Start in Spinut


Wir werden noch einmal richtig durchgeschüttelt, bevor unsere Maschine mit anderthalb Stunden Verspätung in Split aufsetzt. Weiter geht es mit dem Taxi zur ACI Marina Split wo Corina und Dirk, die mit dem Auto gefahren sind, bereits auf uns warten. Nachdem die Papiere kopiert, die Crewliste aktualisiert und die Kaution deponiert ist, können wir die Zarko in der Marina Spinut übernehmen.

Burkhard und Crew sind bereits an Bord der Darko. In der ersten Planung war nur ein Schiff vorgesehen. Wegen des regen Interesses musste eine weitere Gib Sea 43 nachgelegt werden. Eine kurze Begrüßung der zweiten Crew dann einräumen und erst mal in die Konoba im Hafen. Die Pizza mundet vorzüglich und das Bier kann man gut trinken. Am nächsten Tag ist es immer noch windig. Wir müssen eh noch auf die Einweisung warten. Gegen Mittag legen wir ab in Richtung der vorgelagerten Inseln. Darko, Darko hier ist Zarko - setze ich meinen Funkspruch ab um zu hören wie weit Burkhard ist. Als wir hören, dass die Darko bereits in der Bucht U Necujam an der Nordküste der Insel Solta vor Anker liegt, entscheiden wir uns nach 12 Meilen ebenfalls für die Bucht. Nachdem sich der Anker im Grund festgekrallt hat machen wir das Dingi flott und fahren auf einen Ankerschluck rüber zur Darko. Der Skipper ist allein, da die Crew die die Bucht erkunden will. Also leisten wir ihm auf eine Glasrotweinlänge Gesellschaft.
Motor wieder an.
Abendstimmung in der Bucht
Vor dem Abendbrot wird ein wenig geschnorchelt. Dirk kocht Nudeln mit Chilli Con Carne. Hmmm, ausgesprochen lecker. Plötzlich geht innerhalb von zwei, drei Minuten die Windmaschine an. Wie das denn ? Eben noch fast spiegelglattes Wasser und jetzt klatschen die Wellen gegen Ufer und Schiffsrumpf, der plötzlich in der entgegengesetzten Richtung steht. Ich habe augenblicklich keinen Hunger mehr. Anker kontrollieren - scheint zu halten trotz der Drehung. Später in der Dunkelheit beobachten wir, wie der Nachbar plötzlich auf ein in Lee ankerndes Boot zudriftet. Wir geben Lichtzeichen und er scheint es bereits gemerkt zu haben. Wenige Meter vor einem Zusammenstoss schiebt sich der Rumpf wieder in Richtung des verlassenen Ankerplatzes. Das ist Grund genug für eine Ankerwache. Da der Wind später wieder nachlässt, kommt bei der paarweisen Wache sogar ein wenig Romantik auf.

Milna


Nach dem Frühstück geht es raus aus der Bucht mit Ziel Milna, einer ACI Marina, die in einer vor allen Winden geschützten Bucht der Insel Brac liegt. Dort angekommen liegen wir im Handumdrehen fest vertäut an der Hafenmauer. Ich überlasse dem Mariniero, der beim Anlegen die Mooring zugereicht hat, die Schiffsunterlagen und er versichert mir, dass ich sie nach Zahlung der Liegegebühr zurück erhalte. Hatte ich bereits gelesen, dass das hier so üblich sein soll.

Gegenüber steht die sehenswerte Kirche Mariae Verkündigung und entlang der Hafenstraße warten Konobas auf uns. Milna sollte nur Zwischenstation sein, jedoch entscheiden wir sofort bis zum nächsten Tag zu bleiben. Im Kiosk auf der anderen Straßenseite werden unsere Vorräte aufgefüllt. Auch die Darko ist inzwischen hier und es scheint als wolle auch von den Anderen keiner mehr weiter am heutigen Tage. Während wir sofort zum Essen in eine der Konobas gehen, absolviert die Crew der Darko, unter Führung des Skippers ihr Kulturprogramm. Wir denken, dass wir die Insel besser mit gefülltem Magen erkunden können. Die Wege zu einer Anhöhe sind von kleinen Steinmauern gesäumt. Agaven wachsen wie Unkraut, Granatäpfel hängen überreif an den Bäumen und überall Olivenbäumchen. Man hat einen schönen Blick auf die Marina, die vom Fischerdorf eingerahmt wird. Wieder im Ort gehen Katrin und Thomas in einen unscheinbaren Hinterhof, magisch angezogen von Fässern in denen offensichtlich Wein vergoren wird. Mit drei Flaschen Wein, abgefüllt in Plastikflaschen zu einem sehr guten Preis, kommen wir gut durch den Abend. Wir hätten nach der durchwachten Nacht jedoch auch so ausreichend Bettschwere gehabt.

Hvar


Am Morgen des darauffolgenden Tages gibt es ein ausgedehntes Frühstück. Der aufgebruehte Kaffee erfüllt den Salon mit einem gemütlichen Duft und man merkt kaum wie die Zeit vergeht. Die Liegegebühr von 389,- Kuna bezahlt, legen wir ab. Unter Motor bis durch die Enge zwischen Brac und Solta durch und dann die Segel hoch. Irgendwann schläft der Wind ein und der Diesel muss uns zur angepeilten Bucht Stiniva an der Nordküste von Hvar bringen. Per Funk erfahre ich, dass Darko, die vor uns ausgelaufen war, auch nicht wesentlich weiter gekommen ist. Vor dem Einlaufen in die Bucht gibt es noch ein Mannüberbord Manöver. Katrin schaut mich vorwurfsvoll an und fragt mich was das soll, warum ich jetzt, wo wir die Fender anbringen, einfach einen über Bord werfe. Na jedenfalls haben wir ihn nach zwei Ehrenrunden wieder eingefangen. Die Darko liegt bereits fest und lotst uns perfekt in die Lücke. Der Anker hält, die Festmacher sind belegt, also ist ein Anlegeschluck gerechtfertigt. In der beschaulichen Bucht gibt es einen kleinen Kiesstrand der zum Baden einlädt. Wir tauchen in dem 19 Grad warmen kristallklarem Wasser nach Seeigelgehäusen und machen ordentlich Beute. Bis zum Abendbrot ist noch Zeit und so machen wir uns auf, den Berg der sich vom Rand der Bucht erhebt, hinaufzuwandern. Es sind über 200 Höhenmeter und wir werden mit einem tollen Ausblick über die Inseln belohnt.

Zu Abend essen wir bei einem Einheimischen. Bild rechts oben. Wir sitzen zu zwölft an einer Tafel auf der Terrasse seines Hauses und genießen die Gastfreundschaft. Der Wein lockert auf und so lernen sich sich die Crews der beiden Schiffe nach dreitägigen beschnuppern etwas näher kennen. Zurück geht es im Schein der Taschenlampen schön hintereinander im Gänsemarsch, da der Weg recht schmal ist. Zu früh zum schlafen gehen, versammeln sich alle auf der Zarko und die Männer stellen unter Beweis, dass sie in der deutschen Schlagerszene durchaus textfest sind. Nach einer kurzen Nacht werde ich halb acht durch den angelassenen Diesel der Darko geweckt. Wollte Burkhard nicht schon um vier ... :)
Katrin und ich gehen schwimmen. Eine gute Möglichkeit wach und klar zu werden. Corina, Dirk und Thomas schnorcheln erst nach dem Frühstück rund um die Zarko, die jetzt allein in der Bucht liegt, während Elke es sich zum Sonnenbaden mit einem Buch an Deck eingerichtet hat.
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Hvar und Palmizana


Irgendwann müssen wir abbrechen, denn Tagesziel ist die Besichtigung der Stadt Hvar auf der gleichnamigen Insel. Angelegt wird in der ACI Marina Palmizana, auf einer, der Stadt vorgelagerten Pakleni Inseln. Von hier lassen wir uns mit dem Taxiboot übersetzen.
Nach einer angemessenen Stärkung geht es durch die Stadt über den Hauptplatz mit der Kathedrale und dann im Zickzack vorbei an Agaven Johannisbrotbäumen und Kakteen hinauf zur Zitadelle. Der Ausblick auf die Stadt mit ihrem Hafen und die Inselwelt ist überwältigend. Wieder am Hafen angekommen hat das Nachtleben bereits begonnen und die Händler bieten ihre Souveniers, von Lavendel bis zu Korallenkettchen an, aber unser Shuttle wartet pünktlich um neunzehn Uhr darauf, uns zurückzubringen.

Trogir


Am Donnerstagmorgen hat der Wind aufgefrischt und drückt meinen Nebenlieger an der Steuerbordseite so gegen die Zarko, dass der Fender am Heck bereits gedrückt wird. Um nicht weiter gegen den Steg gedrueckt zu werden wechseln die Nachbarn auf meine Bitte hin zusammen mit einem weiteren in Luv liegenden Boot eine Mooring weiter. Das bringt soviel, dass jetzt alle wieder entspannt im rechten Winkel zum Steg liegen und der Fender entlastet ist. Da der Wind kräftig aus Nordost bläst, ist Trogir auf direktem Kurs als Tagesziel realistisch geworden. Noch vorbei an der Landzunge und wir sind raus aus der Abschattung. Mit gerefftem Vor- und Großsegel machen wir zwischen fünf und sechs Knoten Fahrt. Die Zarko liegt gut am Ruder und Böen können wegen des verringerten Tuches gut ausgesegelt werden. Es gibt zwar die Frage in welche Richtung man denn dürfe, falls man müsse aber keiner wurde seekrank. Dafür hat Dirk eine eindrucksvolle Vorstellung davon bekommen, welche Kraft das Segel in die Vorschot einbringen kann. Sie war ihm beim fieren ausgerauscht, was bei den Maedels für eine kleine Schrecksekunde sorgte.

22,5 Meilen sind es bis Trogir unserem heutigen Liegeplatz. Zeitiges Erscheinen sichert einen guten Platz. So auch hier. Es wird proppervoll an diesem Abend. Dem Kulturteil durch das mittelalterliche Stadtbild schließen wir einen Restauranttest an. Zufrieden schlendern wir an der Hafenmauer an recht ansehnlichen Yachten vorbei um in unserer Marina noch einen Grappa zu nehmen.

Split


Am Freitag soll es zurück nach Split gehen. Nach dem Ablegen noch schnell 40 Liter Diesel nachgefasst und dann mit 15 bis 18 Knoten Wind geht es Richtung Split. Nach ca. sechs Meilen scheint der Wind weiter zu drehen. Da das Schiff noch übergeben werden soll verzichten wir auf das Kreuzen gegen den Wind und laufen die restlichen Meilen bis in den Hafen unter Motor. Das Anlegemanöver ist bei dem herrschenden Seitenwind eher sportlich und werde ich beim nächsten Törn noch einmal üben. Als wir den Motor ausmachen haben wir 76 Meilen hinter uns gebracht. Im Vordergrund stand immer, dass wir ein wenig vom Land kennenlernen. So fahren wir mit dem Bus noch in die Innenstadt von Split. Auf dem Programm steht der Diokletianspalast aus der Römerzeit. Von dort bummeln wir durch ein Labyrinth von endlos vielen Gassen mit kleinen Ladengeschäften bis zur Uferpromenade mit seinen Palmen Cafès und Restaurants.
Wir beschliessen den Abend mit einem Besuch auf der Darko. Es gibt Einiges zu erzählen. Die Inselwelt kann man nur weiterempfehlen und sollten wir noch einmal hierher kommen, gibt es im Revier noch viele Buchten und Siedlungen zu erkunden. Segelt man dann noch mit zwei Booten hat das etwas ganz Besonderes. Schaut auch mal auf Burkhards Seite .

Die Mannschaft


Corina mit Segelerfahrung in den Gewässern vor Australien Dirk ist Segelneuling und hat einen fantastischen Job an der Mooring gemacht Elke wäscht nach eigenen Angaben gerne ab und sorgt dafür, dass Thomas nicht ohne Jacke los geht Thomas ist bereits mehrfach mit mir gesegelt, ist er am Ruder kann ich in Ruhe Position bestimmen Katrin mag am liebsten segeln bei Sonnenschein ohne Wellen und ohne diese unangenehme Krängung Ingolf

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