Die Entstehung von Wetterextremen

Der Hurrikan

Die meisten Hurrikane entwickeln sich im so genannten "Kalmengürtels", eine schmale Zone zwischen den nordöstlichen und den södöstlichen Passatwinden. In diesem Gebiet treten periodisch Windstillen, schwache Winde aus unterschiedlichen Richtungen und häufige Böen auf. Im Atlantik liegt die Kalmenzone zum größten Teil nördlich des Äquators. Darum kommen im südatlantischen Ozean keine Hurrikane vor. Im Pazifik dagegen erstreckt sie sich zu beiden Seiten des Äquators, deshalb treten im Nord- wie im Südpazifik diese Orkane auf. Hurrikane entstehen nur Über warmen Ozeanen, die mindestens eine Wassertemperatur zwischen 26 und 27 °C aufweisen müssen. Dies kommt meist in den Sommer- und Herbstmonaten vor.

Ein Hurrikan kann Windgeschwindigkeiten von über 220 km/h erreichen. Der Luftwirbel dreht sich dabei um eine Tiefdruckzone im Zentrum, dem so genannten "Auge" des Sturmes. Diese Zone, die etwa 20 Kilometer Durchmesser hat, ist windschwach und niederschlagsarm.
Ein solcher tropischer Wirbelsturm bildet sich, wenn feuchtwarme Luftmassen in große Höhe aufsteigen. Vom Rand des Sturmes in Richtung Zentrum fällt der Luftdruck rapide ab, und die Windgeschwindigkeit nimmt zu. Ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen die Winde in der Nähe des Punktes mit dem niedrigsten Luftdruck. Das zentrale Gebiet eines Hurrikans hat einen ungefähren Durchmesser von 240 Kilometern, mit seinen Randbereichen ist er in einem Umkreis von etwa 500 Kilometern zu spüren. Die Stärke eines Hurrikans wird in den Stufen 1 bis 5 gemessen. Die Windgeschwindigkeit der niedrigsten Stufe 1 beträgt wenigstens 120 Kilometer pro Stunde, die der stÄrksten Stufe 5 Über 250 Kilometer pro Stunde.

Die Bahn eines Hurrikans ähnelt im Allgemeinen einer Parabel. Auf der nördlichen Halbkugel wandern die Stürme zunächst in nordwestlicher Richtung und drehen in höheren Breiten häufig nach Nordosten ab. Auf der südlichen Halbkugel ziehen sie zuerst nach Südwesten und bewegen sich anschließend nach Südosten. Wirbelstürme kommen unterschiedlich schnell voran. Je langsamer der Sturm voran kommt, desto gefährlicher ist er auch.

Da das Entstehen dieser riesigen Wirbelstürme von hohen Wassertemperaturen abhängt ist es wohl klar, welche Auswirkung eine Erwärmung der Atmosphäre haben wird. Die Anzahl und Stärke der Hurrikane wird kontinuierlich zunehmen.

Tornado

Ein Tornado wird durch aufgesogenen Staub und durch Kondensation von Wassertröpfchen als schlauchförmiger Wirbel sichtbar, der bis zum Boden reicht. Der Wirbel besitzt einen Durchmesser von wenigen hundert Metern und eine kurze Lebensdauer. Er wandert über Strecken bis etwa 30 Kilometer. Tornados ziehen schwerste Verwüstungen nach sich. Ihre Windstärken sind detulich höher, als jene eines Hurrikans. Sie gelten als die höchsten auf der Erde vorkommenden, werden auf über 600 Stundenkilometer geschätzt, bei besonders starken Stürmen sogar über 800 Stundenkilometer. Messungen sind aber wegen der enormen Stärke der Winde unmöglich. Im Zentrum („Auge”) eines Tornados herrscht wahrscheinlich extremer Unterdruck. Die Schäden bei Tornados werden sowohl durch dieWindstärken als auch durch den extremen Unterdruck verursacht. Er lässt Gebäude auseinanderbersten. Der Druck sinkt stets zunehmender Geschwindigkeit. Je schneller also der Sturm, desto tiefer der Unterdruck. Ein fatales Zusammenspiel der Extreme.

Tornados entstehen aus Zyklonen über den tropischen Teilendes Atlantiks. Meist drehen sich die Tornados auf der Nordhalbkugel gegen den, auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn, aber es gibt auch Ausnahmen. Wie ein Tornado entsteht ist noch nicht restlos geklärt. Auf jeden Fall sind sie an das Aufeinandertreffen starker Temperaturgegensätze Auslöser solcher Wetterextreme.

Daher liegt es wie beim Hurrikan auf der Hand, dass durch zunehmende Erderwärmung auch das Auftreten solcher extremen Stürme zunehmen wird. Sie Folgen daraus sind katastrophal.


Zurück zu Seite 1