Haben Sie sich zur Vorbereitung des Films Wedding
Planner Verliebt, verlobt, verplant mit einem echten
Hochzeitsorganisator getroffen, um aus erster Hand zu erfahren,
wie das normalerweise läuft?
Lopez: Ja, sogar mit mehreren. Sie haben mir alle übereinstimmend
erzählt, ihre Hauptaufgabe bei der Hochzeitsplanung sei
es, für alle Betroffenen den Therapeu-ten zu spielen und
dafür zu sorgen, dass sie noch miteinander reden, weil
jeder seine eigenen Vorstellungen und Probleme hat. Die Brautmutter,
der Brautvater, die Verwandten der Gegenseite heutzutage
steigern sich die Leute da wirklich in einiges hinein. Oft gehen
sie wegen irgendwelcher Details fast aufeinander los. Ich habe
damals jemanden beauftragt, meine Hochzeitsfeier zu organisieren.
Und ich würde es wieder tun, nur würde ich dann nicht
mehr zulassen, dass meine Familie sich auch noch so massiv einmischt.
Ich bin das letzte Mal beinahe verrückt geworden, aber
am Ende war es dann sehr schön.
Und die Hochzeit selbst, war die auch verrückt?
Lopez: Mehr als das! Wir hatten so ungefähr 250
Gäste eingeladen und feierten im Garten eines Freundes.
Es war einfach überwältigend! Aber eigentlich ist
eine Hochzeit eine sehr intime Angelegenheit, da will man nicht
alle Welt dabei haben.
Aber es ist Ihnen schon klar, dass sich alle Welt dafür
interessieren wird, falls Sie wieder heiraten. Würden Sie
dann lieber heimlich durchbrennen?
Lopez: Nein, so weit würde ich nicht gehen. Ich
würde weder mich noch meinen zukünftigen Mann um das
Erlebnis einer feierlichen Hochzeit bringen wollen, wenn es
das wäre, was wir beide gerne möchten. So weitgehend
sollte mein Beruf kein privates Ereignis beeinträchtigen.
Aber ich würde alles in meiner Macht stehende tun, um sicherzustellen,
dass unsere Privatsphäre gewahrt bleibt. Ich möchte
mich gerne an meine Hochzeit erinnern, weil sie so schön
war und nicht wegen des Hubschrauberlärms im Hintergrund.
Wir lernen unser Verständnis von Liebe im Wesentlichen
von unseren Eltern. Was haben Sie in dieser Beziehung von Ihren
Eltern vermittelt bekommen?
Lopez: Sie haben mir einfach ein gutes Beispiel gegeben.
Sie waren sehr glücklich verheiratet, liebten sich und
nahmen sich Zeit füreinander. Oft haben sie sich wahnsinnig
angestrengt, nur um dem anderen eine kleine Freude zu machen
das ist für mich Liebe, aber nicht nur das. Ich
glaube, dass Liebe viele verschiedene Ausdrucksformen haben
kann. Eine Patentlösung gibt es nicht.
Sind Sie ein romantischer Mensch? Hat Sie dieser Film vielleicht
angeregt, selbst auch wieder über eine Hochzeit nachzudenken?
Lopez: Ich bin schon romantisch, aber ich habe noch keine
Pläne für meine nächste Hochzeit gemacht. Das
letzte Mal habe ich draußen geheiratet und es sehr genossen.
Die Hitze, die Sonne, diese Atmosphäre
Ob ich es
noch mal so machen würde, weiß ich gar nicht, aber
auf jeden Fall müsste die Band die ganze Nacht zum Tanz
spielen, so wie damals. Das war für meinen Ex-Mann und
mich genau richtig. Er war aus Kuba und hatte daher einen ähnlichen
kulturellen Hintergrund wie ich. Mit einem anderen Typ Mann
wäre die Hochzeit natürlich auch eine andere.
Und welches wäre Ihr Hochzeitssong?
Lopez: Das kann man nicht vorhersagen, es passiert einfach.
Eines Abends tanzt man irgendwo miteinander und plötzlich
weiß man: Das Lied, das sie gerade spielen, das ist jetzt
unser Lied.
Wann waren Sie das erste Mal verliebt?
Lopez: Mit 13 schwärmte ich heftig für den
Nachbarsjungen. Ich glaube, er war auch in mich verliebt. Wirklich!
Im Film sagen Sie über sich, Sie würden sich immer
in die falschen Männer verlieben. Und privat?
Lopez: Ja, schon. Ich war nie dafür, über Monate
mit einem Mann auszugehen, um herauszufinden, ob er mir gefallen
könnte. Wenn ich nicht von Anfang an ein ganz starkes Gefühl
für jemanden entwickle, dann wird das auch nichts mehr.
Selbst wenn ich einen Mann gut oder besonders attraktiv finde,
würde ich nicht einmal darüber nachdenken, mich mit
ihm zu treffen, wenn nicht auch ein ganz starkes Gefühl
für ihn da wäre. Er als Mensch muss sofort etwas in
mir ansprechen, dann kann sich eine Freundschaft entwickeln
und daraus etwas anderes. Ich gehöre nicht zu den Frauen,
die mal mit dem und mal mit jenem ausgehen, um zu sehen, was
passiert.
Haben Sie schon mal einen Mann gefragt, ob er mit Ihnen
ausgeht?
Lopez: Nein, da bin ich sehr altmodisch.
Und als altmodische Frau, würden Sie lieber eine Rose
oder Diamanten geschenkt bekommen?
Lopez: (grübelt lange) Hmmm, das kommt auf den Moment
an. Wissen Sie, mir geht es um den Gedanken, der hinter dem
Geschenk steht, egal, ob es sich um eine Rose oder um Diamanten
handelt. Außerdem kann ich mir meine Diamanten auch selber
kaufen und das tue ich auch! (zeigt ihre Diamanthalskette
und Ringe)
Im Film steht der Tanz als eine Metapher für Romantik
und Liebe.
Lopez: Tanzen finde ich sehr sexy. Es ist das Sinnlichste
überhaupt, sich auf diese Weise mit jemandem verbunden
zu fühlen und sich mit ihm zu bewegen.
Der Regisseur wollte Sie zuerst gar nicht für die Rolle,
weil er Sie zu sexy fand
Lopez: Ich glaube, die Zuschauer werden überrascht
sein, mich so anders als sonst zu sehen. Tatsächlich kommt
diese Rolle meiner eigenen Persönlichkeit aber viel näher
als alles, was ich bisher gemacht habe. Normalerweise bietet
man mir immer diese starken, selbstbewussten Frauenrollen an.
Und so sind Sie gar nicht?
Lopez: Nein, wirklich nicht, ich bin eher der sanfte
Typ.
Was suchen Sie in einem zukünftigen Ehemann?
Lopez: Ich wünsche mir eigentlich nur, dass er dieselben
Wertvorstellungen in Bezug auf Familie hat und mich versteht,
mich bedingungslos annimmt, so, wie ich bin.
Möchten Sie gern Kinder haben?
Lopez: Erst, wenn ich dazu bereit bin. Ich würde
auch nicht wollen, dass mein Mann sich um irgendetwas betrogen
fühlt wegen des besonderen Berufes, den ich nun mal habe.
Aber Sie können sicher sein, wenn es jemand schafft, da
die Balance zu halten, dann ich.
Wenn Sie wieder einmal einen Tag lang nicht überall
erkannt würden, worauf hätten Sie Lust?
Lopez: Ich würde mal wieder richtig ausgiebig shoppen
gehen. Ich vermisse es, einfach nur herumzuschlendern und hier
und da zu schauen. Ich kann zwar so auch einkaufen gehen, es
macht nur schlicht keinen Spaß
Aber es hat doch auch Vorteile, wenn man berühmt ist?
Lopez: Klar, man muss nirgends anstehen oder lange warten.