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Haus Vaterland

Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz liegt an Potsdamer, Bellevuestraße, Ebertstraße, Leipziger, Stresemannstraße und Alter Potsdamer Straße.
Der aus einer Grünanlage entstandene Platz erhielt seinen Namen 1831 nach dem Potsdamer Tor, das 1823/24 von Karl Friedrich Schinkel östlich des Platzes neu errichtet worden war. Er war im eigentlichen Sinne kein Platz, sondern ein besonders wichtiges Verkehrskreuz im Zentrum Berlins. Ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Bebauung des gesamten Areals war die Anlage des Potsdamer Bahnhofs, von dem am 29.10.1838 die erste Berliner Eisenbahn nach Potsdam fuhr.
Der Potsdamer Platz an Potsdamer, Bellevue-, Ebert-, Leipziger, Stresemann- und Alter Potsdamer Straße liegt an der Grenze zwischen Mitte und Tiergarten. Früher gehörte der ganze Platz zu Tiergarten, später nur noch der westliche Teil. Heute gehört der Potsdamer Platz nur noch zu Mitte. Was heute allgemein als Potsdamer Platz bezeichnet wird, ist das umliegende Areal in Tiergarten.In den 20er Jahren galt er als der verkehrsreichste Platz des europäischen Kontinents. Er erlangte einen geradezu legendären Ruf als Sinnbild des modernen Großstadtlebens und regte Maler wie Lesser Ury und Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) sowie Dichter wie René Schickele (1883-1940) an. Am 20. 10. 1924 wurde hier der Verkehrsturm mit der ersten Berliner Ampelanlage in Betrieb genommen, die bis 1935 mit rot-weiß-grün und blauem Licht den Verkehr regelte. 1997 wurde auf dem Platz eine Nachbildung aufgestellt. Nach den Zerstörungen im II. Weltkrieg folgte nach einer kurzen Blütezeit als Schwarzmarkt die Verödung durch seine Lage im Grenzgebiet.

Potsdammer Platz 1920 
Potsdammer Platz 1920
Potsdammer Platz 
Potsdammer Platz
Potsdammer Pltz mit Blick in die Leipziger und Stresemann-Straße 
Potsdammer Pltz mit Blick in die Leipziger und Stresemann-Straße
Maria Curter
20. Oktober 1924: Erster Verkehrsturm am Potsdamer Platz
Potsdammer Platz - Luftbild 1925 
Potsdammer Platz - Luftbild 1925
Potsdamer Platz 1928 
Potsdamer Platz 1928
Haus Vaterland am Potsdammer Platz um 1930 
Haus Vaterland am Potsdammer Platz um 1930
Potsdamer Platz Anhalter Bahnhof 1930 
Potsdamer Platz Anhalter Bahnhof 1930
Potsdammer Platz und Blick in die Leipziger Sraße um 1930 
Potsdammer Platz und Blick in die Leipziger Sraße um 1930
Potsdammer Pltz um 1930 
Potsdammer Pltz um 1930
Gerhard Keiderling
Heißes Pflaster im Kalten Krieg
Der Potsdamer Platz zwischen 1945 und 1990
17.Juni 1953 Potsdamer Platz Demonstranten fliehen vor sowjetischen Panzern 
17.Juni 1953 Potsdamer Platz Demonstranten fliehen vor sowjetischen Panzern
Potsdammer Platz 1962 
Potsdammer Platz 1962
Potsdammer Platz - Leipziger Straße 1962 
Potsdammer Platz - Leipziger Straße 1962
Potsdamer Platz - Stresemannstraße Januar 1990 
Potsdamer Platz - Stresemannstraße Januar 1990
S-Bahnhof Potsdammer Platz Juni 1995 
S-Bahnhof Potsdammer Platz Juni 1995
Infobox Potsdamer Platz 1 
Infobox Potsdamer Platz 1
Info-Box am Potsdamer Platz

1990er Jahre (Zeitgenössische Moderne) Architekten: Till Schneider, Michael Schumacher 1995. Lästerzungen behaupten, die Info Box sei der mit Abstand interessanteste Bau am neuen Potsdamer Platz - sie soll demnächst wieder abgebaut werden. Einziger Zweck ihres provisorischen Daseins ist es, Besucher über die Bauprojekte am Potsdamer Platz zu informieren, solange das riesige Areal der "größten Baustelle Europas" noch von Baufahrzeugen, Gerüsten und Kränen bevölkert wird. Schon mehren sich die Stimmen, die ein Weiterleben nach der Fertigstellung fordern, denn die Box steht innerhalb des Oktagons des Leipziger Platzes, und bebaut werden soll ihr Standplatz nicht.
Die Info Box ist ein 15 Meter hoher, 62 Meter langer und 15 Meter tiefer Kasten, der acht Meter über dem Boden auf Stelzen steht. Die Stahlverbandskonstruktion ist mit knallroten Stahlblechplatten verkleidet. Ihre charakteristische Erscheinung verdankt die Box jedoch den scheinbar wahllos verteilten kleinen und großen Glasflächen, die ungehinderte Einblicke in das Innenleben gewähren - und aus dem Café im dritten Stock einen hervorragenden Ausblick.
Auf drei Geschossen präsentieren sich die am Potsdamer Platz vertretenen Bauherren mit Schautafeln, Modellen und Multimediapräsentationen.
Die Info-Box wurde inzwischen abgebaut und kann nicht mehr besichtigt werden. Ihre Beschreibung ist in der aktuellen Auflage des Architekturführers nicht mehr enthalten.

Potsdamer Platz, (S-Bahnhof)

unter der Ebertstraße. Am 3./4. 7. 1933 fiel die Entscheidung für die 5,8 km lange Untertunnelung der Innenstadt zum Bau der Nord-Süd-S-Bahn. Der Architekt Richard Brademann (1884-1965) wurde mit der Ausführung beauftragt, die von 1935 bis 1939 erfolgte. Während der Bauarbeiten, die als Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme liefen, kam es zu schweren Unglücksfällen, so wurden am 20. 8. 1935 im Bauabschnitt Hermann-Göring-Straße (heute Ebertstraße) 23 Bauarbeiter verschüttet, von denen nur vier gerettet werden konnten. Mit der Sprengung der Tunneldecke zum Landwehrkanal Ende April 1945 wurden S-Bahntunnel und Bahnhöfe überflutet. Der S-Bahnverkehr auf der Nord-Süd-Linie konnte erst am 15. 11. 1947 in vollem Umfang wieder aufgenommen werden. Im Zusammenhang mit dem Bau der Berliner Mauer war ab 1961 der Bahnhof abermals geschlossen. Von nun ab diente die Nord-Süd-Anlage nur dem West-Berliner Zugverkehr als Transitstrecke. Nach dem Fall der Mauer begann 1991 eine Generalsanierung des Tunnels. Ab 1. 3. 1992 konnte der volle Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz.

Potsdamer Platz, (U-Bahnhof)

4 m unter dem Leipziger Platz bis hin zur Stresemannstraße. Der östliche Ausgang führt zum Potsdamer Platz und zur Leipziger Straße, der westliche in Richtung Potsdamer Platz und Stresemannstraße. 1906/07 von Alfred Grenander gebaut, wurde er am 18. 9. 1907 unter dem Namen Leipziger Platz eröffnet und erhielt am 29. 1. 1923 seinen heutigen Namen. Er war Nachfolger des seit 11. 2. 1902 benutzten und 1907 abgerissenen Bahnhofs P., der sich ca. 180 m südwestlich befunden hatte. Der alte Bahnhof war Endstation der 1902 eröffneten Strecke Stralauer Thor-Potsdamer Platz. Der zweigleisige U-Bahnhof verfügt über einen 9,30 m breiten Mittelbahnsteig. An den Enden befinden sich Vorhallen und die Zugänge. Infolge der Zerstörungen im II. Weltkrieg wurde der Bahnhof im April 1945 geschlossen, am 30. 7. 1945 wieder geöffnet und am 13. 8. 1961 bei Grenzschließung erneut stillgelegt. Danach diente er als Abstell- und Wendeplatz für die am Bahnhof Thälmannplatz/Otto-Grotewohl-Straße (heute Mohrenstraße) endenden Ostberliner U-Bahnzüge. 1990 wurde mit dem Abriß der Grenzbefestigungsanlagen begonnen und der Bahnhof rekonstruiert, wobei er wieder seine ursprüngliche Wandverkleidung mit weißen Fliesen sowie die grünumrandeten Stationsschilder und Reklametafeln erhielt. Am 12. 11. 1993 konnte der durchgängige Zugbetrieb wieder aufgenommen werden. Der Bahnhof bedient die U-Bahnlinie U 2 Ruhleben-Pankow. Er steht unter Denkmalschutz.


Ebertstraße

sie verläuft von Potsdamer Platz, Leipziger und Stresemannstraße bis Dorotheen-, Scheidemannstraße und Friedrich-Ebert-Platz.
Frühere Namen Kasernenstraße (um 1767-1859) Sommerstraße (1859-1925) Schulgartenstraße 1831-1867) Brandenburgische Kommunikation (1845-1867) Königgrätzer Straße (1867-1915) Budapester Straße (1915-1925) Sommerstraße (1859-1925) Friedrich-Ebert-Straße (1925-1933) Hermann-Göring-Straße (1933-1945)
Ebert sen., Friedrich, * 4.2.1871 Heidelberg, t 28.2.1925 Berlin, Politiker.
Der Hauptteil der Straße befindet sich in Mitte. Nur der westliche Bürgersteig zwischen Spree und Brandenburger Tor gehört zu Tiergarten. Der Name Hermann-Göring-Straße wurde nach der Befreiung vom Faschismus nicht mehr benutzt. Amtlich erfolgte die Umbenennung in Ebertstraße erst am 31. Juli 1947 im Komplex mit weiteren Umbenennungen. 1999 wurde der Teil zwischen Scheidemann-, Ebert-, Dorotheenstraße und Reichstagufer in Friedrich-Ebert-Platz umbenannt
Während der Teilung verlief hier die Berliner Mauer. Unter Denkmalschutz steht das Haus des Vereins Deutscher Ingenieure (Nr. 27), das in den Komplex des Jakob-Kaiser-Hauses des Deutschen Bundestages einbezogen wurde.


Stresemannstraße

sie verläuft von Wilhelmstraße bis Potsdamer Platz und Potsdamer Straße.
Frühere Namen Hirschelstraße (1831-1867) Potsdamer Kommunikation (1845-1867) Königgrätzer Straße (1867-1930) Saarlandstraße (1935-1947)
Stresemann, Gustav, * 10.5.1878 Berlin, t 3.10.1929 Berlin, Politiker.
Die Straße entstand mit der Stadterweiterung. Auf der Mitte der Straße befand sich bis 1868 die Zoll- und Akzisemauer. Der Teil vom Potsdamer bis Anhalter Tor hieß innerhalb der Mauer Potsdamer Kommunikation, außerhalb Hirschelstraße. Der Teil vom Anhalter Tor bis zum Halleschen Tor nannte sich Anhaltische Kommunikation.
Die heutige Stresemannstraße trug 1867 noch den Namen eines Ortes, an dem die Preußen eine ihrer glorreichen Schlachten schlugen, und hieß »Königgrätzer Straße«. 1929 taufte man sie auf den Namen des ehemaligen Reichskanzlers und Außenministers. Es dauerte knapp sechs Jahre, bis Hitler die Huldigung des ihm verhaßten »Erfüllungspolitikers« rückgängig machte und die Allee in Saarlandstraße umbenannte – anläßlich der Wiedereingliederung des Saarlandes ins Tausendjährige Nazireich. 1947 erfolgte dann die Rückbenennung in Stresemannstraße.
Am 8. Oktober 1970 wurde ein Teil der Stresemannstraße entwidmet. In der Stresemannstraße 62/64 erfolgte die Rekonstruktion eines Teils der historischen Stadtmauer.Unter Denkmalschutz steht der 1913-1919 errichtete Ergänzungsbau des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten (Nr. 128).


Bellevuestraße

sie verläuft von Lennéstraße am Kemperplatz bis Potsdamer Platz.
Früherer Name Thiergartenweg (18. Jh.-1831)
Bellevue (frz., schöne Aussicht), seit dem Barock beliebter Name für Lustschlösser, heute auch von Hotels und Gaststätten mit schöner Aussicht genutzt. Der Name bezieht sich auf das Schloß Bellevue. br>Ein Teil der Bellevuestraße (Nr. 1 bis 10) gehörte früher zum Bezirk Mitte. Die Straße ist ein Teil des Lennédreiecks (Lennéstraße, Bellevuestraße, Ebertstraße), das durch die Bezirksreform 1938 zu Mitte kam. Beim Bau der Berliner Mauer 1961 abgeschnitten, wurde es durch einen vom Senat von Berlin und der DDR vereinbarten Gebietsaustausch am 1.7.1988 Tiergarten zugeschlagen.In der Straße wohnten u. a. Wilhelm Bornemann (Nr. 7 und 5), Joseph von Eichendorff (Nr. 7), Theodor Fontane (Nr. 16), Ferdinand Lassalle (Nr. 13) und Bethel Henry Strousberg (Nr. 9). An der Stelle des Sony-Centers befanden sich früher das Hotel Esplanade und der Volksgerichtshof, an diesen erinnert eine am Straßenrand in den Boden eingelassene Gedenktafel.


Potsdamer Straße

sie verläuft von Potsdamer Platz über die Potsdamer Brücke und Bülowstraße bis Haupt-, Grunewald- und Langenscheidtstraße.
Früherer Name Potsdamer Chaussee (um 1792-1831)
Die Potsdamer Straße ist der erste Abschnitt der 1792-1795 erbauten ersten Berliner Chaussee, die die preußischen Residenzstädte Berlin und Potsdam miteinander verband. Nach 1871 wurde sie zum Teilstück der von Aachen nach Königsberg führenden Reichsstraße Nr. 1. Am 3.5.1841 erhielt der Teil vor dem Landwehrgraben (heute Landwehrkanal) bis zum Botanischen Garten ebenfalls den Namen Potsdamer Straße. Am 20.7.1967 und am 24.1.1973 wurden Teilstücke eingezogen. Der Verlauf der Straße nördlich des Landwehrkanals wurde im Zuge der Errichtung des Kulturforums verändert. Am 29.10.1923 wurde aus dem Vox-Haus in der Potsdamer Straße 4 die erste Rundfunksendung Deutschlands ausgestrahlt.Mit der Neubebauung des Gebietes am Potsdamer Platz wurde die Straßenführung verändert. Ein Teil der früheren P. erhielt den Namen Alte Potsdamer Straße. In der P. befindet sich die Staatsbibliothek (Nr. 33), an der eine Gedenktafel an den Bau (1967-1978) und die Eröffnung (1978) erinnert. Man trifft hier auf verschiedene Plastiken (-Illion-, -Der Bogenschütze-) und Denkmäler (-Simon Bolivar-). Weiter findet man in der P. die St.-Ludgerus-Kirche (Nr. 94), eine Reihe Verlage und das Gebäude der Tageszeitung Der Tagesspiegel (Nr. 81/83) sowie das Varieté Wintergarten (Nr. 96). Unter Denkmalschutz stehen die Neue Nationalgalerie (Nr. 50), das Anton-von-Werner-Haus (Nr. 81A) sowie die Wohn- und Geschäftshäuser Nr. 58, 87, 97, 103-107 und 116.