Für ein paar Leichen mehr
Der Italo-Western von seinen Anfängen bis heute

Autor: Ulrich P. Bruckner

Zweifellos: Jeder der sich für den Italo-Western interessiert MUSS dieses Buch besitzen. Es bietet viele Infos und zeitgenössische Pressetexte über alle Filme dieses Subgenres nach Jahrgängen geordnet mit tollen Bildern. Genial sind auch die Informationen über Locations, Soundtracks und deren Komponisten sowie Interviews mit Schauspielern wie Franco Nero oder George Hilton.
Nur in einer Sache war ich etwas enttäuscht: Wer wie ich ein Buch sucht, was wirklich zusammenhängend die Geschichte des Italo-Western von seinen Anfängen bis heute schildert, der liegt hier falsch. Doch aus den ganzen Infos über jeden einzelnen Film und die Interviews kann man ja selbst ein bisschen die Erfolgsstory rekonstruieren.
Aber ansonsten bietet das umfangreichste Buch über den italienischen Western auf über 700 Seiten alles was das Fanherz begehrt.

Autor Ulrich P. Bruckner ist übrigens auch der Mann, der uns als Leiter der Home Cinema Abteilung des Labels Koch Media die großartigen Italo-Western-Veröffentlichungen auf DVD wie die "Sergio Sollima-Box" bescherte. Solche echten Fans bei DVD-Labels müsste es mehr geben.



Roman Polanski
Autor: Paul Werner

Dieses Taschenbuch von Paul Werner ist ein Filmbuch, das sich nicht mit vielen Bildern aufhält. Vielmehr geht es im Text sehr ins Detail. Das Leben von Polanski wird bis zum Erscheinungsjahr des Buches 1981 genau nachgezeichnet. Und dies alles chronologisch. Es wechseln sich die Kapitel über Polanskis Biographie mit Kapiteln über seine Filme ab. Dabei bekam jeder Film ein eigenes Kapitel das meist auf mehr als 15 Seiten alles Wissenswerte über den besprochenen Film bietet und sehr tiefgründige Analysen sowie Interpretationen anstellt. Und wie bereis erwähnt dienen hier die ohnehin schon wenigen Bilder nicht als Platzfüller.
Außerdem widmet sich das Buch in jeweils einem eigenen Kapitel den thematischen Strukturen, der Dramaturgie und Filmsprache sowie dem Soundtrack in Roman Polanskis Werken.

Ein meisterhaftes Buch über einen Meisterregisseur, das viele Aha-Effekte und umwerfendes Wissen bietet.




Die Kontinuität des Bösen - Vincent Price in seinen Filmen
Autor: Robert Zion

Eine flotte Sprache zeichnet dieses Buch über Vincent Price aus, das einzige deutschsprachige über den Kult-Mimen. Man merkt sofort, dass Autor Robert Zion ein großer Fan von Price ist. Sein Leben und die Filme behandelt er nie allzu nüchtern und sachlich, sondern immer unterhaltsam. Was aber nicht heißen soll, dass das Buch keine Informationen zu bieten hat. Ganz im Gegenteil! Zion beleuchtet alle Seiten von Price und dessen Filmen. Die wichtigsten werden in eigenen Kapiteln besprochen mit einer ausfürlichen Storyangabe sowie Angaben zur Enstehung und eine meist zwar kurze aber trotzdem interessante Analyse. Dazwischen gibt es immer wieder etwas biographisches und die sonstigen Filme werden kurz angesprochen.
Dadurch, dass Price nicht nur im Horrorgenre einer der meistbeschäftigsten Schauspieler in den 40er bis 60er Jahren war und Zion sehr gelungen über die filmische Situation damals berichtet, ist das Buch aber mehr als "nur" ein Buch über Vincent Price. Man erfährt auch viel über das Kino allgemein der angesprochenen Jahrzehnte.