Foxy Brown

Action/Thriller (Blaxploitation), USA 1974
Regie: Jack Hill
Drehbuch: Jack Hill
Kamera: Brick Marquard
Musik: Willie Hutch
Produzent: Buzz Feitshans
Darsteller: Pam Grier, Antonio Fargas, Terry Carter, Peter Brown, Kathryn Loder, Bob Minor, Sid Haig u.a.







Als ihr Freund von Gangstern ermordet wird, schleicht sich die schöne Foxy (Pam Grier) als Prostituerte in einen Zuhältering ein. Sie will die Mörder eigenhändig zur Strecke bringen. Doch schon nach kurzer Zeit wird sie enttarnt, entführt und misshandelt. Aber die Power-Frau kann sich befreien und macht dem Ring mit Freunden in den obersten politischen Kreisen den Garaus.

Kult-Regisseur Jack Hill machte mit seinen Blaxploitation-Filmen der 70er Pam Grier zur unbestrittenen Queen dieses Subgenres. Die Leinwandpräsenz der schwarzen Schönheit ist überwältigend und hat das Vorhaben Hill's, der "weißen Filmkultur" den neuen afroamerikanischen Stolz zu zeigen, nicht nur verstanden sondern dazu noch mehr beigetragen als der im übrigen weiße Regisseur Jack Hill selbst. In den Filmen ging es ihr darum, moderne Frauen darzustellen, die eigenständig und ohne die Hilfe eines starken Mannes agieren. Die "Marke" Blaxploitation betrachtete Pam Grier selbst immer als reines Marketing-Mittel, mit dem sowohl das schwarze, als auch das weiße Publikum erreicht werden sollte. Viel wichtiger war ihr, die sozialkritischen Aspekte der Filme, die vor allem in Jack Hill's Blaxploitation-Movies nicht nur oberflächlich behandelt wurden, deutlich zu machen. Pam Grier wurde zu Hill's Muse, weil sie genau das verkörpert, was er darstellen wollte: Black Power-Feminismus gepaart mit dynamischem Actionkino. Genau dies bietet auch sein neben Coffy (1973) bekanntester Film der Blaxploitation-Bewegung, Foxy Brown.
Jack Hill hat die Story vom Vorgänger nur leicht variiert. Es geht wieder um Drogenmachenschaften, Prostitution, Korruption und wie dies alles zusammen hängt. Diesmal jedoch sind die Bösen ausnahmslos die Weißen und dies bringt natürlich mit sich, dass es noch deutlicher wird was Hill immer darstellt: Die Ausnutzung der Schwarzen durch weiße Machtstrukturen. Doch wollen wir die Sozialkritik nicht in den Vordergrund stellen. Vieles davon haben wir schon in der Filmkritik zu Coffy behandelt. Und wie dieser ist auch Foxy Brown ein knallbunter Actioner, der durch die politischen Töne nie in seinem Unterhaltungswert beeinträchtigt wird. Der Film ist trashig, aber auf hohem Niveau. Wieder gibt es ein paar sleazig anmutende Erotikszenen und auch Gewaltszenen, die in diesem Film aber noch öfter eingesetzt wurden. Eine (natürlich nicht sichtbare) Kastration, ein abgeschossenes Ohr und ein von einem Flugzeugpropeller zerstückelter Typ sind nur einige Beispiele. Wer also auf stylische 70er Jahre Filme steht, sich für das Subgenre des Blaxploitation interessiert und sich auch von Gewalteinlagen nicht abschrecken lässt, der ist hier richtig.
Und nur um noch mal die wie immer wirklich überzeugende darstellerische Leistung von Pam Grier hervor zuheben: Man verglich sie wegen ihrer Charakterstärke damals sogar mal mit Hollywood-Legende Jane Russell.


(Stefan Schuster)