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Der Riese unter den PlanetenJupiter, der nach dem römischen Göttervater benannte Planet, ist der größte Planet im Sonnensystem; zwei Drittel der Gesamtmasse aller Planeten entfallen auf Jupiter. Jupiter ist außerdem der nächste der "großen" oder "äußeren" Planeten. Hauptmerkmal der äußeren Planeten ist, daß sie im Vergleich zur Erde zwar sehr groß sind, aber eine deutlich geringere Dichte besitzen, weil sie zum größten Teil aus Wasserstoff und Helium bestehen. Im Falle von Jupiter kommen sie in einer mindestens 16.000 km hohen Atmosphäre als Gas vor, darunter liegt eine ca. 44.000 km hohe Schicht, in der diese Gase "metallisch", das heißt in einer Art flüssigem Zustand, vorliegen. Jupiter besitzt einen dichten Kern mit einem Durchmesser von 20.000 km, der wohl aus Eisen und Siliziumverbindungen besteht. Das Bild links zeigt Jupiter mit seinem großen roten Fleck; der kleine Körper links unten ist Ganymed, der größte Mond im Sonnensystem |
Bild: NASA |
| Planetendaten | |
|---|---|
| Planetenmasse: | 1.898 1024 kg (317) |
| Durchmesser am Pol | 133.708 km (10,52) |
| Durchmesser am Äquator: | 142.984 km (11,21) |
| mittlere Dichte: | 1,326 g cm-3 (0,240) |
| Fallbeschleunigung | 23,12 m s-2 (2,364) |
| Entweichgeschwindigkeit | 59,5 km s-1 (5,32) |
| Rotationsperiode (Dauer des Jupitertages) |
9,9250 Std = 0,415 Erdtage |
| Atmosphärentemperatur | 129 K = -144°C |
Das wohl auffälligste an Jupiter ist seine turbulente Atmosphäre, vor allem der Große Rote Fleck (siehe Bild), ein gewaltiger Sturmwirbel, der zum ersten mal vor ca. 340 Jahren von Galileo Galilei entdeckt und beschrieben wurde und seither mit schwankender Intensität beobachtet wird. Von der Erde aus beobachtbar sind die Jet-Strömungen, die auf der Voyager-Aufnahme oben als Bänder zu sehen sind. Daneben gibt es eine Vielzahl von spiralartigen Wolkenstrukturen, die ständig entstehen und vergehen.
| Zusammensetzung der Jupiteratmosphäre | |
|---|---|
| Wasserstoff (H2): 89.8% - Helium (He): 10.2%
Die Atmosphäre enthält Spuren von: Methan (CH4) 3000 ppm - Ammoniak (NH3): 260 ppm - Deuterium: 28 ppm; Ethan (C2H6): 5,8 ppm - Wasser (H2O): ~4 ppm (abhängig vom Druck) Aerosole: Ammoniakeis, Wassereis, Ammoniakhydrosulfide ppm = parts per million (Teile je Million) - Quelle: NASA Fact Sheet |
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Mit 82 % aus Wasserstoff- und 17 % aus Heliumanteil ist Jupiter ähnlich zusammengesetzt wie die Sonne; im Unterschied zur Sonne ist die Temperatur in der Nähe des Planetenkerns mit 25.000 Grad allerdings zu gering, als daß Jupiter Wasserstoff zu Helium fusionieren und wie die Sonne hell leuchten könnte. Trotzdem strahlt Jupiter doppelt so viel Lichtenergie ab, als er an Sonnenlicht reflektieren könnte. Man erklärt dies derzeit so, daß Jupiter nach wie vor kollabiert und die durch den höheren Gasdruck erzeugte Wärmeenergie zum Teil als Lichtenergie abgestrahlt wird.
Bei den Voyager-Missionen wurde ein (im Vergleich zum Saturn) kleines Ringsystem entdeckt, das von der Erde kaum zu beobachten ist. Demnach scheinen alle Riesenplaneten ein Ringsystem zu besitzen, das lediglich bei Saturn besonders groß ist.
| Die Umlaufbahn von Jupiter | |
|---|---|
| Große Halbachse: | 816,0 Mio. km (5,365) |
| Kleine Halbachse: | 740,6 Mio. km (5,035) |
| Bahnexzentrizität: | 0,04839 |
| Siderische Umlaufperiode | 4.332,6 Erdtage (11,862) |
| Tropische Umlaufperiode | 4.330,6 Erdtage (11,857) |
Auf Jupiter selbst kann es Leben, wie wir es kennen, nicht geben. Allerdings gibt es ein theoretisches Modell des genialen Astronomen Carl Sagan, nach dem Leben auf dem Jupiter prinzipiell möglich ist.
Auf der Suche nach außerirdischem Leben denkt man gegenwärtig aber vor allem an die Jupitermonde: Insbesondere der Mond Europa könnte zumindest von Mikroben besiedelt sein, vielleicht sogar von höheren Lebensformen...
Derzeit sind 16 Jupitermonde bekannt; die vier größten, Ganymed (oben auf dem Jupiterfoto links unten zu sehen), Io, Kallisto und Europa, wurden bereits 1610 von Galilei entdeckt, die übrigen zumeist zwischen 1890 und 1950. Die vier galileischen Monde sind Körper, die in gewisser Weise den erdähnlichen Planeten bzw. dem Erdmond ähneln, wenngleich sie eine viel geringere Dichte haben. Sie bestehen zum größten Teil aus Eisen und Felsgestein sowie Eis. Zumindest auf Io, dem innersten der vier galileischen Monde, gibt es bis heute aktive Vulkane. Man nimmt an, daß die von Jupiter auf die Monde ausgeübten Gezeitenkräfte dafür sorgen, daß das Mondinnere heiß und aktiv bleibt. Das Foto links (Bild: NASA/Voyager) zeigt einen
Vulkanausbruch auf Io.
Das Bild rechts (eine Aufnahme der Raumsonde Galileo von 1998) zeigt den Mond Europa, der von einer dicken Kruste aus Wassereis umgeben ist. Gut zu sehen sind auf diesem farbverstärkten Bild Risse in der Oberfläche. An diesen Stellen ist die Eiskruste gerissen, und wärmeres Material aus dem Inneren steigt an die Oberfläche. Die NASA hat bei einem Vergleich
verblüffende Ähnlichkeiten zwischen einem dieser Risse und der San Andreas-Spalte festgestellt; für die Eiskruste auf Europa scheint es also eine ähnliche Plattentektonik zu geben wie für die Erdkruste. Es spricht vieles dafür, daß die Gezeitenkräfte Jupiters und der anderen Monde das Innere von Europa warn halten und daß unter der Eiskruste ein mondumspannender Ozean ist; wenn es flüssiges Wasser und Energie gibt, dann sind auch die Voraussetzungen für die Entwicklung von Leben gegeben. Europa ist daher zur Zeit der heißeste Anwärter für außerirdisches Leben im Sonnensystem.