(aus der amerikanischen "Dancefloor-Etikette" abgeschrieben und für deutsche
Verhältnisse ergänzt von Jens Kreßner)
Keine Angst, Ihr braucht nicht gleich einen "Führerschein", um zu Country-Music auf die Tanzfläche zu gehen. Aber um Crash und Mißverständnisse zu vermeiden,
sollte man doch einige Grundregeln beachten.
Paartänze, bei denen es vorwärts geht, werden außen um die Tanzfläche herum getanzt. Und zwar in die sogenannte "Ballsaal-richtung" (gegen den Uhrzeigersinn)! Überholt wird, wenn
möglich, außen. Dabei führt der Herr, die Lady darf ihm bei Kollisionsgefahr ruhig ein kurzes Zeichen geben. Bei den Amerikanern heißt die äußerste Linie "Fast Line" (Schnelle Runde), weiter
innen folgt die Stop-and-Go-Line für Tänze wie Skip oder Cotton Eyed Joe. Da die meisten Tanzflächen hierzulande für eine solche Einteilung zu klein sind, sollte man der Rücksicht im
übertragenen wie im wörtlichen Sinne erst recht den Vorrang geben.
Line-Dancer sollten sich bitteschön in die Mitte der Tanzfläche zurückziehen und damit Platz
machen. Beim nächsten Lied seid Ihr vielleicht selbst die Paartänzer...
Überlegt nicht lange, wer Schuld hat, falls es doch mal zu einem Rempler kommt - entschuldigt Euch einfach.
Sicher werdet Ihr mindestens ein freundliches Lächeln ernten. Selbst manch dicke Freundschaft soll schon so begonnen haben. Es empfiehlt sich jedoch nicht, alle Freundschaften in dieser Weise zu beginnen...
Wenn andere Tänzer schon mit dem selben Tanz begonnen haben, dann reiht Euch bitte in die Formation ein und geht nicht auf Konfrontationskurs. Das gleiche gilt auch, wenn Ihr gleichzeitig
mit anderen, aber in verschiedene Richtungen begonnen habt. Der klügere gibt nach...
Wenn Ihr einen anderen Tanz als die anderen zum gleichen Lied tanzt, laßt Euch gegenseitig genug Platz!
Wenn Ihr Euch durch die verschiedenen Tanzschritte irgendwann entgegenkommt, müßt Ihr Euch ja deswegen nicht gleich in die Quere kommen.
Wenn Ihr in der Formation den Tanz variieren wollt, gilt als Grundregel:
Erlaubt ist alles (Drehungen, Sprünge etc.), was die Grundbewegung des Blocks mitmacht . Wenn also die Anderen zum Beispiel fünf Schritte zum Fenster hin machen, lauft bzw. tanzt nicht gerade in
Richtung Tür . . . sonst gibt's Auflauf.
Tanzen macht durstig! Kauft also Eurer Tanzpartnerin ab und zu ein Bier. Wenn Ihr Glück habt,
steht sie sowieso mehr auf Wasser und Wein und Ihr könnt das Bier selber trinken...
Gutes Parkett ist selten und teuer! Schont es für Euren nächsten Besuch im gleichen Hause, laßt
Getränke und Zigaretten am Tisch zurück! Auch wenn der Tanzboden aus anderem Material besteht, sollte Euch schon allein die Höflichkeit das gleiche gebieten.
Wer auf der Tanzfläche rumsteht und quatscht, mag das zwar
"cool" finden. Aber eigentlich ist er (oder sie) da flüssiger als Wasser... und obendrein unhöflich. Außerdem: Meist stehen Quasselstrippen ausgerechnet auf der "Fast Line" (siehe 1.) -
da können Kollisionen ziemlich schmerzhaft werden.
Tanzen macht Spaß! Das darf man Euch ruhig ansehen...