...und warum die Arten aussterben.

Die Ursachen für das Artensterben sind vielfältig.
Jedoch ist letztendlich fast immer der Mensch beteiligt, wenn eine Art für immer von unserem blauen Planeten verschwindet.

Doch warum genau sterben Arten aus?
Auf diese Frage gibt es eine Menge Antworten. Einige möchte ich auf meiner kleinen Seite beschreiben.

Lassen Sie uns erneut zu einer kleinen, fiktiven Expedition in die Welt starten. Wir reisen mit unserem kleinen, fiktiven Ökojet, der uns binnen kurzer Zeit an jeden beliebigen Ort auf unserer Erde bringen kann.

Steigen wir also ein, schnallen Sie sich an - und los geht´s! Wir starten die Wasserstoffantriebe, die mit Hilfe einer Brennstoffzelle und flüssigem Wasserstoff gespeist werden. Schnell sind wir auch schon in der Luft.

Unter uns ist das Wasser des Atlantiks zu sehen - ja wir reisen in die Welt über dem "großen Teich". - Nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika - vielmehr nach Südamerika.

Unsere erste Reise führt uns nähmlich in den am meisten bedrohten Lebensraum - den Regenwald.
Wir blicken aus dem Fenster und erkennen eine große, mit grünem Wald bewachsene Fläche.
Wo ist hier nun das Artensterben, werden Sie sich fragen.
Um dieses zu sehen fliegen wir ein wenig weiter nach Norden, in Richtung des Amazonasbeckens.
Und schon erkennen wir in diesem riesigen, grünen, scheinbar undurchdringlichen Teppich Lücken, in denen braune Erde hindurch schimmert. Diese Lücken werden an mehr und mehr Stellen sichtbar - ganze Schneisen sind in den Wald geschlagen.
Wir entdecken immer mehr kahlgeschlagene oder gerodete Hügel. Hier hat man wohl Erdöl, Kohle oder andere Bodenschätze gefunden und unter anderem deshalb den Wald abgeholzt. Und dies eben nicht zum Wohle der Bewohner - also eigentlichen Landbesitzer. Den Profit streichen vielmehr Großkonzerne ein.

Diese Abholzung verläuft mit zum Teil katastrophalen Folgen für die Natur. Denn betrachten wir uns einmal den Amazonas und das sogenannte Mündungsdelta, in dem er ins Meer fließt, so stellen wir fest, dass das Wasser seltsam braun ist.

Wen wundert das? Denn durch den Kahlschlag und die in den Tropen häfig auftretenden Regenfälle wird der fruchtbare Waldboden ins Wasser gespüt. Flächen, die zur Bewirtschaftung gerodet wurden verlieren ihre Fruchtbarkeit. Da die dort ansässigen Bewohner oft von der Landwirtschaft abhängig sind, müssen sie sich eine neue, fruchtbare Fläche suchen, wieder Wald abholzen und das Spiel beginnt von vorne.

Aber auch die vielen Schadstoffe, die bei der Rohstoffgewinnung ans Tageslicht gelangen, werden in das Wasser des Amazonas eingespült und vergiften allmählich das Wasser mit Schwermetallen und anderen gefährlichen Stoffen.
Das bleibt weder ohne Folgen für die Flussanwohner, deren Trinkwasser verseucht wird, noch für die Natur.
Die Mangrovenwälder, die sich am Mündungsdelta befinden, leiden nicht nur an dem Närstoffeintrag, sondern auch an den Giften im Wasser.

Dies sind schon zwei Beispiele, warum Arten aussterben. Aber es ist praktisch nur die Spitze eines riesigen Eisberges.
Denn durch die Abholzung gehen verständlicherweise auch Rückzugsräume für Tiere zurück. Das Ökosystem Regenwald ist sehr empfindlich. Auch hier ist eine Art von der anderen abhängig. Wenn Bäume gefällt werden - sei es um das Holz zu verkaufen, Papier herzustellen, Weideland zu schaffen, Plantagen oder eben an die Bodenschätze zu gelangen - verschwindet auch der Lebensraum der Tiere.
Im Regenwald steckt ungeheures Potential an Arten - und von diesem geht Tag für Tag mehr und mehr verloren - sowohl in Flora, als auch in der Fauna.

In den 80er Jahren erreichte die Waldzerstörung über 20 Mio. ha pro Jahr!
So geht auch die biologische Vielfalt in den Tropen mehr und mehr verloren.
Tiere, wie der Fischertukan, der Hornfrosch, der Margay, der Rotaugenlaubfrosch oder der Harlekinsbock - eine Art riesiger Falter - bekommen mehr und mehr Existenzprobleme und auch die Anzahl der Pflanzenarten geht mehr und mehr zurück. Dabei ist der Regenwald die sogenannte "Grüne Lunge" unseres Planeten. Er nimmt eine große Menge an CO2 auf und gibt Sauerstoff in die Atmosphäre ab.
Außerdem beeinflusst er unser Klima in besonderem Maße.
Und so wären wir bei einem der nächsten Gründe für das Artensterben angelangt - die Klimaveränderung! Momentan sind sehr viele Tiere in ihrer Existenz bedroht, weil es ihnen schlicht und ergreifend zu warm oder zu kalt wird.

Lassen Sie uns in eine andere Welt starten, in die der halbjährige Dunkelheit, der Polarlichter, der eisigen Winde. Kurz - in die Artis.

Wie bekannt ist, besteht diese nur aus dickem Eis.

Nach einiger Zeit sind wir ganz weit im Norden unserer Erdhalbkugel angekommen. Wir erblicken das Packeis, eine Eisscholle treibt ruhig durch das Meer, einige Robben sitzen auf ihr und sonnen sich.
Nach neuesten Forschungen werden wir diese Idylle nicht mehr sehr lange bewudnern können. Denn der Eispanzer wird aufgrund der Klimaerwärmung mehr und mehr schmelzen und damit wären alle Wesen, die auf ihm leben, bedroht.

Die Eisbären z.B. werden mehr und mehr ihren Lebensraum verlieren - auch die Robben und anderen Wesen, die dort leben.

Um ein weiteres, nicht nur durch die Klimaerwärmung bedrohtes Säugetier anzutreffen, muss man in die Tiefen des arktischen Meeres abtauchen. Dazu lassen wir einen kleinen Tauchroboter an einem Seil befestigt in die Tiefe hinab. Zuvor habe ich den Schub umgestellt, damit wir auf der Stelle fliegen können. Der Roboter sendet uns nun Bilder auf einen kleinen Bildschirm.

Anfangs erkennen wir nur ein paar kleinere Fische. Doch dann sehen wir ein Wesen, das wir gesucht haben - ein Wal!

Dieser, den wir sehen, ist ein eher kleiner Vertreter dieser Art. Es ist ein sogenannter Schwertwal - auch Killerwale genannt. Das jedoch zu Unrecht, denn die Tiere können zwar größere Wesen fressen, sind aber eigentlich eher scheu und werden Menschen nur attackieren, wenn sie bedroht werden.
Gleiches gilt für den sogenannten Weißwal oder auch Beluga. Dieser weiße Säuger ist weder Wal, noch Delfin, sondern stellt mit dem sogenannten Narwal eine eigene Gruppe.
Auch der Narwal - das sogenannte Einhorn unter den Meeressägern - lebt in diesen kalten Gewässern. Die männlichen Wesen dieser Art besitzen einen langen, gewundenen Zahn, der scheinbar als Geschlechtsmerkmal dient und - je nach Länge - die Rangfolge anzugeben scheint.

Diese Wale jedenfalls sind bei einer Erwärmung des Meeres enorm bedroht, da sie auf die kalten Temperaturen angewiesen sind.

Ähnlich verhält es sich mit den Korallen in der Südsee. Nur werden diese Existenzprobleme bekommen, wenn die Meerestemperatur und der Meeresspiegel steigt. Denn auch sie benötigen die Temperatur zu Leben, an die sie gewohnt sind. Gehen wir nun weiter zum Watt. Auch hier wird ein Anstieg des Wasserspiegels das Watt praktisch auslöschen, da das heutige Watt trotz Ebbe und Flut dann ständig überflutet wäre. Es gibt noch viel mehr negative Auswirkungen, doch ich glaube, diese Fakten genügen, um zu sehen, wie fatal sich die bevorstehende Klimaerwärmung auf die Flora und Fauna der Erde auswirken wird.

Dabei entsteht die Klimaerwärmung hauptsächlich wieder einmal durch das Wesen Mensch. Die Verbrennung von großteils fossilen Brennstoffen und das daraus entstehende CO2 sorgt dafür, dass sich die Temperaturen auf unserem Planeten mehr und mehr erhöhen.
Denn dieses so genannte Treibhausgas sammelt sich in der Atmosphäre und verhindert, dass die Wärme nach oben entweichen kann - ähnlich wie das Glas eines Treibhauses wirkt.

Und sie hat auch weitere Auswirkungen auf die Erde. Denn höhere Temperaturen bedeutet auch eine völlige Umstellung des Wetters - Klimaextreme sind die Folge. Lassen Sie uns wieder in unseren kleinen Ökojet steigen und in die Lüfte starten. Wir fliegen wieder über den so genannten großen Teich. Das ist doch Europa, werden Sie denken, während wir gerade über den Eifelturm fliegen.

Das ist richtig. Warum auch in die Ferne schweifen... - direkt vor unserer Haustür findet ebenso die Zerstörung der Natur statt. Neue Häuser werden gebaut, Straßen durchschneiden Naturlandschaften, zerstören Lebensräume, Flüsse werden begradigt.

Sie sehen,dass auch bei uns einiges schief läft in Sachen Artenschutz. Und damit geht auch in Mitteleuropa täglich Naturfläche verloren - meist ebenso aus Profitgier, wie im tropischen Regenwald.

Aber auch der Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdüngern bringt viele Arten in arge Bedrängnis. Der wohl wichtigste Punkt ist und bleibt jedoch in unseren Breiten die Platznot und das fehlende Brutplatz- und Nahrungsangebot für beispielsweise die Vögel.

Bei den Insekten fehlen die geeigneten Fraßpflanzen, die eben so genannte Unkräuter sind. So benötigt z.B. der Schwalbenschwanz - ein bunter Schmetterling - Brennnesseln. Der Falter selbst könnte zwar darauf verzichten, jedoch benötigen die Raupen diese Fraßpflanze.
Ist sie nicht vorhanden, stirbt der Falter in den Gebieten aus.

Eidechsen z.B. benötigen unbedingt warme Steinhaufen. Diese sind heute nur noch selten vorhanden - ersatzweise werden aber auch sogenannte warme Trockenmauern angenommen.

Da aber immer mehr Steine weggeräumt werden hat diese Amphilbenart keine Unterschlupfmöglichkeiten mehr und verschwindet aus ganzen Gebieten, in denen sie früher heimisch war.

Diese Aufzählung könnte ich fast ewig fortführen - es würde jedoch nichts daran ändern.
Das große Artensterben hat längst begonnen, ehe wir überhaupt alle Arten entdeckt haben.

Wir müssen es stoppen, bevor es zu spät ist!


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