Scheibenwischer-Gala 2005 - Zitate

Scheibenwischer-Kabarettisten

Auszüge aus der Sicht der
»Heiligen drei Könige«,

wie Kabarettist Bruno Jonas
sein »Dreigestirn« im Verbund mit
Mathias Richling und Georg Schramm
gerne nennt



Gelegentlich muss man die Wirklichkeit
auch nachhaltig anders sehen.

Bruno Jonas,
über den Realitätssinn von Gerhard Schröder

Die frauenfreundlichsten Bemerkungen
kommen oft von den dicksten Freundinnen.

Bruno Jonas

Der Politiker ist immer auch
ein Mensch aus »Fleisch und Geld«.

Der Politiker ist seinem Ge(ld)wissen verantwortlich und nicht an Überweisungen gebunden.

Mathias Richling, über Politiker

Von einem Mananger von
Bayer Leverkusen stammt der Satz:
»Hier wird der Fussball mit Füssen getreten!«

* * *
Unvergessen der Satz eines Fussball-Trainers:

»Manche tun so, als ginge es
im Fussball um Leben und Tod,
dabei geht es um mehr !

Dieter Hildebrandt, siniert ironisch über Fussball

Die Zahl der Analphabeten
steigt nur zögernd in Deutschland!

* * *
Ich bin froh, dass das Jahr zu Ende geht:
Katastrophen und moralischer Niedergang,
soweit das Auge reicht!

Georg Schramm




  Scheibenwischer-Zitate

Der Wähler braucht ein beruhigendes Mantra.
* * *
Wer die Zustimmung von Affen will,
muss Bananen versprechen.
* * *
Die Tabaksteuer bricht ein,
d.h. Vernunft schadet dem Staat.

Bruno Jonas

Wir Deutschen haben viel Schuld,
damit sollten wir nicht knausern.
* * *
Wir sind dankbar für diese Schuld,
die uns zu Demütigen gemacht hat.
* * *
Die Schuld von gestern verschönert
unser Dasein von morgen.


Mathias Richling



  Scheibenwischer -Zitate

Wir haben 2 Weltkriege in den Sand gesetzt.
Da ist die Luft etwas raus.
Georg Schramm

Darum spricht man von Kanälen,
denn es wird jeder Scheiss gesendet.
Bruno Jonas


Wann ist das Wachkoma noch Leben?
Das fragen wir uns in jeder Polit-Talkshow.


Die Würde des Menschen ist endlich
an- und abtastbar.
Mathias Richling




  Scheibenwischer -Zitate

Wirtschaftsexperten, was Blöderes
gibt's in keinem Tierpark!

Volker Pispers

eine symbolische Abrißbirne
hängt von der SFB-Studiodecke -
passend zur letzten Sendung
mit Dieter Hildebrandt


Dieser aufgeblähte Sozialstaat
muß niedergerissen - niedergebirnt werden!
*
Die SPD hat kein Glück.
Wenn Geld da ist, sind sie nicht an der Regierung.
Wenn sie an der Regierung sind, ist kein Geld da.

Und nun ist auch das Geld,
das nicht verteilt werden kann, nicht da.
*


Schreibmaschinen-Schänder
Effzenberg - oder Ätzenberg ?
*
Bush ist eine Erektion seiner selbst!
*
Bush steht vor der gewaltigen Aufgabe, den Nah-Ossi zum Wessi zu machen.
*
Im Moment sucht man noch nach dem Anlaß des Krieges.
*
200 polnische Soldaten haben den Irak-Krieg gewonnen!
Die Polen sind Siegermacht! -
Und das ist wirklich einer von den guten Polen-Witzen!
*
Ich halte mich an Marie-Antoinette:
Brot für alle! Kuchen für mich!

Dieter Hildebrandt


Der Soz'l braucht Druck,
sonst bockt er!
*
... dann kommt der Olaf,
der Haus-Psychologe.
*
Das ist das Projekt 18.
Sie nähern sich von oben!

Bruno Jonas,
zur Situation der SPD


Die SPD hat ihre Schuldigkeit getan
und kann gehen!
*
Wir spüren, daß Wachstum
kein Naturgesetz ist!
*
Wo ist in der Gefolgschaft
die Bereitschaft der Opfer?
*
Im großen Garten grast
das scheue Reh des Kapitals.
*
Wo ist der große Entwurf der Opfer?
*
Der Ältestenrat setzt sich zusammen -
Und dann kommt der Pharma-Vertreter
*
Die Polemik ist tot! -
Es lebe die Unterhaltung!

Georg Schramm


aus der
Scheibenwischer-Sendung
vom 15.Mai 2003






  Scheibenwischer

Reizworte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Demokratie verlieren ihren Schrecken, wenn sie einmal sinnvoll angewendet worden sind.
* * *
Der Papst sollte nicht vergessen:
er ist nicht der Stellvertreter
von George Bush auf Erden!

Dieter Hildebrandt


Man schreibt, was die Kameraden wollen, und wenn nicht, kommt man nicht mehr dazu, zu lesen, was man geschrieben hat! - Friendly Fire!

Georg Schramm


Der Saddam hat gesagt:
"Wir haben keine Massen-Vernichtungswaffen!" -
Da haben die Amis gesagt:
"Schauen wir mal in die Lieferscheine!"
* * *
Betrachten Sie den Irak-Feldzug
als eine Art »Welt-Frühjahrsputz«!

Volker Pispers

aus dem Scheibenwischer-Kabarett



  Dieter Hildebrandt



Dieter Hildebrandt (*1927)

Es ist beruhigend zu wissen, daß die, die uns regieren, eigentlich gar kein Volk brauchen.

* * *
Politik ist der Spielraum,
den die Wirtschaft derselben läßt.

* * *
Man soll Politiker nicht hören, sondern auf sie achten. Sie sind immer vorbereitet auf das, was sie anrichten werden. Auf das Schlimmste. Das verhindern sie dann und lassen sich feiern.

* * *
Es gibt Karrieren, die nicht aufzuhalten sind.
Das sind Menschen, die nach oben müssen,
weil sie unten Unheil stiften.




Es wird niemandem genommen, im Gegenteil:
jeder bekommt von dem was wir nicht haben.

* * *
Die Medien machen Lärm und
vermehren den geistigen Nebel.

* * *
Zensur ist die geheime Empfehlung
durch öffentliches Verbot.

* * *
Fernsehsendungen haben hierzulande den Nachrichtenwert von Fix und Foxi.




Fliegen und Menschen haben eines gemeinsam: man kann sie beide mit Zeitungen erschlagen.

* * *
Man muss Menschen vor den Kopf stoßen, damit sie lernen, ihn zu gebrauchen.

* * *
Wann muß man für das Erinnerungsvermögen
Vermögenssteuer zahlen?
Wer für Kohl ist, muß Vergnügungssteuer zahlen.

* * *
Wir nehmen ihn hin wie das Ozonloch.


Dieter Hildebrandt



  Mathias Richling

Mathias Richling


Früher hat ein Köhler Holzkohle hergestellt, heute malt der Köhler
Deutschland schwarz!

Mathias Richling,
über den neuen Bundespräsidenten


Der Politiker ist immer auch
ein Mensch aus
Fleisch und Geld.

Der Politiker ist seinem Ge(ld)wissen verantwortlich und nicht an Überweisungen gebunden.



Wir werden rot regiert, arbeiten schwarz
und ärgern uns grün.

* * *
Da sagt die Regierung,
wir sollen die Ansprüche senken.
Was, bitte, haben wir denn getan,
indem wir sie gewählt haben?

* * *
Die Demokratie wird
mit deutschen Untertiteln gespielt,
weil wir die Originalsprache nicht mehr verstehen.

* * *
Das Leben lässt sich nur ertragen,
wenn man es verharmlost.

* * *
Im Leben ist das Böse oft
preiswerter als das Dumme.

* * *
Stoiber:
Zum ersten mal soll ein Bayer Deutscher werden.

* * *
Jeder 5. Erwerbslose ist ohne Arbeit!






  Volker Pispers

Volker Pispers

Angela Merkel zitiere ich ja am liebsten wörtlich,
ich hab noch keine bessere Möglichkeit gefunden diese Frau zu beleidigen." … bis neulich

* * *
Keine Sorge!
Die Regierung hat die Probleme im Griff.
Sie kriegt sie nur nicht wieder los.

* * *
Was erwarten sie denn noch?
Ein Volk, das sich alkoholfreies Bier aufschwatzen läßt, das greift auch zu einer kompetenzfreien Regierung.

* * *

Und den meisten Deutschen ist es doch lieber,
wenn junge Deutsche mit einem ordentlichen Kurzhaarschnitt den Stadtpark kopftuchfrei halten,
als wenn da Langhaarige Haschisch rauchen.

* * *
Wir haben stricken gelernt, kochen gelernt, Frauenbücher gelesen. Stapelweise Frauenbücher. Immer in der Hoffnung:
Beim nächsten Buch wird alles anders.

* * *
Man kann beim besten Willen nicht sagen, daß wir Deutschen nichts für die Armen tun. Wir gehen sogar so weit, daß wir arme, mittellose Menschen,
die sich zu uns verirrt haben,
kostenlos wieder in ihre Heimat zurückfliegen.

* * *
Wir sitzen doch alle im gleichen Boot,
wenn auch auf verschiedenen Decks.

* * *
Im Jahre 2030 kommen schon auf einen Leistungsträger zwei Gebißträger.

* * *
Viele zittern schon vor der nächsten Stufe der Gesundheitsreform. Aber es trifft nicht die Ärzte allein. Auf jeden verhungerten Arzt kommt immer noch ein arbeitsloser Pharmareferent und zwei ruinierte Immobilienberater.

* * *
Waehlen ab 18: Damit man nicht alles glaubt was einem der grosse Mann aus Amerika erzaehlt.





  Dieter Nuhr

Die Deutschen haben mehr Humor
als man ihnen zutraut!
* * *
Mein Humor - den ich da so habe - und dass das so viele Leute gut finden - dafür bin ich dankbar.
* * *
Was ist der Unterschied zwischen einem
Politiker und einem Telefonhörer?
Einen Telefonhörer kann man aufhängen,
wenn man sich verwählt hat.


Dieter Nuhr



  Wolfgang Neuss

Galgenhumor ist die Kunst,
sich den Ast zu lachen,
auf dem man sitzt.
* * *
Das Aufschwung-Mäuschen
versäuft zur Zeit der Oma
ihr klein' Häuschen.
* * *
Im übrigen sind wir uns einig:
Auf deutschem Boden darf nie mehr
ein Joint ausgehen.


Wolfgang Neuss, deutscher Kabarettist



  Dietrich Kittner

Der Arbeiter soll arbeiten,
der Lehrer soll lehren und
der Chef soll scheffeln.
* * *
Demokratie heißt Volksherrschaft.
Und das Fremdwort für Volk? -
Flick.
* * *
In Bonn sind alle wirklich schrecklich gescheit.
Und am gescheitersten ist der Kanzler.


Dietrich Kittner, deutscher Kabarettist



  Arnulf Rating

Nicht alle Politiker sind korrupt.
Wir wollen doch nicht, dass zwei Prozent der Politiker wegen 98 Prozent ihrer Kollegen unter Vorurteilen leiden müssen.
* * *
Beamte nach Leistung zu bezahlen ist unmöglich,
schließlich gibt es nicht so viele
"Ein Euro Jobs" in Deutschland.
* * *
Wenn Dummheit klingeln würde,
bräuchten wir keine Handys mehr.


Arnulf Rating, deutscher Kabarettist



  Lore Lorenz


Mit der Politik des kleineren Übels
sind 6000 Jahre lang die großen Übel gemacht worden.
* * *
Man hat manchmal das Gefühl, die einzige Verfassung, die unsere Parteien wirklich interessiert, ist ihre eigene finanzielle.
* * *

Ich mag gar nichts gegen Kohl sagen.
Ein Mann, der so viel mitgemacht hat,
bis er endlich Kanzler wurde.

* * *
Ein Dementi ist der verzweifelte Versuch,
die Zahnpasta wieder in die Tube hineinzubekommen.


Lore Lorenz, deutsche Kabarettistin



  Matthias Beltz

Was ist der Mensch?
Wo kommt er her?
Warum ist er nicht da geblieben?
* * *
Gehorsam ist der Christen Wahn,
Mut hat nur der Taliban.
* * *
Deutschland ist wieder Deutschland,
aber niemand weiß, was das soll.
* * *
Ich habe nichts.
Ich bin nichts.
Aber ich lach' mich tot.


Matthias Beltz



  Werner Schneyder


Das Fernsehen ist eine Prothese
für die häusliche Dialogschwäche.
* * *
Der Zeitgeist ist das jeweilige
Gespenst der Gegenwart.
* * *
Wenn Karrieren schwindelnde Höhen erreichen,
ist der Schwindel häufig nicht mehr nachzuweisen.
* * *
Wir machen immer einen Fehler:
Wir investieren Gefühle, statt sie zu verschenken.
* * *
Einsamkeit ist Belästigung durch sich selbst.


Werner Schneyder, österreich. Kabarettist

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