Hintergrund Spittelkolonnaden
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Die Leipziger Straße
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Viethaus

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U-Bahnhof Hausvogteiplatz

Vom Spittelmarkt zur Friedrichstraße
Leipziger Straße - Spittelmarkt
Die alte Gertraudenbrücke und die gut erhaltene historische Bebauung 
Die alte Gertraudenbrücke und die gut erhaltene historische Bebauung
Ergebnislageplan in der Fassung vom 23.1.1998 
Ergebnislageplan zur Neugestaltung der Straße in der Fassung vom 23.1.1998
Spittelmarkt, Blick Richtung Gertraudenbrücke, Stadträumliche Studie 1997 
Volumenstudie zur Leipziger Straße
Spittelmarkt, Blick Richtung Gertraudenbrücke, Stadträumliche Studie 1997 Volumenstudie zur Leipziger Straße  
Spittelmarkt, Blick Richtung Gertraudenbrücke, Stadträumliche Studie 1997
 
Volumenstudie zur Leipziger Straße

Besonders auffällig sind die vier 22- bis 25 geschossigen Wohnhochhäuser auf der Südseite der Straße. Diese wurden in einer Stahlbeton-Skelettmontagebauweise um innere Gleitbaukerne errichtet, sind also keine "Plattenbauten" im eigentlichen Sinne. Am Sockel der Hochhäuser befinden sich zweigeschossige Flachbauten, die früher Kultur-, Versorgungs- und Handelseinrichtungen beherbergten. Im Kontrast dazu stehen die langgezogenen 14geschossigen Wohnscheiben in Plattenbauweise auf der Nordseite, in deren glänzenden Fassaden sich das Ensemble spiegelt.

Die Leipziger Straße 2005
Die Leipziger Straße 2005

Zu DDR-Zeiten war am Spittelmarkt im Komplex ein großes Kinderkaufhaus eingerichtet. Geplant war auf der Südseite der Leipziger Straße, am Ende Spittelmarkt, ein großes, winkelförmiges Hochhaus zu errichten. Es ist auf diversen Architekturmodellen zur Umgestaltung der östlichen Innenstadt zu sehen, wurde jedoch nie realisiert. In den 90er Jahren baute jedoch die Sparkasse an dieser Stelle ein Gebäude, was in etwa die selbe Größe und Grundriss aufweist.


Das Viethaus
Eröffnung Viethaus Eröffnung Viethaus Eröffnung Viethaus
Eröffnung des Viethauses am 08.03.2008
Eröffnung Viethaus Eröffnung Viethaus Eröffnung Viethaus

Am Spittelmarkt eröffnet ein vietnamesisches Handels -, Kultur - und Reisezentrum ( Viethaus ) seine Pforten und zeigt somit Präsenz des südostasiatischen Landes in der Hauptstadt. Damit dürfte der Platz an der Leipziger Straße zu einem Anziehungspunkt mit internationalem Charakter werden. Es sollen vor allem der deutschen Bevölkerung die Kultur und das Warenangebot der Vietnamesen näher gebracht werden.
Mit Fertigstellung des Zentrums geht es am Spittelmarkt weiter aufwärts, zumal nach Abriss des Ebbinghaus - Gebäudes die Fortführung der Axel-Springer-Straße das Areal aufwerten wird. Die offizielle Eröffnung wird in der ersten März-Woche sein. Zu der hat sich eine Regierungsdelegation aus Vietnam angesagt. Das neue "Viethaus" ist der erste Komplex dieser Art in Europa. Die Investoren wollen durch monatliche Schwerpunktveranstaltungen (Theater, Konzerte) landestypische Besonderheiten Vietnams nach Berlin bringen. So wird bereits am 8. März die 130-köpfige Künstlergruppe "Duyen Dang Vietnam" (Schönheit Vietnam) ihr artistisches Können zeigen.
Nach Auskunft der Initiatoren wird es in seiner Art einmalig in Europa sein. In Berlin leben offiziell rund 12 000 Vietnamesen.

Viethaus

Das Haus stand seit Jahren leer und war somit zu einem üblen Schandfleck geworden. Bis zur Schließung des Gebäudes hatte ein Möbelhaus seine Ware angeboten, zu DDR-Zeiten war es ein Kaufhaus für Kinderbekleidung.


Ebbinghaus
Ebbinghaus

Länger als ein Jahr hat sich der Räumungsverkauf des Bekleidungshauses hingezogen. Im Mai letzten Jahres war endgültig Schluss, und Ebbinghaus bezog eine kleine Dependance direkt gegenüber an der Seydelstraße. Mit der Schließung von Ebbinghaus ging an dieser Stelle auch eine Ära zu Ende. Zu DDR-Zeiten war in dem zweigeschossigen, 1981 erbauten Flachbau ein "Exquisit" mit West-Bekleidung untergebracht.

Nach dem Abriss des Gebäudes soll mit der Verlängerung der Axel-Springer-Straße begonnen werden. Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werde mit dem Ausbau der ursprüngliche Zustand des Areals wieder hergestellt. Bisher stand der 1981 erbaute Flachbau wie ein Riegel zwischen Ost und West davor. Mit dem Durchstich wird es wieder eine Nord-Süd-Straßenverbindung in diesem Bereich geben.
Für das Gesamtbauvolumen (Abriss, Straßenbau und Neugestaltung) wurden vom Abgeordnetenhaus 3,25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Der Durchbruch zur Leipziger Straße ist Bestandteil des Konzepts der Verkehrsverwaltung zur Umgestaltung des Bereiches Mühlendamm / Gertraudenstraße. Langfristiges Ziel ist die Belebung des Spittelmarktes als "städtebaulich bedeutsames Innenstadtgebiet". Nach dem bereit 1996 vorgestellten "Planwerk Innenstadt" soll das Areal nach historischem Vorbild umgestaltet werden. Vorgesehen sind neben der Verlängerung der Axel-Springer-Straße auch der Rückbau der achtspurigen Gertraudenstraße sowie die Neuanlage eines kleinen Parks mit dem Ziel, daß der bis 1886 als Handelsplatz genutzte Spittelmarkt seine ursprüngliche dreieckige Gestalt zurückgewinnt

Modell Hotel Spittelmarkt

Die Voraussetzung wird gerade erfüllt: Bis Ende Juni ist der Abriss der früheren Ebbinghaus-Boutique beendet.
 
Platz ist auch für ein neues Hotel. Letzte Woche gab das Bezirksamt dem Bauherren "wip Willmeroth" grünes Licht. Ein 25-Mio.-Euro-Projekt. Im 10-stöckigen Bau (30 Meter) sollen 250 Zimmer und eine Tiefgarage untergebracht werden.
Die Grafik zeigt den geplanten Hotel-Neubau zwischen den Hochhäusern an der Leipziger Straße

Die Verlängerungsarbeiten an der Axel-Springer-Straße starten Ende des Jahres. Bauzeit: 1 1/4 Jahre.
Die Eröffnung des Hotels ist für Anfang 2010 geplant. Betreiber wird die Gruppe "Motel One". Bauherr ist die Willmeroth Projektentwicklungsgesellschaft (wip). Bei einer Infoveranstaltung im Juni haben Anwohner Befürchtungen geäußert, dass sich für sie die Wohnqualität vermindern werde. Sie gehen davon aus, dass das Hotel Schatten auf umliegende Wohnungen wirft. Willmeroth sagt, dies lasse sich durch eine Schattensimulation widerlegen.


Die Spittelkolonnaden

Die Spittelkolonnaden wurden von Carl Philipp Christian von Gontard im Jahre 1776 als Schmuck über der Brücke, die über den Festungsgraben ( Leipziger Straße ) führte, gebaut. Es war eines seiner ersten Werke von spätbarocken Klassizismus in Berlin. Die südlichen Kolonnaden mußten 1929 bereits einem Neubau weichen. Die nördliche Kolonnaden zerstörte der Krieg. 1960 wurde die Ruine abgetragen und 1979 wurde sie neu, nicht weit von ihrem einstigen Standort, errichtet. Einweihung 15.12.1979

Die Spittelkollonaden Die Spittelkollonaden Die Spittelkollonaden
Die Spittelkollonaden Die Spittelkollonaden Die Spittelkollonaden

Ein historischer Mittelpunkt Berlins soll sich ursprünglich am Spittelmarkt befunden haben. Ein preußischer Meilenstein, der 1730 am damaligen Dönhoffplatz aufgestellt wurde, war lange die Berechnungsgrundlage für die Entfernungen zu anderen Orten. Seit 1991 wird die Distanz zu anderen Städten auch vom Schnittpunkt der Leipziger mit der Seydelstraße aus gemessen. Jedoch ist die geografische Mitte Berlins nicht mittendrin, sondern in Kreuzberg. Auf 52 Grad nördlicher Breite und 13 Grad östlicher Länge befindet sich der flächenmäßige Schwerpunkt der Stadt. 3750 Grenzpunkte waren notwendig, um den Ort zu bestimmen, wo die Stadt ihr Flächen-Gleichgewicht hält. Eine Granitplatte an der Alexandrienenstraße 12-14 markiert den Punkt. Sie wurde 1997 vom Vermessungsamt Kreuzberg dort angebracht.

Alexandrienenstraße Alexandrienenstraße

Heute befindet sich hier eine Grundschule. Auf dem Gelände ist zwar jeder Baum durchnummeriert, aber einen Hinweis auf die Mitte Berlins sucht man hier vergebens.

Beim Ausbau der Leipziger Strasse wurde besonderes Augenmerk auf die Erhaltung des traditionsreichen Dönhoffplatzes gelegt. Die im 2. Weltkrieg zerstörten Spittelkolonnaden wurden rekonstruiert und das Denkmal zu Ehren des Freiherrn vom Stein wieder aufgestellt.

Links neben den Kolonnaden befindet sich das Gastgeschenk der Stadt Prag zur 750 Jahr Feier der Stadt Berlin Gastgeschenk der Stadt Prag zur 750 Jahr Feier der Stadt Berlin Gastgeschenk der Stadt Prag zur 750 Jahr Feier der Stadt Berlin

Der Dönhoffplatz

Dönhoff, Alexander Reichsgraf von, * 9.2.1683 Königsberg, - 9.10.1742, Militär.
Nachdem das alte Leipziger Tor im Festungswall von 1683 abgetragen worden war, ließ König Friedrich Wilhelm 1734 den Platz bebauen. Der Platz war damals rundum von Linden und zur Spitalbrücke mit hölzernen Marktbuden umgeben. Hier befand sich der steinerne Obelisk oder Meilenzeiger, von welchem ab 1730 der Weg bis Potsdam, später bis Magdeburg gemessen und Meilensteine gesetzt wurden. Er stand damals vor dem Leipziger Tor und hat heute seinen annähernden Standort wiedererhalten. Der Platz wurde eingezogen und erscheint 1946 letztmals im Berliner Straßenverzeichnis. Er lag an Leipziger Straße, Kommandanten-, Krausenstraße und Jerusalemer Straße.
Wo die Ufa ihren Sitz hatte

Der Dönhoffplatz um 1900 
Der Dönhoffplatz um 1900
Der heutige Dönhoffplatz 
Der heutige Dönhoffplatz
Der heutige Dönhoffplatz

Jerusalemer Straße

Die Jerusalemer Straße verläuft von Zimmer- über Krausen- und Leipziger Straße bis Mohrenstraße und Hausvogteiplatz, sie ist nach der Jerusalemer Kirche benannt. Die Kirche stand dort, wo die Jerusalemer Straße, vom Hausvogteiplatz kommend, in die Lindenstraße (heute Kreuzung Axel-Springer-, Linden-, Koch-, Oranienstraße) mündete. Die Straße wurde im Jahre 1701 bei der Bebauung der Friedrichstadt angelegt. Der Abschnitt in Kreuzberg zwischen Koch- und Lindenstraße ist 1966 entwidmet worden. Die Schreibweise der Straße war früher Jerusalemsstraße, auch Jerusalemmer Straße.
Die Straße gehörte zum sog. Zeitungsviertel, hier hatte der Mosse -Verlag seinen Sitz (Nr. 46-49). Am Hausvogteiplatz bezog das Bundesministerium der Justiz einen Komplex von Alt- und Neubauten (Nr. 24-28).

U-Bhf. Hausvogteiplatz, Ostzugang um 1908 
U-Bhf. Hausvogteiplatz, Ostzugang um 1908
Hausvogteiplatz um 1925 
Hausvogteiplatz um 1925
Brunnen am Hausvogteiplatz 
Brunnen am Hausvogteiplatz

Der Hausvogteiplatz, noch Ende des 19. Jahrhunderts im Volksmund Schinkenplatz genannt, liegt am südlichen Ende der Oberwallstraße. Hier befand sich ehemals eine Bastion der Stadtbefestigung aus dem 17. Jahrhundert. An der Nordseite ließ Friedrich II. in der Anlage des Jägerhofs 1750 die Hausvogtei errichten. Sie war das Untersuchungsgefängnis für Personen, die dem Hofgericht unterstanden. 1891 erwarb die Reichsbank das Gelände und nutzte es für einen umfangreichen 1892 bis 1899 ausgeführten Erweiterungsbau für ihr benachbartes Reichsbankgebäude, wobei das Gefängnis abgerissen wurde. An der Mohrenstraße stehen noch am ursprünglichen Ort die 1778 von Carl Gotthard Langhans errichteten Mohrenkolonnaden. Im späten 19. Jahrhundert war der Hausvogteiplatz das Zentrum des Berliner Konfektionshandels.

Mohrenkollonaden Mohrenkollonaden Mohrenkollonaden

Die Mohrenkolonnaden - Carl Gotthard Langhans baute 1787 die Mohrenkolonnaden als Brückenhalle oder Laubengang auf einer den Festungsgraben überspannenden Brücke, als man die hölzerne Brücke von 1742 durch eine steinerne ersetzte. Derartige Kolonnaden waren zuvor auf dem Mühlendamm, an der Leipziger Straße ( Spittelkolonnaden), auf der nicht mehr existenten Königsbrücke und an der Jägerstraße entstanden. Die Mohrenkolonnaden sind als einzige am ursprünglichen Ort zu finden. Mit der Überbauung des Grabens wurden sie Vorbauten der dahinter errichteten Häuser. Die südliche Kolonnade steht vor dem Prausenhof (heute Teil des Bundesministeriums der Justiz), die nördliche vor einem vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik genutzten Gebäude. Die Mohrenkolonnaden bestehen aus sieben von Doppelsäulen getragenen Rundbögen, von denen zwei sich seitlich in einem Viertelkreis an die Gebäude anschließen. In der Mitte befindet sich ein Risalit mit Dreiecksgiebel, in dessen Tympanon Reliefs Merkur und Pluto bzw. Merkur und Neptun darstellen, wahrscheinlich geschaffen von Christian Bernhard Rode (1725-1797). Der Bau weist klassizistische Formen mit barocken Elementen auf. Über den Seitenteilen und dem Giebel stellen Liegefiguren Flußgötter aus vier Erdteilen dar. Sie stammen aus den königlichen Bildhauerwerkstätten, die seinerzeit Johann Gottfried Schadow leitete. Ursprünglich genutzt als Brückenhallen mit Verkaufsständen, dienen sie heute lediglich als Schmuckelemente. Die Mohrenkolonnaden stehen unter Denkmalschutz.


Zwischen Jerusalemer Straße und Markgrafenstraße
Häuser zwischen der Jerusalemer- und Margrafenstraße
Häuser zwischen der Jerusalemer- und Margrafenstraße
Sanierung zweier Doppelhochhäuser
Sanierung zweier Doppelhochhäuser
Volumenstudie zur Leipziger Straße
Volumenstudie zur Leipziger Straße
Multipolster
Multipolster

Für das seit Jahren leerstehende Gebäude der Leipziger Straße 42 konnte der Eigentümer, die TLG Immobilien GmbH, die Möbelkette Multipolster als Vertragspartner gewinnen. Auch hier verzögerte sich die Eröffnung auf Anfang März.
Damit verfügt Multipolster in Berlin über acht Filialen. 3300 Quadratmeter Verkaufsfläche werden den Kunden zur Verfügung stehen.
Nach der Wende hatte bis vor vier Jahren eine Lebensmittelkette das Gebäude übernommen. Nach deren Auszug stand das Haus leer. Inzwischen haben die Sanierungs- und Umbauarbeiten begonnen, um das Kaufhaus auf Hochglanz zu bringen.
Multipolster beschäftigt in Berlin 90 Arbeitskräfte, zehn Neueinstellungen soll es für das Haus an der Leipziger Straße geben, heißt es.


Markgrafenstraße

Wilhelm-Külz-Straße (1968-1991)
Sie bekam ihren Namen nach dem sich in der Straße Unter den Linden befindlichen Palais der Markgrafen zu Brandenburg-Schwedt, auf deren Garten sie zulief. Die Straße entstand um 1706 bei der Anlage der Friedrichstadt und erstreckte sich zunächst nur bis zur heutigen Kochstraße. Mit dem stärkeren Zuzug von Bewohnern in die Friedrichstadt wurde die Durchlegung bis zur Lindenstraße erforderlich (1733).
1968 (zwischen Behren- und Zimmerstraße) umbenannt, heißt sie seit 1991 wie ihr Kreuzberger Teilstück wieder Markgrafenstraße.
In der Straße wohnten u. a. der Dichter Wilhelm Bornemann (Nr. 39), der Bildhauer August Kiss (Nr. 45), der Zirkusdirektor Ernst Jacob Renz (Nr. 11), der Bankier Georg von Siemens (Nr. 94) und der Theologe Carl Sonnenschein (Nr. 18). Henriette Herz führte hier einen Salon (Nr. 59), und Ernst Ludwig Heim hatte 1826 in der Nr. 66 seine Praxis. Am Emil-Rathenau-Haus der BEWAG (Nr. 35) erinnert eine Inschrift an das erste öffentliche Kraftwerk Deutschlands, das hier auf dem Hof 1885 in Betrieb ging. Unter Denkmalschutz steht das Gebäude der Seehandlung (Nr. 38) und das 1914 nach Entwurf von Oskar Kaufmann errichtete Geschäftshaus (Nr. 55). Am Gendarmenmarkt entstand von 1994 bis 1996 bzw. 1998 der Markgrafenblock und zwischen Schützen- und Zimmerstraße das Quartier Schützenstraße (Nr. 56-58). Zur Erinnerung an die im Konfektionsviertel tätigen Juden, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden, befindet sich im Haus Markgrafenstraße 36 eine Gedenktafel.
 
15. August 1885: Auf dem Hinterhof des Grundstücks Markgrafenstraße 44, das heute die Nummer 35 trägt, wird Strom-Geschichte geschrieben. Mit 540 Kilowatt Leistung geht das erste Kraftwerk Deutschlands ans Netz. 100 Volt Gleichstromspannung werden in die Kabel eingespeist. Großabnehmer sind das königliche Schauspielhaus am Gendarmenmarkt und die Reichsbank.
Immerhin 180 PS ließen sich damals aus den sechs Borsig-Kesseln herausholen. Bis zum Ende des Jahres 1885 konnten weitere 26 Abnehmer von der "Centrale Markgrafenstraße" mit Strom versorgt werden. Betreiber war die Aktiengesellschaft (AG) "Städtische Elektricitäts-Werke", die Muttergesellschaft der Bewag. Maschinenfabrikant Emil Rathenau und Oskar von Miller hatte die AG im Mai 1884 gegründet. Bis ins Jahr 1907 wurde von der Markgrafenstraße aus das umliegende Gebiet mit Strom versorgt. Danach hatte das Kraftwerk ausgedient und wurde zu einem Umformerwerk umgebaut. Von den Anlagen zwischen Jägerstraße und Taubenstraße blieb nichts übrig.


Gendarmenmarkt

Zwischen Markgrafenstraße und Carlottenstraße
Leipziger Straße-vor 1945 Hochhäuser an der Leipziger Straße- Blick Richtung Spittelmarkt-1991  
Leipziger Straße-vor 1945
 
Hochhäuser an der Leipziger Straße- Blick Richtung Spittelmarkt-1991

Charlottenstraße

Sophie Charlotte, Königin in Preußen, geb. Prinzessin von Braunschweig und Lüneburg, * 20.(30.)10.1668 Iburg b. Osnabrück, T 1.2.1705 Hannover.
Der Teil nördlich der Straße Unter den Linden entstand nach 1674 und hieß zuerst wegen der an ihr liegenden Ställe der Gardes du Corps einige Zeit Stallstraße. Die Charlottenstraße erstreckte sich anfangs auf den Teil Behren-/Kochstraße. Der Teil zwischen Kochstraße und Enckeplatz ist 1844 angelegt worden. 1879 beschloß der Magistrat die Verlängerung der Charlottenstraße bis zur Georgenstraße.
In dieser Straße wohnten u. a. der Chirurg Johann Friedrich Dieffenbach (1792-1847), Rahel Varnhagen von Ense, Carl Gotthard Langhans und sein Sohn Carl Ferdinand Langhans (1782-1869) sowie E. T. A. Hoffmann, an den am Haus Nr. 56 eine Gedenktafel erinnert. Unter Denkmalschutz stehen das M.A.N.-Haus (Nr. 43), der Römerhof (Nr. 44-45), das Geschäftshaus (Nr. 55), in dem die Hochschule für Musik ihren Sitz hat, die Handelsstätte Friedrichstadt mit dem Restaurant Lutter u. Wegner (Nr. 56) und das Gebäude der Berlinischen Bodengesellschaft (Nr. 60). Zudem befinden sich in der Straße Checkpoint Plaza, Hofgarten am Gendarmenmarkt mit dem Four Seasons Hotel Berlin, Dorint Select Hotel (Nr. 50-52) und das Quartier Schützenstraße.

Baustelle des Atriums an der Leipziger Straße Baustelle des Atriums an der Leipziger Straße Leipziger Straße, Blick in Richtung Spittelmarkt, Stadträumliche Studie, 1997
Baustelle des Atriums an der Leipziger StraßeLeipziger Straße, Blick in Richtung Spittelmarkt, Stadträumliche Studie, 1997

Das Tuteur-Haus
Ecke Leipziger Straße - Charlottenstraße
Nur noch wenige Gebäude in der Nachbarschaft erinnern heute daran, wie prachtvoll die Leipziger Straße einst ausgesehen haben muß. Das Tuteur-Haus wurde 1867 von dem Architekten C.S. Schwenk errichtet und dann 1912 von Hermann Muthesius im Auftrag des berühmten Modehauses Kersten - Tuteur vollständig umgestaltet. Doch die Judenverfolgung der Nazis treibt Jacob Tuteur in den Selbstmord. Sein Nachlaßverwalter verkauft das Haus an die Schuhfirma Bata aus Prag.
1945 zieht die tschechoslowakische Botschaft ein, nach der Trennung von Tschechien ging es in den Besitz der Slowakei über. Elf Jahre lang stritt sich die Amerikanerin Marjorie Nesbitt, eine Nachfahrin von Tuteur, vor Gericht, um das Haus wieder in Familienbesitz zu bringen. Sie siegte und baute das Haus um. Jetzt sucht sie Mieter. Bisher sind nur die Räume in der dritten Etage vermietet.
Die Moderatorin Sandra Maischberger ("Menschen bei Maischberger") und der TV-Koch Alfred Biolek sind in eines der schönsten Häuser in Mitte eingezogen. Sie haben im denkmalgeschützten Gründerzeitpalais gemeinsam die dritte Etage gemietet und dort Büros eingerichtet. Maischberger und ihre Redaktion arbeiten auf knapp 500 Quadratmetern, Biolek richtete auf 86 Quadratmeter ein Archiv ein. "Der Platz ist grandios. Ich kann den Potsdamer Platz sehen und habe die U-Bahn direkt vor der Tür", sagte Maischberger. Ihre Büros befanden sich bisher an der Oranienburger Straße.
Auch Ex-Bundesinnenminister Otto Schily , promovierter Jurist mit Bundestagsmandat, eröffnet still und leise eine Kanzlei im Tuteur Haus an der Leipziger Straße. Das Prachtgebäude mausert sich zur richtig feinen Adresse.
Aus der Berliner Morgenpost

Tuteur-Haus
Tuteur-Haus