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Die Leipziger Straße
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Berlin Magazin / Wallstraße

Spreeinsel.de Spittelmarkt

Der Spittelmarkt

Der Spittelmarkt entstand - wie der Alexanderplatz - als Platz vor dem mittelalterlichen Stadttor. Er bildet das östliches Pendant zum Leipziger Platz.
In Erinnerung an das hier unmittelbar vor dem Gertraudentor der Cöllner Stadtmauer Ende des 13. Jahrhunderts begründete Gertraudenhospital und die dazugehörende Kapelle von 1405., erhielt der Platz 1750 seinen Namen. Von der Ausstattung der kleinen Kirche ist lediglich der von Friedrich Wilhelm I. gestiftete Altar erhalten, der 1956 in der Dorfkirche von Lübars einen neuen Standort fand. Auf dem Platz wurde zudem bis 1886 Markt abgehalten, worauf der zweite Teil des Namens verweist.
Der Spittelmarkt erlebte zahlreiche Umbauten, zuletzt 1833 nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkel, bis er 1881 dem Verkehr weichen musste. Bis in die Nachkriegszeit bildete er eine stadtstrukturelle, räumliche und funktionale Einheit mit der Leipziger Straße. Durch seine polygone Figur übernahm er eine wichtige Gelenkfunktion, mit der die hier aufeinandertreffenden, unterschiedlich ausgerichteten Stadtstrukturen von Friedrichstadt, Friedrichswerder, Altstadt und Luisenstadt aufgefangen wurden.
Nach erheblichen Umbauten in den zwanziger Jahren und schweren Kriegszerstörungen hat der ehemals dicht bebaute Platz beim Wiederaufbau des Gebiets ab 1969 seine ursprüngliche Form völlig verloren.
Wie der Alexanderplatz zentraler Knotenpunkt ist, so wird ein wiederhergestellter Spittelmarkt erneut Nervenknoten für den Südwesten werden.

Spittelmarkt mit Gertraudenkirche, Kupferstich von J.Rosenberg, 1783 
Spittelmarkt mit Gertraudenkirche, Kupferstich von J.Rosenberg
1783
Der Spittelmarkt um 1888. Blick auf die Wallstraße und die Einmündung der Seydelstraße 
Blick auf die Wallstraße und die Einmündung der Seydelstraße
um 1888
Die Seydelstraße, im Hintergrund Gertraudenstraße nahe der Brücke 1896 
Die Seydelstraße, im Hintergrund Gertraudenstraße nahe der Brücke
1896
Spittelmarkt 1909 
Spittelmarkt
1909
Spittelmarkt um 1909 
Spittelmarkt
um 1909
Unten links die Leipziger Straße, oben rechts die Gertraudenbrücke, um 1920 
Unten links die Leipziger Straße, oben rechts die Gertraudenbrücke,
um 1920
Spittelmarkt um 1930 
Spittelmarkt
um 1930
Der Spittelmarkt um 1935. Die Straßenbahn vorn links im Bild kommt von der Leipziger Straße 
Die Straßenbahn vorn links im Bild kommt von der Leipziger Straße
um 1935
Spittelmarkt, 1945 
Spittelmarkt
1945
Spittelmarkt von der Leipziger Straße aus gesehen, Foto von 1954. Wiederaufbaufähige 
Spittelmarkt von der Leipziger Straße aus gesehen,
Foto von 1954. Wiederaufbaufähige
Spittelmarkt, 1945 
Spittelmarkt, Blick Richtung Gertraudenbrücke,
Bestand 1996
Gertraudenstraße - Spittelmarkt 1999 
Gertraudenstraße - Spittelmarkt
1999
Ebbingaus 
Ebbingaus
Spittelmarkt und Getraudenstraße nach dem Umbau mit Blick nach Osten 
Spittelmarkt und Getraudenstraße nach dem Umbau mit Blick nach Osten
Planwerk Spittelmarkt 
Planwerk Spittelmarkt

U-Bahnhof Spittelmarkt 
U-Bahnhof Spittelmarkt von der Wasserseite
U-Bahnhof Spittelmarkt

Gebaut von Alfred Grenander ab 1906 und konnte am 1. 10. 1908 eröffnet werden. Er ist zweigleisig mit Mittelbahnsteig. An den Enden befinden sich Vorhallen und die Ausgänge. Infolge der Zerstörungen im II. Weltkrieg war er von April 1945 bis zum 31. 7. 1945 geschlossen. 1941 waren die 45 Fensterschächte, die sich in der Bahnhofshallenwand zum Spreekanal befanden, (Foto) aus Schutz gegen Fliegerbomben zugemauert worden.

Die 15 Dreierbögen der ehemaligen Fenster sind in der Kaimauer von der Fischerinsel aus erkennbar. Im Bahnhofsinnern wurden die Spuren überdeckt, als der Bahnhof in den 60er Jahren neu gefliest wurde. Dabei wurden die ursprünglich weißen Fliesen gegen hellblaue aus der Manufaktur Boitzenburg ausgewechselt und die Reklametafeln beseitigt. 1998 begann man, ein solches Fenster vollständig bis zum Spreekanal und die anderen zwei Fenster der Dreiergruppe teilweise freizulegen. Bauarbeiter haben das Rad der Geschichte um 63 Jahre zurückgedreht. Insgesamt 45 Fensterschächte an der Hallenwand zum Spreekanal wurden freigestemmt, damit die Sonnenstrahlen wieder das Innere erleuchten können. Ein Großteil der Arbeiten an der Station wurde von der Wasserseite aus vorgenommen. Unterhalb der Wallstraße wurde ein Ponton verankert, von dem aus die Fenster freigelegt wurden. Die Öffnung der 45 Fenster gehörte zum Sanierungsprogramm der BVG. Außerdem erhielt der Bahnhof Spittelmarkt einen Aufzug, neue Treppen, Wände wurden gefliest und der Bahnsteig geebnet.

Der Bahnhof bedient heute die Linie U 2 Ruhleben-Pankow. Er steht unter Denkmalschutz und wird nach Fertigstellung der einzige unterirdische Bahnhof Berlins sein, der Tageslicht hat.

Lichtblicke Lichtblicke

Der Spindlerbrunnen

1891/92 schenkte die Familie Spindler der Stadt Berlin den Brunnen zur Erinnerung an Wilhelm Spindler, anläßlich des 50. Firmenjubiläums. Der Spindlerbrunnen war nach Entwürfen von Kyllmann u. Heyden (Walter Kyllmann und Adolf Heyden) 1891 gefertigt worden. In Anlehnung an Renaissancevorbilder gestalteten sie ihn als zweistufigen Schalenbrunnen aus rosa schwedischem Granit. Der strukturierte Brunnenstock steht in der Mitte eines runden Bassins auf einem Sockel (Gesamthöhe ca. 6,50 m). Das Wasser tritt nach oben aus, läuft über den Rand der oberen Schale in die untere und von dort in das Brunnenbecken.

Der Spindlerbrunnen

Wegen des Umbaus des Spittelmarktes mußte der Spindlerbrunnen 1927 umgesetzt werden und kam in den Volkspark Köpenick. Nachdem der im II. Weltkrieg zerstörte Spittelmarkt in den 70er Jahren neu gestaltet worden war, kehrte 1981 der Spindlerbrunnen in die Nähe des ursprünglichen Standortes zurück. 1991 demontiert, wurde er nach seiner Restaurierung 1997 wieder aufgestellt.

Im Zuge der Neugestaltung des Spittelmarktes - Werderscher Markt verschwand er bald wieder. Nun wird er wieder für eine gewisse Zeit hinter dem neuerbautem Kopfhaus Friedrichswerder Spittelmarkt 11-14 aufgebaut.

Der Spindlerbrunnen

Oberwasserstraße
Oberwasserstraße 
Jungfernbrücke
im Hintergrund das Aussenministerium

Am Spreekanal zwischen Jungfernbrücke und Gertraudenbrücke nahe dem Spittelmarkt verläuft die Oberwasserstraße. Sie erhielt ihren Namen 1778 mit Bezug auf die Schleuse, die schon 1442 zur Schiffbarmachung der Spree hier angelegt worden war. Als 1694 der Spreekanal mit einer Steinböschung eingefaßt wurde, entstand diese Uferstraße. Unterhalb der Schleuse hieß sie Unterwasserstraße.
Unter Denkmalschutz steht das 1924/25 von Philipp Nitze erbaute Technische Gebäude der Reichsbank (Nr. 10), das 1912-1915 errichtete Geschäftshaus des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes und das Geschäftshaus Nr. 13 von 1911/12.


Wallstraße

Die Wallstraße verläuft von Spittelmarkt bis zur Straße -Am Köllnischen Park- und Märkisches Ufer. Die Straße ist nach den hier zwischen 1658 und 1683 errichteten Befestigungsanlagen benannt. Zuvor nannte sie sich Neucöllnschlechtweg, Straße am Wall oder Wallstraße. Östlich der Verbindung Roßstraße hieß sie zeitweise nach der 1749 dort gebauten ersten Zuckersiederei auch Siropsgasse.
Gedenktafeln gibt es für Theodor Leipart, der im Gewerkschaftshaus wirkte, und den ehemaligen Sitz des ZK der KPD 1945/46 (Nr. 76/79).
Am denkmalgeschützten Köllnischen Gymnasium (Musikschule Mitte, Nr. 42-48) erinnert eine Gedenktafel daran, daß Alfred Wegener diese Schule besuchte. Unter Denkmalschutz stehen zudem der U-Bahnhof Märkisches Museum, das Geschäftshaus Lebram (15-15 A), das Gebäude der Botschaft Zypern (Nr. 27), die Wallhöfe (Nr. 23-24), das Gewerkschaftshaus (Nr. 61-65), das Geschäftshaus (Nr. 76-79), in dem sich früher u. a. der Dietz - Verlag befand, die Mietshäuser und Gewerbebauten Nr. 84-85 von 1872, Nr. 86 aus dem Jahre 1838 und die 1838-1839 entstandenen Mietshäuser Nr. 87-88. In der Straße wohnten u. a. Friedrich Ludwig Jahn (Nr. 21) und Herrman Henselmann ( Architekt des Fernsehturms und der Stalinallee ). Hier befindet sich auch der Spindlershof (Nr. 9-13).


Kurstraße

Der Begriff Kur leitete sich vom Althochdeutschen "churi" ab, was soviel wie Wahl bedeutete. Anlaß für die Benennung kann das 1886 abgerissene Fürstenhaus - der ursprüngliche Sitz des Kurfürsten in der 1662 privilegierten neuen Stadt Friedrichswerder -, das sich an dieser Straße befand, gewesen sein. Sie wurde bis um 1800, als auch die Alte Friedrichstraße einbezogen wurde, Churstraße geschrieben.
Hier erstreckt sich das denkmalgeschützte Gebäude der Reichsbank. In der Straße befand sich das Friedrich-Werdersche Gymnasium (Nr. 53-55).

Kurstraße mit dem Aussenministerium 
Kurstraße
mit dem Aussenministerium

Niederwallstraße

(17. Jh.-1733) Schmiedegasse
Der Straßenname weist auf die ehemalige Stadtbefestigung hin, hinter der die Straße verlief. 1733 erhielt die im 17. Jahrhundert entstandene Straße zur Unterscheidung von der Oberwallstraße ihren heutigen Namen.
Unter Denkmalschutz steht die 1885 vermutlich von Hermann Blankenstein erbaute Gemeindeschule (Nr. 6-7), die heute vom Oberstufenzentrum Industrie und Datenverarbeitung genutzt wird, die Kongregation der Grauen Schwestern (Nr. 8-9) und die Botschaft Marokko (Nr. 39, Kurfürstlicher Jägerhof).


Seydelstraße

Seydel, Karl Theodor, * 14.7.1812 Minden (Westfalen), t 9.1.1873 Berlin,
Jurist, Kommunalpolitiker und Oberbürgermeister.
Die Straße ist 1874 als neue Verbindungsstraße zwischen Spittelmarkt und Alte Jakobstraße angelegt worden. Zu vor verschwand mit dem Straßenbau die Bezeichnung An der Sparwaldbrücke, benannt nach dem Fuhrwerkbesitzer Sparwald, der dort Grundbesitz hatte. Auf diesem Terrain stehen jetzt die Hintergebäude Seydelstraße 1-3. Die Straße erhielt beim Neuaufbau dieses Gebietes im Jahr 1970 einen anderen Verlauf.


Beuthstraße

Beuth, Christian Peter Wilhelm, * 28.12.1781 Cleve, t 27.9.1853 Berlin, Politiker.
Die Straße wurde 1872 durch die Centralstraßen-Aktiengesellschaft angelegt und deshalb Centralstraße genannt. Im selben Jahr noch erfolgte die Umbenennung.