Tips und Verbesserungen für
den VW T4/ Westfalia California Coach (Baujahr 96)
Der VW-California auf T4 ist ein
sehr beliebter Campingbus für alle, die sich nicht selbst die
Mühe des Ausbaus machen wollen. Nun kann man allerdings nicht
gerade sagen, daß Westfalia beim Ausbau alle Details liebevoll
durchdacht hätte (da gibt sich sicher Carthago oder Reimo mehr
Mühe) es geht eben um große Stückzahl und möglichst
rationelle Fertigung.
Trotzdem finde ich, daß der
California im Grunde doch bietet, was als Grundausstattung
sinnvoll und eigentlich ganz brauchbar ist. Und daß man noch etwas verbessern kann, muß ja kein Nachteil sein - man macht sich das Fahrzeug damit schließlich ein Stück zu eigen.
Ich möchte hier einige Verbesserungen und Ergänzungen
beschreiben, die sich mir als sinnvoll ergeben haben und hoffe, daß sie dem
einen oder anderen nützlich sind oder Anregungen geben.
Toilette
In den vorderen (kleineren) Küchenschrank paßt genau die kleinste Thetford-Toilette.
Die Bodenschwelle kann man leicht herausklopfen und den Spalt im Bodenbelag
entweder mit Dichtmittel oder aber mit einer flachen Trittleiste abdecken.
Dann bleibt darüber noch genügend Platz für eine Waschschüssel (ich habe zwei
ineinander und darin wiederum Waschzeug untergebracht).
Übrigens: wenn man die Toilette nur wie ein "Plumpsklo" benutzt und möglichst
kein Spülwasser verwendet, den Schieber dafür aber immer wieder öffnet, bleibt
der Geruch auch ohne Chemikalien durchaus erträglich. Für den gelegentlichen
Gebrauch als Nottoilette hat sich allerdings folgendes bewährt: Man legt in
die Schüssel eine dichte Tragetasche. Zugeknotet lässt sie keinen Geruch nach
außen und ist sehr leicht zu entsorgen.
- Tisch
Der Tisch findet hinter dem Fahrersitz seinen Platz. Das erspart das umständliche
Heraus- und wieder Wegräumen unter dem Klappsitz - und es ist erstaunlich,
wieviel Stauraum man unter dem Sitz dafür gewinnt. Befestigen kann man den
Tisch mit einem Band, das von der Kopfstütze zur Armlehne läuft.
- Küchenschranktür
Beim Kochen ist die große Türe des Küchenschranks immer im Weg. Und wenn der
Tisch aufgebaut ist, kommt man besonders schwer an den Inhalt. Ich überlegte
lange, ob ich eine Rolltüre einbauen könnte, ob es sinnvoll sei, die Türe
zu teilen oder anders anzuschlagen usw. Doch war mir all dies zu aufwendig.
Schließlich kam ich auf folgende einfache und schnell umzusetzende Lösung:
Ich schraubte die Scharniere ab, nahm sie auseinander und kürzte die Scharnierstifte
bis auf kleine Reste. Jetzt läßt sich die Türe mit einem Griff aushängen und
beiseite stellen. Die richtige Länge muß man ausprobieren. Sollte sich die
Türe auch im geschlossenen Zustand aushängen lassen, kann man auf die Oberkante
der Türe einen Teppichnagel oder ähnliches setzen dann wird sie untengehalten
solange sie geschlossen ist.
Weitaus besser ist allerdings der
- Umbau zur Schiebetüre

Nach langem Rätseln kam ich dabei schließlich auf folgende Lösung, die die
Originalteile verwendet:
Die Abdeckungsplatten der Kühlbox werden abmontiert und um eine Wandstärke
nach innen versetzt. Es ist tatsächlich noch genügend Luft vorhanden! Dabei
wird die obere Platte direkt in die Kühlboxumrandung gesteckt. Die untere
(abnehmbare) Abdeckung vor Kompressor und Elektrik musste auf der unsichtbaren
Seite etwas abgefräst werden, damit es passt.
Die Holmleiste mit den Türscharnieren wird abgenommen (sie ist geleimt - einige
leichte Kammerschläge von hinten genügen) und mit der Türe fest verschraubt.
An der Zwischenwand wird der überstehende Rand abgesägt. Dann wird oben und
unten ein H-Aluprofil eingesetzt. Mit 50 mm Höhe lässt sich die Türe genau
passend einbauen. Innen hat das Profil 16-mm; man muss die Türe auf der Rückseite
in diesem Bereich etwas abschleifen bzw. die Beschichtung entfernen. Das Problem
des Türschlosses hat sich bei mir von selbst gelöst, nachdem ich einen Aluprofilwinkel
zum Abdecken der links entstehenden Lücke eingesetzt habe: Die Türe muss links
etwas angehoben werden, um geöffnet zu werden. Das Originalschloss dient nur
optischen Gründen.
Dieser Umbau ist natürlich nur etwas für Leute mit Bastelgeschick (obwohl
er nicht schwierig ist) und so wird wohl das Foto zum Nachbau genügen.
- Stauraum
Westfalia geht mit den Leerräumen recht großzügig um. Links hinten, neben
dem Kofferraum ist Platz für zwei Gelbatterien; eingebaut ist serienmäßig
nur eine. Ich habe die Abdeckplatte halbiert und mit Holzdübeln eine lose
Steckverbindung gemacht. Dahinein kommt, was man selten oder erst auf dem
Campingplatz braucht. Es passen auch je ein Reservekanister für Treibstoff
und Öl hinein ist aber nur sinnvoll, wenn man es beim Tanken wirklich
nicht darauf ankommen läßt, vor allem, wenn man auch noch einen Fahrradträger
hat.
Wasserschlauch
Man ist unterwegs, der Heckträger beladen und der Wassertank leer da
kommt die ersehnte Wasserquelle. Natürlich kann man die Heckklappe zu zweit
hochstemmen mir sind dabei schon die Fahrräder auf das Heckfenster
geknallt. Also sehr vorsichtig sein. Besser ist aber folgende Lösung: Man
schiebt ein Stück Wasserschlauch in einen dickeren Gummischlauch (wie er für
die Motorkühlung verwendet wird) und schiebt das von oben durch die Revisionsöffnung
in den Entleerungsstutzen. Von unten schön festziehen bis es ganz dicht ist.
An das freie Ende kommt ein Kupplungsstück mit Absperrhahn (von Gardena für
ca. DM 7,95) und dann gut unter dem Fahrzeug befestigen (ich habe Kunststoffbinder
genommen). Nun läßt sich ein Wasserschlauch anschließen und der Tank von außen
befüllen. Aber Vorsicht: Die Entlüftung übernimmt nun die Rolle des Überlaufs
und der Entlüftungsschlauch ist einfach in den Fahrzeugholm hochgeführt. Beim
ersten Mal füllte ich solange, bis das Wasser wieder zur Hecktüre herauskam
... beim zweiten Mal beobachtete ich die Füllstandanzeige und drehte ab, sobald
das oberste Feld gefüllt war. Eine allerdings aufwendige Alternative wäre,
einen Überlauf nach draußen zu legen...
Aufrüstung
zur Standheizung
Daß das TDI-Modell einen zur Standheizung ausbaufähigen Zuheizer bereits eingebaut
hat, verrät VW nicht freiwillig. Man soll ja die teure Kraftstoffzusatzheizung
kaufen. Für diesen Zuheizer gibt es einen Aufrüstsatz (ca. DM 450,-) mit Pumpe,
Steuerelektronik und Schaltuhr. Den Einbau erledigte ich mit Hilfe der mitgelieferten
Bauteile und Anleitung in einigen Stunden selbst. Meines Erachtens ist diese
Aufrüstung die sinnvollste Maßnahme, die man überhaupt machen kann. Die Heizung
erwärmt das Fahrzeug im Winter innerhalb von 20-30 Minuten auf wohlige Temperaturen;
ich habe sie auch bei starkem Frost von -15-20° ausprobiert. Für die Nacht
ist sie weniger geeignet, da die Turbine doch sehr hörbar läuft, doch kann
man sich am Morgen damit wecken und durch den warmen Raum aus den Schlafsäcken
locken lassen. Bis 8° etwa habe ich auch ohne Heizung problemlos im
California übernachtet (natürlich bei geschlossenem Aufstelldach; oben wird
es dann doch etwas kühl). Achtung: weniger die sehr sparsame Heizung selber
als das Fahrzeuggebläse belasten die Motorbatterie sehr stark. Wenn man länger
als 3, 4 Stunden heizen will, muß man dafür sorgen, daß der Strom dafür aus
der Zusatzbatterie entnommen wird. Das ist leicht möglich: das Relais, das
bei ausgeschalteter Zündung den Strom für das Gebläse aus der Batterie holt,
muß dann eben an die Zweitbatterie geschaltet werden.
- Zuheizer ausschalten
Bei diesen Arbeiten ist es sinnvoll, auch gleich noch einen Schalter ins Armaturenbrett
zu bauen, mit dem man den Zuheizer ganz abstellen kann (Achtung nicht
zum Ausstellen der laufenden Heizung verwenden Verpuffungen!). Der
Zuheizer wird automatisch eingeschaltet, wenn die Außentemperatur unter 5°
C und die Wassertemperatur unter 70° C sinkt. Fährt man im Winter Kurzstrecken,
springt der Heizer ständig an und verbraucht spürbar Kraftstoff, ohne daß
man davon etwas hat.
- Sonnenstrom
Der Kompressorkühlschrank wird im Sommer etwa 2-3 Tage von der Zusatzbatterie
versorgt, wenn man nicht fährt oder am Netz hängt. Diese Zeit läßt sich durchaus
noch etwas strecken, wenn man die Temperatur auf 10 oder 12° einstellt; mehr
als 5 Tage habe ich aber nie erreicht. So bietet sich an, entweder doch noch
eine zweite (d.h. dritte) Batterie einzubauen oder eine Solarmodul. Ich habe
mich für das letztere entschieden, da ich ein Folienmodul mit 50 W sehr günstig
angeboten bekam. In einem schattigen Wäldchen ist der Effekt allerdings gleich
null. Günstig hat sich erwiesen, mit der Heckseite und aufgestelltem Hochdach
genau nach Süden zu parken. Da damit zugleich die Fensterfläche, die Sonne
ins Wageninnere lässt, minimiert ist, bleibt die Innenraumtemperatur durchaus
erträglich.
Kompass
Ein Kompass hilft nicht nur, die Richtung auf schlecht beschilderten Strecken
zu finden, sondern durch seine "Wasserwaagefunktion" auch das Fahrzeug auszurichten.
(Zusätzlich sind Plastikkeile eine sehr empfehlenswerte Anschaffung)
- Kondenswasser
Ärgerlich ist, daß der Kühlschrank das Kondenswasser einfach in den Kühlraum
tropfen läßt. Nach kurzer Zeit hat das Kühlgut immer nasse Füße. Westfalia
dachte wohl wirklich nur an gelegentliche Nutzung im Urlaub hat man
ja Zeit, ständig den Kühlschrank auszuwischen... Ich habe einen Abfluss durch
den Boden des Kühlschranks und von da aus einen Schlauch zur Ableitung gelegt.
Keine Bange: den linken Teil des Kühlschrankbodens kann man ohne Sorge durchbohren.
Den Schlauch ließ ich unterhalb des Abwasserschiebers im Abwasserauslauf enden.
Allerdings brachte diese Lösung auch keine 100% trockene Kühlbox.
- Beleuchtung
Eine Lampe mit Schwanenhals (von Osram) unter dem kleinen Heckstaukasten dient
als Leseleuchte beim Schlafen aber auch beim Fahren für die hinteren Sitze.
Und wenn das Licht am Abend bei geöffneten Türen und Fenstern alle möglichen
Insekten ins Auto lockt, bietet sich an, eine Lampe von außen ins Auto leuchten
zu lassen (Magnetleuchte an geöffnete Beifahrertüre)
- Netzspannung
Ein kleiner Spannungswandler, der aus dem Batteriestrom 220 V Wechselstrom
erzeugt, fand bei mir rechts im Hohlraum über der Schublade Platz. Das ist
eine praktische Sache, vor allem für elektronische Geräte. Man braucht nicht
für jedes Gerät einen 12V-Adapter zu kaufen. Den Wandler gibt es auch als
Fertiggerät für den Zigarettenanzünder. Ich habe natürlich eine Steckdose
mit einem kleinen Druckschalter so ausgerüstet, daß er automatisch eingeschaltet
wird, wenn man etwa ansteckt.
- Armlehne gebrochen?
Das passiert auch, wenn man eigentlich sehr vorsichtig beim Hochklettern ist
- und ist wirklich kein Armbruch. Die Konstruktion ist fahrlässig schlecht.
Nach langem Überlegen kam mir die zündende Idee: die Reparatur dauert so kaum
mehr als 15 Minuten und kostet fast nichts. Hier ist die selbsterklärende
Anleitung in Bildern: Bild 1/ 2/
3/
Achtung Copyright! Kommerzielle Anwender dürfen diese Anleitung nur umsetzen,
wenn sie nicht mehr als 15 Minuten Arbeitszeit in Rechnung stellen.
Selbstverständlich gilt für
diese Tips und Anregungen der übliche Haftungsausschluß. Jeder,
der bastelt, tut es auf eigene Gefahr und Risiko und muß selber
auf die Sicherheit achten. Ich berichte nur, was ich als sinnvoll
herausgefunden und erprobt habe.
Über Anregungen, Erweiterungen
und Verbesserungsvorschläge freue ich mich!
FAQ - Frequently asked questions
Da ich immer wieder Fragen zu meinen Anregungen
(speziell zur Standheizung) gestellt bekomme, fasse ich hier einige Antworten
zusammen:
Ich bin auf der Suche nach einem gebrauchten, gut ausgebauten Bus.
Hast Du einen Tip (Händler, Börse, etc.)? Hast Du Erfahrungen mit dem Eigenausbau? Weißt Du, wo ich dieses oder jenes Zubehör gebraucht bekommen kann?
Nein, leider nicht...
Hallo,habe ich das richtig verstanden, daß 75KW TDI´s diese Zusatzheizung
schon drin haben und ich nur einen Aufrüstsatz brauche, um sie als
Standheizung zu betreiben?
Ja, richtig verstanden - genau so ist es.
Auf Nachfrage beim Boschdienst wurde mir mitgeteilt, dass die Heizung
max. eine Std. funktioniert und sich danach automatisch abschaltet. Ist
das richtig? Wenn ja, wie haben sie das umgangen, ist die Heizung
ueberhaupt, wenn man mal vom Stromverbrauch absieht, fuer den
Dauergebrauch (5..8 Std.) geeignet? Erfolgt die Temperaturregelung ueber
einen Thermostat oder benutzt man den Temperaturwahlschalter und den
Luefterstufenschalter im Amaturenbrett? Erfolgt die Warmluftabgabe auch
ueber den zweiten Waermetauscher nach hinten? Haben Sie die Heizung auch
auf die zweite Batterie gehaengt oder nur die beiden Luefter?
die mitgelieferte Schaltuhr ist auf 1 Stunde programmiert. Das ist auch
sinnvoll, da man dann nicht versehentlich durchheizt. Wenn man im Wagen ist,
bereitet es ja kein Problem, einfach nochmal draufzudrücken.
Ansonsten - siehe unten.
Wie lange kann man die Heizung mit der Zusatzbatterie (ca. 65 Ah) beim
Multivan TDI betreiben (Stromverbrauch)? Kann man wesentlich Strom sparen, wenn
man nur das Gebläse für den Fahrgastraum benutzt? Nach Infos von Eberspächer
soll die Fahrzeuglüfung 8-10 Ah verbrauchen (ca. 100 Watt ) und die Heizung
54 Watt, beim Start der Heizung 110 Watt (wie lange?). Ist die Heizung selbst
laut, oder ist es das Gebläse? Könntest Du Dir vorstellen, um den Stromverbrauch
der Lüftung zu senken, dass es möglich ist, einen Lüfter mit geringem Stromverbrauch
in den Luftstrom zu bauen, der nur dann läuft, wenn man die Heizung längere
Zeit beteiben möchte? Wo würdest Du einen solchen Einbau für sinnvoll finden,
und ist sowas überhaupt möglich?
In der Tat ist das Lüftungsgebläse das Hauptproblem für einen längeren Standbetrieb
der Heizung. Reicht knapp für eine Nacht. Ich habe die Lüftung deswegen
bei Standbetrieb an die Zusatzbatterie gelegt; es gelten damit natürlich ähnliche,
aber risikolosere Werte. Einen Dauerbetrieb kann ich mir eh nicht vorstellen.
Die Heizung selbst macht ein recht imposantes Turbinengeräusch; im Wageninneren
durchaus erträglich aber natürlich nicht zum Schlafen während der Nacht. Ich
habe einen Termostaten installiert; nach ca. 30-45 Minuten ist das Innere eh
warm und hält dann noch etwas vor. Aber am Morgen zum Aufstehen ist es natürlich
toll, die Füße im warmen Luftstrom zu haben. Natürlich hilft es, nur den 2.
Ausströmer laufen zu lassen - allerdings ist dann die Heizleistung wohl auch
vermindert. Ich habe noch nie ausprobiert, wie lange die Batterie dann reicht.
Normalerweise lasse ich die Lüftung auf kleiner Stufe laufen - das hört man
kaum. Ob es sinnvoll und möglich ist, einen stromsparenderen Ventilator einzubauen,
weiß ich nicht. Ich komme so ganz gut zurecht und würde diesen Aufwand nicht
unternehmen.
Martin-Ingbert.Heigl@gmx.de
Meine Homepage:
http://www.widar.de
Informationen zum VW-Bus
Wolfis WoMo Wahnsinn - Mit vielen Tips und Hinweisen zum Ausbau
VW-Bus-Forum
Viele Hinweise zum Zuheizer (incl. Bilder des zerlegten Zuheizers) sowie zum schaltbaren Thermostaten finden Sie bei:
Andreas Naegele
t-h-o
Ebersbächer Zuheizer