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(Konzeption derzeit in Bearbeitung)
1. Träger 2. Jugendarbeit in einem sozialen Brennpunk im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs 3. Zielgruppen und Intention 3.1 Jugendarbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen als Chance der Perspektivenvermittlung in einem sich auflösendem Wertesystems 3.2 Bedarfsorientiertheit der Einrichtung 3.3 Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung als gesellschaftlicher Beitrag zur Schaffung einer menschenwürdigen Lebenskultur 3.4 Entwickeln von Alternativen zu Gewalttätigkeit, Kriminalität und Suchtmittelmissbrauch 4. Angebote 4.1 Offene Kinder - und Jugendarbeit 4.2 Gruppenarbeit 4.2.1 Mädchenarbeit 4.2.2 Hausaufgabenhilfe 4.3 Beratung und Begleitung 4.4 Erlebnispädagogische Aktivitäten 4.5 kulturelle Veranstaltungen / Disco 5. Ehrenamtliche Mitarbeit 6. Netzwerkarbeit 7. Räumlichkeiten 8. Öffnungszeiten 9. Personelle Besetzung 10. Finanzierung stand Januar 2001 !!!!!
1. Träger
Seit dem 01.07.1993 ist die Caritas Träger des CaT ( Club am Turm ). Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. ist ein landesweit anerkannter Träger der freien Wohlfahrtspflege. Die Angebote des Caritasverbandes sind für jeden offen, unabhängig von Konfession und Weltanschauung. hoch
2. Jugendarbeit in einem sozialen Brennpunk im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs
Der CaT (Club am Turm), dessen Name auf einen kleinen Aussichtsturm zurückzuführen ist, liegt im Stadtteil Hohenstücken im Norden der Stadt Brandenburg an der Havel. Im Dezember 1985 wurde der CaT als Jugendeinrichtung für den neuen Stadtteil Hohenstücken eröffnet. Nach der Wende übernahm zunächst das Jugendamt der Stadt Brandenburg die Trägerschaft, bevor 1993 dem Caritasverband für Brandenburg e. V. die Verantwortung für die Einrichtung übertragen wurde.
Hohenstücken ist eine Trabantenstadt in der typischen Plattenbauweise. Hier leben ca. 16.000 Einwohner der Stadt Brandenburg. Das Wohnumfeld dieser reinen Schlafsiedlung muss als sehr erlebnisarm eingestuft werden. In diesem Stadtteil ist jeder dritte Einwohner jünger als 20 Jahre. Der CAT ist eine von zwei Jugendeinrichtungen, die offene Jugendarbeit für die über 6.000 jungen Menschen in Hohenstücken anbieten.
Der Stadtteil ist ein sozialer Brennpunkt und wird von seinen Bewohnern selbst als "Ghetto" bezeichnet. Sowohl die Wohnungen wie auch die soziale Infrastruktur muss als sehr schlicht eingestuft werden. Es ist abzusehen, dass in den nächsten Jahren zunehmend weitere sozial schwach gestellte Menschen nach Hohenstücken ziehen werden, da der in Sanierung befindliche Stadtkern mit hohen Mietsteigerungen für diese Bevölkerungsschicht dann nicht mehr erschwinglich sein wird. Somit ist eine massive soziale Umstrukturierung der Stadt Brandenburg zu erwarten, in deren Folge sich sozial benachteiligte Menschen mit den verbundenen Problemlagen auf Hohenstücken konzentrieren werden und sich damit der soziale Brennstoff weiter verschärfen wird.
Die in großen Plattenbausiedlungen mit hohem Arbeiteranteil typischen gesellschaftlichen Erscheinungsformen sind auch in Hohenstücken vorzufinden: große Anonymität, Cliquenbildung unter jungen Menschen mit teilweise delinquenten Verhaltensweisen, hoher Alkohol- und mittlerweile stetig ansteigender Konsum illegaler Drogen, eine massive Gewaltproblematik sowie Arbeitslosigkeit. Langeweile als vorherrschende Befindlichkeit und das Fehlen sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten führen bei den Kindern und Jugendlichen des Stadtteils zu Desorientierung und werden von vielen als ausweglose Lage erlebt. Der Jugendhilfeplan der Stadt Brandenburg an der Havel unterstreicht aus diesen Gründen den außerordentlichen Bedarf an Jugendeinrichtungen in diesem Stadtteil, insbesondere des Club am Turm als offenes Jugendhaus. hoch
3.1 Jugendarbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen als Chance der Perspektivenvermittlung in einem sich auflösendem Wertesystems
Der CAT als eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit richtet sich vorrangig an junge Menschen im Alter zwischen 10 und 27 Jahren. In dieser entwicklungspsychologisch sehr bedeutsamen Altersspanne werden eine Vielzahl von Reifungs- und Entwicklungsanforderungen an Jugendliche gestellt. Die Jugend als Übergangsphase von der Kindheit zum Erwachsenenalter geht einher mit zahlreichen Spannungen und Auseinandersetzungen. Angefangen von massiven körperlichen Veränderungen während des biologischen Reifungsprozesses bis zur Veränderung der psychischen Selbst- und Umweltwahrnehmung, in deren Verlauf sich die Entwicklung der Identität und dem damit zusammenhängenden Wirklichkeitsbild formt. Dem Jugendlichen begegnen in dieser Phase sehr widersprüchliche Möglichkeiten und Erwartungen. Auf der einen Seite erlebt er eine Lockerung der engen Bindungen und Kontrollen der Kindheit, andererseits gilt es sozialen Anforderungen, wie der Wahl eines Berufes, der Entwicklung der eigenen Geschlechterrolle, der schrittweisen Ablösung vom Elternhaus und Leistungsanforderungen in der Schule und bei der Berufsausbildung gerecht zu werden. Dazu kommen die Verunsicherung und Frustration in vielen Familien nach der politischen Wende. Bislang sind keine neuen Inhalte an die Stelle der weggebrochenen Strukturen und Wertorientierungen getreten. Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und Fremdbestimmung tragen dazu bei, dass menschliche Interaktionen und Kommunikation immer stärker in den Hintergrund treten.
Der Verlust der Verbindlichkeit sozialer Strukturen und der fehlende Rückhalt in den Familien trifft die Jugendlichen besonders hart. An dieser Stelle will die Jugendarbeit des CAT ansetzen und einen wesentlichen Beitrag zur Kompensation der primären und sekundären Sozialisationsinstanzen wie Familie und Schule leisten. Der Club am Turm soll ein Ort sein, an dem sich Kinder und Jugendliche zu Hause fühlen. Hier sollen sie Beachtung und Unterstützung finden, um in ihrer schwierigen Lage eine bedürfnisorientierte Perspektive entwickeln zu können. Die MitarbeiterInnen des CAT wollen Hilfestellung bieten, damit sich die Kinder und Jugendlichen innerhalb eines Schutzraumes in verschiedenen Rollen ausprobieren können und die Möglichkeit finden, die Konfrontation und Auseinandersetzung mit Teilen der Erwachsenenwelt zu erproben. Bei aller Offenheit für die Vielzahl der jungen Menschen im Stadtteil sollen insbesonders sozial benachteiligte, verhaltensauffällige, gefährdete und delinquente Kinder und Jugendliche durch die Angebote der Einrichtungen angesprochen werden. Angestrebt ist zudem die Integration von behinderten jungen Menschen und ausländischen Jugendlichen. Die Nähe und Hinwendung zu Menschen und ihren alltäglichen Sorgen und Problemen wird von uns als eine Form von christlicher Arbeit verstanden, die durch das Wirken und die Persönlichkeit der MitarbeiterInnen den Kindern und Jugendlichen eine mögliche Lebensorientierung anbietet. Die gesetzliche Grundlage unserer Tätigkeit basiert auf den Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (§ 11 mit Teilen der §§ 13 und 14 ). hoch
3.2 Bedarfsorientiertheit der Einrichtung
Wie im Rahmen des Jugendförderplanes der Stadt Brandenburg an der Havel gefordert, orientiert sich der Club am Turm an den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Dies bringt mit sich, dass bestehende Öffnungszeiten, aber auch Altersgrenzen bedarfsgerecht angepasst werden können. So wurden die Mindest - Altersgrenze der Besucher von vormals 12 auf 10 Jahre herabgesetzt, die täglichen Öffnungszeiten verlängert und geändert sowie die Anzahl der Ruhetage reduziert. Darüber hinaus wurden Inhalte (den Interessen der BesucherInnen folgend) aktualisiert. So zählen beispielsweise Hausaufgabenhilfe oder Internetnutzung zu den neueren Angeboten. Aktuellen Entwicklungen werden im CAT Rechnung getragen. So reagiert er auf negative Entwicklungen in der Gesellschaft, wie etwa dem Anstieg rechtsradikaler Delikte in Brandenburg mit gesteigerter Integrationsarbeit. Der Versuch auf Gewinnung neu zugezogener Aussiedler im Stadtteil Hohenstücken als BesucherInnen im CAT ist ein Beispiel hierfür. hoch
3.3 Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung als gesellschaftlicher Beitrag zur Schaffung einer menschenwürdigen Lebenskultur
Die jungen Menschen sollen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung angeregt und unterstützt werden, in dem sie mit ihren häufig verborgenen Fähigkeiten und Begabungen ganzheitlich gefördert werden. Durch das Kennenlernen eigener, oft nicht bewusster Ressourcen sollen sie in die Lage versetzt werden, besser mit frustrierenden alltäglichen Erfahrungen umzugehen.
Viele Familien in Hohenstücken stehen heute in einer schwierigen gesellschaftlichen Umbruchphase unter starken Spannungen, was sich schwerwiegend auf Kinder und Jugendliche auswirkt. Arbeitslosigkeit mit einhergehender großer psychischer Belastung der Familien bei den einen, wenig Zeit bei arbeitenden Eltern bei den anderen, die zunehmende Auflösung der traditionellen Familienstrukturen sowie immer weniger Geschwistererfahrungen durch zahlreiche Ein-Kind-Familien haben zur Folge, dass Einrichtungen wie der Club am Turm bei der Sinn- und Orientierungssuche immer wichtiger werden. Wir machen die Erfahrung, dass Kinder und Jugendliche nicht Wertneutralität suchen, sondern Menschen, die glaubwürdig Werte leben und zugleich gegenüber Andersdenkenden und Andersfühlenden Toleranz üben.
Die zunehmende Leistungsorientierung in der Schule führt dazu, dass der Druck auf Kinder und Jugendliche stetig anwächst. Für soziales Lernen ist in der Schule kaum noch Platz. Die individuelle zeitaufwendige Förderung von SchülernInnen, die Probleme haben, die Leistungsanforderungen zu erfüllen, ist nur unzureichend möglich. Dadurch fallen immer mehr SchülerInnen durch das Raster. Auf die aufgeführten Belastungen reagiert eine ständig wachsende Anzahl von jungen Menschen mit gewalttätigem, teils delinquentem Verhalten oder weist eskapistische Tendenzen auf. Die Flucht in Suchtverhalten, um der belastenden Realität nicht mehr ins Auge sehen zu müssen, nimmt ständig zu (Alkohol, illegale Drogen, exzessiver Medienkonsum, materielle Ersatzbefriedigung etc.) Genau hier setzt die Arbeit mit den Stärken der jungen Menschen an. Unter Berücksichtigung der Familie, der Schule und des Wohnumfeldes, wird versucht wichtige Impulse bei der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung zu vermitteln und sozialisationsbedingte Defizite auszugleichen. Dies wird von den MitarbeiternInnen des CAT als ein Beitrag zur Schaffung einer menschenwürdigen Lebenskultur in Hohenstücken verstanden, der langfristig positive Auswirkungen auf das gesamte Gemeinwesen haben soll. hoch
3.4 Entwickeln von Alternativen zu Gewalttätigkeit, Kriminalität und Suchtmittelmissbrauch
Gewalttätigkeit, die im Stadtteil eine große Rolle spielt, muss zuallererst als eine Maßnahme des inneren Notstands, zur Angstbewältigung und als ein Versuch von Selbstheilung von Minderwertigkeitsgefühlen gesehen werden. Jugendliche zeigen durch ihr bedrohliches Verhalten, wie bedroht sie selbst sind. Viele Kinder und Jugendliche erleben Gewalt in ihren Familien als Züchtigungsmittel. Die Überforderung der Eltern mit erzieherischer Verantwortung, Faktoren wie finanzielle Nöte, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und eine einseitige Leistungsorientierung in Schule und Gesellschaft führen zu einem immensen Druck und oftmals zu einem Gefühl überwältigender Hilflosigkeit, die sich in einer gewaltsamen Entladung als scheinbare Konfliktlösung ausdrückt. Das subjektive Erleben der Jugendlichen, am Rande der Gesellschaft zu stehen und die Unerreichbarkeit der zahlreichen materialistischen Konsumgüter, die durch die allgegenwärtige Werbung Glück und Zufriedenheit verheißen, führen dazu, dass immer mehr Jugendliche Einbrüche und Diebstähle begehen. Auch die Flucht aus der Realität in Scheinwelten, mit denen sich Jugendliche allen Anforderungen und Ängsten zu entziehen glauben, nimmt rapide zu. Der Alkoholmissbrauch ist in Hohenstücken schon immer ein großes Problem. In jüngster Zeit ist ein stetig wachsender Anteil von illegalen Drogen zu verzeichnen.
Der Verunsicherung, Frustration und zunehmende Kriminalität unter den jungen Menschen setzen die MitarbeiterInnen des CAT die Vermittlung und Auseinandersetzung von Werten und Lebenskonzeptionen in der pädagogischen Arbeit entgegen. Dazu gehört auch Unterstützung bei der Schwierigkeit, mit der neu gewonnenen Freiheit angemessen umzugehen und den Jugendlichen die Erfahrung mit dem Umgang sinnvoller Grenzen zu ermöglichen. Das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen soll durch den Umgangsstil, durch Gespräche und die in der Folge aufgeführten Angebote gestärkt werden.
Auf der Basis von initiierter Eigenreflexion sollen die Jugendlichen in der Entwicklung alternativer Kommunikationsstrategien unterstützt werden. Die Grundlage hierfür ist das Vermeiden von Herabsetzen und Schuldzuschreibungen, das aktive, einfühlende Zuhören sowie das Heraussstellen positiver Modelle, wodurch erwünschtes Verhalten als solches angemessen angesprochen und nicht erwünschtes Verhalten ignoriert wird. Aggressionen stellen immer einen inneren Konflikt dar, dessen Lösung für den Angreifer fast nie befriedigend sein kann, da jede Aggression eine Ablehnung nach sich zieht. Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, Konflikte konstruktiv auszutragen. In deren Verlauf soll dazu beigetragen werden, den Jugendlichen die Sicht des Anderen klar zu machen. Das Transparentmachen der eigenen Gefühle und Reaktionen auf das Verhalten eines "Aggressors" stellt für die meisten Jugendlichen oftmals eine bislang nicht gekannte Chance zur Verhaltensänderung dar. Solche Interventionen sind letztlich als sozial integrative Maßnahmen die einzige Möglichkeit zum langfristigen Aggressionsabbau.
Methodisch geht es immer darum, die Jugendlichen in ihren Bedürfnissen, Aggressionen, Ängsten und Einstellungen ernst zu nehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die MitarbeiterInnen bringen sich als Person ein und machen ein Beziehungsangebot , auf dessen Grundlage sich ein Vertrauensverhältnis entwickeln kann. Die gelungene Integration von Jugendlichen unterschiedlicher politischer Orientierungen von Links bis Rechts und das Nebeneinander verschiedener Altersstrukturen zeigt, dass das Konzept des CAT in der Praxis funktioniert. hoch
4.1 Offene Kinder - und Jugendarbeit
Dieser Bereich stellt den Schwerpunkt der Einrichtung dar. Die MitarbeiterInnen versuchen die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten für und mit den Jugendlichen so zu gestalten, dass diese sich wohl fühlen. Der offene Bereich ist untergliedert, zum einen in das Jugendcafé und zum anderen in den Kidstreff. Die Erweiterung von zuvor einem in nun zwei Bereiche stellt die konzeptionelle Reaktion auf starke, zum Teil gewalttätige Abgrenzungsbestrebungen zwischen einzelnen Generationsstufen und ihrer konträrer altersspezifischen Interessen dar. Diese Konstellation resultiert v.a. auch aus der großen Altersspanne der BesucherInnen Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist betont niedrigschwellig. Gäste können anonym bleiben, brauchen weder Mitglieder zu werden noch Eintritt zu zahlen. Sitz- und Spielmöglichkeiten auf der Freifläche um den CAT laden bereits Jugendliche ein, so dass das Betreten des Clubs eine sehr geringe Hürde ist. Die Fensterfront auf der Seite des Gebäudes ermöglicht einen Einblick in das Innere. Einige Spiele sind bewusst im Eingangsbereich positioniert, um Gästen die Möglichkeit zu geben, ohne größere Verbindlichkeit zunächst als Zuschauer anwesend zu sein. Die Angebote ähneln sich in beiden Bereichen, so stehen neben den verschiedensten Spielmöglichkeiten wie Billard, Tischfußball, Tischtennis, Airhockey, Brettspiele und Darts auch Sitzgelegenheiten und Räume zum Treffen, Reden, Diskutieren etc. bereit. Die Spielmöglichkeiten werden kostenfrei zur Verfügung gestellt, um so gerade denjenigen den Zugang zu ermöglichen, die finanziell schwach gestellt sind und immer wieder die Erfahrung von Ausgrenzung machen müssen, da sie an den kommerziell orientierten Freizeitangeboten nicht partizipieren können. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass in jedem Bereich stets ein/e pädagogische/r MitarbeiterIn anwesend ist, um als DiskussionspartnerIn, SchlichterIn, BeraterIn oder nur als SpielpartnerIn den jungen Menschen zur Verfügung zu stehen. Hierbei kann eine personale Beziehung aufgebaut werden, die eine Beratung und Begleitung der jungen Menschen erst möglich macht.
Jugendcafe: Das Jugendcafé soll möglichst täglich, gerade aber am Wochenende, geöffnet sein. Alle BesucherInnen zwischen 10 und 27 Jahren können diesen Bereich benutzen. Neben dem/der pädagogischen MitarbeiterIn ist ein/e weitere/r Mitarbeiter/in anwesend, der/die sich um die Spielausgabe, Getränke und andere organisatorische Arbeiten kümmert. Das Mitbringen von Alkohol in den CAT ist verboten. Die über 16jährigen haben jedoch ab 18.00 Uhr im Jugendcafé die Möglichkeit zum Bierkonsum, um so einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol lernen zu können. Die MitarbeiterInnen behalten sich jedoch jederzeit das Recht vor, den Konsum zu beeinflussen.
Kidstreff: Der Kidstreff ist speziell für die Altersgruppe der 10 - 15 jährigen Jugendlichen konzipiert. In einem geschützten Bereich wird der Altersgruppe die Entwicklung und Umsetzung ihrer Bedürfnisse ermöglicht. Einem eigenen Kidstreff wird deshalb eine so große Bedeutung beigemessen, weil dadurch, trotz der starken Abgrenzungsbestrebungen zwischen Jüngeren und Älteren, ein Miteinander in einem Haus ermöglicht wird. Auch hier ist neben der/dem pädagogische/n MitarbeiterIn eine weitere Kraft notwendig, um einen geregelten Betrieb zu gewährleisten. Die Spiel- und Getränkeausgabe wird bereits weitgehend von ehrenamtlichen HelfernInnen (Jugendlichen) übernommen. Die Hausaufgabenbetreuung gerade der jüngeren BesucherInnen wird von den MitarbeiterInnen als enorm wichtig angesehen und soll sukzessive ausgebaut werden.
Außengelände: Neben den Räumen innerhalb der Einrichtung stehen unmittelbar um das Gebäude freie Flächen zur Verfügung. Hier finden die Kinder und Jugendlichen Streetballanlagen, eine Torwand sowie Sitzflächen. So wird der überdurchschnittliche Bewegungsdrang von Jugendlichen, der durch den begrenzten Innenraum nicht abgedeckt werden kann, aufgefangen.
4.2 Gruppenarbeit
Innerhalb dieses Arbeitsbereiches gibt es die Möglichkeit der Gruppenbildung nach themenorientierten Aspekten. Wünsche und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sollen aufgegriffen und in speziellen Gruppen umgesetzt werden. Oftmals entwickeln sich die Themen der einzelnen Gruppen aus der offenen Treffarbeit. Diese von ihrer Struktur her offenen Gruppen werden von einer pädagogischen Fachkraft geleitet. Der oder die pädagogische MitarbeiterIn hat die Aufgabe, die strukturellen Zusammenhänge zwischen individueller Lebensgeschichte, unmittelbaren Interessen, Wünschen, Hoffnungen herzustellen und den Jugendlichen bewusst zu machen.
Die Kinder und Jugendlichen haben zudem die Möglichkeit, soweit es die Raumsituation zulässt, ihren Interessen und Neigungen auch ohne Anleitung nachzukommen. So haben sich auch verschiedene selbstbestimmte Gruppen gebildet. Es gibt Street- und Breakdancegruppen. Außerdem besteht für Jugendliche die Möglichkeit, zur Verfügung stehende Instrumente auszuprobieren, um durch die praktische Erfahrung ermutigt zu werden, persönliche Neigungen zu entwickeln und auszubauen. In einer gemeinsamen Aktion wurden große Teile der Außenwände, nach von Jugendlichen entwickelten Vorstellungen, zusammen mit einem New Yorker Künstler gestaltet. hoch
4.2.1 Mädchenarbeit
Der Mädchentreff für alle Mädchen und jungen Frauen findet in den Räumen des Kidstreffs statt. So schwierig es ist, in diesem bereits strukturierten Raum ein weiteres Angebot zu machen, so notwendig ist es für die zahlreichen weiblichen Besucherinnen, einen Raum zu schaffen, in dem ihnen die Möglichkeit eröffnet wird, geschlechtsspezifische Bedürfnisse zu artikulieren und umzusetzen. Die Erfahrung zeigt, dass die offene Jugendarbeit die Tendenz hat, zur Jungenarbeit zu werden. In der Regel machen Jungen durch ihre Verhaltensweisen sehr viel fordernder auf ihre Bedürfnisse aufmerksam, die sich zudem oft von denen der Mädchen unterscheiden. Die Gefahr, dass die Bedürfnisse der Mädchen unbeachtet bleiben, ist dabei groß. Aus diesem Grunde ist es notwendig, den Mädchen und jungen Frauen ein eigenes Forum zu bieten, wo sie einen adäquaten Rahmen zur Umsetzung ihrer Interessen und Bedürfnisse vorfinden und wo sie zugleich die Möglichkeit haben, mit einer pädagogischen Mitarbeiterin wichtige Inhalte in einer geschützten Atmosphäre auszutauschen. Dieses Angebot soll zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Mädchen in einem immer noch hierarchischen Geschlechterverhältnis, in dem Frauen in vielen gesellschaftlichen Lebensbereichen benachteiligt werden, beitragen. hoch
4.2.2 Hausaufgabenhilfe
Es besteht die Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen einen ruhigen Rahmen zur Verfügung zustellen und ihnen bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben (mit persönlichem Wissen aber auch mit Fachliteratur und "Handwerkszeug") zur Seite zu stehen. Mitarbeiter- Neueinstellungen werden auch in Hinblick auf Erfahrungen im Hausaufgaben - Betreuungsbereich getätigt. Bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen, aus Familien, die von Alkoholmissbrauch und Gewalt geprägt sind, ist es von großer Bedeutung, die Möglichkeit anzubieten, ihre Lernfähigkeit unter pädagogischer Anleitung zu entwickeln und somit dazu beizutragen, dass Erfolgserlebnisse in der Schule möglich werden. hoch
4.3 Beratung und Begleitung
Der ganzheitliche Ansatz der Einrichtung versteht die BesucherInnen nicht nur als Individuen, sondern als Teile eines Gemeinwesens im Kontext ihrer Familie, ihrer Wohnsituation, ihrer Freizeitgestaltung und ihrer sonstigen Lebensbezüge. Hieraus lassen sich Auffälligkeiten von jungen Menschen besser ergründen und systemisch angehen. Der Anspruch der Bearbeitung des sehr komplexen Aufgabengebietes stellt eine hohe Herausforderung an die Einrichtung dar, die nur beschränkt wahrgenommen werden kann.
Die MitarbeiterInnen sehen trotzdem ihre Aufgabe auch darin, Kinder und Jugendliche in Krisensituationen aufzufangen. Für eine notwendige weitere Beratung und/oder Begleitung steht allerdings in der Regel nicht genügend Zeit zur Verfügung, obwohl mit zunehmender Akzeptanz des CAT auch die Nachfrage an Beratung und Einzelfallhilfe steigt. Immer öfter müssen ratsuchende junge Menschen an andere Jugendhilfeinstitutionen verwiesen werden. Hier gibt es oft große Hemmschwellen und Ängste, diese Angebote in Anspruch zu nehmen. Somit wird eine erfolgreiche Vermittlung fraglich. Zudem fehlt in der Stadt Brandenburg ein ausreichendes, professionelles Beratungsangebot für Eltern, Kinder und Jugendliche. Eine professionelle Erziehungs- und Familienberatungsstelle ist daher in Hohenstücken dringend erforderlich. In der täglichen Praxis werden von den hauptberuflichen MitarbeiternInnen der Einrichtung eine Vielzahl von Beratungsangeboten gemacht, die von den BesuchernInnen in Anspruch genommen werden. Durch den persönlichen Kontakt und ein daraus resultierendes Vertrauensverhältnis zu den MitarbeiternInnen ist ein niedrigschwelliger Zugang zu den Jugendlichen gewährleistet. Als beispielhafte Beratungsthemen sind zu nennen: Umgang und Konflikte mit Freund und Freundin, Beziehungsprobleme, Familienprobleme, Schul- und Ausbildungsschwierigkeiten, Umgang und Probleme mit Suchtstoffen, Zukunftsängste, Umgang mit Langeweile, Arbeitslosigkeit und die Folgen...
Auch ratsuchende Eltern, SozialarbeiterInnen, LehrerInnen und andere Multiplikatoren werden von den MitarbeiternInnen des Club am Turm beraten.
Neben der Absolvierung von Praktika ist die Ableistung und Begleitung von sozialen Arbeitsstunden als Auflage des Jugendgerichtes in der Einrichtung möglich. hoch
4.4 Erlebnispädagogische Aktivitäten
Gerade in der Gleichaltrigengruppe werden bei Fahrten und Freizeiten intensive Lernerfahrungen bezüglich Gruppen- und Sozialverhalten gemacht. Demzufolge betrachten wir Fahrten und Freizeiten als eine wichtige ergänzende Maßnahme für Kinder und Jugendliche. Dieser Bereich soll in der Zukunft mehr ausgebaut werden. hoch
4.5 kulturelle Veranstaltungen / Disco
Der Club am Turm versteht sich als Begegnungs- und Kommunikationsort für alle jungen Menschen. Die Begegnung von Jugendlichen verschiedener Altersstufen, von jungen Menschen, die sich über verschiedene Musikszenen definieren, von jugendlichen Gruppierungen unterschiedlicher politischer Ausrichtungen, sehen wir als eine wichtige integrative Aufgabe. Regelmäßige monatliche Discoveranstaltungen mit durchschnittlich 170 Besuchern zeigen die Akzeptanz der Einrichtung und zum anderen den großen Bedarf für solche Angebote. Im Gegensatz zu teuren, kommerziellen Discotheken, finden Jugendliche hier einen Ort, an dem Sie sich aktiv einbringen können (z. B. Musikauswahl). Mit diesem Angebot werden auch Jugendliche angesprochen, die normalerweise den Zugang zum CAT nicht finden würden. Durch Ankündigungen (Plakate, Durchsagen) kann für andere Veranstaltungen geworben werden. Die Breite des musikalischen Spektrums zeigt den Jugendlichen, dass ihre Interessen ernstgenommen werden und erhöht somit auch die Identifikation mit dem CAT. Soziale Anpassung als immanente Notwendigkeit der Disco ermöglicht wichtige Lernerfahrungen. Andere Jugendliche müssen akzeptiert werden, ihr Verhalten, ihre musikalischen Bedürfnisse müssen respektiert werden.
Auch Filmabende mit Videoaufführungen sind ein Bestandteil der kulturellen Angebotspalette. Nach den Filmen besteht die Möglichkeit zum Austausch von Eindrücken und zur Diskussion über wichtige jugendliche Erlebnisbereiche, die durch die Videos angestoßen werden. Auf diese Weise kann auch zur kritischen Wahrnehmung und Sensibilisierung für medial transportierte Botschaften, die das Leben von jungen Menschen enorm beeinflussen, beigetragen werden. hoch
5. Ehrenamtliche Mitarbeit
Die ehrenamtliche Mitarbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Konzeption des Club am Turm. Sie stellt eine notwendige Ergänzung zu der Arbeit der Hauptberuflichen, und zum anderen eine Möglichkeit eigenverantwortlicher demokratischer Mitbestimmung im Sinne von Partizipation dar. Die Gewinnung, Begleitung und Weiterbildung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist außerordentlich wichtig und gehört zur Aufgabe der hauptberuflichen MitarbeiterInnen. Diese zeitintensive Aufgabe erschließt jedoch mit steigender Zahl Hauptamtlicher auch eine steigende Anzahl von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Zur Zeit existiert eine ehrenamtliche HelferInnengruppe von Jugendlichen, die Thekendienste übernehmen sowie eine andere Gruppe, die sich speziell mit der Durchführung der Disco-Veranstaltungen beschäftigt. Zur Förderung des Gruppenprozesses der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen gibt es HelferInnentreffen und Freizeitfahrten speziell für diese Personengruppe. hoch
6. Netzwerkarbeit
Auf der Ebene der stadtteilorientierten Gemeinwesenarbeit wird versucht, die Umgebung der Kinder und Jugendlichen im Sinne einer Verbesserung der Lebensbedingungen zu verändern. Es wurde ein stadtteilbezogener Arbeitskreis für Kinder und Jugendliche in Hohenstücken und Görden" (angrenzender Stadtteil) gegründet, der ein Podium für die fachliche Diskussion und einen Erfahrungsaustausch darstellt. Der Arbeitskreis setzt sich zusammen aus SchulleiternInnen, MitarbeiternInnen des Jugend- und Sozialamtes, des Schul- und Sportamtes, der Polizei und MitarbeiternInnen aus anderen Einrichtungen freier Träger, die sich im Stadtteil für junge Menschen engagieren. Der Arbeitskreis dient der Vernetzung der verschiedenen Aktivitäten im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und versteht sich als ein Verbindungsglied zu verschiedenen politischen, kulturellen und kirchlichen Einrichtungen der Stadt. Als Lobbyvertreter für Kinder und Jugendliche engagiert sich der Arbeitskreis in der Öffentlichkeit. hoch
10. Finanzierung
Der Träger war in der Anfangsphase in der Lage, einen sehr hohen Eigenanteil (über 33 %) zu erbringen. Aufgrund sinkender Kirchensteuermittel, kann der Caritasverband für Brandenburg e. V. nur noch 10 % des finanziellen Gesamtvolumens im Jahr 1999 garantieren. Neben Zuwendungen durch das Land Brandenburg, bezuschusst die Stadt Brandenburg den CAT. 1997 beträgt der Eigenanteil des Trägers noch 32 %. Sollte es nicht gelingen, diesen Anteil bis zum Jahr 1999 auf 10 % zu reduzieren ist die Arbeit in ihrem vollen Umfang gefährdet.
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