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Die Leipziger Straße
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Chronik
26.April
1746

Für ein Eintrittsgeld von zwölf Dukaten besichtigt König Friedrich II. mit seinem Hofstaat ein lebendes Nashorn, das in einer Fischbude auf dem Spittelmarkt ausgestellt war.

17.Juli
1804

Das Reiten, Fahren, Pferdehalten und Karrenschieben auf den Bürgersteigen in der Leipziger und der Brüderstraße sowie Unter den Linden wird bei Androhung von Geld- oder Haftstrafe verboten.

27.März
1810

Adolf Brennglas (Adolf Glaßbrenner) wird in Berlin, Leipziger Straße, als Sohn eines Putzfederfabrikanten geboren. Ab 1828 trat er mit journalistischen und literarischen Arbeiten hervor. Er gab u.a. die Reihe »Berlin, wie es ist und - trinkt« heraus.

11.März
1819

Im Berliner Amtsblatt wird bekanntgegeben, daß Dr. med. Biehler in seinem Haus Leipziger Straße 30 »zur mehreren Bequemlichkeit der Einwohner eine Schutzpocken-Impfungs-Anstalt errichtet« hat. Über die erfolgreiche Impfung wurde ein Attest erteilt.

24.Juni
1836

In der Alten Leipziger Straße 1 wird ein neues Einwohnermeldeamt eingerichtet. Es war ein Spezialbüro des Polizeipräsidenten Carl Johann von Gerlach und ihm direkt unterstellt.

27.März
1847

Der Seidenfabrikant Johann Adolph Heese kauft den Gesamtkomplex Raulés Hof in der Alten Leipziger Straße auf dem Friedrichswerder. Er betrieb darin eine Seidenhandlung.

25.Februar
1867

Der 1. Reichstag des Norddeutschen Bundes tritt zu seiner ersten Arbeitssitzung im Gebäude des Herrenhauses des Preußischen Landtages, Leipziger Straße 3, zusammen.

21.März
1871

Der Reichstag tritt zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung zusammen, vorläufig noch zu Gast im Preußischen Abgeordnetenhaus, dem früheren Hardenbergschen Palais, am Dönhoffplatz in der Leipziger Straße 75 (Mitte).

04.Juni
1872

Für ein neues Gebäude des General-Postamtes wird in der Leipziger Straße 15 (Mitte) der Grundstein gelegt. Nach 1918 wurde es Sitz des Reichspost-Ministeriums.

1. Oktober
1877

Heinrich Zille wird als Geselle bei der Photographischen Gesellschaft am Dönhoffplatz eingestellt

5. November
1877

Zwischen den Amtszimmern des Generalpostmeisters in der Leipziger Straße und des Direktors des Generaltelegraphenamtes in der Französischen Straße beginnt der erste regelmäßige Fernsprechdienst.

5. Juli
1878

Erstmals verkehrt eine Pferdebahn zwischen dem Spittelmarkt und dem Gasthaus »Zenner« (Treptow).

11. November
1879

Die Große Berliner Pferde-Eisenbahn eröffnet die Strecke Potsdamer Brücke (Tiergarten) - Leipziger Platz (Mitte). Damit wurde eine durchgängige Linie durch die Potsdamer Straße geschaffen.

20. Dezember
1879

Gründungssitzung des ersten elektrotechnischen Vereins der Welt in Berlin im Reichspostgebäude, Leipziger Straße 15 Gründer: Werner von Siemens und Heinrich von Stephan 36 Mitglieder Danach: Mitglieder aus ganz Deutschland und dem Ausland Gründung weiterer regionaler Vereine

01.März
1882

Der Potsdamer Platz (Mitte) wird zum erstenmal von elektrischem Licht beleuchtet. Das Premieren-Experiment 1878 am Pariser Platz war gescheitert.

20.September
1882

Die von Siemens u Halske errichtete erste größere elektrische Straßenbeleuchtung mit 36 Bogenlampen wird am Potsdamer Platz und in der Leipziger Straße in Betrieb genommen. Ab 1886 wurde die Anlage durch die Städtischen Elektrizitätswerke betrieben.

10. April
1883

Rathenau gründet Elektrobetrieb
Der Maschinenbauingenieur Emil Rathenau gründet die »Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektrizität« auf Aktienbasis mit Sitz in der Leipziger Straße. Das Gründungskapital, das vor allem als Kredit bei der Deutschen Bank aufgenommen wurde, beträgt fünf Millionen Mark. Bereits 1882 hatte Rathenau, zurück in Berlin nach einem längeren Studienaufenthalt im Ausland, die »Versuchsgesellschaft für elektrisches Glühlicht« ins Leben gerufen, die sofort zahlreiche Aufträge bekam. So besorgte die siebenköpfige Belegschaft etwa die Stromversorgung der beiden vornehmen Spielklubs »Resource« und »Unionsclub« und legte die Glühlichtanlage in der Druckerei Büxenstein u Co. in der Friedrichstraße. Durch die Geschäftskontakte, die Rathenau in Amerika mit dem berühmten Erfinder Thomas Alva Edison geknüpft hatte, gelingt es dem Berliner Ingenieur, nach und nach alle deutschen Lizenzen für die Edison-Patente zu erwerben. Noch 1883 erhält Rathenau von der Stadt Berlin den Auftrag zur Errichtung der beiden ersten städtischen Elektrizitätswerke in der Markgrafen- und der Mauerstraße.

15.Augusr
1885

Das erste öffentliche Elektrizitäts-Kraftwerk Deutschlands in der Markgrafenstraße 43/44 am Gendarmenmarkt Berlin (Mitte) nimmt mit sechs Borsig-Kolbendampfmaschinen und zwölf Generatoren den Betrieb auf.

15.Augusr
1885

Die Beleuchtung der Leipziger Straße wird von der Friedrichstraße bis zum Spittelmarkt ausgedehnt

22.März
1886

Das zweite Berliner Kraftwerk nimmt in der Mauerstraße 80 am Geburtstag Kaiser Wilhelms I. den Betrieb auf. Es lieferte nur für die bis zum 1. Oktober 1885 von Siemens u Halske betriebene Beleuchtung der Leipziger Straße und den Kaiserhof den Strom.

11.März
1888

Die »Goldene 110«, ein »Berliner Konkurrenz-Geschäft« in der Leipziger Straße, »fühlt sich durch die tiefe Trauer, in welche das Vaterland durch das Hinscheiden unseres großen Heldenkaisers versenkt ist, veranlaßt, Gedichte« vorerst »nicht zu bringen«.

10. April
1889

Theatehrverein für zensierte Autoren
Im Restaurant Kempinski in der Leipziger Straße findet die Gründungsversammlung für den Verein Freie Bühne statt. Leiter des Theatervereins wird der Kritiker Otto Brahm, der auch einen Großteil der Regiearbeiten übernehmen wird. Der Verein soll vorrangig die Aufführung avantgardistischer und gesellschaftskritischer Stücke zeitgenössischer Dramatiker ermöglichen, die wegen des preußischen Zensurgesetzes nicht öffentlich aufgeführt werden dürfen. Zum Gründungskomitee gehören u.a. der spätere Chefredakteur des »Berliner Tageblatts«, Theodor Wolff, der Verleger Samuel Fischer, die Gebrüder Heinrich und Julius Hart, Herausgeber der wichtigen Literaturzeitschrift »Kritische Waffengänge« (1882;1884), sowie der Kritiker und Schriftsteller Maximilian Harden. Der Zulauf zur Freien Bühne, die von nun an sonntags in den Räumen des Lessing-Theaters inszenieren wird, ist groß: Bald hat der Verein über 900 Mitglieder. In der Eröffnungsvorstellung am 29. September werden Henrik Ibsens »Gespenster« gegeben.

14.April
1889

Im Großen Saal des Konzerthauses in der Leipziger Straße findet die erste proletarische Jugendweihe statt.

07.Juli
1891

Eines der ältesten Häuser in der Leipziger Straße (Mitte) wird abgebrochen. Es war das Haus Nr. 131, in dem sich Jahrzehnte zuvor eines der bekanntesten Antiquariate Berlins, das von Pribil, befand

17.Februar
1891

Aus dem Postmuseum werden in den Mittagsstunden zum Teil unersetzliche Briefmarken aus Indien, Schottland, Venezuela, Chile, Peru und Neuseeland im Wert von 2 000 Mark gestohlen. Händler und Liebhaber wurden vor dem Ankauf der Briefmarken gewarnt.

1896

WER WAR EIGENTLICH...Carl Ruhnke?
1896 gründete der Optiker Carl Ruhnke (+ 1922) sein erstes Fachgeschäft für optische Geräte in der Leipziger Straße, legte damit den Grundstein für ein expandierendes Unternehmen. 1906 gab es schon 35 Filialen. Parallel baute er Fabriken für optische Gläser. Ruhnke blieb 106 Jahre, bis Oktober 2002, in Familienbesitz, wurde dann an Synoptik verkauft.

01.Mai 1897

Das Marmorstandbild des Generalpostmeisters Heinrich von Stephan, geschaffen von dem Bildhauer Joseph Uphues, wird im Lichthof des Reichspostmuseums, Leipziger Straße/Ecke Mauerstraße, enthüllt.

1899

Zwischen der Leipzigerstraße und der Krausenstraße begann der Riesenbau des Warenhauses Hermann Tietz, dem das Konzert-Haus zum Opfer fiel, an das sich so manche musikalische Erinnerungen knüpfen.
Große bauliche Veränderungen fanden auch in der Wallstraße statt: im Logengarten wurde der Grund zum neuen Märkischen Museum gelegt, dessen Sammlungen im Markthallen-Haus in der Zimmerstraße ein interimistisches Unterkommen gefunden haben, und gegenüber, zwischen Wallstraße und Neu-Kölln am Wasser, stieg ein Riesenkaufhaus aus Eisen und Stein in die Höhe.
Das Warenhaus Wertheim in der Leipziger Straße

26.September 1900

Oskar Tietz eröffnet sein erstes Berliner Warenhaus in der Leipziger Straße 46-49 (Mitte).

16.Januar 1904

Das neue Gebäude des Preußischen Herrenhauses, Leipziger Straße 3/4 wird der Preußischen Landtagsverwaltung übergeben.

28.September 1907

Auf der U-Bahn-Linie Potsdamer Platz in Richtung Knie (Ernst-Reuter-Platz) wird der Bahnhof Potsdamer Platz um 170 m in Richtung Leipziger Platz verlegt.

01.Oktober
1908

Zwischen dem Leipziger Platz (Potsdamer Platz) und dem Spittelmarkt wird ein weiteres Teilstück der Berliner Untergrundbahn in Betrieb genommen. Berlins U-Bahnnetz hat damit bereits eine Länge von rund 14,5 km erreicht. Die feierliche Einweihung der ersten Strecke erfolgte bereits im Februar 1902. Sie verbindet den Potsdamer Platz mit dem Stralauer Tor. Noch im selben Jahr erfolgte die Fertigstellung des Streckenabschnittes vom Gleisdreieck über den Wittenbergplatz zum Knie (heute Ernst-Reuter-Platz). Insgesamt stand Ende 1902 ein Netz von 11,2 km Länge zur Verfügung. Davon verliefen 8,7 km als Hochbahn. Die Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen hatte 1896 mit dem Bau der Berliner U-Bahn begonnen. Das Streckennetz wird kontinuierlich ausgebaut. Zwischen 1908 und 1913 werden die Strecken vom Spittelmarkt zur Schönhauser Allee, vom Knie zum Stadion (heute Olympiastadion), vom Nollendorfplatz zur Hauptstraße (heute Innsbrucker Platz) und zum Thielplatz in Dahlem (1913)

10.Dezember 1910

Im Vereinshaus Deutscher Apotheker in der Leipziger Straße findet eine Festsitzung anlässlich des 20jährigen Bestehens der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft statt.

15.September
1913

Neue U-Bahn-Strecken bewältigen Großstadtverkehr
Das Jahr 1913 ist für den Berliner U-Bahn-Verkehr von großer Bedeutung. Gleich drei neue Streckenabschnitte werden dem Verkehr übergeben: Am 1. Juli wird die Linie Spittelmarkt-Alexanderplatz eröffnet und am 27. Juli bis Schönhauser Allee fortgeführt. Am 12 Oktober fährt der erste Zug von Wittenbergplatz nach Thielallee Am selben Tag geht auch die kurze Linie Wittenbergplatz-Uhlandstraße in Betrieb. Das U-Bahn-Netz gewinnt jetzt das Bild eines von einem Mittelpunkt im Stadtzentrum nach den Außenbezirken ausstrahlenden Liniennetzes. 37,8 km werden jetzt befahren (bisher 16,9 km). Der Erfolg der neuen Strecken entspricht den Erwartungen. Insbesondere die Linie zur Schönhauser Allee entwickelt sich zu einer der am dichtesten befahrenen Strecken Berlins (Abb.: Nollendorfplatz).

29.Dezember
1925

Die erste Rolltreppe Berlins wird im Warenhaus Tietz am Dönhoffplatz (Leipziger Straße, Mitte) in Betrieb genommen.

29.Juni
1929

Zur Herstellung einer neuen Fluchtlinie der Leipziger Straße und deren Verbreiterung auf 32 m beschließt der Magistrat den Abbruch der Spittelkolonnaden auf der Südseite der Leipziger Straße.

13.Januar
1933

Es wird bekannt gegeben, dass wegen der Errichtung des Reichsbankgebäudes zahlreiche alte Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert zwischen Werderschem Markt und Alter Leipziger Straße niedergerissen werden müssen.

14.Juni
1947

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) bildet für die Sowjetische Besatzungszone die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK). Ihr Sitz wurde der Gebäudekomplex des ehemaligen Reichsluftfahrtministeriums in der Leipziger Straße.

18.Mai
1948

Im Haus der Deutschen Wirtschaftskommission in der Leipziger Straße findet die 2. Tagung des Deutschen Volksrates statt.

07.Oktober
1949

In Ost-Berlin wird im späteren Haus der Ministerien (ab 16. Januar 1993 Rohwedder-Haus) in der Leipziger Straße die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Nach der DDR-Verfassung war Berlin die Hauptstadt der Republik.

16.Juni
1953

Die Bauarbeiter am Krankenhaus Friedrichshain und in der Stalinallee legen die Arbeit nieder und ziehen in einem Demonstrationszug zum Haus der Ministerien in der Leipziger Straße. Das war die Initialzündung für den Volksaufstand am 17. Juni.

01.August
1958

Im Gebäude des DDR-Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen, Leipziger Straße/Ecke Mauerstraße, werden die ersten Räume des im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Postmuseums wieder eröffnet.

13.Januar
1970

An der Baugrube Jerusalemer Straße wird durch Oberbürgermeister Herbert Fechner der Grundstein für die neue Leipziger Straße gelegt.

09.Februar
1978

Das CSSR-Kultur- und Informationszentrum wird in der Leipziger Straße eröffnet.

23.Juli
1979

Im Kosmetiksalon in der Leipziger Straße wird das erste Solarium Ost-Berlins eröffnet.

14.Novenber
1985

Der saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine besichtigt im Rahmen seines DDR-Besuches das Schauspielhaus, die Leipziger Straße und das Wohngebiet am Thälmannpark.

16.Januar
1992

Das Gebäude des ehemaligen Reichsluftfahrtministeriums in der Leipziger Straße, Sitz der Treuhandanstalt-Zentrale, erhält zum Gedenken an den am 1. April 1991 von RAF-Terroristen ermordeten Chef der Treuhandanstalt den Namen »Detlev-Rohwedder-Haus«.

17.Juni
1993

Am Gebäude der Treuhandanstalt, dem früheren Haus der Ministerien der DDR in der Leipziger Straße, wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 enthüllt. Hier hatten sich damals Tausende von Demonstranten versammelt.

06.März
1995

In den Kernbereichen der Berliner Innenstadt wird die private Parkraumbewirtschaftung eingeführt.

06.Juli
1995

Am Leipziger Platz wird der Grundstein für das Mosse - Palais gelegt.

20.März
1997

Am ehemaligen Preußischen Herrenhaus an der Leipziger Straße) beginnen die Umbauarbeiten für den Sitz des Bundesrates. Für das Vorhaben waren nach offiziellen Angaben 200 Millionen Mark vorgesehen.

21.November
2005

Das Abgeordnetenhaus bewilligt 3,25 Millionen Euro für den Umbau des Spittelmarkts. Vorgesehen ist auch die Verlängerung der Axel-Springer-Straße bis zur Leipziger Straße.

21. Dezember
2005

Der Gerichtsvollzieher läßt Mauersegmente des einstigen Grenzübergangs am Potsdamer Platz abtransportieren. Auf dem Platz entsteht ein Neubau für das Bundesumweltministerium.