Die
Geschichte von Leonberg
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Leonberg
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Höfingen
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Warmbronn
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Gebersheim
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Eltingen
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Lage von Leonberg:
An der alten Römerstraße
Straßburg-Cannstatt; heute Bundesland Baden-Württemberg.
Ca. 20 Kilometer westlich von Stuttgart; Autobahnkreuz Leonberg
(A81/A8)
Teilorte: Eltingen,
Höfingen, Warmbronn, Gebersheim, Silberberg und Ramtel (Silberg
und Ramtel ohne eigenen Wappen)
Um 5700 v. Chr.: Erste Siedlung in Leonberg
- 400
v. Chr.: Siedlungen in Eltingen, Höfingen und Leonberg
85 v. Chr.: Neuordnung
des römischen Reiches nach dem Chattenkrieg durch Kaiser
Domitian. Einheiten werden am Neckar stationiert. Die neue
Römerstraße Straßburg-Pforzheim-Rutesheim-Cannstatt
führt durch Leonberg. In dessen Umgebung entstehen zahlreiche
Siedlungen.
- 5./6./7. Jahrhundert: Die Alamannen
siedeln in Eltingen, Höfingen und Gebersheim. Ausbreitung des Christentums.
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- 768-814: Der Franke Karl der
Große verleibt Alamannien ein.
880: Höfingen wird erstmals urkundlich erwähnt.
1079: Heinrich IV. ernennt Friedrich
von Büren zum Herzog von Schwaben und verlobt ihn mit seiner Tochter.
Um 1100: Im Hirsauer Codex werden
erstmals Dilgshausen, Eltingen, Höfingen und Warmbronn erwähnt. 10
der 13 Warmbronner Höfe gehören zu Hirsau.
Um 1112: Kloster Hirsau erwirbt
dreiviertel von Eltingen vom Grafen von Eberstein.
Um 1150: Eltingen ist im Besitz
von Hirsau. Kirche St. Michael wird erstmals erwähnt.
- 1246:
Graf Ulrich I. von Württemberg verläßt das stauferische Heer
König Konrad IV. und wechselt zum Gegenkönig über. Begünstigt
durch den Machtverfall der Staufer erwirbt er von seinem Stammsitz im Remstal
aus, umfangreiche Gebiete und legt den Grundstein zum Aufstieg des Hauses
Württemberg.
1248/1249: Graf Ulrich I. "mit dem Daumen"
von Württemberg gründet die Stadt Levinberch. Sie soll Württemberg
vor den kaisertreuen Städten Weil der Stadt, Markgröningen, Tübingen
und Calw schützen.
- 1279: Erwähnung von Besitz
des Kloster Bebenhausen in Höfingen.
1285: Das Höfinger Adelsgeschlecht wird mit der
württembergischen Truchsessenwürde bekleidet. Das Dorf ist zu dieser
Zeit mit Toren und Gräben versehen.
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- 1308: Graf Eberhard I. von
Württemberg kauft dem Pfalzgrafen das Glemsgau und alle seine Rechte
ab.
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- 1312-14: Im Reichskrieg gegen
Eberhard I. unterwirft sich Leonberg der Reichsstadt Esslingen und erreicht
Steuererleichterungen.
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- 1316: Graf Eberhard kauft
von Reinhard von Höfingen dessen Anteil, etwa 1/8 vom Ort.
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- 1318: Graf Eberhard kauft
den Hirsauer Besitz in Eltingen auf.
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- 1332-56: Reinhard von Höfingen
steht dem Kloster Bebenhausen als Abt vor.
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- 1348: Die Burg Leonberg wird
durch ein Erdbeben zerstört. Auch
die Pest wütet. Die jüdische Gemeinde besteht nach 1350 nicht mehr.
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- 1383: Graf Eberhard II. von
Württemberg zwingt die nach Selbständigkeit strebenden Leonberger
durch Treueeid unter seine Herrschaft.
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- 1388: Graf Eberhard II. von
Württemberg sammelt im Städtekrieg seine Truppen in Leonberg. In
Döffingen kommt es zu Sieg über die Städte und sichert damit
die Vorherrschaft des Adels.
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- 1395: Graf Eberhard "der
Milde" von Württemberg zerstört im Schleglerkrieg am 25. September
die Burg Höfingen. Sie wird später wieder aufgebaut.
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- 1442: Teilung der Grafschaft
Württemberg in eine Stuttgarter und Uracher Linie. Leonberg kommt zur
Uracher Linie.
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- 1457: Der 1. Landtag von Württemberg
(Uracher Linie) tagt in Leonberg und regelt die Vormundschaft für den
noch unmündigen Graf Eberhard V.
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- 1467: Graf
Eberhard V., genannt "im Bart" von Württemberg gründet
das zum Bistum Speyer gehörende Franziskanerkloster in Leonberg.
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1480: Graf
Ulrich "der Vielgeliebte" stirbt während eines Jagdaufenthaltes
auf der Burg Leonberg. Um die 900 Menschen leben zu dieser Zeit in Leonberg.
Das heutige Alte Rathaus wird gebaut.
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- 1495: Kaiser Maximilian erhebt
Württemberg zum Herzogtum.
1498: Der erste große Brand in der Stadt zerstört
46 Häuser. Etwa 200 Menschen werden obdachlos.
1514: Eine Steuererhöhung führt zu einem
Aufstand, dem man heute den Namen "Armen Konrad" gegeben hat. Leonberg
und Schorndorf sind die Brennpunkte des Aufstandes. Während der Aufstand
in Schorndorf von Herzog Ulrich niedergeschlagen wird, erzwingen die Leonberger
Zugeständnisse.
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- 1519: Der schwäbische
Bund (Aufstand der Bauern; Bauernkrieg) vertreibt Herzog Ulrich von Württemberg
aus seinem Herzogtum.
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- 1520: Württemberg kommt
an Österreich (Haus Habsburg).
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- 1525: Die Leonberger halten
sich im Bauernkrieg zurück.
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- 1534: Herzog Ulrich erobert
sein Herzogtum zurück. Er führt die Reformation ein. Leonberg wird
protestantisch. Das Franziskanerkloster wird aufgelöst.
1537: Der Bürgermeister und Richter von Leonberg,
Benedikt Beutelspacher, wird wegen seiner Opposition zum Herzog verurteilt und
verstümmelt.
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- 1546: Im Schmalkaldischen
Krieg besetzen und plündern habsburgisch-spanische Truppen 3 Wochen Leonberg.
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- 1548: Bartlin Eberlin, der
sich gegen Herzog Ulrich gestellt hatte, wird auf dem Marktplatz hingerichtet.
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- 1550: Herzog Ulrich stirbt.
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- 1560-65: Das Leonberger Schloß
wird unter Einbezug der Burg von Herzog Christoph gebaut.
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- 1571-74: Wegen Mißernten
herrscht Hungersnot.
1577: Die Eltern von Johannes Kepler erwerben nach
ihren Umzug von 1575 von Weil der Stadt nach Leonberg das Bürgerrecht.
Johannes Kepler besucht bis 1583 in Leonberg die Schule.
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- 1596/97: Die Pest fordert
253 Tote in Eltingen, das sind etwa 1/3 der Bevölkerung.
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- 1609-14: Sibylle, Witwe des
Herzog Friedrich von Württemberg, nimmt ihren Witwensitz im Leonberger
Schloß. Der Pomeranzengarten wird gebaut.
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- 1615/16: 6 "Hexen"
werden hingerichtet.
1620/1621: Katharina Kepler wird als Hexe angeklagt.
Johannes Kepler kann sie nach 14 Monaten Haft aus dem Kerker abholen. Er hatte
ihre Freilassung erwirkt.
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- 1626/27: Die Pest fordert
89 Tote.
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- 1634: 30jähriger Krieg.
Der katholisch-kaiserliche General Gallas und sein 90köpfiger Hofstaat
quartieren sich nach seinem Sieg in Nördlingen bis 1638 im Schloß
Leonberg ein.
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- 1635: Die Pest fordert in
Leonberg, Gebersheim und Höfingen insgesamt 653 Opfer.
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- 1684: Der 1. Leonberger Pferdemarkt
findet statt. Damit erhofft man eine Verbesserung der desolaten wirtschaftlichen
Lage und die Verhinderung des Abflußes von Geldern ins Ausland.
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- 1688: Pfälzischer Erbfolgekrieg
(bis 1697). Gegen Zahlung eines hohen Tributes wird eine Besetzung der Stadt
durch die Franzosen verhindert.
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- 1693: Französische Soldaten
plündern im pfälzischer
Erfolgekrieg Gebersheim,
Höfingen und Warmbronn.
1703: In Leonberg leben knapp 1.100 Menschen.
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- 1711: Der letzte Truchseß
von Höfingen stirbt.
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- 1749: Herzog Karl Eugen versucht
vertraglich das schlechte Verhältnis von Leonbergern und Eltingern zu
kitten.
1751:
Der erste Leonberger wandert nach Amerika aus.
1775: Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schilling
wird in Leonberg geboren
ab 1786: Der Stadtgraben wird zugeschüttet und
die Stadttore abgerissen. Die Stadt wächst über ihre mittelalterliche
Grenzen hinaus. Zu dieser Zeit wohnen 1.400 Menschen in Leonberg.
1816: Große Hungersnot in Württemberg.
Leonberg ist überladen mit armen Leuten. Die Auswanderungen nehmen zu.
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- 1846: Züchtung des Leonberger
Hundes durch Heinrich Essig. Es ist eine
Kreuzung aus Bernhardiner, Neufundländer und Pyrenäenwolfshund.
Die Farbe des Fells soll dem Leonberger Wappentier - dem Löwen - angeglichen
sein.
1848: Während der Revolution in Deutschland gärt
es in Leonberg zwar, es bleibt jedoch weitgehend ruhig.
1869: Leonberg bekommt Anschluß an die Eisenbahn
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- 1895: Bei dem großen
Brand in Leonberg werden 70 Gebäude zerstört.
1900: In Leonberg leben 2524 Menschen
1918: 101 Leonberger Bürger fallen im I. Weltkrieg
bzw. werden vermißt.
1928: Der Wasser- und Aussichtsturm auf dem Engelberg
wird errichtet.
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- 1933: In Leonberg erhält
die NSDAP bei Wahlen 48%. In Eltingen erhalten SPD und DKP 50%.
1935 - 1938: Bau der Reichsautobahn. Der Engelbergtunnel
ist der erste Autobahntunnel Deutschlands
1938: Eltingen wird nach Leonberg eingegliedert.
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- 1944: Beginn der Rüstungsproduktion
im Leonberger Engelbergtunnel. Im KZ Leonberg sterben 374 Menschen.
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- 1945: 19 Tote bei einem Luftangriff. Leonberg wird
von den Franzosen besetzt; fällt später an die US-Besatzungszone.
Im gesamten Weltkrieg sind 310 Gefallene und 225 Vermißte zu beklagen.
1963: Leonberg mit seinen 20.000 Einwohnern wird Große
Kreisstadt
1973: Der Kreis Leonberg wird aufgelöst und wird
nun dem Kreis Böblingen zugeschlagen.
1975: Eingemeindung von Gebersheim, Höfingen
und Warmbronn
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© copyright by Jochen Richter