Oliver Cromwell

Inhalt:

Das kurze Parlament von 1640

Lange Parlament von 1640 - 1653

Der erste Bürgerkrieg von 1642 - 1646

Der zweite Bürgerkrieg 1648/1649

Rumpfparlament 1648/1649

Hinrichtung Charles I. 1649

Cromwells Feldzug in Irland 1650

Ernennung zum Lord Protektor 1651

Ablehnung der Krone 1657

 

25.04.1599: Oliver Cromwell wird in Huntingdon (County Cambridgeshire) geboren. Der Vater Robert Cromwell und dessen Frau haben insgesamt zehn Kinder. Sieben überleben das Kindesalter. Oliver ist der einzigste Sohn. Großen Einfluß auf sein Leben hatte Dr. Thomas Beard, sein puritanischer Lehrer und Pfarrer, sowie seine Mutter, die eine enge Beziehung zu ihrem Sohn hatte.

1616: Oliver Cromwell besucht das College Sidney Sussex in Cambridge. Das College wird vom calvinistisch orientierten Rektor Samuel Ward geleitet.

1617: Robert Cromwell stirbt. Oliver wird als einzigster Sohn zu Hause gebraucht und verläßt das College.

1618: Der dreißigjährige Krieg bricht in Deutschland aus. Am 23. Mai werden zwei kaiserliche Gesandte aus dem Fenster der Burg Hradschin in Prag gestürzt.

1619: Der pfälzische Erbfolgekrieg. Noch zu Lebzeiten des Kaisers Matthias wurde dessen Sohn Ferdinand II. von Österreich zum König von Böhmen ernannt. Die Böhmer akzeptierten die erbliche Thronfolge unter der Bedingung, daß der Thronfolger den "Majestätsbrief", der den Ständen die Religionsfreiheit zusprach, beachte. Als Matthias starb (28. August), fühlten sich die Böhmen an den Eid nicht mehr gebunden, weil Ferdinand ihrer Meinung sich nicht daran gehalten habe. Sie übertrugen die böhmische Krone an den pfälzischen Kurfürsten Friedrich V., dem protestantischen Führer, der mit der Tochter des englischen Königs James I. verheiratet war. Daraufhin greifen österreichisch-spanische Truppen die Pfalz an, die wiederum - wenn auch nur sehr zögerlich - Unterstützung aus England erhält. Als Folge des Krieges geht die Pfalz für den englischen Schwiegersohn verloren.

1620: Cromwell heiratet am 22. August in der Kirche St-Giles zu Cripplegate (London) Elizabeth Bourchier. Sie ist die Tochter eines reichen Stadtkaufmanns, Pelzhändler und Kürschner Sir John Bourchier. Vermutlich besuchte Cromwell zu dieser Zeit eines der Inns of Courts, das Lincoln´s Inn.

1620 bewirbt er sich auf einen Sitz im Unterhaus, dessen Wahlen für das Jahr 1621 anstand.

Am 08. November unterliegt der "Winterkönig" Friedrich V. von der Pfalz in der Schlacht am Weißen Berg den katholischen Truppen.

1621: Sohn Robert wird geboren.

Sir Henry St. John, ein Vetter Cromwells, gewinnt einen Sitz im Unterhaus.

1623: Sohn Oliver wird geboren.

Am 08. Juli stirbt Papst Gregor XV., sein Nachfolger wird Maffeo Barberini als Urban VIII.

1624: Tochter Bridget wird geboren.

13.06.1625: Charles I. - ein Liebhaber der Kunst und Literatur - heiratet die katholische Henrietta Maria, Prinzessin von Frankreich und Tochter Heinrichs IV. und Maria de Medici. Der Papst erhofft sich dadurch die Rückkehr Englands zum Katholizismus. Genau dies befürchtet die Opposition im Parlament.

28.06.1625: Charles I. eröffnet das Parlament in Westminster. Er versucht Gelder für einen Krieg gegen Spanien zu erwirken. Doch das Parlament verknüpft die Bewilligung der Gelder mit Bedingungen. Zum einen sollen die Gesetze gegen die Papisten verschärft und eingehalten werden. Das Parlament bewilligt das Pfund- und Tonnengeld für ein Jahr. Dies kommt jedoch einer Ablehnung der Gelder gleich. Charles ist darüber sehr erbost, da seine Vorfahren es auf Lebenszeit bewilligt bekommen hatten. Doch das Parlament argumentiert, daß der Warenverkehr so gewachsen sei, daß diese Zölle neu bewertet werden müßten.Wegen einer aus-brechenden Pest wird das Parlament auf Dringen des Herzogs von Buckingham, einem engen Vertrauten des Königs, nach Oxford verlegt. Die Parlamentarier stimmen dem widerwillig zu, da auch in Oxford erste Pestfälle bekannt geworden sind. Viel lieber würden sie zu den ihren nach Hause eilen. Der Herzog von Buckingham wurde unter Charles so mächtig, wie nie zuvor. Im geheimen Rat erhob er seine Meinung zum Beschluß ohne auf die Stimmen der anderen zu hören. Der Siegelaufbewahrer Williams kündigte in diesem geheimen Rat an, daß er eine feste und geordnete Behörde für die Verwendung der bewilligten Gelder einrichten wolle. Nur so könne man das Parlament für die weitere Bewilligung von Geldern gewinnen. Er folgt damit dem Antrag des Parlamentes, daß Amtsmißbrauch witterte. Als das Parlament jedoch alle Anträge ablehnt, fordert Buckingham die Auflösung des Parlamentes. Der König pflichtet ihm bei und Williams wird entlassen und durch Thomas Coventry ersetzt. Um gefährliche Gegner im Parlament loszuwerden, befördert Charles seine Gegner in Ämter, die nicht mit einem Sitz im Unterhaus vereinbar wären. So wird Thomas Wentworth zum Hochsheriff von Yorkshire und Edward Coke zum Sheriff von Buckinghamshire. Dasselbe Schicksal ereilt Francis Seymour und Robert Philipps.

Charles kann die im November heimkehrende Flotte nicht entlohnen. Gleichfalls kann er dem dänischen König Christian IV. nicht die versprochenen 15. 000 Pfund übergeben, die der Dänenkönig im Krieg gegen katholische Truppen in Deutschland benötigt. Das Bündnis wankt.

1626: Das neue Parlament wird am 06.02. eröffnet. Doch die Hoffnungen der Krone erfüllen sich nicht. Vizeadmiral John Eliot wettert gegen Buckingham, dem ersten Minister des Königs. Das Parlament verlangt Rechenschaft vom siebenköpfigen Kriegsrat über dieVerwendung einst bewilligter Gelder. Gleichfalls fordert es Rechenschaft darüber, inwieweit die Ratschläge des Parlamentes befolgt wurden. Charles ist nicht bereit den Einfluß des Parlamentes auf die Politik zu vergrößern und weigert sich. Über bewilligte Gelder müsse er keine Rechenschaft ablegen. Der Vorsitzende des Kriegsrates, Carew stellt sich vor dem König und bietet sich an in den Tower zu gehen. Es sei besser die Kriegsräte zu opfern, als das Verhältnis zwischen Krone und Parlament. Charles lehnt dankend ab. Es habe auf ihn und nicht dem Kriegsrat abgesehen. Erneut kommt der Streit um das Pfund- und Tonnengeld zur Sprache. Der König vertritt die Auffassung, daß er die Bewilligung durch das Parlament nicht benötige.

John Selden, John Eliot, John Glanville und Pym sind vier von acht Abgeordneten, die eine Anklage am 08. Mai gegen den Herzog von Buckingham formulieren und zur Abstimmung vorlegen. Mit 225 zu 116 wird diese Anklage den Lords des Oberhauses vorgelegt. Doch der König läßt ein Verfahren nicht zu und löst das Parlament am 15. Juni auf.

Der König weist zahlreiche Franzosen aus, die seine Frau umgeben. Nur wenige Frauen und zwei Priester bleiben in unmittelbarer Nähe zur Königin. Dies führt zu Spannungen mit dem katholischen Frankreich, der in einem Krieg mündet. Besonders Kardinal Richelieu nimmt ein englisch-feindliche Haltung ein. Frankreich baut eine große Flotte auf. England fühlt sich bedroht und kommt schließlich den eingeschlossenen Hugenotten von La Rochelle zu Hilfe.

Oliver Cromwells Sohn Richard wird geboren.

1627: Im November kehrt Herzog Buckingham erfolglos von La Rochelle mit der Flotte zurück. Zwar konnte er die vorgelagerte Insel Ré besetzen, nicht jedoch das Fort Martin auf der Insel.

1628: Oliver Cromwell erstmals Abgeordneter im Unterhaus. Er tritt dem Religionskomitee bei und greift die Katholiken scharf an.

Am 22. März beklagt das Parlament - allen voran Francis Seymour - die Willkür des Königs. Er habe Gesetze übertreten, und Freiheiten mißachtet. Um Gelder zu beschaffen, gab der König Anleihen aus, die zwangsweise erworben werden mußten, sonst wurde man verhaftet.

Am 03. April gelobt der König nach der Verabschiedung einer Resolution, die die Mißstände beklagt, Besserung und nimmt die Resolution an. Das Parlament beruft sich dabei auf die Magna Charta, derzufolge keine Verhaftungen ohne Grund erfolgen dürfen. Dies ist ein Streitpunkt, da der angegebene Grund vor Gericht nachweisbar sein muß. Dies sei bei Verschwörungen nicht möglich, bis alle Verschwörer verhaftet seien, so Robert Heath. Der König läßt die Petition prüfen, ob er bei ihrer Annahme sein Recht auf Verhaftungen einbüße. Die beiden Richter Hyde und Richardson erklären, daß dem nicht so sei. Daraufhin nimmt Charles am 02. Juni die Petition an, aber nur mit allgemeinen Worten, wie sie dem Krönungseid nahe kommt. Er würde die Gesetze beachten, die Untertanen nicht unterdrücken und die Statuten zur Ausführung bringen. Dies geht dem Parlament jedoch nicht weit genug und es fordert die Entlassung von Buckingham, den sie als Hauptverantwortlichen sehen. Er sei verantwortlich, daß fremde (deutsche) Reiter im Lande stünden, neue Auflagen zu deren Besoldung erfinde und mitten im Frieden habe man einen kommandierenden General im Lande. Zuverlässige Männer verweise man des Amtes, das Parlament und dessen Rechte würden mißachtet. Charles I. ist erbost und verkündet, daß er schon immer wußte, daß das Unterhaus von Politik nichts verstehe. Am 20. Juni löst er das Parlament auf.

George Villiers, Herzog von Buckingham, trifft den venezianischen Botschafter Aluise Contarini. Dieser versuchte einen Frieden zwischen Frankreich und England zu vermitteln und nahm einen Brief Buckinghams an Richelieu entgegen. Das Ziel ist der Frieden mit Frankreich. Mit einer geplanten Schiffsblockade von La Rochelle erhoffte, Buckingham bessere Bedingungen für die Hugenotten herauszuschlagen.Venedig sieht im mächtigen spanisch-österreichischen Reich den größten Feind und versuchte die Mächte Frankreich und England gegen Spanien zu vereinen. Im Herbst wird in Portsmouth der Herzog von Buckingham beim Verlassen seines Hauses erdolcht. Er wollte noch zum König, bevor er mit der Flotte gen Frankreich segeln wollte. Ein gewisser Felton ermordete ihn. Dieser war bei einer Beförderung zugunsten eines Günstling des Herzoges übergangen worden.Charles der davon nichts von den Verhandlungen wußte, weißt die Venezianer der Ehre wegen zurück. König Charles schließt sich aus Trauer zwei Tage ein. Die Beerdigungsfeier wird zu einem Freudenfest.

Der Earl von Lindsay führt die Flotte gegen Frankreich. Im Oktober wird La Rochelle von den Franzosen erobert. Contarini überträgt seinem Kollegen Zorzo Zorzi am französischen Hof die Verhandlungen. Frankreich fordert die Rückkehr der ausgewiesenen Diener und Berater, der englischen Königin. Doch Charles weigert sich: "Wie kann ich meinen Untertanen die Stelle nehmen?" Richelieu sieht das ein und überredet den König zum Verzicht dieser Forderung. Gegen eine allgemeine Verzeihung für die Hugenotten verzichtet England auf weitere Unterstützung dieser. Dies wollte auch schon Buckingham.

Cromwells Sohn Oliver wird geboren.

1629: Am 01. April wird der Vertrag von Susa mit Frankreich geschlossen.

Erneute Einrufung des Parlamentes. Das Parlament ist empört darüber, wie wenig sich der König um die Petition kümmert. Besonders durch die Sternenkammer ist es zu erneuten willkürlichen Verhaftungen gekommen.

Der Prediger Roger Manwearing wird vom Parlament mit einer Geldstrafe und Suspension belegt, weil er dem Parlament das Recht auf Steuerbewilligung abgesprochen hatte, die erzwungenen Anleihen verteidigt hatte und die Allgewalt des Königs abgeleitet. Ein Vertrag zwischen Volk und König könne daher nie geschlossen werden. Charles hebt die Strafe auf.

Erneuter Streit um das Pfund- und Tonnengeld. König Charles besteht auf alte Rechte. Er läßt das Tonnengeld eintreiben. Eine neue Remonstration wird abgefaßt: Wer Tonnengeld widerwillig eintreibe, es bereitwillig zahle, wer Papsttum und Arminianismus fördere, der sei ein Feind des Reiches und der Freiheit.

Treibende Kraft dieser Remonstration ist John Eliot. Dies geht dem Oberhaus zu weit. Aber auch John Pym distanziert sich und Sir Thomas Wentworth wechselt die Seite und hält sich von nun an zum König. Schatzmeister Weston ist ein Ziel der Angreifer. Er steht im Verdacht Jesuit zu sein. Als der König diese Remonstranz verhindern will, kommt es zu Tumulten und Gewalt. Im geheimen Rat spricht sich Coventry für eine mäßige Gangart aus. Richard Weston, einst ein Günstling des Herzogs von Buckingham, und der König für einen harten Kurs: "Ich habe sattsam gezeigt, daß ich es liebe mit dem Parlament zu regieren. Doch ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich zu regieren habe oder wann ich das Parlament einberufe. Dies steht nur mir zu!"

Dänemark schließt Frieden mit den kaiserlichen Truppen. Just in dem Moment, indem England in den Krieg eingreifen wollte.Um der drohenden Gefahr aus dem Norden zu umgehen, hatte der Kaiser den Dänen weitreichende Zugeständnisse gemacht. Frankreich greift Spanien in Italien an und biete den Engländern an, 1/3 einer Flotte zu stellen, wenn England Spanien angreift.

Der Maler Paul Rubens kommt an den englischen Hof und vermittelt im Auftrage der Krone Spaniens. Es kommt zu einem Frieden ohne das eine Seite auf die Ansprüche in der Pfalz verzichtet.

Cromwells Tochter Elizabeth wird geboren.

1631: Cromwell weigert sich lange Zeit die Ritterwürde für 10 Pfund zu kaufen. Alle Grundeigentümer, deren Grund eine jährliche Rente von 40 Pfund einbringt, müssen den Titel kaufen. Mit Cromwell weigern sich sechs weitere Männer. Cromwell zahlt als letztes.

Im April verkauft er seinen Besitz und zieht nach St. Ives. Vermutlich trug er sich mit Auswanderungsgedanken, er soll zu dieser Zeit unter Depressionen gelitten haben. Doch schließlich wird er Pächter einer Farm.

Der schottische Marquis James Hamilton führt eine schottisch-englische Truppe im Juli nach Usedom. Sie unterstützen den Schwedenkönig Gustav Adolf Page.

1632: Am 16. November stirbt Gustav Adolf Page in der Schlacht von Lützen.

1633: Thomas Wentworth, Vertrauter des Königs und späterer Earl of Strafford, wird zum Vizekönig und Statthalter (Lord Deputy) von Irland ernannt. Er ist nicht gegen die Einberufung von Parlamenten, aber er will kontrollierte Parlamente.

Der Kreis von Leuten um den König, wie der Graf von Arundel, Thomas Howard, Schatz-meister Weston und auch Cottington, sind alles Leute, die mit dem Katholizismus sympathisieren.

Der Erzbischof von Canterbury, George Abbot, stirbt. Er galt als stark calvinistisch orientiert. Der Bischof von London, William Laud, wird Erzbischof von Canterbury. Seine Förderung der Hochkirche nährt bei den Puritanern den Verdacht, er suche die Annäherung an die katholische Kirche. Außerdem steht er im Verdacht Arminianer zu sein. Laud und Charles I. streben eine vom Papsttum unabhängige Kirche an. Seiner Ansicht nach ist das Bistum eine göttliche Institution. Er streitet allen Kirchen den Charakter der Christlichkeit ab, welche nicht bischöflich organisiert seien. Er verlangt bedingungslosen Gehorsam der Bischöfe.

Charles I. und Erzbischof Laud reisen nach Edinburgh und versuchen offen, die Äußerlichkeiten des Gottesdienstes der anglikanischen Kirche einzuführen. Basierend auf die fünf Artikel von Perth. Darin wird auch die Beugung des Knies beim Empfang des Abendmahls vorgeschrieben. Des weiteren will Charles über die Kleidung bei der Ausübung des Gottesdienstes bestimmen. Dies führt zum starken Zulauf der Presbyterianer, die eine Petition erstellen, die die Unabhängigkeit der Kirche und ihrer Gerichtsbarkeit betont. Gleichzeitig fordert man eine jährliche Einberufung einer Generalversammlung. Dessen Anweisungen haben die Prälaten im Parlament zu folgen und Rechenschaft abzulegen. Die Kirche müsse vor Zugriffen durch die Krone geschützt sein und nur mit einem nominellen Bistum ausgestaltet sein, so wie es die Statuten von 1592 und 1597 vorsah.

1634: Charles I. läßt in London und den Hafenstädten das Schiffsgeld zur Finanzierung einer Flotte gegen Piraten erheben. Die Einziehung des Schiffsgelds stößt auf Unmut.

Katholischer Sieg bei der Schlacht von Nördlingen.

1635: Frankreich erklärt Spanien den Krieg und entsendet Truppen in die spanische Niederlande.

Charles weitet die Erhebung des Schiffsgeldes auch auf das Landesinnere aus.

1636: Erneute Erhebung des Schiffsgeldes. Es verweigern jedoch einige die Zahlung. Der König leitet sein Recht auf die Erhebung von einem Gesetz ab, welches unter Edward III. eingeführt wurde. Es sei die Pflicht des Königs das Land zu verteidigen, daher sei es auch sein Recht diese Steuer ohne Bewilligung des Parlamentes zu erheben. Dieser Argumentation folgt der Geheime Rat. Auch Elizabeth I. hatte 1588 danach gehandelt. Dieses Recht wird schließlich durch die Sternenkammer bestätigt.

Eine Annäherung Englands an Österreich-Spanien mit dem Ziel die Pfalz zurückzugewinnen schlägt fehl. Mit ein Grund sind die zuletzt erzielten Erfolge der Spanier im Krieg.

Ein neues kanonisches Kirchenrecht für Schottland mit der Angleichung des Abendmahlrituals wird durch die Bischöfe von London, von Norwich und den Erzbischof von Canterbury entworfen. Charles bestätigt es. Alle die dagegen verstoßen, drohe die Exkommunizierung. Dies führt zum Unmut in Schottland. Den Bischöfen wird volle Autorität zugesprochen. Sie haben das alleinige recht die Schrift auszulegen. Ohne ihr Erlaubnis soll niemand unterrichten dürfen, sie allein bestimmen die Strafen, falls eine Druckschrift ohne Zensur erscheine. Eine Veränderung des Gesetzes kann nur durch den König erfolgen. Das gemeinsame Gebetsbuch gelte ab sofort auch für Schottland.

1637: Die Schweden werden bis an die Ostsee zurückgedrängt. Im Juli kommt es zu einer Annäherung zwischen Frankreich und England. Frankreich verspricht keinen Frieden mit Spanien und Österreich zu schließen, solange die Pfalz besetzt ist. Da England seine Flotte nicht gegen Spanien und die spanischen Niederlande senden will, bleibt Frankreich mißtrauisch und das Bündnis erweist sich als Scheingebilde.

In der St. Giles-Kathedrale zu Edinburgh wird erstmals das gemeinsame Gebetsbuch verwendet. Der Gottesdienst endet in Tumulten und Gewalt.

Am 17. Oktober beraten die drei Stände getrennt in einem Convenant. Die Presbyterianer erheben Anklage gegen die Bischöfe, die hinter allem Übel gesehen werden. Im Gegenzug erheben die Bischöfe Anklage gegen die Petenten. Charles I. erklärt sich als der Urheber des Gebetsbuches. Nichts stünde darin, was nicht mit seinem Willen geschrieben wurde. Er wolle die Tumulte verzeihen, aber weiteren Widerstand werte er als Hochverrat.

1638: Die Folter wird abgeschafft.

Der schottische Convenant verabschiedet am 28. Februar eine Forderung, in denen sie erklären, die Abschaffung der Bücher genüge nicht. Die Bischöfe sollen in den alten Stand zurückversetzt werden, was einer Abschaffung des Bischofsamtes gleichkommt. Ebenfalls erneuern sie die Forderung, daß nur die Generalversammlung Befugnisse erteilen könne. Charles I. ist betroffen und verärgert. Er sieht sich in seiner Macht bedroht. Schließlich erklärt der Convenant, daß die Gebetsbücher und die Artikel von Perth ein Verbrechen seien und alle sich schuldig gemacht haben, die daran mitgewirkt haben. Charles erklärt die Versammlung am 28.11. Für aufgelöst, doch der Convenant tagt weiter, und erklärt die Bischöfe für abgesetzt.

Marquis James Hamilton versucht nun zwischen König und Convenant zu vermitteln. Aber ohne Erfolg.

Im Oktober segelt die Mutter der Frau von Charles nach England. Sie hatte sich mit Kardinal Richelieu überworfen. Man führt lange Verhandlungen mit französischen Gesandten über eine Rückkehr der Königinmutter nach Frankreich. Da Charles innenpolitisch durch den Streit mit den Schotten politisch geschwächt ist, gewinnt dessen Frau an Einfluß. Dies, sowie der Aufenthalt der katholischen Königinmutter, bewirkt Mißtrauen in der Bevölkerung. Sie fürchten eine rekatholizierung. Das englisch-französische Verhältnis leidet darunter und Frankreich erwägt eine Erneuerung der Allianz mit Schottland.

Cromwell erbt ein beträchtliches Vermögen in Ely von seinem Onkel Sir Thomas Steward. Dort setzt er sich für die Trockenlegung der Fens ein. Allerdings würden nur die Großgrundbesitzer und die Krone von der Trockenlegung profitieren. Cromwell ist auf Seiten der kleinen Pächter. Von den Pächtern erhält er zur Unterstützung für jede Kuh einen Groschen, damit er die Rechtsstreitigkeiten möglichst lange hinausschiebe. Der König setzt sich zwar durch, doch Cromwell gewinnt viele Anhänger.

1639: Im Frühjahr verbessern sich die Beziehungen zwischen Spanien und England. Letztere hoffen auf eine Wiederherstellung der Pfalz.

Scharmützel im Mai eröffnen den etwa einmonatigen Bischofskrieg zwischen Schottland und England. Er endet ohne große Schlacht. Alexander Leßley, der unter Gustav Adolf Page diente, führt das schottische Heer. Dumbarton, Dalkeith und Edinburgh werden unter ihre Kontrolle gebracht. Das englische Heer wird vom König und dem Grafen von Arundel angeführt. Bei Duncehill lagern sich beide Heere gegenüber. Charles I. versucht einen Eid von den opponierenden Lords zu gewinnen, ehe er in die Schlacht ziehen will. Als Lord Brook und Lord Say dies verweigern, läßt er sie verhaften. Unmut im Lager ist die Folge. Wenige Tage später werden sie freigelassen. Die Schotten halten sich zurück. Sie geben an, nicht gegen den König zu kämpfen, sondern gegen die Bischöfe. Sie verhandeln mit dem Marquis Hamilton, der mit einer Flotte im Firth of Forth liegt. Die Verhandlungen beginnen. Charles erkennt zwar die Gesetzlichkeit der Generalversammlung nicht an, doch soll darüber im August entschieden werden.

Am 12. August wird die Generalversammlung eröffnet. Der königliche Gesandte, der Earl von Traquair, stimmt einer Absetzung der Bischöfe ohne Rücksprache mit Charles I. zu, der noch vor der Eröffnung nach London gereist war.

Am 31. August berät das schottische Parlament, wie die freigewordenen Sitze besetzt werden können.

Charles will sie mit Geistlichen seiner Wahl besetzen, was bedeuten würde, daß das Bistum abgesetzt worden wäre, die gleichen Leute jedoch blieben. Eine Auflösung ihres Standes würde jedoch größere Freiheiten durch geringeren Einfluß des Königs auf das Parlament bedeuten. Das Parlament widersetzt sich einer Vertagung (Auflösung) bis Juni 1640. Eine Auflösung könne nur durch das Parlament erfolgen. Damit wird ein altes königliches Recht streitig gemacht. Das Parlament geht zwar auseinander, aber ein ständiger Ausschuß als Vertretung des Parlament bleibt im Amt.

Frankreichs Gesandter in England, Belliévres, hält ohne Wissens Richelieus geheime Kontakte zu den Schotten. Sein Ziel ist die Wiederbelebung der alten Allianz. Daraus resultiert auch das große Selbstvertrauen der Schotten.

Wegen des drohenden Krieges beschließt der geheime Rat die Einberufung eines Parlamentes, daß Gelder bewilligen soll. Sollte dies verweigert werden, verpflichten sich die Ratsmitglieder mit Gut und Blut zu dienen. Die erste Sitzung wird für den 13. April 1640 einberufen. Doch zuvor soll ein irisches Parlament tagen.

Der 18jährige Sohn Robert Cromwell stirbt.

1640: Ein geheimer Briefwechsel zwischen den Schotten und Belliévres wird vom König abgefangen. Daraufhin muß der Gesandte England verlassen. Wentworth, nun Earl von Strafford, setzt in diesem durch, daß die Vorgänge in Schottland verurteilt werden. Gleichfalls wird ein Heer von 8000 Mann einberufen (23. März). Der von der Gicht befallene Earl von Strafford erweist sich zu dieser Zeit als eine der treibenden Kräfte. Zwei Wochen später ist Wentworth wieder in England.

John Hampden, ein Verwandter Cromwells, weigert sich das Schiffsgeld zu zahlen.

Cromwell wird aufgefordert für Cambridge ins Unterhaus zu gehen. Er wird freier Bürger der Stadt und neben Thomas Meauty, einem Anhänger des Königs ins kurze Parlament gewählt.

Ab dem 13. April tagt das kurze Parlament. Charles läßt den Brief verlesen, der zwischen den Schotten und dem französischen Gesandten abgefangen wurde. Er fordert Geld für einen Krieg. Doch das Parlament wird von der Opposition beherrscht, die die Protestanten im Norden vom König bedroht sieht. Das dringende Thema für die Parlamentarier ist die ständige Verletzung der Petition of Rights. Der erste Redner, Grimstone, erklärt, die Freiheit und das Eigentum sei erschüttert worden und die wahre Religion verfolgt worden. Ohne die Wahrung der Rechte könne kein Geld bewilligt werden. John Pym ergänzt, daß Männer katholischen Glaubens den König umgeben. Die alten Gesetze würden mißachtet und ein päpstlicher Gesandter weile in England.

Auf Anraten des Earl von Strafford im geheimen Rat wird die Angelegenheit vor dem Oberhaus vorgetragen. Man verbindet es mit der Frage, ob der König erst seinen Untertanen Genugtuung geben müsse, oder zuerst eine solche zu erwarten habe. Einige Lords widersetzen sich diesem Antrag, der mit der Bewilligung von Subsidien verbunden ist. Darunter sind Lord Brook und Say, die Grafen Rutland und Southampton. Das Oberhaus bewilligt die Subsidien. Das Unterhaus ist erbost. Dies stehe nur dem Unterhaus zu. Der Antrag geht erneut an das Unterhaus. Der König, der verkündet hatte, daß Wentworth sein fähigster Minister sei, bot die Rücknahme des Schiffsgeldes an, wenn das Unterhaus zwölf Subsidien gewähre. Das Parlament lehnt ab, da man dann eine Rechtmäßigkeit des Schiffgeldes anerkennen würde. Charles löst daraufhin am 05. Mai das Parlament auf. Daraufhin kommt es im parlamentarisch gesinnten London zu Unruhen und Krawallen. Man sieht im Erzbischof Laud einen der Hauptschuldigen. Lange getraut er sich nicht den königlichen Palast zu verlassen und in seine Residenz nach Lamberth zu gehen.

Der Earl von Strafford drängt im geheimen Rat Charles zu Krieg und wird von Laud unterstützt. Würde er die Schotten gewähren lassen, würde er sich selbst schwächen. Da das Parlament die Hilfe verweigert habe, sei er vor Gott und den Menschen entschuldigt. Laud setzt einen drauf. Man habe alles versucht und sei gescheitert. Gewähre man dem König nicht, was ihm nach Gott zustünde, so habe er das Recht dies zu tun! Cottington sieht das etwas anders, muß aber zugeben, daß die Rebellen sich der Monarchie wie der bischöflichen Kirche entledigen wollen.

In Schottland reagiert man mit einer Parlamentsversammlung, sowie einer Mobilmachung. Die Bischöfe werden aus den Gerichtshöfen entfernt. Von England und Irland eingekeilt, marschieren sie in England ein. Beginn des zweiten Bischofkrieges. Angeführt von Leßley, dem Marquis von Montrose und Lord Argyll kommt es am Fluß Tyne am 28. August zur ersten Schlacht. Dann fällt Newcastle.

Thomas Wentworth sammelt das englische Heer bei York. Im Oktober kommt es zum Frieden mit den Schotten. Dafür, daß die Schotten nicht weitermarschieren, verpflichtet sich Charles zu einer täglichen Zahlung von 850 Pfund zum Unterhalt des schottischen Heeres.

Die Finanznot und der Druck der Lords, die den Earl von Bedford und den Earl von Hertford zum König gesandt hatten, zwingen Charles zur Einberufung eines weiteren, des Langen Parlamentes. Die Eröffnung des Parlamentes ist für den 03. November vorgesehen. Das irische Parlament muß deshalb verschoben werden, damit auch der Earl von Strafford im Oberhaus seinen Platz einnehmen kann.

Im Oktober sind die Wahlen für das Parlament, in das Cromwell mit John Lowry, dem späteren Oberst der Parlamentsarmee, gewählt wird. Es tagt bis 1653 und wird deshalb unter dem "Langen Paralament" in die Geschichte eingehen.

In einer schlichten Barke kommt Charles zur Eröffnung des Parlamentes. Die Vertreibung der Schotten sind nach wie vor sein Hauptanliegen. Das Unterhaus behandelt jedoch erneut zuerst die Beschwerden. John Hampden ist einer der Beschwerdeführer. Man prangert die Mißstände an. Am 10. November nimmt Wentworth seinen Sitz im Oberhaus ein, obwohl man ihn warnt, daß das Unterhaus eine Anklage gegen ihn formuliere. Doch er wolle seinen Gegner in die Augen schauen. Am 11. Nov. wird er wegen Hochverrates angeklagt. John Pym und etwa dreihundert Parlamentarier überbringen dem Oberhaus die Anklage. "Man muß das Haus nicht nur von unten säubern, sondern auch alle Spinnweben oben und in den Ecken müssen entfernt werden." Man schließt ihn aus der Oberhaussitzung aus und arrestiert ihn im eigenen Haus.

Am 18. Nov. wird auch Laud angeklagt, der auf einer Barke zum Tower gebracht wird. Das Parlament schließt sich den Forderungen nach der Abschaffung der Bischofskirche, wie sie die Schotten fordern, an. Zuviele - von der Zensur genehmigten - Druckschriften seien vom Papismus und falschen Glauben verseucht. Eine völlige Zerschlagung des Episkopates ist jedoch nicht möglich. Eine presbyterianische Verfassung in England einzuführen, sei Angesichts des Verdienstes der Reformation in England utopisch, obwohl die Mißbräuche wuchern. Aber das Parlament versucht den Bischöfen die Sitze im Oberhaus zu nehmen, deren Einkünfte zu verringern und sie auf das geistliche Wirken zurückzuführen.

1641: Am 30. Januar wird der Earl von Strafford in 28 Punkten wegen Hochverrates angeklagt. Die Königin nimmt Partei für Strafford und verlangt endlich eine bessere Behandlung der Katholiken gemäß des Ehevertrages. Das sieht das Volk und das Parlament mit Besorgnis. Als sie im Februar ankündigt, nach Frankreich überzusetzen, weil sie eine Luftveränderung brauche, befürchtet man den Rückfall in die alten Zustände. Lord Holland versucht das schlechte Verhältnis zwischen Frankreich und England zu kitten. Persönlicher Ehrgeiz auf einen besseren Posten ist seine Triebfeder. Doch Kardinal Richelieu lehnt einen Aufenthalt der Königin ab, da sie den Katholiken nur helfen könne, wenn sie bleibe. Die englische Königin ist daraufhin erbost.

Am 22. März beginnt im Oberhaus die Verhandlung gegen Strafford. Der König und sein Gefolge sind anwesend. Um 9 Uhr erscheint auch Strafford. Die ersten Tage beziehen sich auf die Zeit des Vizekönigs in Irland. Er soll dort 24.000 Pfund Sterling unterschlagen haben. Er beestreitet dies. Der König habe ihn ermächtigt bis zu 40.000 Pfund eigenhändig zu verwenden. Er wird sehr heftig angegangen, bei der Ausübung seines Amtes Willkür walten zu lassen. Auch wegen der Auflösung des Parlamentes wird er angegriffen. Das Parlament legt ein Protokoll vom 05. Mai des Vorjahres aus dem geheimen Rat vor. Es wurde von dem Sir Henry Vane abgefaßt. Nach dessem Tod fand sein Sohn es und übergab es an das Parlament. Strafford verteidigt sich jedoch geschickt. Vieles seien allgemeine Formulierungen. Es sei Auslegungssache und keinesfalls Beweise. Das Oberhaus neigt sich zugunsten Straffords. Doch dem Unterhaus steht noch eine letzte Möglichkeit offen. In einem Gesetz - dem Bill of Attainder - kann es den Earl schuldig sprechen. Die Stimmung ist gereizt, da ein Bruch mit dem Oberhaus droht. Dies wollen weder Pym noch Hampden. Das Unterhaus ist gespalten, da der Vorwurf auf Hochverrat auf wackligen Füßen basiert. Gar von Justizmord ist die Rede. Doch das Gesetz wird angenommen. Noch ehe er Ziel eines Angriffes werden kann, tritt Cottington zurück. Schließlich verstirbt der Earl von Bedford eines natürlichen Todes. Damit geht eine politisch gemäßigte Gestalt verloren.

Am 01. Mai gibt Charles I. im Parlament bekannt, Strafford niemals wieder im Rat und seiner Nähe dulden zu wollen. Doch er sehe kein Verschulden, welches den Tod rechtfertige. Die Lords des Oberhauses stimmen ihm zu.

Am 02. Mai wird die zehnjährige Tochter des Königs, Marie, mit dem Prinzen von Oranien in Whitehall verheiratet. Es ist ein großes und fröhliches Fest. Sie bleibt jedoch in Whitehall. In London gärt es unter der Bevölkerung. Seit einiger Zeit schwirren Gerüchte in der Stadt, daß die Königin versuche, die im Norden stehenden Truppen nach London zu holen und den Tower besetzen zu lassen, um so Druck auf das Parlament auszuüben.

Am 03. Mai ziehen Tausende von Bürgern und Petenten vor das Parlament. Die Lords werden beim Betreten des Parlamentes beleidigt und bedroht. John Pym erhebt den Vorwurf, man wolle Strafford mit Hilfe der Truppen befreien. Einige Personen aus der Umgebung der Königin hätten sich an diesem Komplott gegen das Parlament beteiligt. Diese haben auch auf eine Aussöhnung mit Frankreich hingearbeitet. Diese Vorwürfe dringen auch nach außen in die Menge.

Am 05. Mai wird eine Forderung eingebracht, nach der der König das Parlament nicht einseitig auflösen dürfe. Am 07. Mai stimmt das Oberhaus und die Lords in dritter Lesung diesem Gesetz zu, da der Pöbel nach wie vor unruhig ist und immer noch Spannungen in der Stadt herrschen. Da der König Gelder benötigt, um die schottische Armee zu unterhalten und die irische, nach einem Abschlag der Ausstände, aufzulösen, stimmt auch er zu.

Am 08. Mai stimmt das Oberhaus unter dem Druck der Straße der Bill of Attainder zu. Man überbringt dem König die Nachricht. Nach langem zögern stimmt er am 10. Mai schließlich zu.

Am 11. Mai versucht Charles I. noch ein Gnadengesuch für Strafford zu erreichen, doch die Lords warnen vor der Stimmung im Volk und Parlament. Um mit dem Parlament Frieden zu schließen stimmt Charles der Auflösung der höchsten Gerichte zu. Weltlich ist dies die Sternenkammer und geistlich die hohe Kommission. Es war ein Sondergericht der Krone, das neben den Gerichten des Common Law existierte. Grundsätzlich zuständig für alle politischen Fragen und solche der öffentlichen Ordnung wurde sie häufig mißbraucht um eigene Machtinteressen durchzusetzen. Charles I. verpflichtet sich alle drei Jahre das Parlament einzuberufen.

Am 27. Mai formuliert das Parlament eine Forderung zur Abschaffung der anglikanischen Kirchenverfassung. Erzbischöfe und Bischöfe soll es nicht mehr geben. Einer der Mitverfasser ist Oliver Cromwell. Statt Bischöfe soll es in jeder Diözese eine Kommission geben. Das Gesetz scheitert in der dritten Lesung am 11. Juni, da die Lords die Leistung der Bistümer im Laufe der Jahrhunderte anerkennen. Zudem befürchten sie, daß sie der nächste Stand wären, die die Sitze im Oberhaus verlieren sollten.

Mitte August ist Charles wieder in Schottland. Lange hatte er die Reise aufschieben müssen. Das Parlament der Schotten tagt. Charles erkennt an, daß die Bistümer in Schottland nicht eingeführt werden. Er ist zu einer versöhnlichen Linie mit den Schotten bereit und diese von der englischen zu trennen. So erhofft er langfristig wieder in beiden Ländern die Oberherrschaft wiederzuerlangen. Lord Argyll ist im Parlament sein ärgster Gegner. Um nicht mit dem Parlament zu brechen, ist Charles gezwungen Leute aus dem Kriese Argylls in vakante Ämter einzusetzen. Er selbst wird zum Marquis erhoben. Charles ringt seinen Gegnern den Schwur ab, daß sie sich nicht in die englischen Angelegenheiten einmischen und umgekehrt auch nicht.

In Irland ist die politische Verwaltung nach dem Tode Straffords praktisch aufgelöst. Er hatte einst gegenüber den Katholiken einen versöhnlichen Kurs gefahren und diesen einige Erleichterungen verschafft. Am 23. Oktober bricht ein Aufstand unter der Führung von Phelim O´Neill aus. 30.000 Protestanten werden ermordet. Es kursieren Gerüchte, der König selbst habe sie ausgelöst um so eine irische Armee aufbauen zu können, die er dann nach England führen kann. Dies bietet John Pym Argumentationshilfen zur Formulierung und Abfassung der Großen Remonstranz.

Das Parlament formuliert die Große Remonstranz, eine scharfe Kritik an der Amtsführung des Königs. Ziel dieses Dokumentes ist die gewünschte Einflußnahme auf die Ernennung von Oberbefehlshabern, also Ernennungen des Königs sollen vom Parlament geprüft werden und die Abschaffung der Bischöfe Sie wird am 22. November im Parlament verlesen. John Pym, John Hampden (Vetter von Cromwell), Denzil Holles, Strode und Haslerigh gelten als Urheber der Beschwerde. Aber auch Cromwell äußert sich dazu: "Nur wenn sie angenommen wird, habe ich eine Zukunft in England!" Es entbrennt eine heftige Debatte. Die Gegner halten eine Prüfung der Ernennungen für lächerlich. Das Parlament, so John Colepepper, sei gewählt worden um mit dem Oberhaus und dem König zu verhandeln, und nicht um Erklärungen an das Volk abzugeben. Pym verteidigt die Remonstranz. Die eingeführte Altarverehrung der Bischöfe gleichen dem Götzendienst. Das Unterhaus zeige dem König lediglich an, daß es von schlechten Ratgebern umgeben ist. Mit 159:148 Stimmen wird die Remonstranz schließlich angenommen.

Am 25. November kehrt Charles von Schottland zurück. Trotz der Differenzen wird er von der Londoner Bevölkerung begeistert empfangen. In der Guildhall findet ein Festmahl ihm zu Ehren statt. Von Fackeln begleitet reitet er später nach Whitehall. Dieses Erlebnis trübt das Einfühlvermögen des Königs, der sich gestärkt fühlt.

Am 01. Dezember wird ihm in Hamptoncourt die Remonstranz überreicht. Da diese noch nicht veröffentlicht wurde, bittet er lediglich, sie nicht ohne seine Zustimmung zu veröffentlichen. Er ist weder erstaunt noch verärgert. Am Tag danach folgt ein königlicher Erlaß, daß keine Abweichungen vom gemeinsamen Gebetsbuch erlaubt werden. Er wechselt zahlreiche Mitglieder seiner Umgebung aus, die gegen das Parlament eingestellt sind. James Stuart, Herzog von Lennox-Richmond, wird Oberhofmeister, John Colepepper wird Kanzler des Schatzamtes und Sir Henry Vane jr. verliert an Lord Falkland sein Amt als Staatssekretär. Lord Holland sieht seinen Einfluß schwinden.

Im Gemeinderat der Stadt London werden bei anstehenden Wahlen ausschließlich Presbyterianer gewählt. Die Anhänger des Königs werden entfernt. Dies - sowie die Meldungen vom irischen Aufstand - führt dazu, daß die Stimmung gegen alles katholische in der Stadt gärt. Als die Remonstranz veröffentlicht wird, schlägt die Stimmung vollends um. Der König sei von Papisten umgeben. Als ein gewisser Lunsford zum Kommandierenden im Tower ernannt wird, kommt es zu Tumulten. Er sei grausam, verschuldet und unehrenhaft. Lunsford hat nun die Oberaufsicht über die städtischen Gold- und Silberbarren. Das Unterhaus versucht die Ernennung rückgängig zu machen. Das Oberhaus verweigert am 24. Dez. eine Entscheidung. Das Parlament habe nicht das Recht in die königliche Prärogative einzugreifen. Obwohl der König die Ernennung doch zurücknimmt und diesen durch John Byron ersetzt, kommt es nach Weihnachten zu Unruhen. Als die Bischöfe das Parlament betreten wollen, werden sie besonders heftig angegriffen. Auch eine Annäherung von der Flußseite her mißlingt. Als sie in einem Schriftstück verkünden, daß jede Entscheidung ohne ihre Anwesenheit null und nichtig sei, kontert das Parlament damit, daß das Bistum laut der Verfassung keinen Stand bilde, dessen Anwesenheit für parlamentarische Beschlüsse notwendig sei. Eine solche Anmaßung sei ein Angriff auf das parlamentarische Grundrecht. Die Bischöfe werden wegen Hochverrates vom Unterhaus angeklagt und im Tower inhaftiert. Gerüchte kommen auf, daß auch eine Anklage gegen die Königin vorbereitet werde. Anhänger des Königs erscheinen bewaffnet vor Whitehall. Die Stimmung eskaliert.

1642: Am 03. Januar werden die fünf Hauptleute der großen Remonstranz von Charles wegen Hochverrates angeklagt. Ihre Wohnungen werden besetzt. Der König begibt sich zum Parlament und fordert die Auslieferung. Das Oberhaus schlägt sich auf die Seite der Angeklagten. Das frühere Recht einer Verhaftung habe der König jedoch mit der Annahme der Petition of Right verwirkt. Das Parlament verweigert sich dem König. Er kündigt an, am nächsten Tag wieder zu kommen.

Trotz dieser Ankündigung tagt das Parlament anderntags mit den fünf Angeklagten. Als der König sich mittags mit 500 bewaffneten Mann dem Parlament nähert, werden die fünf Angeklagten aus dem Parlament herausgeschleust. Alleine betritt der König den Tagungssaal. Er frägt nach allen fünf. Der Sprecher beugt das Knie und Haupt und bittet um Vergebung: "Er sei nur das Organ des Hauses. Er habe weder Augen noch Zunge, um etwas zu sehen oder zu sagen, außer was das Haus wünsche." Charles verläßt unverrichteter Dinge das Parlament.

Am 05. Januar kommt es in der Guildhall zu einer Versammlung, da die fünf nach der City geflohen waren. Doch das Londoner Volk hält zum Parlament. Der Gemeinderat hat keine Macht mehr über die Stadt. Da der König und seine Frau sich nicht mehr sicher fühlen, fliehen sie nach Hamptoncourt und später sogar nach Windsor und Nordengland.

Am 05. Februar stimmt das Oberhaus zu, daß die Bischöfe ihren Sitz verlieren. Charles stimmt dem in der Hoffnung auf den Erhalt des Friedens zu. Doch sein Plan ist es, diese baldmöglichst wieder in ihren alten Stand zu setzen. Prinz Rupert von der Pfalz erscheint in Dover um seinem Onkel beizustehen.

Im März kommt es zu einem erneuten Streit zwischen König und Parlament um die Besetzung, Dauer und Vollmacht der zu ernennenden Befehlshabern der Truppen und Milizen. Das Parlament will darüber bestimmen und weitet somit die Forderungen der Remonstranz aus. Charles weigert sich, da es ein uraltes königliches Recht sei. Das Schwert läge dann nicht mehr in der Hand des Königs. Keinen Widerstand zeigt er bei der Übergabe des Towers an die Milizen an.

Byron hatte Waffen und Nahrung gehortet. Die Milizen hatten unter Anführung des Sheriffs von London angedroht, diesen zu belagern. Das Kommando geht an einen gewissen Conyer über. Am 30. Mai fliehen zwölf Lords aus dem Oberhaus. Weitere folgen und schließen sich dem König an. Insgesamt 45. Er verlangt von ihnen keinen weitergehenden Eid, als den, den sie bereits geleistet haben. Sie schwören ihm daraufhin die Treue. Vorlage der 19 Propositionen des Parlamentes im Juni, die der König ablehnt, da er dann nur noch König dem Namen nach sei.

Mitte Juni beginnen beide Seiten Truppen und Milizen auszurüsten. Von den Kanzeln hört man nicht nur religiöse Worte und die Kollekte wird mancherortes zum Kauf von Waffen mißbraucht.

Das Parlament stellt einen Ausschuß zur Verteidigung auf. Ihm gehören Pym, Hampden, Marin, Fiennes, Holles, Stapelton, sowie die Lords Essex, Northumberland, Say und Holland an, der sich vom König abgewendet hat. Cromwell und Haslerigh werden mit dem Aufbau der berittenen Truppen betraut. Diese, wie auch der König, greifen auf die Erfahrung einiger deutscher Soldaten zurück. Eine Armee von 10.000 Mann unter der Führung von Essex wird aufgestellt. Die von Charles I. so mühselig errichtete Flotte unter Graf Warwick schließt sich dem Parlament an. Das Parlament hält sich eine Möglichkeit der weiteren Verhandlungen offen, indem es erklärt, für "König und Parlament zu kämpfen". Alle Anhänger des Königs seien Hochverräter. Er selbst ist davon ausgeschlossen, da man mit Hochverrätern nicht verhandeln könne. Cromwell macht sich darüber lustig und verkündet, auf den König zu schießen, wenn er ihn vor die Pistole bekomme.

Cromwell läßt im Juli eigenmächtig das Silber von Cambridge vor dem Zugriff des Königs schützen und läßt es nach London bringen.

Die Königin setzt in die Niederlande über und veräußert ihre Juwelen für Waffen und Söldner.

Ende Juli bricht der Bürgerkrieg aus. Der König greift die Stadt Hull an, die ihm den Einlaß verweigert. Das Eingreifen der Flotte zwingt Charles jedoch zum Rückzug. Auch vor Coventry muß er sich mangels Truppen zurückziehen. Er beruft alle seine Anhänger in einer großen und feierlichen Zeremonie unter die königliche Standarte in Nottingham (22.08.).
Etwa um diese Zeit befehligt Cromwell einen Reitertrupp von 80 Mann und wird Hauptmann. Als Essex Mitte September auf Northampton vorrückt, weicht der König nach Shrewsbury aus. Dort übt Prinz Rupert von der Pfalz mit den Berittenen. Bei Worcester besiegt die königliche Reiterei Truppen des Parlamentes. Daraufhin rückt Charles nach London vor. Bei Edgehill kommt es am 23. Okt. zur Schlacht mit den Parlamentstruppen. Die königliche Reiterei war zwar überlegen, doch die
Infanterie im Nachteil, so daß die Schlacht unentschieden endet. Der König zieht sich nach Oxford zurück, wo er für den Verlauf des Krieges Hauptquartier bezieht. Oliver Cromwell und sein Sohn Oliver nehmen auch an der Schlacht teil. Ihnen wirft man Feigheit vor, da sie sich auf dem Kirchturm begeben hätten. Cromwell widerspricht, er habe in dem Getümmel lediglich versucht einen Überblick über die Schlacht zu gewinnen. Er diskutiert mit Hamdpen über die beeindruckende Effizienz der königl. Reiterei.

Am 04.Dezember verstirbt Kardinal Richelieu in Frankreich

Die Puritaner unter Führung von John Pym verbieten jegliche Art von Theatervorstellungen.

1643: Cromwell wird im Februar zum Oberst der Parlamentsarmee ernannt. Damit ist er dem Earl von Manchester unterstellt, den er später heftig angreifen wird, weil dieser wie Essex, den König nicht massiv angegriffen habe. Essex, Manchester und auch Denzil Holles gelten als gemäßigte Parlamentarier. Er bemüht sich um fromme Krieger, unabhängig vom Stand und Beruf, was ihm herbe Kritik einbringt. Er wehrt sich: "Es mag sein, daß es einige Geister ärgert, wenn sie sehen, daß einfache Leute zu Hauptleuten gemacht werden. Es wäre gut gewesen, wenn Männer von Ehre und Geburt diese Stelle bekleiden würden, aber warum kamen sie nicht? Wer hat sie davon abgehalten? Da es aber nötig ist, daß die Sache vorankommt, ist es besser einfache Leute zu haben, als gar keine. Ich suche lieber einen einfachen, schlecht gekleideten Hauptmann, der weiß, wofür er kämpft und dies mit Kraft und Liebe tut, als einen solchen, den Ihr Gentleman nennt und der sonst nichts ist! Wenn man gottesfürchtige, ehrliche Männer zu Hauptleuten wählt, werden ihnen ehrliche Männer folgen!"

Am 22. Februar landet bei Burlington die Königin wieder in England. Das Haus, in dem sie nächtigt, wird angegriffen und sie entkommt nur knapp. Das Erlebnis macht sie zur fanatischen Gegnerin des Parlamentes. Als sie in York einzieht, wird sie begeistert empfangen.

Graf Essex rückt mit seinen Truppen gegen Oxford vor. Reading erobert er nach 12 Tagen Belagerung. Doch der Weitermarsch wird durch die Truppen von Prinz Rupert verhindert. Nach der Schlacht bei Chalgrovefield wird John Hampden verletzt. Mehrere Tage später erliegt er seinen Wunden.

Im Mai gelingt Cromwell trotz Unterlegenheit ein großer Sieg über die königlichen Truppen bei Grantham (Lincolnshire).

Im Juli wird Cromwell zum Gouverneur von der Insel Ely ernannt.

Am 13. Juli trifft die Königin mit ihrem Gemahl in Oxford zusammen und führt ihm 3000 Mann zu.

Am 26. Juli fällt Bristol an die Royalisten und mehrere Schiffe schließen sich dem König an, der somit einen Teil der Westküste beherrscht und eine Verbindung zu Irland und den dortigen Truppen hergestellt hat. Die Siege führen dazu, daß die parlamentarischen Armeeführer sich zerstreiten. Das parlamentarisch gesinnte Scarborough öffnet dem königlichen Heer die Tore. In der Hauptstadt selbst wird ein Komplott aufgedeckt. Ein geplanter Aufstand - angeführt vom Parlamentarier Edmund Waller - wird vereitelt. Er ist geständig und kommt in Haft.

Im Sept. rückt Charles auf Gloucester vor, obwohl seine Ratgeber und die Königin auf einen Marsch nach London drängen. Am 08. Sept. können Essex und Manchester die Stadt retten. Da die Hauptstadt ungeschützt ist, und die Situation immer noch besorgniserregend ist, eilt er sofort nach London zurück. Bei Newbury greift Prinz Rupert ihn am 27. Oktober an. Er wehrt den Angriff ab. Der auf Seiten des Königs kämpfende Lord Falkland findet in der Schlacht den Tod. Cromwell erhebt schwere Vorwürfe gegen Manchester, weil dieser zu zögerlich nach Westen vorgegangen sei und so dem König Zeit gegeben habe, eine Verteidigung aufzubauen. Die gleichen Vorwürfe erhebt Cromwell gegen Essex.

In Irland ist die Situation inzwischen beruhigt, und Charles wird auch von dort unterstützt.

John Pym und das Parlament suchen Unterstützung bei den Schotten und Lord Argyll. Nach langem zögern beschließen die Schotten, die Parlamentsarmee aus religiösen Gründen zu unterstützen.

Am 06. Dez. stirbt John Pym.

1644: Am 22. Januar beruft der König ein aus Royalisten bestehendes Parlament zu Oxford ein.

Ende Februar überschreiten die Schotten die englische Grenze.

Cromwell wird zum Generalleutnant ernannt. In seiner Truppe hält er eiserne Disziplin.

Im Frühjahr ziehen Essex und William Waller, die sich beide nicht leiden mögen, gegen Oxford. Sie waren der königlichen Armee um das doppelte Überlegen. Doch Essex wendet sich nach Westen und trennt sich von Wallers Armee. Essex stößt in Cornwall auf Widerstand. Waller zieht sich auf die Straße York - Knaresborough zurück, da er dort Ruperts Truppen erwartete, der der eingeschlossenen Stadt entgegeneilt. In einem Gewaltmarsch hatte er (Rupert) die Stadt nicht von der Hauptstraße entsetzt, sondern von Nordwesten her. Essex ist durch den Rückzug Wallers, der aufgrund falscher Informationen erfolgt war, plötzlich eingekeilt. Die Infanterie geht verloren, die Reiterei entkommt dem Zangengriff. Am 02. Juli kommt es zur Schlacht bei Marsten Moor. Die von Cromwell angeführten Ironsides (gepanzerte Kavallerie) besiegen das Heer von Prinz Rupert, der der Armee der Parlamentarier nachgeeilt war. Rupert, der an der Schlacht teilnahm, soll einen Gefangenen gefragt haben, ob Cromwell an der Schlacht teil nimmt. Rupert will die Entscheidung. Er sieht in Cromwell den gefährlichsten Anführer des Parlamentsheeres. Die Schlacht beginnt abends um 19 Uhr. Nach einer anfänglichen schlechten Ausgangssituation behalten die Ironsides die Oberhand und gewähren kein Pardon. Nach dieser Schlacht fällt auch York. Cromwell wurde am Hals verletzt, sein Neffe Valentine Walton stirbt in der Schlacht. Insgesamt waren dreihundert Parlamentssoldaten gefallen und 7000 Royalisten. Nach dieser Schlacht nennt man Cromwell "Old Ironside".

Bildung eines Armeerates aus 7 Lords und 14 Gemeinen (u.a. Graf Essex, Warwick und Northumberland, sowie die beiden Vanes, Oliver St. John, der ein Vetter von Cromwell ist, Haslerigh, Stapelton und Cromwell). Er besteht aus Schotten und Parlamentariern. Dieser Rat hat den Oberbefehl über die Truppen. Die Lords des Oberhauses hatten sich diesen Plänen zunächst widersetzt, dann aber den Befehl an den Rat abgegeben. Die Schotten konnten sich durchsetzen mit dem Argument, daß sie auch mitbestimmen wollten, wenn sie kämpfen. Es wird beschlossen eine Neue Muster Armee (New Model Army) aufzubauen. Doch es gibt Meinungsverschiedenheiten zwischen Cromwell und Manchester. Während Manchester versöhnlichere Worte anschlägt und sagt, daß der König auch dann König bleibe, wenn man ihn 99 mal schlägt, vertritt Cromwell die Meinung, daß nur ein vollständiger Sieg des Parlamentes den Hochverrat legalisieren würde. Sonst hätte man den Krieg nicht zu beginnen brauchen.

Zu Westminster beginnt eine Synode die bis 1646 tagen wird. Das Ziel eine einheitliche Ver-fassung der Kirchen für England, Schottland und Irland zu erzielen, erweist sich als äußerst schwierig. DieTeilnehmer werden vom Parlament nach den Grafschaften und nicht nach den Diözesen benannt. Man greift die Anklage gegen Erzbischof Laud wieder auf und erklärt ihn am 11. November in einem Bill of Attainder durch das Unterhaus für schuldig. Er habe papistische und abergläubische Dienste einführen wollen. Nach dem Urteil werden Bilder verbrannt und Orgeln in den Kirchen zerstört.

Am 19. Oktober erobern die Schotten Newcastle. Die militärischen Erfolge der Schotten wirken sich auch auf die Synode zu Westminster aus. Eine presbyterianische Kirchenverfassung wird beschlossen.

Cromwells Sohn Oliver stirbt an den Pocken.

1645: Im Januar wird William Laud enthauptet.

Am 22. Februar scheitern nach 22 Tagen verhandeln bei Uxbridge die ersten Friedensgespräche. Strittige Punkte sind die gewünschten Ernennungen von Befehlshabern durch das Parlament, sowie die Weigerung des Königs gegen das katholische Irland in den Krieg zu ziehen. Unter der Parlamentsarmee wächst der Unmut über die Schotten, die sich nach Cromwells Meinung zu sehr in die englischen Angelegenheiten einmischen. Es werde eine Zeit kommen, in der England weder durch die Krone, noch die Lords regiert wird. Die Schotten betonen nach wie vor, keinen Krieg gegen das Königtum an sich zu führen.

In Schottland sammelt Montrose in den Grampian Mountains die Highlander im Kampf für den König. Anfang April fällt Dundee an die Royalisten.

Die New Model Army steht und erringt bei Islip (nahe Oxford) und bei Bletchingdon House die ersten Erfolge. Die New Model Army umfaßt 11 Kavallerie- und 12 Infanterieregimenter, Dragoner und Artilleristen. Insgesamt 22.000 Mann. Ihr Oberbefehlshaber wird Fairfax.

Doch unter der Parlamentsarmee wächst die Zwietracht. Cromwell klagt Essex an, den König Schonung gewährt zu haben, obwohl sich die Gelegenheit ergeben hatte, diesen zu vernichten. Essex bereitet daraufhin ein Komplott vor. Er will Cromwell wie Strafford einst anklagen. Denzil Holles soll ihm helfen. Doch Cromwell holt zum Gegenschlag aus. Durch einen Parlamentarier läßt er den Antrag stellen, daß kein Mitglied des Parlamentes in der Kriegsführung oder in der Zivilverwaltung ein Amt inne haben soll. Gleichzeitig legt er das Kommando über die New Model Army nieder. Es werden moralische und religiöse Gründe angeführt. Innerhalb eines Tages stimmt das Unterhaus dem Antrag zu (10. Mai 1645). Das Oberhaus verweigert zunächst die Annahme, da es separatistische Tendenzen in der Armee befürchtet. Außerdem können sie die Peerswürde nicht so ohne weiteres ablegen und somit den Sitz im Oberhaus. Ein Mitglied des Unterhauses dagegen, kann dies leicht. Man befürchtet, daß genau dies Cromwell vor hat. Doch schließlich stimmen sie dem Antrag zu. Thomas Fairfax, einer der Führer von Marstonmoor, wird zum General der Parlamentsarmee ernannt.

Kurz nachdem der König Chester von einer Belagerung durch die Parlamentsarmee befreit hatte, gelingt es ihm Ende Mai auch Leicester einzunehmen. Die Stadt wird geplündert. Doch das Kriegsglück des Königs führt zu einem Ruck durch die Reihen der Parlamentarier. Fairfax eilt auf Oxford zu, obwohl das Parlament die Rückeroberung von Leicester fordert. Dies wird vom zweiten Sohn des Königs gehalten. Da der König eine Besatzung in Leicester zurücklassen muß, eilt er mit einem dezimierten Heer nach Oxford. Er kann die Belagerung nicht durchbrechen. Fairfax will sich nicht einkesseln lassen und zieht sich nach Northampton zurück (11. Juni). Die Offiziere rufen nach Cromwell. Die Lords haben Bedenken gegen ihren großen Gegner und Nebenbuhler. Sie verweisen auf den Beschluß vom 10. Mai. Da der Druck der Offiziere immer größer wird, wird er für 40 Tage zum Generalleutnant ernannt. Am 13. Juni ist Cromwell bei Fairfax. Die zeitliche Begrenzung des Kommandos erweist sich als Farce.

Der König wendet seine Truppen nun nach Norden ab, um einer Schlacht aus dem Wege zu gehen. Fairfax und Cromwell folgen ihm jedoch sehr schnell und der König muß eine Jagd unterbrechen. Am 13. Juli lagern die Heere bei Harborough und Naseby. Prinz Rupert warnt der Armee der Parlamentarier entgegenzuziehen. In der Nacht soll dem König Straffords Geist erschienen sein und auch davor gewarnt haben. Doch am 14. Juli greift Charles den Gegner bei Naseby an. 10.000 Soldaten des Königs stehen 13.000 Soldaten des Parlamentes gegenüber. Trotz günstigen Beginn, erworben durch die Reiterei Prinz Ruperts, wird der König vernichtend geschlagen. Er muß nach Leicester fliehen. Wichtige persönliche Papiere des Königs fallen in die Hände des Parlamentes. Die irischen Dirnen im Troß der Royalisten werden von der Parlamentsarmee getötet.

Mitte August hat Cromwell die Burgen bzw. Garnisonen Lime, Sherburn, Langport, Taunton und Bridgewater erobert, so daß sich die Royalisten im Süden nur noch in Cornwall und Devon halten können.

Mitte August erobert Montrose in Schottland mit den katholischen Highlandern Glasgow und kann auch in Edinburgh einziehen. Montrose überschreitet gar die Grenze zu England, woraufhin Charles versucht seine Armee mit der von Montrose zu vereinen. Als er in Newark ankommt, erreicht ihn die Nachricht, daß Montrose zurückgeschlagen wurde.

Nach nur drei Wochen Belagerung gibt Prinz Rupert Bristol auf und flieht. In der Stadt wütete die Pest und die Stadt war gegen ihn gestellt. Cromwell und Fairfax gewähren ihm ehrenhafte Abzugsbedingungen. Zwischen Rupert und dem König verschlechterte sich das Verhältnis. Rupert drängt den König auf Friedensverhandlungen. Doch der König lehnt ab. Er wolle die Sache der Kirche nicht verloren geben. Doch Rupert kämpft für die Krone und nicht für die Kirche. Lord Digby - Ratgeber des Königs und Erzfeind von Rupert - bezichtigt ihn des Verrates. Daraufhin eilt Rupert nach Newark, wo der König weilt und fordert ein Kriegsgericht. Er bekommt es und wird in allen Anklagepunkten freigesprochen. Auf Betreiben Digbys wird der Gouverneur von Newark, Willis, ein Anhänger Ruperts, entlassen. Dies führt zu einem Abkühlen des Verhältnisses zwischen König und Prinz Rupert.

Nach dem Verlust von Bristol kommt es zu einer Geheimdiplomatie zwischen dem König, Lord Holland, dem französischen Abgesandten Montereuil und den Schotten. Die Schotten hatten ja schon immer erklärt, daß sie nicht gegen den König in seiner Eigenschaft kämpfen. Sie wollen nur eine presbyterianische Kirchenverfassung, Lord Holland ist mit den Zielen der Radikalen (den Independenten) nicht im Einklang, die eine Republik anstreben, und Frankreich - die zu dieser Zeit bedeutendste Weltmacht - befürchtet bei der Errichtung der Republik ein Bündnis zwischen England und den Niederlande, daß eine bedeutende Seemacht zur Folge hätte.

Am 14. Oktober ist Cromwell bei der Zerstörung von Basing House dabei. Er gab das Haus zur Plünderung frei. Es gehörte dem Marquis von Winchester. Zuvor war die Stadt Winchester nach einer Woche Belagerung gefallen. Ebenfalls fiel Devizes (ohne Kampf) an die Parlamentsarmee.

In Irland ist die Situation verworren. Der Vizekönig, James Butler, Graf von Ormond, muß einerseits versuchen, die Massaker an die Protestanten zu bestrafen, auf der anderen Seite versucht er eine Armee aufzustellen, um dem König zu Hilfe zu kommen.

Der Papst Innozenz X. entsendet den Erzbischof von Fermo, Gianbattista Rinuccini, ein Jesuit, als seinen Legaten. Rinuccini versucht die päpstlichen Interessen durchzusetzen, die eine Herausgabe aller eingezogenen Kirchengüter bis in die Zeit Heinrich VIII. Vorsieht. Dazu wurde er mit Geld und Waffen ausgerüstet. Somit ist der Legat ein ernstzunehmender Gegner des Vizekönigs.

1646: Im Januar erhält Cromwell für seine Verdienste die ehemaligen Ländereien vom Marquis von Worcester.

Am 13. Januar heiratet Cromwells Tochter Elizabeth John Claypole.

Ende Februar rückt Fairfax nach Cornwall vor, wo der Prinz von Wales die Stellung hält. Doch schon am 2. März flieht dieser auf die Scilly-Inseln. Am 14. März kapituliert die Armee. Cromwell nimmt die Überläufer auf. Sein Wirken gilt nun der Befriedung und des Wiederaufbaus.

Am 15. Juni heiratet Bridget Cromwell den späteren Ratgeber Cromwells Henry Ireton.

Am 24. Juni kapituliert Oxford. Der Krieg ist de facto zu Ende, auch wenn es noch danach vereinzelte Gefechte gibt. Charles entkam verkleidet und begibt sich Charles I. in das Haupt-quartier des Schotten Leßley in Newark. Charles glaubt, daß die Schotten, die immer betont haben nicht gegen das Königtum an sich zu kämpfen, ihm Sicherheit gewährleisten können. Leßley läßt ihn nach Newcastle bringen. Als die Independenten das erfahren, geraten sie in Rage. Doch die Aufnahme des Königs ist distanziert und man bewacht ihn wie einen Gefangenen.

Cromwell bezieht mit seiner Familie ein Haus in der Drury Lane und nimmt seinen Platz im Unterhaus quasi als Zivilist ein, behält jedoch den Titel eines Generalleutnants. Nach dem Krieg verfällt Cromwell tiefen Depressionen und erweist sich als wankelmütig, was ihm den Vorwurf eines Heuchlers einbringt.

Am 24. Juli fordert das Parlament vom König die Annahme der Forderungen von Uxbridge. Darin wird die Verwaltung der militärischen Angelegenheiten ausschließlich dem Parlament zugeschrieben, das Parlament dürfe nicht aufgelöst werden, desweiteren werden keine weiteren Verhandlungen gestattet. Obwohl die Schotten auf eine Annahme drängen, fordert Charles neue Verhandlungen, was das Parlament als ein Nein betrachtet.

Der französische Gesandte Belliévre kommt wieder nach England und Montereuil geht nach Paris zurück. Es ergeht der Vorschlag, daß für 20 Jahre - gerechnet vom 01. Juli 1646 an - das Parlament die Befehlsgewalt über die Armeen der drei Reiche erhalten soll. Auch dies, wie die Forderung nach kirchlichen Reformen lehnt Charles ab. Später bietet Charles selbst die 10jährige Befehlsgewalt über die Armeen an, widersetzt sich aber weiterhin einer neuen Kirchenverfassung. Allenfalls für drei Jahre sollten die bestehenden Zustände bleiben, dann müsse eine Kommission neu beraten. Dies lehnt das Parlament ab. Ersteres bringt ihm scharfe Kritik der Königin ein.

Verabschiedung der Westminster-Confession durch die Westminstersynode. Sie ist streng calvinistisch und sieht eine einheitliche Kirchenverfassung für England, Schottland und Irland vor. Da dies im Sinne der Schotten ist, kommt es zu einer Annäherung zwischen den Schotten und den gemäßigten Parlamentariern. Die Schotten bieten die Übergabe des Königs in englischen Gewahrsam an, wenn für die entstandenen Ausstände 400. 000 Pfund gezahlt werden. 200. 000 sofort zahlbar, der Rest nach Abzug der Schotten von englischem Gebiet.

1647: Am 23. Januar erscheinen die Engländer in Newcastle. Am 30. Januar ziehen die Schotten ab. Wie verabredet liefert der Marquis von Argyll Archibald Campbell für 400.000 englische Pfund König Charles an die Engländer aus. Am 03. Februar verlassen sie in kleinen Tagesetappen Newcastle gen Holdenby Hall in Northamptonshire. Auf den Weg dorthin, wird Charles teilweise begeistert von der Bevölkerung empfangen. Auf jeden Fall herrscht ein reger Zulauf, wo Charles durchreitet. Sein Status ist jedoch auch in Holdenby Hall kaum anders, als der eines Gefangenen. Briefe durchlaufen die Zensur, Besuche kann er nur nach erteilter Genehmigung empfangen. Und doch spürt er, daß er seine Autorität nicht vollends eingebüßt hat. Sind doch die Beschlüsse des Parlamentes nur Ordonnanzen ohne seine Genehmigung und keine Gesetze.

In Irland stoßen die irisch-katholischen Kräfte unter den Legaten Rinuccini auf Dublin vor. Ormond räumt Dublin. Doch bevor die Iren Dublin einnehmen können, wird Dublin von den Truppen der Parlamentsgeneräle Monk und Jones besetzt. Ormond selbst tritt vor den König und muß sich für die Übergabe Dublins rechtfertigen.

Der irische Klerus will die Krone Irlands dem französischen König übertragen, dieser befürch-tet, daß der spanische König diese erhalten soll. Rinuccini wünscht die Übertragung der Krone an den Papst, der - nach Rinuccinis Willen - diese an einem Bruder des Legaten überträgt. Doch der Papst fürchtet sich, so offen die Krone zu nehmen.

Der ausgebrochene Streit zwischen Presbyterianern und Independenten deprimiert Cromwell. Eine schwere Krankheit, ausgelöst durch die Depressionen, führt dazu, daß er von Januar bis April, seinen Sitz im Unterhaus nicht wahrnehmen kann. Er überlegt, sich dem Prinzen Rupert anzuschließen, der eine Rückkehr nach Deutschland anstrebt.

Die presbyterianische Mehrheit im Parlament verfolgt das Ziel die Independenten zu zerschlagen und die Armee aufzulösen. Der Abzug der Schotten dient dazu als Vorwand. Zudem sei das Land ausgeblutet und die Kosten der Armee sehr hoch. Und mit der Auflösung der Armee wäre das größte Machtwerkzeug den Independenten entrissen. Lediglich für den geplanten Irland-Feldzug sollen 11.400 Mann im Sold bleiben. Sie sollen aus den Reihen von Fairfax´ Truppen rekrutiert werden. Mit 136:108 Stimmen erfolgt ein entsprechender Beschluß des Parlaments für diesen Plan am 08. März aus. Gleichzeitig wird beschlossen, daß Mitglieder des Unterhauses nicht Posten in der Armee bekleiden dürften. Zudem solle der höchste Grad unter dem General der Posten eines Oberstes sein. Zudem müßten sämtliche Offiziere die Kirchenverfassung anerkennen.

Die Offiziere treffen sich daraufhin am 21. März in Saffron-Walden, dem Hauptquartier von Fairfax. Man formuliert eine Petition an das Parlament. Man wolle sich nicht nötigen lassen nach Irland zu gehen ohne daß zuvor geklärt ist, wie der Sold in Zukunft bezahlt wird. Der Sold steht mit 18 Wochen im Rückstand, bei der Reiterei sogar 43 Wochen. Gleichfalls müsse geklärt werden, wer das Oberkommando über ein solches Heer habe. Und jeder Offizier solle das Anrecht haben, daß mit ihm abgerechnet wird, bevor die Armee aufgelöst wird. Über alles ungesetzliche, welches in der Militärzeit verübt wurde, verlange man die Indemnität. Das Parlament empfindet diese Petition als ein stolzes Gefühl selbsteigener Macht und reagiert damit, daß diese Forderungen gewährt werden, wenn die Petition zurückgezogen werde. Denzil Holles setzt durch, daß,wenn dies nicht geschehe, sie Feinde des Staates seien. Das Parlament ernennt Skippon zum Feldmarschall für den Irland-Feldzug. Nur zögernd nimmt dieser an. Doch die Armee fordert: "Fairfax und Cromwell - und wir machen alle mit!" Durch Überzeugungsarbeit gelingt es, mehrere Offiziere zur Teilnahme an einem solchen Feldzug zu bewegen. Doch die meisten Gemeinen widersetzen sich und bestürmen Fairfax, Skippon und Cromwell. Man habe nicht einst zu den Waffen gegriffen, um sich dann von den Presbyterianern unterdrücken und tyrannisieren zu lassen. Die Absicht, die dahinterstecke sei doch klar. Man wählt pro Regiment Sprecher, die ihre Probleme zur Sprache bringen sollen und setzen so das Parlament noch mehr unter Druck. Cromwell bemüht sich um eine Vermittlung zwischen der Armee und dem Parlament. Doch dieses fordert weiterhin die Auflösung der Armee, die am 01. Juni mit Fairfax´ Truppen beginnen soll. In Cromwells Wohnung, sowie in der "Star Tavern" finden heftige Diskussionen statt. Vermutlich entsprang hier die Idee, sich des Königs zu bemächtigen....

Die Presbyterianer, die Grafen Holland, Warwick und Manchester dagegen suchen eine Annäherung und Normalisierung zum König. Man brauche eine höhere Autorität. Unter Vermittlung des Franzosen Belliévre kommt es zur Annäherung. Drei Punkte bewirkten diese: 1. Die Presbyterianer waren mit dem geplanten Irland-Feldzug einverstanden. 2. Sie akzeptierten eine Neubewertung der Kirchenverfassung nach drei Jahren und 3. erklärte sich Spanien für die Indepedenten. Um den Parlament näher zu sein, solle der König nach Oatland ziehen.

Am 01. Juni soll die Auflösung der Armee erfolgen, doch eine weitere Petition verzögert dies. Am 02. Juni erscheint ein Trupp Soldaten in Holmby. Es wird von einem gewissen Joyce angeführt der Einlaß begehrt. Die Kommissare, die über Audienzen bestimmen, wagen sich diesem nicht zu widersetzen. Joyce erklärt dem König, daß er mitzukommen habe. Charles fügt sich dem und verlangt, wie ein König behandelt zu werden. Da es schon sehr spät ist, soll der Aufbruch am nächsten Morgen erfolgen. Am anderen Tag fragt der König, mit welcher Vollmacht Joyce handle. "Mit der, der Soldaten in meinem Rücken!" Der König antwortete ihm: "Eine Vollmacht, die keines Buchstabierens bedarf. Was aber würdet Ihr tun, wenn ich Euch nicht folge? Ihr würdet, denke ich, keine Hand an mich legen, denn ich bin Euer König. Niemand ist über mir, als Gott alleine!"

Man bringt den König nach Newmarket, wo am 12. Juni eine allgemeine Sammlung der Truppen erfolgt. Man wird Cromwell dafür verantwortlich machen und will ihn verhaften. Cromwell sieht die Entwicklung mit großer Sorge. Besonders kritisch betrachtet er die Bildung eines Armeerates, dem alle Offiziere, sowie zwei Soldaten aus jedem Regiment angehören. Im Gegensatz zum Kriegsrat, hat Cromwell hier keine Kontrolle. Der Kriegsrat hat zwar die reale Macht, aber kann sich den Forderungen des Armeerates auf Dauer nicht widersetzen.

Die Armee verlangt die Erledigung ihrer Beschwerden, sowie Schutz vor den Parlamentariern, die in Ansehen und Macht stünden, und der Armee Schaden zufügen wollten. Und zwar solange, solange diese im Parlament seien. Wenige Tage später fordert man ganz offen die Entfernung von elf Parlamentariern, darunter Holles, Stapleton, Clotworthy und William Waller. Auch Neuwahlen werden gefordert.

In London kommt es zwischen dem 21. und 27. Juli zu Protesten und Unruhen. Lehrlinge und entlassene Soldaten fordern eine Wiedereinsetzung des Königs, den Bruch mit der Armee und ein Hilfsersuchen an die Schotten. Sie stürmen das Parlament. Die erschreckten Abgeordneten geben allen Forderungen nach. Schon zu dieser Zeit wimmelte es von Spitzeln und Dissidenten in England.
Durch die Unruhen wird der König in den kommenden Verhandlungen ermutigt, seine Position zu erhalten. Als die Armee auf London vorrückt, verstärken die Presbyterianer die Miliz und die städtischen Truppen. Doch das Vorrücken der Armee bringt die Presbyterianer auch ins Wanken. Das Parlament, daß nun erschrocken reagiert, bietet nun die Zahlung des Soldes an, doch die Radikalen in der Armee, unter Führung von John Lilburne(Levellers), antworten, daß es für eine Verständigung zu spät sei. Der Beschluß, daß alle Petenten als Feinde des Staates betrachtet werden sollen, wird zurückgenommen. Die elf Parlamentarier und die Sprecher des Hauses fliehen, werden jedoch von der Armee entdeckt. Am 03. August erscheint Fairfax vor Southwark, welches die Geschütze der City abgelehnt hatte. Fairfax verkündet scheinheilig, daß man nur die Parlamentarier zurückführe und das ohne die Sprecher jegliche Beschlüsse Null und Nichtig seien. Am 06. August läßt man die Truppen in der Stadt ein. Die Armee besetzt Southwark und Hammersmith. Von dieser Stunde an, ist das Parlament nichts weiter, als eine Marionette des Armeerates.

Die Armee und Cromwell verhandeln mit dem König, der wieder in Hamptoncourt residiert. Dieser sieht darin eine große Chance, seine vollständige Macht wiederzuerlangen, da Cromwell über eine Wiedereinsetzung des Königs verhandelt. Die Krone sei eine vermittelnde Autorität. Cromwell erntet dafür viel Kritik und spaltet so die Armee. Man bringt dem König seine Kinder zu ihm und er empfängt nach Belieben alte Freunde. Der König ist jedoch verpflichtet, den Ort nicht ohne Rücksprache zu verlassen, dafür genieße er den Schutz der Armee. Charles versucht nun das Parlament und die Armee gegeneinander auszuspielen.

Cromwell bietet an, das Parlament nach Oxford zu verlegen und es binnen drei Monate aufzulösen. Die Armee würde sich aus London zurückziehen und der Miliz die Posten übergeben. Zudem wolle man nur noch vier statt sieben königliche Ratgeber abgelöst sehen. Es sind dies Digby, Newcastle, Bristol und Worcester. Doch das größte Erstaunen löst der Vorschlag aus, das Bistum in den alten Zustand zu versetzen, vorausgesetzt die Gewissensfreiheit bleibt gewährleistet. Der König ist mehr als überrascht, lehnt jedoch ab. Seine Entscheidung ist durch die Vorgänge in London im Juli bestärkt worden. Noch würde man die königliche Prärogative nicht gewährleisten, aber die Vorschläge seien eine gute Grundlage für Verhandlungen. Er wolle diese Vorschläge mit dem Parlament erörtern, sagt er zu Cromwell und Ireton. Cromwell stimmt dem zu. Niemand sei seines Lebens und Besitzes sicher, wenn nicht einmal dem König Recht widerfahre, gibt Cromwell zur Antwort. Doch die Leveller wollen dem nicht zustimmen. Sie fordern einen völlig neuen Staat. Sie erheben im Armeerat heftige Vorwürfe gegen Cromwell. Der König habe ihm, die Würde eines Grafen von Essex angeboten.

Im Oktober erscheint die "Wahrhafte Darstellung der Sache der Armee", sowie die "Vereinbarung mit dem Volk". Sie wurde von den Sprechern der Regimenter aufgestellt und beinhaltet die Forderungen der Armee. Unter anderem fordert man alle zwei Jahre ein Parlament, sowie die Wahlen dazu, die Abschaffung des Königstums und die Abschaffung des Zehnten. Desweiteren sollen alle Männer, außer Bettler und Dienstboten das Wahlrecht erhalten. Diese wird bei der Versammlung des Armeerates im Hauptquartier zu Putney (bei London) am 04. Nov. vorgelegt. Fairfax ist bei dieser Versammlung nicht dabei, dafür aber Cromwell und Ireton, die den Vorsitz führen und bestreiten, daß dies die wahre Gesinnung der Armee sei. Rainsborough, der Beschwerdeführer widerspricht heftig. Er fordert gar eine Bestrafung derer, die mit dem König gemeinsame Sache machen. Ein Pamphlet gelangt in den Umlauf, worin eine grundlegende Reform der Justiz, die episkopale Abschaffung, Rücknahme einer Reihe veröffentlichter Auflagen und die freie Wahl der Armee, wer ihre Führer sein sollen, verlangt wird. Die Offiziere erkennen, daß sie nicht alle Forderungen zurückweisen können. Fairfax tritt zurück, da Gehorsam eine unentbehrliche Bedingung einer Armee darstellt. Würde der Gehorsam befolgt werden, werden auch einige Forderungen erfüllt werden. Die Debatten und Diskussionen dauern fast drei Wochen an. Schließlich gibt die Armee nach. Drei Rebellen werden vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen.

In der zweiten Novemberhälfte ist der Gehorsam wieder hergestellt. Doch in der Armee wurde die Hoffnung geweckt, daß neue Wahlen zum Parlament folgen würden, und einige Offiziere sympathisieren mit dieser Vorstellung. Der König spürt die Bedrohung, welche von der Entwicklung ausgeht und trifft sich mit schottischen Gesandten. Er erwägt eine Flucht nach Schottland. Charles bittet um Erlaubnis, Hamptoncourt verlassen zu dürfen. Da die Offiziere befürchten müssen, daß sich die Gemeinen des Königs bemächtigen könnten, wird ihm dies erlaubt.

Am 10. Nov. flieht er zur Insel Wright, wo Oberst Robert Hammond, ein Vetter Cromwells, den Befehl innehat. Dieser wehrte sich gegen den Druck der Leveller. Vermutlich wurde die Flucht von Legge,Berkeley und Ashburnham im Auftrage Cromwells organisiert. Jedenfalls verkündet Cromwell fast fröhlich die Flucht im Unterhaus, so daß der Verdacht sofort auf eine Mittäterschaft Cromwells fällt. Der Status eines Gefangenen ändert sich für den König auf Wright jedoch nicht. Charles erklärt von der Insel aus, daß er einer Abschaffung des Bistums und dem Verkauf der Kirchengüter nie zustimmen würde, wie es die Leveller verlangen. Zu dieser Zeit (Mitte Dez.) war es dem König bereits gelungen, ein Abkommen mit den Schotten zu erreichen. In einem Brief an die Königin, der bei einem Boten im Sattel gefunden wurde, spricht Charles die Hoffnung aus, mit den Schotten einig zu sein, ehe sich die Schotten mit dem Parlament und der Armee einigen können. Dabei setzt Charles auf die Offiziere. Doch Cromwell merkt, daß die Armee kurz vor einer Spaltung steht, und schließt sich am 21.Dez. vor dem Armeerat in Windsor den Forderungen der Leveller an, um dies zu verhindern. Rainsborough wird zum Vizeadmiral erhoben.

Im Dezember ergehen vier Beschlüsse durch das Unterhaus, die als die vier Bills in die Ge-schichte eingehen. 1.Das Parlament habe für 20 Jahre die Befehlsgewalt über die Armee inne, ob der König tot sei oder noch lebe. 2. Jeder Beschluß des Ober- und Unterhauses soll so aufgefaßt werden, als habe er königliche Bestimmung. 3. Eine Ernennung von Peers ohne Zustimmung des Parlamentes sei nicht mehr möglich. Dies kommt dem Verlust der königl. Prärogative gleich. 4. Jeder beschluß gegen das Parlament oder seine Mitglieder sei null und nichtig.

Als Charles die vier Bills am 28. Dezember ablehnt, verlangt Ireton gar einen Prozeß gegen Charles. Cromwell beklagt, daß Gott das Herz des Königs erhärtet habe. Das Parlament dürfe von ihm nichts erwarten, es möge das reich nach seiner eigenen Gesinnung regieren. Dem König werden daraufhin seine Dienstboten genommen und es wird ihm nicht gestattet weiter mit den Kaplänen aus seinem Umfeld zu sprechen.

1648:Am 03. Januar ergeht ein Beschluß des Parlamentes, welches jegliches zu Rate ziehen des Königs unter Hochverrat stellt. Der Armeerat stimmt dem zu. Eine Säuberungsaktion ist die Folge. Zahlreiche Royalisten werden inhaftiert.

Im Februar kommt es in Wales zu einer Revolte.

Am 27. März, dem Tag der Thronbesteigung des Königs, kommt es zu royalistischen Unruhen. Eine schlechte Ernte im Vorjahr und hohe Preise waren einer der Auslöser der Unruhen. Cromwell fordert, daß man die Stadt London zu besserem Gehorsam zwingen müsse, oder sie in Staub legen soll. Da die Presbyterianer im Parlament die Mehrheit halten und die Stadt unter Unruhen leidet, gibt die Armee die Befehlsgewalt an die Miliz ab. Der Tower wird von der Miliz wieder übernommen.

Die Schotten sehen in den Wirren eine großeGefahr für den Presbyterianismus. Zudem ist ihnen Cromwells Abneigung gegen alles schottische bestens bekannt. Sie sprechen sich für den König aus. Sie akzeptieren die Dreijahresregelung hinsichtlich der Kirchenverfassung, unter der Voraussetzung, daß niemand zum Convenant gezwungen werden darf. Im Gegenzug erklären sie sich zum Krieg auf der Seite des Königs bereit. Lediglich die Kirchenkommission hat Bedenken, da der König dem Bistum nicht abschwöre.

Schottland rüstet zum Krieg. Argyll ist politisch kaltgestellt, Hamilton führt die Schotten an. Ende April beginnt der Krieg bei Berwick. Westmoreland, Cumberland, Anglesey fallen schnell in die Hände der Royalisten. Überall erheben sich die Royalisten zum Aufstand. Auch in Yorkshire, Südwales und London. Die Flotte erklärt sich für den König. Ihr Befehlshaber ist Rainsborough.

Cromwell wird bei Kriegsausbruch nach Südwales beordert. Am 08. Mai ist er in Gloucester. Am selben Tag findet bei St. Fagans eine Schlacht statt, die Cromwell eine schnelle Kontrolle über Südwales gewährleistet. Nur Pembroke Castle leistet bis zum 11. Juni Widerstand. Weitgehend gewährt er Gnade. Doch hier werden drei Führer von Cromwell schwer bestraft. Sie gehörten einst der Seite des Parlamentes an. Da er die Siege des Parlamentes aus dem ersten Bürgerkrieg als Zeichen Gottes sah, richte sich ihr Aufstand auch gegen Gott. Einer von ihnen muß hingerichtet werden, sie selbst dürften wählen, wer es sein soll.

Das schottisches Heer unter Hamilton marschiert Anfang Juni nicht in Yorkshire ein, wie es die Adjutanten Hamiltons empfahlen. In der dortigen Heidelandschaft ließe sich ihre Reiterei besser nutzen. Stattdessen wandte sich Hamilton gen Carlisle und erobert es. Von dort zieht er weiter in Richtung Manchester, mit dem Ziel sich mit den aufständischen Royalisten von Nordwales zu vereinen.

Das abgerissene und müde Heer Cromwells, welches zahlenmäßig unterlegen ist, zieht ihm entgegen. Es umgeht das schottische Heer und greift es schließlich von Norden her an. Bei Marmaduke Langdale liefert sich Cromwell eine Schlacht mit den Royalisten, die sich in die Stadt Preston zurückziehen. Noch am selben Tag, dem 17. August, fällt die Stadt. Am Tag darauf gelingt es Cromwell bei strömenden Regen im Whigganmoor die Nachhut der Schotten anzugreifen. Am 19. August schlägt er sie am Paß von Winwick. Hamiltons Fußvolk ergibt sich, während die Reiterei flieht. Ausgehungert und erschöpft und der Geschütze verlustet, ergibt sich Hamilton schließlich am 25. August bei Uttoxeter. Der Sieg trägt entscheidend dazu bei, daß sich die Stadt Colchester den Truppen von Fairfax ergibt.

Die Armee ordnet an, daß der Sieg bei Gottesdiensten gefeiert werden soll, doch wird meist nur der Sieg verlesen.

Trotz des Kriegszustandes begibt sich eine parlamentarische Kommission, der Denzil Holles und Henry Vane angehören, nach Newport, wo sie mit Rücksprache der Independenten mit dem König in Unterhandlungen treten. Die Verhandlungen beginnen am 18. September und die vier Bills sind zunächst Verhandlungsgegenstand. Der König, ohne Hoffnung auf einen militärischen Erfolg, akzeptiert, daß alle gegen Parlamentarier eröffnete Verfahren eingestellt werden. Er stößt sich zwar an der Eingangsformulierung, daß das Parlament einst den Krieg zu seiner Verteidigung und Schutz habe führen müssen, will aber die Verhandlungen nicht unterbrechen. Er akzeptiert weitgehend die vier Bills, d.h. die Befehlsgewalt über die Armee geht für 20 Jahre an das Parlament über. Er nimmt eigene Beschlüsse zurück und gewährt der City of London die Ernennung der Befehlshaber im Tower. Er stimmt auch der Suspendierung der Bischöfe zu, die damit ihren Sitz im Oberhaus verlieren, sowie dem Verkauf von Kirchengütern. Er akzeptiert auch eine dreijährige presbyterianische Kirchenverfassung. Aber er besteht als Oberhaupt der Kirche darauf, den vorliegenden Convenant nicht anzunehmen.

Obwohl die Independenten den Unterhandlungen zugestimmt hatten, wandelt sich ihre Ansicht schnell. Cromwell sclägt eindeutig antimonarchistische Töne an. Hinter den Siegen stehe die Hand Gottes, der auf diese Weise die Könige beseitigen wolle. Die Armee formuliert eine Beschwerde, indem jede Abkunft mit dem König verworfen werde. Er solle sich wie jeder Gemeiner, wie jeder Offizier und Bürger dem Gericht und seiner Verantwortung stellen. Eine Wiedereinsetzung des Königs würde nichts an seinem Einfluß auf das Parlament ändern. Das Parlament beachtet die Remonstranz der Generäle nicht und schreitet mit den Verhandlungen fort. Dies führt zum Unwillen der Armee, die ein Bündnis gegen die Armee fürchtet.

Cromwell erobert Carlisle und Berwick zurück. Obwohl das Parlament ihm ein weiteres vor-dringen untersagt, zieht Cromwell in Schottland ein. Dort wird unter dem Einfluß des Marquis von Argyll, Archibald Campbell, eine neue Regierung gebildet, die die Verständigung mit Cromwell sucht, und diesen nach Edinburgh einlädt. Am 04. Oktober ist er in Edinburgh. Dort weilt er drei Tage. Man sagt ihm nach, daß er das Schwert Gottes sei; die Geißel Gottes!

Am 24. Oktober endet mit dem westfälischen Frieden der dreißigjährige Krieg in Deutschland.

Unter dem Vorwand die Ausstehenden Soldrückstände einzuholen, rückt die Armee wieder auf London vor, und besetzt bis auf Westminster alle städtischen Posten. Der König wird unterdessen von der Armee nach Hurst Castle in Hampshire gebracht. War die Wegführung des Königs zur Insel Wright schon mit einer gewissen Besorgnis verbunden, man könnte ihn auf der "Flucht erschießen", so wird der König bei der Zuführung von Hurst Castle von einer Todesangst erfaßt.

Im Armeerat erweist sich Ireton im November als die treibende Kraft dem König den Prozeß zu machen. Fairfax wehrte sich anfangs dagegen.

Am 04. Dezember protestiert das Unterhaus gegen die Fortführung des Krieges, welcher ohne Einwilligung des Parlamentes geführt werde. Am 05. erklärt sie die Antworten des Königs für Ausreichend um Frieden zu schaffen. Am 06. werden die städtischen Wachposten im Parlament unter Führung von Oberst Pride durch Wachposten der Armee entwaffnet und ersetzt. Als die presbyterianischen Parlamentarier die St. Stephens-Kapelle betreten wollen, werden sie für verhaftet erklärt. 96 Mitglieder werden von der Armee ausgeschlossen und 47 verhaftet. Cromwell erreicht erst am Abend London. Zwar war er nicht für dieses Vorhaben; ist aber, da es nun geschehen sei, froh darüber. Lediglich 80 Mitglieder, Anhänger der Independenten, verbleiben im sogenannten "Rumpfparlament". Dieses erhebt eiligst Anklage gegen Charles, den die Independenten weiterhin as Gefahr betrachten.

Bei Trim (Irland) erleiden die Katholiken eine schwere Niederlage gegen die Parlamentsarmee unter Jones und George Monk. Nach der Niederlage von Trim bilden die Iren eine Regierung in Kilkenny ohne den Klerus in ihrer Mitte. Sie laden Ormond zur Rückkehr ein, der den Ausgleich und Frieden zwischen den Parteien sucht. Rinuccini ist für die Fortsetzung des Krieges und exkommuniziert die Regierung. Als irische Geistliche diese für ungültig erklären, verläßt Rinuccini die Insel. Ormond gestattet Religionsfreiheit und beläßt Kirchengüter bei den Kirchen. Dafür verzichten die Iren auf ein rein katholisches Land. Ormond hofft, dem König von Irland aus helfen zu können und läßt Dublin belagern.

Der Trend sich mit Perücke zu bekleiden, sich zu schminken und sich mit einem Schönheitsfleck zu versehen, setzt sich als Mode durch.

1649: Am 01. Januar wird die formulierte Anklage dem Unterhaus vorgelegt, die von diesem angenommen wird. Der König wird beschuldigt, er habe versucht die alten Freiheiten der Nation und ihre Fundamentalgesetze abzuschaffen. Er habe versucht ein willkürliches und tyrannisches Regiment zu führen und er sei für den Bürgerkrieg verantwortlich. Am 02. Januar geht die Anklage zur Abstimmung an die Lords. Lord Manchester ist strikt dagegen. Das Parlament bestünde aus dem Ober- und Unterhaus, sowie dem König. Der König ist nichts ohne das Parlament, das Parlament ist nichts ohne dem König. Northumberland meint sogar, daß für den vorliegenden Fall keine Gesetze bestünden. Das Oberhaus vertagt sich daraufhin. Am 04. Januar erklären die Abgeordneten des Unterhauses, daß sie vom Volk gewählt worden seien und dieses repräsentieren. Was sie beschließen würden, sei Gesetz. Auch ohne Zustimmung der Lords und des Königs. Der König wird ins Schloß Windsor verlegt und mit Prozeßbeginn noch ein weiteres mal nach London (St. James).

Am 20. Januar beginnt in der Westminster Hall der Prozeß gegen den König vor einem 150 köpfigen Gerichtshof, zu dem jedoch selten mehr als 70 Mitglieder erscheinen. Mit dabei ist auch Cromwell. Der König akzeptiert das Gericht nicht und beruft sich auf das Nichtvorhandensein der Gesetze, weswegen man ihn anklagt. Er sei König durch Erbrecht, der Titel sei ihm nicht verliehen worden. Welche Autorität verhöre ihn? Er könne sie nicht anerkennen, da er sonst seine Pflicht verletzen würde, die er vor Gott habe. Ireton arbeitet auf die Hinrichtung des Königs hin, während Cromwell den König zunächst nur vor Gericht sehen wollte. Charles wird "Im Namen der als Parlament versammelten Gemeinen und des ganzen Volkes von England" angeklagt. Doch schließlich wird auch Cromwell von der Notwendigkeit einer Hinrichtung überzeugt und verfolgt das Ziel mit aller Gewalt. Als der König am 27. Jan. versucht zu den Lords und Gemeinen zu sprechen, wird er von Cromwell gehindert. Man betitelt den König, als "Mann des Blutes". Am gleichen Tag wird er zum Tode verurteilt.

Die Königin weilte zu dieser Zeit bei dem Schwiegersohn Prinz Wilhelm von Oranien. Seine Kinder Elizabeth (13 Jahre) und der jüngste Sohn Henry (9 Jahre) dürfen von ihm Abschied nehmen. Er tröstet seine Kinder: Er habe eine große Sünde begangen, als er einst Strafford hinrichten ließ, nun müsse er für seine Sünde vor Gott büßen. Der älteste Sohn Charles und der zweite Sohn James weilen ebenfalls im Ausland.

Der König wird am 30. Januar auf dem Schaffott vor Whitehall geköpft.

Zahlreiche Länder und irische Städte und Gemeinden erkennen ebenso wie Ormond Charles II. sofort als den neuen König an. Ormond hofft, die Generäle Monk und Jones zum Übertritt bewegen zu können; diese lehnen jedoch ab.

Aber auch in Schottland löst die Hinrichtung die Verbindung zwischen Argyll und Cromwell. Am 05. Februar erklärt das Unterhaus das Oberhaus für überflüssig und unnütz. Es gehöre abgeschafft. Da zuletzt nur noch eine Handvoll Peers zugegen war und diese Cromwells Armee fürchteten, treten diese auch nicht mehr zusammen. Am 07. Februar wird die Abschaffung der Monarchie erklärt. Ordonnanzen lösen Gesetze ab, diese werden durch Parlamentsakten abgelöst. Das königl. Siegel wird zerbrochen und durch ein neues ersetzt. Bulstrode Whitelocke wird neuer Verwalter des Siegels. Er ist einer der Rechtsgelehrten des Staates. Am 14. wird der Staatsrat gewählt, der an die Instruktionen des Parlamentes gebunden ist. John Bradshaw steht diesem Rat vor.

Lord Holland, Lord Cappel, Hamilton und General Goring werden vor Gericht gestellt. Sie beklagen, daß man ihnen ihr Leben zugesichert habe, wenn sie sich ergeben würden und den Krieg beenden.Man antwortet ihnen, daß man sie vor einer militärischen Exekution gesichert habe, dies bedeute jedoch nicht, daß sie sich nicht vor einem Gericht zu verantworten haben. General Goring, der Earl von Norwich, und einer der Armeeführer des Königs, wird als einzigster begnadigt.

Theatervorstellungen werden verboten, die Presse überwacht und Gasthäuser beobachtet.

Die Macht der Armee ist noch nicht gesichert und viele Feinde hätten sich nur zurückgezogen. Der Staatsrat sei Gesetzgeber, Exekutive und Justiz zugleich. Die Sternenkammer lebe im Staatsrat weiter.

Am 23. März wird Cromwell vom Staatsrat zum Oberbefehlshaber der Armee in Irland ernannt, sowie Generalgoverneur von Irland. Durch den Verkauf von Kirchengütern wird der Feldzug finanziert. Doch zunächst kommt es zu mehreren Revolten der Leveller in der Armee, als sie erkennen, daß ihre Forderungen ("Vereinbarung mit dem Volk") nicht erfüllt werden. John Lilburne ihr Hauptanführer wird wegen aufrührerische Umtriebe verhaftet. Dies ist der Auslöser der Revolten. Als Robert Lockyer, ein weiterer Anführer der Leveller, standrechtlich erschossen wird, wird seine Beerdigung eine große Demonstration. Cromwell will die Leveller zerschlagen, bevor er nach Irland muß, auch um seine eigene Position während seiner Abwesenheit zu festigen.

Im Mai erhebt sich aus dem Regiment von Oberst Reynold die größte Revolte unter William Thompson. Von Banburry im Süden aus, marschieren 200 Leveller Richtung Salisbury, um sich dort mit den rebellischen Levellern zu vereinen. In Burford werden sie bei Nacht angegriffen und besiegt.

Im Mai hat Ormond 8000 Fußsoldaten und 3000 Reiter unter Waffen. Drogheda und Trim werden erobert. 9/10 Irlands sind unter der Kontrolle Ormonds bzw. erklären sich für Ormond. Protestanten wie Katholiken sind von den Independenten enttäuscht. Mit entscheidend war, daß der Klerus die Verdammung Rinuccinis für nichtig erklärt hat.

Am 19. Mai wird die Republik als neue Staatsform verkündet.

Ein Gesandter des Parlamentes wird im Mai in den Niederlanden von Anhängern Charles´II. ermordet. Charles weilt zu dieser Zeit am Hofe des Prinzen Wilhelm II. von Oranien.

Am 10. Juli verläßt Cromwell in einer prachtvollen Kutsche London in Richtung Milfordhaven, wo er sich einschifft. Dort hört er auch von der Niederlage Ormonds vor Dublin. Am 13. August landet Cromwell mit 10.000 Fußsoldaten und 5.000 Reitern in Dublin. Besonders viel Artillerie wird ausgeschifft, die in den bisherigen Feldzügen von Cromwell keine besondere Rolle spielte.

Die Flotte von Prinz Rupert, der von den Niederlanden aus vor der englisch-irischen Küste kreuzt, kann die Ankunft der Flotte nicht verhindern.

Am 10. September greift Cromwell nach einer einwöchigen Aufbauphase die Stadt Drogheda an, die von Arthur Aston und 3.500 Soldaten gehalten wird. Im Fieber des Kampfes ordnet Cromwell an, niemanden zu schonen. Zunächst wird die Stadt beschossen. Am 11. Sept. gegen 17 Uhr sind zwei große Breschen in die Stadtmauern geschossen und der Sturmangriff beginnt. Cromwell sieht sich als das Schwert Gottes. Gleiches geschieht bald darauf in Wickford. Die harte und brutale Vorgehensweise bewirkt ein Überlaufen einer großen Zahl von Royalisten. Die Iren entledigen sich ihrer protestantischen Führer, da sie in ihnen die Strafe Gottes sehen. Wexford fällt am 11. Oktober. Hier laufen die Truppen Cromwells Amok und richten ein weiteres Massaker an. Dundalk und Trim ergeben sich kampflos. Noch im Oktober fällt Cork. Cromwell führt den Feldzug bis tief in den Winter hinein. Dieser stoppt seinen Feldzug im Dez. bei Waterford. Cromwell erkrankt schwer.

Am 04. Dez. rufen die irischen Geistlichen in Clonmacnoise zum katholischen Gegenkreuzzug auf.

1650:Ende Januar ist Cromwell wieder im Feld. Bis April fällt Cahir und Kilkenny, daß sich gegen eine hohe Geldsumme von einer Plünderung freikauft. Vor Clonmel erlebt Cromwell jedoch einen Rückschlag. Hugh O´Neill, ein Verwandter der aufständischen O´Neills in Ulster, hält ihm lange stand. Als die Stadt schließlich sturmreif ist, entkommt dieser mit seinen Leuten. Die Eroberung verlief für Cromwell äußerst verlustreich. Am 09. April beruft der Staatsrat Cromwell nach England zurück, weil sich in Schottland die Lage zuspitzt.

Im Frühjahr landet der Marquis von Montrose, James Graham, der einst ins Ausland geflohen war, in Caithness. In all den Jahren hatte er von Frankreich, Deutschland, Dänemark und den Niederlanden versucht, eine Armee aufzustellen. Mit einem kleinen Kontingent kommt es am 16. April in Caithness zu einer ersten Schlacht. Ihm gelingt zwar nach der verlorenen Schlacht die Flucht, jedoch wird er verraten und ausgeliefert. Man wirft ihm vor gegen den Convenant verstoßen zu haben und führt ihn durch die Straßen von Edinburgh, wo er im Mai gehängt und gevierteilt wird. Die Presbyterianer üben starken Druck auf die Regierung um Argyll aus. Sie drängen auf strikte Einhaltung der Kirchenverfassung und des Convenantes. Zudem wächst der Wille nach Unabhängigkeit, sowie die Unterstützung von Charles II. Stuart. Wenn der König, den die Schotten als ihren König anerkennen, die presbyterianischen Forderungen erfülle, sei er nach Schottland eingeladen. Der Prediger William Spang reist zu Charles, der am Hofe vom Prinzen Wilhelm von Oranien weilt. Wilhelm teilt dem Gesandten der Schotten mit, daß Charles nur für Schottland sprechen könne, aber nicht für Irland und England, die eine presbyterianische Kirche vielleicht gar nicht wollten. Spang argumentiert, daß genau diese Haltung Charles I. der Kopf gekostet habe. Er, der König, solle sich für die Presbyterianer aussprechen, die zahlenmäßig auch in England überlegen seien. Doch Charles II. gibt ihm die gleiche Antwort wie sein Schwager.

Die Iren selbst drängen den König die schottischen Forderungen anzunehmen, obwohl sie eine andere Religion haben. Aber sie benötigen eine zweite Front gegen Cromwell. Schließlich nimmt Charles die Forderung an. Wilhelm II. von Oranien gewährt ihm für den Feldzug großzügige finanzielle Hilfe.

Am 26. Mai setzt Cromwell schließlich nach England über. Cromwell überläßt Irland seinem Schwiegersohn Henry Ireton. Die Kämpfe werden bis zum Frühjahr 1652 andauern. Fairfax lehnt ein Kommando in Schottland ab. So übernehmen Cromwell, George Monk und Lambert das Kommando.

Am 23. Juni nimmt Charles auf einem Schiff in der Mündung des Flußes Spey den Convenant an. Dies geschah nicht zuletzt auch auf Drängen der Königsmutter. Am 24. Juni geht Charles an Land. Er erhält regen Zulauf von den Royalisten.

Am 28. Juni setzt sich die Armee Cromwells in Marsch. Den ganzen Sommer über weicht ihm jedoch David Lesley, der Befehlshaber der Schotten, ihm aus. Er hofft so, Cromwells Truppen durch Krankheit und Nachschubschwierigkeiten zu schwächen. Aus Frust stößt Cromwell bis nach Edinburgh vor und läßt es beschießen (Ende August/Anfang Sept.). Er muß jedoch nach Dunbar zurückweichen. Dort besetzen die Schotten die Hügel und Cromwells Truppen droht die Einschließung. Jedoch liegen sie nicht in Reichweite schottischer Geschütze. Innerhalb des Lagers der Schotten herrscht Uneinigkeit. Man drängt Lesley wegen der nahenden Erntezeit zum Angriff.

Am 03. verlassen die Schotten die Hügel und stellen sich zur Schlacht auf. Cromwell jubelt: "Gott liefert sie unseren Händen aus! Er erhebt sich um seine Feinde zu zerstören." Im Morgengrauen greift Cromwell überraschend an. 3.000 Schotten fallen in der Schlacht und etwa 9.000 werden gefangengenommen. Cromwells Anspannung löste sich in der Schlacht mit beinahe hysterischen Gelächter. Insgesamt standen sich 11.000 Engländer und 23.000 Schotten gegenüber.

Danach fällt Leith, Linlithgow und nach langer Belagerung (ab 07. Sept.) im Dezember auch Edinburgh. Die Erfolge Cromwells spalten die Schotten. Die sogenannten Remonstranten fordern von Charles, daß er Schottland regieren solle, aber England seinem Schicksal über-lassen solle. Aber als sie eine umfassende Staatsreform forderten, die den Einfluß des Adels erheblich einschränkt, wird auch Argyll in das Lager der Royalisten getrieben.

Im Spätjahr verstirbt Wilhelm II. von Oranien. Doch an den Verstärkungen für Charles II. hält man weiter fest. Sobald Charles in England stünde, würden die Verstärkungen nachgeführt und würde es zu Aufständen der Royalisten kommen.

Im Dezember 1650 erkennt Spanien die Republik England an.

1651: Am 01. Januar wird Charles II. in Scone gekrönt. Argyll setzt ihm die Krone auf. Charles muß die presbyteriansichen Satzungen anerkennen. Der Großkonnetabel überreicht ihm das Schwert zur Verteidigung der Religion. Es folgt ein Gebet über die Krone, die von Missetaten der Vorgänger gereinigt sein möge, ehe sie dem König aufgesetzt wird.

Im Frühjahr sind die Schotten widererstarkt. Zu dieser Zeit erkrankt auch Cromwell und ist dem Tode nah. Doch Cromwell will eine Entscheidung und lockt Charles nach England vor zu stoßen, indem er nach Norden vorstößt und Perth nimmt, während Monk Stirling Castle ein nimmt.

Im Juni wird Limerick erobert, wohin sich Ormond zurückgezogen hatte, dem nun nur noch die Flucht ins Ausland blieb.

Charles II. marschiert tatsächlich nach Süden und stößt am 07. August nach Carlisle vor. Sein Vormarsch endet erst in Worcester, daß ihm die Tore öffnet. Der Aufstand bleibt jedoch aus. Unterdessen ist Cromwell in einem Gewaltmarsch den König im Westen umgangen. Am 03. September erlebt Charles bei der Schlacht von Worcester sein Desaster. Er kann zwar entkommen und gelangt auch nach eineinhalb Monaten Flucht in der Normandie, doch der Krieg ist faktisch beendet.

Am 12. Sept. zieht Cromwell in einem triumphalen Zug in London ein. Er ist nicht nur der Oberbefehlshaber der Armee in Irland, sondern faktisch der Oberbefehlshaber der ganzen Armee. Er fordert das Parlament auf, sich selbst aufzulösen. Diese Forderung nährt Gerüchte, daß er sich selbst zum König machen wolle. Er ist der nun der erste Mann im Staatsrat (Lord-Protektor), erhält 4000 Pfund jährlich und als Residenz steht ihm Hampton Court zur Verfügung. Der Krieg war jedoch ruinös. Der Adel wird von nun an hoch besteuert, Kirchengüter verkauft und Glocken zu Schiffskanonen umgeschmolzen. Auch die gesamte Kunstsammlung Charles I. wird - zum größten Teil nach Spanien - verkauft.

Im November beschließt das Parlament die Selbstauflösung, nennt jedoch keinen Zeitpunkt. Es ist offensichtlich, dass die Palamentarier nicht an eine Auflösung denken.

Lediglich auf See, vor den Küsten Englands, halten sich noch die Royalisten. Prinz Rupert - von den Niederlanden unterstützt - unternimmt von den Scilly-Inseln und der Insel Jersey mehrere Kaperfahrten und macht die Küsten Englands unsicher. Die Republikaner bauen eine neue Flotte auf und übergeben das Kommando Robert Blake, zu diesem Zeitpunkt bereits 50 Jahre alt. Er greift die Schiffe Ruperts an, der sich darauf hin in die Biscaya und schließlich vor die portugiesische Küste zurückzieht. Portugal verweigert jedoch eine Einfahrt in ihre Häfen. Schließlich gelangt Prinz Rupert bis nach Cartagena. Doch dort gelingt es Blake den größten Teil der Schiffe des Prinzen zu zerstören, der nach Toulon weitersegelt. Da sie dort auch nicht bleiben können, segeln sie die afrikanische Küste entlang, weiter zu den Azoren und schließlich in die karibische See, wo sich ihre Spur verliert. Blake erobert nun Jersey endgültig und sichert so die Herrschaft über die englische See.

Oliver St. John und Strickland weilen in Den Haag, um die angespannte Situation zwischen beiden Ländern zu verbessern. Dies scheitert jedoch. Eine Folge ist daraus die Navigationsakte.

Am 09. Oktober verabschiedet das Parlament die Navigationsakte. Sie wurde erlassen, weil die Niederländer zum einen Charles unterstützt hatten, zum anderen wurde ihnen von den karibischen Inseln Englands, die sich zum König bekannten, der gesamte Seehandel übertragen. Die Akte sieht vor, daß nur noch englische Schiffe Waren nach England einführen dürfen bzw. nur noch Schiffe aus solchen Ländern englische Häfen anlaufen dürften, wenn sie Ware aus dem eigenen Land an Bord hatten. Dies trifft die Holländer hart.

Im November stirbt Henry Ireton an einem Fieber. Oberst Ludlow beendet im Jahr darauf den Feldzug in Irland.

1652: Im Januar kommt es bereits zu ersten Scharmützeln zwischen England und den Niederlanden. Englische Schiffe stoppen niederländische Schiffe und durchsuchen sie. Teilweise werden sie auch gekapert. Man beginnt gleichzeitig wieder diplomatische Beziehungen mit Spanien und Frankreich zu knüpfen. Die Beziehungen zu Frankreich gestalten sich schwierig, da Cromwell sich für die Lage der Waldenser interessiert und sich für sie stark macht. Diese siedeln zu dieser Zeit in den Savoyen. Spanien bietet 1 Mio. Reales an, wenn England Frankreich angreift. England fordert dafür den Hafen Calais. Dies lehnt Spanien ab. Besonders Erzherzog Leopold von Österreich, der zu dieser Zeit die span. Niederlande regiert, befürchtet, daß dann England den Kanal für sich beansprucht, diesen zumindestens beherrschen wird.

Cromwell wollte den Krieg gegen protestantische Glaubensbrüder nicht, sieht aber die Notwendigkeit ein. Allerdings vermutet er, daß auf diese Weise, das Parlament eine - schon seit langem - geforderte Selbstauflösung aus dem Weg geht. Schon kurz nach Ende des Krieges hatte man eine Staatsreform gefordert. Einige forderten gar eine "gemischt-monarchische" Regierungsform. Einer der Söhne des Königs, der Herzog von Gloucester, könnte diesem Staat vorstehen.

Im Februar wird für alle Royalisten eine Amnestie erlassen, wenn sie die bestehende Regierungsform anerkennen. Die Stimmung in England heizt sich gegen das Parlament auf. Die Gesetze sind zu hart. Überall sind Spitzel und Denunzianten unterwegs. Die Reichen könnten Richter und Gefängniswärter bestechen, die Armen nicht. Der Krieg in Irland, Schottland und gegen die Niederlande verschlinge zu viel Geld. Man presse den Armen alles ab. Es komme zu Konfikationen und Vertreibung. Die Leveller fordern die Abschaffung des Zehnten. Das Parlament verspricht eine Aufrechterhaltung nur so lange auszuüben, bis ein Ersatz gefunden sei. Doch ein Ersatz wird nicht gesucht. Cromwell erhält mehrere Briefe aus den Grafschaften, indem ihm mitgeteilt wird, daß ihm "Gottes Schwert nicht umsonst gegeben wurde. Erwirkt beim Parlament die Befreiung der Unterdrückten." Cromwell nähert sich der Position der Leveller.

Im März beginnt der Seekrieg mit den Niederlande.

Im Mai fällt als letzte Stadt in Irland Galway. Damit endet der irische Feldzug. In Schottland wird Dundee von Monk geplündert. Als letzte Bastion fällt Dunattor Castle. Danach führt zwar General Deane noch einige Expeditionen ins schottische Hochland, wo es noch zu vereinzelten Kämpfen kommt, doch der Krieg an sich ist vorbei. Cromwell erkrankt schwer, ist aber im Juni wieder gesund. Er lebt zu dieser Zeit in Hampton Court und besucht nur selten das Parlament.

Im August kommt es vor Plymouth zu einer, im Sept. vor der Küste Kents zu schweren See-schlachten.

Am 13. November beschließt das Parlament die Selbstauflösung zum 04.11.1654.

1653: Seeschlacht bei Portland im Februar die mit einem Sieg für England endet. Der Druck auf Cromwell und die Armee, das Parlament aufzulösen wächst. Eine Gruppe - die Millenarier - treten besonders militant auf. Diese lehnen jede weltliche Herrschaft ab um Christus zum König zu machen. Diese Gedankengänge sind Cromwell nicht fremd, der seine Position als von Gott erwünscht ansieht. Die Millenarier streben die Schaffung eines 1.000jährigen Reiches der Heiligen an und sind vermutlich aus der Bewegung der Leveller entsprungen.
Der prominente Geistliche Edmund Calamy warnt Cromwell jedoch vor einer gewaltsamen Auflösung des Parlamentes: "9 von 10 Engländern würden dagegen sein!" "Was aber, wenn man 9 entwaffnet und der 10. das Schwert in die Hand bekommt?" frägt Cromwell. Cromwell selbst wird Augenzeuge, wie 40 Menschen von ihrem Lande vertrieben werden, weil sie verschuldet waren. Besonders, der beim Parlament unbeliebte John Lambert verlangt, daß die Armee das Parlament auflösen solle. Dieses reagiert damit, daß es seinen Oberbefehl über Irland erheblich einschränkt.

Am 19. April berät man sich in Cromwells Sitz, wie man reagieren wolle, da am anderen Tag eine Bill in dritter Lesung verabschiedet werden soll, die einer Besetzung des neuen Parlamentes mit alten Mitgliedern zur Folge hätte. Man schiebt die Uneinigkeit über die Neuwahlen vor und will sich nicht auflösen. Am 20. April begibt sich Cromwell mit Oberst Thomas Harrison -einem Millenarier- und mehreren Soldaten ins Parlament und nimmt seinen Sitz ein. Als es zur dritten Abstimmung kommen soll, steht Cromwell auf und begibt sich in die Mitte. Zunächst ruhigen Tones, steigert er sich in Rage und beschimpft sie als korruptes Pack, Säufer und Hurenböcke: "Ihr begeht Ungerechtigkeiten und frönt Euch in Selbstsucht. Gott aber, hat sich würdigere Werkzeuge ausersehen. Ihr seid kein Parlament mehr!" Es sei eine göttliche Vorsehung, daß das Parlament aufgelöst sei. Harrison schickt die Soldaten in den Saal. Dem Staatsrat tritt Cromwell am Nachmittag gegenüber, und erklärt diesem, daß es nur noch eine private Versammlung sei. John Bradshaw erwidert: "Wir haben gehört, was dem Parlament durch Euch widerfahren ist, und schon bald weiß es ganz England. Aber ihr irrt, wenn ihr sagt, daß das Parlament aufgelöst ist. Kein Mensch kann es auflösen, nur das Parlament selbst kann sich auflösen." Doch Cromwell stellt sie unter Aufsicht von George Monk. Keiner aus der Armee wehrt sich, sodaß der Widerstand zusammenbricht. Die Flotte um Blake erklärt sich für unpolitisch.

Cromwell bildet unter Führung Generals John Lambert einen 10köpfigen Staatsrat. Die Macht liegt beim Armeerat. Dieser soll eine Reform des Staates betreiben. Erneut kursieren Gerüchte, daß er selbst die Königswürde anstrebe. Sheriffs und Gemeindevorsteher fordern wenige Wochen später die Wiedereinsetzung des Parlamentes. Cromwell lehnt zunächst ab. Sie - König, Lords und Parlament - hätten gegen ihre Pflichten verstoßen. Aber er räumt ein, daß die Institutionen nicht abgeschafft wurden, weil sie existierten. Der Armeerat - der von den Millenariern beeinflußt ist - beschließt, daß nur gottesfürchtige Männer in eine neue Versammlung einberufen werden sollen. Doch wer bestimmt diese? Die Kirchen fordern eine Wahl innerhalb der Kirchengemeinde. Nur so könne man eine gottesfürchtige Versammlung garantieren. Es werden sogar Listen mit Namen dem Staatsrat zugeleitet. Man einigt sich jedoch darauf, daß die Grafschaften insgesamt 140 Mitglieder benennen sollen.

Am 02. Juni versenkt die Flotte um Blake 20 holländische Schiffe vor Newport.

Am 04. Juli tritt die Versammlung, die als das "Parlament der Heiligen" eingehen wird, erstmals zusammen. Die Versammlung selbst gibt sich den Namen Parlament. Die Versammlung soll die Regierung bilden.Cromwell spricht zur Versammlung: "Überzeugt sie alle, daß es gottesfürchtige Männer waren, die sie mit Waffengewalt aus der Knechtschaft und Sklaverei unter der Macht des Königs befreit haben, und daß sie nun von gottesfürchtigen Männern regiert werden. Wahrlich, ihr seid von Gott berufen, um mit ihm und für ihn zu regieren. Ich bekenne, daß ich niemals erwartet habe, einen Tag wie den heutigen zu erleben. Warum sollten wir uns scheuen zu sagen, oder zu denken, daß dieser Weg das Tor sein könnte, um hereinzulassen, was Gott verheißen hat, was prophezeit worden ist, was er dem Herzen seines Volkes eingegeben hat, daß sie darauf warten und hoffen? Wir wissen, wer sie sind, die mit einem Lamm gegen seine Feinde kämpfen. Sie werden sein Volk sein, gerufen und erwählt und getreu im Glauben. Wahrhaftig, ich meine, es steht etwas vor dem Tore: Wir sind an der Schwelle, und deshalb geziemt es sich, daß wir unser Haupt erheben und uns im Herrn stärken. Ihr seid an der Schwelle der Verheißung und Prophezeiung!"

Lambert tritt aus Protest über die Entmachtung des Staatsrates zurück. Drei Wochen später tritt auch Harrison zurück, da das neue Parlament bereits heftig in sich zerstritten war, zurück. Ende August befallen auch Cromwell Zweifel über die Rechtmäßigkeit des neuen Parlamentes und dessen Ziele. Das Parlament ist in einer Justizreform zerstritten, sowie über die Frage des Zehnten. Das Parlament verlangt eine ersatzlose Auflösung des Kanzleigerichtshofes, der mit 23.000 Fällen im Rückstand war, teilweise mit Fällen, die 30 Jahre oder länger zurückliegen. Cromwell geht eine ersatzlose Streichung zu weit. Gleichfalls wird die Frage aufgeworfen, wieso ein Dieb hingerichtet werden kann und ein Totschläger nicht. Duelle werden verboten. Wer daran teilnimmt soll die rechte Hand, sowie Hab und Gut verwirken. Wer ein Duell anstrebt, verliert nur seine Hand. Der Sieger eines Duells soll als Mörder einen schimpflichen Tod sterben. Doch der größte Streitpunkt wird die Abschaffung des Zehnten. Cromwell, der einst dafür war, schließt sich jedoch der Meinungan, daß viele Zehnte in Privatbesitz übergegangen sei und für die Geistlichkeit oft lebensnotwendig sei. Eine Abschaffung des Zehnten, sowie Rückgabe der Güter, würde den Schutz von Privateigentum unterlaufen. Doch ein entsprechender Bericht einer Kommission des Parlamentes wird von den meisten Mitgliedern Anfang Dezember abgelehnt. Dies bedeutet eine Abschaffung desselben.

Am 12. Dezember versammeln sich die gemäßigten Kräfte im Parlament und ziehen nach Whitehall, wo sie Cromwell die Resignationsakte, den Rücktritt von 60 Mitgliedern, vorlegen. Lambert und andere Offiziere wie Harrison, der auch wieder an der Seite Cromwells ist, drängen diesen, das Parlament aufzulösen. Doch er wehrt sich. Er will nicht ein weiteres mal gewaltsam vorgehen. Am 13. Dezember kommt es in Whitehall zu einer Versammlung des Staatsrates unter der Führung von John Lambert. Alle Zivilisten werden entfernt. Man legt eine Verfassungsurkunde fest. Das sogenannte Instrument der Regierung. Cromwell solle den Titel des Protektors erhalten und bildet mit dem Staatsrat zusammen die Regierung. Das Parlament, welches einberufen werden solle, habe die Legislative. Nur der Staatsrat könne die Nachfolge des Protektors festlegen. Die Gesetze des Parlamentes sollten auch dann in Kraft treten, wenn der Protektor diesen nach einer bestimmten Frist nicht zugestimmt habe. Steuern und Abgaben seien vom Parlament abhängig. Cromwell nimmt an. Als am 14. Dez., alle, bis auf 30 Parlamentarier zurückgetreten sind, sendet Cromwell einige Soldaten ins Parlament und verjagt die restlichen Mitglieder.

Am 16. Dez. kommt es in Westminsterhall zur Einsetzung in Amt und Würden, welches einer Inthronisierung gleichkommt. Auf einem Teppich wurde der Staatssessel plaziert. Lambert bot ihm im Namen der drei Reiche Schottland, Irland und England den Titel des Protektors an. Cromwell leistet einen Eid auf Frieden und Gerechtigkeit, daß er das Land nach den bestehenden Gesetzen, Statuten und Gewohnheiten regieren werde. Cromwell erkenne den Wunsch der Versammelten und den Willen Gottes. Seine Macht möge nicht länger dauern, als daß sie mit Gottes Wille im Einklang stehe. Man überreicht ihm das Siegel und das Schwert, welche er symbolisch zurückgibt und setzt sich auf den Sessel. Der Staatsrat schwört bei der Wahl der Nachfolge unparteiisch zu sein, ohne Rücksicht auf Begünstigung, Versprechen und Belohnung. Jedoch könne kein Mitglied des Hauses Stuart Protektor werden. Allen ist klar, daß dies die Restauration der Monarchie bedeuten würde. In den Akten erscheint nun die Anrede "Olivarius Protector" statt "Carolus Rex".

Am 20. Dez. erreicht Bulstrode Whitelocke das schwedische Upsala, wo er die Königin im Auftrage Cromwells trifft. Er soll die Anerkennung der Regierung Cromwells erwirken, sowie die freie Fahrt durch den Sund. Whitelocke hatte den Auftrag nur zögernd angenommen, da er Cromwells Auflösung des Parlamentes vom April mißbilligte. Zudem sei er alt geworden und seine dritte Frau, eine Witwe, sei gerade hochschwanger. Diese befürchtet seine Entsendung sei eine Falle um sich seiner zu entledigen. Doch Whitelocke fürchtet, sich einen größeren Zorn Cromwells zuzuziehen, wenn er ablehne.

1654: Im Januar ernennt Cromwell neue Richter.

John Thurloe wird einer seiner engsten Vertrauten, da dieser den allgegenwärtigen Geheimdienst leitet. Noch geht von den Royalisten eine Gefahr aus.

Am 08. Feb. findet der offizielle Empfang der Stadt London statt.

Da in den Niederlanden die Stimmung gegen die Oranier wächst gelingt es den Seekrieg mit den Niederlanden zu beenden. Die Oranier werden aus der künftigen Regierung ausgeschlossen. Johann de Witt unterzeichnet am 05. April den Frieden zu Westminster.

Der politische Druck auf Frankreich zwingt den französischen Kanzler Kardinal Mazarin dazu, England Dünkirchen in Aussicht zu stellen, wenn England sich an einem Bündnis gegen Spanien beteiligt. Dünkirchen gehört zu den span. Niederlanden.

Cromwell sucht den außenpolitischen Erfolg, um im Innern zur Ruhe zu gelangen und fordert von Spanien freien Handel in Südamerika und Westindien. Spanien ist dazu jedoch nicht bereit. Zudem hatte Spanien während des engl. Bürgerkrieges die englischen Kolonien St. Catolina und Christoph in der karibik annektiert.

Im Mai wird eine Verschwörung von Royalisten entdeckt. Die drei untergeordneten royalistischen Parteigänger Fox, Vowell und Gerard planen Cromwell auf seinem Nachhauseritt nach Hampton Court zu überfallen. Zur gleichen Zeit kommt es auch in Schottland zur Rebellion. Da man Charles II. gedrängt hatte in England zu landen, weil der Zeitpunkt für die Restauration der Monarchie äußerst günstig sei, interpretierten die Schotten die Ankunft des Earls von Middleton als die Vorhut des Königs. Dieser jedoch hatte nicht vergessen, wie sehr ihn die Royalisten in England beim letzten Krieg ihn im Stich gelassen hatten und lehnte den Vor-schlag ab. Man entschuldigt sich beim König dadurch, daß seine enge Beziehung zu den Presbyterianern schuld daran gewesen sei.

Unterdessen eilt George Monk durch das schottische Hochland und erobert es zum zweiten mal.

Am 01. Juni erläßt Cromwell Ausschreibungen zu Parlamentswahlen.

Im August begrenzt Cromwell die zeitliche Dauer eines Falles am Kanzleigerichtshofes. Er läßt Hahnenkämpfe verbieten, ebenso das öffentliche Saufen, Herumlungern, Glückspiel und Fluchen.

Am 03. Sept. eröffnet Cromwell das gewählte Parlament, daß er nur bei zwei oder drei Ge-legenheiten besuchen wird. Er verlangt die Unterschrift der Abgeordneten, daß sie die Re-gierung nicht verändern wollen. Etwa 100 verweigern diese und werden ausgeschlossen. Das Parlament wird auf sechs Monate begrenzt, und soll das Protektorat anerkennen, sowie eine neue Verfassung für England, Schottland und Irland ausarbeiten. Aus allen drei Reichen sind Vertreter anwesend. Cromwells Partei setzt durch, daß Cromwell und der Staatsrat die Regierung stellen - in Vertretung des Parlaments bei dessen Abwesenheit - sowie daß er den Oberbefehl über die Armee habe und den Staatsrat ernennen würde, der vom Parlament bestätigt werde. Doch die Debatten werden hart geführt. Viele Parlamentarier würden lieber den Staatsrat ernennen und die Bestätigung solle Cromwell leisten. Zudem setzen sie durch, daß die Landmiliz nur durch das Parlament einberufen werden könne. Cromwell habe mit der Armee mehr Macht als einst der König. Zudem sei der Krieg gegen den König um die Freiheit und Gerechtigkeit geführt worden. Ein daraus abgeleitetes Recht stünde auch vielen anderen tapferen Männern zu. Schließlich kritisieren sie, daß Steuern und Abgaben ohne ihre Zustimmung erhoben wurden. Zudem sollen die jetzt bewilligten Befugnisse nicht für seine Nachfolger gelten. Das Parlament kann jedoch durchsetzen, dass die Armee von 57.000 Mann auf 37.000 Mann verringert wird.

Im November stirbt die Mutter von Cromwell.

Im Dezember bricht eine engl. Flotte unter dem Befehl von Admiral Penn und Admiral Venables in Richtung Karibik auf. Cromwell ermächtigt sie, die Spanier überall wo sie sind, anzugreifen. Cromwell strebt zwar keinen allgemeinen Krieg mit Spanien an, will es jedoch schwächen und England mit karibischen Eroberungen stärken. Gleichzeitig bricht Blake in Richtung Mittelmeer auf. Da beide - Blake und Penn - nicht das vollste Vertrauen von Cromwell genießen, befürchtet man eine zeitlang, daß Blake zu den Spaniern überläuft.

1655:Cromwell ist verärgert über das Parlament. Er befürchtet weitere Beschränkungen, welches ein Protektorat überflüssig machen würde. Er löst es am 22. Januar auf der Grundlage des Mondkalenders (28 Tage) auf. Er bezeichnet das Parlament als noch schlimmer, als das Lange Parlament. Zudem bedeutete die Uneinigkeit des Parlamentes eine Schwächung des Protektors zugunsten der Royalisten.

Generalmajor Overton, einer der Befehlshaber in Schottland, wird verhaftet. Er habe geplant mehrere Burgen zu nehmen, und von dort aus nach England einzumarschieren.

Am 12. März erheben sich 200 Kavalleristen erheben sich in Salisbury unter Wagstaff und Penruddock. Sie nehmen alle Edelleute fest, denen sie habhaft werden können und öffnen die Gefängnisse und rufen Charles II. zum König auf. Dieser war inzwischen nach den Niederlanden gereist, wo er auf eine günstige Gelegenheit zum Übersetzen wartete. Da auch dieser Aufstand fehlschlägt, kehrt er resigniert in seine Residenz nach Köln zurück.

Als Folge der Aufstände teilt Cromwell Schottland, England und Wales in 13 Militärbezirke ein, denen jeweils ein Generalleutnant vorsteht. Gleichzeitig nimmt Cromwell die Miliz unter seine Kontrolle. Er läßt zudem alle Gasthöfe schließen, außer die, die von Reisenden benötigt werden und läßt das Spitzel- und Kontrollsystem noch weiter ausbauen. Überall werden Armeeposten eingerichtet. Eine Verhaftungswelle geht durch das Land. Gegen religiös Andersdenkende legt er jedoch eine tolerante Haltung an den Tag. Solange sich die Presbyterianer ruhig verhalten, läßt er sie gewähren. Diese bekennen, daß es ihnen noch nie so gut ging. Gegen alles katholische ist er jedoch noch immer äußerst mißtrauisch.

Am 14. April landet die engl. Flotte in Hispaniola (Haiti). Doch die Engländer erreichen die Hauptstadt San Domingo nach einem langen Marsch durch den Dschungel nur stark geschwächt. Die Spanier behalten bei der anschließenden Schlacht um die Stadt die Oberhand. Die engl. Flotte wendet sich daraufhin gen Jamaika und erobert es. Penn und Venables kehren vorzeitig nach England zurück, wo Cromwell außer sich vor Wut ist. Er wirft ihnen Feigheit vor und läßt sie in den Tower werfen. Die span. Niederlande, die die neue Seemacht England fürchten, können am span. Hof erreichen, daß Spanien wieder in diplomatische Verhandlungen mit England tritt.

Da die Waldenser zu dieser Zeit im Piemont verfolgt, vertrieben und massakriert wurden, ver-spürt Cromwell und seine Gefolgsleute, ein Wiederaufflackern des Hasses gegen alles katholische. An den Verfolgungen nahmen auch irische Truppen teil. Admiral Blake taucht vor Italien und Malta auf und bedroht es. Frankreich, daß sich ebenfalls an den Verfolgungen beteiligt hatte, gestattet den Waldensern daraufhin freie Religionsausübung und Rückkehr in die Savoyen. Dies führt zu einer gewünschten Annäherung an England, welche in einem Bündnis gipfelt. Charles II. darf sich daraufhin nicht mehr auf französischen Boden aufhalten.

Cromwells Tochter Elizabeth erkrankt an Krebs und ihn selbst plagt die Gicht, ein Steinleiden, sowie ein Furunkel an der Brust. Zudem ist er voller Sorge um seine Söhne Henry und Richard. Während Henry nach Irland geht und dort Statthalter des Landes wird (er löst Cromwells Schwiegersohn Fleetwoodab), zeigt sich der ältere Sohn Richard ohne Kompetenz und Entschlossenheit.

1656: Cromwell beruft ein Parlament ein, um den Krieg gegen Spanien führen zu können. Da Henry Vane nicht bereit ist, eine Unterschrift unter ein Dokument zu setzen, welches besagt, daß man die bestehende Regierung nicht verändern wolle, wird er gefangengenommen und nach Carisbrooke Castel auf der Insel Wright gebracht. Der Staatsrat hatte laut Verfassung das Recht, die Qualifikation der Bewerber zu prüfen. Ca. 100 Abgeordnete werden abgelehnt.

Am 17. Sept. eröffnet Cromwell das Parlament. Charles II., der seit kurzem in Verhandlungen mit Spanien steht, liefert Cromwell gute Argumentationshilfe. Das Parlament stimmt dem Krieg zu.

Inzwischen hatte einer der Geschwaderkapitäne von Blake, der Kapitän Stayner, eine span. Flottile vor Cadiz vernichtet. Bei der Schlacht fielen dem Kapitän nicht nur der Vizekönig von Mexiko in seine Hand, sondern auch ein Silberschatz von ca. 1 Mio. Pfund Sterling. Die Spanier hatten Frankreich zuvor bei Valenciennes eine schwere Niederlage zugefügt.

1657: Im Januar wird eine weitere Verschwörung gegen Cromwell aufgedeckt. Eine Pulverladung sollte unweit seiner Gemächer in Whitehall detonieren. Im anschließenden Auflauf wollte ein gewisser Sindercomb Cromwell töten. Man richtet ihn hin. Das Attentat führt zu einer grundlegenden Debatte. Die Vertreter der City of London fordern Cromwell in die Einsetzung der alten Formen der Konstitutionen. Die Vertreter der Armee, besonders Lambert sind geschockt. Die alten Konstitutionen seien die Interessen der Stuarts. Wolle man den Protektor zum Vizekönig machen? Zudem würde dies die Wiedereinsetzung eines Oberhauses bedeuten. Dem Vorschlag ist Cromwell nicht abgeneigt, da ein Oberhaus ein Gegenpol zum Parlament in der jetzigen Form bilden würde. Die Antwort lautet: Mit dem Titel Protektor verinde man das Recht des Schwertes. Mit der königl. Würde verbinde man Recht, Gesetz und Freiheit. Der Protektor solle der König Englands sein.

Am 25. März stimmt das Parlament mit 123:61 Stimmen dafür, daß Cromwell den Königstitel annehmen soll. Lambert - seit Harrisons Fall der Stellvertreter von Cromwell - redet dem Protektor ins Gewissen, der inzwischen sehr gerne die Krone nehmen würde: Man habe nicht all die Jahre für Recht und Freiheit gekämpft, für ein freies England und einem freien Parlament. Cromwell spürt, dass die Leveller und Millenarier sich dagegen zur Wehr setzen würden. Daraufhin lehnt Cromwell am 04. April die angebotene Königswürde ab. Allerdings geschieht dies nur halbherzig, und man drängt ihn weiter diese anzunehmen.

Am 22. April greift Blake eine von der Karibik kommende spanische Flotte im Hafen von St. Cruz (Teneriffa) an und versenkt 16 Galeonen. Portugal schließt sich dem Krieg gegen Spanien an, fürchtet es doch die engl. Flotte, die mit einem Angriff droht. Zu dieser Zeit weilte Charles II. noch immer in Köln.

Teile der Armee und der Marine drohen mit offener Rebellion, wenn Cromwell die Krone annehmen würde. Noch am selben Tag, dem 08. Mai, lehnt Cromwell die Königswürde endgültig und definitiv ab. Am 22. Mai beschließt das Parlament, daß das Protektorat, das höchste Staatsamt der Nation ist und bleibe. Er wird jedoch mit Vollmachten ausgestattet, die einer Königswürde gleich kommen: Er darf seinen Nachfolger benennen und erhält 1,3 Mio. Pfund an Jahreseinkommen. Und das obwohl der Staat hochverschuldet und bankrott ist.

England und Frankreich einigen sich darauf, daß beim Fall von Dünkirchen, dieses an England fällt. Daraufhin entsenden die Engländer 6.000 Mann

Am 26. Juni kommt es in Westminsterhall zu einer großen und feierlichen Zeremonie. Man bestätigt Cromwell zum zweitenmal als Lord-Protektor. Cromwell der in einem teuren Mantel gekleidet ist, dessen Schleppe von drei Generälen getragen werden muß, erhält das Schwert des Landes und der Stadt. Der Sprecher des Parlamentes erklärt, daß Seine Hoheit den Titel eines Lord-Protektors schon lange trage, aber erst jetzt habe das Volk, vertreten durch das Parlament der drei Reiche, ihn bestätigt. Cromwell sitzt auf einen erhöhten Stuhl wie ein König. Man überreicht ihm neben dem Schwert und Zepter auch die Bibel. Lambert verweigert den Treueschwur und zieht sich ins Privatleben zurück.

Cromwell sucht ein Bündnis mit Schweden, daß zu dieser Zeit im Krieg mit Polen liegt.

Spanien gestattet Charles II. seinen Wohnsitz nach Brügge zu verlegen. Charles II. stellt jedem Verzeihung und Gnade in Aussicht, wenn man sich für ihn erklären würde.

In der Späthälfte des Jahres gelingt es den Engländern, Mardyke, ein Außenwerk von Dünkirchen, zu nehmen. Für einen Angriff auf Dünkirchen ist es für die Jahreszeit schon zu spät.

Im November heiraten zwei Töchter Cromwells den Enkel des Earls of Warwick, sowie den Viscount Fauconberg.

1658: Am 20. Januar eröffnet Cromwell ein weiteres Parlament. Vordergründig steht der Krieg mit Spanien zur Aussprache. Doch Cromwell beabsichtigt, die Wiedereinführung des Hauses of Lords. Das Unterhaus wird von seinen Gegnern beherrscht, und er erhofft sich durch die Restauration des Hauses of Lords, ein Gegengewicht zu seinen Gegnern. Doch bereits die Ausrufung eines Fastentages durch das Oberhaus am 23. Januar erhitzt die Gemüter. Das einberufene Parlament zählt alle üblen Folgen auf, die das Bestehen des Oberhauses nach sich gezogen hatte. Haslerigh, ein alter Weggefährte Cromwells, ist einer seiner entschiedensten Gegner geworden: "Wofür haben wir gefochten, als dafür, daß das Volk sich selbst Gesetze geben kann? Dafür ist Blut geflossen. Es war ein Werk göttlicher Vorhersehung, daß es um jeden negativen Einfluß frei ist. Das Blut, durch welches jedes Veto (Charles I.) ausgeschlossen wurde, selbst das der schottischen Maria, klebt an der Tür des Hauses. Kann man König Charles wieder ins Leben zurückrufen? Man sagt wohl, daß es ein alter Brauch ist, ein Haus of Lords zu haben. Doch dasselbe gilt für Papsttum, Prälatenwesen und Atheismus! Wenn man dem neuen Haus eine koordinierende Gewalt gibt, so gibt man ihm Macht über Geld, Krieg und Frieden, das Recht Gesetze zu geben, und ihre Magistrate zu ihrer Ausführung zu setzen. Das engl. Volk petioniert nicht um Ketten. Wie einst das Volk Israels wird es sich selbst regieren. Das Volk hat nach dem Willen Gottes die Macht über alle Dinge!"

Das Parlament geht nun daran, dem Protektor einen vom Parlament abhängigen General an die Seite zu stellen. Gleichzeitig bereitet es vor, die Landmiliz in die Hände eines zuverlässigen Oberbefehlshaber zu stellen. Zudem solle nur ein Haus die oberste Instanz der nation sein. Dies kann und will Cromwell nicht akzeptieren.

Am 04. Februar begibt er sich mit einem geringen Geleit ins Parlament. Im Gesellschaftssaal trinkt er noch einen Becher Ale. Fleetwood erkundigt sich nach seinem Vorgehen. Fast heiter antwortet Cromwell: "Ich löse das Parlament auf. Ja, bei Gott, das werde ich tun!" Den Einwänden schenkt er kein Gehör und begibt sich sodann in den Sitzungssaal. Man habe ihm einst die Macht angetragen. Er hielt es für seine Pflicht dem Wunsche Gottes und des Volkes zu erfüllen. Doch nun wolle man ihm diese wieder nehmen. Dadurch fühle er sich von seinen Verpflichtungen entbunden. Der junge Mann, der sich König der Schotten nenne, habe etliche Streitkräfte und werde mit Schiffen von den Nachbarn unterstützt. Beim ersten günstigen Wind werde er landen. Dennoch könne sich England nicht einigen, sondern verfalle in kleinlichen Streit. Die Einkünfte reichen nicht für die Armee aus, aber man tue nichts, um einen plötzlichen Bedürfnis gewachsen zu sein. Gott sei Richter zwischen ihm und dem Parlament. Er löse dieses auf.

Ein paar Tage später gibt er ein Bankett, zu dem Cromwell die Offiziere um sich versammelte. Wer mit seinem Regiment unzufrieden sei, solle dies sagen. Doch sollte jemand mit seinen Feinden in Verbindung stehen, so sei dies Verrat und nach diesem Vergehen erfolge die Strafe. Niemand antwortete ihm.

Im März werden etliche Royalisten und Katholiken verfolgt und vertrieben. Sie erhalten eine Frist binnen der sie London verlassen müssen. Es kommt zu zahlreichen Verhaftungen. Die Regierung Cromwells steckt wegen des Krieges in einer tiefen Finanzkrise.

Im Mai wird eine Verschwörung durch Spitzel aufgedeckt. Es wurde geplant, die Wachen der Stadt zu überwältigen und die Stadt London an mehreren Stellen in Brand zu stecken.

Dünkirchen wird im Frühjahr (Juni) erobert. Auf der Seite der Spanier kämpften auch zahl-reiche Royalisten in den Dünen. Sie wurden vom Herzog von York, James Stuart, einem der Brüder des Königs, angeführt. Danach ebbt der spanisch-französische Krieg ab. Frankreich nähert sich an Spanien. Die Niederlande halten zwar ruhig, sind jedoch Charles II. nicht abgeneigt. Österreich gewinnt wieder eine der führenden Rollen in Europa und das mächtige Schweden hält sich mit einem Krieg gegen das habsburgerische Österreich zurück.

Cromwells Schwiegersohn Fleetwood beginnt seinen Schwiegervater wegen den Verfolgungen zu meiden. Sein Sohn Henry schreibt an Cromwell einen Brief, indem dieser einen Bürgerkrieg nach dem Tode Cromwells befürchtet. Der jetzige Zustand Englands sei allein von der Persönlichkeit des Protektors abhängig.

Am 06. August verstirbt seine Tochter Elizabeth, die Lady Claypoles. Cromwells Gesundheitszustand verschlechtert sich und man sagt ihm nach, daß er Opium nehmen müsse. Am Ende des Monates ernennt Cromwell seinen Sohn Richard zum Nachfolger im Amt. Kurz nach seiner Verlegung von Hampton Court nach Westminsterhall verstirbt Cromwell nachmittags um 16 Uhr am 03.September, dem Jahrestag, seiner größten Erfolge bei Schlachten. Am Abend zuvor war ein furchtbarer Sturm und Gewitter niedergegangen. Im Volksmund wächst die Mär, dies sei die Vereinigung Cromwells mit den Dämonen gewesen.

1660: Restauration der Monarchie unter Charles Stuart II.

   

Charles hatte drei Söhne. Der zweite war Charles, der dritte Henry.

 

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