Wie bereits in anderen Berichten erwähnt, bietet der Harz und die nähere Umgebung dem Eisenbahnfreund so manche Sehenswürdigkeit. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit der Schmalspurbahn zum höchsten Berg des Harzes, dem Brocken.
Dieses Jahr habe ich mir diesen Ausflug zum 3. Advent gegönnt und möchte hier nun meine Erfahrungen und Hinweise weitergeben. Die wichtigsten Hinweise folgen sofort: Planen Sie die Fahrt nicht taggenau, denn das Wetter auf dem Brocken ist unberechenbar. Hat sich eine Wetterlage mit Fernsicht eingestellt, muss man auch los.
Denken Sie dabei an die passende Kleidung! Festes Schuhwerk immer und warme Kleidung in der Übergangszeit sind Pflicht.
Wer die Geduld seiner Familie nicht herausfordern möchte, sollte die 30-minütige Fahrt ab Schierke, dem letzten Bahnhof vor dem Brockenaufstieg, beginnen. Hierbei ist zu beachten, dass es noch gut 10-15 Minuten Fußweg vom Parkplatz am Ortseingang bis zum Bahnhof sind.
Dort angekommen lohnt es sich, einen Blick auf das einfache aber sehr typische Gleisbild zu werfen. Die lange vor dem Eintreffen des Zuges zu hörenden Geräusche verleiten natürlich, hektisch einen guten Fotostandort zu suchen.
Insider, und das sind Sie dank meiner Hilfe nun auch, wissen, dass z.B. um 11:30 Uhr ebenfalls der Gegenzug vom Brocken einfährt. Also steht man auf Bahnsteig 2 genau richtig und muss nicht erwarten, dass andere Leute vor der Linse herumtanzen.
Allgemein gilt: Richtung Brocken fahren die Lokomotiven "Tender-hinten" und zurück "Tender-voraus".
Sollten Sie zu den harten Typen zählen und auch im Winter auf der Plattform den gesamten Aufstieg verfolgen wollen, wird vom Zugpersonal übrigens geduldet, dann besteigen Sie den dritten Wagen.
Von hier ist es möglich, die Lokomotive bei der Schwerstarbeit des Aufstiegs zu fotografieren bzw. zu filmen. Durch die engen Kurven zwischen den Felsen und dem dichten Baumbestand ist diese Beobachtung in den folgenden Wagen nicht oder nur kurzzeitig möglich. Allerdings müssen sie auf dieser Fotoplattform mit Asche und Funkenflug rechnen.
Die Bahntrasse führt quer durch den Nationalpark "Hochharz" und bietet dadurch Natur pur. Spektakuläre Bahnbauten über Schluchten und reißende Bäche sucht man vergebens. Jedes Tal wird bewusst mitgenommen, um die fast 400 Meter Höhenunterschied bis zum Gipfel zu bewältigen. Dieser wird auch einmal komplett umrundet, bevor der Zug in den Endbahnhof einfährt.
Wer hier das Umsetzen der Lok filmen möchte, muss sich sputen. Gleich nach der Ankunft wird abgekoppelt und für den Abstieg vorgespannt.
Auf dem Brocken selbst, gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Sollte es mit der Fernsicht doch nicht klappen, und nicht nur dann, kann man sich im Museum mit der Geschichte des Berges vertraut machen. Hierzu zählt auch die Erschließung durch die Bahn, welche neben anderen Begebenheiten, wie der Rolle als vorgelagerter Horchposten der Ost-Nachrichtendienste, gut dargestellt wird.
Nach etwa 2-3 Stunden hat man den Gipfel ausreichend erkundet und kann den Abstieg beginnen. Für die Naturfreunde bietet es sich an, den Weg zu Fuß zu meistern. Hierfür sollten im Winter etwa 2 Stunden zügiger Gang auf der geräumten Gipfelzufahrt eingeplant werden.
Die Abkürzungen, welche die Weglänge stark verkürzen, sind zwar landschaftlich viel schöner, aber auch recht unwegsam und gefährlich und sollten deshalb bei Schnee oder Eis besser gemieden werden. Egal, ob Sie die Abkürzungen nehmen oder nicht, Sie stoßen irgendwann auf den ausgewiesenen "Bahnparallelweg". Hier kommt dann wieder der Eisenbahnfreund mit vielen tollen Motiven auf seine Kosten. Ob dichte Nadelwälder, Felsen, kleine Brücken oder bemooste Bahndämme - Schmalspurromantik vom Feinsten.
Blick von der Plattform...
Meine Digitalkamera war leider überfordert - muss man ohnehin selber erleben.