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Sonstige Körper im Sonnensystem


Inhalt dieser Seite:

Einleitung
Planetoide
Kometen

Einleitung

Die meisten Planeten kann man auf der Erde mit bloßem Auge sehen, und sie sind daher schon seit dem Altertum bekannt. Lediglich die äußersten Planeten Uranus, Neptun, und Pluto können nur durch ein Teleskop gesehen werden, Uranus und Neptun wurden aber schon vor dem 19. Jahrhundert entdeckt.

Als im 19. Jahrhundert große Sternwarten entstanden waren und ihre Fernrohre immer besser wurden, war man in der Lage, auch kleinere Körper zu sehen, die eine mehr oder weniger kreisförmige Bahn um die Sonne durchlaufen, die aber mit Schiffsfernrohren, wie sie etwa Galilei noch benutzte, nicht zu erkennen sind. Neben diesen "kleinen Planeten", die heute allgemein als Planetoide bezeichnet werden, sind schon seit Urzeiten die Kometen als weitere Kleinkörper bekannt: Sie erschienen plötzlich am Himmel, mit ihrem bedrohlichen Schweif, und verschwanden (scheinbar) für immer.


Planetoide

Anfang des 19. Jahrhunderts fand man kleinere Körper, die eine eigene Bahn um die Sonne genau zwischen Mars und Jupiter durchlaufen. Dieser Körper leuchtete so schwach, daß man sie nicht als Planeten bezeichnen wollte; heute tragen solche kleinen Körper die Bezeichnung Planetoid.

Bis heute hat man einige Tausend dieser Planetoide erfaßt. Die meisten umkreisen die Sonne auf einer Bahn zwischen Mars und Jupiter, weshalb man auch von einem Planetoidengürtel zwischen Mars und Jupiter spricht, der bisweilen auch als Asteroidengürtel bezeichnet wird. Es wird geschätzt, daß die Zahl der Planetoiden mit einem Durchmesser über 1 km über 50.000 liegt.

Der erste Planetoid, den man entdeckte, erhielt den Namen Ceres. Nach der heutigen Definition wäre Ceres allerdings ein Planet, da er nicht nur eine eigene Bahn um die Sonne hat, sondern auch eine Atmosphäre besitzt; Ceres hat mit einem Durchmesser von 940 km auch eine stattliche Größe und mit 1,2 x 1021 eine ebenfalls recht ansehnliche Masse.

Der Planetoid IdaDer Planetoid MathildePlanetoide sind überwiegend mißgebildete Körper; das Bild links zeige den Planetoiden Ida, aufgenommen 1993 von der Raumsonde Galileo; rechts ein Bild vom Asteroiden Mathilde (Quelle: NASA). Sie stören die Raumfahrt insbesondere in Regionen jenseits der Marsbahn, weil ein Zusammenstoß mit Objekten des Planetoidengürtels eine reale Gefahr für jedes Raumfahrzeug darstellt.

Besonders interessant sind Planetoide deshalb, weil man an ihnen einige Gesetze der Planetenbewegung (= die Himmelsmechanik) überprüfen konnte, die ansonsten reine Theorie geblieben wären. Außerdem müssen sie erfaßt werden, um künftige Raumfahrtmissionen planen zu können, damit die Raumfahrzeuge nicht in einem Zusammenstoß mit einem Planetoiden zerstört werden. Zwar befinden sich die meisten Planetoide zwischen Mars und Jupiter, es gibt allerdings auch einige Planetoide, die die Erdbahn kreuzen. Der Planetoid Hermes kann der Erde sogar auf bis zu 600.000 km (das ist die doppelte Mondentfernung) nahe kommen.

Die beiden kleinen Marsmonde Phobos und Deimos sind wahrscheinlich Planetoide, die dem Mars zu nahe gekommen und von diesem "eingefangen" worden sind.


Kometen

Der Komet Hale-Bopp, im März 1997Wohl seit Urzeiten beobachten die Menschen den Himmel. Im Gegensatz zu allen übrigen Erscheinungen tauchen Kometen plötzlich auf, leuchten eine Weile zum Teil sehr hell am Himmel und verschwinden ebenso plötzlich wieder. So wurden Kometen denn auch häufig als Zeichen der Götter, das Unheil verhieß, gedeutet.


Hale-Bopp am Sternenhimmel, März 1997Tatsächlich haben Kometen in der Erdgeschichte einiges an Unheil angerichtet. Man nimmt an, daß der Einschlag eines Riesenkometen in Mittelamerika für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich ist. Die Energie, die bei einem solchen Einschlag freigesetzt wird, ist vergleichbar mit der eines Atomkrieges: Giftige Gase werden in die Atmosphäre freigesetzt, aus denen alles zerfressender schwefelsäurehaltiger Regen auf die Erde herniedegeht; der Himmel verdunkelt sich, und die Erde fällt für einige Zeit in einen nuklearen Winter. Neben einigen anderen Tier- und Pflanzenarten war eine Art Mäuse und Ratten in der Lage, diese Katastrophe vor 65 Mio. Jahren zu überleben -- diese Ratten wurden mit der Zeit zu Affen, und die Affen schließlich zu Menschen. Prinzipiell könnte es sich bei dem Einschlag in Mittelamerika vor 65 Mio. Jahren auch um einen Planetoiden gehandelt haben, allerdings haben Planetoiden wesentlich stabilere Bahnen als Kometen.

Kometen sind sehr lichtschwach, sie sind erst zu erkennen, wenn sie der Erde bereits recht nahe sind. Astronomen können daher nur einen kleinen Teil der Kometenbahn um die Sonne verfolgen. Errechnet man aus diesen Bruchstücken die Kometenbahn, ergibt sich, daß etwa 40 % aller Kometen eine elliptische Bahn um die Sonne verfolgt, der Rest hat eine hyperbolische oder parabolische Bahn: Ca. 60 % aller Kometen scheinen daher nicht aus unserem Sonnensystem zu stammen und wieder aus dem Sonnensystem zu verschwinden. Wir können auf der Erde jedoch nur einen kleinen Teil der Kometenbahn messen, inwieweit die Anziehungskraft der großen Planeten die Kometenbahn verändert, läßt sich nur durch theoretische Rechnung ermitteln. Es ist daher auch möglich, daß alle Kometen zum Sonnensystem gehören.

Man nimmt an, daß ein riesiger Kometengürtel mit einigen hundert Milliarden Kometen in einigen Lichtmonaten Entfernung die Grenze unseres Sonnensystems bildet. (Oortsche Wolke); dort ziehen die allermeisten Kometen friedlich ihre Bahn.
Kommt unser Sonnensystem dem System eines anderen Sterns zu nahe, können einzelne Kometen aus der Bahn geworfen werden und wie Amokläufer einen Sturzflug in Richtung auf das Zentralgestirn, die Sonne wagen. Sie geraten so auf Bahnen, die sie durch das Innere unseres Sonnensystems führt. Einige Kometen behalten ihre Bahn im Inneren des Sonnensystems und umlaufen die Sonne in einigen Jahren, andere wiederum benötigen für einen Umlauf Jahrhunderte oder gar Jahrtausende. Einige Kometen kollidieren auf ihrem Amoklauf mit Monden oder Planeten - Jupiter ist mit seiner großen Anziehungskraft geradezu ein Kometen-Staubsauger, ein spektakuläres Ereignis war der Aufprall des zuvor in mehrere Stücke zerborstenen Kometen Shoemaker-Levy 9 auf dem Jupiter im Jahre 1993. Wäre dieser Komet anstatt auf den Jupiter auf die Erde niedergegangen, wäre dies für die Menschheit der jüngste Tag gewesen.

Der Kometenschweif entsteht erst in der Nähe der Sonne, wenn Eis- und Gas, das sich auf dem Komentenkörper befindet, unter dem verstärkten Einfluß der Sonne vom Kometen abgelöst wird. Mit jeder Reise durch das Zentrum des Sonnensystems werden Kometen daher immer kleiner.


Zuletzt aktualisiert am 06.07.2000 - © Jens Selk 2000
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