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Der Planet Pluto

Das bisher schärfste Bild von Pluto

Pluto ist der einzige Planet im Sonnensystem, der noch nicht von einer Raumsonde aus der Nähe untersucht wurde. Von der Erde aus erkannte man Pluto selbst mit den größten Teleskopen gerade mal als Fleck: Das Erkennen von Strukturen war nahezu unmöglich. Das Bild oben stammt von Hubble Space Telescope (Wegen der Bildgröße habe ich das ganze Foto mit einem weiteren Bild auf eine Extraseite gestellt). Gut zu erkennen ist die Ausbuchtung oben rechts, die Plutos Mond Charon erzeugt. Charon hat eine etwa halb so große Masse wie Pluto, so daß beide Himmelskörper um eine gemeinsame Rotationsachse zwischen ihnen drehen. Man könnte Pluto und Charon daher auch als Doppelplaneten bezeichnen.

Bild: Hubble Space Telescope/NASA

Planetendaten
Planetenmasse: 0.0125 1024 kg (0,21 %)
Planetendurchmesser 2274 km (17,85 %)
mittlere Dichte: 2,050 g cm-3 (37,1 %)
Fallbeschleunigung 0,66 m s-2 (6,7 %)
Entweichgeschwindigkeit 1,1 km s-1 (9,8 %)
Rotationsperiode 153,29 Std
Oberflächentemperatur ~50 K (ca. -230°C)
(in Klammern: Prozent des entsprechenden Erdwertes)

Pluto wurde erst 1930 entdeckt. Gleich nach seiner Entdeckung und Klassifizierung begannen Astrologen, den neu entdeckten Planeten in ihre Horoskope einzubauen, und zwar als Planet der Unterwelt, denn schließlich war Pluto der römische Gott der Unterwelt. Tatsächlich ist Pluto so klein und so weit weg, daß er wohl kaum die Geschicke der Menschen beeinflussen können dürfte.

Die Umlaufbahn von Pluto
Große Halbachse: 7,381 Mrd. km (48fach)
Kleine Halbachse: 4,445 Mrd. km (30fach)
Bahnexzentrizität: 0,2488
Siderische Umlaufperiode 90.465 Erdtage (ca. 225 Erdjahre)
Tropische Umlaufperiode 90.588 Erdtage
(in Klammern: das ..fache des entsprechenden Erdwertes)

Es ist ohnehin schon zweifelhaft, ob es berechtigt ist, Pluto überhaupt als Planeten zu bezeichnen. Laut NASA wird in Himmelskörper dann als Planet bezeichnet, wenn er unmittelbar um die Sonne kreist, also kein Mond eines Planeten ist, und eine Atmosphäre besitzt. Nach dieser Definition wäre Pluto wohl ein Planet. Nach dieser Definition wäre aber auch der Planetoid Ceres der zwischen Mars und Jupiter eine Bahn um die Sonne hat, als Planet zu bezeichnen. Die Einordnung von Pluto als Planetoid und Ceres als "nur" Planetoid ist nur dadurch zu erklären, weil die Astronomen das immer so gemacht haben.

Die Plutoatmosphäre
Atmosphärendruck an der Oberfläche: 3 Mikrobar (drei Millionstel des Drucks an der Erdoberfläche)
Die extrem dünne Pluto-Atmosphäre dürfte (?) aus Methan (CH4) und molekularem Stickstoff (N2) bestehen.


Quelle: NASA Fact Sheet

Da keine Raumsonde Pluto bisher aus der Nähe untersuchen konnte, bleibt vieles an diesem Planeten ein Rätsel: War er einst ein Mond von Neptun, der irgendwie aus dessen Bahn geworfen wurde, kam er ursprünglich aus dem Inneren des Sonnensystems und wurde durch einen vorbeifliegenden Körper dorthin geschleudert, wo er jetzt ist, oder ist er wirklich dort draußen entstanden und gibt es noch mehr Plutos, weit, weit draußen am Rande unseres Sonnensystems...


Jenseits von Pluto

Nach der Entdeckung von Pluto begann eine ausgedehnte Suche nach einem weiteren, zehnten Planeten, allerdings ohne Erfolg. Pluto selbst bekommt nur noch sehr wenig Sonnenlicht ab, das er zurückstrahlen kann, und ein weiter entfernter Planet, der noch weniger Sonnenlicht reflektieren kann, würde wohl sehr schwer zu entdecken sein. Und wenn es einen solchen Planeten geben sollte, wird es dort wahrscheinlich lausig kalt sein - vielleicht wie auf Neptuns Mond Triton, gerade mal ein paar Grad über dem absoluten Nullpunkt. Aber man kann es natürlich nicht mit Sicherheit sagen: Vielleicht bilden da draußen zwei Himmelskörper einen Doppelplaneten und sorgen durch ihre Gezeitenkräfte dafür, daß sie beide geologisch aktiv und damit auf ihrer Oberfläche oder am Grunde von Ozeanen auch schön warm bleiben...

Das Sonnensystem reicht um ein Vielfaches weiter als die 6 Mrd. km der Plutobahn. Man nimmt an, daß die Grenze unseres Sonnensystems in einigen Lichtmonaten Entfernung eine Ansammlung von Kometen bildet, die als Überreste aus der Zeit der Entstehung des Sonnensystems dort lagern und gelegentlich aus ihrer entfernten Bahn geworfen werden, wenn unser Sonnensystem dem System eines anderen Sterns zu nahe kommt und auf diese Weise auf Bahnen geraten, die sie bis in unsere Region führen.


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Zuletzt aktualisiert am 06.07.2000 von Jens Selk - © Jens Selk 2000