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Ungarn - Abseits von Budapest und Balaton
Ungarn
Klischees und Wirklichkeit
Scharfes Essen: Ungarisches Essen ist wohl gewürzt aber nicht wirklich scharf. Wenn Sie scharf essen wollen, essen Sie mexikanisch. Dieser Mythos wird in den Touristenmetropolen aber gut gepflegt. Ungarisches Essen beinhaltet selten Gemüse als Beilage, wie wir es kennen und meistens auch keine Sauce und Gulasch (Gulyas) ist eigentlich ein mehr oder weniger dicker Eintopf in unendlichen Varianten. Wollen Sie Gulasch im deutschen Verständnis essen, bestellen Sie Pörkölt (dahinter können sich auch Innereien verbergen). Ungarische Salami ist für den modernen städtischen Gaumen gewöhngsbedürftig. Meistens ist sie lange abgehangen, häufig in den Läden, und schmeckt mir deswegen etwas "aasig". Leider hält auch in Ungarn der amerikanische Fastfood einzug und so musste ich bis Kecskemet warten, um einmal wieder die vielfältigen Langos-Variationen zu probieren.

Ungarischer Wein: Er ist viel besser als sein Ruf und kein Billigwein. Die Vielfalt ist viel größer, als es in Deutschland bekannt ist. Ob französische Rot- oder Weißweinsorten, deutsche und östereichische Sorten, ungarische Rebzüchtungen oder der rote "Italienische Riesling", es liegt an Ihnen Ihren Faforiten herauszufinden. Meine Lieblingsweine sind der weiße Tokaji Furmint, Egri Bíkávér (Erlauer Stierblut), Soproni Kékfrankos und Villanyi Kékoporto, alle bevorzuge ich vom Erzeuger aus der entsprechenden Region.

Ungarn ist Puszta, Budapest und Balaton: Puszta bezeichnet nur eine Wechselweide, vergleichbar mit einer Alm, und wird mit der kleinen und großen Tiefebene diesseits und jenseits der Donau verwechselt. Das Tiefland wird, wie überall in Europa, wo es möglich ist, landwirtschaftlich genutzt. Im Tiefland Ungarns bevorzuge ich die Kiskunság. Sie besitzt zahl- und abwechslungsreiche Naturparks zur Erkundung und ist nicht so bekannt wie die Hortobágyi Puszta. Von der Kiskunság leicht erreichbar ist auch der Gemencer Wald, ein sehr interessantes Überflutungsgebiet der Donau, dass man nur mit gutem Mückenschutz besuchen sollte. (Ich hatte das Mückenschutzmittel vergessen und so auch keine Fotos geschossen.) Darüber hinaus ist die Tiefebene im Norden und Westen von Hügellandschaften und Mittelgebirgen umrandet, die sich in Landschaftsformen, Geologie, Flora und Fauna stark unterscheiden. So liegt im Westen des Balaton die Zala als ausgedehntes Hügelland bis nach Österreich hinein, das Bakony am Nordufer des Balaton in das ein Höhenzug (Pannonhalma) von Nordwest hineinzieht, nordöstlich davon das Vertes bei Tatabanya, das Pilis mit dem Visegradi hegyszeg südlich des Donauknies und nördlich davon Börszöny und Cserhát, den Inselgebirgen Mátra und Bükk, das Zemplén, das Mecsek im Süden ...