Buntes Programm
und ernste Themen beim "Istanbul-Fest"
Eichstätt (ztt) Orientalische
Klänge, Räucherstäbchen und anmutiger Bauchtanz
bestimmten das Bild des "Istanbul-Fests"
in der Zentralbibliothek der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Die Kursteilnehmer des Seminars "Internet- und Projektkompetenz" (IPK)
hatten sich einiges einfallen lassen, um die Besucher zu unterhalten, und
um ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren. In Kleingruppen hatten
sich gut 30 Studentinnen und Studenten meist mit Hilfe des Internets an
das Thema "Istanbul" herangearbeitet.
Recherchen auf Homepages, Kontakte per E-Mail und die Erstellung einer
eigenen Webseite zählten im vergangenen Semester zu den Aufgaben. Die
einem bunten Basar gleichende Ausbeute aus der Studienarbeit präsentierten
die IPK-Teilnehmer am Samstagnachmittag bei einem großen Fest.
An neun Stationen konnte man sich über
die Arbeit der jungen Leute informieren, wurde ihre Universitätsforschung
greifbar. Greifbar mit allen Sinnen, da für Ohren, Augen und Mund
etwas geboten wurde. Im Foyer der Bibliothek offerierte der Türkische
Kulturverein Eichstätt mit Börek, Dolma oder Cay kleine Essspezialitätten
aus seiner Heimat.
Auch die deutschen Studenten hatten sich an fremde Rezepte herangewagt.
Die Arbeitsgruppe "Esskultur" hatte als praktisches Ergebnis aus ihrer
Arbeit Kalbuna Bast (Gebäckkringel in Sirup) oder Yogurtlu Kek (Kuchen)
mitgebracht.
Die 20-jährige Susanne hatte sich
mit ihrer Arbeitsgruppe einem weitaus schwierigeren Thema gewidmet: Zusammen
mit anderen Studierenden untersuchte sie "Aids in der Türkei". Bei
einer Reise nach Istanbul bot sich die Möglichkeit zu einem Gespräch
mit einem türkischen Arzt, der in seinem Land Aidsaufklärung betreibt.
Die Reise nach Istanbul war für
fast alle IPK-Teilnehmer eine gute Möglichkeit, hautnah zu recherchieren.
Durch Fragebögen, bei Besichtigungen und in Gesprächen sammelten
die Eichstätter Hochschüler Material, das sie nun an Stellwänden
zeigten. Die 19-jährige Jacqueline hatte sich "Christen in Istanbul"
durch Besuche in christlichen Gemeinden in der Stadt am Bosporus genähert.
In einer Fotoschau stellte sie Moscheen in Deutschland und Kirchen in der
Türkei vor. Im Vorlesungssaal nebenan diskutierten Studenten und Gäste
über einen EU-Beitritt der Türkei, und in eine Wahlurne durfte
jeder auch sein Abstimmungszettelchen für oder gegen einwerfen.
Weitere Stationen befassten sich mit "Fremdsprachen in der Türkei"
oder "Freizeitverhalten von Jugendlichen". Anders als bei klassischen Vorlesungen
oder Seminaren waren die Studierenden im IPK-Kurs zu stärkerer aktiver
Mitarbeit aufgefordert. Statt Bücher lesen stand oft handfeste Arbeit
im Vordergrund. Viele lobten gerade diese "große Eigeninitiative"
oder die "vielfältigen Möglichkeiten zur Kreativität".
Ein hohes Maß an Gestaltungskraft
bewiesen "Noujum al Raks" (Sterne des Tanzes). Mit grazil anmutendem Bauchtanz
entführten sieben Studentinnen in die Welt von 1001 Nacht. Solotänzerin
Ruth Mayer steckte besonders viel Grazie in ihren Tanz und lud nach der
offiziellen Vorführung alle Anwesenden zum Mittanzen ein. Mit einer
Folkloregruppe in traditionellen Gewändern war aus Ingolstadt der Verein
"Alevitisches Kulturzentrum" angereist und zeigte Tänze. Weitere Informationen
zum IPK finden sich unter www.projektkompetenz.de