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Peter Lorre

Peter Lorre war einer der größten Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Er schrieb Filmgeschichte, zuerst in Deutschland, dann in den Vereinigten Staaten. Er spielte unter Fritz Lang, Alfred Hitchcock und John Huston. Er stand mit Gustaf Gründgens und Hans Albers ebenso vor der Kamera wie mit Humphrey Bogart und Jerry Lewis. Ein ungarisch-österreichischer Charaktermime, der es in Hollywood bis ganz nach oben geschafft hat.

Der Schauspieler Peter Lorre wurde als Ladislav Löwenstein am 26. Juni 1904 in Roszahegy, Ungarn als Kaufmannssohn geboren. Lorre wuchs zunächst in Rumänien auf und besuchte dort eine deutsche Volksschule. Nach dem Tod seiner Mutter und dem Zweiten Balkankrieg zog die Familie 1913 nach Wien. Nach einer abgebrochenen Banklehre wandte er sich seiner eigentlichen Berufung, dem Theater, zu.

Er schloss sich 1922 dem Berliner Stegreiftheater von Jacob Moreno Levy an, welcher ihm den Künstlername Peter Lorre, eine Ableitung des Wortes "Rolle", gab. Levy war der Begründer des Stegreiftheaters, bei dem die Improvisation und Interpretation einer Rolle im Vordergrund stehen. 1923 gab Lorre (noch unter seinem richtigen Namen) sein Bühnendebüt. Ab 1925 spielte er unter dem Pseudonym "Peter Lorre".
In den Folgejahren spielte er an den Vereinigten Breslauer Bühnen, dem Hamburger Thalia-Theater und dem Züricher Schauspielhaus. Einer seiner ersten Publikumserfolge war die Titelrolle in dem Stück Das tapfere Schneiderlein, das er zum Teil selbst für die Bühne geschrieben hatte. Danach stand Lorre in Wien an der Seite von Hans Moser, Paul Verhoeven und Marlene Dietrich auf der Bühne.
1929 gab er in dem Ufa-Film Die verschwundene Frau sein Leinwanddebüt (eine Rolle von nicht einmal 2 Minuten). Im gleichen Jahr war er an der Berliner Volksbühne unter anderem in den Stücken Pioniere in Ingolstadt (Regie: Bertolt Brecht), Dantons Tod und Frühlings Erwachen zu sehen. Bei einem dieser Engagements lernte er seine spätere Frau, die Schauspielerin Cäcilie Lvovsky kennen, mit der er sich ab 1930 eine Wohnung teilte.

Eines Tages entdeckte ihn der berühmte deutsche Filmregisseur Fritz Lang im Theater. Er plante gerade einen Krimi über einen Kindermörder. Als er Lorre sieht, weiß er sofort dass er diesen kleinen dicklichen jungen Mann als Hauptdarsteller haben muss. Als er Lorre engagieren will, meint dieser jedoch zunächst, er sei zu klein für einen Filmschauspieler. Doch Lang kann ihn überreden anzunehmen. Und die Rolle als kranker Kindermörder Hans Beckert in M - Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) machte Lorre über Nacht zum Star. Der Film war damals seiner Zeit weit vorraus in Sachen Handlung sowie der technischen Inszenierung. Unter vielen Filmhistorikern gilt er auch heute noch als 'bester deutscher Film aller Zeiten'.
Neben dem ohnehin schon erstklassigem Drehbuch und Charakterisierung des psychisch kranken Kindermörders, trug Lorres beeindruckende und intensive Darstellung des Mörders nicht unwesentlich zum großen Erfolg des Films bei. Die Kritik beschrieb Lorres Leistung als "beängstigend gut" und Lorre wurde seither immer wieder für Rollen von Psychopathen, Verbrechern oder Mördern eingesetzt. Unmittelbar nach M erhielt Lorre viele Filmangebote, die alle eine ähnliche Rolle beinhalteten. Er lehnte jedoch alle ab, um zu versuchen, nicht als Psychopath personifiziert zu werden. Doch blieben diese Versuche mehr oder weniger wirkungslos bis zu seinem Tode. Lorre sagte einmal: "Es nützt nichts, ich bin der Fratzenschneider, der hilflose Menschen die Treppe hinunter stößt."


Als 1933 die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler an die Macht kamen, ging Lorre, der jüdischer Abstammung war, zurück nach Wien (angeblich wurde ihm die Flucht von Joseph Goebbels persönlich nahe gelegt). Seine letzte deutschsprachige Produktion war Unsichtbare Gegner. Ein geplantes Kaspar Hauser-Projekt kam nicht mehr zustande. In dem nationalsozialistischen Propaganda- und Hetzfilm Der Ewige Jude wurden 1933 Szenenbilder aus M eingebaut. Die komplette Aussage des kritischen Film Langs wurde sozusagen umgedreht. Die Nazipropaganda machte aus dem Kindermörder Beckert den Juden Lorre und trat vor der deutschen Bevölkerung den "Beweis" an: "So sind sie, die Juden". Gegen Ende des Jahres verabschiedete sich Lorre mit den Worten "Für zwei Mörder wie Hitler und mich ist in Deutschland kein Platz." endgültig ins Exil und ließ sich mit seiner Verlobten Cäcilie Lvovsky zunächst in Paris nieder. Da M auch an den ausländischen Kinokassen ein großer Erfolg gewesen war, bekam er nun viele Anfragen von Produzenten und Regisseuren aus anderen Ländern. So z. B. von Alfred Hitchcock. Lorre und Lvovsky reisten bereits im Frühjahr 1934 nach London. Er spielte unter Hitchcock in dessen ersten Version von Der Mann er zuviel wusste (1934). Auch hier spielte er einen Verbrecher, allerdings war die Charakterisierung gut und das Drehbuch intelligent. Lorre wusste zwar um die Neigung der Regisseure, ihn auf diesen Rollentypus fest zulegen, aber er suchte sich seine Rollen zeitlebens sehr bewusst aus. Außerdem intensivierte er - soweit der Freiraum durch den Regisseur gelassen wurde - seine Rollen selbst. Ein gutes Beispiel ist seine Rolle als Doctor Gogol in dem eigentlich durchschnittlichem Horror-Drama Mad Love (1935). Die Rolle war im Drehbuch nicht besonders tiefgründig beschrieben (obwohl sie die Hauptrolle war), doch Lorre verlieh der Rolle des verkommenen Chirurgen Gogol eine gewisse Güte und Zärtlichkeit dieses eigentlich bösartigen Mannes. Nicht zu übertrieben, aber facettenreichtum einer Figur ist selten schlecht.


Plakatmotiv von Mad Love

Ein weiteres Beispiel ist Hitchcocks Secret Agent (1936). Hier erzielte er mit einer komischen Nebenrolle großen Erfolg. Er zeigte seine ganze Spielfreude und holte jeden erdenklichen Lacher heraus. Der Schriftsteller Graham Greene sagte zu dieser Zeit einmal: "Lorre ist ein Genie, das mitunter seine besten Wirkungen unabhängig vom jeweiligen Regisseur erzielt. Er ist ein tiefgründiger Schauspieler in einer oberflächlichen Kunst". Tatsächlich wagten sich nur wenige Regisseure, Lorre Platz für seine eigenen Entfaltungen der Rolle zu geben. Hitchcock gehörte da noch zu den mutigeren Regisseuren.
Der Hitch selbst verschaffte seinem Film Der Mann er zuviel wusste 1956 mit James Stewart und Doris Day das weitaus bekanntere Remake. Dem Buch "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" von François Truffaut ist zu entnehmen, dass ihm das Original nicht rasant und straff genug inszeniert war. Mit Lorre wer Hitchcock aber ausnahmslos zufrieden. Laut eigener Aussage wollte er ihn auch gerne noch für weitere Filme engagiert. Diese lehnte Lorre aber ab. Vermutlich hinderten Lorre die vielen filmischen Angebote an einer weiteren Zusammenarbeit mit Hitchcock. Denn er war in den 40er Jahren einer der gefragtesten Schauspieler auf dem Markt. Und wie bereits erwähnt, wählte Lorre seine Rollen sorgfältig aus. Jedenfalls sagte Hitchcock mal über Lorre: "Er kann mit einem einzigen Augenaufschlag alle Regungen der menschlichen Seele von Verzweiflung bis Hass ausdrücken". Die Original-Version von Der Mann er zuviel wusste entstand, genau wie alle Filme Hitchcocks in den 30er Jahren noch in England. Und dies merkt man den Filmen auch an. Sie sind zwar alle eine Nummer kleiner als seine späteren amerikanischen Filme, jedoch bieten sie noch mehr Ironie und (Wort-)Witz. Die großen Hollywood-Studios hatten später ohne Zweifel oft einen Einfluss auf Hitchcocks Kreativität.


Lorre in Hitchcocks erster Version von
Der Mann der zuviel wusste

Zu den Regisseuren, die Lorre Freiheit ließen um sich selbst zu entfalten, zählt auch Josef von Sternberg. Unter dem ebenfalls ins Ausland immigrierten Österreicher spielte Lorre eine Hauptrolle in dem Drama Schuld und Sühne (1935). Neben Mad Love sein zweiter in den USA entstandener Film. Danach folgte der bereits erwähnte Secret Agent in England und anschließend ging er endgültig in die Vereinigten Staaten. Dort übernahm er die Titelrolle des chinesischen Detektivs Dr. Moto in der acht Teile umfassenden Film-Reihe Dr. Moto und... (1937 - 1939). Diese Filmreihe war sein Durchbruch in den USA. Von nun ab konnte er sich auch in Übersee fast nicht mehr vor Rollenangeboten retten. Trotz der positiven Rolle als Detektiv, wurden ihm aber auch hier weiterhin vor allem Rollen als Ganove angeboten. So stark wirkte seine Rolle in M noch immer in den Köpfen der Regisseure und Produzenten. Große Filme in denen er mitspielte waren der Film Noir-Klassiker Die Spur des Falken (1941) von John Huston mit Humphrey Bogart und ebenfalls mit Bogart das Liebesdrama Casablanca (1942). Letzterer spielte allein in den USA rund 4 Millionen Dollar ein (bei einem Budget von 100.000 Dollar) und wurde mit vier Oscars ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde Lorre amerikanischer Staatsbürger. In den 40er Jahren spielte er fast jedes Jahr in gleich mehreren Filmen, er war einer der viel beschäftigsten Schauspieler Hollywoods. In den meisten Filmen jedoch, so gut sie auch waren, war er meist das "dritte Rad am Wagen". Ein Mann und eine Frau (in Casablanca beispielsweise Bogart und Ingrid Bergman) sind die Hauptdarsteller und er spielt eine dritte, etwas größere Nebenrolle. Diese waren meist im Drehbuch nicht besonders stark gezeichnet und Lorre wurde wenig Platz gelassen, seine Rolle selbst zu interpretieren und intensivieren. In vielen Filmen zu dieser Zeit merkt man deutlich, wie Lorre versuchte, gegen die Begrenzungen anzuspielen. Ausnahmen bildeten Stranger on the third Floor (1940), Die Maske des Dimitrios (1944), Arsen und Spitzenhäubchen (1944) und The Beast with five Fingers (1946). Hier durfte er entweder einen Charakter spielen, der kein Krimineller war, oder zumindest waren die Rollen größer und tiefgründiger. Jedenfalls hatte er großen Erfolg, war gefragt und sehr beliebt in Hollywood, trotz der meist negativen Charaktere, die er spielte. Überschattet wurde sein Aufstieg nur durch finanzielle Probleme, die ihn aufgrund seines verschwenderischen Lebensstils begleiteten.


Lorre als Dr. Moto, als Stranger on the third Floor und neben Bogart in Casablanca

1944 gründete Lorre gemeinsam mit Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann und anderen bekannten Exil-Deutschen die Organisation "Council for a Democratic Germany". Er ließ sich von Cäcilie scheiden und heiratete die Schauspielerin Kaaren Verne, eine gebürtige Deutsche. Nach dem Konkurs seiner eigenen Produktionsfirma und zunehmenden Geldnöten wurde Lorre 1947 wegen Drogenbesitz verhaftet. Im Anschluss an einen Aufenthalt in einer Entzugsklinik, arbeitete er vorwiegend für verschiedene Rundfunkanstalten. Große Beachtung fand seine Lesung der Geschichte Das verräterische Herz von Edgar Allan Poe für den Radiosender NBC.
Drogenabhängig war Lorre bereits seit den 30er Jahren gewesen. Billy Wilder erzählte mal von einem gemeinsamen Reiseerlebnis mit seinem Freund:

"Wir wollten auf Besuch nach Europa, nach Österreich, das damals, 1937, noch nicht von den Nazis 'angeschlossen' worden war. Wir, das waren Peter Lorre, seine Frau, die Schauspielerin Zilly Lwowski, und ich. Wir wollten von New York aus mit der 'Berengaria' nach Europa fahren und saßen jetzt gemeinsam im Speisewagen kurz hinter Los Angeles, aßen, tranken, lachten viel, mit einem Wort: hatten einen vergnüglichen Abend. In bester Laune verabredeten wir uns, bevor wir alle in unsere Schlafkabinen gingen, für das Frühstück am nächsten Morgen.
Am nächsten Morgen wartete ich im Speisewagen auf die Lorres, warte und warte, bis endlich eine völlig verstörte Zilly auftaucht und sagt, Peter lasse sich entschuldigen, er könne nicht zum Frühstück kommen, es sei etwas Furchtbares passiert. Er habe in der Nacht ein Malheur mit einer Flasche Medizin gehabt. Sie sei zu Boden gefallen, zerbrochen, die für ihn lebenswichtige Arznei ausgelaufen.
Ich telegrafierte sofort mit Hilfe des Porters nach Tuscon, Arizona, dem nächsten Stop. Zilly ging zurück, um ihren verzweifelten Mann zu beruhigen. n Tuscon stand ein Mann auf dem Bahnsteig. "Doktor", fragte ich ihn, "haben Sie das Medikament, nach dem ich telegrafiert habe?" - "Natürlich nicht", sagte er. "Wissen Sie, dass es sich um ein Morphiumpräparat handelt? Ihr Freund ist offenbar drogensüchtig. Er muss in eine Klinik." Und damit ging der Arzt wieder, der Zug fuhr ab, und Zilly und ich hatten Mühe, den tobenden Peter Lorre auch nur einigermaßen zu beruhigen. Es war Glück, dass sich in amerikanischen Eisenbahnen die Fenster nicht öffnen lassen.
Ich schickte, als ich die Verzweiflung der beiden sah, ein zweites Telegramm. Nach Albuquerque, der nächsten Station. Ich telegrafierte nach einer Ambulanz. Dann zogen wir Lorre gemeinsam an, es war furchtbar, weil er sich wie wild wehrte. In Albuquerque wurde er, ein gebrochener, in sich zusammengesunkener Mann, von Nonnen mit einem Krankenwagen angeholt. Ich verabschiedete mich, wünschte "Good luck!" und fuhr ohne die beiden weiter nach New York.
Als ich Bord der 'Berengaria' kam, das Orchester spielte, sich Hunderte von Leuten in einem Konfetti-Regen verabschiedeten, habe ich Lorre wiedergesehen. Er und seine Frau kamen gut gelaunt an Bord. Lorre sag prächtig aus, besser denn je. Die Nonnen, offenbar allesamt Verehrerinnen des Stars Peter Lorre, hatten ihn gehätschelt und gepflegt und ihm vor allem das gegeben, was ihm gefehlt hatte. Jetzt war er fit und in Hochform - jedenfalls so lange die Flasche nicht wieder zerbrach."


Als ab Ende der 40er Jahre unter Senator Joseph R. McCarthy die Hexenjagd auf potentielle Kommunisten in der Filmbranche begann, war Peter Lorre einer der prominentesten Gegnern dieser Politik. Dadurch bekam er kaum noch Rollenangebote. Viel einschneidender war allerdings die Tatsache, dass sein Partner der zuvor gegründeten eigenen Produktionsfirma den naiven Lorre nach Strich und Faden betrog und eines Tages mit dem gesamten Geld abhaute. Lorre stand 1949 kurz vor dem finanziellen Ruin. Sein letzter Strohhalm, die Poe-Lesetour, verschlug ihn zu dieser Zeit nach Deutschland. Dort tat er sich mit seinem alten Freund Arnold Pressburger zusammen. Es entstand das dunkle Nachkriegsdrama Der Verlorene (1951) - Lorres erste und einzige Regiearbeit. Der beachtliche und ehrliche Film kam aber in Deutschland nicht gut an. Der Großteil des Publikums wollte zu dieser Zeit keine Auseinandersetzung mit der noch jungen deutschen Vergangenheit sehen, sondern fröhliche Heimatfilme. In den USA fand der Film aufgrund Lorres eben erwähnter politischer Einstellung nicht mal einen Verleiher.


Der Verlorene - ein Film von und mit Peter Lorre

Enttäuscht über sein missglücktes Comeback in Deutschland reiste er wieder ins Ausland. Nach einem einjährigen Aufenthalt in London, spielte Lorre ab 1953 am Broadway und erfüllte sich damit einen lange gehegten Traum. Kurze Zeit später ließ er sich erneut scheiden und heiratete seine dritte Frau Annemarie Brenning, ebenfalls eine Deutsche.
1954 war er in einer seiner letzten großen Hollywood-Produktionen, Disneys Jules Verne-Adaption 20.000 Meilen unter dem Meer neben Kirk Douglas und James Mason zu sehen. Ein Film für die ganze Familie, in dem Lorre eine sehr witzige Rolle spielen durfte - weitab von seinem Leinwand-Image als Krimineller und Mörder. Darüber war er sehr froh und das sieht man ihm in seiner Spielfreude auch an. In der ersten Folge der TV-Serie Cilmax! und in Casino Royale (basierend auf Ian Flemings gleichnamigen James Bond-Roman), spielte er 1955 den Schurken. Er gilt somit als erster Bond-Bösewicht überhaupt. 1956 hatte er neben zahlreichen anderen Prominenten (u. a. Buster Keaton, Frank Sinatra und Marlene Dietrich) einen Cameo-Auftritt in In 80 Tagen um die Welt. Nach einem Herzinfarkt im Jahr 1959, verschuldete sich Lorre durch seinen ausschweifenden Lebensstil hoch und musste seine Ranch verkaufen. In seiner Geldnot half ihm der Regisseur Roger Corman. Dieser war schon lange ein Lorre-Fan und engagierte ihn für zwei Filme. Corman war bekannt als Adapteur von Geschichten Edgar Allan Poe mit Vincent Price in den 60er Jahren. So genannte B-Movies, ohne viel Geld finanziert aber mit großem Erfolg beim geneigten Publikum. Lorre spielte an der Seite von Price in Cormans Schwarze Geschichten (1961) und Der Rabe (1962). Die Gruselkomödien erlangten Kultstatus. Genau wie der zwar nicht von Corman und auch nicht nach einer Vorlage von Poe inszenierte, aber ähnlich gelagerte Film Ruhe Sanft GmbH (1963). Auch hier spielte er neben seinem langjährigen Freund Vincent Price. Mit dabei waren auch die Kultmimen Boris Karloff und Basil Rathbone. In diesen drei genialen Filmen konnte er noch einmal sein ganzes komödiantisches Talent unter Beweis stellen.


Lorre in Ruhe Sanft GmbH

1962 trennte sich Lorre von Annemarie Brenning, mit der er eine Tochter namens Cathy (* 1950) hatte. 1964 spielte er in seinem letzten Film, Der Wunderknabe von und mit Jerry Lewis. "Ich brauche das Surren der Kameras und das Licht der Scheinwerfer", sagte Lorre einmal. "Ich werde spielen, bis ich sterbe." Peter Lorre starb am 23. März 1964, vier Tage nach Drehschluss, an einem Gehirnschlag infolge Bluthochdruck in seiner Wohnung in Hollywood. Er wurde auf dem Hollywood Memorial Cemetery in Los Angeles beigesetzt. Die Grabrede hielt sein alter Freund Vincent Price. Seine außergewöhnliche Erscheinung und seine eindringliche Stimme machten Peter Lorre zu einem der unvergesslichsten Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Charlie Chaplin sagte einmal über ihn: "Er ist der größte lebende Schauspieler."


(Stefan Schuster)