sommerpause von IMC OnAir. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, dieser herausragenden Künstlerpersönlichkeit eine ganze
Sendung zu widmen.
In der geschichtlichen Bedeutung wir Gangubai als die einflussreichste Künstlerin gesehen, die Frauen zur
Emanzipation im indischen Gesang verholfen hat. Neben vier Ehrendoktorwürden erhielt Gangubai 1971 – im Alter von 58 Jahren – den Padma
Bhushan, und erst 2002 den Padma Vibhushan, der zweithöchste zivile Orden Indiens. 2002 war auch das Jahr, in dem bei Gangubai
Knochenkrebs diagnostiziert wurde, den sie nach drei Jahren Behandlung erfolgreich überwinden konnte.
Gangubai wurde 1913 im südindischen Bundesstaat, in Karnataka, geboren. Gangubai stammt aus einer
einfachen Familie, deren frühere Generationen den Gangamats angehörten, der Kaste einfacher Bootsleute, die auch Ackerbau betreiben.
Ihre Herkunft aus diesem sozial-einfachen Millieu brachte Gangubai in ihrer frühen Karriere die Ablehnung der orthodoxen Brahmanen ein.
Es schickte sich nicht für Frauen, sich mit Künsten den Lebensunterhalt zu verdienen. Obgleich ihr Vater, Shri Nadgir und ihr Ehemann,
Shri Gururao Kaulgi ebenfalls der Kaste der Brahmanen angehörten, herrschte in ihrer Familie das Standesbewusstsein vor, dass Frauen
eine Zierde eines Mannes seien: Angavashtra. In der Wortbedeutung heisst dies in etwa: ein zusätzliches Kleidungsstück, das
feingeistigen Männern als Statussymbol schmückt.
Die Familie von Gangubai zog 1928 von Dharwad, ihrem Geburtsort zu dem 20 Kilometer süd-östlich gelegenen
Hubli, damals wie heute ein kommerzielles Zentrum mit ca. 1.5 Millionen Einwohnern. Hubli blieb für Gangubai ihre Wahlheimat bis zu
Ihrem Ableben am 21. Juli 2009.
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Bildquellen (v.l.n.r.): with courtesy to indiasummary.com, Eric Parker
(Flickr), Hinduonnet.com (1. Reihe); Vikas Zutshi (Blogspot), Wikipedia.org ,
cbc.ca/daylife.com/Guardian.co.uk (2te Reihe
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Den künstlerischen Durchbruch erlangte Gangubai im Alter von 20 Jahren, mit einem
Konzert im damaligen Bombay, 1933. Maßgeblichen Einfluss auf die gesanglichen
Qualitäten von Gangubai waren neben ihrem musikalischen Talent die strenge Ausbildung,
die sie 15 Jahre lang von Pandit Rambhau Kundgolkar erhielt, in Indien eher bekannt als Sawai Gandharv.
Sawai Gandharv, so Gangubai selbst, lehrte sie nicht mehr als vier Ragas. In ihrer strengen
Ausbildung, die oft stundenlanges, monotones Üben einzelner Phrasierungen bedeutete,
folgte ihre Lehrer dem Prinzip, wie man mit Geld umgehen sollte. Jede Note sollte so
sparsam wie möglich eingesetzt werden. Dieser Regel blieb Gangubai in ihrer 80-jährigen
Musikerkarriere stets treu. Während sie noch zu Beginn Lieder der leichten indischen
Klassik, Bhajans und Thumris präsentierte, verschrieb sie sich später ganz dem Khayal,
dem modernen Gesangsstil der nordindischen Klassik. Khyal, das bedeutet Imagination.
Dieser Gesangsstil hat sich aus dem Qawwali, aus der Sufi-Musik mit muslimischer Prägung
entwickelt, im 17ten Jahrundert am Hofe von Mohammed Shah Rangile (1719-1748). Der
Khayal gibt dem Musiker viel Freiraum für Improvisation und besitzt dennoch eine klare
Grundstruktur, entweder im langsamen Tempo, bada khyal oder als chhota Khayl, im schnellen Tempo.
Gangubai ist dafür bekannt, dass sie den Khayal in langsamen Tempo ausführte, Note für
Note, dem wesentlichen Merkmal der Kirana Gharana, eine der indischen Musikschulen.
Mit diesem Rüstzeug konnte Gangubai noch im Alter von 93 Jahren, am 12. März 2006 ihr
letztes Konzert geben, obgleich sie, besonders von dem Verlust ihrer Tochter in 2004,
gezeichnet, im Rollstuhl saß und für die letzten Jahre ihres Lebens pflegebedürftig wurde.
Am 17. Mai 2009, zwei Monate vor ihrem Ableben, hatte die Stimme der Tradition in Hubli
die Naryan Academy of Hindustani Classical Music eingeweiht… und unter dem Dach
der Hangal Music Foundation wird ein Gedächtnispreis, der Padmavibhushan Dr Gangubai
Hangal Memorial National Award vergeben, als nationaler Award zur Auszeichnung von
Künstlern mit herausragenden Verdiensten um die indisch-klassische Musik. In 2010 wird er
an den herausragenden Sänger Pandit Bhimsen Joshi (s. linkes Bild, 2. Reihe) vergeben.
Bhimsen Joshi wurde diverse Male in unserer Sendung vorgestellt.
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IMC präsentiert ... Ma Durga (Mutter Durga) - Geduld & Freiheit von
Angst
Sendetermine: Dienstag, 21st. September 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Raga
Durga ist ein 5-Ton-Raga, audav - ein pentatonischer Raga, der zur spaeten Abenstunde gespielt wird. In der aufsteigenden wie absteigenden Skala duerfen von den 7 Hauptnoten nur fuenf (5) verwendet werden (Sa Re Ma Pa Dha). Die 3. Stufe Ga und 7. Stufe Ni entfallen. Das entspricht in unserer westlichen Notenskala dem E und H. Alle anderen Hauptnoten werden als natuerlich (suddha), also weder erniedrigt noch erhoeht gespielt. Die Modale Form von Raga Durga findet sich bei keinem anderen Raga in der nordindischen Klassik (Hindustani-Musik).
Raga Durga wird im Klassifikationsschema der nordindischen Klassik, dem Bilawal Thaat zugeordnet. Raga Bilawal, einer der 10 Hauptragas, gilt in seiner Natur als maennlich. Alle abgeleiteten
Ragas, dazu auch Durga gehoert, gilt als als weiblich, als Ragini.
Die Herkunft von Raga Durga ist nicht eindeutig. Wahrscheinlich ist Ende des spaeten 18. / fruehen
19. Jahrhunderts entstanden. Es wird bisweilen die Meinung vertreten, dass sich Raga Durga aus dem suedindischen Ragam
Suddha Saveriableitet. Das gleiche Notenmaterial, allerdings mit anderen Ausgangsstufen, finden wir auch im Raga Malkauns oder Bhupali.
Die 5 Tonskalen sind aber weltweit in vielen Musiksystemen, wie auch in der griechischen
Pentatonik, vertreten. So dass wir als Herkunft fuer Raga Durga nur den Gro0raum Suedasiens gesichert eingrenzen koennen.
Ma Durga - Mutter Durga ist eine der
hoechsten weiblichen Gottheiten Indiens zu Ehren von Durga feiert man in Indien und einigen Nachbarlaendern wie Bangladesh und Nepal ein mehrtaegiges Fest (bis zu 10 Tagen). Die Durga Puja ist das bedeutendste religioese Fest im Hinduismus.
Oh Divine Mother Come to Me, I Want To Become One With You (Refrain).
Oh Divine Mother Let Me Hear, The Whisper Of Your Gentle Voice (Refrain). Oh Divine Mother Let Me See, The Love That
Reflects From Your Eyes (Refrain). Oh Divine Mother Let Me Feel, The Joy That Deep Within My Heart (Refrain).
Oh Divine Mother Let Me Know, How You Protect And You Guide Me (Refrain).
Der jaehrliche Termin datiert sich nach dem hinduistischen Sonnen- und
Mondkalender Chaitra. Es wird im 7. Monat Ashwin, in den ersten 9 Tagen gefeiert. Dabei spielt die Mondbewegung, Tithi eine entscheidende Rolle. Der Monat des Mondes besteht aus zwei Haelften, der ersten Vollmondphase und zweiten Neumondphase. Der erste Tag, Mahalaya faellt auf den Neumondtag und feiert die Rueckkehr der verheirateten Tochter Durga zu ihrem Vater Himalaya.

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IMC präsentiert ... CHANDRA - Mondragas
Sendetermine: Dienstag, 19ter Oktober 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Die Menschen sprechen dem Mond in einer Vielzahl von Kulturen (westlicher, östlicher gleichermassen
asiatischer) mystische Kraefte zu. Der Erdtrabant umkreist in einem gemittelten Abstand von 384.401 km die Erde von Vollmond zu
Vollmond in 29,53 Tagen. Durch die Gravitation des Mondes und auch die der Sonne erklaeren sich die Gezeiten von Ebbe und Flut.
Veden, Hinduismus…
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Chandra (Quelle: metmuseum.org)
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Bereits in der vedischen Zeit, also der vorchristlichen Zeit, wurde in Indien der Mond zu
dem Tages-/ Wochenkalender in Bezug gesetzt. In den Veden war der Mond die Gottheit Soma, der
Saft aller Pflanzen. Der Mond ist also Herrscher ueber Pflanzen und Vegetation. Soma bestimmt auch
ueber den Montag, wie es sich in den Nava Grahas, den sieben (7) Hauptplaneten + zwei (2) Schattenplaneten (ab- u. zunehmender Mond)
wiederspiegelt (s.u. ‚Indische Astrologie').
Im hinduistischen Verstaendnis ist der Mond ein Planet (Graha) und gleichsam eine Gottheit: Chandra
. - Chandra, das heisst "scheinend". Dieses Wort finden wir fuer Mond in der alten Gelehrtensprache
Sanskrit, in Hindu und Landessprachen verschiedener indischen Bundesstaaten. (Hinweis: Neben Chandra sind weitere Namen: "Herr der
Nacht" = Rajanipati; "Derjenige, der die Nacht erhellt" = Kshuparaka oder "Der strahlend
-leuchtende Tropfen" = Indu (s.u. Melakarta-System).)
Dem Mond werden in der hinduistischen Mythologie gute und gleichsam negative
Eigenschaften zugesprochen. Die Koenigin des Mondes kann gleichsam der Daemon des Mondes sein.
Chandra, der Mond, wird in bildlichen Darstellungen und Skulpturen als ein schoener,
vierarmiger Juengling dargestellt. Chandra faehrt auf einem Streitwaagen naechtlich ueber
dem Himmel, gezogen von 10 weissen Pferden oder einer Antilope. (Ergaenz.: Auf einigen
Abbildungen wird Chandra auch mit einem Hasen abgebildet. Chandra ist der Schutzpatron aller Hasen.)
Indische Astrologie… Neun Planeten (Nava Graha-s)…
Die vedische Astrologie, die antike Astrologie Indiens deutete den Mond in Bezug auf den
menschlichen Koerper als Gehirn und Verstand. Der Mond ist Emotion,
Empfindungsfaehigkeit, Sanftheit, Vorstellungskraft, Koenigin und Mutter.
Das Jahr ist im Panchangam, dem Almanach zur hinduistischen Astrologie in 12 Monate
eingeteilt. Die Mondbewegung (Tithi) spielt eine entscheidende Rolle (Mondkalender
"Chaitra"). Der Monat des Mondes besteht aus zwei Haelften: der ersten Vollmondphase
und zweiten Neumondphase. Der zunehmende Mond, hell scheinend wird als segensreich,
der abnehmende, verdeckte Mond als boesartig, schaedlich angesehen.
Neben dem Mond als einer der sieben (7) Hauptplaneten existieren zwei Gottheiten fuer den
zunehmenden und abnehmenden Mond, s.g. Schattenplaneten: Rahu symbolisiert den
zunehmenden und Ketu den abnehmend Mond. Rahu & Ketu sind Daemonen von grosser
Macht (s. IMC-Sendung: "Nava Graha-s - Neun Planeten").
Jahreszeiten…
Der Zeitzyklus der indischen Ragas oder der saisonale Bezug haben direkten Einfluss auf
das menschliche Bewusstsein und sein Stimmungsempfinden. In der indischen Musik
definiert man sechs (6) saisonale Bezuege, die Rithu-s. Jede
Rithu bezieht sich auf eine Zeitperiode, die mit einem besonderen Ereignis verknuepft ist.
Jede der sechs (6) Rithu-s dauert zwei (2) Sonnenmonate.
Der genauen Anfang der Ritus berechnet sich jeweils aus 30 Grad Sonnenbewegung mit
Referenzpunkt der Tag- und Nachtgleiche (equinox) bzw. der Sommer- und
Wintersonnwenden (summer and winter solstice) - in Relation zur Erdrotation.
Den Planeten Mond und Sonne wird die Saison Varsha zugeordnet. Wenn Sonne & Mond
im Hause der Sternkreiszeichen Zwillinge und Krebs stehen, ist in Indien Regenzeit
(Monsoon: 20. Mai - 20. Juli). Im hinduistischen Mondkalender Chaitra sind dies Yeshta und Ashaadha.
Der erste Tag "Mahalaya" des Durga-Festes, dem bedeutendsten Fest der Hindus, faellt
auf den Neumondtag und feiert die Rueckkehr der verheirateten Tochter Durga zu ihrem
Vater Himalaya (s. Sendung "Mutter Durga - Ma Durga").
Auch die Zahl der Koerper-, Geist- und Seele-Chakren sind zwoelf. Die sechs niederen
Chakren werden durch die sechs Jahreszeiten aktiviert. Durch das helle Mondlicht, in der
Saison Sarad Rithu, wird das Chakra Manipura aktiviert. Manipura ist das dritte primaere
Chakra hinter dem Solarpelxus, auch als "Sitz der Edelsteine" genannt. Auch das zweite
Chakra, Svadhishthana steht in Beziehung mit dem Element Wasser und dem Mond, und
wird durch Mond- und Monsoonragas wie dem Raga Megh aktiviert (s. IMC-Sendung: "Ragas im indischen Monsoon").
Ragas der nordindischen Klassik (Hindustani)…
Das Stimmungsbild des Mondes spiegelt sich in dem Spaetnachtraga Chandrakosh (o.
Chandrakauns) wieder. Kauns kennzeichnet diesen Mondraga in der auf- und absteigenden
Skala als 5-Ton-Raga. Chandrakauns war schon in seiner alten Form, im 19. Jahrhundert ein
beliebter Raga, um wiederholende Melodieformen, die Lahara-s (o. naghma-s)
auszudruecken. Auch fuer Tablasolos wurde dieser Mondraga als Begleitform gewaehlt o. fuer Auffuehrungen im nordindischen Tanz Kathak.
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alte (links) und neue (recjts)Skalenform von Raga Chandrakauns (Quelle: chandrakantha.com) |
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Die Sarodlegende Ali Akbar Khan verstarb im Alter von 87 Jahren, am 18. Juni 2009. Dieser
Ausnahmemusiker der nordindischen Klassik kreierte den Mondraga Chandranandan. Er
kann zu den herausragenden Kompositionen von Ali Akbar Khan gezaehlt werden.
Chandranandan ist eine Kreuzung aus vier (4) traditionellen Ragas: Malkoush,
Chandrakauns, Nandakoush u. Kaushi Kanada. (s.a. IMC-Sendung "Tradition & Moderne - Eine Hommage an Ali Akbar Khan".)
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Chakra Svadhisthana (Quelle: www.namaste.it)
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Eine weitere Variante eines Mondragas ist ChandraDhwani. Ein Zwitter aus dem Mondraga
Chandrakauns und Nachtraga Kaushik Dhwani. Beides sind 5-Ton-Ragas. Bei Kaushik Dhwani entfallen die 2.
Stufe Re (Rishabh) und 5. Stufe Pa (Pancham). Alle Noten werden "suddha", als natuerlich gespielt.
Suedindische Klassik (Carnatic). - Ragams im Melakarta-System…
Wie in der indischen Astrologie, existieren auch im
Klassifizierungssystem der suedindischen Klassik, im s.g. Melakartasystem, 12 Gruppen (Chakren) mit je sechs
Ragams (insgesamt 72 Ragams im s.g. Melakarta-System), der suedindischen Ragaform. Die erste Gruppe ist Indu,
neben Chandra ein zweiter Name fuer Mond. Es gibt nur einen Mond, also ist Indu die erste Gruppe, das erste
Chakra im Melakartasystem. Die Farbe Rot ist diesem Chakra zugeordnet. Das Singen dieser
Mondragas macht das Herz leicht. Wir empfinden die Sanftheit und wohltuende Wirkung des Vollmonds.
Folgende Übersicht zeigt alle 72 Ragams: 1.-6. Melakarta Ragam: Kanakangi, Ratnangi,
Ganamurti, Vanaspati, Manavati; u. Tanarupi des 1. Chakra Indu (Quelle: allcarnaticmusic.com)
Naturelemente…
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polierte Mondsteine (Quelle: www.t-fleece.com)
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Das Element des Mondes ist Wasser (s.o. Varsha Ritu). Der Mond regelt die Regenmonate und das Wasser
fuer die Ernten, waehrend Merkur die Zeitdauer des Wachstums und der Fruchtreife bestimmt… und
Jupiter ueber die frostigen Monate herrscht, in denen das Laub faellt und die kalte Jahrezeit beginnt.
Chandra's Einfluss findet sich auch in der Nahrung wieder. Der Mond bestimmt die Struktur des Reises.
In dem farblichen Stimmung wird der Mond als weiss, metallig-silbern verstanden. In Indien wird er durch
Perlen und den Mondstein repraesentiert. Er gehoert zur Gruppe der Feldspate. Der Mondstein ist eine
Mineral-Varietaet des Orthoklas. Als echten Schmuckstein findet man ihn als Cabochon
jedoch sehr selten - fast transparent mit zart-blaeulichem Glanze. Das typische
Herkunftsland des Mondsteins liegt in direkter Nachbarschaft zu Indien, auf Sri Lanka.
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von IMC - India meets Classic |
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IMC präsentiert ... KALPITA SANGITA
... Kompositionsformen in der indisch klassischen Musik
Sendetermine: Dienstag, 16ter November 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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SURDAS (Weise/Komponist) & SHYAM MANOHAR
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Die indische Klassik wurde von der Förderinitiative IMC – India
meets Classic bisher in den IMC-Sendungen (Radio) auf der Basis der Ragaformen vorgestellt
Für die nordindische Klassik, die Hindustani-Musik sind die
Ragas nach dem Thaat-System mit 10 Hauptskalen klassifiziert, und für die südindische Klassik, der Carnatischen Musik sind es
72 Ragams aus dem s.g. Melakarta-System.
Die Ragaskalen sind nicht Melodieformen, im Sinne eines Note
-für-Note durchkomponierten Musikstücks, in festgelegter Tonart und in der Partiturschrift
eine für jeden Takt exakt definierte Modulation (Dynamik).
Ragas sind viel mehr als ein komplexes Regelwerk zu verstehen. Ragas sind ein Rahmen, darin sich der Interpret
frei bewegen kann – vokal oder instrumental. Ragas sind monophon, es gibt keine Akkorde.
Die mikrotonale Struktur (Shruti-s) und das komplexe Rhythmiksystem (Taala) garantieren eine äußerst
nuancierte Ornamentik, mit der eine Ragaperformance facettenreich dargeboten werden kann.
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Amir Kushro (Komponist)
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Ein kompositorisches Verständnis wie im Westen existiert in der indischen Klassik nicht. Doch wird der
Begriff Komposition auch in der indischen Musik verwendet. Als Kalpita Sangita bezeichnet man die rezitative Musik, während
Manodharma Sangita die s.g. kreative Musik bedeutet.
Kalpita Sangita ist eine Interpretation, die auf bestehende
Kompositionen zurückgeht. Es können Eigenkompositionen sein oder Werke von einem anderen Komponisten, einem Vaggeyakara.
Dagegen wird Manodharma Sangita von einem Vokalisten oder
Instrumentalisten aus dem Stehgreif (ex tempore) erschaffen, als Improvisation im Stile des Jazz, auf der Basis der modalen Struktur
indischer Ragaskalen.
Die November-Sendung Raga CDs des Monats aber beschäftigt sich mit dem
kompositorischen Konzept von Kalpita Sangita.
Bildquellen:
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von IMC - India meets Classic |
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IMC präsentiert ... Studium der indisch-klassischen Musik Teil 1: Gharana-s - Bani-s (Familientraditionen)
Sendetermine: Dienstag, 21ster Dezember 2010 (21:00-21:58 Uhr)
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Die Foerderinitiative IMC- India meets Classic wird mit der letzten Sendung in 2010 und dem Thema
"Das Studium der indisch-klassischen Musik, Teil 1? (und Folgende) wird wesentliche Fragen beantworten koennen, worauf bei der
Wahl eines Lehrers, eines Guru-s zu achten ist, dabei die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Unterrichtsmethoden beleuchtet und
dafuer Besonderheiten im Instrumentalspiel oder indischen Gesang beruecksichtigt werden.
Spaetestens seit den musikalische Entdeckungsreisen von Menuhin und Coltrane wuchs im Westen das breitere
Interesse fuer ein Studium der indisch-klassischen Musik. Es ist bis heute ungebrochen.
Der Geigenvirtuose Sir Yehudi Menuhin besuchte 1952 erstmals Indien. Spaeter nahm Yehudi
Menuhin Unterricht bei dem legendaeren Sitarspieler Ravi Shankar. Das modale Konzept der indischen Ragas spiegelt sich auch in der
Musik des Jazz-Saxophonisten John Coltrane wieder. Coltrane's Komposition "India" (aus dem
Jazzalbum "Live at the Village Vanguard") stammt aus dem Jahre 1961, in dem er Ravi Shankar traf.
Coltrane studierte neben der indischen Klassik auch die indische Religion und Philosophie.
Orientieren wir uns mit zwei westlichen Begriffen fuer die Annaeherung an die musikalische
Ausbildung. Als da waeren: Musikschulen und die Musikwissenschaft.
Dazu begegnet uns in dem mehr als 2000 Jahre alten System der indisch-klassischen Musik
Nord- und Suedindiens analog der Begriff Gharana. Die Gharana-s sind eine Art
Musikschulen, weniger im westlichen Sinne. Gharana ist eine Bezeichnung fuer eine ueber
viele Generationen weitervererbte, musikalische Tradition.
Gharana leitet sich aus dem Hinduwort "Ghar" ab, das heisst Familie oder Haus. Es gibt
Gharana-s fuer den Gesang, das Instrumentalspiel, fuer das indische Perkussionsinstrument
Tabla, fuer den indischen Tanz und einige Blas- u. Saiteninstrumente. Angesichts der mehr
als 30 existierenden Gharanas beschraenken wir uns in Teil 1 unseres Themas "Das Studium
der indisch-klassischen Musik" auf die aelteste Gesangsform der nordindischen Klassik, den Dhrupad.
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Grandsons of Zakiruddin Khan and Allabande Khan - The Dagar Brothers ( from
left to right): Ustad Zia Fariduddin Dagar( b1933), Ustad Nasir Zahiruddin Dagar(1932-1994), Ustad Rahim
Fahimuddin Dagar(b 1927), Ustad Nasir Aminuddin Dagar(1923-2000), Ustad Zia Mohiuddin Dagar (1929-1990),
Ustad Nasir Faiyazuddin Dagar(1934-1989), Ustad Hussain Sayeeduddin Dagar(b1939).
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Die aelteste Musikschule des Dhrupad ist die Dagar-Gharana. Ihr Namensgeber, die Dagar
-Familie (s.u.) bestimmt bis heute, ungebrochen seit mehr als 20 Generationen die Entwicklung des Dhrupads.
Der Begriff Gharana ist selbst gar nicht so alt wie die Familientraditionen. Ihre
gesellschaftliche Bedeutung wurde fuer die stilistische Zuordnung eines Kuenstlers im Instrumentalspiel oder Gesang erst Mitte des
19. Jahrhunderts ausgepraegt. Die Gharanas des Dhrupadgesangs haben eine Vorgeschichte. Alle Gharanas gehen auf nur
vier (4) Abstimmungslinien zurueck, die sogenannen Bani-s (oder Vani-s). Bani bedeutet "Wort", es leitet sich aus dem
Sanskritstamm "Vani" ab, d.h. "Stimme". Die
Banis sind Stilkonzepte. Die vier Banis werden auf vier herausragende Musiker am Hofe des
Moghulherrschers Akbars (1542-1605) zurueckgefuehrt. Es sind: Gaudhari Vani, auch Gohar
oder Gauri Vani genannt, sie steht in der Tradition des beruehmten Hofmusikers Tansen,
dann Khandari Vani von Samokhana Simbha (Naubad Khan), Nauhari Vani in der Tradition
von Shrichanda und Dangari oder Dagar Vani von Vrija Chanda.
Blickt man in der Musikgeschichte Indiens weiter zurueck, entdeckt man zu den Banis eine
Verbindung aus dem 7. Jahrhundert. Die vier Banis des Dhrupads haben sich aus sieben
bzw. im Kern fuenf (5) Gesangsstilen entwickelt, den Geetis. Die Geetis sind: Suddha,
Bhinna, Gauri, Vegswara und Sadharani. Gaudi Geeti ist nicht weiter mehr im Gebrauch.

The Dagar Gharana…
The Dagar familys contribution to the perpetuation and enrichment of this art, while
preserving its original purity, has been so precious, and the fact that the history of this
family can be traced back for 20 generations without a break is so unique, that the family
can be said to represent a microcosm of the history of Indian classical music.
Dhrupad reached its apogee in the 16th century, during the reign of the Moghul emperor
Akbar. At that time there were four Schools of Dhrupad, representing this art in all its
diversity. Brij Chand Rajput was of Dagar lineage, so the school of Dhrupad that he headed
was called Dagar Vani. The other three Vanis, Khandar, Nauvahar and Gobarhar.
respectively, almost disappeared in the course of time, and only in the Dagar Vani has the
pure tradition of Dhrupad been maintained and brought down to our day. Until the 16th
century the Dagars were Brahmins, but circumstances constrained their ancestor, Baba
Gopal Das Pandey, to embrace Islam, and he came to be known as Baba Imam Khan Dagar .
One of his two sons, Ustad Behram Khan Dagar, was the most famous and learned
musician of his time, in the 18th and 19th centuries. During the 125 years of life that God
granted him, he applied himself to the acquisition of a thorough knowledge of the Sanskrit
sacred texts. He devoted the greater part of his life to the rigorous analysis of these texts in
order to translate the formal musical rules into a pragmatic teaching method. He distilled the
style of singing, the gayaki, to a degree of purity and clarity never known before,
elaborating the alap and rendering singable the technical forms.
(Quelle: The Dagar Tradition - www.dagardvani.org)
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von IMC - India meets Classic |
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2011-Sendetermin:
IMC - India meets Classic jeweils 3. Montag im Monat, 23:00-23:58 Uhr
seit 1.8.2007: 24 h x 7 d - Sendebetrieb als echtes Internet-Radio - 1:1 real time weltweit
! Neu ! - Jeweils
1. Montag (18:00-18:58 Uhr) im Monat: Indian E-music - ! Neu ! |
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