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Die ach so liebliche Venus...Neben dem Mars ist nach der römischen Liebesgöttin benannte Planet Venus unser unmittelbarer Nachbarplanet. Als derjenige Planet, der der Erde am nächsten kommt, war die Venus ein bevorzugtes Ziel für Raumfahrtmissionen der Amerikaner und der Sowjets: Venus war der erste Planet, auf dem eine irdische Raumsonde weich gelandet ist, nämlich die sowjetische Sonde Verena 7 im Jahre 1970.
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Bild: NASA |
| Planetendaten | |
|---|---|
| Planetenmasse: | 4.869 1024 kg (81,5 %) |
| Planetendurchmesser | 12.104 km (95 %) |
| Dichte: | 5,204 g cm-3(94,3 %) |
| Fallbeschleunigung | 8,87 m s-2 (90,7 %) |
| Entweichgeschwindigkeit | 10,36 km s-1 (92,6 %) |
| Rotationsperiode = Dauer eines Venustages |
5.832 Std = 243 Erdtage |
| Oberflächentemperatur | ~ 737 K |
Charakteristisch für Venus ist zunächst ihre extrem dichte Atmosphäre, die zu 96,5 % aus dem Treibhausgas Kohlendioxyd besteht: Die Sonneneinstrahlung, die die Atmosphäre durchdringen kann, heizt die Venusoberfläche auf, und die von der Oberfläche ausgesandte Wärmestrahlung kann die kohlendioxydreiche Atmosphäre nicht durchdringen: Die eingestrahlte Wärme wird für eine Weile in der Atmosphäre gespeichert und heizt die Atmosphäre auf Backofentemperaturen auf, bevor sie den Planeten verlassen kann: Auf der Venus ist es heiß wie in der Hölle.
| Zusammensetzung der Venusatmosphäre an der Oberfläche | |
|---|---|
| 96.5% Kohlendioxyd (CO2), 3.5% Stickstoff (N2)
In der Atmosphäre finden sich Spuren von: Schwefeldioxyd (SO2) 150 ppm - Argon (Ar) 70 ppm - Wasser (H2O) 20 ppm; Kohlenmonoxyd (CO) 17 ppm - Helium (He) 12 ppm - Neon (Ne) 7 ppm ppm = parts per million (Teile je Million) - Quelle: NASA Fact Sheet |
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Wie im Erdinnern finden auch im Innern der Venus Kernspaltungsprozesse statt, durch die Energie freigesetzt wird und die das Planeteninnere aufheizen. Auf der Erde wird die so produzierte Energie in Vulkanen und an den Rändern der Platten der Erdkruste mehr oder weniger stetig nach außen abgelassen. Dieser Mechanismus ist für das Leben auf der Erde existenzwichtig: Er führt der Atmosphäre unseres Planeten frisches Gas aus dem Erdinneren zu, das den Verlust durch sich in den Weltraum verflüchtigendes und vom Wasser ausgewaschenes Gas auszugleicht. Gäbe es diesen Mechanismus nicht, würde unsere Atmosphäre sich verflüchtigen und unser Planet würde ebenso kalt und lebensfeindlich sein wie der Mars.
Auf der Venus scheint es einen derartigen Mechanismus nicht zu geben: Nach einem Szenario führt die Aufheizung des Planeteninneren dazu, daß die Oberfläche in Zyklen von ca. 500 Mio. Jahren vollständig schmilzt: Nachdem die Venuskruste geschmolzen ist, gelangen Gase aus dem Planeteninneren in die Atmosphäre und verseuchen diese.
Venus besitzt kein flüssiges Wasser, und die lieblich schimmernden Wolken, die tatsächlich Stürme mit Geschwindigkeiten von mehreren hundert km/h sind, bestehen aus Schwefelsäure: Auf der Venus tröpfelt kein warmer Maischauer auf zwei Liebende hinab, sondern alles zerfressende Säure regnet auf einen toten Planeten hernieder.
Da es auf der Venus kein flüssiges Wasser gibt und da im übrigen Schwefelsäureregen, der hohe Druck auf der Oberfläche und die Temperatur von 750 K (das sind 480° Celsius) eine extrem lebensfeindliche Umwelt schaffen (ein Mensch würde auf der Venus gleichzeitig geröstet und zerquetscht werden und dabei auch noch verdursten), kann heute mit sehr großer Sicherheit ausgeschlossen werden, daß es Leben auf der Venus gibt. Auch ein nur sehr kurzer Aufenthalt von Menschen auf dem Planeten wäre nur mit extremem technischen Aufwand möglich, und eine Rückkehr wegen der erdähnlichen Schwerebeschleunigung auf der Planetenoberfläche wohl in absehbarer Zeit kaum zu bewerkstelligen.
| Die Umlaufbahn der Venus | |
|---|---|
| Große Halbachse: | 108,9 Mio. km (71,6 %) |
| Kleine Halbachse: | 107,5 Mio. km (73,1 %) |
| Bahnexzentrizität: | 0,0068 |
| Siderisches Venusjahr | 224,701 Erdtage |
| Tropisches Venusjahr | 224,695 Erdtage |
Es ist bisher nur den sowjetischen Verena-Sonden gelungen, Bilder von der Planetenoberfläche zur Erde zu senden. Die erste erfolgreiche Landung auf der Venus gelang mit Verena 7 im Jahre 1970; diese Sonde hielt genau 23 Minuten durch, bis sie vom hohen Druck auf der Venusoberfläche zerquetscht ihren Geist aufgab. Am längsten überlebte Verena 13, die 1982 am Venusäquator landete und 127 Minuten lang Bilder und Daten von der Venus zur Erde sandte. Das Bild unten zeigt eine Aufnahme der Venusoberfläche von Verena 13.
Die europäisch-amerikanische Raumsonde Magellan hat den Planeten viele Jahre lang umkreist, Meßdaten vom Planeten zur Erde geschickt und die Oberfläche genau kartographiert
