Asylum
Horror, Großbritannien 1972
Regie: Roy Ward Baker Drehbuch: Robert Bloch Kamera: Denys N. Coop Musik: Douglas Gamley Produzenten: Gustave M. Berne, Max Rosenberg, Milton Subotsky Darsteller: Robert Powell, Peter Cushing, Britt Ekland, Herbert Lom, Charlotte Rampling, Patrick Magee, Barry Morse, James Villiers u.a.
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Der junge Dr. Martin (Robert Powell) hat sich für die Stelle eines Psychiaters an einer englischen Anstalt für Geistesgestörte beworben. Um seine Fähigkeiten auf eine Probe zu stellen, fordert ihn Dr. Rutherford (Patrick Magee) auf, seinen eigentlichen Chef Dr. Starr zu finden, der in einem Anfall von Besessenheit zu seinen eigenen Patienten gesperrt werden musste. Daraufhin besucht Dr. Martin die Insassen der Anstalt, die alle ihre Geschichte zu erzählen haben, um mehr über den geheimnisvollen Dr. Starr herauszufinden...
Dieser ungewöhnliche Test, auf den sich Dr. Martin einlässt, bildet die Rahmenhandlung für den episodenhaft erzählten Film. Die einzelnen Geschichten sind sehr makaber, grotesk und sehr gruselig inszeniert, fast komplett ohne die Verwendung von Filmblut. So ist er also eher klassisch inszeniert, wenn auch hauptsächlich in einem modernen Seventies-Look präsentiert. Nur die Episode The Weird Tailor wirkt tatsächlich wie aus älterer Zeit. Die Produktionsfirma Amicus setzte zu dieser Zeit hauptsächlich auf Horror-Episodenfilme. Amicus galt in den 1960er und 1970er Jahren als Konkurrenzfirma zu den populäreren Hammer-Studios. Die Filme beider Firmen hatten einen ähnlichen visuellen Stil und nahmhafte Darsteller wie z.B. Peter Cushing, Patrick Magee oder Christopher Lee spielten unter beiden Leitungen. Im Gegensatz zu den historischen Horrorfilmen von Hammer spielen Amicus-Filme wie Asylum meist in der Gegenwart. Das Drehbuch zu diesem als besten Episodenfilm von Amicus gehandelten Film schrieb Robert Bloch, der übrigens die Romanvorlage zu Hitchcocks Psycho (1960) verfasste. Den gruseligen Szenen, die wahrlich nichts für schwache Nerven sind, gehen meist übernatürliche Geschehnisse verran, womit man Asylum zum Subgenre des phantastischen Films zählen muss. Die interessante Rahmenhandlung bildet eine Mischung aus Realismus und Übernatürlichem. Nur die Episode Lucy Comes To Stay zeigt sich ohne phantastische Elemente, sondern ist eher psychologisch angehaucht, wobei oberflächlich betrachtet natürlich auch diese etwas "strange" wirkt. Der Film schafft von Anfang bis Ende eine atmosphärische Dichte, ist straff inszeniert und die Geschichten der Patienten fügen sich alle sehr gut in den Rahmen ein. Auch schauspielerisch machen Darsteller wie Peter Cushing und Patrick Magee aus diesem Film einen Leckerbissen für Freunde des klassischen Horrorfilms. Die umheimliche und zum Gesamtkonzept wunderbar passende Musik stammt von Amicus' Stamm-Komponist Douglas Gamley, welcher teilweise (wie beispielsweise am Anfang wenn Dr. Martin zur Anstalt fährt) Segmente aus dem kraftvollen Night on bold Mountain des russischen Opernkomponisten Modest Petrowitsch Mussorgski verwendet hat.
(Stefan Schuster)
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