Heinrich II. Plantagenet
Übersicht:
I. Die Krönung von Heinrich (1154)
II. Die Festigung der Macht (1155)
III. Die Schmach vor Toulouse (1159)
IV. Thomas Becket wird zum Erzbischof von Canterbury geweiht (1162)
V. Die Flucht von Becket (1164)
VI. Die Ermordung von Thomas Becket (1170)
VII. Der Aufstand der Söhne und Eleonore von Aquitanien (1173)
VIII. Der zweite Aufstand von Heinrich dem Jüngeren (1183)
IX. Der Aufstand von Richard Löwenherz und der Verrat von Johann Ohneland (1189)
1120: Bei der Überfahrt über den Kanal von der Normandie nach England ertrinkt der einzige legitime Sohn und Thronfolger Heinrich´s I. von England als das Schiff untergeht. Heinrich I. Beauclerc hat Zeit seines Lebens 22 Kinder gezeugt. Nur ein Sohn und zwei Töchter davon waren legitim gezeugte Kinder.
Im gleichen Jahr wird Eleonore von Aquitanien geboren. In manchen Quellen wird das Jahr 1122 als Geburtsjahr genannt.
Am 21. Dezember wird Thomas Becket geboren.
1125: Heinrich V. - der letzte deutsche Kaiser der Salier - stirbt am 23. Mai. Er war mit der legitimen Tochter des Königs von England, Mathilde, vermählt.
1126: Mathilde, Tochter des Königs von England, wird von diesem daraufhin zurück berufen und mit dem Grafen Gottfried V. von Anjou, Tours und Maine, genannt der Schöne, vermählt. Diese Heirat erweist sich nicht als Heirat aus Liebe, sondern hat politische Gründe. Gottfried von Anjou ist der größte Widersacher Heinrich I. um die Vorherrschaft in der Normandie. Heinrich erhofft sich nun Frieden und die Sicherung der Normandie. Der englisch-normannische Adel beäugt diese Heirat mit Mißtrauen und ist alles andere als glücklich darüber.
1127: Heinrich I. zwingt den englisch-normannischen Adel per Eid seine Tochter Mathilde als Thronerbin anzuerkennen. Dies stößt auf erheblichen Widerstand, da bislang immer nur Söhne als Thronfolger anerkannt wurden. Zudem war es unüblich noch zu Lebzeiten des Königs dem Thronfolger einen Eid zu leisten. Daher und weil Gottfried von Anjou unbeliebt ist - erfolgt die Leistung des Eides nur widerwillig.
1133: Mathilde bringt am 05. März in Le Mans ihren Sohn Heinrich (II.) zur Welt
1134:
Gottfried wird als zweites Kind von Mathilde geboren.
Im
gleichen Jahr fordert Graf Gottfried von Anjou mit Unterstützung
von Mathilde die Herzogswürde der Normandie. Als Heinrich I.
Beauclerc ihnen dies verweigert, gehen Gottfried und Mathilde zum
Aufstand über.
1135:
Heinrich I. Beauclerc stirbt am 01.12. in der Normandie. Da
der englisch-normannische Adel Gottfried von Anjou fürchtet,
forderten sie Stephan von Blois auf, die Krone anzunehmen. Stephan
von Blois ist der Vetter von Mathilde, Neffe des verstorbenen Königs
und Enkel von Wilhelm dem Eroberer. Er ist sehr beliebt und über
seinen Bruder, dem Bischof von Winchester auch namens Heinrich
sehr einflußreich. Man sagt Stephan nach, dass er in
früherer Zeit ein Liebesverhältnis mit Mathilde hatte.
Als
Heinrich nun also verstarb, vergaß er sofort seinen Treueeid
und eilte von der Normandie nach England. Stephan von Blois wird am
22.12. zum König gekrönt. Sein Bruder setzt über den
Erzbischof von Canterbury die Anerkennung durch Papst Innozenz II.
durch. Es kommt daraufhin zum Krieg gegen Mathilde und ihrem Gemahl.
1136:
Der dritte Sohn von Mathilde und Gottfried, Wilhelm, wird
geboren.
Thomas Becket hält sich zu dieser Zeit in Paris auf
und studiert. Zuvor war er Schüler in dem Augustinerkolleg
Merton.
1137:
Stephan von Blois kämpft in der Normandie gegen Mathilde und
Gottfried von Anjou. So beliebt er ist, so wenig Führungsqualitäten
besitzt er. Er ist zögerlich, beinahe ängstlich.
Im
April stirbt Herzog Wilhelm von Aquitanien. Da er keinen Sohn gezeugt
hatte, ist nun die etwa 15jährige Eleonore Herzogin von
Aquitanien. Um ihr Reich zu sichern, stimmt sie einer Heirat mit
Ludwig von Frankreich zu. Am 25. Juli heiratet Ludwig VII. Eleonore
von Aquitanien, Tochter des verstorbenen Herzogs Wilhelm von
Aquitanien. Die Heirat bedeutet einen erheblichen Gebietszuwachs der
französischen Krone. Am 01. August wird Ludwig zum französischen
König gekrönt.
1138: Stephan von Blois ist zu einem Waffenstillstand mit Gottfried gezwungen. Seine Gefolgsleute verlassen ihn. So der König von Schottland, und der Halbbruder von Mathilde, Robert von Gloucester.
1139:
Am 08. Januar wird Theobald von Bec zum Erzbischof von
Canterbury geweiht. Hein-rich, Bischof von Winchester und Bruder des
Königs, ist erbost, da er selbst diesen Posten anstrebte. Er
wird seinen Bruder des Verrates an ihm bezichtigen.
Mathilde fällt
im Süden Englans am 30. September ein (bei Arundel) und
verwickelt England in einen Bürgerkrieg. Die Normandie ist
dadurch dem Hause Anjou sicher.
1141: Stephan von Blois wird am 02. Februar bei Lincoln gefangen genommen und nach Bristol gebracht. Am 07. April erklärt ein Konzil unter dem Vorsitz von Bischof Heinrich von Winchester, des Königs Bruder, Mathilde zur Königin. Doch kaum hat sie die Krone wird Mathilde zunehmend maßlos und herrschsüchtig. Da noch genügend Barone zu Stephan halten und der Krieg weitergeht, erhebt sie hohe Steuern und bringt auch Güter der Kirche an sich. Sie verprellt damit ihre Anhänger. Der Bischof von Winchester wechselt am 07. Dezember öffentlich wieder die Seite und nimmt Mathilde´s Halbbruder Robert von Gloucester gefangen. Mathilde flieht, bleibt jedoch in England. Bristol - und damit Stephan von Blois - bleibt in ihrer Hand.

1143: Papst Innozenz II.
stirbt. Sein Nachfolger wird Cölestin II.
Thomas Becket ist zu dieser Zeit wieder in England und wahrscheinlich im Haushalt
des Erzbischofs von Canterbury aufgenommen.
1144: Gottfried von Anjou wird in Rouen von Ludwig VII. am 19. Januar als Herzog der Normandie und Graf von Anjou bestätigt. Der König von Frankreich verfügt über die Lehenshoheit der Normandie.
Wilhelm Marschall wird vermutlich in diesem Jahr geboren.
Er wird später als der größte Ritter bezeichnet, der jemals
gelebt habe. Er wird insgesamt vier Königen dienen.
Cölestin II. stirbt.
Lucius II. folgt ihm auf den Stuhl Petri.

1145: Im Februar stirbt Papst Lucius II. an den Folgen eines Steinwurfes, als die römische Bevölkerung das Kapitol gestürmt hatte. Nachfolger wird Eugen III.
1147: Ludwig VII. bricht zusammen mit seiner Frau Eleonore zum zweiten Kreuzzug auf. Er dauert bis 1149. Es gilt als ziemlich sicher, dass Eleonore im Outremer (Orient) ihren Onkel Raimund trifft. Es geht das Gerücht um, dass beide ein Verhältnis eingegangen sind. Da auch Gottfried von Anjou am Kreuzzug teilnimmt, kommen später Gerüchte auf, dass Eleonore auch mit ihm ein Verhältnis eingegangen sei. Tatsache ist, dass der Kreuzzug ein militärisches Fiasko wird, Gottfried vorzeitig nach Hause fährt und die Ehe zwischen Ludwig und Eleonore einen schweren Bruch erleidet.
1148:
Stephan von Blois kommt frei. Er wird im Austausch mit Robert von Gloucester
freigelassen. Mathilde ist gezwungen aus England zu fliehen.
Das Verhältnis zwischen König Stephan und dem Erzbischof von Canterbury
ist in der Folgezeit gespannt. Auslöser war die Ernennung des Erzbischofes
von York durch Stephan´s Bruder Heinrich. Bei der Wahl soll es zu Unregelmäßigkeiten
gekommen sein. Das Kapitel wendet sich mit einer Beschwerde an den Papst, der
den Erzbischof für abgesetzt erklärt. Da Theobald von Bec die Partei
des Papstes ergreift, kommt es zu einem Streit zwischen König und Erzbischof.
Stephan versucht seine Macht durchzusetzen und verbietet dem Erzbischof die
Teilnahme an einem Konzil
Papst Eugen III. beruft ein Konzil nach Reims ein. Vor dem Hintergrund des Streites
mit dem Papst um die Besetzung des Erzbischofsposten von York, verbietet Stephan
dem Erzbischof von Canterbury die Teilnahme. Doch Theobald entflieht heimlich
dem Land und nimmt am Konzil teil. Bei seiner Rückkehr wird er ergriffen
und in die Verbannung geschickt, seine Güter besetzt. Doch Theobald entkommt
erneut nach dem Festland. Es kommt sogar soweit, dass Theobald das Interdikt
verhängt. Daraufhin gibt Stephan nach. Stephan ist gezwungen Söldner
aus Flandern anzuheuern, die später zum Fluch für die ländliche
Bevölkerung wurden, da sie raubten und plünderten, wo es ihnen gefiel.
1149: Zu Ostern erfolgt die Rückkehr von Ludwig VII. vom Kreuzzug.
1150: Dem Sohn von Mathilde und Gottfried von Anjou, Heinrich (II.), wird das Herzogtum Normandie übertragen. Doch aus verschiedenen Gründen kommt es zum Krieg mit Frankreich. Zum einen ist Gottfried von Anjou seit mehreren Jahren aus nicht näher bekannten Gründen im Krieg gegen dem Seneschall von Frankreich, Giraurd Berlai, zum anderen verweigert Heinrich mit fadenscheinigen Begründungen den Treueeid gegenüber seinem Lehensherrn, Ludwig VII.
1151:
Am 13. Januar verstirbt Abt Suger, der engste Berater des
französischen Königs.
Im August erscheint Gottfried
zusammen mit seinem Sohn Heinrich in Paris vor dem französischen
König. Der Seneschall wird in Ketten gelegt vorgeführt. Sie
werden vom König und vom Abt Bernhard von Clairvaux empfangen.
Es kommt zu einem heftigen Disput. Gottfried und Heinrich verweigern
zunächst die Freilassung des Seneschalls und die Leistung des
Treueeides. Gottfried ist zu diesem Zeitpunkt exkommuniziert, weil er
einen Untertan des Königs angegriffen habe, als dieser im Orient
auf Kreuzfahrt war. Die Lage scheint zu eskalieren.
Tage später
wendet sich die Haltung jedoch plötzlich. Gottfried und Heinrich
leisten völlig überraschend ihren Eid. Man nimmt heute an,
dass sich bei diesem Treffen Eleonore und Heinrich zum ersten mal
begegnet sind. Offenbar hatten sich beide ineinander verliebt. Ebenso
nimmt man an, dass schon hier Heiratspläne geschmiedet wurden,
da bekannt war, dass Ludwig und Eleonore nach einem Weg suchten, sich
scheiden zu lassen. Eine Heirat zwischen dem Herrscher der Normandie
und der Herzogin von Aquitanien würde einen gewaltigen
Machtzuwachs für das Haus Anjou bedeuten. Um dies nicht zu
gefährden wurde offenbar der Eid willig geleistet.
Nach einem
Bad im Fluß bei Cháteau-du-Loir befällt Gottfried
von Anjou am 07. Sept. ein Fieber. Er stirbt noch am gleichen Tag.
Im Herbst erklärt ein Konzil in Beaugency die Ehe zwischen
Ludwig und Eleonore für aufgelöst. Angeblich habe eine zu
enge Verwandschaft bestanden. Dies habe Gottes Zorn erregt, der den
König damit strafte keinen Sohn gezeugt zu haben. Zu diesem
Zeitpunkt hatte das Paar zwei Töchter, Marie und Alix.
Eleonore
begibt sich sofort auf dem Weg nach Poitiers. Unterwegs kann sie zwei
Überfällen nur knapp entkommen. Man wollte sie gefangen
nehmen und zu einer Ehe - und damit die Herzogswürde von
Aquitanien erlangen - zwingen. Zunächst versuchte dies Graf
Theobald von Blois und später Heinrich´s Bruder Gottfried.
Dieser fühlt sich betrogen, da der verstorbene Vater im
Sterbebett verfügt habe, dass Gottfried das Anjou und Heinrich
die Normandie regieren sollten. Doch Heinrich bestreitet dies.
Thomas
Becket studiert um diese Zeit in Bologna
1152:
Am 18. Mai heiraten Heinrich und Eleonore ohne die Zustimmung des Lehensherrn,
Ludwig VII., einzuholen. Zu dieser Zeit hatte der fast 20jährige Heinrich
zwei illegitime Kinder (namens Gottfried und Wilhelm). Eines der Kinder - Wilhelm
- wurde vermutlich um diese Zeit geboren. Manche Quellen besagen, dass Rosamunde
de Clifford, Gräfin von Lincoln, die Mutter gewesen sei. Rosamunde de Clifford
wird später noch eine wichtige Rolle im Leben des Königs spielen.
Dies ist aber relativ unwahrscheinlich, da diese selbst erst um 1150 herum geboren
worden sein soll. Allerdings gibt es bezüglich des Geburtsdatums von Rosamunde
de Clifford keine verläßlichen Angaben.
Die 33jährige Eleonore bestätigt wenige Tage nach der Hochzeit alle
von ihrem Vater verliehenen Privilegien. Die ersten Wochen verbringen beide
gemeinsam in Aquitanien. Schließlich begibt sich Heinrich nach Barfleur,
von wo er nach England zu seiner Mutter übersetzen will. Dort erreicht
ihn die Nachricht, dass Ludwig VII. aus Wut und Enttäuschung über
die Heirat der beiden und dem damit verbundenen Verstoß gegen die Lehenshoheit,
in der Normandie eingefallen ist. Heinrich´s Bruder Gottfried kämpft
an der Seite des Königs von Frankreich. Heinrich kehrt sofort um.
Zwischen Juli und August schlägt er Ludwig bei Neufmarché und Pacy.
Seinen Bruder Gottfried belagert er in der Festung Montsoreau und zwingt diesen
schließlich dazu um Gnade zu bitten. Daraufhin erwirkt Ludwig einen Waffenstillstand,
den Heinrich annimmt um so seine Pläne bezüglich der englischen Krone
weiter verfolgen zu können.
1153:
Am 06. Januar setzt Heinrich von Barfleur aus nach England über. Er hatte
wegen Sturms fast einen Monat dort ausharren müssen. Schnell erobert er
Malmesbury. Schließlich treffen die Truppen von Heinrich und Stephan von
Blois aufeinander. Sie lagern mehrere Tage an der Themse gegenüber. Wegen
des Regens und dem Hochwasser kann jedoch keines der Heere übersetzen.
Schließlich zieht Stephan von Blois ab und Heinrich begibt sich nach Wallingford,
wo einer seiner Anhänger von flämischen Söldnern belagert wird
und entsetzt ihn.
Stephan von Blois ist alt und
müde und beauftragt den Erzbischof von Canterbury sowie seinen
Bruder, den Bischof von Winchester, mit Heinrich zu verhandeln.
Eustachius von Boulogne, Stephan´s Sohn ist darüber
wütend. Er sieht seine Felle - und damit die Krone -
wegschwimmen. Er verwüstet das Land des Erzbischofes.
Glücklicherweise stirbt er plötzlich am 10. August.
Am
17. August wird sein Heinrich´s Sohn Wilhelm geboren. Eleonore
war nicht mit nach England gegangen.
Am 06. November erkennt
Stephan von Blois durch Adoption Heinrich als seinen Nachfolger an.
Gemeinsam ziehen sie im Dezember in London unter dem Jubel der
Bevölkerung ein.
Papst Eugen III. stirbt im gleichen Jahr. Ihm folgt Anastasius
IV.
1154:
Heinrich kehrt auf das Festland zurück, um dort auf den Tod Stephans zu
warten. Ostern feiert er mit Eleonore und seiner
Mutter in Rouen. Vielleicht begegnen sich Mathilde und Eleonore hier zum ersten
mal persönlich.
Am 10. Oktober ernennt Theobald von Bec, Erzbischof von Canterbury, Roger von
Pont-l´Evéque zum Erzbischof von York. Dieser gehört schon
zu diesem Zeitpunkt zum größten Feind von Thomas Becket.
Am 25. Oktober stirbt Stephan von Blois. So schnell wie möglich will Heinrich
nach England. Doch wieder hält ihn ein Sturm auf. Erst am 06. Dezember
gelingt ihm von Barfleur aus - in einer stürmischen See - die Überfahrt.
Seine Frau ist bei ihm. Ebenso seine Brüder Gottfried und Wilhelm. Über
Southampton und Winchester eilen sie nach Westminster.
Am 19. Dezember werden beide gekrönt. Einige Tage
danach beruft Heinrich eine Versammlung in den Palast von Bermondsey ein. Vermutlich
wird er hier vom Erzbischof von Canterbury mit Thomas Becket bekannt gemacht.
Jedenfalls erkennt Theobald den Ehrgeiz des Königs und bemüht sich,
einen Mann aus seinem Gefolge in die Nähe des Königs zu bekommen.
Offenbar war Heinrich von Becket sehr beeindruckt. Um diese Zeit - Ende 1154/Anfang
1155 wird Becket tatsächlich von Heinrich zum Kanzler gemacht. Zwischen
beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft, die von Eleonore eifersüchtig
beäugt wird. Die Freundschaft wird so eng, dass man später sagen wird,
sie waren wie zwei Brüder und benahmen sich manchmal wie Kinder. Tatsächlich
verband beide die Liebe zur Jagd. Beide waren gerecht und kümmerten sich
auch mal um die Armen. Eines Tages sollen beide einem Bettler begegnet sein,
der sie nicht erkannte. Heinrich soll Becket gefragt haben, ob es denn eine
wohltätige Geste sei, wenn man dem Bettler einen Mantel gäbe. Gewiß
antwortete dieser. Daraufhin ergriff Heinrich den Mantel von Becket und wollte
ihm den Bettler geben. Daraufhin wehrte sich Becket und beide fielen in den
Morast - und lachten. Der Bettler bekam den Mantel....
Jedoch in einem unterschieden sich beide. Heinrich legte kaum wert auf Äußeres.
Becket dagegen umgab sich mit Prunk und Luxus, worüber sich Heinrich 1158
beklagt haben soll....
Ludwig VII. von Frankreich gibt im gleichen Jahr bekannt, dass er Konstanze
von Kastillien ehelichen werde.
Im gleichen Jahr stirbt Papst Anastasius IV. und mit Hadrian IV. folgt der erste
und einzigste englische Papst auf den Stuhl Petri.

1155:
Am 28. Februar wird der Sohn Heinrich, später genannt der Jüngere,
geboren. Um den März herum beginnt Heinrich eine Inspektionsreise durch
England. Schon hier wird die Rastlosigkeit des Königs erkennbar. Wenn er
ausruft mehrere Stunden zu lagern, kann es sein, dass er kurze Zeit wieder den
Befehl zum Aufbruch gibt. Befiehlt er eine kurze Rast, können Stunden bis
zum weitermarsch vergehen. Heinrich verzichtet auf jeglichen Prunk und Luxus
und gönnt sich keine Ruhe. Teilweise ißt er zu Pferde.
Heinrich ernennt neue Sheriffs, führt ein Gerichtssystem ein, dass dem
heutigen Geschworenensystem Vorbild war (mit zwei Instanzen) und ernennt Richard
de Lucé zu seinem Justitiar. Heinrich will auch
schnellstmöglich die königliche Gewalt wieder herstellen und beginnt
mit den Vertreibungen der flämischen Söldner. Desgleichen bemüht
er sich schnellstmöglich um die Wiederherstellung einer funktionierenden
Verwaltung. Eines dieser Instrumente ist das sogenannte Domesday Book. Hier
wurden schon früher die genauesten Angaben und Listen über Besitztümer,
Viehbestand, Warenbesitz, Grundstücke usw. geführt. Dieses diente
als Grundlage für die Erhebung von Steuern. Heinrich ordnet an, dieses
Buch wieder zu führen und neu aufzuarbeiten.
Am 10. April beruft Heinrich eine Versammlung nach Wallongford ein. Hier müssen
die Barone den Treueeid gegenüber seinen Söhnen Wilhelm und dem Kleinkind
Heinrich ableisten.
Zwischen Ostern und Pfingsten läßt Becket den Westminsterpalast in
Rekordzeit restaurieren.
Heinrich befiehlt dem Grafen Roger von Hereford seine flämischen Söldner
zu verringern und die Burgen Gloucester und Hereford dem König zu Übergeben.
Roger von Hereford geht, von Hugh von Mortimer unterstützt, zum Aufstand
über. Weitere Aufstände drohen im Norden. Da Heinrich befürchtet,
dass Malcolm von Schottland die Gelegenheit für einen Angriff nutzen könnte,
eilt nach Norden und zwingt Wilhelm von Aumale die Festung Scarborough zu über-geben.
Danach eilt er nach Hereford. Unter Vermittlung von Gilbert Foliot, der Bischof
von Hereford, übergibt der Graf die geforderten Festungen kampflos. Hugh
von Mortimer muss allerdings mit Waffengewalt bezwungen werden. Bei diesem Kampf
ist auch Becket dabei.
Auch in Wales gärt es und Heinrich sieht sich zu einem Feldzug gegen Wales
gezwungen. Bereits im Herbst ist dieser abgeschlossen.
Am 29. Sept. hält Heinrich eine Versammlung in Winchester ab. Es geht um
die Verhältnisse in Irland, die außer Kontrolle geraten sind. Die
Barone drängen darauf Irland zu erobern. Grund: Es ist ein Rückzugsgebiet
für die Walliser oder Schotten. Gleichfalls kämen von dort aufrührerische
Elemente und brachten Unruhe nach Wales. Zuviel keltisches Brauchtum sei dafür
verantwortlich, dass die Macht der römischen Kirche dort nicht gefestigt
sei.
Am 09. Okt. bricht Bischof Arnulf von Lisieux zusammen mit den Bischöfen
von Le Mans und Evreux nach Rom auf. Dort ist die Situation für Hadrian
IV. zu gefährlich. Er residiert in Benevent, wo die Gesandschaft im Dezember
eintrifft. Die Bischöfe sollen die päpstliche Genehmigung für
die Eroberung Irlands einholen. Hadrian stimmt der Eroberung zu. Er übergibt
Irland Heinrich in erblicher Grundlage. Das heißt, Irland gehört
nun dem Reich des Angeviners. Auf der Grundlage der Schenkung Kaiser Konstantins
- welches heute als Fälschung entlarvt ist - seien alle Inseln von der
Kirche abhängig. Heinrich II. wird aus verschiedenen Gründen Irland
aber erst 16 Jahre später erobern.
1156:
Anfang des Jahres setzt Heinrich auf den
Kontinent über und begibt sich nach Rouen.
Im Frühjahr
zeichnet sich langsam ab, dass Heinrich nicht gewillt ist, seine
Autorität und Macht vom römischen Papst in Frage stellen zu
lassen. Die häufigen Anrufungen des Papstes bei königlichen
Entscheidungen, die die Kirche betreffen, sind Heinrich ein Dorn im
Auge. Meist geht es dabei um die Ernennung von Kirchenfürsten.
Zu sehr werden die Wahlen vom König beeinflusst.

Friedrich
I. ,genannt Barbarossa, wird in Rom zum römischen Kaiser gekrönt.
Im Juni verstirbt auch der schwächliche Thronfolger Wilhelm im Alter von
drei Jahren. Kurz nach seinem Tod gebährt Eleonore eine Tochter namens
Mathilde
1157:
Der Streit um die Abtei Battle führt zur
ersten großen Kraftprobe mit der Kirche. Der Abt von der Abtei
Battle beruft sich auf eine Urkunde - die vermutlich gefälscht
war - in der bestätigt wurde, dass die Abtei keiner
Gerichtsbarkeit untersteht. Das Dokument hatte angeblich Wilhelm der
Eroberer ausgestellt. Kurz nach der Krönung Heinrichs hatte der
Abt sich dies bestätigen lassen. Der Bischof Hilarius von
Chichester beschwert sich deswegen beim Papst. Heinrich verbietet
ihm, den Papst in dieser Sache nochmals anzurufen. Am 23. Mai kommt
es in Colchester zur Verhandlung. Als Hilarius in einer Rede
verkündet, dass kein Laie, nicht einmal der König selbst
das Recht habe, kirchliche Würden und Freiheiten ohne der
Zustimmung des Papstes zu verleihen oder zu bestätigen, kommt es
zu einem Tumult, bei dem einige Barone schon zu den Waffen griffen.
Heinrich bebt vor Zorn. Thomas Becket kann die Lage entschärfen,
die Klage von Hilarius wird jedoch abgelehnt.
Im Juli beruft Heinrich eine große Versammlung nach
Northampton ein. Hier erklärt er den Feldzug
in Wales für beendet. Owen Gwynedd, einer der walisischen Führer,
ergab sich ihm und leistete später den Treueeid.
Am 08. September wird in Oxford der dritte
gemeinsame Sohn von Heinrich und Eleonore geboren. Es ist Richard,
später auch Löwenherz genannt.
1158:
Ludwig VII. wird Anfang des Jahres von Konstanze von Kastillien eine Tochter,
Mar-garete, geboren. Damit bleibt ihm immer noch ein Sohn und Thronerbe verwehrt.
Ostern erfolgt in Worcester die zweite Krönung Heinrichs und Eleonore.
Die Krönung wird prunkvoller als die erste. König Malcolm von Schottland
legt für seine englischen Besitzungen den Lehenseid ab. Auch der Waliser
Owen Gwynedd leistet den Lehenseid.
Eleonore - die an der Regierung des Reiches voll beteiligt ist - und Heinrich
schmieden beide gemeinsam große Pläne. Ihr Blick gilt der französischen
Krone. Heinrich ist ehrgeizig genug, mächtigster König in Europa zu
werden. Ihre Töchter aus der Ehe mit Ludwig VII. sind beide mit dem Haus
Champagne-Blois verlobt. Um eines Tages Anspruch erheben zu können, müsste
Prinz Heinrich mit der vor sechs Monaten geborenen Margarete verlobt werden.
Vorausgesetzt: Ludwig zeugt nicht noch einen Sohn. Zwar hätte das Haus
Champagne-Blois einen höheren Anspruch auf die Krone, doch im Falle eines
Krieges um die Nachfolge wäre das Haus Champagne-Blois hoffnungslos verloren.
Hinter Prinz Heinrich stünde das Reich von England, Aquitanien, der Normandie
und das Anjou. Also wird Becket beauftragt nach Paris zu ziehen, um die Vermählung
auszuhandeln. Ludwig VII. kennt zwar die Absichten Eleonores, kennt aber auch
den Ehrgeiz des Hauses Champagne-Blois. Um beide gegeneinander auszuspielen
und in Schach zu halten - und somit Frankreich selbst zu schützen - ist
Ludwig diesen Plänen nicht abgeneigt.
Im Juni erscheint Thomas Becket in offizieller Mission in Paris vor Ludwig VII.
Das Gefolge umfasst etwa 200 Mann und jede Menge Tiere. Der Zug glänzt
vor Prunk. Ludwig ist bei seinem Anblick geschockt. Ein Ergebnis dieses Besuches
ist der Heiratsbeschluß zwischen dem dreijährigen Prinzen Heinrich
und der sechs Monate alten französischen Prinzessin Margarete. Als Mitgift
handelt Becket die Festungen Gisors, Vaudreuil, Neauphle und das Vexin aus.
Letzteres musste einst Heinrichs Vater an den König von Frankreich abtreten.
Die besagten Festungen und Plätze bleiben bis zur Hochzeit unter der Verwaltung
Ludwigs.
Heinrich zieht ins Limousin, wo er den aufsässigen Grafen Guy des Thouars
unterwirft. Seine als uneinnehmbare Festung wird am dritten Tag der Belagerung
genommen. Thomas Becket zieht gegen aufrührerischen Guy von Laval zu Felde
und unterwirft ihn und läßt ihn in den Kerker von Neufmarche werfen.
Um diese Zeit herum muß in Bordeaux ein neuer Bischof gewählt werden.
Heinrich erscheint vor dem Wahlgremium und will der Wahl beiwohnen. Er fordert
die Wahl seines Favoriten. Doch die Prälaten verweigern die Durchführung
der Wahl solange Heinrich anwesend ist. Wütend und enttäuscht zieht
sich Heinrich zurück. Die Wahl fällt schließlich auch nicht
auf den Favoriten des Königs.
Danach wird Heinrich II. persönlich die kleine Margarete in Paris abholen.
Zu dieser Zeit war es üblich, dass die Schwiegertöchter am Hof des
zukünftigen Gatten erzogen wurden. Ludwig macht es zur Bedingung, dass
Eleonore das Kind nicht zur Erziehung bekommt. Heinrich stimmt dem zu.
Am 26. Juli stirbt überraschend Heinrichs Bruder Gottfried, der zu diesem
Zeitpunkt Graf von Nantes war. Die Einwohner der Bretagne hatten ihren Lehensherrn
(?Conan III.?) vertrieben und ihm den Titel übertragen. Kaum war er in
Nantes eingetroffen, verstarb er kurz danach. Heinrich trifft in Gisors mit
Ludwig VII. zusammen und erhebt sofort den Anspruch auf den Titel eines Seneschall
der Bretagne. Dies bringt ihm erhebliche Rechte ein, da er im Streitfall zwischen
dem neuen Herzog Conan IV. und Ludwig zugunsten Ludwigs eingreifen müsste.
Ludwig VII. gewährt ihm den Titel. Wie hätte er ihm diesen auch verwehren
können? Zwischen dem Gebiet der französischen Krondomäne und
der Bretagne liegt das Reich Heinrichs - die Normandie. Heinrich läßt
Herzog Conan IV. nach Avranches rufen, wo er ihn zwingt auf Nantes und die Grafschaft
Mée zu verzichten. Conan IV. weiß, dass er keine andere Möglichkeit
hat, wenn er überleben will. So hat Heinrich de facto auch die Macht im
Herzogtum Bretagne übernommen. Am 23. September wird Heinrich ein weiterer
Sohn von Eleonore geboren. Er nennt ihn Gottfried.
Um diese Zeit dürfte Ludwig den Entschluß gefasst haben, eine Pilgerreise
zum Mont Saint-Michael anzutreten. Er bittet Heinrich um die Erlaubnis sein
Gebiet zu durchziehen. Heinrich genehmigt dies und begleitet Ludwig in die Normandie.
Am 23. November nehmen beide Könige an einer Messe auf Mont-Saint-Michael
teil. Heinrich willigt sogar ein, seinen Streit mit Theobald von Blois (der
einst Eleonore gewaltsam heiraten wollte) beizulegen und mit ihm Burgen zu tauschen.
Theobald erhält Amboise zurück, Heinrich Belleme.
In Cherbourg verbringen Eleonore und Heinrich schließlich gemeinsam das
Weihnachtsfest.
1159:
Im Januar begeben
sich Heinrich und Eleonore nach Aquitanien. In Blaye treffen sie mit Graf Raimund
Berengar V. von Barcelona zusammen. Man beschließt, dass dessen Tochter
Prinz Richard heiraten soll. Dies wird übrigens nie zustande kommen. Heinrich
und Eleonore verfolgen mit diesem Abkommen eine andere Absicht. Sie erhoffen
so, die Grafschaft Barcelona auf ihre Seite zu ziehen. Die
mächtige und unabhängige Grafschaft Toulouse war den Herzögen
von Aquitanien schon immer ein Dorn im Auge. Graf Raimund V. von Toulouse ist
zwar mit der Schwester des französischen Königs verheiratet und Ludwig
ist sein Lehensherr, aber es ist allgemein bekannt, dass Graf Raimund diese
mißhandelt. Deshalb - und
weil sie mit Ludwig im Moment Frieden haben - denken Heinrich und Eleonore einen
Angriff auf die Grafschaft wagen zu können. Er beruft ein Heer für
den 24. Juni ein und informiert Ludwig über seine Pläne. Doch völlig
überraschend warnt ihn Ludwig. Nicht weil es sein Schwager sei, nein, weil
er als Lehensherr die Pflicht habe seinen Vasallen zu beschützen, werde
er Raimund unterstützen. Diese Antwort bringt Heinrich in eine prekäre
Lage: Zum einen ist Becket mit einem Heer von 700 Rittern unterwegs, desgleichen
ist Schottlands König Malcolm mit 40 Schiffen auf dem Weg nach Süden;
zum anderen würde er bei einem Angriff auf Toulouse seinen eigenen Vasallen
ein schlechtes Beispiel geben. Immerhin ist Ludwig auch Heinrich Lehensherr
in der Normandie. Würde ein Verstoß gegen seine Lehenspflicht ihn
nicht weltweit in Mißkredit bringen? Würden seine eigenen Vasallen
ihren Gehorsam beibehalten, wenn er so seinem Lehensherrn gegenüber tritt?
Heinrich geht nur zögerlich vor. Unterwegs erreicht ihn die Nachricht,
dass sich Cahors, dass zur Grafschaft Toulouse gehört, erhoben hat und
zwar zu seinen Gunsten. Auch der Graf von Barcelona hat Ritter entsandt. Heinrich
zögert noch immer. Er hält eine Heerschau ab und schlägt König
Malcolm feierlich zum Ritter. Alle bedrängen ihn. Becket erinnert den König,
dass die Heerespflicht für seine Vasallen nach 40 Tagen ausläuft.
In Sichtweite von Toulouse befiehlt Heinrich den Rückzug.
Heinrich entsendet Becket nach Cahors um das zu sichern. Er selbst eilt in die
Normandie zurück. Dort ist der Bruder des französischen Königs,
Graf Robert von Dreux, eingefallen um eine Ablenkung zu erwirken. Um seinen
Gesichtsverlust auszugleichen, schlägt Heinrich unbarmherzig zu und treibt
den Bruder des Königs bis weit auf sein eigenes Gebiet zurück. Mehrere
Burgen fallen in die Hand Heinrichs. Auf diese Weise zeigt er, dass Ludwig aus
Toulouse nicht mehr gefahrlos nach Paris zurück kehren kann.
Im Dez. erbittet Ludwig
VII. bei Heinrich II. einen Waffenstillstand.

Papst Hadrian IV
stirbt. Sein Nachfolger wird Alexander III. Prodeutsche Karle beklagen Unregelmäßigkeiten
bei der Wahl und benennen Viktor IV. zum Gegenpapst. Heinrich steht mit dem
römischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa gut, reagiert jedoch zurückhaltend
auf die Nachrichten aus
1160:
Eleonore kehrt im Januar nach England zurück.
Der Bischof von
Exeter verstirbt. Heinrich will seinen Vertrauten Robert Fitzharding
zum Nachfolger benennen. Das Kapitel und der Erzbischof von
Canterbury halten ihn für völlig ungeeignet und
favorisieren den Archidiakon Bartholomäus. Dank der Vermittlung
von Thomas Becket gibt der König nach.
Am Pfingstsonntag
kommt es zu einem Friedensvertrag zwischen Ludwig und Heinrich. Man
kehrt in die Verhältnisse vor Toulouse zurück.
Im Juni erkennen die englischen Bischöfe - ganz im Sinne Heinrichs - Alexander
III. als Papst an. Obwohl nach kanonischem Recht Heinrich keine Befugnis besitzt,
besteht er darauf, dass er dies verkündet. Auf diese Weise will er demonstrieren,
dass die Kirche ihm gehorcht. Einen Monat später votieren auch die normannischen
Bischöfe so. Doch sie begehen den Fehler dies nach kanonischen Recht selbst
zu verkünden. Heinrich ist außer sich vor Wut. Da der Erzbischof
von Rouen ein hochgeachteter Mann ist, ist Gilles von Perch das Ziel der königlichen
Wut. Er hatte das Ergebnis als Archdiakon von Rouen verkündet. Heinrich
befiehlt dessen Haus niederzubrennen. Doch Becket schlichtet mit einer List:
"Mein König, das Haus welches Du niederbrennen willst, soll mir morgen
abend Obdach geben!" Heinrich durchschaut zwar diese List, fügt sich
aber. Nur Becket hatte Widerspruch wagen können....Weniger Glück hat
der Bischof von Le Mans. Er verkündet am nächsten Tag auch, dass er
Alexander als Papst anerkenne. Er entgeht dem Zorn des Königs nicht. Das
Haus wird überfallen, geplündert und niedergebrannt. Allerdings ist
es Becket zu verdanken, dass der Bischof nicht gefangen genommen wird.
Konstanze von Kastillien
stirbt. Ludwig - noch immer ohne Thronfolger - verheiratet sich
sofort mit Adele von Champagne, der Schwester von Theobald von Blois.
Dies ist ein schwerer Schlag für Heinrich und Eleonore, da somit
das Haus Champagne den größten Einfluß hat und die
französische Krone für das Haus Anjou in weite Ferne
gerückt ist. Heinrich reagiert sofort und vermählt am 02.
Nov. Prinz Heinrich und Prinzessin Margarete in Rouen. Diese Heirat
wird vom Papst Alexander III. anerkannt. Damit hat sich dessen
Anerkennung bezahlt gemacht. Sofort nach der Hochzeit fordert
Heinrich die Mitgift ein. Die Tempelritter, die die Festung Gisors
für Ludwig verwalten, übergeben die Burg vertragsgemäß
ohne Widerstand. Ludwig ist empört über die Vorgehensweise,
da er als Lehensherr übergangen wurde. Es kommt zu einem Krieg,
der jedoch nach ein paar Wochen zugunsten Heinrichs entschieden wird.
1161:
Am 18. April stirbt Theobald von Bec, Erzbischof von Canterbury. Er
hatte mehrmals Becket in Briefen gebeten ihn zu besuchen. Doch
Heinrich hatte dies unter fadenscheinigen Vorwänden verhindert.
Er ahnte was Theobald wollte. Theobald spürte, dass nach seinem
Ableben schwere Zeiten auf die Kirche zukommen würden. Becket
sollte seinen Einfluß auf den König zum Erhalt der Kirche
geltend machen. Heinrich als auch die Kirchenfürsten wünschen
sich den Kanzler Thomas Becket zum Nachfolger. Dies war auch der
Wunsch des verstorbenen Erzbischofs. Heinrich erhofft sich in einer
Personalunion Kanzler/Erzbischof eine vollständige Kontrolle
über die Kirche Englands. Doch Becket bittet und fleht ihm diese
Last nicht aufzubürden. Eleonore ist über den Wunsch des
Königs entsetzt. Sie ist zunehmend über den Machtzuwachs
und den Einfluß des Kanzlers besorgt. Sie sieht ihren Einfluß
schwinden, erkennt aber auch, dass Becket zu sehr der Kirche anhängt
um Heinrich vollständig nach seiner Erhebung zu gehorchen.
In
Domfront kommt eine Tochter von Eleonore und Heinrich zur Welt. Sie
wird auf den Namen Eleonore getauft.
1162:
Es dauert fast ein Jahr bis eine Entscheidung in der Besetzung des Erzbischofstuhls
fällt. Die Bischöfe und Äbte wählen Becket am 27. Mai zum
Nachfolger von Theobald von Bec. Da Becket nur Diakon ist wird er am 02. Juni
zum Priester geweiht. Am nächsten Tag wird er von Heinrich
von Winchester, dem Bruder von Stephan von Blois, zum Bischof geweiht. Man überging
so den Erzbischof von York, der bekanntlich ein Feind von Becket war.
Der Papst sendet Becket das Pallium zu. Mit der Wahl Becket´s wandelt
sich dessen Auftreten. Er lehnt jeglichen Luxus ab, trinkt nur noch gewürztes
Wasser und nimmt nur noch einfache Kost zum Essen zu sich. Er sieht seine neue
Aufgabe als Berufung und vertritt diese vehement. Dieser Sinneswandel bringt
ihm allerhand Feinde ein. Zum einen werden die, die Becket als Kanzler mit Härte
bekämpft hatte, ihn mit Härte bekämpfen. Zum anderen neiden ihm
viele den Posten.
Noch im gleichen Jahr sendet Becket den Siegelring des Kanzlers an Heinrich,
der vor Wut in Rage gerät und einen seiner berühmten Anfälle
von "schwarzer Galle" erleidet. Becket verkündet, dass er nur
einem Herrn dienen könne.
1163:
Johannes von Salisbury wird von Heinrich aus England verjagt. Dessen gute Kontakte
zum Papst sind dem König ein Dorn im Auge. Johannes
von Salisbury war einst der Sekretär von Becket´s Vorgänger.
Im Februar schifft sich Heinrich nach England ein und landet bei
Southampton. Becket eilt ihm entgegen und gemeinsam reiten sie nach London.
Vergessen scheint jeglicher Streit. Es scheint beinahe so, als sei alles so
wie früher.
Um Pfingsten findet in Tours eine Synode statt, die der Papst einberufen hat.
Heinrich gestattet dem Episkopat die Teilnahme unter der Bedingung, dass keine
Beschlüsse gefaßt werden, die die königliche Macht in Frage
stellen. Nur mit diesem Eid dürfen die Bischöfe England verlassen.
Heinrich vermeidet so den Fehler, den einst Stephan von Blois begangen hatte.
Die Synode beginnt am 21. Mai. Mit dabei sind auch Roger von Pont-l´Evéque,
der Erzbischof von York, sowie der neuernannte Erzbischof von London, Gilbert
Foliot. Beides entschiedene Gegner Beckets. Der Erzbischof von York entbrennt
einen heftigen Streit darüber, wem der Vorrang gebühre. Ihm oder dem
Erzbischof von Canterbury?!
Die Synode stärkt Papst Alexander den Rücken, der zu dieser Zeit im
Languedoc weilt, da in Italien die kaiserfreundlichen Kräfte die Oberhand
haben.
Die nachfolgenden Monate werden zu einem ständigen Kräftemessen zwischen
König und Kirche. Es beginnt damit, dass Becket mehrere Burgen, Güter
und Ländereien für die Kirche zurückfordert, die in den Bürgerkriegswirren
und bei der Neuordnung unter Heinrich II. zu unrecht der Kirche entrissen wurden.
Teilweise war er selbst daran beteiligt. Auch die Besetzung von Kirchenämtern
führt mehrfach zu Disputen mit dem König. So auch als die Pfarrstelle
von Eynesford neu besetzt werden muss. Der Grundherr Wilhelm von Eynesford betrachtet
mit der Neubesetzung durch den Primas eine Einmischung in seine Rechte und verjagt
den neuen Pfarrer namens Laurentius. Becket exkommuniziert daraufhin den Grundherrn.
Als Heinrich davon erfährt tobt er. Da Wilhelm ihm den Lehenseid geschworen
hatte, sei auch er von der Exkommunikation betroffen. Becket zieht diese zwar
zurück, doch Heinrich ist nun verärgert.
Weiterer Ärger folgt als einige Kleriker Verbrechen angeklagt werden. Zwar
bestraft Becket die Täter hart, aber dies ist Heinrich nicht genug. Doch
jeden Versuch, die Täter vor ein weltliches Gericht zu bringen, wehrt Heinrich
entschieden ab. Heinrich sieht seine Pläne für die Verschmelzung der
kirchlichen und weltlichen Macht schwinden.
Im Juli wird ein Reichstag zu Woodstock einberufen. Prinz Heinrich sitzt an
der Seite seines Vaters. Malcolm IV. von Schottland huldigt ihm ebenso, wie
die walisischen Fürsten. Zu einem Skandal kommt es, als Heinrich verkündet,
dass das danegeld wieder erhoben werden soll und dem Kronschatz zufließen
solle. Diese Steuer wurde zuletzt nur selten erhoben und früher den Grafschaften
zugeschieden. Becket ist empört und verkündet, dass die Kirche sehr
wohl die Steuer zahlen werde. Doch nicht eine Münze werde dem Kronschatz
zugeführt werden. Heinrich ist über diesen öffentlichen Affront
erbost und droht Becket.
Beckets zunehmenden Widerstand begegnet Heinrich mit einem ausgeklügeltem
Plan, den er durch tage- und nächtelange Vorbereitungen schmiedet. Am 01.
Oktober kommt es in Westminster zu einer weiteren Reichsversammlung. Heinrich
wettert gegen die Machtfülle der Kirche und legt schließlich seinen
Plan vor: Ein Geistlicher, der eines Verbrechens angeklagt wird, wird im Beisein
eines königlichen Beamten vor ein geistliches Gericht gestellt. Wird er
schuldig gesprochen, soll er einem weltlichen Gericht überführt werden.
Dies bedeutet: Die Kirche urteilt, der Staat straft! Becket erbittet eine Beratung
hinter geschlossenen Türen, die ihm gewährt wird. Die meisten Kleriker
sind für die Annahme des Planes, da es nicht so schlimm sei. Becket überzeugt
sie jedoch, dass ein nachgeben hier und jetzt ein nachgeben in Zukunft bedeute.
Dies käme einer Unterwerfung der Kirche gleich. Der Klerus lehnt also ab.
Doch Heinrich II. erweist sich als Fuchs. Daraufhin verlangt er, das die alten
- immer noch be-stehenden - Gewohnheiten aus der Zeit seines Großvaters
Heinrich I. akzeptiert werden. Sie waren unter Stephan von Blois fast in Vergessenheit
geraten. Die Bischöfe sehen die Gefahr darin, wagen jedoch nicht ein zweites
mal zu widersprechen und abzulehnen. Schließlich leistet Becket den Eid
unter "dem Vorbehalt der Ehre Gottes und seinem Stand." Diese Einschränkung
läßt dem Klerus alle Türen offen. Heinrich tobt und verlangt
den Eid ohne Vorbehalt. Hilarius von Chichester ist daraufhin so eingeschüchtert,
dass er den Eid Vorbehaltlos leistet. Trotzdem verläßt Heinrich den
Palast in Rage und fordert am nächsten Tag von Becket alle Güter zurück,
die er in seiner Eigenschaft als Kanzler erhalten habe. Dem kommt Becket nach.
Bischof Arnulf von Lisieux, der glaubt beim König schon seit längerem
in Ungnade zu sein, sucht diesen in Salisbury auf. Er wittert seine Chance die
Gunst zurück zu gewinnen. Arnulfs Wirken ist es zu verdanken, dass in der
Folgezeit mehrere Kleriker den Eid ohne Vorbehalt leisten. Darunter sind in
erster Linie die größten Feinde Beckets zu nennen: die Erzbischöfe
von York und London.
Becket beklagt sich in einem Brief an den Papst wegen seiner Lage. Der ist jedoch
selbst in erheblichen Schwierigkeiten. In Norditalien haben die stauferfreundlichen
Truppen im Moment die Oberhand. Der Papst selbst kann es sich nicht leisten
neben dem Kaiser auch noch den zweitmächtigsten Herrscher Europas gegen
sich zu haben. Der Papst weicht in seiner Antwort aus.
Heinrich II. beruft Becket nach Northampton zu einer Versammlung und verlangt
von ihm den bedingungslosen Eid. Becket bleibt hart. Er könne nicht anders
vor dem Herrn. Der Klerus appelliert an Becket nicht so stur zu sein. Ende des
Jahres gibt Becket entnervt nach und reitet in den königlichen Palast nach
Woodstock und leistet den Eid vor Heinrich ohne Vorbehalt. Dieser lehnt jedoch
ab. Die Beleidigung seiner Person sei öffentlich erfolgt, also solle er
den Eid öffentlich auf der nächsten Reichsversammlung ableisten.
Papst
Alexander III. verläßt im Oktober das Languedoc und residiert nun
im französischen Kernland, in Sens.
Johannes von Belméis, ein alter Freund von Becket, wird zum Erzbischof
von Poitiers gewählt.
1164:
Im Januar findet in Clarendon die Reichsversammlung statt, bei der Becket den
Eid leisten will. Offenbar ist er dazu auch bereit, nachdem Klerus und der Tempelgroßmeister
an seine Vernunft appelliert haben. Es schmeichle dem Selbstwertgefühl
des Königs, sagen sie. Tatsächlich leistet Becket schließlich
den Eid, die alten Gewohnheiten der Krone zu respektieren. Doch Becket läuft
in eine Falle. Der König, der in den alten Dokumenten forschen ließ,
präsentiert 16 Artikel, die als die Erklärung von Clarendon in die
Geschichte eingehen, von denen 10 für die Kirche nicht tragbar sind. Sie
würden erhebliche Einschränkungen beinhalten und die Macht des Königs
auf die Kirche ausweiten. Becket ist entsetzt und verweigert es, sein Siegel
darunter zu setzen. Heinrich ist dies jedoch ziemlich gleichgültig, da
Becket den Eid öffentlich und für jedermann hörbar abgeleistet
hatte. Becket und sein Gefolge verlassen Clarendon unverzüglich. Becket
soll auf dem Rückweg meist alleine und weinend vorausge-ritten sein. Er
macht sich heftige Vorwürfe in welche Lage er die Kirche gebracht hatte.
Doch damit nicht genug. Der Papst ernennt seinen Erzfeind, den Erzbischof von
York zum päpstlichen Legaten in England.
Heinrichs Bruder Wilhelm, Graf von Poitou, stirbt.

Im
April stirbt der Gegenpast Viktor IV. in Lucca.
Becket unternimmt einen Versuch der Versöhnung. Er scheitert jedoch, als
der König sich weigert Becket im Palast von Woodstock zu empfangen. Darufhin
unternimmt Becket zwei Versuche England zu verlassen. Doch in beiden Fällen
bringt ihn der Wind zurück. Da er ohne Erlaubnis des Königs England
verlassen wollte und dies ein Verstoß gegen die Artikel von Clarendon
darstellt, gerät dieser in Rage als er davon hört.
Der Konflikt eskaliert, als der königliche Schatzbeamte John the Marshal
Ansprüche auf ein gebiet erhebt, welches nachweislich der Kirche gehört.
Heinrich legt für den 14. September die Verhandlung fest. Doch Becket erscheint
nicht und sendet vier Ritter an seiner statt. Heinrich II. erleidet einen seiner
schlimmsten Anfälle der "schwarzen Galle". Dies ist ein Verstoß
gegen die Lehenspflicht, wie sie in der Erklärung von Clarendon festgelegt
sei. Er befiehlt Becket am 06. Oktober (Dienstag) in Northampton zur Reichsversammlung
ein.
Dort angekommen erleiden Becket und sein Gefolge zunächst Schikanen, da
ihr Quartier von königlichen Truppen besetzt ist. Desgleichen empfängt
der König ihn nicht, da er auf der Jagd sei. Erst am 08. Oktober wird die
Reichsversammlung eröffnet. Becket wird sofort wegen der Verletzung seiner
Lehenspflicht angeklagt. Der König erklärt die Güter des Erzbischofes
für konfisziert und verlangt die Zustimmung der Prälaten. Diese schrecken
vor einer solchen Bestrafung zurück und erklären sich gemäß
ihres Standes für nicht zuständig. Stattdessen erklären sie sich
alle - bis auf den Erzbischof von London, Gilbert Foliot - bereit als Bürgen
zur Verfügung zu stehen. Heinrich muss wütend gewesen sein und verlangt
daraufhin die Heraus-gabe von 300 Pfund, die Becket als Kanzler für die
Obhut einiger Burgen erhalten habe. Becket ist entsetzt und protestiert. Er
habe als Kanzler so manches aus eigener Tasche bezahlt. So die Verpflegung der
Truppen vor Toulouse. Doch er werde um des Friedens Willen bezahlen. In den
nächsten Tagen folgen weitere Geldforderungen des Königs. Einige Bischöfe
überlegen Becket zu opfern. Besser ein kleines Opfer (Becket), als ein
großes Opfer (die Kirche). Doch der alte Bischof Heinrich von Winchester
warnt: Dieser Präzedenzfall könnte Folgen für alle haben. Am
Sonntag erkrankt Becket und kann Montags das Bett nicht verlassen. Als das Gerücht
umgeht, dass Becket bereit sei, sich der Strafe des Königs zu unterwerfen,
spürt er, dass er vollständig isoliert ist.
Am Dienstag, den 13. Oktober, liest Becket im Kloster, wo er wohnt, am frühen
Morgen eine Messe. Schließlich begibt er sich zur königlichen Residenz
und zieht dort ein Prozessionskreuz vorantragend ein. Foliot wirft ihm eine
unnötige Provokation vor. Sie spüren, dass Becket zum äußersten
entschlossen ist. Heinrich läßt Becket warten und mehrere Boten eilen
zwischen den Parteien hin und her. Die Lage ist zum zerreißen angespannt.
Die Bischöfe appellieren an die Vernunft Beckets. Heinrich fordert schließlich
die Prälaten auf, Becket wegen Verstoßes der Lehenspflicht zu verurteilen.
Dabei erinnert er sie an den geleisteten Eid in Clarendon. Damit steckt der
Klerus in einer Zwickmühle und mancher Prälat verliert die Nerven.
Hilarius von Chichester bricht in Tränen aus, der Erzbischof von York verläßt
fluchtartig die Stadt. Würden sie dem Befehl nicht Folge leisten, würden
sie sich selbst schuldig machen. Schließlich tritt die Versammlung zusammen.
Becket wird in einem anderen Raum entfernt gehalten. Die Großen des Reiches
verurteilen Becket als Rebell und Verräter. Es ergeht der Befehl Becket
zu verhaften. Als man ihm dies mitteilt, bahnt er sich mit dem erhobenen Kreuz
einen Weg durch die Menge. Er akzeptiert das Urteil nicht. Es kommt zu Tumulten,
aber niemand wagt ihn anzu-greifen. Ranulf de Broc, ein normannischer Ritter,
spuckt ihm hasserfüllt ins Gesicht. Becket kann die Residenz verlassen
und nutzt die Tumulte um in die Stadt zu reiten. Dort wird er von der Bevölkerung,
die ihn liebt und verehrt, jubelnd empfangen. Unter ihrem Schutz erreicht er
das Kloster St. Andrew, wo er wohnt. Die Nacht bricht heran und die weltlichen
Vasallen des Erzbischofes erscheinenund bitten um Freigabe ihrer Lehenspflicht.
Becket gewährt ihnen diesen Wunsch. Er betet zur Komplet und befiehlt,
man möge sein Bett am Hauptaltar aufschlagen. Becket entsendet Robert von
Hereford zu Heinrich II. mit der Bitte um einen Passierschein. Heinrich ist
guter Laune, verkündet aber, dass er dies am nächsten Tage entscheiden
wolle. Die gute Laune und die Anwesenheit von Gilbert Foliot und Hilarius von
Chichester wecken das Mißtrauen. In der Nacht flieht
Becket heimlich aus dem Kloster. Über Northampton und Lincoln fliehen sie.
Sie reiten nur bei Nacht. Acht Nächte lang. In Eastry bei Sandwich finden
sie Unterschlupf. Eine Woche lang verstecken sie sich dort. Dann setzen sie
per Schiff auf das Festland über, wo sie am 02. Nov. landen. Heinrich der
über die Flucht natürlich wütend war, sandte Gilbert Foliot zu
Ludwig VII. Am selben Tag als Becket England verließ, setzte auch Foliot
über. In der Normandie sind Becket und sein Gefolge aber nicht sicher.
Noch ist es das Reich Heinrich II. Sie übernachten im Wald oder in ärmlichen
Hütten. Hunger und Durst quält sie. Um den 07. Nov. herum erreichen
sie sicheres Gebiet.
Foliot ist inzwischen beim französischen König
in Compiegne angekommen. Sein Auftrag ist es, Becket in Mißkredit zu bringen,
so dass Ludwig ihm kein Asyl gewähre. Ein Brief Heinrichs an Ludwig ist
respektvoll aber schulmeisterlich. Ludwig lehnt ab. "Auch ich bin König
eines Reiches. Doch ich habe nicht die geringste Macht auch nur den kleinsten
Kleriker abzusetzen. Becket hat sich als treuer Diener seines Herrn erwiesen.
Hätte er mir gedient, so hätte er mir auch treu gedient. Soll ich
das Gute ins Böse wenden?" Am 08. Nov. empfängt ihn Ludwig persönlich
und bietet ihm seine Gastfreundschaft an.
Die englische Gesandschaft des Klerus unter Führung
von Gilbert Foliot sucht den Papst auf, der zu dieser Zeit in Sens weilt. Man
versucht diesen zugunsten von Heinrich bewegen zu können. Doch Alexander
lehnt eine Verurteilung des Erzbischofs von Canterbury ab, stimmt aber zu Legaten
zu entsenden um den Fall zu prüfen. Der Papst selbst empfängt Becket
später, der ihm die Situation darlegt. Gleichfalls bietet er - Becket -
ihm seinen Rücktritt an. Obwohl die Lage des Papstes immer noch nicht rosig
ist, will und kann er Becket nicht fallen lassen. Er erklärt die Erklärung
von Clarendon für nichtig.
Am 30.11. trifft Becket im Kloster Pontigny ein,
wo er für fast zwei Jahre weilen wird.
Weihnachten verbringt Heinrich II. auf Schloß
Marlbourough. Hier berichtet ihm Foliot schließlich von der fehlgeschlagenen
Mission. Daraufhin erlässt Heinrich drei Anordnungen. Niemand, ob Laie
oder Kleriker, dürfe den Papst konsultieren, die Einkünfte der Geistlichen,
die mit Becket flohen sind einzuziehen und die Angehörigen als Geiseln
zu nehmen. Der König beauftragt damit Ranulf de Broc, der die Anweisungen
gar überzieht und viele Sympathisanten in die Kerker werfen lässt
und Vertreibungen vornimmt. Mitten im Winter stehen viele auf der Straße.
Am 11.11.1164 stirbt der Erzbischof von Rouen. Dessen Nachfolger wird der Bischof von Evreux, Rotrou von Warwick.
1165:
Der deutsche Kanzler Rainald von Dassel ist im April in Rouen und verhandelt
mit Heinrich und Eleonore über eine Vermählung zwischen der jüngsten
Tochter Mathilde (9 Jahre) mit dem Herzog von Bayern und Sachsen Heinrich von
Braunschweig, genannt der Löwe. Das englische Königspaar sieht darin
eine Stärkung des Bündnisses mit dem deutschen Kaiser. Dies kann nicht
im Sinne des Papstes Alexander sein. Als zwei englische Geistliche - Johannes
von Oxford und Richard von Ilchester - auf dem Würzburger Reichstag dem
Gegenpapst Paschalis III. den Treueeid schwören, ist dies ein klares Zeichen
für den Papst, welche Politik Heinrich verfolgt. Als Becket davon hört,
exkommuniziert er die beiden Geistlichen. Der Papst bestätigt diese Handlung,
welche wiederum Heinrich in Rage bringt.
Am 11. April trifft Heinrich II. mit Ludwig VII. in Gisors zusammen. Heinrich
stimmt einem Treffen mit Becket zu. Als er jedoch hört, dass auch der Papst
kommen wird, verweigert er sich. Dieser trifft Becket schließlich alleine.
Doch die politische Lage des Papstes erlaubt keinen endgültigen Bruch mit
England. Er - der Papst - ernennt ausgerechnet Gilbert Foliot zum Vermittler.
Im August wird Philipp August, Sohn und Thronerbe von Ludwig VII. geboren.
Heinrichs Tochter Johanna wird in Angers von Eleonore zur Welt gebracht.
Im September zieht Papst Alexander III. wieder in Rom
ein.
Malcolm IV. von Schottland
stirbt. Sein Nachfolger wird Wilhelm, genannt der Löwe.
1166:
Ostern verbringt Heinrich in Angers. Becket versucht in Briefen an
den König mehrfach ein Treffen mit ihm zu erwirken. Dies lehnt
Heinrich ab. Aber er empfängt Johannes von Salisbury am 01. Mai
in Angers.
Im Juni hat Becket genug. Er will nicht mehr tatenlos im Kloster Pontigny bleiben.
Am Pfingstsonntag, dem 12.06., hält Becket in Vezelay eine Messe. Er exkommuniziert
den königlichen Justitiar Richard von Lucé da dieser ein Vasall
des Erzbischofes von Canterbury sei und ihm nicht gehorche; Ranulf de Broc und
weitere Getreuen des Königs, die von seinem Schicksal profitiert haben.
Desweiteren bestätigt er die Exkommunizierung von Johannes von Oxford und
Robert von Ilchester, Erzdiakon von Poitiers. Heinrich II. entgeht der Exkommunizierung
dadurch, weil er zu dieser Zeit schwer erkrankt ist und daher nicht an einem
Treffen teilnehmen kann. Becket fordert ihn jedoch zur Buße auf. Heinrich
erfährt davon, als er in der zweiten Junihälfte auf dem Weg in die
Bretagne ist, wo ein Aufstand ausgebrochen ist. Im September droht er dem Kloster
Pontigny unverhohlen mit Gewalt, wenn es weiterhin Becket Asyl gewähre.
Im November verläßt Becket daraufhin das Kloster und begibt sich
nach Sainte-Colombe bei Sens.
Am 27.12. erblickt in
Oxford das letzte gemeinsame Kind des Königspaars das Licht der
Welt. Es ist der spätere Johann Ohneland. Etwa um diese Zeit
lebt sich das Königspaar auseinander. Heinrich nimmt Rosamunde,
die Tochter Walter von Clifford, als Geliebte und bringt sie im
Palast von Woodstock unter, dem Lieblingspalast der Königin. Die
Königin selbst zieht sich gekränkt nach Poitiers zurück,
wo sie von nun an, die meiste Zeit bleiben wird. Doch sie sinnt auf
Rache.....

1167: Im Frühjahr unternahm
Heinrich II. eine Reise ins Limousin. Dort huldigt ihm Graf Raimund von Toulouse.
Dies stellt einen Affront gegenüber Ludwig VII. dar, der Lehensherr der
Grafen von Toulouse ist. Es kommt am 04. Juni zum Krieg. Ludwig verwüstet
die Grafschaft Eu und das Vexin. Heinrich verwüstet die Region Perche.
Tours geht in Flammen auf und in Paris bricht Hunger aus. Schließlich
erbittet Ludwig einen Waffenstillstand bis Ostern.
Am 22. Juli stirbt in Rouen die Mutter von Heinrich II., Mathilde. Er selbst
nutzt den Waffenstillstand um den Aufstand in der Bretagne endgültig niederzuschlagen.
Die Städte Josselin, Dinan und weitere Städte werden geplündert.
Ende September ist der Aufstand niedergeschlagen.
Im Juli steht Kaiser Friedrich
I. Barbarossa vor Rom. Der Papst flieht. Der Gegenpapst wird inthronisiert und
Barbarossa zum zweiten mal zum Kaiser gekrönt. Am 02. August bricht ein
Unwetter aus, dass eine schwere Seuche zur Folge hat. Friedrich I. muß
den Rückzug antreten. Allerdings kehrte der Papst nicht nach Rom zurück.
Er regierte von Benevent aus.
Das Verhältnis zwischen Becket und dem Papst ist angespannt. Der Papst
hatte zwei Legaten zur Schlichtung des Streites zwischen Becket und Heinrich
ernannt. Wilhelm von Pavia und Odo von Ostia. Doch Wilhelm gilt als Feind von
Becket, der gegen diese Ernennung protestiert. Sie treffen mit Heinrich zwar
im Frühjahr in Caen zusammen, jedoch verläuft das Treffen ohne Ergebnis.
Ebenso ergebnislos endet ein Treffen der Legaten mit Becket am 18. November
in Gisors. Am 26. treffen die Legaten mit Heinrich in Argentan zusammen, der
ihnen wochenlang aus dem Weg gegangen war. Heinrich machte bei dem Treffen keinen
Hehl daraus, dass ihm die Legaten lästig waren. "Wenn ich doch bloß
keinen Kardinal sehen müßte" soll er bei der Verabschiedung
der Legaten am 27. November gesagt haben.
Trotz ihrer zerrütteten Ehe verbringen Heinrich und Eleonore gemeinsam
das Weihnachtsfest in Argentan. Die Tochter Mathilde wird mit Heinrich dem Löwen
von Braunschweig vermählt. Eleonore begibt sich nach England und begleitet
ihre Tochter in die Normandie, wo sie von einer deutschen Eskorte abgeholt wird.
1168:
Im Reich des Angeviners herrscht überall Aufruhr. Ein erneuter Aufstand
in der Bretagne bricht aus. Gleichfalls erheben sich die Lusignan im Poitou.
Heinrich II. überläßt die Niederschlagung im Poitou seiner Frau
und begibt sich selbst im Januar nach England zurück. Er beläßt
seinen Getreuen Patrick von Salisbury bei Eleonore. Angeblich um sie zu schützen.
Doch vermutlich um sie zu überwachen, da Heinrich seiner Frau nicht mehr
traut. Am 27. März gerät Eleonore in einen Hinterhalt der Lusignan.
Sie entkommt knapp, Patrick von Salisbury wird jedoch erschlagen. Dessen 22jähriger
Neffe Wilhelm der Marschall wird schwer verletzt und gefangen genommen. Zuvor
hatte er selbst fünfzehn Ritter erschlagen. Eleonore, die Dank Patricks
und Wilhelms mutigen Kampf entfliehen konnte, bezahlt für seine Freilassung
ein hohes Lösegeld. Dieser wird jahrelang an der Seite der Königin
und später an der Seite ihrer Söhne als treuer Ritter zu finden sein.
Der Zeitpunkt des Überfalls ist nicht ganz klar. In vielen Quellen wird
auch das Jahr 1167 angegeben.
Im Mai ist das Verhältnis zwischen Becket und dem Papst auf dem Tiefstand.
Der Papst entzieht Becket für ein Jahr lang die Kompetenz. Er darf keine
Exkommunizierung aussprechen oder gar ein Interdikt verhängen. Gleichzeitig
ernannte der Papst zwei neue Legaten, die in der Sache vermitteln sollen. Es
sind Vivianus und Gratian.
Im
Sommer eröffnet Ludwig den Krieg im Vexin wieder, nachdem der
Waffenstillstand ausgelaufen war. Doch er wird zurückgeschlagen.
1169:
Am 06. Jan. treffen sich Heinrich und Ludwig bei Montmirail. Heinrich
erscheint mit seinen Söhnen. Ludwig hatte um dieses Treffen
gebeten um den Streit beizulegen. Heinrich der Jüngere legt den
Treueeid auf die Normandie, das Anjou und Maine ab, Richard auf
Aquitanien und Gottfried auf die Bretagne. Ein weiteres Thema dieses
Treffen ist die geplante Hochzeit zwischen Prinz Richard und
Prinzessin Adelaide von Frankreich. Weil Heinrich von Ludwig bedrängt
wird, stimmt er einem Treffen mit Becket zu.
Am nächsten Tag
trifft Becket ein. Becket verliert die Fassung und wirft sich
Heinrich II. vor die Füße, der ihn hochzieht. Becket
bittet um Vergebung und Gnade und übergibt die Sache in die
Hände des Königs von England und überlasse es ihm, den
Streit zu Ende zu bringen. Als schon alle erleichtert aufatmen, fügt
Becket - der zunächst darauf verzichten wollte - hinzu: "Unter
dem Vorbehalt der Ehre Gottes." Sein sonst so versöhnlicher
Vertrauter Herbert von Bosham war daran nicht unschuldig, hatte
dieser doch den Erzbischof daran erinnert, dass man nicht die
Strapazen einer Flucht auf sich genommen habe um so die Ehre Gottes
aufzugeben. Heinrich gerät in Rage: "Seht Euch die Torheit
dieses Mannes an. Ich vrlange nur, dass er schwört die alten
Gewohnheiten zu respektieren. Dann gebe ich ihm die Kirche zurück
und statte ihn mit mehr Freiheiten aus, als je ein Vorgänger von
ihm hatte." Und auch Ludwig ist wütend. Dieser fährt
Becket an: "Glaubt Ihr, Ihr seid heiliger als die Heiligen?"
Am
07. Februar kommt es zu einem weiteren - ergebnislosen - Treffen
zwischen Ludwig und Heinrich.
In einem Schreiben an den Papst
erklärt sich Heinrich bereit Becket wieder ihn seine Rechte
einzusetzen, wenn er die Würden des Königreiches
respektiere. Heinrich ist bemüht den Streit beizulegen, ehe
Becket wieder alle Rechte vom Papst erhält. Doch weder der Papst
noch Becket fallen auf Heinrich herein. Die Würden des
Königsreiches mögen andere Wörter sein, der Sinn
bleibe jedoch gleich.
Um diese Zeit bricht ein Aufstand in der
Gascogne aus und Heinrich eilt nach Süden.
Am 13. April erhält Becket wieder alle Rechte. Er exkommuniziert sofort
die Kleriker Gilbert Foliot und Bischof Jocelin von Salisbury (weil er Johannes
von Oxford zum Dekan ernannt hatte; Johannes von Oxford wurde von Becket einst
wegen der Teilnahme am deutschen Reichstag zu Würzburg gebannt), sowie
mehrere Barone. Dem Erzbischof von London, Foliot, wird dies Ende Mai eröffnet.
Heinrich weilt noch in der Gascogne, dürfte es aber um etwa die gleiche
Zeit erfahren haben. Um diese Zeit stirbt Hilarius von Chichester.
Der Papst ist überrascht über die drastischen Schritte und ernennt
zwei Legaten zur Schlichtung des erneuten Streites. Er wird Becket mangelnde
Kompromißbereitschaft vorwerfen. Am 23.08. erscheinen die Legaten des
Papstes, Gratian und Vivianus, in Domfront vor dem König Heinrich, der
ihnen während der Verhandlungen keinen Stuhl anbieten wird. 9 Stunden müssen
die Legaten stehen. Heinrich fordert die Aufhebung der Exkommunikation; die
Legaten verweisen darauf, dass sie keine Befugnis besitzen. Zwei weitere Verhandlungstage
folgen - ohne Ergebnis. Einer der Legaten kehrt zur Berichterstattung nach Rom
zurück.
Am 18. November trifft
Heinrich mit Ludwig VII. in St. Denis auf Betreiben des Legaten
zusammen. Becket wartet im Martyrium, wo Dionysos geköpft
worden sein soll. Heinrich verlangt die Rückkehr Beckets nach
England. Wenn er sich aus weltlichen Angelegenheiten heraus halte,
dann wolle er sich aus kirchlichen heraus halten. Man überbringt
Becket die Botschaft. Der verlangt ein Pfand: Den Friedenskuß.
Heinrich kennt die symbolträchtige Geste sehr wohl. Er flüchtet
sich in schadenfeinige Ausflüchte. Er habe im Zorn geschworen
niemals den Friedenskuß zu erteilen. Gerne würde er dies
machen, aber er könne seinen Eid nicht brechen. Daraufhin bricht
Becket die Verhandlung ab. Diesesmal hat er die Unterstützung
Ludwigs. Ohne dieses Pfand würde er Becket raten, kein Land
Heinrichs zu betreten. Becket stellt ein Ultimatum: Ist bis 02. Feb.
der Friede nicht hergestellt, würde er das Interdikt über
England verhängen.
Weihnachten verbringt Heinrich II. zusammen mit Eleonore in Nantes. Gottfried soll Konstanze, Tochter des verstorbenen Conan IV. von der Bretagne, heiraten. Man huldigt ihm und die Vasallen legen den Treueeid ab. Desweitern plant er seinen Sohn Heinrich den Jüngeren krönen zu lassen. Richard soll zum Herzog von Aquitanien gekrönt werden. Eleonore sieht sich am Ziel. Sie unterstützt es, dass Heinrich die Macht an seine Söhne übertragen will und erhofft sich so weiterhin großen Einfluß, der ihr verloren gegangen ist, seitdem sie wegen Rosamunde überwiegend im Poitou weilt. Doch ein neuer Konfliktstoff droht: Das Krönungsrecht besitzt der Erzbischof von Canterbury.
1170: Prinzessin Adelaide von Frankreich, Verlobte von Richard, wird an den englischen Hof gebracht.
Am 03.
März verläßt Heinrich die Normandie und segelt nach
England. Ein geplantes Treffen mit Becket hatte er unter Vorwänden
abgesagt. Obwohl Becket ihm nicht geglaubt hatte, hatte er keine
Strafen verhängt. Die geplante Krönung hält alle in
den Bann. Heinrich verbietet Überfahrten vom Festland auf die
Insel. Margarete, die Frau des Prinzen Heinrich, soll der Krönung
nicht beiwohnen, was ein schwerwiegender Affront gegen Ludwig
darstellen würde. Margarete wird in Caen bei Eleonore
festgehalten. Becket protestiert beim Papst gegen die geplante
Krönung. Der beruhigt ihn und bestätigt ihm seine
Krönungsrechte.
Am 05. April hebt der Erzbischof von Rouen
die Exkommunizierung von Foliot auf, zu der er vom Papst befugt war.
Becket ist enttäuscht.
Um Ostern begibt sich
Eleonore mit ihrem Lieblingssohn Richard auf eine Rundreise durch Aquitanien
um dem Volk ihren neuen Herzog vorzustellen. In Limoges wird er schließlich
zum Herzog gekrönt. Richard erteilt sofort Privilegien oder bestätigt
sie.
Am 14.06. wird Heinrich der Jüngere vom Erzbischof von York, Roger Pont-l´Evéque,
gekrönt. Beim anschließenden Festbankett sorgt der junge König
für einen Skandal. Heinrich läßt es sich nicht nehmen seinen
Sohn an der Tafel aufzutischen. "Es kommt nicht oft vor, dass ein König
zu Tisch bedient." "Es ist nur natürlich, dass der Sohn eines
Grafen den Sohn eines Königs bedient."
Heinrich II. stellt Wilhelm Marschall an die Seite des jungen Königs. Marschall
bringt dem jungen Heinrich die Kunst der Waffenführung bei. Später
wird es Gerüchte geben, dass Marschall und die Ehefrau des jüngeren
Heinrich ein enges Verhältnis geknüpft haben. Dies ist jedoch sehr
unwahrscheinlich, bringt Marschall jedoch in Mißkredit.
Die Krönung löst überall Empörung aus. Ludwig ist über
die Behandlung seiner Tochter empört, Alexander III. weil man sein Verbot
mißachtet hat (angeblich sei seine Botschaft zu spät eingetroffen)
und Becket weil das Privileg des Erzbischofes von Canterbury verletzt wurde.
Er stellt ein Ultimatum. In zwei Wochen werde er das Interdikt verhängen.
Doch Heinrich überrascht alle: Er wolle sich mit Becket aussöhnen
und mit Ludwig wegen des "Mißverständnisses" treffen. Heinrich
verläßt am 24. Juni England von Portsmouth aus.
Am
29.06. zerstört ein Erdbeben die Mauern von Antiochia
Das Treffen zwischen Becket und Heinrich findet am 20. Juli in Freteval statt.
Becket hatte das Interdikt nicht verhängt, um dem Treffen eine Chance zu
geben. Am 21. Juli sprechen Becket und Heinrich miteinander. Heinrich stimmt
einer zweiten Krönung durch Becket zu. Dieser wirft sich dem König
vor die Füße. Im Gegenzug hält ihm Heinrich die Steigbügel.
Die Rückkehr Beckets gilt als beschlossen.
Die Rückkehr verzögert sich. Becket mißtraut Heinrich noch und
schiebt einen Vorwand vor. Er habe über Jahre die Gastfreundschaft Ludwigs
genossen und wolle sich von ihm verabschieden.
Im August erkrankt Heinrich in Domfront am Tertianafieber und wird sein Testament
machen.
Im gleichen Monat setzt der Graf von Pembroke, Richard Fitz-Gilbert de Clare, genannt Strongbow, mit 1200 Mann nach Irland über. Dermot MacMurrough hatte ihn um Hilfe gebeten. MacMurrough erhob Anspruch auf die Krone von Leinster. Da Heinrich II. zu sehr mit der Affäre um Becket beschäftigt war, hatte MacMurrough von ihm keine Hilfe erhalten. Strongbow de Clare stößt vom Südosten nach Norden und Westen vor und sichert so MacMurrough die Krone von Leinster. Im Gegenzug vermählt MacMurrough de Clare mit seiner Tochter und macht ihm zu seinen Nachfolger.
Im Herbst weilt Becket
immer noch auf dem Kontinent. Noch immer sind zu diesem Zeitpunkt nicht alle
eingezogenen Güter an Becket zurück gegeben. Die Erzbischöfe
von London und York versuchen die Rückkehr mit Verleumdungen und Drohungen
zu verhindern. Es ist der Papst der die Geduld verliert. Am 10. September unterzeichnet
er eine Bulle und läßt sie Becket zukommen. Er könne sie verwenden,
wann immer er es für nötig halte. Darin verhängt der Papst über
einige Kirchengebiete das Interdikt und exkommuniziert die Erzbischöfe
von York und London, sowie Jocelin von Salisbury.
Am 01. November verläßt Becket das Kloster Sainte-Colombe. Er begibt
sich nach Rouen, wo ein Treffen mit Heinrich vereinbart war. Dieser läßt
sich entschuldigen und sendet - ausgerechnet - Johannes von Oxford als Begleitung.
Dies war eine ungeheuerliche Provokation von Becket. Inzwischen mehren sich
die warnenden Stimmen. Becket drohe in England nur Gefahren. Am 24. Nov. erreicht
er Wissant. Weitere Drohungen kommen über den Kanal. Am 30. November veröffentlicht
Becket die Bulle des Papstes und setzt nach England über, wo er am 01.
Dezember bei Sandwich landet und von einer jubelnden Menge empfangen wird. Der
Inhalt der Bulle ist hier bereits bekannt. Der Sheriff von Kent, Rainald Warenne,
und Ranulf de Broc kommen Becket entgegen. Sie drohen ihm, es sei besser wenn
er England den Rücken kehre. Gleichzeitig wollen sie von den Ausländern
im Gefolge Beckets den Treueeid auf Heinrich II. Das wird sogar Johannes von
Oxford zuviel, der die beiden in die Schranken verweist. Der Zug nach Canterbury
gleicht einem Triumphzug.
Am nächsten Tag erscheinen Warenne und de Broc in Canterbury. Sie fordern
die Rücknahme der Exkommunizierung. Becket lehnt ab. Es beginnt eine Zeit
der Schikane. Becket will den jungen König Heinrich in Winchester besuchen
und nächtigt bei Heinrich von Winchester, dem alten Bischof. Doch am Morgen
erscheinen königliche Truppen, die von Jocelin von Arundel angeführt
werden. Becket solle umkehren. Der König wolle Becket nicht sehen. Da Becket
immer ein inniges Verhältnis zu Heinrich den Jüngeren hatte, ist er
tief enttäuscht. Doch er versteht den Druck, dem der junge König von
Seiten seines Vaters und der Barone ausgesetzt ist. Als Ranulf de Broc ein Handelsschiff
mit Waren für den Erzbischof überfällt, Teile der Besatzung tötet
bzw. sie mißhandelt und in den Kerker wirft, sorgt Heinrich der Jüngere
auf eine Beschwerde Beckets hin, dass die Mißhandelten freigelassen werden.
An Weihnachten treffen die Erzbischöfe von London und
York, sowie Jocelin von Salisbury in Bures (Normandie) ein, wo Heinrich II.
und Eleonore weilen. Er hat die schlechten Nachrichten schon erhalten und ist
übel gelaunt. Als Roger Pont-l´Evéque anführt, dass alle
exkommuniziert worden seien, die an der Krönung mitgewirkt hätten,
fährt Heinrich auf: "Bei Gott, das bedeutet auch ich. Ohne einen Pfennig
ist er an meinen Hof gekommen und hat mein Brot gegessen. Er hat mich verraten,
mich und die Meinen. Ist denn niemand an meinem Hof der die Schmach retten möchte?"
Man nimmt heute an, dass Heinrich II. tatsächlich erst zu spät erfuhr,
dass vier Ritter diese Frage zu sehr als Befehl gedeutet haben. Reginald Fitzurse,
William Tracy, Hugo von Moreville und Richard Brito verlassen noch in der Nacht
Bures. Als Heinrich dies hört, sendet er den Konnetabel Richard de Hommet
hinterher um das schlimmste zu verhindern. Manche meinen, dass Heinrich so lange
gewartet habe, bis er wußte, dass die vier Ritter nicht mehr eingeholt
werden konnten. Wie es auch war: Die vier Ritter sind am 28. Dezember bei Ranulf
de Broc auf Schloß Saltwood. Mit zwölf Bewaffneten ritten die vier
Ritter weiter nach Canterbury. Gegen vier Uhr nachmittags (am 29. Dezember)
treffen sie dort ein und verlangen Becket zu sprechen. Dieser empfängt
sie. Es kommt zu einem heftigen Wortwechsel und Gerangel. Sie verlangen die
Rücknahme der Exkommunizierung. Becket lehnt ab. Die vier verlassen die
Abtei, kommen etwa eine Stunde später jedoch wieder. Sie brechen das Tor
auf. Die Mönche fliehen entsetzt in die Kathedrale. Becket bereitet sich
auf die Messe zur Vesper vor. Ihm entgeht der Tumult nicht, doch bleibt er ruhig
und begibt sich in die Kirche. Hier finden ihn die vier Ritter. Ein Mönch
namens Edward Grim kann noch einen Schwertschlag von Fitzurse mit dem Arm abfangen,
doch trotzdem wird Becket am Kopf getroffen. Ein weiterer Hieb von Tracy spaltet
Becket den Schädel. Der Erzbischof ist tot!

Nach der Ermordung schließt sich Heinrich zutiefst bestürzt in sein Zimmer ein und verweigert jede Nahrung. Man wird ihm lange nicht glauben schenken, den Mord nicht gewollt zu haben.
1171: Am 25. Januar verhängt der Papst das Interdikt über die Ländereien Heinrich II.
Im Mai stirbt der König von Leinster und Richard Fitz-Gilbert de Clare erhebt Anspruch auf die Krone. Der irische Hochkönig Rory O´Connor erhebt ebenfalls Anspruch und belagert Strongbow in Dublin. Heinrich II. kann kein Interesse daran haben, dass sein Vasall vor der Haustüre Englands ein normannisches Königreich etabliert. Im Juli beruft Strongbow zu sich nach England. Dieser erscheint vor ihm am Hof und versichert ihm seine Treue. Heinrich lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er der König ist. Er erteilt Strongbow Leinster als Lehen und verkündet selbst nach Irland gehen zu wollen. Dahinter steckt auch die Überlegung endlich die Insel zu erobern, wie dies die päpstliche Bulle von 1155 erlaubt. Wenn es ihm gelingt, die irischen Verhältnisse zu ordnen, die irische Kirche wieder Rom zuführt, erhofft er sich die Aufhebung der Kirchenstrafen über seine Ländereien.
Am 18. Oktober landet Heinrich II. in Waterford. Er zieht durch den Westen. Die Kirche macht auf einer Synode zu Cashel deutlich, dass sie stabile politische Verhältnisse wünsche. Um die Jahreswende huldigen ihm in Cashel mehrere Könige und Stammesfürsten. Heinrich II. erteilt Hugh de Mercy das Lehen Meath, einem alten Königreich. Mit ihm will er ein Gegengewicht zu Strongbow schaffen. Dann zieht Heinrich nach Dublin.
Am 13. Dez. erteilt Papst Alexander dem Erzbischof von York die Absolution.
1172: Im April 1172 verläßt Heinrich Dublin und kehrt nach England zurück. Kaum hat er Irland verlassen, versuchen die Fürsten ihre jeweiligen Gebiete zu vergrößern.
Am 21. Mai läßt sich Heinrich II. in Avranches im beisein seines ältesten Sohnes öffentlich geißeln und übt Buße. Auf das Evangelium beteuert er seine Unschuld an den Vorgängen um Becket. Er verspricht 200 Ritter auszurüsten und nach Jerusalem zur Verteidigung zu senden. Viele betrachten diese Handlung nicht als wirkliche Buße, sondern nur als politischen Schachzug. Dieser Bußgang kam auf Grund von Verhandlungen mit zwei päpstlichen Legaten - Albert von San Lorenzo und Theodwin von San Vitale - zustande. Nach diesem Bußgang wird das Interdikt über die Länder von Heinrich im September aufgehoben.
Am 27. Sept. wird Heinrich der Jüngere und seine Frau Margarete in Winchester vom Erzbischof von Rouen gekrönt. Damit löst Heinrich sein Versprechen einer Krönung von Margarete ein. Doch trotz des Titels haben Heinrich der Jüngere, sowie seine Brüder Richard und Gottfried keine wirkliche Macht. Ihr Vater hält alle Macht in den Händen, was seine Söhne frustriert. Eleonore wird dies ausnutzen....
Weihnachten verbringt Heinrich mit Eleonore zusammen in Chinon. Dies ist sein erster Aufenthalt in Aquitanien seit drei Jahren.
1173: Thomas Becket wird am 21. Februar heilig gesprochen.
Der Bastardsohn von Heinrich II. , Gottfried, wird zum Bischof von Lincoln gewählt. Er wird vermutlich gleichzeitig Kanzler des Königs.
Im Februar und März hält Heinrich II. zwei große Versammlungen ab. Die erste in Montferrand, die zweite in Limoges. Hier werden zum einen die geplante Vermählung von der Tochter Johanna mit Wilhelm von Sizilien bekannt gegeben. Zum anderen verkündet Heinrich, dass er seinen Sohn Johann mit Alix von Maurienne verheiraten will. Das würde seinen Einfluß bis nach Oberitalien und Süditalien/Sizilien erweitern. Johann soll auch einige wichtige Burgen erhalten, die zur Normandie gehören. Dagegen erhebt Heinrich der Jüngere Protest, da sie zu seinem Reich gehören. Öffentlich fordert der älteste Sohn seine Gebiete und seine Rechte als König. Er führt an, dass er zweimal zum König von England gekrönt wurde, aber kein Land regiere. Heinrich II. muss dies als öffentliche Ohrfeige empfinden. Graf Raimund V. von Toulouse warnt Heinrich. Ob er den blind sei und nicht sehe, was Eleonore hinter seinem Rücken im Schilde führt? Heinrich glaubt ihm jedoch nicht, hat er doch allen Grund ihm zu mißtrauen. Zwar hatte Raimund auf der gleichen Versammlung den Lehenseid geschworen und ihm das zugeführt, weshalb es 1159 zum Krieg gekommen war, aber er weiß auch, dass der Graf diesen Eid nur aus Eigennutz leistet, hatte er doch nach dem Krieg die Schwester des Königs Ludwig verjagt und eine andere geheiratet.
Trotzdem beschließt Heinrich vorsichtig zu sein und seinen Sohn zu beobachten. Er befiehlt ihm daher, ihn in die Normandie zu begleiten. Zunächst jagen sie mehrere Tage im Tal von Aveyon. Vater und Sohn sind fast die ganze Zeit zusammen, teilen sich auch das Schlafgemach. Am 07. März erreichen sie Chinon. Obwohl beide das Gemach teilen, kann der Sohn entkommen. Als Heinrich II. dies bemerkt, befiehlt er sofort die Verfolgung. Doch sie war gut vorbereitet und Heinrich der Jüngere ist in Windeseile nach einer wilden Flucht durch Maine am Hof Ludwig VII., seines Schwiegervaters. Hier bricht eine offene Rebellion aus, die alle Teile des Reiches der Angeviner erfasst. Zunächst fordert Heinrich II. in einem Brief die Rückkehr des Königs. Ludwig frägt erstaunt den Gesandten, wer dies fordere. Der König von England! Aber der König von England ist doch hier! ist die Antwort.
Als treibende Kraft hinter dem folgenden Aufstand wird Eleonore gesehen. Er beginnt zunächst in Aquitanien und im Poitou. Der Graf von Flandern und sein Bruder, der Graf von Boulogne schließen sich Heinrich dem Jüngeren an. Ebenso seine Brüder Richard und Gottfried. Unerwarteterweise erklären sich auch König Wilhelm von Schottland und sein Bruder David für den rebellischen Sohn. Dieser erteilt David sofort die Grafschaft Huntingdon und dem schottischen König mehrere Gebiete an der Grenze zu England. Richard von Ilchester, inzwischen Bischof von Winchester, eilt in die Normandie und meldet dem König den Aufstand in England. Richard de Lucé kann den Aufstand jedoch weitgehend unter Kontrolle halten. Im März noch beginnt der Krieg. In der Normandie beginnt er mit der Belagerung von Aumale am 20. Juni, die der Graf von Flandern und sein Bruder eröffnen. Heinrich II. muss mitansehen, wie auch mehrere englische Barone zu seinen Söhnen überlaufen und weiß sich keinen Ausweg als 20.000 Söldner aus Brabant anzuwerben. Er verpfändet sogar das diamantbesetze Krönungsschwert.
Heinrich der Jüngere läßt sich wahrscheinlich um diese Zeit von William dem Marschall zum Ritter schlagen.
Richard von Dover erhält vom Papst persönlich in Agnani das Pallium. Am 03. Juni wird Richard von Dover zum Erzbischof von Canterbury geweiht, nachdem der Posten auf Befehl des Papstes so lange unbesetzt war. Gesandte Heinrich des Jüngeren erscheinen bei der Wahl und erklären die Wahl Richards von Dover für ungültig, da sie ohne Zustimmung des Königs erfolgt sei.
Mit 30-Kilometermärschen geht Heinrich II. im Eiltempo vor und überrascht alle Gegner. Vom 12. August bis 19. August stößt Heinrich von Rouen aus nach St-James de Beauvron vor. Eine Festung nach der anderen fällt. Danach zieht er weiter ins Poitou.
1174: Im Frühjahr ist Richard auf der Flucht vor seinem Vater. Doch La Rochelle verschließt ihm die Tore. Er eilt weiter nach Saintes, dass er jedoch auch vor seinem anrückenden Vater verlassen muss. In Taillebourg wird er sich bis zum Ende des Aufstandes halten können.
Der Aufstand verliert erheblich an Kraft, als Eleonore in Männerkleidung aus der Burg Faye-la-Vineuse fliehen muss. Sie treffen jedoch auf eine Eskorte von Heinrich II. und werden erkannt und verhaftet. Man bringt sie nach Chinon, wo sie etwa 6 Monate bleiben wird.
Am 07. April legt Papst Alexander III. höchstpersönlich Richard von Dover das Pallium um. Dies stellt für Heinrich dem Jüngeren eine schallende Ohrfeige da.
Am 08. Juli schifft sich Heinrich II. bei erneut stürmischer See von Barfleur aus nach England ein. Bei ihm ist auch sein Lieblingssohn Johann und Eleonore mit ihrem Hofstaat. In Southampton gehen sie an Land. Eleonore wird nach Winchester und später in den Turm von Salisbury geschafft. Heinrich II. begibt sich nach Canterbury. Er betritt die Stadt im Pilgergewand und barfuß am 12. Juli und verbringt die Nacht betend am Grab von Thomas Becket.
Der Aufstand ist fast gänzlich niedergeschlagen. Nur in England ist die Lage noch etwas unsicher, doch schon bald ist auch hier der Aufstand am Ende. Am 13. Juli wird König Wilhelm von Schottland auf der Burg Alnwick gefangen.
Im August erbittet
Ludwig VII. einen Waffenstillstand, der das Ende des Aufstandes bedeutet. Heinrich
begibt sich sofort nach Poitiers, wo sein Sohn Richard um Gnade und Vergebung
bittet. Heinrich gewährt sie ihm. Acht Tage später folgen auch Heinrich
der Jüngere und Gottfried dem Beispiel.
Irgendwann um diese Zeit kommt es zu den Gerüchten, dass Marschall und
Margarete enger verbunden seien. Marschall verläßt daraufhin den
königlichen Hof.
Im Oktober kommt es zum Vertrag von Falaise. Die Söhne bleiben im Besitz ihrer Titel und Ländereien. Richard muß jedoch die Einkünfte seines Gebietes mit seinem Vater teilen.
Weihnachten ist Heinrich in Argentan.
1175: Im Vertrag von Windsor wird Irland quasi geteilt. Im Westen sind die keltisch-irischen Fürsten zu finden, im Osten die Normannen.
Im Juni will Richard Löwenherz seine Treue beweisen und beginnt zur Überraschung aller einen langen Feldzug gegen seine Verbündeten vom Aufstand.
1176: Rosamunde, die Geliebte des Königs, erkrankt schwer und zieht sich in das Kloster Godstow zurück.
Am 19. April kehrt Heinrich der Jüngere von einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela zurück. Bei ihm ist seine Frau Margarete. Er trifft in Honfleur seinen Bruder Richard. Zusammen mit ihm belagert er Chateauneuf. Es kommt zu einem Streit zwischen den Brüdern und Heinrich reist schnell wieder ab. Der Grund ist unbekannt. Möglich wäre es, dass sie sich gegenseitig in ihrer Eitelkeit verletzten. Beide sollen aktiv am Kampf teilgenommen haben.
Im August begleitet Heinrich der Jüngere seine 11jährige Schwester Johanna durch die Normandie auf dem Weg nach Sizilien. Er übergibt sie an Richard, der sie durch Aquitanien geleitet und sie an eine Eskorte Wilhelms von Sizilien übergibt. Am 09. November wird sie in Palermo den König von Sizilien heiraten.
Wegen einer ungewöhnliche Dürre kommt es im Anjou und Maine zu einer Hungersnot. Heinrich II. lässt Lebensmittel von England heranschaffen.
Am Ende des Jahres stirbt Rosamunde.
Heinrich II. feiert mit seinen Söhnen Gottfried und Johann zusammen in Nottingham Weihnachten. Mit Argusaugen beobachtet er, dass Richard seinen ersten Hoftag in Bordeaux hält. Das ist nicht in seinem Sinne, bedeutet sie doch wieder einen Anspruch des Sohnes auf mehr Macht.
Auf diesem Hoftag kommen Klagen von Pilgern, die im Baskenland und südlichen Aquitanien immer wieder überfallen und beraubt werden. Sofort bricht Richard zu einem Winterfeldzug auf. Er zerstört mehrere Burgen und Festungen und auch kleinere Städte.

1177: Ein Jahr der Katastrophen. Stürme, Überschwemmungen, viel Regen im Winter, Trockener Sommer, verdörrte Ernte.
Am 02. Februar ist Richard wieder in Poitiers. Entläßt seine Söldner aus dem Feldzug. Diese haben nur geringe Beute gemacht und plündern nun das Limousin. Zusammen mit Gerald, dem Bischof von Limoges, macht Richards neues Heer etwa 2000 Söldner bei einer Schlacht in der Nähe von Malemort nieder.
Es ist Heinrich II. der gegen seine Söhne intigriert. Er schürt einen Streit zwischen Richard und Heinrich dem Jüngeren. Ein wichtiger Vasall von Richard namens Raoul von Déols war im Vorjahr im heiligen Land gestorben. Die Erbin ist die 3jährige Denise. Nach Feudalrecht müsste sie am Hof Heinrich II. erzogen werden. Doch die Familie des Mädchens weigert sich und baut ihr Schloß zur Festung aus. Doch anstelle von Richard, der der Lehensherr der Familie ist, entsendet Heinrich seinen ältesten Sohn. Dieser erobert zwar die Festung, das Kind findet er nicht. Die Eroberung schürte den Zwist zwischen den Brüdern.
Am 13. Februar wird Johanna zur Königin vom Königreich Sizilien gekrönt.
Heinrich II. ernennt seinen Sohn Johann zum Herrn über Irland.
Am 21. Sept. treffen sich Heinrich II. und Ludwig VII. in Ivry. Ludwig ist verärgert, dass Richard und Adelaide noch immer nicht verheiratet sind. Heinrich schob immer wieder verschiedene Gründe vor. Z.B. das Alter. Adelaide sei noch zu jung. Ein schwaches Argument. Als ziemlich sicher gilt dagegen, dass Richard Adelaide verabscheute. Ob es mit den Gerüchten um Heinrich zusammenhängt ist unklar. Jedenfalls soll Heinrich um diese Zeit ein Verhältnis mit Adelaide gehabt haben und deshalb die Hochzeit heraus zögern. Die Mitgift wird jedoch festgelegt. Adelaide soll das Berry und das Vexin erhalten. Letztes gehört jedoch Heinrich dem Jüngeren. Dies führt dazu, dass Heinrich seine Söhne gegeneinander ausspielt, das Verhältnis zwischen den Söhnen belastet und selbst sicher ist. Gleichfalls beschließt man die Teilnahme an einem Kreuzzug, da aus dem heiligen Land schlimme Nachrichten kommen. König Balduin IV. soll an Lepra erkrankt sein.
Im gleichen Jahr (oder auch schon früher) verstirbt die Verlobte von Johann, Alix von Maurienne.
Weihnachten verbringt Heinrich II. mit allen Söhnen in Angers. Er hatte ihnen verboten eigene Hoftage zu Weihnachten abzuhalten.
1178: Weihnachten verbringt Heinrich mit den Söhnen in Saintes. Die Gegend von Le Mans ist von starken Überschwemmungen betroffen.
Weil ein wichtiger Vasall, Gottfried von Rancon, nicht nach Saintes kam, unterstellt Richard, der sein Lehensherr ist, ihm Ungehorsam und Verrat und führt einen Feldzug gegen ihn. Gottfried von Rancon, der Richard bei dem Aufstand gegen seinen Vater unterstützt hatte, blieb aus Furcht fern. Denn Richard hatte eindrucksvoll bewiesen, dass er sich auf die Seite seines Vaters geschlagen hatte und alle ehemaligen Verbündeten in einen Krieg gestürzt.
1179: Der Feldzug von Richard Löwenherz gegen Gottfried zieht sich bis Mai hin, dann ergibt sich Gottfried schließlich. Danach folgt Richard seinem Vater nach England. Dieser beabsichtigt nun seinen Sohn höchstpersönlich zum Herzog von Aquitanien und Grafen von Poitiers zu ernennen. Doch da Richard Mitregent in Aquitanien ist, benötigt er die Zustimmung seiner Mutter. Diese sollte eigentlich glücklich darüber sein, doch sie fürchtet, dass Richard zu sehr unter dem Einfluß von Heinrich II. steht. Sie ahnt, dass sie Heinrich stärken würde, wenn sie dem zustimmen würde. Es kommt zu einem Streit zwischen Mutter und Sohn. Heinrich gelingt es jedoch Eleonore umzustimmen. Wie ist nicht bekannt. Jedenfalls kehrt Richard mit dem gewünschten Titel auf das Festland zurück.
Am 01. November sind alle drei Söhne Heinrichs II. bei der Krönung von Philipp August in Reims anwesend. Zunächst sollte er am 15. August gekrönt werden, doch hatte Philipp August bei einer Jagd seine Begleiter verloren und hatte sich im Wald verlaufen. Als ein Köhler ihn am nächsten Morgen fand, war Philipp August durch den Schock von einer Nervenkrankheit befallen. Mehrere Tage schwebte er zwischen Leben und Tod. Ludwig VII. erbat um eine Pilgerfahrt nach Canterbury, die ihm Heinrich gewährte. Nach der Rückkehr soll es Philipp August besser gegangen sein.
Weihnachten verbringen die Plantagenets in Winchester.
Im gleichen Jahr kehrt William Marschall an den Hof Heinrich des Jüngeren zurück.
1180: Am 18. September stirbt Ludwig VII. Bis zuletzt hatte er sich um die Vermählung seiner Tochter Adelaide mit Richard bemüht. Doch Richard sowie sein Vater zögern. Um diese Zeit verdichten sich die Gerüchte einer Liebesaffäre zwischen Heinrich und Adelaide. Richard versuchte unterdessen selbst zwei Hochzeiten zu arrangieren, doch in beiden Fällen starb die Braut vorzeitig. Irgendwann um diese Zeit zeugte er auch einen illegitimen Sohn.
1181: Papst Alexander III. stirbt. Lucius III. wird sein Nachfolger.
Am 26. November stirbt der Erzbischof von York, Roger von Pont´l-Evéque.
1182: Richard und Eleonore versöhnen sich wieder.
Im Juli trifft Herzog Heinrich von Sachsen, genannt der Löwe, in England ein. Er wurde von Friedrich I. Barbarossa verbannt, nachdem Heinrich zu offensichtlich nach der Kaiserkrone strebte. Er begibt sich mit seiner Frau Mathilde auf eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela.
Weihnachten verbringt die Familie in Caen. Doch es gärt wieder, weil Heinrich der Jüngere erneut Ansprüche auf die Macht meldet.
1183: Heinrich II. beschließt seinem Sohn die Macht zu übertragen. Ob es ein gut vorbereiteter Plan war oder nicht ist ungewiß: Heinrich verlangt von Gottfried und Richard, dass sie Heinrich dem Jüngeren als ihren König huldigen. Richard und Gotfried weigern sich. Gottfried lenkt schließlich ein. Richard beharrt auf seine Weigerung. Es kommt im Frühjahr zum Krieg zwischen den Brüdern. Da Heinrich II. zugunsten Richards eingreift, liegt der Verdacht nahe, dass dies ein gut vorbereiteter Plan war. Würde der Krieg mit einer Niederlage für den jüngeren Heinrich enden, wären seine Machtansprüche kaum noch durchzusetzen. Heinrich der Jüngere erbittet Hilfe von Philipp August, der ihm Söldner sendet.
Ende Mai erkrankt Heinrich der Jüngere in Martel an der Dordogne schwer. Er sendet den Bischof von Agnes zu seinem Vater und bittet um Vergebung. Dieser ist misstrauisch und hält das alles für eine List. Erst auf Drängen des Bischofes gibt er ihm einen Ring mit, den der Sohn zum Zeichen der Vergebung erfleht hatte. Der Ring wird dem jungen König gebracht, der ihn überstreift. Dieser verfügt schließlich die Verteilung aller Güter und nimmt Abschied von Wilhelm dem Marschall. Diesen bittet er, ins Heilige Land zu ziehen und damit das Versprechen einzulösen, welches der junge König nicht mehr erfüllen konnte. Schließlich stirbt er am 11. Juni. Zuvor hatte er befohlen, dass man den Ring nach seinem Tod abnehmen solle. Der Legende nach war dies nicht mehr möglich. Als Heinrich II. davon erfährt, soll er heftig geweint haben. Eleonore hat von Heinrich´s Tod geträumt und ist daher bereits informiert, als der Bote mit der schlechten Nachricht eintrifft.
Nach dem Tod des ältesten Sohnes verlangt Heinrich II. von Richard, dass er Aquitanien und das Poitou an seinen Sohn Johann abtritt. Doch Richard weigert sich. Es scheint so, als würde sich der letzte Wille des verstorbenen Sohnes nicht erfüllen. Er hatte gewünscht, dass die Familie wieder Frieden lebt und Eleonore freigelassen wird.
William Marschall erbittet von Heinrich II. die Erlaubnis ins Heilige Land zu ziehen und für das Christentum zu kämpfen. Die Bitte wird ihm gewährt.
1184: Im Juni setzt Heinrich II. nach England über. Seine Tochter Mathilde begleitet ihn. Sie besucht ihre Mutter im Turm von Salisbury. Sie bringt in Winchester ihr fünftes Kind zur Welt. Heinrich gestattet Eleonore ihre Tochter zu besuchen. Offenbar ist Heinrich auf eine Aussöhnung aus. Eleonore darf nun den Turm verlassen. Er schenkt ihr sogar einen verbrämten Pelzmantel. Vielleicht ist dies aber auch Taktik. Als Richard weiterhin die Herausgabe von Aquitanien verweigert, lässt Heinrich Eleonore in die Normandie bringen und droht sie an die Spitze eines Heeres gegen ihren Sohn zu stellen. Doch Eleonore und Richard durchschauen die Taktik. Ein eigenes Heer für Eleonore würde eine viel zu große Gefahr für Heinrich darstellen.
Trotz des Streites kommt es am 30. Nov. in Westminster zur Versöhnung zwischen Heinrich und Eleonore. Richard und Gottfried dürften ebenfalls anwesend gewesen sein. Weihnachten feiern alle gemeinsam in Windsor
1185:
Am 16. März stirbt König Balduin von Jerusalem.
Papst Lucius III. stirbt. Ihm folgt Urban III.
Eleonore erhält die Erlaubnis das Grab ihres Sohnes Heinrich in Rouen zu besuchen. Dort trifft sie Richard, der ihr alle Macht in Aquitanien zurück gibt.
Im Herbst kehrt Heinrich, der Herzog von Sachsen, nach Deutschland zurück.
Weihnachten feiern alle in Domfront gemeinsam
1186: Heinrich wird in den letzten Jahren zunehmend despotischer. Er ist dick geworden und hinkt, feiert Exzesse und wirkt ungepflegt. Das Verhältnis zu seiner Familie ist trotz allem angespannt. Als sein Kanzler hat er seinen Bastardsohn Gottfried, der Bischof von Lincoln, zur Seite gestellt.
Das Verhältnis zu Frankreich ist ebenfalls gespannt. Besonders Richard greift immer wieder Vasallen des französischen Königs an, der wiederum Vasallen von Richard attackiert. Immer wieder kommt es zu kleinen Grenzkonflikten. Streitpunkt ist das Vexin.
Im Frühjahr trifft sich Heinrich mit Philipp August in Gisors. Der französische stellt zwei Forderungen: Zum einen will er das Vexin zurück, da es einst die Mitgift für Margarete der Frau von Heinrich dem Jüngeren darstellte. Diese wurde auf Wunsch des Verstorbenen nicht in ein Kloster geschickt, sondern freigelassen. Sie heiratet König Bela III. von Ungarn. Zum anderen fordert Philipp August, dass Richard endlich Adelaide heiratet. Heinrich gibt ihm die Zusage, dass einer seine Söhne Adelaide heiraten wird.
Im August stirbt Gottfried bei einem Turnierunfall am Hofe des französischen Königs. Nun sind von den Söhnen nur noch Richard und Johann am Leben.
1187: Am 18. Februar stirbt der Bischof von London Gilbert Foliot
Am 25. März trifft sich Heinrich erneut mit Philipp August in Nonancourt. Man beschließt einen Waffenstillstand. Doch Richard schließt sich dem nicht an. Er zieht auch gegen den aufständischen Grafen von Toulouse und erobert mehrere Burgen. Dieser beschwert sich offenbar bei Philippe August, den er als Lehensherrn anerkennt. Daraufhin fällt der König von Frankreich ins Berry und ins Vexin ein und nimmt die Beschwerde seines Vasallen als Vorwand. Richard erobert die Burg Roches.
Am 04. Juli kommt es zur vernichtenden Niederlage der Templer im heiligen Land bei der Schlacht von Hattin. Akkon fällt am 10. Juli und am 02. Oktober erobern die Muslime Jerusalem zurück. William Marschall kehrt im gleichen Jahr aus dem Orient nach England zurück.
Papst Urban III. kann
offenbar die Versöhnung zwischen Richard und Philipp August erreichen.
Er wünscht sich einen dritten Kreuzzug und hofft daher auf Frieden zwischen
den europäischen Herrschern. Richard nimmt das Kreuz.
Im gleichen Jahr wird Urban III. sterben. Sein Nachfolger
Gregor VIII. wird aber ebenfalls noch in diesem Jahr verscheiden. Ihm folgt
Klemens III.
1188: Im August kommt es zu einem weiteren Treffen an der Ulme zu Gisors. Es ist ein sehr heißer Tag und die Engländer erscheinen zuerst und belegen den Schatten unter der riesigen Ulme, die so groß war, dass neun Mann sie nur mit Mühe umfassen konnten. Es kommt zu Wortgefechten. Plötzlich schießt ein walisischer Bogenschütze einen Pfeil in die Richtung der Franzosen. Daraufhin greifen diese an. Es kommt zu einem Kampf. Die Engländer entkommen gerade noch so in die sichere Burg. Wütend fällen die Franzosen die Ulme.
Heinrich verlangt noch immer, dass Richard seine Ländereien an Johann überträgt. Als es in Aquitanien zu einem Aufstand kommt, unterstützt Heinrich diesen wahrscheinlich gegen seinen Sohn.
Monate nach dem Zwischenfall von Gisors kommt es zu einem weiteren Treffen in Bonmoulins, das vermutlich Richard Löwenherz vermittelt hatte. Man wartet vergeblich darauf, dass er zu den Verhandlungen an der Seite von Heinrich II. erscheint. Zum großen Erstaunen Heinrichs ist Richard Löwenherz an der Seite von Philipp August. Dieser fordert wieder einmal die Hochzeit zwischen Adelaide und Richard (inzwischen ist auch Philipp August im Bilde, dass Adelaide die Geliebte Heinrichs ist), sowie die Krönung Richards zum König von England und die Einsetzung in seine Rechte. Richard Löwenherz ist offenbar mit der Vermählung inzwischen einverstanden, da er befürchtet, dass Heinrich mit Adelaide noch ein Kind zeugen könnte und ihn - Richard - enterben könnte. Heinrich lehnt ab. Er will keine Macht abgeben und eine zweite vorzeitige Krönung vermeiden. Zu schmerzhaft sind noch die Folgen in Erinnerung. Daraufhin kniet Richard vor Philipp August nieder und schwört den Treueeid auf ihn und erbittet seine Hilfe im Kampf um die Krone. Dies bedeutet ein offener Aufstand. Es kommt zu einem heftigen Krieg.
Weihnachten verbringt Heinrich alleine mit Johann in Saumur.
1189:
Der Krieg entwickelt sich zum Nachteil für Heinrich.
Überall wird er geschlagen. Le Mans fällt ebenso wie Tours. Ersteres
durch Verrat, da die Tore der Stadt geöffnet wurden. Auf der Flucht Heinrich
II. von Le Mans nach Chinon gelingt es Richard Löwenherz seinen Vater zu
verfolgen. Wilhelm Marschall stellt sich dem Prinzen zum Zweikampf. Weil er
ohne Rüstung ritt um schneller zu sein, bricht Richard in Panik aus und
kann den in Rüstung anstürmenden Wilhelm noch zurufen, dass er ihn
nicht töten möge, er sei unbewaffnet. Wilhelm, der zunächst Richard
töten wollte, rammt im letzten Moment die Lanze in die Brust von Richards
Pferd, der zu Boden stürzt. Wilhelm soll ihm zugerufen haben, dass der
Teufel ihn an diesem Tage töten solle. Er Wilhelm werde es nicht tuen.
Man vermutet heute, dass Wilhelm den Verräter von Le Mans kannte bzw. es
ahnte, wer die Tore geöffnet hatte. Damit nicht dieser - der Verräter
- König werden könne, schonte er Richard Löwenherz. Denn bereits
zu diesem Zeitpunkt war allen klar, dass Heinrich II. nicht mehr lange zu leben
hatte. Weil er dies vermutlich selbst wußte, ritt Heinrich südlich
nach Chinon, anstatt in den sicheren Norden.
Es kommt im Frühjahr zu einem letzten Treffen zwischen den Königen
in Colombiers. Heinrich ist krank und schwach. Philipp August ist erschrocken
und bietet ihm seinen Mantel zum Sitzen an. Heinrich lehnt ab. Man schließt
einen Waffenstillstand und vereinbart den Tausch von Listen der Verräter.
Vermutlich waren die Forderungen Philipps nur gering. So forderte er wohl drei
Burgen des Vexin und die Verheiratung Richards. Im Gegenzug solle Heinrich seine
Länder zurück erhalten. Ostern sendet Heinrich den Erzbischof von
Canterbury, Balduin, zu seinem aufständischen Sohn und fordert von ihm
die Heirat mit Adelaide. Richard geht darauf nicht ein. Er fordert im Gegenzug,
dass Johann ihm ins Heilige Land folgt. Er traut dem Ehrgeiz seines Bruders
nicht.
Am 28. Juni stirbt Mathilde.
Im Juli treffen die Listen der Verräter ein. Heinrich weilt zu dieser Zeit in Chinon. Wilhelm Marschall soll sie verlesen. Mit Entsetzen muss er lesen, dass an der ersten Stelle der Verräter von Le Mans des Königs Sohn Johann steht. Bei der Erwähnung des Namens stöhnt Heinrich und bittet um Einhalt. Drei Tage später am 06. Juli ist Heinrich II. tot. Er wird später an der Seite seiner Frau Eleonore in der Abtei Fontevrault beerdigt. Vermutlich wurden die verräterischen Pläne zwischen Johann und seinem Bruder und dem französischen König von Bonmoulins geschmiedet.
Im gleichen Jahr gestattet Richard Löwenherz Wilhelm Marschall die 18jährige Tochter von "Strongbow", Isabelle de Clare, zu heiraten. Richard Löwenherz vergibt ihm für den Angriff auf ihn.
Nachwort:
Richard Löwenherz folgte seinem Vater als Richard I. auf den Thron. 1199 also 10 Jahre später starb er an den Folgen einer Verletzung durch einen Armbrustbolzens, der ihn bei der Belagerung von Chalus traf.
Ihm folgte sein Bruder Johann, der bis 1216 regierte. Er trug auch Eleonore 1204 zu Grabe, die fast alle ihre Kinder überlebt hatte. 1215 wurde Johann von den Aufständischen Baronen mit der Unterzeichnung der Magna Charta zu mehr Mitspracherecht gezwungen. Ein Kronrat wurde gebildet, der quasi der Vorgänger des Parlamentes wurde.
Am 14. Mai 1219 stirbt auch Wilhelm Marschall.
Sein Sohn Heinrich III. folgte ihm auf den Thron und regierte von 1216 1272. Dies ist wohl die längste Regierungszeit eines englischen Königs gewesen....
Von 1272 1307 regierte Eduard I. und ging wie Heinrich II. - als einer der größten Könige Englands in die Geschichte ein.
Sein Sohn Eduard II. war das genaue Gegenteil von ihm. Er regierte von 1307 1327.
Eduard III. war von 1327 1377 an der Macht des Staates.
Sein Nachfolger war der vielleicht schwächste König Englands, Richard II. Er wurde 1399 ermordet. Mit ihm endete die Macht der Plantagenet nach 245 Jahren auf dem Thron Englands.
© copyright by Jochen Richter