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Jans Kramkiste |
Unser "Airdancer" von robbe | |||
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Der folgende Text beschreibt sehr ausführlich die ersten Flugversuche mit dem "Airdancer", ein Anfängermodell von der Firma "robbe".
Wer diese Ausführungen nicht komplett durchlesen möchte, findet am Ende des Texts meine wichtigsten Hinweise als Stichpunkte. Modellflug - der Einstieg Mein Sohn, 12 Jahre alt, hatte plötzlich die Idee, sich einen Modellhubschrauber zu kaufen. Ein verständlicher Wunsch. Papas Modellbahn bietet kaum Action und fertig wird die scheinbar nie. Nach Rücksprache mit einem Kollegen, welcher begeisterter Modellflieger ist, und einer pädagogischen Glanzleistung gelang es mir, meinen Sohn von der Notwendigkeit zu überzeugen, dieses Thema langsam anzugehen. Also gingen wir ins Fachgeschäft und ließen uns beraten. Die Empfehlung des Fachverkäufers war, mit einem Styroporflieger die ersten Versuche zu unternehmen. Der "Airdancer" von Robbe sei ein geeignetes Modell für den Anfänger. Also kauften wir für 95 Euro die Kiste und begann gleich mit dem Zusammenbau. Dieser gestaltete sich sehr einfach. Die Bauanleitung ist verständlich, muss deshalb an dieser Stelle nicht ergänzt werden, und enthält auch die unbedingt notwendigen theoretischen Hinweise für den Erstflug. Während des Zusammenbaus müssen zwei Entscheidungen getroffen werden. ·Soll das Modell ein Höhenruder bekommen? ·Welche Fernsteuerung soll es denn werden? Diese Fragen treten auf, weil die Dekorfolie nicht nur der Dekoration dient, sondern auch zur Befestigung einzelner Bauteile verwendet wird bzw. Motoren und elektronische Bauteile dahinter verschwinden. Besonders für die Stabilität der Styroporteile ist das Aufkleben von entscheidender Bedeutung und sollte deshalb unbedingt erfolgen. Im Internet fand ich ferner den Hinweis, dass auch die Unterseiten der Tragflächen mit einem Streifen Klebeband versehen werden sollten. Das macht Sinn, steigert die Belastbarkeit und deswegen gebe ich diesen Tipp gerne weiter. Nachträgliche Änderungen am Modell bedeuten also, dass die Folien entfernt werden müssen und danach nicht mehr so gut kleben. Man sollte ohnehin Reste der Folie gut aufheben. Es bleiben ziemlich große Stücke übrig, welche bei nachträglichen Arbeiten oder bei Reparaturen gute Dienste leisten. Hat man sich für das Höhenruder entschieden, steht auch fest, dass man eine 4-Kanal Fernbedienung benötigt. 4-Kanal bedeutet, dass 4 Funktionen des Modells gesteuert werden können. Allerdings kosten diese Teile natürlich erheblich mehr, nämlich das Doppelte und in meinem Fall 150 Euro. Vor dem Kauf muss eine weitere Entscheidung getroffen werden: welche Frequenz soll verwendet werden? Es gibt 2 freigegebene Frequenzen. 35 MHz sind eigentlich dem Flugmodellbau vorbehalten. Nach dem Wegfall der Registrierungspflicht kann man also davon ausgehen, dass auch bald die Modellschiffe und -autos hier rege vertreten sein werden. Im 40 MHz-Bereich ist das schon lange der Fall. Da wir nicht beabsichtigen, einmal an Wettkämpfen oder Vorführungen teilzunehmen und auch etwas abgelegen wohnen, nahmen wir die 35 MHz Anlage von Graupner um auch für weitere Modellbauprojekte gerüstet zu sein. Nebenbei sei erwähnt, dass es auch so genannte 3-Kanalfernbedienungen gibt, welche für den komplett ausgerüsteten "Airdancer" reichen würden. Manchmal wird auch mit elektronischen Tricks gearbeitet: 3x Höhenruder antippen und der Motor geht an. Davon würde ich abraten, man hat schon mit den normalen Funktionen zu kämpfen, gerade als Anfänger. Und soll der "Airdancer" Ihr einziges Modell bleiben? Der Einbau der Geräte in den "Airdancer" ging problemlos. Die Antenne des Empfängers führten wir durch den Akkuschacht zur Unterseite, dort in einer eigens dafür geschnitzten Rille bis zur Verdickung am Heck und dann durch diese hindurch. Nach der etwas mühseligen Arbeit mit den Dekorstreifen zogen wir mit dem Flieger und einem nagelneuen Akku los, um unseren ersten Flug zu wagen. Der erste Start missglückte. Das Modell schnurrte zwar los, aber vor lauter Aufregung vergaß mein Sohn das lenken und so kam es unsanft zu Boden. Die Befestigungsgummis der Tragfläche sausten durch die Gegend und waren im trockenen Gras schwer zu finden. Wir beschlossen deshalb, diese Teile demnächst durch Muttis Weckgummis zu ersetzen. Die sind rot und gut zu sehen. 2. Versuch. Lenkung funktionierte, aber das Modell gewann keine Höhe und setzte erneut unsanft auf. Nach Begutachtung der Schäden wagten wir den dritten Versuch. Dieser brachte einen Propellerschaden und eine abgerissene Motorschnauze ein. Ende der Träume. Warum fliegt der nicht? Pausenlos stellten wir uns diese Frage. Vom Fachverkäufer bekamen wir dann den Hinweis, dass die Akkus erst für diese hohe Beanspruchung vorbereitet werden müssen. Die Motorleistung ist nicht ausreichend, wenn die Batterien nicht schon mehrmals geladen und entladen werden. Mein Kollege riet ganz davon ab bei Minusgraden zu fliegen, da dann die Akkus nicht flexibel genug sind. Ich machte eher die Erfahrung, dass bei diesen Temperaturen die Folie nicht flexibel genug ist. Alle Bruchstellen waren an Kanten zu finden, welche eigentlich durch die Dekorfolie zusammen gehalten werden sollten. Die Reparatur ging tatsächlich sehr schnell. Das Styropor bricht sehr sauber und diese Stellen passen wieder gut aufeinander, lassen sich leicht verbinden. Dafür verwende ich Heißklebstoff oder Bauschaum. Der auch empfohlene Kaltleim bewährte sich nicht. Innerhalb der Klebstellen kann keine Luft den Leim trocknen bzw. es dauert ewig. Bald war das Modell wieder fit für die nächsten Versuche. Das Ergebnis war aber ähnlich. Der Flieger dachte nicht daran, sich in Richtung Wolken zu bewegen. Immer wieder schlug er mit einem hässlichen Geräusch auf den Asphalt, blieb aber wenigstens unversehrt. Ich empfehle deshalb dringend, die mitgelieferten Räder auch wirklich anzubauen. Sie üben eine große Schutzfunktion für den Propeller aus. Enttäuscht ging es wieder Richtung Werkstatt. Nachdem wir in der Bauanleitung erneut nachgelesen haben, schoben wir unserer oberflächigen Schwerpunktermittlung die Schuld zu. Bisher hatten wir mit den Fingern 8.5 cm hinter der Tragflächenkante das Modell ausgewogen und waren zufrieden. Da die Kiste trotzdem nicht steigen wollte, lag der Gedanke nahe, im Heck etwas Blei zu verstecken. Dieser Gedanke ist aber falsch gewesen. Ich machte mir die Mühe und baute aus Holz eine Stellage, in welcher das Flugzeug auf zwei Spitzen gelagert wird. Nun war die Überraschung groß, als sich die Nase in die Höhe streckte. Der Schwerpunkt lag viel zu weit hinten, die Tragflächen bremsen also das Modell zu stark ab und es konnte sich nicht der notwendige Auftrieb entwickeln. Die Ursache ist auch leicht gefunden. Durch die Nachrüstung des Höhenruders kommt zuviel Gewicht ans Heck. Selbst bei kleinsten zusätzlichen Teilen an dieser Stelle, verlagert sich, bedingt durch das Hebelgesetz, der Schwerpunkt sofort nach hinten. Erst mit einem 8-er Bolzen und zwei Muttern auf der Motornase pendelte das Modell leicht nach vorne. Mit dieser provisorischen Gewichtskorrektur ging es erneut auf die Wiese. Heute oder nie! 12.02.2004 16.02.2004 Da mein Sohn im Urlaub war, musste ich mich alleine schaffen. Mit zitternden Händen baute ich das Modell auf der Wiese zusammen, nahm es hoch, ließ den Motor an und setzte es nach einem kurzen Anlauf in die Luft. Es flog los! In einer leichten Linkskurve strebte es dem Himmel entgegen. Mein Herz schlug bis zum Hals vor Aufregung und Freude. Schnell wollte ich den Kurs nach rechts korrigieren und legte das Seitenruder in diese Richtung. Der Flieger bäumte sich auf - schnell wieder nach links - zu steile Kurve und ab ging 's Richtung Erde - Tragflächen- und Nasenbruch. Aber er flog, lag wohl tatsächlich am falschen Schwerpunkt!!! Ich kam zu der Überzeugung, dass diese Art Landung wohl vorerst dominieren wird und kaufte den Epoxidkleber, welcher speziell für den Modellbau erhältlich ist, um schneller wieder startklar zu sein. Dabei erhielt ich vom Verkäufer den Ratschlag, das Modell möglichst auf große Höhe zu bringen und sich erst dann mit den Lenkfunktionen vertraut zu machen. Ferner ist zu beachten, dass das Seitenruder bei zu großer Schieflage wie ein Höhenruder wirkt und bei unvorsichtiger Betätigung der Absturz vorprogrammiert ist. Außerdem fehlt in steilen Kurven, zumindest beim "Airdancer", der Auftrieb. Daraus resultiert die Tatsache, dass man unglaublich viel "Platz" braucht. Das Flugzeug fliegt relativ schnell und notwendige Kurven sollte man also recht großzügig ausfliegen. Deshalb suchte ich für den nächsten Versuch ein neues Testfeld. Ein ehemaliger Agrarflugplatz kam da genau richtig. Diesmal klappte der Start schon besser. Das Modell zog hoch und lag sehr ruhig, trieb aber nach links ab. Befehle, nach rechts zu fliegen, nahm das Flugzeug nur widerwillig an, neigte dann zum Aufbäumen. Nach links ging es problemlos und in einem schönen weiten Bogen. Allerdings entfernte es sich dadurch immer weiter von mir und ich gab die Illusion auf, dass er auf der ehemaligen Landebahn zu meinen Füßen ausrollen wird. Also Landung, meine erste gewollte!, auf dem Acker. Motor aus und mittels Höhen- und Seitenruder versucht, einen sauberen Sinkflug zu erreichen. Erst direkt über dem Erdboden bekam ich das Gefühl für die tatsächliche Geschwindigkeit und die war natürlich zu hoch. Ich fand trotzdem, das sah schon gut aus, nur die Nase war wieder abgebrochen. Die nun notwendigen Reparaturarbeiten nutzte ich gleichzeitig zur Justierung des Seitenruders, um den lästigen Linksdrall zu beseitigen. Weiterhin verlängerte ich den Akkuschacht in Richtung Bug. Durch die Gewichtsverlagerung des Akkus konnte ich nun auf den Bolzen verzichten. Nachmittags ging es dann wieder auf die Piste. Hier machte ich dann die Erfahrung, dass zuviel Wind für den "Airdancer" ungesund ist. Nur mühsam gewann er an Höhe und ab ca. 20 m hörte er ganz auf, zu steigen. Aber die Lenkmanöver gelangen schon viel besser. Allerdings trieb der Wind das Modell weit ab. Immerhin gelang es mir, die Kiste wieder in meine Richtung zu dirigieren. Sogar das Hohenruder habe ich eingesetzt und erreichte dadurch Landungen ohne Materialschaden. Weitere Starts nutzte ich, um durch Veränderungen der Akkulage, das Flugverhalten zu verbessern. Nun zog der Flieger immer besser seine Runden. Wenn der Motor läuft, verhält sich das Modell allerdings etwas störrisch und reagiert auf Lenkbefehle sehr impulsiv. Vermutlich sollte man ihn nur einschalten, wenn man Höhe braucht. Im Gleitflug zeigt der "Airdancer" nämlich seine gutmütigen Seiten. Erstaunlich nur, dass die Funktionen des Höhenruders beim Flug mit dem Wind scheinbar vertauscht sind. Das werde ich beim nächsten Flugtag mal genau beobachten. Natürlich muss vorher wieder die Nase ankleben werden. Hier hat das Modell eine echte Schwachstelle. Die Nut für den äußeren Gummiring und die Nut für die Motorfixierung sind zu dicht beieinander. Hier ist das Material zu dünn und bei unsanften Landungen bricht es. Mal sehen, ob mir da eine Lösung einfällt. April 2005 Er fliegt und fliegt. Die Motorschnauze habe ich mit einer Glasfasermatte umhüllt und mit Epoxidharz getränkt. Natürlich ist der "Airdancer" nun schwerfälliger aber übersteht Bruchlandungen, zumindest am Bug, recht gut. Den Bolzen konnte ich entfernen, nachdem ich den Akkuschacht in Richtung Motor verlängert habe und das Flugzeug nun durch Verlagerung des Akkus auswiege. In der oben beschriebenen Halterung eingesetzt, sollte das Modell etwas buglastig auspendeln. Ein guter Anhaltspunkt ist die Gussnaht an der Tragfläche. Diese sollte in Waage sein. Die Lage des Akkus mit einem Bleistift markieren. Allgemeine Hinweise zum "Airdancer" für den Neueinsteiger Seitenanfang |
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