Danger: Diabolik (Diabolik)
Action/Thriller, Italien/Frankreich 1968
Regie: Mario Bava Drehbuch: Arduino Maiuri, Brian Degas, Tudor Gates, Mario Bava Kamera: Antonio Rinaldi, Mario Bava Musik: Ennio Morricone Produzent: Dino De Laurentiis Darsteller: John Phillip Law, Marisa Mell, Michel Piccoli, Adolfo Celi u.a.
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Der Superschurke Diabolik (John Phillips Law), der die Bevölkerung in Atem hält, entkommt mit viel Geschick immer wieder der Polizei. Inspektor Ginko (Michel Piccoli) ist immer einen Schritt zu spät. Um Diabolik endlich zu fassen macht dieser gemeinsame Sache mit Valmont (Adolfo Celi), dem Chef eines Gangster-Syndikats. Jedoch hat auch der seine Schwierigkeiten. Er entführt Eva (Marisa Mell), die schöne Komplizin und Geliebte von Diabolik, um an ihn ran zukommen. Doch Diabolik hat stets einen Trumpf in der Hinterhand...

Dieser Ausflug Mario Bava's in die Welt des Actionfilms basiert auf der Mitte der 60er Jahre in Italien populären gleichnamigen Comicreihe, welche von den beiden Schwestern Angela und Luciana Guissani geschrieben und gezeichnet wurde. Der Comic wurde bewusst als Gegenantwort auf die gängen amerikanischen Superhelden-Comics konzipiert, denn hier triumphiert kein Held, sondern der Schurke. Damit steht die Serie am Beginn der italienischen "fumetti"-Tradition, bei der Anti-Helden die Hauptfiguren sind. Der italienische Meisterregisseur Mario Bava (Die Stunde wenn Dracula kommt, 1960; Blutige Seide, 1964; Planet der Vampire, 1965) verstand es wie kein anderer zu dieser Zeit, eine Comic-Adaption im Sinne der Erfinder des Originals zu inszenieren. Orientierten sich Verfilmungen wie Batman hält die Welt in Atem (1966) zu sehr am zweidimensionalen Zeichenstil der Vorlagen, übersetzte Bava eher die Intention der Comic-Macher dem Leser eine "tiefere" Welt zu vermitteln bzw. zu suggerieren, in die Filmsprache. Damit gilt Danger: Diabolik bei vielen Leuten, vor allem Menschen die in der Comic-Branche arbeiten als beste Comic-Adaption aller Zeiten. Bava erfasste den Geist und die Seele der Comics und kombinierte sie mit seinem ganz eigenen filmischen Stil. Auch hier tobte er sich wieder aus mit farbenprächtigen Sets und Miniaturmodellen, die voll zur Geltung kommen. Die Bildsprache in diesem Film ist anregend und spricht die Sinne an. Die Farben, die Beine von Marisa Mell, die Musik von Ennio Morricone - man hat fast den Eindruck man kann dies alles sogar spüren. Hinzu kommt eine ausgesprochene Eleganz. Der Sixties-Popart-Futurismus wirkt einfach stylisch, die Autos und die Anzüge von Diabolik cool und auch hier muss der psychadelische Pop-Soundtrack von Morricone erwähnt werden. Der Film, für den Mario Bava übrigens das verhältnismäßig größte Budget seiner sehr Budget-armen Karriere zur Verfügung stand, ist temporeich mit viel Action erzählt, legt einen ungeheuren Ideenreichtum an den Tag und die Storyführung gerät nie ins stocken. Einige unrealistische Szenen sind nicht störend, sondern tragen zum Charme dieses fantasiereichem Anti-Bond-Batman-Superman-Film-Bonbon bei. Man ist sich im Laufe des Films nie so ganz sicher, ob man für den Verbrecher Diabolik trotz allem nicht doch so etwas wie Sympathie empfindet. Immerhin schenkt er die gestohlene Diamant-Halskette seiner Geliebten. Und kann jemand der so liebt wirklich Böse sein? In jedem Fall aber gilt: Danger: Diabolik!
(Stefan Schuster)
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