Dark Star
Science-Fiction/Satire, USA 1974
Regie: John Carpenter Drehbuch: John Carpenter, Dan O'Bannon Kamera: Douglas Knapp Musik: John Carpenter Produzent: John Carpenter Darsteller: Brian Narelle, Andreijah Pahich, Carl Kuniholm, Dan O'Bannon u.a.
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Vier Astronauten befinden sich auf einer mittlerweile bereits zwanzig Jahre dauernden Dienstreise durchs Weltall. Ihr Job ist es, aus der Umlaufbahn geratene Planeten mittels selbstständig denkender Atombomben zu zerstören. Das der Kommandant dieser Mission seit Jahren tot ist und - was noch schwerer wiegt - der gesamte Toilettenpapier verbrannt ist, wäre ja noch zu verkraften, aber als eine der Atombomben ihre Existenz zu hinterfragen beginnt, spitzt sich die Situation unangenehm zu...
Dark Star war der erste lange Spielfilm von John Carpenter, der später mit Halloween - Die Nacht des Grauens (1978) seinen kommerziellen Durchbruch schaffte.
Heute gilt Dark Star, der Capenter's Abschlussarbeit an der Filmhochschule war, als ein kleiner Kultfilm unter Carpenter-Fans und Sci-Fi-, bzw. Raumfahrt-Movie-Liebhabern. Der Low-Budget- Streifen ist jedoch kein typischer Raumfahrt-Film. Im Vordergrund steht eine Seite der Raumfahrt, die zeigt, wie die Weltraumpiloten Unterwäsche zum trocknen aufhängen und sich mit Problemen wie fehlendem Toilettenpapier herumplagen. Außerdem bietet Dark Star auch viel Witz und satirische Schärfe und so mutet er manchmal an wie die parodistische Antwort auf ähnlich gelagerte, aber ernste Filme wie z.B. Stanley Kubrick's 2001 - Oddysee im Weltraum von 1969. Dies zeigt sich für mich einfach dadurch, dass er eben nicht die prunkvolle Seite und philosophische Bedeutungshuberei der Raumfahrt zeigt wie 2001, sondern die dreckige und vielleicht auch realistischere. Die Männer (von denen einer so gut wie nie mit den anderen zusammen ist) leben in Ödnis und Langeweile und sprechen kaum miteinander. Man bekommt wirklich den Eindruck, dass der Weltraum der Arsch der Welt ist.
Für mich ist dieser Film ein filmisches Juwel, allein schon wegen dem sehr einfallsreichen Dialog mit Bombe #20, der einen immer wieder zum schmunzeln bringt. Neben Assault - Anschlag bei Nacht (1976), Die Klapperschlange (1981) und Das Ding aus einer anderen Welt (1982) ist Dark Star mein Lieblingsfilm von John Carpenter. Eine geniale Humoreske auf die Raumfahrt. Die Gags sind zwar sparsam eingesetzt, erzielen aber ihre maximale Wirkung. Und weil es kein oberflächlicher Klamauk (à la Bully Herbig's (T)Rraumschiff Surprise aus jüngerer Zeit) ist, ist der Film sehr angenehm und hat eine einzigartige Atmosphäre. Schauspielerisch bewegt er sich auch auf gutem Niveau. Einer der Weltraumpiloten, Dan O'Bannon, sollte etwas später eine der wichtigsten Personen im Sci-Fi-Genre werden. Er war Drehbuchautor u.a. von Alien (1979) sowie Total Recall (1990) und war für die Computer-Animationen bei Star Wars (1977) verantwortlich. Bei Dark Star war er nicht nur schauspielerisch tätig, sondern schrieb neben Carpenter auch am Drehbuch mit und war des weiteren für die Special Effects verantwortlich, die aber aufgrund der billigen Produktion nicht gerade bahnbrechend aussehen. Das tut dem Filmvergnügen jedoch keinen Abbruch, vielmehr macht auch dies den unvergleichlichen Charme dieses humorvollen Sci-Fi-Klassikers aus.
(Stefan Schuster)
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