Die Teufelsinsel (Devil's Island)
Drama, USA 1939
Regie: William Clemens Drehbuch: Kenneth Gamet, Don Ryan Kamera: George Barnes Musik: Howard Jackson Produzent: Bryan Foy Darsteller: Boris Karloff, Nedda Harrigan, James Stephenson, Adia Kuznetzoff u.a.
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Der Chirurg Charles Gaudet (Boris Karloff) behandelt einen entflohenen Sträfling und wird dafür von der Regierung Frankreichs zu zehnjähriger Haft auf eine Gefängnisinsel verurteilt. Auf der so genannten "Teufelsinsel" herrschen grausame Haftbedingungen und die Arbeitslager zehren an den Kräften. Dann verunglückt die kleine Tochter von Colonel Armand Lucien (James Stephenson) und nur Gaudet kann ihre schwere Kopfverletzung behandeln...
In diesem Gefängnisdrama sehen wir Boris Karloff, welcher auf ewig mit Frankensteins Monster assoziiert wird, in einer anspruchsvollen Charakterrolle. Das ist sehr interessant, da wohl die wenigsten Karloff im Charakterfach suchen würden. Nachdem ich Die Teufelsinsel gesehen habe muss ich sagen, dass es wirklich schade ist das so wenige Filmen mit Karloff in Rollen abseits seines Horrorimages bekannt sind. Er agiert in seiner Rolle perfekt. Nie affektiert, sondern immer angemessen. Überhaupt ist der Film sehr bedacht inszeniert und wenig spektakulär. Gerade dies bewirkt aber dass der Film in gewissen Szenen umso mitreißender ist. Das Zusammen- bzw. Gegenspiel zwischen Karloff und James Stephenson ist sehr spannend, da der Colonel seinen Stolz beiseitge legen muss um den Chirurgen Gaudet für die Oparation an seiner Tochter zu gewinnen. Gaudet dagegen muss seinen Freiheitsdrang und seine Wut über die Zustände im Lager unterdrücken, weil er genau weiß, dass sein Entgegenkommen sein Leben retten kann. Besonders interessant finde ich auch wie die Solidarität der Gefangenen untereinander dargestellt ist. Der Film schreckt nicht davor zurück diese hervorzuheben, was damals viele Leuten sauer aufstieß. Die französische Regierung protestierte nach der Uraufführung gegen den Film. Zu deutlich war ihr wohl die realistische Schilderung der Zustände in der Strafkolonie auf der Inselgruppe vor der Küste von Französisch-Guyana, welche es von 1852 bis 1951 tatsächlich gab. Es wurde ein zeitweiliges Ausstrahlungsverbot des Films erwirkt, was wohl ein Grund für den sehr geringen Bekanntheitsgrad dieses kleinen Meisterwerkes ist.
(Stefan Schuster)
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