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Daten und Fakten.
Inhaltsverzeichnis

Kleinbahn Loitz-Toitz-Rustow


Die ursprüngliche Linie der Nordbahn, Berlin - Stralsund, sollte über Loitz gehen. Trotz Zustimmung des Loitzer Stadtmagistrats am 6.02.1844 wurde aus militärischen Gründen diese Streckenführung nicht realisiert.
Auch das zweite Projekt, Greifswald-Loitz-Demmin-Waren-Wittstock-Neustadt von 1865 zerschlug sich vier Jahre später. 1878 erneuter Versuch des neu gegründeten Neuvorpommerschen Eisenbahnkommitee eine vereinfachte Trasse Greifswald-Demmin durchzusetzen. Die ablehnende Haltung der Stadt Greifswald und der Loitzer Stadtverordneten führte zum Scheitern. Die Loitzer Kaufleute fürchten ein Abwandern der Kundschaft nach Greifswald.
Am 1.9.1895 wurde an der inzwischen errichteten Nordbahn (Berlin-Stralsund) der Haltepunkt Toitz-Rustow eingerichtet. Eigentlich forderte der Loitzer Bürgerverein einen Haltepunkt in Waldberg. Dieses Ansuchen lehnte die Verwaltung der Nordbahn jedoch ab.
Nach Protest des Bürgermeisters und gegen den Willen einzelner Vertreter, wird das Projekt einer Bahnlinie Toitz/Rustow-Loitz-Greifswald neu angeschoben. Die Eisenbahnbaufirma Bachstein projektierte, und finanzierte teilweise selbst, im März 1897 die Strecke nach Loitz und trassierte im April 1897. Bachstein witterte ein großes Geschäft. Aber auch dieses Projekt wurde vom Kreistag abgelehnt (Vorwurf der rein örtlichen Interessen). Bis Loitz durfte die Trasse nur gehen.
Am 4.11.1898 schlug der Magistrat von Loitz eine Vollspurbahn Loitz-Toitz-Rustow Voigtsdorf vor (Anschluß an die Greifswald-Grimmener Bahn). Neuprojektierung durch die Firma Lenz & Co aber gleichzeitige Feststellung der Unrentabilität. Es wurde sich der alten Projekte besonnen und die Vorarbeiten für die Strecke Loitz-Toitz-Rustow begannen 1900. Für die geplante Straßenquerung wurden zwei Häuser angekauft und abgerissen und die Feinvermessung begann.
Durch die ungeklärte Finanzierung wurde die Betriebsführung an die Preußische Staatseisenbahn übergeben wenn der Landkreis Grimmen als alleiniger Kleinbahnkonzessionär eintreten würde. Die Stadt Loitz, die Provinz Pommern und der preußische Staat, aber auch die Stärkefabrik Loitz waren stille Teilhaber. Der finanzielle Anteil der Stärkefabrik (25 000 Mark) wurde später vom Landkreis ausgelöst, um die Durchsetzung privater Interessen bei der Verwaltung der Bahnlinie zu verhindern.
Im Oktober 1905 begannen die Bauarbeiten. Mai 1906 waren die ersten 600 m Gleis von Toitz-Rustow ausgehend verlegt. Es hätten schon mehr sein können-doch ein Streik der ca. 100 Bahnarbeiter führte zu Verzögerungen. Die Weisung, 30 Minuten länger zu arbeiten, ohne das der Lohn von 25 Pfennig die Stunde erhöht wurde, brachte diese Unterbrechung. Der Stadtmagistrat versuchte zu schlichten. Ohne Erfolg.
Vom 8.Mai an fuhren die ersten Arbeitszüge. Sumpf und Wiesen wurden beim Bahnbau durch Abtragen des Schloßberges aufgefüllt. Allein über 5400m3 verschanden im schwarzen Loch im Kronwald.
Am Peeneufer begann inzwischen der Bau des Bahnhofs. Die Demminer Baufirma Bauckmeier führte diese Arbeiten aus. Ziemlich zeitgleich wurde das Bollwerk am Hafen erweitert und ein Handdrehkran angeschafft.
Am 28. August 1906 fand die Abnahme mit einem Sonderzug der KED Stettin von Stralsund aus statt.
Am 8.September 1906 um 15.00 Uhr wurde die Strecke festlich eröffnet. Eine Fahrkarte 3. Klasse kostete 40, die der 2. Klasse 70 Pfennig.
Durch den regen Betrieb kam es 1907/08 zu Gleiserweiterungen auf dem Bahnhof Loitz und 1916 ließ sich die Stärkefabrik ein eigenes Anschlußgleis legen. Die Länge der Anschlußbahn betrug 634 m. Ein Abkommen zwischen der Stärkefabrik und der Preußischen Staatsbahn vom 25.02.1918 regelte die Übergabe.
Die Strecke war auch in das Netz der Bahnpostbeförderung integriert.
1923 bis 1925 fand die erste Oberbauerneuerung statt. In dieser Zeit siedelte sich auch das Dübelwerk in Loitz an. Es ließ sich im März 1926 ein Anschlußgleis zum Bahnhof Loitz legen und nahm ab 1935 den Werkbahnbetrieb mit eigenen Fahrzeugen auf. Am 1. Januar 1943 wurde auf Anordnung des Reichsverkehrsminsters aus kriegswichtigen Gründen die Kleinbahn in die Deutsche Reichsbahn überführt. Noch im gleichen Jahr wurde ein 30 m langes privates Anschlußgleis zur Metallbaufirma Hilmar Bartels GmbH, welche Flugzeugteile herstellte, verlegt. Täglich verkehrten drei Zugpaare.
Nach dem 2.Weltkrieg wurde die Anzahl der Personenfahrten bis 1953 auf acht erhöht. Viele Loitzer arbeiteten auf der Stralsunder Volkswerft und pendelten täglich. Auch der Güterverkehr nahm zu. Umgeschlagen wurden hauptsächlich Kartoffeln, Brennstoffe, landwirtschaftliche Produkte, Vieh und Waren des täglichen Bedarfs. Von 1965 an wurde die Personenbeförderungszahl stetig geringer. Der aufkommende Busverkehr nach Demmin und Greifswald führte zur Reduzierung auf sechs Zugpaare. Der letzte Personenzug fuhr am 31.Mai 1969 um 22:16 Uhr nach Toitz-Rustow.
Die nunmehr 7,05 km lange Strecke wurde zum Streckenrangiergleis mit eigenständiger Güterabfertigung, der Bahnhof wurde zur Güterverladestelle, zunächst noch mit einer in Loitz stationierten Lok der Baureihe 102. In den Siebziger Jahren wurde das Anschlußgleis zum Dübelwerk für das neue Trockenwerk erweitert. Seit 1991 fuhr nur noch einmal werktäglich ein Übergabezug von Demmin zur Stärkefabrik. Dabei kamen Lokomotiven der Baureihen 106 (346), 110 (202) und 132 (232)! zum Einsatz.
Mit dem langsamen Niedergang der Industrie in Loitz, versank die Strecke in einen tiefen Schlaf, aus dem sie nie wieder erwachte. Fast unbemerkt und ohne Abgesang verließ am 3. Dezember 1997 der letzte Zug die Loitzer Gleise. 1999 wurde mit den Umbauarbeiten im Bahnhof Toitz-Rustow (nur noch ein Durchfahrgleis) das endgültige "Aus" für den Bahnbetrieb besiegelt. Den Anschluß zur Hauptbahn gibt es nicht mehr, die Natur erobert sich die Strecke zurück, die Loitzer Bahngeschichte endete nach 90 Jahren. Die Gleise verschwanden 2005-2006.


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Der Bahnhof Loitz


Der Bahnhof wurde an der Stelle des ehemaligen Schlosses errichtet. Das Empfangsgebäude verfügte über einen Dienstraum, Wartesälen II und III Klasse, einer Gepäckannahme sowie einem Güterschuppen mit Rampe als Anbau. Der Güterschuppen wurde 1913, durch das Versetzen einer Wand, erweitert . Toiletten waren separat in einem kleinen Nebengebäude vorhanden, welches auch als Stall diente.
Das Gebäude ist ein Fachwerkbau. Im Obergeschoss war die Wohnung des Haltestellenaufsehers. Gaslaternen dienten als Außenbeleuchtung. 1907 wurde eine Bahnhofsuhr montiert. Sie befand sich an der rechten Ecke des Anbaus (vom Vorplatz gesehen). Deren Zeiger wurden von einem großen Regulator im Inneren des Wartesaals angetrieben.
Auf dem Bahngelände gab es eine Brückenwaage, eine Freiladerampe für die Viehverladung und ein Pulsometer.
Im Laufe der Jahre wurde der Bahnhof den neuen Anforderungen entsprechend umgebaut. Der Durchgang zu den Gleisen wurde verlegt, Türen versetzt und die kleinen Gauben auf dem Wartehallendach verschwanden. Die Wetterseite wurde mit Wellblech beschlagen. Der genaue Zeitpunkt dieser baulichen Veränderungen ist mir nicht bekannt.
Auch der Lokschuppen war ein Fachwerkgebäude, wurde aber später verputzt. Vor der Einfahrt befand sich eine kleine Zapfsäule für die Diesellokomotive. Anfang der neunziger Jahre erfolgte sein Abriss.
Den Bahnhofsvorplatz schmückten meterhohe Kohleberge zwischen denen sich ein Anschlussgleis zum Speicher schlängelte. Am Speicher wurden die Wagons mit einer Seilwinde von Hand bewegt, bei der Kohleverladung oftmals mit einem LKW.
Signalanlagen gab es auf dem Bahnhof nicht. Es ist auch nicht bekannt, dass es ein Einfahrsignal in Toitz-Rustow gab. An den Bahnübergängen in der Clara Zetkin Straße (Greifswalder Straße) und in der Kronwaldstraße standen Fernsprechhäuschen.
Der Bahnübergang in der Greifswalder Straße wurde duch Schranken gesichert. Während der Blütezeit der Bahn, wurden mehrere Schrankenwärter beschäftigt. Später übernahm der Zugbegleiter diese laufintensive Aufgabe.
Seit Einstellung des Zugverkehrs steht der Bahnhof leer und wird später von der Stadt übernommen. Allerdings läuft die Zeit. Das Dach ist undicht und es kommt zu den ersten schweren Bauschäden.
Seit September 2001 gibt es neue Hoffnung. Das Hafengelände, zu dem auch das Bahngebäude zählt, wird zum Fördergebiet erklärt.
Die aktuelle Entwicklung können Sie auf meiner Homepage unter der Rubrik "Wasserbahnhof" verfolgen.


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Der Fuhrpark


Streckenlokomotiven
 
Anfang
Lokomotiven
Zeitraum
Bemerkung
Anfang
Zeile 1
Baureihe Zeitraum Bemerkung
Ende
Zeile 2
preuß. T2
evtl. T1
1906 - 14?
 
Wahrscheinlich von Vulcan Stettin gebaut
siehe Bild
Ende
Zeile 2
preuß. T3
89 70-77
1914? - ?
 
Die genauen Lokbezeichnungen sind nicht bekannt.
Ende
Zeile 3
74
91 1003
1945 - ?
 
 
 
Ende
Zeile 4
91 721
91 1787
? - ?
 
wurde Korl Loitz genannt
 
Ende
Zeile 4
91 1682
91 725
91 1759
? - ?
 

 
Ende

B 2nt vor 1914
Aufnahme soll eine Loitzer Lokomotive vor 1914 zeigen.
Allerdings gibt es auch die Aussage, dass dies nicht stimmen kann.

Quelle: Archiv Streck

Anfang
Lokomotiven
Zeitraum
Bemerkung
Anfang
Zeile 1
Baureihe Zeitraum Bemerkung
Ende
Zeile 2
102 022-1
(DB 312 022-7)
Anfang 1969 Übergangsweise auch vor Personenzügen
Ende
Zeile 3
102 072-6
(DB 312 072-2)
?  
 
Ende
Zeile 4
102 129-4
(heute 312 129-0)
?  
Ende

BR 102 heute 312
Baureihe DR 102 (DB 312), Spitzname Gartenlaube
Quelle: Sammelordner Weltbildverlag

Anfang
Lokomotiven
Zeitraum
Bemerkung
Anfang
Zeile 1
Baureihe Zeitraum Bemerkung
Ende
Ende
Zeile 4
106
(DB 346)
1995 Bediente von Demmin die Strecke
Ende
Zeile 4
110
(DB 202)
03.12.1997 Bediente von Demmin die Strecke bis zur Stärkefabrik
Ende
Zeile 3
134 bis Ende sehr seltener, wenn nicht sogar einmaliger Einsatz
Ende


Werkbahnen Stärkefabrik Loitz
Anfang
Lokomotiven
Zeitraum
Bemerkung
Anfang
Zeile 1
Baureihe Zeitraum Bemerkung
Ende
Zeile 2
KÖ II   Bauart OMZ 122 Deutz
Ende
Zeile 3
KÖ II
 
1958
 
Typ N4B, Herseller LMK 251199
Verbleib: siehe Graf MEC
Ende
Zeile 4
Feldbahnlok
600 mm
1888-1953 wurde nach Friedland abgegeben
Zeile 2
BR 50 4073 ca.1970-85 Heizlok
Ende
Zeile 2
BR 50 1955 ca.1970-85 Heizlok
Ende

Werkbahnen Dübelwerk Loitz
Anfang
Lokomotiven
Zeitraum
Bemerkung
Anfang
Zeile 1
Baureihe Zeitraum Bemerkung
Ende
Zeile 2
V 15 ?-1990 Hersteller LKM 1959 252085
Ende

Eigenbaulokomotive
Dieses Gefährt vom Dübelwerk steht im Eisenbahnmuseum Prora.
Quelle: J.Triphahn


Wagen
Anfang
Lokomotiven
Zeitraum
Bemerkung
Anfang
Zeile 1
Baureihe Zeitraum Bemerkung
Ende
Zeile 2
310-220 1898 - 1969 Personenwagen
Ende
Zeile 3
310-457 1900 - 1969 Personenwagen
Ende
Zeile 4
710-253 ?-1969 Gepäckwagen
Anhand von Fotos aus dem Jahre 1966 ist der Personenwagen 310 349 vom Typ CCitr pr96 nachweisbar.
Gebaut 1896 in Breslau, landete er nach der Stilllegung der Loizer Bahn im Jahr 1969, auf der Strecke Neubrandenburg - Friedland.
Der weitere Verbleib ist unklar.
In den Hochzeiten der Personenbeförderung kamen auch Wagen vom Typ BCi zum Einsatz.


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Quellen
Anfang
Titel
Autor
Verlag
Anfang
Zeile 1
Titel Autor Verlag
Ende
Zeile 2
80 Jahre Eisenbahn
Loitz-Toitz-Rustow
Dr. Werner Hormann  
Ende
Zeile 3
Schmalspurbahnen in
Mecklenburg-Vorpommern
Reiner und
Erich Preuß
transpress
Ende
Zeile 4
Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen Erich Preuß
 
transpress
 


Persönlichen Dank an Herrn Fuhrmann, Herrn Wahl, Herrn Dr. Rischer und Herrn Sahm.