| Grünenplan (07.08.00). Seit
genau 90 Jahren steht es bereits an seinem Platz: Das Wilhelm-Raabe-Denkmal
auf dem Großen Sohl bei Grünenplan. Dieses Jubiläum feierte der Hils- und Verkehrsverein
Grünenplan mit einer zünftigen Turmfeier. Denn das Denkmal hebt sich von den zahlreichen anderen Denkmälern ab, die dem
Dichter im Laufe der Jahre noch gesetzt wurden. Dieses Denkmal auf dem Hils ist das einzige, was noch
zu Lebzeiten des Literaten errichtet wurde. Auch wenn Wilhelm Raabe vor 90 Jahren nicht persönlich zur
Einweihung erscheinen wollte. Daran erinnerte bei der Jubiläumsfeier Horst
Nolte, Vorsitzender des Hilsvereins. Nolte zitierte einen damaligen Brief
Raabes: "Weder Automobile, noch Kutschen mit Gummirädern, noch Zeppeline helfen mir hinauf auf die
Hilshöhe", habe Raabe damals den "Brüdern vom großen Sohl" geantwortet, als diese
ihn zur Ehrenmal-Einweihung luden. Dennoch fühlte sich Raabe durch das Denkmal geschmeichelt,
weiß Nolte aus der alten Schrift. So schrieb Raabe damals: "Die Tatsache, dass liebe Freunde einem dem deutschen
Volke noch recht unbekannten, einfachen Geschichtenerzähler bei seinen Lebzeiten ein
Ehrenmal in Stein und Bronze setzen, ist so außergewöhnlich, dass sicherlich in weitesten Kreisen
man verwundert aufhorchen wird." Zur damaligen Einweihungsfeier wollte Raabe zumindest "im
Geiste" anwesend sein und soweit möglich für "Sonnenschein sorgen". Sonnenschein soll es nach
Worten des Vorsitzenden Nolte damals auch tatsächlich gegeben haben.
Ebenso wie gestern, 90 Jahre danach. Auch zur Jubiläumsfeier strahlte die
Sonne vergnügt auf den Hils. So feierten die fast 300 Gäste, die meist auf Schusters Rappen den
Wanderweg zum großen Sohl meisterten, ausgelasen das Turmfest.
Raabe-freunde, die nicht so gut zu Fuß waren, chauffierte die Feuerwehr Grünenplan in einem
Busdienst auf die Hilshöhe. Eingeläutet wurde das Turmfest mit einem Gottesdienst unter
freiem Himmel. Pastorin Meier beeindruckte die feierliche Atmosphäre am Denkmal sehr. "Vielleicht finden wir im
nächsten Jahr wieder ein Jubiläum, um uns hier im Sommer zu einem Gottesdienst zu treffen", wünschte sie.
Für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten sorgten der MGV Harmonia Grünenplan und Dirk Hartmannn.
Der Alleinunterhalter hatte extra die Choräle einstudiert, um auch
den Gottesdienst mit seiner Orgel begleiten zu können.
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Als besonderer Gast wurde Dr. Eckhard Nöldeke als Vertreter des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums Hannover begrüßt. Seitens dieser Schule besteht mit ihren "Brüdern des Großen Sohl" seit je her eine gute Verbindung zu Wilhelm Raabe und seiner Heimat. Dr. Nöldeke lobte den schönen Ausblick, den man vom Raabe-Turm genießen kann: "Nur von hier aus kann man bei guter Sicht das Steinhuder Meeer und den Harz sehen", schwärmte er. "Wir Grünenplaner wollten schon immer hoch hinaus", konterte Hans Brandes, Grünenplans stellvertretender Bürgermeister, in seiner Rede. "Wir wollten eine große Fabrik, einen hohen Schornstein, einen hohen Turm auf dem Hils und einen blauen Glasturm." zählte er auf. "Wir haben auch alles bekommen. Bald kommt sogar das große Glasmuseum. Was sollen wir uns dann noch wünschen?"
Original auch unter der Url |
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