Planet der Vampire (Terrore nello spazio)
Science-Fiction/Grusel, Italien/Spanien 1965
Regie: Mario Bava Drehbuch: Ib Melchior, Alberto Bevilacqua, Callisto Cosulich, Mario Bava Kamera: Antonio Pérez Olea, Antonio Rinaldi Musik: Gino Marinuzzi Jr. Produzent: Fulvio Lucisano Darsteller: Barry Sullivan, Norma Bengell, Ángel Aranda, Evi Marandi u.a.
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Der italienische Kult-Regisseur Mario Bava (Die Stunde wenn Dracula kommt, 1960; Blutige Seide, 1964; Danger: Diabolik, 1968) wagte mit Planet der Vampire einen bemerkenswerten Ausflug in die Welt des Science-Fiction-Genres. In den 50er Jahren gab es zwar aus den USA schon viele Filme, in denen ein Weltraummonster auf die Erde kommt und dort sein Unwesen treibt. Aber Filme, die im Weltraum auf einem fremden Planeten spielen waren damals noch sehr ungewöhnlich. Mit nur einem geringen Budget drehte Bava einen Sci-Fi- Film, der sich auch heute noch sehen lassen kann und unbestritten Vorbild war für die Szenerie und Spannung von vielen späteren ähnlich gelagerten Filmen, nicht zuletzt für Ridley Scott's Alien (1979). Die Szenerie auf dem fremden Planeten ähneln sich in den beiden Filmen sehr. Auf den ersten Blick bemerkt man bei Planet der Vampire heutzutage natürlich die billigen Studioaufnahmen. Aber wenn man die Entstehungszeit bedenkt und sich auf die Machart eingelassen hat, wird man von der phantasievollen Story nicht mehr losgelassen. Ich behaupte, dass Bava gar keine vollständige Illusion wollte. Sicherlich war es von Bava gewollt, dass sein Science-Fiction Film ein wenig künstlich aussieht. Trotzdem wird eine intensive Atmosphäre erzielt. Die Felsen auf dem fremden Planeten, aus Pappe und Plastik hergestellt, wurden in die buntesten Farben getaucht. Die prächtigen Bildkomposition, für die Bava bekannt ist, werden in jedem Bild sichtbar. Dazu sorgt immer aufkommender Nebel für eine unheimliche, fast schon gotische Gruselatmosphäre. Die Gefahr, die allgegenwärtig ist, rührt quasi aus den eigenen Reihen her. Die Idee mit dem Signal unbekannter Lebewesen, die sich in die Körper seiner Opfer einschleichen und Macht über sie gewinnen, ist wirklich genial. Und auch hier wird die Verwandschaft zum späteren Alien deutlich, in dem die Außerirdischen auf eine ähnliche Art handeln. Der Autor Kim Newman geht sogar soweit zu sagen, dass die Drehbuchautoren von Alien Dan O'Bannon und Ronald Shusett bevor Ridley Scott die Regie in die Hand nahm dachten es würde ein billiger Action-Film daraus werden und deshalb die Idee von Planet der Vampire einfach klauten. In Bavas Film stehen die bereits toten Besatzungsmitglieder wieder aus ihren Gräbern auf und sind zu Vampiren geworden. Hier wird deutlich, wie Mario Bava den Vampirmythos versuchte auf eine andere Ebene zu bringen. Er machte den in der Filmlandschaft zu diesem Zeitpunkt bereits fast bis zur Erschöpfung ausgeschlachteten Vampir zu einer außerirdischen Bedrohung. Planet der Vampire ist ein richtig schön-schauriger Sci-Fi-Film, der einen ganz besonderen Platz in meinem Film-Herzen einnimmt. Und zum nächsten Faschingsfest werde ich definitv versuchen irgendwie an die genial spacigen Raumfahrt-Anzüge ranzukommen.
(Stefan Schuster)
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