Sicher entwickelt Jeder bald seine eigene, etwas abgewandelte Form, aber ohne kurze Einleitung geht es auch nicht. Folgende Vorgehensweise möchte ich zum Feederangeln empfehlen.
Wie immer steht die Wahl des Angelplatzes an erster Stelle. Den erstens soll ja auch was beißen und zweitens müssen wir Futter und Angelgerät entsprechend abstimmen. Strömungskanten stellen eigentlich immer eine gute Wahl dar, genauso wie alle Arten von Einläufen. Wer ein Gewässer kennt, hat natürlich einen großen Vorteil in der Hand. Auch eine gewisse Hängerfreiheit kann nicht schaden, um den Materialverlust in Grenzen zu halten.
Normalerweise beginnt man am Angelplatz damit das Grundfutter
anzumischen, damit es ordentlich durchziehen kann. Steht die genaue Fütter- und
Angelstelle schon fest und befindet sie sich in Wurfweite, kann man schon einige
Kostproben einwerfen.
Dann wird die Rute montiert und der Angelplatz ( unauffällig und leise kann
nicht schaden ) eingerichtet.
Zu Beginn kann es sinnvoll sein, den leeren Futterkorb - ohne Haken an der
Montage - mehrmals einzuwerfen. Zum Einen merken wir, ob er der Strömung
standhält oder gegen einen mit mehr Blei getauscht werden muss, zum Anderen
zeigt sich, ob Hänger drohen.
Danach füllen wir den Futterkorb zum ersten mal und werfen unsere geplante
Angelstelle an. Dazu peilen wir ein auffälliges Ziel am anderen Ufer an und
versuchen, die Wurfkraft entsprechend der Entfernung zu dosieren. Ist der Wurf
gelungen wird die Schnur im Klipp der Angelrolle eingehangen, damit ab jetzt die
Entfernung immer gleich ist. Alternativ kann auch auf der Schnur mit
wasserfestem Stift eine Markierung gesetzt werden. Auch unsere
"Zielpeilung" muss immer gleich bleiben. Nur so treffen und füttern
wir immer an der gleichen Stelle. Wer schon beim Einwerfen das Futter
verteilt, der verteilt damit auch die Fische.
Nun werden noch 3 -6 Futterkorbladungen an die gleiche Stelle geworfen und mit
kurzen Rucken, entleeren wir die Feeder jeweils.
Spätestens jetzt wird aber der Unterfangkescher aufgebaut! Denn durch unser
Anfüttern, können sich durchaus schon Fische an der Angelstelle befinden. Ich
habe schon erlebt, dass wenige Sekunden nach dem ersten Einwurf der beköderten
Rute, der Biss erfolgt. Wer dann eine große Barbe oder einen fetten Karpfen
erwischt hat, wird riesige Probleme bekommen, wenn er mit der einen Hand Drillen
und mit der Anderen den Kescher aufklappen soll!
Erst jetzt wird das Vorfach eingehangen und der Haken beködert. Auch wenn keine
Bisse zu verzeichnen sind, wird weiter regelmäßig der Feeder gefüllt und
eingeworfen. Das kann je nach Situation alle 5 - 15 Minuten geschehen.
Auch der Hakenköder wird dabei kontrolliert und bei Bedarf ersetzt oder mit
Lockstoff versehen.
Jetzt beginnt normalerweise die nie endende Experimentierfase. Denn keinesfalls
wird ein erfolgsorientierter Feederangler, die gesamte Zeit mit der gleiche unveränderten
Montage durchangeln. Auch wenn die Fische am Platz sind und beißen, kann an
einer Feedermontage etwas verbessert werden. Erst recht wenn der Erfolg
ausbleibt, sollten wir zumindest Details verändern.
Jeder muss nun herauszufinden versuchen, wo der Fehler liegt: Ist der
Haken und/oder der Köder zu klein oder zu groß? Ist es gar der falsche Köder?
Ist mein Vorfach zu lang oder zu kurz? Ist der Feeder zu groß (zu laut) oder zu
leicht? Verhindert eine falsche oder ungünstige Rutenablage die Bisserkennung?
Ist mein Futter zu nass (bleibt im Feeder) oder zu trocken (fällt schon an der
Oberfläche aus dem Korb)?
usw. usw...
Wer verändert und testet der lernt immer dazu, auch oder gerade wenn er Fehler
macht. Nur wer keine Veränderungen vornimmt, kann natürlich auch keine Fehler
finden.