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Michael Hölzle und Michael Schneider

Gebäude im Fliegerhorst

Der Fliegerhorst Memmingen - im bayrisch-schwäbischen Voralpenland gelegen - war einer der schönsten Einsatzplätze der Bundesluftwaffe. Jeder, der dort gedient hat, kann sich an die einmalige Silhouette erinnern, die die Alpen bei bestimmten Wetterlagen im Süden des Flugplatzes boten. Wo sonst gab es z.B. die Möglichkeit, Flugzeuge vor einem solchen Panorama zu fotografieren?

Bereits 1936 für die damalige Luftwaffe erbaut diente er während des 2. Weltkrieges unterschiedlichsten Schul-, Jagd- und auch Bomberverbänden als Einsatzplatz. Außerdem wurden in Memmingen die neuen Strahljäger vom Typ Messerschmitt Me 262 eingeflogen. Diese Tätigkeiten blieben den Amerikanern mit ihrer erschreckenden Luftüberlegenheit natürlich nicht verborgen und am 18 März 1944 erfolgte der erste große Luftangriff anf den Platz. Genau 4 Monate später - am 18. Juli 1944 - wurde der Fliegerhorst Memmingerberg erneut angegriffen. Über diese Tragödien sind der Nachwelt viele Augenzeugenberichte erhalten.

In den Monaten danach folgten immer wieder Tieffliegerangriffe durch allierte Jagdflugzeuge, die sich wie überall in Deutschland, bis Kriegsende hinzogen.

Noch im April 1945, wenige Tage vor Kriegsende, wurde der Fliegerhorst nochmals heftig angegriffen. Eine erhalten gebliebene Luftaufnahme französischer Aufklärer zeugt von den verheerenden Bombenschäden.

Der Befehl, die noch intakten Gebäude des Flugplatzes vor dem Abrücken der eigenen Truppen vollständig zu sprengen, wurde von weitsichtigen Personen nur teilweise durchgeführt. Trotzdem waren die Sprengungen bis weit ins Umland zu hören. Man kann sich vorstellen, wie solche Maßnahmen die Untergangsstimmung in der Bevölkerung noch verstärkt haben mögen. Auch dazu gibt es nachdenklich stimmende Zeugenaussagen.

Wie oben erwähnt war Memmingen schon damals einer der schönsten Flugplätze Deutschlands. Durchweg neue Gebäude und Flugzeughallen waren umsäumt von gepflegten Außenanlagen und Blumenbeeten. Teilweise wurden die einzelnen Unterkunftblöcke durch niedrige Mauern voneinander getrennt.

Wusste man nicht, dass man sich in einer militärischen Anlage befand, konnte man durchaus glauben, sich in einem für damalige Maßstäbe modern angelegten Wohngebiet zu befinden.

Leider wurden einige dieser Gebäude bei den Luftangriffen zerstört und nicht wieder aufgebaut, so dass der Fliegerhorst heute ein anderes Gesicht zeigt als damals. Viele sind aber auch nahezu unverändert erhalten geblieben:

- die Hauptwache mit dem heutigen Gebäude 2
- die ehemalige Kommandantur, heute Block 1
- die Blocks 9 und 19 - das Fahrschulgebäude u.v.a.
Hauptwache von Westen
Die Hauptwache, wie sie sich dem Besucher von außen zeigt

Hauptwache von Süden
Südansicht der Hauptwache

Leider wurde das alte und wunderschöne Offizier-Casino zerstört und in der Form nicht wieder aufgebaut. Heute steht an dieser Stelle ein Flachbau, der bis zur Auflösung dem gleichen Zweck diente.

Im Flugbetriebsbereich sind aus dieser Zeit nur noch 2 Gebäude erhalten; die Halle 23 (damals Halle xx) und ein Teil des damaligen Flugleitungsgebäudes 35, welches heute als Wohngebäude genutzt wird. Der Rest war bereits völlig zerstört oder wurde nach dem Krieg abgerissen.

Im Laufe der Jahre nach dem 2. Weltkrieg hatte der Fliegerhorst sein Gesicht vor allem im Flugbetriebsbereich gewandelt. Hallen technische Anlagen und Shelter wurden gebaut, um den modernen Anforderungen und Nato-Vorgaben gerecht zu werden. Zudem forderte jede Umrüstung auf ein neues Flugzeugmuster viele Änderungen.

Trotzdem hat der Fliegerhorst Memmingen seinen eigenen Charakter behalten und noch bis zur Auflösung des Geschwaders begrüßte die altbekannte Hauptwache in fast unverändertem Bauzustand die Besucher des Fliegerhorstes.

Halle 42 vom Tower aus gesehen
Südwestseite der Halle 42 mit Blickrichtung Ungerhausen

Südseite Halle 42
Die Südseite der auch Picasso-Halle genannten Flugzeughalle