The Dreamband

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Als Dreamband wird die Besetzung Lee Kerslake (Drums), Mick Box (Leadgitarre), Gary Thain (Bass), Ken Hensley (Keyboards) und David Byron (Vocals) verstanden, mit der die Band ihre größten Erfolge feierte.

Die nachfolgenden Portraits der Musiker sind dem Live '73 Album entnommen.


Uriah Heep

Es war einmal eine Gruppe, die sich Stalkers nannten und einen Gitaristen namens Mick Box hatten. Er wurde sehr bald in der Band ergänzt durch einen Sänger mit Namen David Byron. Diese beiden machten weiter und formten eine Gruppe, welche sich Spice nannte.
Spice war nicht so heiß wie ihr Name verriet und David und Mick stagnierten. Aber die beiden hatten einen Schutzengel, der ein Auge auf sie geworfen hatte und Herr Gerry Bron begleitete sie auf ihrem Weg und gab ihnen den nötigen Beistand.
Herr Bron schlug also vor, daß sie noch einen Organisten bräuchten, welchen sie auch bekamen. Er nannte sich Ken Hensley und war gerade im Begriff, sich von Cliff Bennett's Toe Fat mit Aussicht auf Berühmtheit und Reichtümer ohne Vergleich, zu trennen. Ken hatte, in der Tat, von solchen Aussichten vorher gehört von einer Reihe von Männern, wohlmeinend und unredlich und hatte Gitarre und Keyboard in einer Vielzahl von Gruppen gespielt - angefangen von der soulligen Jimmie Brown Sound bis hin zu den Gods, zusammen mit Greg Lake und Mick Taylor, welche nun beide berühmt und wohlhabend sind.
Die drei Hoffnungsvollen nahmen ihren Namen von Uriah Heep, für den Charles Dickens keinen Kredit beanspruchen kann, denn es war die Idee des vorher erwähnten Herrn Bron.
Eine Vielzahl von Schlagzeugern und Bassisten wurden ausprobiert bis die Dinge allmählich albern wurden. Drei Alben ("Very 'Eavy, Very 'Umble", "Salisbury" und "Look at Yourself") und eine wachsende Gemeinde von Club-Fans, aber es war, nichts desto trotz, schmerzhaft klar, daß noch etwas fehlte.
Die Magie war noch nicht vorhanden.
In der Zwischenzeit waren andere märchenhafte Wesen am Werk . . . (und dies ist der Punkt, wo die Story wirklich beginnt).

Ein gehäuteter Trommler namens Lee Kerslake hatte häufig die Wege mit Ken gekreuzt. Nachdem er bei Dave Anthony's Moods augestiegen war, spielte Lee mit Ken bei den Gods (damals war auch Paul Newton dabei, ein früherer Heep-Bassist) und in Toe Fat. Nach einiger Zeit mit der National Head Band erhielt Lee einen lauten Ruf, sich den drei embryonischen Stars anzuschließen.
Der alte Spruch "Ein Kerslake wird dich niemals hängen lassen" stellte sich nun einmal mehr als zutreffend heraus.
Zum Schluß und folgerichtig löste Keef Hartley seine Band (in Groß-Britannien) auf und ging zu John Mayall, um mit ihm zu arbeiten. Genau zu der selben Zeit verließ Paul Newton (in the USA) Heep während der Mitte der Tournee und Keef's unbeschäftigter Bassist - Gary Thain - befand sich plötzlich im Flugzeug, den Großen Atlantik überquerend und spielte schon mit U.H, ehe er sein O.K. geben konnte.
"Demons and Wizards" und "The Magician's Birthday" haben die Feuertaufe überstanden und die Konzerthallen in Groß-Britannien, auf dem Kontinent, in den USA und Japan voll gepackt.

David Byron

David Byron

Da gib es keine Frage darüber. Der Junge, der sich trotz aller Anerkennung verbessert, ist Uriah Heep's Sänger David Byron.
Seine Stimme hat sich nicht dramatisch in der Stimmlage oder Emotion erweitert (obwohl diese unverkennbar sicherer und kräftiger geworden ist). Nein, in David's Verbesserung liegt der Schlüssel-Part der Präsentation. Er ist zu einem Entertainer geworden.

David ist der Fokus. Der pfauenhaft Angeleidete, der sein Zeug für die Mädchen stolziert, der aber ein oder zwei Flaschen Mateus Rose säuft und den Mikrofon-Ständer heftig schüttelt, wird dann heftig, um seine Burschen wissen zu lassen, daß er kein entkräfteter Poseur ist.
Andere wären längst gegangen, wenn sie die Rolle eines Rocksängers angenommen hätten geradeheraus als gradliniger, aufrechter Frontmann, der zum Mikrophon geht, um einen klugen Vers zu überbringen, ehe er in die Schatten zurückgleitet.
Es ist David's Bereitschaft, sich umzuschauen, zu analysieren und zu adaptieren, welches einen immensen Fortschritt bewirkte. Es wurde schnell offensichtlich, daß er, während er beobachtet hatte, wie andere Sänger das Publikum handelten, seine Aufmerksamkeit auf ihn richtete, diese focussierte und manipulierte und es ihm große Schmerzen bereitete, diese Mannerismen und Tricks in etwas umzusetzen, das zu ihm passte.
Die verfeinerte Technik, welche David nun erreicht hat, ist zu einem bewußten, deliberate Prozess geworden. Aber du solltest nicht auf die Idee kommen, daß Byron ein eiskalt kalkulierender Mann ist. Er scheint wirklich abgestoßen zu sein von seiner Macht über eine Halle voll von Kids - eine Power, ähnlich der eines Dikators. Während der zwei Stunden, wo die Band auf der Bühne ist, ist das absolut.
Wie Mick und wie auch die ganze Band, ist David sehr schnell beim Freundschaft schließen, aber sein pre-gig nervt öfters und verrät seine gewöhnliche Wärme. Er will sich unterhalten, aber du kannst sagen, er ist verschlossen. Es ist da eine Kante in seiner Stimme, wenn er doppelt so schnell plattert - welche beträchtlich ist in den am meisten entspannten Momenten. Er ist hyper-sensibel, wie ein gespannter Flitzebogen, der bei der kleinsten Berührung losgeht. Mit Planung und Sorgfalt wird die Veröffentlichung auf der Bühne stattfinden; zufällig hat ein Tölpel von Fotograf einmal zu viel geknipst und hat - am allerbesten -- einen harten, steinigen Blick erhalten. Am schlimmsten, wenn er sich einen Strom von Schmähungen ergeht, kraftvoll genug, um die dicksten Linsen zu verdampfen.
David, der Diktator wird es eben besser machen.

Ken Hensley

Ken Hensley

Seit vielen Jahren seit heute habe ich das Gefühl, daß Ken sehr tief mit Musik beschäftigt sein wird, und zwar im Schreiben, im Arrangieren, im Produzieren und vielleicht auch als Solo-Künstler.
Das meiste der geschriebenen Stücke von Uriah Heep sind seine Werke - obwohl die Last nun mehr aufgeteilt worden ist - und zehn von seinen Songs die Basis für sein Soloalbum bilden, "Proud Words On A Dusty Shelf". Von diesen sehr persönlichen Tracks wurde "Rain" von der Band übernommen und David Byron's Darbietung ist einfühlsam und sympathisch.
Das Business fließt eben durch seine Adern. Schneide ihn und die Hölle blutet vor Bändern, Verträgen und alles, daß die Musik abgehen läßt.
Er ist schon länger on the road als er sich darum kümmern würde, sich daran zu erinnern, aber er hat ein Überschuß von Energie und Vitalität, welche nur darauf warten, zu brennen. Er ist ein energischer Arbeiter, der sich öfters zuviel zumutet, aber nichts wird seinen schier unstillbaren Durst nach Erfolg löschen.
Als Musiker ist er in hohem Maße selbst-kritisch. Als Songschreiber für Heep ist er einfallsreich mit einem Hang zur Erzählung. In seinem Solo-Album ist sein lyrische Schreibweise ehrlich, selbstbezogen -exploratory und unendlich fragend.
Angefangen mit der Gitarre und später zur Orgel wechselnd, hat Ken einen eigenständigen Stil entwickelt - beflissen , aber unheimlich wirksam. Ich habe öfters gedacht, daß sein bevorzugter Part seiner Instrumente das swell Pedal ist.
Wenn er an der Orgel sitzt, die Bühne quer zur linken Hand überblickend, bereitet er sich auf den großen Orgelpart im Heep-Programme vor. Sein Kopf beugt sich über das Keyboard wie große Wolken von Trockeneis ihn einhüllen. Er wird zu einem 'Phantom der Oper', welches alles, angefangen von chopsticks bis hin zu Bach spielt. Der einzig richtige Weg zum Solo als Höhepunkt würde eine sich öffnende Bühne sein, die langsam den darüber unwissenden Orgelspieler verschluckt.
Er hat immer eine aggressive Rolle in all den Bands angenommen, in denen er sich angeschlossen hatte und seine deutlichen Ansichten über Musik und Geschäft schienen ihm öfters schon Schwierigkeiten bereitet zu haben, mit ihm zu arbeiten.
Ich glaube, daß der Erfolg und die kooperative Atmosphäre bei Uriah Heep bewiesen haben, daß Ken sowohl zuhören als auch Rat annehmen und ein wirklich produktives Mitglied der Gruppe sein kann.

Mick Box

Mick Box

Mick Box ist ein kleiner, untersetzter Bursche. Immer so weit wie er eben lang ist. Ein Körper, der sich in den breiten, klotzigen Akkorden wiederfindet, welche er freisetzt.
Seine Solos sind einfach, aber theatralisch dem Höhepunkt zustrebend und effektiv und sein Gebrauch des tiefen sonoren Riffs gibt viel Gelegenheit, dieser wohl-bekannten schwerfälligen Haltung nachzugeben. Er schreitet zur vorderen Bühne, wo er rockend unruhig am Rande des Orchestergrabens steht, ein schnelles, dürres Lecken losreißend, ehe er zu seinem Verstärker zurückhüpft.
Später in einer geschmeidigeren, ruhigeren Nummer wird er über die Bühne fegen wie ein aufgebrachter Bulle auf das rote Tuch losgeht. Unkompliziert und warmherzig. Das ist Umgang mit seiner Gitarre und das ist auch sein Umgang mit den Publikum und den Leuten.
Wenn du Mick das erste Mal begegnest gibt es kein pretence, keine Mauer des Schweigens, welche that betrays the uncertain Künstler verrät. Er ist immer der Erste mit einem freundlichen Handschlag und, well, may be an an dem zweiten Treffen wird es eine herzliche Umarmung. Es ist seine natürliche Freundlichkeit, genauso natürlich wie sein präsentes Cheshire-Katzen Grinsen und es wird ausgeschüttet in seinem kameradschaftlichen Bühnencharakter.

Lee Kerslake

Lee Kerslake

Lee Kerslake ist ein sehr stattlicher Schlagzeuger. Er bedient sein Werkzeug nicht aus dem Gelenk heraus oder etwa aus seinen kräftigen Oberarmen.
Nein, das Powerhouse von Uriah Heep nimmt sein ganzes Gewicht aus seinen Schultern - aus seinem ganzen Körper heraus - hinter jedem krachenden Schlag. Es bedeutet, daß seine Spielweise sehr einfach ist, kurz und knapp, aber der allesentscheidende Drive ist überaus famos.
Lee's körperbetontes Trommeln kann man am besten während einer Numner wie "Circle Of Hands" betrachten. Es ist einfach, ihn rockend von einer Seite zu anderen zu betrachten. Er rollt zur rechten an den Downbeat und wirft sein ganzes Körpergewicht und schlägt hinter dem Bass- Schlagzeug und Becken Krach, dann schaukelt er zurück hin zur linken an den Up-Beat, sein Körpergewicht hinter den Snare-Trommeln zum Off-Beat hebend.
Es braucht genau diese Sorte von Muskeln, physischer Kraft, um in dem Kraftzentrum einer Band wie Heep zu arbeiten.
Der Rest der Band hat nur nur darauf gewartet, daß das schnelle musikalische Einfühlungsvermögen zwischen Lee und dem Bassisten Gary Thain Uriah in eine kompakte, wuchtige Einheit verwandelt, die in der Lage ist, Alben zu verkaufen und Konzerthallen zu füllen.
Ich habe dabei immer geglaubt, Lee sei so etwas wie ein Jekyll und Hyde-Charakter.
Aber wenn Lee hinter seinem Werkzeug sitzt - egal ob im Studio oder in der Konzerthalle - und er ist wie verwandelt. Er konzentriert sich mit einer Intensität, welche ungewöhnlich für einen Schlagzeuger ist, der solch fairly simple fills spielt. Es ist eine Konzentration von Dynamik wie auch technischem Aufblitzen.
Nun, du mußt schon wirklich kräftig sein, um eine Band so laut donnernd wie Heep anzutreiben.
Und Lee ist so kräftig wie ein Fleischextrakt.

Gary Thain

Gary Thain

Wenn sie entscheiden müßten, den Dünnen Mann neu zu verfilmen, dann bräuchte sich der Casting-Direktor sich nicht länger umzuschauen, denn Uriah Heep's Bassist Gary Thain würde die Hauptrolle gut füllen, welche im Original von William Powell gespielt wird.
Gary's schlanke Gestalt sieht so aus, als ob diese gerade die Wilden überlebt hat in einem besonderen grausamen Unglück. Seine blasse complexion, sein verzerrtes Gesicht werden von einem großen Haarbüschel getoppt, er sieht etwa aus wie eine Grenadierwache, welche gerade seine Bärenfellmütze wäscht und sonst nichts mehr tun kann.
Seine spindeldürren Beine wackeln in sehr hochhackigen Stiefeln, schreiten den Fleck zwischen Lee's Trommeln und Ken's Keyboards ab. Er sieht aus wie ein wandelnder Eiffelturm, aber er ist ein Pulverturm.
Ich glaube nicht, daß die Bedeutung von Gary's addition für Heep in vollem Umfang von vielen Leuten außerhalb der Band wahrgenommen worden ist, als er das erste Mal anschloß. Es wurde deutlich, daß da eine neue chemische Verbindung in der Rhythmussektion entstanden war. Lee arbeitete mit größerer certainty und der Pulse der Band wurde ruhiger , ein wenig ähnlich, dem plötzlichen Flattern des Herzens.
Dieser Wechsel sollte niemanden überrascht haben, da derzeit Gary einer der besten Rockbassisten ist, der in einer britischen Band spielt. Er hat diesen Zustand durch gründliches und verschiedenes Training erreicht.
In seinem Heimatland Neuseeland startete Gary out by backing visiting stars bis er nach Groß-Britannien über den großen Ozean kam. Vor Heep war sein größter, bedeutender Gig eine dreijährige Mitarbeit in der Keef Hartley Band. Wenn du das letzte LiveaIbum von ihm prüfst, welches im Marquee-Club aufgenommen wurde, so du wirst hören, daß der Thain Bass die Blas-Sektion durch eine Serie von knuffigen Arrangements lenkt.
Heep stehen mehr auf Entertainment als die vorherigen Bands von Gary und er brauchte eine Weile, um seine introvertierte und stillstehende Persönlichkeit abzulegen, in die dort er hineingewachsen war.
In den Staaten ist er eher in der Lage, mit dem Publikum zu kommunizieren; die Menge dort baut keine strenge "Mach weiter und beindrucke mich"-Barriere auf.
Gary ist wahrscheinlich der meist Ernsthafteste von den Uriahs. Im Gespräch versucht er dich mit seinen Augen zu fixieren und er spricht langsam, jeden Satz wohl überdenkend und er macht lange, lange Pausen, um jeden Punkt hit home zu lassen oder um zu warten, bis das richtige Wort ihm einfällt. Für gewöhnlich wartet er auf den richtigen Moment, um vollkommen aus seiner Muschel herauszusteigen. Während der letzten Tournee der Gruppe sahen die Fans ihn endlich und hörten Gary auf seiner Spitze. Die Zeit war reif dafür.