Jennifer Lopez
Geboren am Freitag, 24. Juli 1970 in The Bronx, New York, USA |
Die in den Medien gerne als rassige Latina dargestellte Jennifer
Lopez ist eine waschechte New Yorkerin, deren Eltern sich nach ihrer
Emigration aus Puerto Rico in den USA kennen gelernt hatten. David
Lopez war Computer-Spezialist bei einer Versicherung, während
Jennifers Mutter - übrigens mit dem grandiosen Namen Guadalupe
gesegnet - als Kindergärtnerin arbeitete. Deren Eltern waren
keine Südamerikaner, sondern europäische Einwanderer.
Außer Jennifer hatte das Ehepaar Lopez noch zwei weitere Töchter,
deren Interessen ebenfalls mit Musik und Unterhaltung zu tun haben.
Lynda, die jüngere Schwester, arbeitet als Entertainment-Korrespondentin
für einen New Yorker Sender, und die älteste der Schwestern
ist Hausfrau und singt nebenbei in Opern.
|
 |
| Schon mit fünf Jahren bekam Jennifer Lopez Tanz- und Gesangstunden.
Offenbar erwachte dabei ihr großer Wunsch, später eine
entsprechende berufliche Laufbahn zu ergreifen - was nicht wirklich
im Sinne ihrer Eltern war. Deshalb arbeitete sie auch nach der High
School eher halbherzig in einem Anwaltbüro und nahm nach Büroschluss
Tanzunterricht. Als sie 18 Jahre alt war, zog sie im Streit mit ihren
Eltern daheim aus, nahm nur noch Tanzstunden und schlief mangels Einkommen
und Wohnung im Tanzstudio. |
 |
Ihren ersten nennenswerten Auftritt hat sie - wie auch Rosie Perez
- als sogenanntes "Fly Girl" mit Tanznummern in der Comedy-Show
"In Living Color" (1990 bis 1994), worin unter anderen auch
ein gewisser Jim Carrey auftrat. Zunächst verdiente sich Jennifer
Lopez ihre Brötchen als attraktive Dreingabe in TV-Filmen wie
"Abgestürzt im Dschungel" (1993) von Larry Shaw. Größere
Aufmerksamkeit erhielt ihre Rolle in dem schwachen Actionfilm "Money
Train" (1995) von Joseph Ruben. Zwei ungleiche Brüder (Wesley
Snipes und Woody Harrelson) verlieben sich in dieselbe Frau (Lopez),
bevor einer von ihnen einen Zug überfällt. "Selbst
die spektakulären Subway-Stunts gegen Ende sind keine Entschädigung
für diese maßlose Enttäuschung", schrieb Milan
Pavlovic im Kölner Stadt-Anzeiger. In jene Zeit fällt auch
die Blitzehe (geschlossen am 22.02.1997) mit Ojani Noa, einem Kellner,
die kaum ein Jahr hielt. |
Auch "Meine Familie" (1995) von Gregory Nava bot Jennifer
Lopez noch nicht die richtige Bühne für ihr Talent. Die
Geschichte über eine arme mexikanische Einwandererfamilie war
nur eine breitgelatschte Schnulze. In "Jack" (1996) von
Francis Ford Coppola sieht man sie neben Robin Williams: Der zehnjährige
Jack altert durch einen genetischen Fehler äußerlich viermal
schneller als andere Menschen. Im Körper des erwachsenen Mannes
ist ein Kind gefangen. Jennifer Lopez ist die Lehrerin, in die sich
der kleine Große oder große Kleine (wie man's halt sieht)
schwärmerisch verliebt.
"Blood and Wine" (1996) von Bob Rafelson ist ein in schwüler
Atmosphäre ablaufender, langsamer Kriminalfilm mit Jack Nicholson
und Michael Caine: Zwei abgetakelte Verlierertypen ziehen das große
Los, indem sie ein Diamantencollier stehlen. An Jennifer Lopez macht
sich das Schmuckstück ausgesprochen gut.
In "Anaconda" (1997) von Luis Llosa sah man Jennifer Lopez
an der Seite von Eric Stoltz, Ice Cube und Jon Voight. |
Doch trotz der attraktiven Besetzung war der Film eine lächerlich
langweilige und lächerlich schlecht gemachte Variation uralter
Horrorfilm-Motive. In den 50er Jahren verfilmten Leute wie Jack Arnold
oder Roger Corman solche Stoffe mit ebensomiesen Tricks, aber wesentlich
billiger, geradliniger und spannender.
"Selena" (1997) von Gregory Nava war die Filmbiographie
über die gleichnamige Sängerin, die sogenannte Tejano Queen,
die einem Mord zum Opfer fiel. Für Jennifer Lopez war es die
erste Hauptrolle, und die bekam sie nur, weil Konkurrentin Salma Hayek
abgelehnt hatte - mit den Worten: "Ich werde bestimmt nicht diesen
Film über Selena machen. Ihr Tod ist zu nahe, als dass man einen
Film über ihr Leben machen sollte. Und ich glaube, dass weder
ich noch sonstwer einen Film machen könnte, der so gut wäre
wie sie." |
 |
Jennifer Lopez nahm die Rolle an, und ironischerweise hat sie seither
im Karrierewettlauf Salma Hayek eindeutig überholt. Denn nun
kamen die wirklich interessanten Rollen. Starregisseur Oliver Stone
besetzte sie in seinem rabiaten B-Movie "U-Turn - Kein weg zurück"
(1997). Darin bleibt Sean Penn wegen eines Motorschadens in einem
elenden Wüstenkaff hängen. Während sein Wagen repariert
wird, sucht er Zerstreuung. Sie läuft ihm über den Weg in
Gestalt der hinreißenden Halbindianerin Grace (Lopez), die er
auch fleißig anmacht. Doch die Schöne ist verheiratet:
Ihr grober Klotz von Mann (Nick Nolte) haut Sean Penn erst einmal
eins auf die Nase, dann macht er ihm ein Angebot: Der Fremde soll
Grace töten. Oliver Stone machte daraus einen unterhaltsamen
Thriller, der manchmal ein wenig sehr um Tiefsinn bemüht ist,
über weite Strecken jedoch als gut geschriebener Krimi in der
Tradition des B-Films überzeugt.
Ihre bislang beste Rolle hatte Jennifer Lopez in "Out of Sight"
(1998) von Steven Soderbergh, der Verfilmung des Romans "Zuckerschnute"
von Kultautor Elmore Leonard ("Schnappt Shorty!"). Als Bundesmarshall
Karen Cisco muss Jennifer Lopez beobachten, wie sich ausgerechnet
vor ihrem Wagen ein paar flüchtige Knackis ins Freie buddeln.
Unter ihnen ist auch Jack (George Clooney), der Karen Cisco entführt
und sich dabei in sie verliebt. Und auch sie sieht sich bald im Zwiespalt
zwischen Pflichterfüllung - eigentlich müsste sie Jack verhaften
- und Wunschdenken - aber viel lieber ginge sie ja mit ihm ins Bett.
Soderbergh inszenierte das als muntere Krimikomödie mit guten
Dialogen und einem Hauptdarstellerpaar, bei dem es sichtbar funkt.
Zwischendurch lieh Jennifer Lopez auch einer der Ameisen in dem sehenswerten
Computer-Zeichentrickfilm "Antz" (1997) von Eric Darnell
und Tim Johnson ihre Stimme. Damit war sie in guter Gesellschaft:
Außer ihr sprachen Woody Allen, Dan Aykroyd, Sylvester Stallone,
Anne Bancroft, Gene Hackman, Christopher Walken, Paul Mazursky und
Sharon Stone. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin ist Jennifer Lopez
auch eine äußerst erfolgreiche Sängerin. Als Popstar
verkaufte Lopez von ihrem Debütalbum "On the 6" (1999)
weltweit mehr als sieben Millionen Stück. Sie wurde für
zwei Grammys nominiert. Ihre Hit-Single "If You Had My Love"
hielt sich fünf Wochen auf Platz eins der Billboard-Charts, und
das Musikvideo zu diesem Titel wurde vierfach für den MTV Video
Music Award nominiert. 2000 gewann Lopez den Preis für den Besten
Rhythm & Blues bei den MTV European Music Awards. Das zweite Album
"J. Lo" kombiniert Pop, R&B und Latinosound, Lopez fungierte
auch als Executive Producer und schrieb sieben der Songs selbst. Im
Januar 2001 erschien ihr viel versprechendes zweites Album "JLo",
produziert von ihrem damaligen Freund Puff Daddy, von dem sie sich
im Frühjahr 2001 trennte."J. Lo" landete sofort auf
Platz eins der Billboard-Charts, ging in den USA schon in der ersten
Woche 272 000-mal über den Ladentisch (international wurden zwei
Millionen Stück verkauft). Die erste Single des Albums "Love
Don't Cost a Thing" landete im Radio auf Platz eins und war sowohl
in den USA als auch international der am meisten gewünschte und
gespielte Titel im Radio. Im Mai 2001 kam ihr neuer Film "The
Wedding Planner" in die Kinos, eine romantische Liebeskomödie.
2002 verkörperte die Lopez dann in "Genug" eine gedemütigte
Ehefrau, die zurückschlägt. |
 |
Auch eine zwei Hochzeiten, eine geplatzte Verlobung und eine weitere
Scheidung sind aus den letzten Jahren zu vermelden: Die Ehe mit
Cris Judd hielt nur acht Monate. Ab Anfang 2002 war "J.Lo"
mit Ben Affleck liiert, an deren oftmals angekündigte und wieder
verschobene Hochzeit bald keiner mehr glauben mochte.
Die beiden drehten zwei gemeinsame Filme, um möglichst viel Zeit
miteinander zu verbringen - ein Ziel, dass sich als unvereinbar mit
beruflichem Erfolg erwies: "Gigli" (2003) jedenfalls floppte
mit Lopez und Affleck in den Hauptrollen. In "Jersey Girl"
(2003) übernahm Jennifer Lopez dann nur eine kleine Nebenrolle
- trotzdem wurde er kein Erfolg. |
| Kaum länger als ein halbes Jahr nach der Trennung von Ben Affleck
überraschte die Lopez mit der dritten Heirat: Pop-Kollege Marc
Anthony ist der Glückliche, der die Latina im Juni 2004 bei einer
ganz privaten Zeremonie vor den Friedensrichter führte. |
|