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Die Mansfelder Bergwerksbahn
-welche eigentlich keine ist...
Als mein Cousin mir erzählte, dass er Mitglied bei den "Mansfelder Bergwerksbahnen" ist, rumpelten an meinem geistigen Auge natürlich verbeulte Loren,
gezogen von einer Kleindiesellokomotive, dessen Lokführer nur an den hellen Augenlidern als Mitteleuropäer zu erkennen ist, vorbei.
Diese Vorstellung ist aber völlig falsch! Bei der Bergwerksbahn handelt es sich um eine 750-mm Schmalspurstrecke, welche die einzelnen Erzgruben im Mansfelder Land mit den Hüttenwerken verband.
Bis 1990 fand auf den Gleisen ein reger Güter- und Personenverkehr statt.
Das Mansfelder Land liegt übrigens zwischen dem Großraum Halle / Leipzig und dem Südharz.
Ein Besuch des Anfangsbahnhofs in Benndorf weckte meine Begeisterung. Früher war hier ein reiner Güterbahnhof. Heute werden die Gleisanlagen komplett verändert oder sogar neu verlegt, um auch einen stilgerechten Personenverkehr zu ermöglichen.
Hierbei finden alte Gleise und Weichen Verwendung und es wird großer Wert auf originalgetreue Nachbildung eines Schmalspurbahnhofs gelegt. Das gelingt erstaunlich gut. Offensichtlich sind Kenner und Fachleute am Werk.
Gleiches gilt auch für die eigentliche Bahnstrecke. Wer hätte es für möglich gehalten, daß in unserer heutigen Zeit eine Bahnlinie neu erschlossen wird und Unterwegsbahnhöfe wiederbelebt werden.
Wiederbelebt heisst hier nicht nur Unkraut mähen, vielmehr werden die rechtzeitig geborgenen Gerätschaften wie Hebelbänke und Weichenlaternen dazu benutzt, die Bahnanlagen bis ins Detail in ihren Originalzustand zu versetzen.
Wie funktioniert das? Die Mansfelder Bergwerksbahn genoss eine hohe Aufmerksamkeit durch die DDR-Regierung. Der Fuhrpark, die Fahrzeuge und die Strecke waren gut gepflegt. Mit der Wende versank die Strecke in einen Dornröschenschlaf.
Die Güterwagen und Diesellokomotiven, oft Spezialanfertigungen für diese Bahn, stehen zuhauf über das ehemalige Streckennetz verstreut herum und können als Ersatzteilspender oder Grundlage für originalgetreue Zuggarnituren verwendet werden.
Ein weiterer und aus meiner Sicht der wichtigste Erfolgsgarant ist die Zusammenarbeit mit der MaLoWa Bahnwerkstatt. In diesem benachbartem Betrieb werden Lokomotiven und Wagons aufgearbeitet.
Ein Großteil der verwendeten Lokomotiven und Wagen des Vereins befinden sich im Eigentum der MaLoWa, werden oder wurden dort instandgesetzt.
Für mich war die Information neu, dass auch Dampflokomotiven hier zur Hauptuntersuchung auftauchen. Bisher meinte ich, dass dies ein Monopol der Meininger wäre. Weit gefehlt! Sogar Dampfexoten aus anderen Ländern wurden schon gesehen.
Die Patienten der MaLoWa kann man übrigends aus der Nähe bewundern. Das Zufahrts- und Abstellgleis befindet sich direkt neben dem Vereinsbahnhof.
Das ist eine Sache, womit auch der Bahnverein auf seiner Homepage, www.bergwerksbahn.de, werben sollte, um die erfreulicherweise zunehmende Besucherzahl zu steigern.
Auf dieser Seite erfährt man auch die geplanten Fahrten des Traditionszugs, in der Regel von Dampflokomotiven gezogen, zum Bahnhof Hettstedt. Die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde. In Hettstedt bietet sich der Besuch des Bergbaumuseums an. Es befindet sich ca. 15 Minuten vom Bahnhof entfernt.
Die folgenden Bilder sollen Ihr Interesse wecken:

Der neu enstandene Bahnsteig in Benndorf.
Im Hintergrund die Lokomtiven, welche auf ihre Behandlung durch die MaLoWa warten.

Auf dem Betriebshof der Bahnwerkstätten.
Auch eine Besichtigung der Werkstätten soll möglich sein.

Lok Nummer 20, Baujahr 1951, wartet auf ihre HU.
Sie wurde am 21.06.1996 aus Estland zurückgeholt und
durch die MaLoWa wieder aufgebaut.
Die offizielle Abnahme erfolgte am 24.05.2000.

Lok Nummer 10 wartet auf den nächsten Einsatz.
Im Hintergrund ein originaler Mansfelder Personenwagen.
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