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"Inside Norwegen"

Steffen & Jana

Weyrauch

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Tour zum Sognefjell

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Bei unserem mehrtägigen Ausflug nahe dem Sognefjord, im August 2004, unternahmen wir unter anderem auch die folgende Tour: Beginnend bei unserer gemütlichen Hütte auf Hafslotun, wollen wir Sie jetzt mitnehmen auf die Reise zum Sognefjell. Das Sognefjell ist Nordeuropas höchster Gebirgspass mit über 1400m über dem Meer. Die Sognefjellsstraße ist eine der nationalen Touristenstraßen, welche extra für Touristen ausgebaut worden ist. Sie dürfen jetzt aber nicht denken, dass die Straße zur „Autobahn“ ausgebaut worden ist. Nein, sie hat schon ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Mit „ausgebaut“ ist lediglich gemeint, dass man zusätzliche Rast-, Informations- und Aussichtsplätze angelegt hat, bzw.  man hat die Verkehrsleiteinrichtungen an den stark abschüssigen Teilstrecken verstärkt . Dies war für die Sicherheit der Touristen nötig. Nun aber zu unserer Tour: Ausgeruht von unserer Vortagestour zum Nigardsbreen brechen wir gutgelaunt zum Sognefjell auf. Bei leichtbewölktem Himmel und Aussicht auf einen regenfreien Tag, so sagte der Wetterbericht, fahren wir die uns vom Vortag bekannte Strecke in Richtung Luster. Wir verlassen die Straße aber nicht vor Gaupne, sondern folgen ihr, immer am Fjord entlang, bis dieser endet. Ja, wir stehen am Ende des längsten und tiefsten Fjordes der Welt, dem Sognefjord und seinen Ausläufern. Vor uns erheben sich gigantische Felswände auf über 1000m. Mittendrin sehen wir eine Schlucht, welche die Felsmassive teilt. Hier sollen wir nun zum Sognefjell gelangen. Wir tasten die Felswände mit unseren Augen ab und versuchen, einen Weg zu erkennen. Aber weit gefehlt! Die Dimensionen sind so gewaltig, dass man sich den Straßenverlauf nicht einmal vorstellen kann. Wir überqueren jetzt mit einem flauen Gefühl in der Magengegend die Brücke bei Skjolden, und folgen der Ausschilderung zum Sognefjell. Wir müssen uns nun die nächsten 27km von Meeresniveau auf über 1400m über Meeresspiegel hocharbeiten. Vorbei an einem idyllisch gelegenen Campingplatz, mit letzter Möglichkeit zum Tanken, lassen wir den Abzweig nach Urnes mit dem Hinweisschild der sehenswerten Stabkirche hinter uns. Die Straße wird schlagartig enger, und es passt nur noch ein Fahrzeug auf die Fahrbahn. Also heißt es Daumen drücken, dass uns nicht gerade an den Engstellen und Spitzkehren ein Auto begegnet. Je höher wir kommen, um so filigraner wird die Straßenführung. Stellenweise hängt sie wie ein Adlerhorst am Fels. Aber siehe da, die Schlucht, welche durch einen Gebirgsbach durchschnitten wird, öffnet sich zu einem Plateau, und hier steht ein Bauernhof. Wir passieren den Bauernhof, und das Tal wird wieder enger. Nach einiger Zeit nähern wir uns nun der Baumgrenze, und unser Blick reicht jetzt weiter. Nachdem nun die Bäume ganz verschwunden sind, sehen wir vor uns das Turtagrøhotel. Wir beschließen eine kurze Rast zu machen um noch einmal einen Blick zurück zum Fjord zu werfen. Wir werfen einen kurzen Blick auf die Informationstafel im Eingangsbereich des Hotels. Und siehe da, es war lohnenswert. Auf der Tafel war eine neue Verbindung nach Øvre Årdal eingezeichnet. Sie werden jetzt denken: Na und? Aber durch diese zwar mautpflichtige Straße besteht ohne größere Umwege die Möglichkeit, um das Sognefjord herum zu fahren, ohne eine Fähre benutzen zu müssen. Beim Schmieden der Pläne für die Rückfahrt nach Bergen, wird dieses Detail mit Sicherheit einfließen. Nach so vielen neuen Informationen nun aber weiter Richtung Sognefjell. Wir steigen wieder ins Auto und fahren weiter hinauf Richtung Plateau. Vorbei an schönen Aussichtspunkten, welche angelegt worden sind um zurück ins Tal zuschauen. An diesen Aussichtspunkten, wird einmal mehr klar, welche eigentlich geringe Rolle der Mensch in der Natur spielt. Die von Eismassen geschaffene Umgebung hat solche Ausmaße, dass Sie dies auch mit eigenen Augen nur schwer nachvollziehen können. Wir erreichen nun die ersten Hinweisschilder mit der momentanen Höhe. Die Straße wird hier wieder breiter und legt sich wie ein schmales Handtuch in die Hügel des Plateaus. Als wir dann das Hinweisschild mit 1430m über dem Meer passiert haben, wissen wir: Es ist geschafft. Bei der Vorbereitung zu dieser Tour haben wir uns darauf geeinigt, dass wir weiter fahren bis zur Sognfjellhytte und uns dort einen Parkplatz suchen. Große Probleme hatten wir damit nicht, denn es war trotz schönem Wetter kein großer Verkehr. Nun beginnt eigentlich der zweite Teil unserer Tour. Bei unserem fünf jährigem Sohn Ryan glänzen die Augen nur bei dem Wort Picknick. Deshalb werden wir die Wanderschuhe schnüren und uns etwas abseits einen geeigneten Platz suchen. Mit Sack und Pack brechen wir nun auf, die gemütlich anmutenden Hügel zu erklimmen. Nach gut einer halben Stunde finden wir an einem kleinen See, hinter einem windgeschützten Felsvorsprung, einen geeigneten Platz für unser Picknick. Von Zivilisation ist hier nichts mehr zu sehen oder zu spüren. Man sieht weder die Straße, welche uns hierher gebracht hat, noch die Sognefjellshytte. Wir setzen uns und genießen beim verzehren unserer Speisen die Ruhe und den Ausblick über das Fjell. Nach dem Essen legen wir uns noch einige Minuten auf den Rücken um die vorüberziehenden Wolken zu beobachten. So manche Wolke hatte schon eine merkwürdige Ähnlichkeit mit Gegenständen oder Tieren, und so beginnen wir ein kleines Ratespiel. Dieses Spiel macht Ryan besonders Spaß, und man sollte nicht meinen, welche Fantasie in so einem kleinen Kerl steckt. Wie das aber so mit kleinen Kindern ist, ist nichts von langer Dauer. So ist unsere Fantasie wieder gefragt. Wir beschließen, dass wir uns hier oben verewigen. Wir tragen alle kleinen Steine, welche in unmittelbarer Nähe liegen, zusammen und bauen daraus eine Pyramide. Bei all diesen Beschäftigungen haben wir doch die Zeit aus dem Auge verloren. Es ist spät am Nachmittag, als wir zu unserem Auto zurück kehren. Wir beschließen noch ein oder zweimal Halt zu machen, um an ausgesuchten Plätzen Erinnerungsfotos zu schießen. Bei der Rückfahrt wird uns der überwundene Höhenunterschied zwischen Meer und Fjell erst gänzlich bewusst. Mit einer herrlichen Aussicht hinab ins Tal und auf den Fjord genießen wir den Beginn der Rückfahrt besonders. Und als wir abends in der Hütte noch mal über unsere Erlebnisse sprechen, steht für uns fest: Es war wieder ein gelungenes Erlebnis.                                

 

                                                                                                                                                                                               10.08.2005

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