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Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders Drama, Deutschland 2006 Regie: Tom Tykwer Drehbuch: Tom Tykwer, Bernd Eichinger, Caroline Thompson, Andrew Birkin Kamera: Frank Griebe Musik: Tom Tykwer, Johnny Klimek, Reinhold Heil Produzent: Bernd Eichinger Darsteller: Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Rachel Hurd Wood, Karoline Herfurth, David Calder, Jessica Schwarz u.a. Die Geschichte eines Mörders beginnt damit, dass der spätere Serientäter als Baby fast selbst ermordet wird. In Paris des 18. Jahrhunderts kommt Jean-Baptiste Grenouille auf einem stinkenden Fischmarkt zur Welt. Seine Mutter will ihn gleich mitsamt den Fischabfällen entsorgen, doch er wird gerettet. Die Mutter kommt durch ihr Handeln an den Galgen und Grenouille ins Waisenhaus. Damit wurde er bereits als Neugeborenes mit den zwei Dingen konfrontiert, die ihn in seinem Leben stetig begleiten - ja sogar sein ganzer Lebensinhalt sind: Geruch und Mord. Im Waisenhaus entwickelt der Junge einen sehr außergewönlichen Geruchssinn. Als junger Mann (Ben Whishaw) überzeugt Grenouille den Parfumeur Giuseppe Baldini (Dustin Hoffman), der fast keine Kunden mehr hat, von seinen aussergewöhnlichen Fähigkeiten. Baldini's Geschäft boomt wieder denn Grenouilles Duftmischungen werden zur Sensation. Doch Grenouille hat es nicht auf gewöhnliche Düfte abgesehen: Seit er den lieblichen Duft einer jungen Mirabellenverkäuferun (Karoline Herfurth) gerochen hat, ist er besessen davon, den Duft von Frauen zu konservieren. Diese Obsession treibt ihn in die Stadt Grasse, wo er sein Ziel ein perfektes Parfum aus Frauendüften zu mischen nur mit Gewalt erreichen kann... Der Wuppertaler Regisseur Tom Tykwer (Lola rennt, 1998) realisierte den Film einerseits sehr modern mit schnellen Schnitten, weiß jedoch auch bei welchen Szenen man sich Zeit lassen muss. Er musste natürlich einige Nuancen des Buchs opfern, aber Tykwer entwickelt mit bemerkenswerter Sicherheit und Klarheit sein eigenes Tempo für den Film. Dieser ist wirklich total beeindruckend, jede Sequenz ein Genuss von Kamerarbeit und schauspielerischem Können. Einige kleine Logikfehler fallen kaum auf und sind bei einer solchen Inszenierung egal. Ausserdem muss man den Film als Märchen verstehen, auch wenn er an einigen Stellen noch so real wirkt. Ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Gewichten zu finden, gelang Tykwer außerordentlich gut. Auch genial fande ich, das er bei aller Düsternis eine gewisse Verspieltheit zeigt. Gerade die Figur des Parfumeurs Giuseppe Baldini bzw. Dustin Hoffman zaubert dem Zuschauer so manches Mal ein Lächeln auf die Lippen. Der Film unterhält über seine gesamten zweieinhalb Stunden einfach wundervoll. (Stefan Schuster) |