Die alte Lennebrücke
         
  Die alte Bogenbrücke, die Worth und Altstadt miteinander verbindet, ist zu einem Wahrzeichen der Raabestadt geworden. Herzog Carl I. ließ sie im Jahre 1742 aus Sandstein-Mauerwerk erbauen, um dem Fürstlichen Postverkehr bei Hochwasser einen ungehinderten Übergang über die Lenne zu sichern.

Normalerweise war die Brücke durch Schlagbäume gesperrt und nur für den Fußgängerverkehr geöffnet. Fuhrwerke oder Viehherden benutzten bei Niedrigwasser das Lennebett, das parallel zur Worth verlief, bis sie an der Lennebiegung wieder auf den Weg nach Holzen (Mühlenbergstraße) oder nach Wickensen (Homburgstraße) gelangten.

  Die jährlich auftretenden Hochwassergefahren für die Bewohner der Worth waren schließlich Anlass, die Lenne umzuleiten (1889) und in der Nähe der alten Brücke eine neue Brücke zu bauen, die die Verbindung zu der schon 1831 angelegten Bahnhofstraße herstellte, die diesen Namen aber erst erhielt, als 1900 die Vorwohle-Emmerthaler Eisenbahn in Betrieb genommen wurde. Die Häuser dieser Straße gegen die Worth zu sind in dem ehemaligen Lennebett erbaut worden.

Im allgemeinen ist die Lenne, die im Wolpersgrund des Holzberges entspringt, ein friedliches Flüsschen. In Trockenzeiten ist die Wasserführung so gering, dass man sich nicht vorstellen kann, wie gefährlich die Lenne werden kann. Zum Glück zeigt sie ihr bösartiges Gesicht nur alle paar Jahrzehnte. Das letzte Mal geschah es im Jahre 1998. Die B 64 stand vom Ehrenmal bis zum Bahnhofsberg unter Wasser.