
Krönung von John Balliol (1292)
Absetzung von John Balliol (1296)
Der Aufstand von Wallace und Moray (1296)
Die Schlacht von Stirling (1297)
Die Schlacht von Falkirk (1298)
Hinrichtung von William Wallace (1305)
Robert de Bruce ermordet seinen Rivalen im Kampf um die Krone (1306)
Die Schlacht von Bannock Burn (1314)
England erkennt Schottlands Unabhängigkeit an (1328)
um 1272: William Wallace wird wahrscheinlich in Ellerslie bei Paisley als zweiter Sohn, von drei Söhnen, des verarmten Ritters Malcolm Wallace und Margarete de Crauford, der Tochter des Sheriffs von Ayr, geboren. Er wird später etwa zwei Meter gross werden. Eine gewisse Zeit seiner Jugend verbringt er bei seinem Onkel, einem Kleriker, in Cambuskenneth Abbey bei Stirling. Dort lernt er vermutlich auch lesen und schreiben. Seine Brüder sind Malcolm (der ältere) und John Wallace.
Der 35jährige Edward Planatgenet, genannt Longshanks, wird am 16. November Nachfolger des verstorbenen englischen Königs und regiert England als Edward I. Da er sich um diese Zeit in Palästina befindet, erfolgt die Krönung später.
1274: Robert the Bruce wird am 11. Juli auf Turnberry Castle am Firth of Clyde - geboren. Er ist der erste Sohn vom 6th Lord von Annandale und Marjorie, Gräfin von Carrick. Er hatte insgesamt acht Geschwister: Edward, Thomas, Alexander, Nigel, Isobel, Mary, Christina und Matilda. Ursprünglich stammt die Familie aus Yorkshire und ist normannischen Ursprungs.
Am 19. August wird Edward I. in der Westminster Abbey gekrönt.
1280: John de Balliol heiratet Isabell de Warren
1286:
König Alexander III. Canmore stirbt am 19. März bei einem Reitunfall.
Er hinterlässt keinen Sohn. Es werden die 6 Wächter (vergleichbar
mit Regenten oder einem Kronrat) gewählt, die Schottland bis zur Einsetzung
eines Thronfolgers regieren. Dies sind vermutlich : Duncan Macduff, der
10th Graf von Fife, der Krönungsrechte besitzt, John "Black"
Comyn, der Lord von Badenoch, James dem Stewart, Robert de Bruce, Grossvater
des künftigen Königs, sowie die Bischöfe von Glasgow (?)
und St. Andrews, William Fraser.
Einzigste Erbin ist die 3jährige Margaret, Tochter des norwegischen
Königs Erik. Margaret ist die Enkelin Alexanders. Aufgrund des Alters
ist der Regentschaftsrat notwendig. Der englische König Edward I.,
Schwager von Alexander III., ist der Grossonkel der Erbin.
Es kommt zu Streitigkeiten um die Thronfolge. Insgesamt 13 Personen erheben
Anspruch auf die Krone. Doch nur John Balliol und Robert de Bruce, 5th
Lord von Annandale, haben ernsthafte Chancen. Balliol ist mit den mächtigen
Comyns verwandschaftlich verbunden und kann auf deren Unterstützung
zählen. John "Black" Comyn ist sein Schwager. Er hatte seine
Schwester Alienora geheiratet. Als Robert de Bruce jedoch im September aus
dem Regentschaftsrat ausgeschlossen wird, eskaliert die Situation und es
kommt zum Aufstand durch Robert de Bruce und seinem gleichnamigen Sohn,
dem 1st Grafen von Carrick.
Im gleichen Jahr wird James Douglas geboren, der Sohn von William Douglas.
1287: Im Frühjahr kommt es zu einem Waffenstillstand zwischen den Bruce und dem Regentschaftsrat.
1289: William Wallace, der bislang durch die Mönche von Paisley Abbey eine Erziehung genoß, wird nach Cambuskenneth zu seinem Onkel geschickt, um seine Kenntnisse zu vertiefen.
Edward I. arrangiert ein Treffen in Salisbury und lässt sich durch den Grafen von Pembroke, dem Bischof von Winchester, dem Grafen von Surrey, John de Warenne, und Antony Bek, dem Bischof von Durham, repräsentieren, da er selbst in der Gascogne weilt. Die schottischen Vertreter sind John "Black" Comyn von Badenoch und Robert de Bruce 5th Lord von Annandale (Grossvater des zu-künftigen Königs). Als Lehnsherr muss Edward der Neubesetzung des Thrones zustimmen. Er kehrt aus der Gascogne zurück. Das Treffen beginnt im Oktober. Am 06. November ist eine Vereinbarung zustande gekommen. Die junge Erbin soll am 01. November des folgenden Jahres in England oder Schottland erscheinen, um ihr Erbe anzutreten. Die schottischen Vertreter verpflichten sich, keine Heirat ohne Zustimmung Edwards I. oder Erik zu arrangieren, ohne zu wissen, dass Edward bereits Verhandlungen mit Erik II. von Norwegen über eine Hochzeit zwischen seinem 5jährigen Sohn und der inzwischen 6jährigen Margaret führt. Als der Vertrag abgeschlossen ist, präsentiert Edward seine Trumpfkarte: Er legt eine päpstliche Bulle von Nikolaus IV. vor, in der der Papst einer Vermählung zwischen Edward II. (der 5jährige Sohn) und der inzwischen 6jährigen Margaret zustimmt. Dies hätte zur Folge, dass die englische Krone mit der schottischen Krone vereint würde. Die Bulle stösst bei den schottischen Vertretern auf Entsetzen. Die Thronansprüche von de Bruce und Balliol/Comyn lösen sich damit in Luft auf. Aber da unter Alexander 20 Jahre Frieden in Schottland herrschte, will man diesen Frieden nicht auf das Spiel setzen.
1290: Am 17. März erhalten die Könige von England und Norwegen die Zustimmung einer Heirat der schottischen Wächter (Ehrentitel, der gleichzusetzen ist mit Regentschaftsrat). Im Vertrag von Brigham wird am 28. August die Heirat besiegelt.
Edwards Kreuzfahrtpläne werden durch zwei Ereignisse durchkreuzt: Zum einen verstirbt im November seine Ehefrau Eleonore von Kastillien, zum anderen erkrankt die schottische Thronerbin auf ihrer Reise nach Schottland und stirbt am 26. September auf den Orkney-Inseln, bevor sie den schottischen Boden betritt. Damit ist die Thronfolge wieder völlig offen und der alte Streit bricht aus..
Der
Streit zwischen den 13 Kontrahenten schlägt beinahe in Anarchie um.
Besonders heftig ist der Streit zwischen den Bruce und John Balliol. Beide
Kontrahenten stammen von Töchtern des Grafen von Huntingdon, David,
ab. Jener David war der Bruder Wilhelm des Löwen und hatte keine Söhne.
John Balliol stammt von der ältesten Tochter Margaret ab, Robert Bruce
von der zweiten Tochter Davids, Isobel. Da John Balliol keine Ländereien
im gälischen Sprachgebiet besitzt, fehlt ihm die notwendige Unterstützung.
Er gilt zudem nicht als besonders intelligent und ist bereits schon über
vierzig.
Innerhalb weniger Monate verschärft sich die Lage und ein Bürgerkrieg
droht. Robert de Bruce, Grossvater des künftigen Königs, beschlagnahmt
die königlichen Burgen von Dumfries und Wigton, sowie die Burg Buittle,
die John Balliol gehörte.
1291: Der sechsköpfige Regentschaftsrat (Wächter), denen Balliol und Bruce angehören, erbeten die Vermittlung Edwards I. in der Thronfolge. Dies geschieht auf Vorschlag des Bischofs von St. Andrews, William Fraser. Als Lehnsherr über die schottischen Könige solle er die Nachfolge regeln. Edward I. sieht darin die Chance, seinen Einfluss in Schottland zu sichern und folgt der Bitte. Er beruft daraufhin den schottischen Adel im Mai nach Berwick ein. Hier verlangt er vom schottischen Adel ihn als Lehnsherrn per Eid anzuerkennen Edward ist zunächst geneigt, Bruce zu favorisieren. Bruce diente einst unter Heinrich III. und war auch als Richter tätig und verfügt über die grössere Anhängerschaft. Robert de Bruce dem zukünftigen König - wird der Titel eines Grafen von Carrick übertragen.
Edward fordert auch die Übergabe der königlichen Burgen. Da die schottischen Adligen befürchten im Falle einer Weigerung ihre englischen Besitzungen zu verlieren, erfüllen sie die Forderungen Edwards I. und erkennen ihn als den obersten Herrn am 11. Juni an. Zwei Tage später schwören sie ihm in Upsettlington die Treue. Er befiehlt daraufhin die Sherrifs von York, Northumberland, Lancaster, Westmoreland und Cumberland Truppen zu entsenden. Diese sollen die schottischen Burgen besetzen, die Edward I. für sich gefordert hat.
Edward verzögert eine Entscheidung über die Thronfolge immer weiter hinaus. Er bestimmt, dass ein Gerichtshof darüber entscheiden soll und das die Parteien ihre Ansprüche bis dahin formulieren. Diese liegen am 03. August dem Gerichtshof vor. Gleichzeitig fordert er alle Schotten auf, ihm die Treue zu schwören. Entweder persönlich oder per Unterschrift in den ausliegenden Listen in den Städten Ayr, Dumfries, Inverness und Perth.
Malcolm Wallace unterschreibt diesen Eid jedoch nicht. Sein Schwiegervater, Reginald de Crauford, Sheriff von Ayr, sieht dies auf der Liste und warnt Wallace vor den Folgen. Malcolm Wallace flieht mit seinem ältesten Sohn nordwärts nach Lennox. Margaret de Crauford und ihre jüngeren Söhne finden Schutz bei ihrem Vater. Dieser sendet sie nach Kilspindle. William Wallace besucht die Klosterschule zu Dundee um dort sich auf sein zukünftiges Priesterleben vorzubereiten.
Irgendwann im letzten Quartal des Jahres wird der flüchtige Sir Malcolm Wallace in Loudoun Hill von dem englischen Ritter Fenwick aufgespürt und erschlagen.
Im Dezember kommt es zu einen Streit in Dundee zwischen Selby, dem Sohn eines englischen Wachmanns, und William Wallace. Selby hatte Wallace erkannt und von dem Tod von Sir Wallace gehört und verhöhnte nun William Wallace. Dieser erdolcht Selby und kann in der Menge untertauchen und entkommen, obwohl er von mehreren Gegner umringt war. Als Pilger verkleidet fliehen William Wallace, sein Bruder und seine Mutter aus Kilspindie nach Ellerslie. Angeblich wollen sie den Schrein von der heiligen Margaret in Dunfermline aufsuchen. Der Kommandant von Dundee, Sir Alan Fitz-Alan erklärt ihn daraufhin zum Gesetzlosen.
1292: Sir Reginald de Crauford schickt die Flüchtigen jedoch zu einem anderen Onkel, zu Richard Wallace, nach Riccarton, da Ellerslie zu unsicher ist. Sie gelangen im Februar nach Riccarton.
Am 23. April kommt es zu einem Kampf zwischen William Wallace und fünf englischen Rittern aus Ayr. William tötet einen von ihnen, verletzt einen weiteren, die anderen fliehen zu Fuss. Die Engländer hatten Wallace beim Fischen in Irvine Water gesehen und ihm seinen gesamten Fang abnehmen wollen. Sein Onkel Richard ist darüber sehr verärgert und schickt ihn in den Leglen Wald, wo er sich verstecken soll. Doch dort wird er sich bald langweilen und auf den markt nach Ayr gehen. Dort zieht er seine Aufmerk-samkeit auf sich, als er sich mit einem Engländer misst, der um Geld gegen jeden kämpft. Wallace besiegt diesen, wird jedoch erkannt und muss fliehen.
Bei
einem weiteren Ausflug nach Ayr begibt sich William Wallace erneut in Gefahr,
als er Zeuge eines Streites zwischen einem Diener seines Onkels und einem
Diener von Henry de Percy wird. Wallace tötet den brutalen Diener von
de Percy und findet sich plötzlich von Engländer umringt. Es kommt
zu einem Kampf bei dem er zwar mehrere Engländer töten kann, selbst
jedoch verletzt, überwältigt und schließlich in den Kerker
geworfen wird. Im Kerker übermannt Wallace ein Fieber und er fällt
in ein Koma. Man hält ihn für Tod und wirft ihn über die
Mauer auf den Müll. Die Pflergerin, die ihn im Gefängnis gepflegt
hatte, erbat die Erlaubnis ihn ordentlich beerdigen zu dürfen. Als
sie ihn holen, fällt ihr auf, dass er noch lebt. Sie bringen ihn heimlich
zur Pflegerin nach Hause, wo Wallace von ihr und ihrer Schwester gesund
gepflegt wird.
Nach seiner Genesung sendet Wallace die beiden Schwestern in die Obhut seiner
Mutter nach Ellerslie; er selbst kehrt zu seinem Onkel Richard Wallace nach
Riccarton zurück. Auf dem Weg nach Riccarton begegnet er einem englischen
Ritter namens Longcastle und dessen Knappen. Er überfällt sie,
beraubt sie, stiehlt die Pferde, lässt sie jedoch leben, damit diese
verbreiten können, dass er noch am Leben sei.
Im Juni ist noch immer keine Entscheidung gefällt, wer künftiger König von Schottland wird. Anthony Bek, der Bischof von Durham, warnte Edward Robert de Bruce der Grossvater des künftigen Königs - zum Thronfolger zu machen, da dieser riesige Ländereien in England besitze und so zu einem ernsten Gegner werden könnte. Edward, der Robert de Bruce favorisierte, wird unsicher und vertagt die Verhandlung, die im Oktober weitergeführt wird.
Robert
de Bruce leitet seinen Anspruch darauf ab, dass er Alexander II. näher
gestanden habe und sein Vater dessen Erbe gewesen wäre, wenn dieser
kinderlos gestorben wäre. John Balliol stamme zwar von der ältesten
Tochter ab, hätte jedoch nie Thronansprüche besessen. Robert de
Bruce, der eine grosse Anhängerschaft hinter sich weiß, führt
auch das Argument ins Feld, dass die sieben Grafen des Regentschaftsrates
ein altes Recht besäßen, den Thronfolger in freier Wahl zu wählen.
Doch Edward I. ändert seine Meinung und entscheidet zugunsten von John
Balliol. Er stamme von der ältesten Tochter ab und sei so der rechtmässige
Nachfolger. Einen Tag später, nachdem man dies Robert de Bruce mitgeteilt
hat, am 07. November, verzichtet Robert de Bruce auf seine Thronansprüche
und delegiert sie auf seinen Sohn weiter. Am 09. November verzichtet er,
der Vater vom künftigen König, auf seine Grafschaft und überträgt
diese seinem 18jährigen Sohn Robert the Bruce, 7th Lord
von Annandale. Der Vater von Robert the Bruce, dem zukünftigen König,
verläßt mit seiner Tochter Isobel das Land um sie mit dem König
von Norwegen zu vermählen.
Am 17. November wird die königliche Entscheidung von Roger le Brabazon,
dem Justitiar Edwards, öffentlich in Berwick verkündet. Diese
Entscheidung berühre aber nicht die Interessen Edwards. Robert the
Bruce (Grossvater) muss die Entscheidung akzeptieren, kündigt aber
an, dem neuen König nicht zu huldigen. Auch der Enkel huldigt dem neuen
König nicht.
Am 20. November schwört John Balliol in Norham einen Eid, dass er Edward
I. als obersten Herrn und Lehensherrn anerkennt.
Robert de Bruce besucht mit seinem Grossvater ihre englischen Besitzungen in den Midlands und Essex.
Am 30. November, dem Andreastag, wird John Balliol im Scone Palace gekrönt. Robert de Bruce huldigt dem König jedoch nicht.
Am
26. Dezember muss John Balliol in Newcastle seinem Lehnsherrn Edward I.
erneut huldigen und ist somit ein unterwürfiger Vasall der Engländer.
Die von Edward über-nommenen Burgen gehen zwar nominell an Balliol
über, doch bleiben diese weiter mit englischen Soldaten besetzt.
John Balliol hat nur wenig schottisches Blut in sich. Er besitzt grosse
Ländereien in Frankreich. Seine Schwester Alienora ist mit John "Black"
Comyn, Herrn von Badenoch, verheiratet. Dessen Sohn John "Red"
Comyn ist des Königs Neffe. Die Comyns sind eine der bedeutendsten
Adelsfamilien des Landes. Alexander Comyn ist der Graf von Buchan. Das Edward,
den eingesetzten König lediglich als Vasallen und Marionette für
seine Interessen betrachtet, wird schon sehr bald deutlich. Edward leitet
aus seiner Lehenshoheit den Anspruch ab, die englische Gerichtsbarkeit und
Appellationsinstanzen auch auf Schottland auszuweiten. Daraufhin regt sich
in Schottland Unmut.
Auch Robert de Bruce und sein Grossvater huldigen dem englischen König ebenfalls. Die Familie Bruce spielt in den nächsten Jahren in der schottischen Geschichte kaum eine Rolle. Sie haben sogar engen Kontakt zu Edward, der den jungen Robert the Bruce begünstigt und dessen Schwester bei ihrer Vermählung mit dem norwegischen König ein reiches Geschenk machen wird.
1293: John Macduff, der Sohn von Malcolm Macduff, Graf von Fife, erhebt Gebietsansprüche in Fife und bringt diese bei Edward I. vor. Ein Gericht soll darüber entscheiden. Edward zitiert John Balliol vor das englische Parlament, welches über die Streitfrage entscheiden soll. Im Oktober kommt es zur Gerichtsversammlung. Balliol erscheint zwar, lehnt jedoch eine Beantwortung der Fragen ab, da er der König von Schottland sei. Eine Beantwortung der Fragen käme mit einer Akzeptanz der englischen Jurisdiktion gleich. Daraufhin wird er vom Gericht wegen Missachtung des Gerichts schuldig gesprochen und dazu verurteilt, die drei Hauptburgen des Landes an König Edward zu übergeben. Balliol verliert daraufhin die Geduld.
Die Schwester von Robert de Bruce, dem 7th Lord von Annandale, heiratet den König von Norwegen.
1294: Im Frühjahr verdichten sich die Anzeichen, dass es zu einem Krieg zwischen England und Frank-reich kommt. Englische Schiffe hatten französische Schiffe wiederholt angegriffen. Philipp der Schöne, König von Frankreich, befiehlt Edward als sein Lehnsherr in Paris zu erscheinen. Doch Edward weigert sich. Im Juni bricht der Krieg aus. Edward verläßt England und eilt in die Gascogne. Edward zitiert John Balliol vor sich und verlangt bis zum 01. September die Leistung feudaler Ritterdienste von den Schotten. Als John Balliol nach Schottland zurück kehrt, wird eiligst ein Parlament einberufen. Die Schotten weigern sich und Balliol beginnt eine heimliche Korrespondenz mit dem französischen König Philipp IV.
Der schottische Adel hat das Vertrauen in John Balliol verloren. Sie trauen ihm es nicht zu die Unabhängigkeit von England zu erreichen und wählen vier Bischöfe, vier Grafen und vier Barone, die im Namen des Königs die Regierung ausüben sollen. John Balliol kann sich diesem Einschnitt seiner Macht nicht entziehen. John Balliol ist quasi entmachtet, da der zwölfköpfige Kronrat die Regierungsgeschäfte übernommen hat. Balliol ist nur noch ein Spielball des schottischen Adels.
Die heimlichen Verhandlungen mit den Franzosen führt zu einem Bündnis beider Länder, dass mit der Heirat von Edward Balliol, dem Sohn des Königs, und Jeanne de Valois, der Nichte des französischen Königs, besiegelt wird.
Im September kommt es in Wales zum Aufstand, der erst 8 Monate später niedergeschlagen sein wird. Edward kehrt daraufhin aus der Gascogne zurück und droht den Schotten, auf das sie die Pläne einer Allianz mit Frankreich niederlegen. Im Oktober jedoch fordert der schottische Regentschaftsrat Edward heraus.
Robert Winchesby wird Erzbischof von Canterbury.
Der Franziskaner Roger Bacon stirbt.
Der Grossvater von Robert de Bruce drückt seine Verachtung gegenüber John Balliol aus, indem er die Wahl eines neuen Bischofs von Galloway zugunsten seines eigenen Kandidaten manipuliert und beein-flusst.
1295: Am 01. April stirbt der Grossvater von Robert de Bruce. Daraufhin kehrt der Vater des zukünftigen Königs aus Norwegen zurück. Während der Abwesenheit des Vaters war der junge Robert de Bruce der Kopf der Familie.
Im
Oktober wird das französisches-schottische Bündnis endgültig
ratifiziert. Im gleichen Monat wird Robert de Bruce, Vater des zukünftigen
Königs und 6th Herr von Annandale zum Kommandanten von Carlisle
durch Edward I. ernannt. Gleichzeitig ordnet Edward an, dass Anthony Bek,
der Bischof von Durham, und John de Warenne die schottische Angelegenheit
"erledigen". Er verlangt von John Balliol die Herausgabe der Burgen
von Berwick, Roxburgh und Jedburgh.
Am 16. Oktober werden als Vergeltung für die schottisch-französische
Allianz alle englischen Ländereien des schottischen Adels konfisziert.
Robert de Bruce, 7th Herr von Annandale, heiratet die Tochter des norwegischen Grafen von Mar, Isabella.
Edward beruft das "Model Parliament" ein, dem erstmalig neben den Prälaten und Magnaten auch Vertreter der Grafschaftsritter, der Städte und der Diöszesen angehören wird. Ein Grund für die Einberufung ist der Krieg mit Schottland. Ein anderer der Krieg mit Frankreich und die Lage in der Gascogne.
1296:
Im Februar ratifiziert das schottische Parlament trotz den Warnungen
des englischen Königs Edward - den Bündnisvertrag mit Frankreich.
Edward beruft daraufhin ein Heer und die Flotte am 01. März zu Newcastle
ein. Er will den Schotten eine Lehre erteilen, die sie nie vergessen würden.
Die Flotte bricht im Februar auf.
Der zwölfköpfige Kronrat des schottischen Königs ruft daraufhin
ebenfalls den Adel zu einer Versammlung am 11. März nach Caddonlee
ein. John Balliol will ein Heer aufstellen. John Balliol stösst dabei
aber auf breite Ablehnung. Die meisten Adligen berufen sich darauf, dass
sie per Eid an Edward gebunden seien und erscheinen nicht! Um diesen Worten
Nachdruck zu verleihen, wiederholen sie gegenüber Edward den Eid. Unter
ihnen sind Robert de Bruce, die Grafen von Dunbar und Angus, Patrick und
Ingram de Umfraville Balliol erklärt daraufhin ihre Ländereien
für konfisziert.
Um diese Zeit spielt John "Black" Comyn nur noch eine unbedeutende Rolle Sein Sohn John "Red" Comyn ist nun die treibende Kraft der Comyns. John "Red" Comyn ist ein Vetter von Robert de Bruce.
Der
Krieg bricht Mitte März aus, als der englische Herr von Wark, Robert
de Ros, aus Liebe zu einem schottischen Mädchen überläuft
und die englische Besatzung von Wark Castle angreift und die Burg belagert.
Edward I. eilt darauf zur Burg und entsetzt diese. Am 25. März wiederholt
Robert de Bruce an dieser Stelle seinen Eid vor Edward I. Dieser verspricht
den Bruce daraufhin bei einer erfolgreichen Niederschlagung des Aufstandes
die Krone Schottlands.
Am 26. März führt John "Red" Comyn, Graf von Buchan,
die schottischen Truppen südwärts. Sie fallen in England ein und
greift Carlisle an. Doch er kann Carlisle nicht erobern und wendet daher
seine Aufmerksamkeit auf das Umland, dass er verwüstet.
Zu Beginn des Krieges erobern die englischen Truppen im März Dumbarton
Castle. Sir John de Menteith wird als Burgherr (Gouvenor) eingesetzt.
Am 30. März erreicht Edward I. Berwick und greift es an. Es wird gestürmt
und geplündert, nachdem eine bedingunglose Kapitulation durch die Bewohner
abgelehnt wird. Lediglich 30 Flamen, die in Berwick ansässig sind,
leisten Widerstand. Durch einen Pfeil von ihnen wird der Vetter von Edward
I., Richard von Cornwall, getötet. Die Bevölkerung wird brutal
von den Engländern niedergemetzelt. Etwa 17.000 Menschen werden getötet.
Nur die Burg konnte sich länger halten, öffnete jedoch am Abend
auf Befehl ihres Kommandanten William Douglas die Tore, nachdem das Ausmass
des Gemetzels erkennbar wurden und dieser schwor dem König um Vergebung
zu beten und ihm anbot die Treue zu schwören. Edward nimmt dieses Angebot
sofort an, lässt jedoch ein dreitägiges plündern gewähren.
Nach der Einnahme von Berwick befiehlt Edward, dass der Graf von Surrey,
John de Warenne, nach Dunbar zu ziehen. Die Nachrichten von dem Massaker
verbreiten sich wie eine Schockwelle über das Land.
Am 5. April sendet Balliol den Abt von Abroath zu Edward I. und kündigt
ihm formal seine Treue auf.
Am 23. April forciert Edward die Offensive, nachdem bekannt wurde, dass
die Burg vom Grafen Patrick von Dunbar durch die schottischen Truppen unter
John "Red" Comyn beschlagnahmt und besetzt wurde. Er befiehlt
John de Warenne diese sofort zu erobern.
Am 27. April 1296 kommt es bei Dunbar zu einer Schlacht. Das schottische
Heer mit etwa 10.000 Mann überwiegend Veteranen des Flandern-
und Walesfeldzuges - bietet den Engländern ausserhalb der stark befestigten
Mauern von Dunbar eine offene Feldschlacht an. John "Red" Comyn
führt das schottische Heer an. Es wird jedoch vernichtend geschlagen.
Die Führer des Heeres, John "Red" Comyn, Andrew Moray von
Bothwell, sowie dessen Vater und Onkel, werden gefangen genommen. Die Morays
werden nach Chester gebracht.
Am 28. April kapituliert auch die Burg Dunbar. Nach dem Fall von Berwick
und der Schlacht von Dunbar fällt auch Roxburgh Castle am 8. Mai, zwei
Wochen später Jedburgh und schließlich Edinburgh Castle. Edward
I. marschiert ohne nennenswerten Widerstand bis ins Hochland vor. Mitte
Juni erreicht er Stirling, dass jedoch von der eigenen Besatzung verwüstet
wurde.
Am
2. Juli erkennt Balliol in seinem Hauptquartier in Kincardine, dass die
Lage aussichtslos geworden ist. Diejenigen, die nicht gefallen sind oder
gefangen genommen wurden, wenden sich von ihm ab.
Am 7. Juli kündigt Balliol öffentlich seinen Verzicht auf die
Krone.
Am 11. Juli kapituliert John Balliol und tritt Edward
in Montrose gegenüber. Dieser demütigt ihn, in dem er ihm als
Krönungsinsignien abnimmt, ihn absetzt und den Krönungsstein von
Scone Palace nach Westminster bringen lässt. Dies bringt John Balliol
den Beinamen "Leerer Mantel" ein. Edward I. zwingt den schottischen
Adel ihm als schottischen König zu huldigen. John
Balliol wird in der ersten Augusthälfte per Schiff nach England gebracht.
Dabei wird er von Thomas von Lancaster eskortiert. Er lebt die nächsten
drei Jahre als Gefangener unter ehrenvoller Bewirtung im Tower
von London und Hertford, bevor nach Frankreich ins Exil geht.
Im
Juli überfällt William Wallace mit seiner Gruppe von ca. 50 Mann
einen Gold- und Silbertransport der Engländer. Der Transport erfolgt
von Lanark nach Ayr. Angeführt wird der Transport durch Fenwick, dem
englischen Ritter, der den Vater von Wallace einst tötete. Ein Verräter
in den englischen Reihen ermöglichte den Hinterhalt. Bei Loudoun Hill
wird der Transport überfallen und in einer ersten Angriffswelle rammen
die Schotten Speere in die ungeschützten Unterleibe der Pferde. Die
abge-worfenen Ritter werden dann von der zweiten Angriffswelle erschlagen.
Fenwick selbst wird von Robert Boyd von Kilmarnock, einem Vetter von Wallace,
erschlagen. Bei dem Kampf werden drei Rebellen getötet. Etwa 200 Packpferde
fallen Wallace in die Hände. Nicht nur der gesamte Schatz, sondern
auch Proviant und Waffen werden Beute der Rebellen. Von den 180 Engländern
überleben nur acht.
Als die Neuigkeiten über den Überfall sich verbreiten, beschließt
der Grosse Rat in Glasgow, dass es besser wäre mit den Rebellen um
Wallace einen Waffenstillstand zu schließen. Auf diese Weise erhofft
man Ruhe und somit keine weiteren Aufstände. Sir Reginald de Crauford
muss auf Befehl von Henry de Percy vor dem Rat erscheinen. Folge er keinen
Gehorsam, verliert er Land und Amt. Der Onkel von Wallace soll diesem die
Bedingungen für einen Waffenstillstand übermitteln.
Im August spürt de Crauford seinen Neffen im Wald von Clyde auf und
übermittelt ihm die Bedingungen für einen Waffenstillstand. Er
empfiehlt ihm diese anzunehmen. Um die Position seines Onkels nicht zu gefährden,
stimmt William Wallace dem Waffenstillstand nur widerwillig zu. Gemeinsam
reiten sie nach Crossingham, während die anderen Gefährten von
Wallace in den Wäldern bleiben. Doch der Waffen-stillstand wird schon
bald gebrochen. Wallace reitet ohne Wissen seines Onkels auf den Markt nach
Ayr. Dort erkennen ihn mehrere englische Soldaten und wollen ihn ergreifen.
Wallace flieht in den Wald von Leglen. Bei dem Scharmützel in Ayr und
der anschließenden Flucht bleiben 29 tote Engländer zurück.
Am
28. August beruft Edward ein Parlament nach Berwick ein, zu dem der schottische
Adel fast 2000 Mann erscheint und dem König die Treue
schwört. In den sogenannten Ragman Rolls unterschreiben sie dafür,
dass sie ihn als den König von England anerkennen. Edward betrachtet
nun Schottland als ein Teil seines Reiches. Unter den Unterzeichnern sind
auch Robert de Bruce (Vater und Sohn), sowie der Onkel von William Wallace,
Sir Reginald de Crauford.
Edward I. überträgt die Regentschaft Schottlands, dem Grafen von
Surrey, John de Warenne. Dieser überlässt die Staatsgeschäfte
jedoch dem königlichen Schatzmeister für Schottland, Hugh de Cressing-ham
und dem Justitiar für Schottland, William Ormesby. Hugh de Cressingham
erweist sich als ein fetter, sexuell verdorbener, geldgieriger Mann. Er
und Ormesby pressen die Schotten aus. Durch eine hohe Besteuerung füllen
sie ihre eigenen Taschen. Jeder, der nicht bereit ist, Land und Besitz ihnen
zu übergeben, erklären sie für vogelfrei und jagen ihn.
Am 19. September verlässt Edward I. Schottland.
Im September wird Reginald de Crauford vor den Großen Rat in Glasgow zitiert. Er soll für den Bruch des Waffenstillstandes Rechenschaft ablegen. Henry de Percy wird zu ihm gesandt. Er soll de Crauford eskortieren. William Wallace und seine Kampfgefährten Gray und Kerly begleiten seinen Onkel ebenfalls. Während der Reise ermüdet jedoch das Pferd von Henry de Percy und stolpert. Um de Crauford zu erniedrigen, befiehlt de Percy einem Diener, das Pferd von de Crauford mit seinem ermüdeten Pferd zu tauschen. Reginald de Crauford nimmt die Demütigung hin um Blutvergießen zu vermeiden, aber Wallace ist erzürnt. Er und seine Kampfgefährten ergreifen die Flucht. Um Vergeltung für die Behandlung seines Onkels zu üben, überfallen die drei den bei East Carthcart Gepäcktross von Henry de Percy, erschlagen fünf Ritter und stehlen mehrere Packpferde mit Waffen, Geld und Proviant. Daraufhin wird Wallace vom Grossen Rat in Glasgow als Strassenräuber gebrandmarkt. Die Erfolge und Neuigkeiten wecken das Interesse der Öffentlichkeit und zieht dadurch neue Kräfte an. Mörder, Diebe und vielleicht auch Spione. Unter den Zuläufern sind auch Iren, wie z.B. Stephen von Irland. Die Bande um Wallace wächst auf sechzig Mann an. Wallace macht Gray und Kerly zu seinen Leibwächtern.
Wallace und die Rebellen ziehen nordwärts nach Gargunnock bei Stirling, mit der Absicht den von den Engländern besetzten Wachturm zu überfallen. Bei Nacht gelingt es den Partisanen in den Turm einzudringen. 22 Engländer werden überrascht und getötet. Frauen und Kinder werden geschont. Für vier Tage bleiben Wallace und seine Leute im Turm, ehe sie ihn verlassen und niederbrennen.
Sie
ziehen weiter. Bei Kincardine überqueren sie den Teith und Earn und
ziehen sich in den Wald von Methven zurück. Sie marschieren in der
Nacht und lagern tagsüber. Von Methven aus zieht Wallace mit sieben
Kampfgefährten nach Perth um die Stärke und Besatzung der Stadt
auszukundschaften. Er stellt fest, dass die Stadt zu gut befestigt ist und
er keine Chance hat, diese einzunehmen. Er hört jedoch von einem bevorstehenden
englischen Transport. Sie beschließen den Transport, der von 93 Engländern
unter Führung von Sir James Butler zu überfallen. Mit einer ähnlichen
Taktik wie bei dem Überfall auf Fenwick wird der Angriff erfolgreich
beendet. 60 Engländer darunter James Butler selbst werden
getötet. 30 fliehen in Panik in die sichere Burg Kinclaven, die in
der Nähe liegt. Doch Wallace und seine Leute sind den Engländern
dicht auf den Fersen. Ein Wachmann nimmt irrtümlich an, dass auch die
Verfolger zu den Flüchtenden gehören und läßt das Tor
offen. Die Burg wird von Wallace eingenommen und geplündert. Alle Engländer
- außer Frauen und Kinder - werden getötet. Nur fünf Partisanen
verloren ihr Leben. Lady Butler und die überlebenden Frauen ziehen
daraufhin nach Perth. Der Kommandant von Perth, Gerard Heron, ist über
den Angriff und den Verlust der Burg so erzürnt, dass er sofort sechs
Kompanien zusammenstellt um die Verfolgung aufzunehmen. Insgesamt sind es
etwa 1000 Mann.
Wallace hat sich in den Wald von Shortwood Shaw zurückgezogen. Fünf
Kompanien umschließen den Wald so gut es geht, während die sechste
unter Führung von John Butler, dem Sohn des Verstorbenen, am Morgen
in den Wald reiten, um Wallace aufzuspüren. Doch Wallace will auch
Heron in den Wald locken, wo der Boden für die schwere Reiterei sehr
ungünstig ist. Er beginnt mit mehreren kleineren Attacken. Doch Butler
durchschaut die Taktik und zieht 180 Bogenschützen zusammen. Wallace
erkennt die Gefahr der Bogenschützen, die bei jedem Angriff einen Pfeilhagel
abschießen. Er befiehlt die Angriffe auf die Bogenschützen zu
konzentrieren. Bei einem dieser Angriffe wird er selbst von einem Pfeil
getroffen. Am Nachmittag trifft aus Perth eine Verstärkung von dreihundert
Mann ein. Wallace beschließt sich aus dem Wald zurück zu ziehen.
Doch sie werden aufgespürt. Bei einem steilen, felsigen Aufstieg werden
sie von den Engländern gestellt. Doch diese werden niedergemetzelt.
Gerard Heron befiehlt daraufhin alle Kompanien in den Wald. Trotzdem gelingt
den Partisanen die Flucht. Sieben von ihnen sterben als sie die Flucht sichern,
so dass die Gruppe um Wallace auf 43 Mann geschrumpft ist. Im Wald von Cargill
versorgen sie dann ihre Wunden. 24 Stunden später schleichen Wallace
und seine Männer in den Shortwood Shaw zurück um ihre Beute zu
holen, ehe sie dann weiter nach Elcho Park im Methven Wald weiterziehen.
Tage später entscheidet Wallace seine Freundin in Perth zu besuchen.
Bei einem zweiten Besuch berichtet sie ihm, dass ihm eine Falle gestellt
werden soll. Er flieht sofort in den Elcho Park zurück. Ein paar Engländer,
die ihn beinahe gestellt hätten, werden von ihm getötet. Aus Rache
wird die Freundin von Wallace ermordet.
Mit 600 Mann und Bluthunden umstellt Gerard Heron Elcho Park, während
John Butler zu einem Totalangrif übergeht. Es kommt zum Kampf. Während
Wallace fünfzehn Verwundete zu beklagen hat, muss Butler vierzig Verwundete
versorgen. Da Wallace das Gelände für ungünstig befindet,
ziehen sich die Partisanen zum Tay zurück. Doch er kann nicht überquert
werden, so dass die Entscheidung gefällt wird, zu kämpfen oder
zu sterben. Mit gellenden Schreien greifen die Rebellen frontal an und über-raschen
damit die Engländer, deren Verteidigung zusammenbricht. Es gelingt
die Reihen der Engländer zu durchbrechen, 60 von ihnen zu töten
und im Schutze aufziehenden Nebels zu verschwinden. Wallace befiehlt sich
zu zerstreuen. Wallace erreicht den Fluss Earn, wird jedoch von John Butler
persönlich gestellt. Es kommt zum Zweikampf. Wallace tötet Butler
und entkommt mit dessem Pferd. Doch die Engländer verfolgen Wallace,
der nun von der Flucht und der Pfeilwunde geschwächt ist. Die Flucht
zieht sich über 15 Meilen bis Blackford. Mehrere englische Soldaten
werden dabei von Wallace getötet. Bei Blackford stürzt das Pferd
und stirbt an Erschöpfung. Wallace flieht zu Fuss weiter nach Dunipace.
Bei Cambuskenneth durchschwimmt er den eisigen Fluss Forth. Erschöpft
bricht er am anderen Ufer zusammen, wo er von einer Witwe gefunden wird,
die ihn pflegt und mit neuen Kleidern ausstattet. Diese hat drei Söhne.
Zwei von ihnen bewachen ihn, während der dritte den Onkel von Wallace
benachrichtigt. Dieser ist glücklich ihn lebend zu sehen, bittet ihn
jedoch dringend sich dem König zu unterwerfen. Edward werde ihn sicherlich
mit Gold und Land belohnen, wenn er sich ihm unterwerfe. Doch Wallace lehnt
den Ratschlag ab. Er tue dies alles nicht aus persönlichen Ehrgeiz,
sondern für das Land.
Kurz darauf treffen Kerly und Stephen von Irland ein und treffen ihn. Auch
sie sind überglücklich ihn zu sehen. Der alte Priester und Onkel
von Wallace stattet die drei mit Proviant und Pferden aus. Sie beschließen
nun nach Dundaff Moor zu gehen und erst einmal Ruhe einkehren zu lassen.
In Dundaff reiten sie zur Burg von John de Graham, der sie frostig begrüsst.
Er ist alt und will seine Ruhe haben. Ganz im Gegensatz sein Sohn John de
Graham, der über den Besuch begeistert ist und sich der Rebellion anschließen
würde. Sie bleiben drei Nächte ehe sie nach Gilbank weiter reiten,
wo sie Weihnachten bei Patrick Auchinleck, einem Vetter von Wallace, verbringen.
Während dieser Zeit musste William Wallace Marion Braidfute kennen- und liebengelernt haben. Sie war die 18jährige Tochter von Hugh Braidfute von Lamington. Doch der Sheriff von Lanark hatte ebenfalls die Tochter von Lamington im Auge. Er beabsichtigte seinen Sohn mit ihr zu verheiraten.
Die Ehefrau von Robert de Bruce stirbt nach der Geburt der Tochter Marjorie. Diese heiratet später den Stewart Schottlands, Walter Fitzalan. Aus ihrer Verbindung wird der erste König der Stuarts, Robert II. hervorgehen. Isabella von Mar weckte in Robert de Bruce den Patriotismus.
1297:
Um den Jahreswechsel herum (möglicherweise noch 1296) trifft sich
Wallace mit seinen überlebenden Freunden in Corheid. Die Wiedersehensfreude
ist sehr gross. Aber vermutlich waren es nicht mehr als fünfzehn Mann.
Sie ziehen sich in den Wald von Knock zurück.
Tage später kommt es zu einem denkwürdigen Treffen. Wallace, Kerly
und zwei weitere Gefährten besuchten eine Messe in der Kirche. Während
sie der Messe beiwohnen, erscheint Robert de Clifford, der Neffe von Henry
de Percy, vor der Kirche mit einigen Kameraden. Sie bemerken die Pferde
der Rebellen ohne zu wissen, wem sie gehören. Die Pferde machen offenbar
einen schlechten Eindruck. Jedenfalls misshandeln die Engländer die
Pferde brutal und verhöhnen die Schotten. Sie schneiden ihnen den Schweif
ab. Wallace und seine Männer werden durch den Lärm nach draußen
gelockt. Sie entwenden den Engländern die Pferde und bedrohen sie mit
den Schwertern. Doch es sind zu viele, ein Kampf gefährlich, so dass
sie auf den verstümmelten und verletzten Pferden fliehen müssen,
dicht gefolgt von den Engländern. Mit letzter Kraft erreichen sie den
Wald von Knock, wo sich die Rebellen den Verfolgern stellen und fünfzehn
von ihnen töten. Es gelingt sogar, die anderen Kameraden zu Hilfe zu
holen und einen Gegenangriff zu starten, der zu einer vernichtenden Niederlage
für die Engländer wird. Der Kommandant der Region, John de Graystock,
ist darüber so erzürnt, dass er die Verfolgung aufrecht erhält.
Es gelingt den Rebellen jedoch zu fliehen. Bei Queensberry treffen sie auf
John de Graham mit dreißig Mann und auf Kirkpatrick von Torthorwald
mit weiteren zwanzig Mann. Mit dieser Verstärkung greift Wallace Graystock
an und schlägt ihn zurück.
Wallace lenkt nun seine Aufmerksamkeit auf Lochmaben Castle, dem Stammsitz
von Robert de Bruce, 6th Herrn von Annandale (Vater des künftigen
Königs). Die Burg liegt an der Strasse zwischen Glasgow und Carlisle
und ist daher von strategischer Bedeutung. Als Gefolgsmann von Edward ist
de Bruce ein Feind der Rebellen. Wallace stürmt die Burg, die aber
nur von Dienern, Frauen und Kindern besetzt ist. Mit John de Graham und
vierzig Mann zieht er weiter nach Norden und verwüstet Crawford Castle,
dem Stammsitz der de Lindsay. Von hier ziehen sie sich nach Dundaff Castle
zurück, wo sie den Rest des Winters verbringen.
Im März gelingt es Andrew Moray aus dem englischen Gefängnis zu fliehen. Er erreicht Avoch Castle die Stammburg seiner Familie etwa sieben Meilen von Inverness entfernt. Sein Onkel und sein Vater werden in den Londoner Tower verlegt.
Um den April verlässt Wallace Dundaff Castle und reitet nach Gilbank zu seinem Vetter Patrick Auchinleck. Verkleidet besucht Wallace seine Freundin Marion Braidfute in Lanark. Vermutlich um diese Zeit heiraten beide heimlich. Ob sie kurz danach tatsächlich eine Tochter bekam ist nicht bewiesen. Doch nach und nach tritt Wallace immer offener auf und verkleidet sich kaum noch. Schließlich treten die Rebellen unverblümt auf. Diese offene Missachtung der englischen Autorität erregt den Zorn des Sheriffs von Lanark, William Hazelrig. Er plant ihm eine Falle zu stellen und ihn umzubringen.
Im April bricht im Norden der Aufstand unter der Führung von Andrew Moray und Alexander Pilche aus. Er wird so bedrohlich, dass der Kommandant der Region Moray, Sir Reginald le Chen für Mai einen Rat nach Inverness einberuft. William Fitzwarine, der Kommandant der Burg Urquhart nimmt an dieser Teil. Auf dem Rückweg wird er jedoch von Moray und Pilche überfallen. Es gelingt ihnen jedoch in die sichere Burg zu gelangen. Jedoch wird die Burg am nächsten Tag von den Aufständischen belagert. Stunden nach der Belagerung erscheint plötzlich die Gräfin von Ross mit ihrem Sohn, der ein enger Freund seit Kindheitstagen von Moray ist. Sie schließt sich scheinbar der Belagerung an. Jedoch lässt sie Fitzwarine eine Nachricht zukommen, indem sie ihm Hilfe verspricht. Sie verhofft sich dadurch die Freilassung ihres Mannes zu erwirken, der seit Dunbar eingekerkert ist. Doch Fitzwarine misstraut ihr und lehnt ab. Leider ist nicht bekannt, wie diese Episode endete.....Schließlich muss die Belagerung aufgehoben werden, da die Burg zu stark befestigt ist. Moray teilt nun seine Armee und operiert zum einen von Avoch Castle und zum anderen von Balconie Castle aus. Da Balconie Castle den Grafen von Ross gehört, kann die Besetzung der Burg so gewertet werden, dass die Rebellen um Moray die Gräfin für ihr Vorgehen bei Urquhart arrestiert haben.
An
einem Sonntag im Mai versperren plötzlich englische Soldaten William
Wallace und John de Graham den Weg, die der Messe in der St. Kentigern Church
beiwohnten. Die beiden Rebellen werden in die Enge getrieben. Es kommt zum
Kampf. Doch die Über-macht ist zu gross und Wallace und de Graham gelingt
nur knapp die Flucht. Marion Braidfute öffnet ihnen ihr Haus, lässt
sie ein und durch die Hintertür gelingt es den Rebellen die Verfolger
abzuschütteln, die die Tür zum Haus eintreten. Voller Zorn tötet
Hazelrig die Braut von Wallace und lässt das Haus niederbrennen.
Aus Rache schleichen sich Wallace und seine Gefährten bei Dunkelheit
erneut in die Stadt und in die Burg. Sie töten etwa 240 Soldaten und
Knappen. Nur Frauen und Priester werden verschont. Hazelrig wird von Wallace
im Bett ermordet. Wallace schneidet ihm den Kopf ab und wirft ihn die Treppe
hinab, wo er vor den Füssen des Sohnes rollt. Er fordert Wallace zum
Zweikampf heraus, aber in diesem hackt ihm dieser den Schwertarm ab. Da
die Bevölkerung sich um Wallace scharrt, gelingt es sogar, alle Engländer
aus der Stadt zu vertreiben.
Wallace marschiert zügig nach Scone Palace, wo er den englischen Schatzmeister
Ormsby und die englischen Streitkräfte überrascht, und es ihm
gelingt, den feindlichen Schatz zu erbeuten.
Die Nachricht von dem Überfall verbreitet sich in ganz Schottland. Von überall her kommen nun Schotten und schliessen sich dem Aufstand an. Unter ihnen ist auch Gilbert de Grimsby, ein Schotte, der für Edward in Flandern diente und Wallace viel über die Taktik und Stärke der Engländer beibringen kann.
Im Norden verstärkt Reginald le Chen die Mauern von Inverness und sendet an Edward I. Boten aus, mit der Bitte um die Entsendung von Truppen in den Norden.
Edward hat inzwischen den inhaftierten Männern des Adels die seit Dunbar in seiner Gewalt sind ein Angebot gemacht. Sie würden die Freiheit wieder erlangen, wenn sie sich an dem Feldzug in Flandern beteiligen und ihn unterstützen. John "Red" Comyn, Alexander Comyn, der Graf von Menteith (Alexander?), Alexander de Balliol, Bruder des Königs, und Reginald de Crauford sichern ihm die Unterstützung zu. Doch auf dem Weg nach Flandern werden sie von Boten eingeholt und es wird ihnen befohlen, sich nach Norden zu wenden, um den Aufstand in Schottland zu unterdrücken, was die Männer in einen argen Zwiespalt zwischen dem gegebenen Wort und Nationalbewußtsein führt. Vor allem von John Comyn und Alexander Comyn erwartet der König Gehorsam. Desweiteren soll der Sohn des Grafen von Mar, Sir Gartenet und Henry le Chen, der Bischof von Aberdeen die Truppen zur Niederschlagung des Aufstandes führen. Doch nur beim Bischof von Aberdeen kann Edward absolute Loyalität erwarten.
Inzwischen ist Andrew Moray vor die Burg Duffus gezogen, die einst den Morays gehörte und nun in der Hand von Reginald le Chen ist. Sie erobern die Burg, brennen sie nieder. Danach ziehen sie weiter nach Süden und überqueren den Spey.
Der Aufstand findet in ganz Schottland breite Unterstützung. Der Bischof von Glasgow, Robert Wiseheart unterstützte den Aufbau nach ganzen Kräften. Wiseheart ist ein Patriot durch und durch. Zudem plant Edward die schottische Kirche mit seinen Gefolgsleuten zu infiltrieren. Robert Wiseheart soll durch Anthony Bek, Bischof von Durham, ersetzt werden. Damit will Edward einen wichtigen Widerstandsherd ausmerzen. Wiseheart, Schwager von William Douglas, kann diesen mit Wallace zusammen bringen. Vermutlich war es auch Wiseheart, der Wallace mit Andrew Moray, dem Rebellen-führer des Nordens, zusammenbrachte und die beiden Armeen einte. Wann dies geschah ist jedoch nicht bekannt. Vielleicht wurden Wallace und Moray im Frühling mit einander bekannt gemacht, vielleicht aber auch später.
Im Juni treffen die englischen Truppen unter Führung der Comyns, Henry le Chen und dem Sohn des Grafen von Mar in Schottland ein. Sie überqueren den Spey und gelangen nach Inverness. Moray hatte sich inzwischen zurückgezogen. Moray weicht einem Kampf aus. Inzwischen war es auch bei Aberdeen zu Aufständen gekommen und Henry le Chen eilt mit englischen Truppen nach Aberdeen. Dort hat jedoch der Sheriff der Stadt, Henry de Latham, sich dem Aufstand angeschlossen und die Burg und die Stadt den Schotten übergeben. Der Fall weiterer Burgen im Norden, sowie die Gefangennahme von Reginald le Chen verschärft die Situation für die Engländer.
Im
gleichen Monat (Anfang Juni) plant Wallace, der nun unter der Obhut von
Wiseheart steht, einen symbolischen Überfall auf Scone. Scone wird
zu diesem Zeitpunkt von William Ormesby gehalten. Wallace zieht nach Norden
und trifft in Perth auf William Douglas, dem ehemaligen Kommandanten von
Berwick. Als die Rebellen Scone erreichen, ergreift die dortige Besatzung
unter Ormesby übereilt die Flucht. Als Edward am 12. Juni davon hört,
ordnet er die Konfiszierung aller Ländereien von Douglas in Essex und
Northumberland an. Er beauftragt Robert de Bruce, den 2nd Grafen
von Carrick die Haupt-burg von den Douglas in Douglasdale anzugreifen. Doch
Walter Hemingburgh, der Bischof von Carlisle, misstraut dem jungen Grafen
und lässt diesen vor seiner Abreise auf die Bibel schwören, dass
er Edward I. treu diene.
Robert de Bruce findet Douglas Castle nur schwach besetzt vor. Alianor Ferrers,
die zweite Frau von William Douglas befindet sich mit einer geringen Besatzung
auf der Burg. Doch es komt zu einer überraschenden Wendung. Er besteigt
die Mauer der Burg und versammelt seine Männer um sich. Er würde
nicht gegen seine Landsleute kämpfen. Robert de Bruce´s Mutter
war eine Keltin. Insofern besass er starke Bindungen zu seinem Volk. Er
fordert die Vassallen seines Vaters auf, ihm zu folgen. Die Männer
waren nicht überrascht, folgen ihm jedoch nicht. Zusammen mit Lady
Douglas reitet de Bruce sie nach Ayr, wo er Lady Douglas unter seine Obhut
bringt. Hier hat Robert de Bruce mehr Erfolg seine Vasallen zum Aufstand
zu bewegen.
Als Edward I. die immer schlechtere Situation erkennt, ordnet er am 14. Juni die Rückkehr von John de Warenne nach Schottland an. Dieser solle das Land wieder unter die Kontrolle der Engländer bringen. Er solle Hugh Cressingham die verlorene Kontrolle wiedergewinnen. Doch John de Warenne verzögert den Marsch nach Norden. Er verspürt wenig Lust, sich um Schottland zu kümmern. Edward reißt daraufhin der Geduldsfaden und er befiehlt Henry de Percy und Robert de Clifford de Clifford, 1st Lord von Skipton und Marschall von England, für Ordnung zu sorgen. Um nicht endgültig in Ungnade zu fallen, marschiert de Warenne schließlich nach Norden. Edward I. selbst hält sich zu diesem Zeitpunkt in Flandern auf, wo Philip IV. eingefallen ist.
Henry de Percy und Robert de Clifford beschließen die Ausschaltung der schottischen Führer. Im Namen Edward I. berufen sie bzw. Arnulf von Southampton alle schottischen Führer nach Ayr ein. Angeblich wolle man über den Aufstand und die Zukunft des Landes beraten. Etwa 160 Schotten er-scheinen am 18. Juni in Ayr. Zumeist Gesandte, darunter auch Reginald de Crauford. Kaum treffen sie am Versammlungsort ein, werden sie von den Engländern überwältigt und aufgehängt.
William Wallace war nach Kingace bei Ayr gekommen um so schnell und umfassend ein Bild über die englischen Pläne zu gewinnen. Als er am Nachmittag von dem Massaker hört, ist er voller Zorn. Er befiehlt den Rückzug nach dem Wald von Leglen, wo er einen umfassenden Angriff auf die Engländer in Ayr plant. Wenige Tage später in der Nacht schleichen er und seine Rebellen in die Stadt. Robert Boyd besetzt mit einigen Männern die Burg von Ayr. Der grösste Teil der Engländer lagert in einem Haus am Rande der Stadt. Die Engländer schlafen tief und fest nach einem Trinkgelage. Wallace und seine Männer verbarrikadieren alle Tore und Türen, übergiessen die Mauern mit Öl und Pech und zünden diese schließlich an. 140 Engländer kommen in den Flammen um. Der Lärm und das Feuer erregen die Aufmerksamkeit der Besatzung der Burg, die nun von Boyd und seinen Männern niedergemacht wird. Weitere Engländer werden in der Abtei von Ayr ermordet. Sie hatten dort ge-nächtigt und der Abt ließ die Schotten ein.
Ende
Juni ist praktisch ganz Schottland im Aufruhr. Spätestens jetzt vereinen
sich die beiden Führer des Aufstandes Wallace und Moray. Der Bischof
von Glasgow ruft den Adel auf, den Aufstand zu unter-stützen und sich
mit den Rebellen zu vereinen. Der Adel stimmt einem geplanten Treffen in
Irvine zu. Unter ihnen ist Sir John Stewart of Bonkill, Bruder des Steward
von Schottland, Alexander de Lindesey, Sir Richard Lundie und Robert de
Bruce.
Anfang Juli treffen sich bei Irvine zwei schottische Armeen. Die eine wird
vom Adel angeführt, die andere bestehend aus einfachem Volk
von William Wallace. Hier zerfällt die Einigkeit jedoch schnell.
Der Adel unter ihnen vermutlich auch John "Red" Comyn -
zögert Wallace zu seinem Führer zu machen. Zahlreiche eigene Interessen
werden dem gemeinsamen Ziel die Unabhängigkeit Schottlands
vorangestellt. Der Adel entzieht Wallace das Kommando , mit der Begründung,
er sei ein niedrig geborener und somit nicht fähig ein Heer zu führen.
Sir Richard Lundie ist über so viel Eitelkeit und Egoismus angewidert,
dass er die Versammlung verlässt und später zu den Eng-ländern
überlaufen wird. Nur Andrew Moray von Bothwell und Sir John the Graham,
Herr von Abercorn und Dundaff, schliessen sich Wallace an, der sein Heer
von einfachen Leuten rechtzeitig fortführt.
Unterdessen waren die englischen Truppen unter Führung von Henry de Percy und Robert de Clifford nach Norden marschiert und durch Nithsdale, Sanquhar und Cumnock nach Norden. Der Adel fürchtet den Zorn Edwards und ergibt sich der englischen Armee am 7. Juli kampflos in Irvine. Henry de Percy verspricht daraufhin das Leben und ihre Ehre zu schonen, wenn sie Soldaten zur Unterstützung Edwards nach Flandern senden oder Geiseln stellen. Robert de Bruce muss seine kleine Tochter Marjorie als Geisel stellen. Doch sie wird ihm kurz darauf zurück gebracht. Er habe mit der Verwüstung seiner Ländereien gebüsst. Außerdem habe er das Schwert nicht gegen die englische Krone erhoben. William Douglas jedoch ereilt ein hartes Schicksal. Da er weder Unterstützung gewähren noch Geiseln stellen will oder kann, wird er selbst in das Verlies von Berwick geworfen. Im Oktober wird man ihn in den Tower nach London bringen, wo er bis zu seinem Tode inhaftiert bleiben wird. Der Bischof von Glasgow wird in Roxburgh Castle ins Verlies geworfen.
Daraufhin
teilen Wallace und Moray ihre Armee. Wallace überfällt mehrere
Gepäck- und Versorgungszüge und macht reiche Beute. Seinen grössten
Erfolg verbucht er jedoch damit, dass er den Bischof von Durham, Anthony
Bek, direkt in Glasgow angreift. Bek hatte den Palast von Wiseheart bezogen.
Mit dreihundert Reitern fällt Wallace in Glasgow ein und von 9 Uhr
morgens bis 13 Uhr entwickelt sich eine heftige Schlacht. Adam Wallace und
Patrick Auchinleck fallen den Engländern erfolgreich in den Rücken.
Bek jedoch kann einer Gefangennahme entkommen.
Wallace formiert seine Streitkräfte nach dem Angriff auf Glasgow in
Dundaff. Er bleibt dort für fünf Tage. Dort erreichen ihn schlechte
Nachrichten. Duncan von Lorn meldet ihm, dass sein Neffe John, der Graf
von Atholl, John "Red" Comyn und der Graf von Menteith sich mit
MacFayden, einem Iren der von den Engländern zum Herrn von Argyll ernannt
wurde, verbündet hätten. MacFayden und seine neuen Verbündeten
haben einen Feldzug in Argyll eröffnet und haben den dortigen Widerstandsführer
Neil Campbell von Lochawe in Bedrängnis gebracht. Zusammen mit seinem
Vetter Adam Wallace und John de Graham eilen sie Campbell zu Hilfe. In Glendochart
treffen Wallace und Campbell zusammen. Dieser berichtet ihm, dass MacFayden
bei Loch Dochart steht. Am nächsten Tag überfällt Wallace
die Truppen von MacFayden im Morgengrauen. Nach einem zweistündigen
Kampf hat Wallace gesiegt. Alle Iren in dem Kontigent werden erschlagen.
Es wird keine Gnade gewährt. Wallace schont das Leben der Schotten,
verlangt jedoch, dass sie sich dem Aufstand anschließen. MacFayden
war die Flucht gelungen, nachdem offensichtlich wurde, dass er die Schlacht
verliert. Doch Duncan von Lorne kann ihn verfolgen und ihn in einer Höhle
bei Craigmore ausfindig machen. Er köpft MacFayden und nimmt den Kopf
mit.
Nach der Schlacht zieht Wallace gen Perth. In Dunkeld macht Wallace für
vier Tage Rast und erbaut Belagerungsgerät. Vor Perth ordnet Wallace
an, dass in der ersten Angriffswelle der Burggraben mit Erde und Steine
aufgefüllt wird. Doch nach hartem Kampf gelingt es die Belagerungsgeräte
aufzustellen und die Stadt zu stürmen. Bei der Er-stürmung ist
John de Graham an seiner Seite. Nach der Eroberung von Perth zieht er weiter
nach Cupar, dass von der Besatzung jedoch aufgegeben wurde.
In Glamis trifft er mit William Sinclair, dem Bischof von Dunkeld, zusammen,
der von Edward wahrscheinlich aus dem Amt verjagt worden war. Noch am selben
Abend erreicht Wallace Brechin, wo er wahrscheinlich David de Barclay trifft.
Am nächsten Tag steht Wallace vor Dunnottar Castle. Da die Ankunft
der Rebellenarmee überall Panik unter den Engländern ausgelöst
hatte, ist die Burg mit englischen Flüchtlingen überfüllt.
William Sinclair bittet Wallace, die Leben zu schonen. Doch Wallace lehnt
ab. Die Burg wird erstürmt und es kommt zu einem Massaker unter der
Burgbesatzung. Viele versuchen sich in die Kirche zu retten. Doch Wallace
lässt die Kirche niederbrennen und die Flüchtenden mit. Diese
Tat löst sogar unter den Rebellen Entsetzen aus und noch auf dem Schlachtfeld
erbitten sie von Sinclair die Absolution. Wallace reagiert mit Sarkasmus.
Sofort nach dem Fall von Dunnottar Castle wendet sich Wallace gen Aberdeen. Im Hafen liegen etwa 100 englische Schiffe, beladen mit Proviant, Waffen und Soldaten. Der schnelle Vormarsch trifft die Eng-länder völlig unerwartet und es kommt vereinzelt zu einer panischen Flucht. Doch nicht allen gelingt die Flucht. Die einsetzende Ebbe führt dazu, dass viele Schiffe im Hafen liegen bleiben. Wallace und seine Männer überfallen die Schiffe, plündern sie und brennen sie nieder. Sir Henry de Latham, Sheriff von Aberdeen, gibt daraufhin die Stadt und die Burg auf und übergibt sie den Rebellen.
Wallace zieht weiter nördlich und trifft am 01. August am Spey mit Andrew de Moray zusammen. Am gleichen Tag trifft John de Warenne in Berwick ein. Er befiehlt die Ländereien von Henry de Latham in Lancashire zu konfiszieren und ihn als Rebellen zu brandmarken. Dann zieht de Warenne weiter nach Roxburgh, wo er von Hugh de Cressingjam, Henry de Percy und Robert de Clifford erwartet wird.
In kurzer Zeit war es gelungen , die englischen Truppen bis auf eine Linie südlich des Forth zu treiben. Nur Dundee und Stirling Castle können zu diesem Zeitpunkt noch von den Engländern gehalten werden. Die englische Armee unter Führung des Grafen von Surrey, Robert de Clifford und Henry de Percy marschiert nun nach Norden.Am 14. August verlässt Edward I. England und zieht in einen Feldzug nach Flandern. Er vertraut dem Grafen von Surrey, dass dieser Schottland wieder unter englische Krone bringt.
Der Vormarsch zwingt Wallace jedoch zum handeln. Er beschliesst die Belagerung von Dundee abzubrechen und ihnen entgegen zu marschieren. Er lässt lediglich einen kleinen Trupp von Belagerern unter Führung von Alexander Scrymgeourand zurück.
James der 5th Stewart von Schottland und der Graf von Lennox, de Napier, stossen um den 7./8. September auf das englische Heer und versuchen das Blutvergießen abzuwenden . Nicht alle Schotten sind für eine Schlacht. Das englische Heer ist gut gerüstet und taucht mit walisischen Langbogenschützen auf. Diese gelten als neue Geheimwaffe. Die Schotten dagegen haben kaum Rüstungen oder Helme. Die Waffen sind meist selbst gebaut. Mit 4 Meter langen Speeren, Äxten und Messern ziehen die Schotten in die Schlacht. Man weiß heute nicht, ob tatsächlich Verrat im Spiel war oder ob dies ein abgekartetes Spiel mit William Wallace war, um die Engländer auszuspionieren.
Am 10. September steht das englische Heer unter der Führung von John de Warenne, dem Grafen von Surrey und Sussex, vor der engen, hölzernen Brücke bei Stirling, die über den Forth führt. Die Burg Stirling wird von den Engländern unter Richard de Waldegrave gehalten. Er zögert diese trotz dreifacher Überlegenheit - zu überschreiten, da er weiß, dass Wallace und sein Heer in der Nähe auf ihn wartet.
James Stewart bietet John de Warenne sogar den Frieden an. Sie James the Stewart und de Napier erklären sich bereit zu Wallace zu gehen und ihn zur Aufgabe zu bewegen. Um das Misstrauen der Engländer zu beschwichtigen, würden sie sechzig Mann aus dem Lager der Rebellen zum überlaufen bewegen können. Tatsächlich erscheinen die beiden Adligen vor Wallace, der einen Frieden jedoch ablehnt. Am Morgen des 11. September kehren die beiden Adligen ins englische Lager zurück. Doch sie bringen weniger als 60 Mann, da offenbar alle zum Kampf entschlossen seien.
Das schottische Heer lagert am Fusse der Ochill Hills. Wallace beobachtet die eng-lischen Bewegungen von Abbey Craig, nahe der Abtei Cambuskenneth, aus. Zwei Dominikaner-Mönche der Abtei, erscheinen im Auftrag von John de Warenne vor Wallace mit der Bitte die Waffen niederzulegen und aufzugeben. Doch Wallace schickt sie zurück.
Die Engländer halten einen Kriegsrat ab. Die Brücke ist eng und das Land dahinter sumpfig. Zwei Furten in der Nähe sind nur bei Niedrigwasser passierbar. John de Warenne zögert mit dem Angriff. Der schottische Verräter Sir Richard Lundie, der seit Irvine in den Reihen der Engländer kämpft, warnt eindringlich vor einer Überquerung der Brücke. Er und der Graf von Lennox bitten um 500 Ritter um Übergabe von 500 Rittern. Mit diesen würde er den Fluss weiter nördlich an einer Furt überqueren und Wallace angreifen. Doch John de Warenne misstraut dem Grafen und lehnt den Vorschlag ab. Er will das Heer nicht teilen, da er Verrat befürchtet. Dabei denken die Engländer an die Taten von Lennox und dem Stewart aus der Vergangenheit. Es kommt zu einer heftigen Diskussion über das für und wieder des Vorschlages. Hugh de Cressingham protestiert heftig dagegen. Er betrachtet es als Verschwendung Gelder für eine Armee zu zahlen, die nicht bereit ist zu kämpfen. Daraufhin beschliesst der Graf die Brücke zu überschreiten.
Am Vormittag des 11. September überschreitet das Heer die Brücke. Die Schotten warten ab. Man weiß nicht genau, wer den Schlachtplan entworfen hatte. Man vermutet, dass ihn Andrew de Moray entworfen hatte. Um 11 Uhr gibt Wallace den Befehl zum Angriff. Er eilt mit seinem Heer herbei und fällt den Engländern in die Flanke. Der tiefe und morastige Untergrund, die 4 Meter langen Speere und der Fluss im Rücken werden zu einer todbringenden Falle für die Engländer. Das englische Heer wird vernichtend geschlagen. Cressingham wird in der Schlacht getötet, ebenso der Kommandant der Burg Stirling; John de Warenne flieht, die Brücke wird auf Befehl der Engländer beschädigt. James the Stewart und der Graf von Lennox, John de Napier, fallen bei Torwood über die sich zurückziehenden Engländer her und erobern das Gepäck. Ob sie angesichts der drohenden Niederlage umschwenkten oder ob dies zum Plan gehörte ist nicht bekannt. Aufgrund des späteren Verhaltens kann davon asgegangen werden, dass dies zum Plan gehörte. Die Engländer fliehen nach Berwick. Um 12 Uhr ist die Schlacht vorbei, Gefangene werden keine gemacht. Auf schottischer Seite wurde Andrew Moray schwer verletzt. Andrew Moray erliegt mehrere Wochen später an einer Infektion der Wunden. Man weiß nicht, wann Moray verstarb, es muss jedoch nach dem 07. November gewesen sein, da er an diesem Tag noch einen Erlass mit unterzeichnete.
Nach der Schlacht kommt es zu einer Reihe von Erfolgen. Die Burgen von Stirling und Dundee kapitulieren. Letztere wollte Wallace nach der Schlacht wieder belagern. Doch als dort die Nachrichten von der Niederlage eintreffen, kapituliert die Besatzung. Dort trifft Wallace wieder mit dem wankelmütigen Adel zusammen.Es ist Wallace, der im Moment regiert. Er und Andrew Moray werden schließlich in Perth zu den Regenten des Landes gewählt. Sie nehmen den diplomatischen Kontakt zu den anderen Königreichen auf und erlauben den Hansestädten Lübeck und Hamburg freien Handel im Königreich Schottland. Es gelingt ihm auch die Wahl von William Lamberton, Rektor der Kathedrale von Glasgow, zum Bischof von St. Andrews durchzusetzen. Lamberton gilt als leidenschaftlicher Patriot. Lamberton begibt sich sofort nach Rom um sich seine Wahl bestätigen zu lassen.
Edward I. befindet sich zu diesem Zeitpunkt in Flandern, wo er Krieg führt. Er befiehlt, dass eine neue Armee ausgehoben werden soll.
Im Oktober fällt Wallace in den Norden Englands ein und verwüstet es. Zahlreiche Dörfer werden niedergebrannt. Ende Oktober sind auch die Burgen von Dunbar, Edinburgh und Roxburgh wieder in schottischer Hand. Hier dürfte auch Robert Wiseheart wieder die Freiheit erlangt haben.
Eine zweite Armee genannt die Männer von Galloway belagert vergeblich Carlisle. Nicht überall kann William Wallace die Männer unter Kontrolle halten. Teilweise kommt es zu Massakern.
Im November stösst eine englische Armee aus Newcastle vor. Wallace agiert vorsichtig und zieht sich nach Norden zurück. Sir Robert de Clifford marschiert mit den englischen Truppen in Schottland ein, zerstört mehrere Städte und Dörfer und verübt in Lochar Moss ein Massaker an über 300 Schotten. Nach einer Kampfpause zu Weihnachten gehen die Kämpfe weiter.
1298: Nach seiner Rückkehr aus England befand sich Wallace auf dem Höhepunkt der Macht und der Adel akzeptierte ihn als Führer. Im März wird er von Robert de Bruce zum Ritter geschlagen und gleichzeitig zum allleinigen Wächter von Schottland ernannt. Damit ist er de facto König. Doch er weist jede persönliche Ambitionen zurück und gibt an, dass er alle seine Handlungen für den König John Balliol ausübe. Wallace traut der Unterstützung des Adels nicht und will das Land in miltärische Zonen einteilen. In diesen Zonen solle jeder waffenfähige Mann zwischen 16 und 60 Waffen besitzen und kampfbereit sein. Mit dieser Art Wehrpflicht will er den Aufstand und die Unabhängigkeitsbewegung stärken und gleichzeitig das feudale Vasallensystem unterhöhlen und ersetzen.
Am 14. Januar eröffnet Edward I. ein Parlament in York, zu dem er auch den schottischen Adel einberufen hatte. Doch keiner wagt zu diesem Zeitpunkt zu erscheinen. Wallace und die Aufständischen haben das politische Geschehen in Schottland im Griff. Edward selbst ist bis zum 14. März in Flandern.
Am 28. Januar sind die Vorbereitungen für einen neuen Feldzug gegen Schottland beendet. In Durham und Newcastle steht die Armee bereit, die Edward im Oktober einberufen hatte. Sie besteht überwiegend aus Walisern und Iren. Den Oberbefehl erhält erneut der Graf von Surrey, John de Warenne. Desweiteren nehmen auch der Marschall von England, Guy Beauchamp von Warwick, sowie die jungen Grafen von Lancaster, Thomas, und Pembroke, Aymer de Valence, an den Feldzug teil.
Im Februar zerstört der Marschall von England, Robert de Clifford die Ortschaft Annan. Sie gehört zum Besitz von Robert Bruce. Robert de Clifford übt Vergeltung an Robert de Bruce für dessen Unterstützung der Aufständischen.
John de Warenne lässt die Armee nach Norden marschieren und nimmt Roxburgh ein. Wallace wendet jedoch wieder die Guerilla-Taktik an und zieht sich zurück und wendet die Strategie der verbrannten Erde an. In Berwick erhält John de Warenne die Botschaft, dass er den Vormarsch stoppen soll. Edward persönlich will den Feldzug anführen, nachdem es ihm gelungen ist, mit Frankreich einen Friedensvertrag zu schließen. Doch zunächst entpuppt sich der Nachschub als das grösste Problem. Von Irland werden Versorgungsschiffe in Richtung Carlisle losgeschickt, die die Truppen mit Versorgungsgütern ausrüsten sollen.
Im Juni stösst Edward I. in Roxburgh auf seine Truppen. Am 03. Juli überschreitet das Heer den Tweed. Da ein Sturm mehrere Versorgungsschiffe zum Untergang gebracht hatte, kommt der Vormarsch in Kirkliston, nahe Linlithgow, zum Stillstand. Wallace hatte die Taktik der verbrannten Erde angewandt. Der Hunger, sowie die zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen den Engländern und den walisischen Bogenschützen zwingen Edward dazu, den Rückzug zu befehlen. Lediglich der Bischof von Durham, Anthony Bek, hatte mit seiner Streitmacht Direlton und zwei nahe-liegende Burgen zerstört und erobert.
Zwei schottische Verräter - vermutlich die Grafen von Dunbar, Patrick, und Angus, Ingram de Umfraville - verraten Wallace beim Bischof von Durham, Anthony Bek. Wallace plane einen Nachtangriff auf das Heer. Wallace und seine Armee stünden in den Wäldern von Callander 15 Meilen südlich von Falkirk. Daraufhin befiehlt Edward sich zur Schlacht zu rüsten.
In der Nacht vor der Schlacht lagerten die Engländer östlich von Linlithgow. Ihre Waffen und Pferde an der Seite. Es herrschte eine grosse Nervosität, da mehrere Waliser übergelaufen sind. Es wird ein Alarm ausgelöst und das Pferd von Edward tritt ihm in die Rippen und bricht ihm zwei Rippen. Da er befürchtet, dass Wallace sich weiter zurück zieht und eine hungrige und desolate englische Armee zurück bleibt, befiehlt Edward in Schlachtstellung zu gehen. Edward hat seine Streitmacht in drei Gruppen geteilt. Eine führt er selbst an, die zweite der Bischof von Durham, der vor der Schlacht noch eine Messe zelebrierte, die dritte führt der Marschall des Königs an.Am 22. Juli, dem Tag der heiligen Magdalena, kommt es bei Falkirk zur Schlacht. Wallace nimmt sie entgegen seiner Gewohnheiten an, da er der Meinung ist, er befinde sich auf gutem Untergrund. Auf einem Hügel lässt er vier Kreise bilden. Mit den 4 m langen Speeren igeln sich die Schotten ein. Um die Kreise hatten sie angespitzte Pflöcke in den Boden gerammt. Die etwa 1000 Mann starke Reiterei angeführt von John "Red" Comyn und dem Adel mit Sir John Stewart of Bonhill, Duncan MacDuff, dem Grafen von Fife, sowie John the Graham, Herrn von Abercorn und Dundaff hält er in der Rückhand. Da zwischen der Reiterei und den "Igeln" tiefer und morastiger Untergrund liegt, glaubt er sich sicher zu sein. Doch es gelingt der schweren englischen Reiterei unter dem Marschall von England durch diesen Untergrund zu stossen und ihn einzukreisen. Desweiteren werden die Schotten durch einen Pfeilhagel der walisischen Bogenschützen eingedeckt, die schließlich auch der Schlacht die entscheidende Wendung geben, nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, die "Igel" zu durchbrechen. Bei einem der Versuche starb auch der englische Grossmeister der Tempelritter.
Angesichts der Erfolge der englischen Armee und dem Tod von Sir John the Graham und dem Grafen von Fife, Duncan MacDuff, lässt die schottische Reiterei unter Führung von John "Red" Comyn, dem Herrn von Badenoch und Grafen von Buchan, Wallace im Stich und flieht. William Wallace und seine Armee werden vernichtend geschlagen. Wallace gelingt die Flucht in die sicheren Wälder. William Douglas wird von den Engländern gefangen genommen und nach London gebracht, wo er im gleichen Jahr im Tower stirbt. Die Ländereien werden konfisziert und gehen an Robert de Clifford über.Robert de Bruce und sein Vater, der Carlisle hält, waren an der Schlacht nicht beteiligt. Nach der Schlacht jedoch werden sie von ihren Ländereien verjagt und diese niedergebrannt.
Die Niederlage beendet die kurze Regierungszeit von Wallace. Er hält in Torphichen sein letztes Parlament und tritt als Wächter Schottlands zurück. Es ist nicht bekannt, ob er im Zorn zurück trat oder durch den Adel genötigt wurde. Wallace verkündet Zeit seines Lebens als Guerilla gegen die Engländer weiter zu kämpfen. Man weiß nicht genau, ob er sofort oder später nach Frankreich segelte, um dort die Unterstützung von Philipp IV. zu suchen.
Nach diesem Sieg zerstört die englische Armee Perth und St. Andrews. Edward I. zieht nun nach Carlisle.Trotz des Verates und der damit verbundenen Flucht von Falkirk werden John "Red" Comyn, Neffe von John Balliol, und Robert de Bruce zu den Wächtern von Schottland ernannt. Kaum war der vom Adel ungeliebte, niedrig geborene Wallace von der Macht gestossen, legten die Kontrahenten jegliche Rivalität zur Seite und kämpften gemeinsam gegen die Engländer weiter. Doch es dauert nicht lange bis es zu Streitigkeiten kommt und der Kampf gegen die Engländer unkoordiniert bestritten wird. Beide bekämpfen die Engländer, sind jedoch von Eifersüchteleien erfasst und werden zu erbittersten Rivalen.
1299: Am 20. Januar stirbt William Douglas im Gefängnis von London.
Bischof William Lamberton von St. Andrews wird nach seiner Rückkehr aus Rom dritter Wächter von Schottland. Er ist ein Anhänger von Robert de Bruce.
Die Schotten nehmen Stirling Castle.
Im August kommt es in Peeble zu einem folgenschweren Zwischenfall. Bei einem Streit geht John "Red" Comyn Robert de Bruce an die Kehle und beleidigt ihn schwer. Lamberton und Malcolm Wallace, Bruder von William Wallace, schlichten. Diese Beleidigung würde Bruce ihm später zurück zahlen.
1300: Bruce legt sein Amt als Wächter nieder. Das Parlament, dass in Rutherglen tagt, ernennt Ingram de Umfraville als dritten Wächter neben John "Red" Comyn. Ingram de Umfraville, der noch in Berwick und Falkirk auf der Seite Edward I. gekämpft hatte, wird jedoch von dubiosen Motiven geleitet. Es dauert daher nicht lange bis auch William Lamberton und John Comyn zerstritten sind. In der Folge häufen sich die Stimmen, dass man nur einen Regenten/Wächter benennen sollte: John de Soules.
Ein weiterer englischer Feldzug nach Schottland folgt. Ein Waffenstillstand folgt.
1301: Ein weiterer Feldzug Englands gegen Schottland wird geführt.
John "Red" Comyn und John de Soules sind in diesem Jahr die beiden Regenten Schottlands
1302: Waffenstillstand zwischen England und Schottland. Robert de Bruce unterwirft sich Edward I. und heiratet Elizabeth de Burgh, Tochter des Grafen von Ulster, einem treuen Gefolgsmann Edward I. Damit will Robert de Bruce beweisen, dass er sich von den Aufständischen abgewendet hat.
1303: John "Black" Comyn verstirbt in England. Er besaß in Northumberland Ländereien. John "Red" Comyn ist nun Herr von Badenoch und Graf von Buchan.
In Roslin bei Edinburgh kommt es am 24. Februar zu einer Schlacht. Die Schotten unter John "Red" Comyn schlagen die Engländer. Dieser Sieg ist für lange Zeit der letzte schottische Erfolg.
Stirling Castle wird erfolgreich verteidigt. Massgeblich daran beteiligt ist der Graf von Lennox, John de Napier.
Nach Roslin verwüstet Edward Schottland wohin er auch kommt. Schließlich spricht er eine Generalamnestie aus von der er William Wallace ausnimmt. Auf Wallace wird ein Kopfgeld von 300 Mark ausgesetzt. Im Gegenzug wird ihm die Treue ge-schworen.Wahrscheinlich in diesem Jahr kehrt Wallace nach Frankreich zurück. Dort hatte er versucht, die Unterstützung des französischen Königs Philips IV. und des Papstes zu erhalten. Doch Frankreich und England verabschieden einen Friedensvertrag, nachdem Philip in der "Sporenschlacht" von Courtrai als Verlierer hervorgegangen war. Die Gascogne bleibt England erhalten und im Gegenzug erkennt Edward die Lehnshoheit des französischen Königs an. Der Friedensvertrag schließt jedoch Schottland aus.
Obwohl er am Hofe Philips gerne gesehen war, war die Liebe zu Schottland größer und Wallace kehrt nach Schottland zurück......
Papst Bonifatius VIII. wird ermordet. Man vermutet, dass der Anstifter dazu Philip IV. von Frankreich war, da dieser mit dem Papst im Streit lag. Bonifatius hatte sich in einer Bulle selbst über die Könige der Welt erhoben. Sein Nachfolger wird Benedikt XI.
1304: Robert Bruce, Graf von Carrick und Vater des künftigen Königs, stirbt. John "Red" Comyn kapituliert vor Edward I. und wird zum Treueeid gezwungen. Er behält seine Freiheit, wenn er im Gegenzug daran mitwirkt, William Wallace gefangen zu nehmen.
Bruce und Bischof Lamberton schließen einen Pakt. Man weiß nicht genau, was er beinhaltet. Vermutlich ging es um die Ausschaltung von Comyn, die Einsetzung zum König von Robert de Bruce mit Hilfe des Bischofs.
1305: Die hohe Belohnung auf William Wallace führt dazu, dass Sir John de Mentieth, dem Burgherren von Dumbarton Castle, verrät. Dieser ist auch ein alter Kampfgefährte des Rebellenführers. William Wallace ist der Patenonkel zweier Kinder von John de Menteith. Man lockt Wallace in das Haus von Ralph Rae bei Glasgow.
Ralph Rae möchte angeblich in die Bande von Wallace aufgenommen werden. Doch in Wahrheit ist es eine Falle. Rae raubt in der Nacht die Waffen und Sir John de Mentieth führt die Engländer ins Haus. Trotzdem gelingt es Wallace noch einige seiner Gegner zu töten.
William Wallace wird zunächst in Dumbarton Castle ins Gefängnis geworfen, ehe er in einem 17-Tage-Ritt durch fast unbewohntes Gebiet (man will eine Befreiung vermeiden) nach London gebracht wird. Dort wird er am 23. August in Westminster Hall des Verrates von Sir Peter Mallory, dem königlichen Justitiar, angeklagt. Wallace antwortet daraufhin: "Ich kann kein Verräter sein. Ich habe ihm (Edward I.) nie gehuldigt. Und solange Leben in diesem Körper ist, kann er diese auch nicht erwarten. Er ist nicht mein Souverän. Zu den anderen Punkten der Anklage bekenne ich mich unschuldig. Als Regent meines Landes habe ich Engländer getötet. Ich habe die Städte, Dörfer und Burgen des englischen Königs als sein Feind angegriffen. Wenn ich oder meine Soldaten die Häuser der Bürger und Geistlichen geplündert und zerstört habe, so bereue ich meine Sünden. Aber es ist nicht Edward von England, den ich um Vergebung bitte." Man verhöhnt Wallace, indem man ihm einen Lorbeerkranz aufsetzt.
Am 24. August (oder auch noch am 23. August) wird Wallace brutal hingerichtet. In Smithfield wird er kurz gehängt, dann wird er aufgeschlitzt und ausgeweidet, ehe man seinen Kopf abschlägt und ihn vierteilt. Sein Kopf wird aufgespießt und an der London Bridge aufgestellt. Sein rechter Arm wird nach Newcastle gebracht, sein linker nach Berwick, sein rechter Fuss wird nach Perth und sein rechter nach Aberdeen gesandt.Bertrand Got aus der Gascogne wird zum Papst gewählt. Er nennt sich Klemens V. und wird Frankreich nicht verlassen. Er ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bonifatius VIII. dem französischen König gefällig.
Vermutlich um diese Zeit vielleicht auch schon früher kommt James "Black" Douglas nach Schottland und schließt sich dem Freiheitskampf an. Er wurde in Paris erzogen und findet sein Erbe konfisziert vor.
Im selben Jahr verrät John "Red" Comyn seinen Vetter Robert de Bruce bei Edward I. Als Edward von dem Bund mit Lamberton erfährt, gelingt de Bruce gerade noch so die Flucht aus England.
1306: Am 10. Februar treffen sich John "Red" Comyn, Neffe von John Balliol, und Robert de Bruce in der Kirche des Konvents der Franziskaner in Dumfries. Comyn musste zu diesem Treffen überredet werden. Robert de Bruce ist wegen des Verrates seines Vetters erbost. Aber de Bruce bietet ihm auch all seine Ländereien an, wenn dieser ihn unterstütze ihn auf dem Thron eines unabhängigen Schottland zu setzen. Comyn der über zahlreiche Anhänger und auch über die Unterstützung der Engländer verfügt, ist erbost und lehnt kompromisslos und heftig ab. Es kommt zu einem heftigen Streit. Sich vergessend fällt Robert de Bruce Comyn an und sticht ihm in die Kehle und tötet ihn vor dem Hochaltar. Sir Robert Comyn, der Onkel des Getöteten und seine Begleiter werden von den Gefolgsleuten des Bruce Lindsay und Kirkpatrick ebenfalls vor dem Altar erschlagen.
Der Mord ist gleich in mehrerer Hinsicht für Bruce eine Katastrophe für seine Am-bitionen auf den Thron. Der Mord mit dem er in der Kirche ein Sakrileg begann - wird zur Exkommunikation durch den Papst führen. Desweiteren ist Edward I. über diese Tat und den nachfolgenden Ereignissen so empört, dass er nun ein weiteres mal in Schottland einzumarschieren plant.
Robert de Bruce eilt nun nach Scone Palace, wo er sich am 25. März, dem Palmsonntag durch den Bischof von Glasgow, Robert Wiseheart, krönen lässt. Mit Anwesend sind nur noch William Lamberton, Bischof von Moray, David de Moravia, die Äbte von Scone und Inchaffreay, sowie de Napier, Graf von Lennox, sowie die Grafen von Menteith und Athol. Eine zweite Krönung am 27. März erfolgt. Das erbliche Krönungsrecht lag bei den Grafen von Fife. Diese geleiten den König zum Altar und Krönungsstuhl. Dieser, Duncan MacDuff, gerade erst volljährig geworden, hat eine Nichte des englischen Königs, Mary Monthermer, geheiratet. Er weigert sich, die Krönung zu vollziehen. Seine Schwester Isabella, Gräfin von Buchan, verheiratet mit dem Sohn von "Red" Comyn, erscheint vielleicht unter Zwang - an seiner Stelle. Da die richtige Krone Schottlands in Westminster ist, wird ihm de Bruce - eine goldene Krone aufgesetzt. Die Gräfin von Buchan muss dafür später bitter büssen und wird ihren Mann nie wieder sehen.
![]()
Nicht sicher ist die Rolle von Duncan MacDuff nach seiner Weigerung. Möglicherweise wurden er und seine Frau von Robert de Bruce gefangen genommen und in Kildrummy Castle festgehalten.
Edward I. befiehlt dem Schwager des toten John "Red" Comyn, Aymer de Valence, Graf von Pembroke, den neuen König zu fangen. Robert de Bruce zieht sich zusammen mit Sir James Douglas, "the Black Douglas", in die Wälder und Hügel von Athol und Argyll zurück.
Am 19. Juni kommt es in Methven bei Perth zu einer Schlacht, bei der Aymer de Valence Robert de Bruce im Morgengrauen überrascht und bei einer offenen Feld-schlacht besiegt und diesen beinahe gefangen genommen hätte. Der Graf von Athol wird gefangen genommen und hingerichtet. Ebenso ergeht es Neil Bruce, John und Christopher Seton und Simon Fraser.
Robert de Bruce wendet sich nach Westen. In Dalry bei Tyndrum entgeht de Bruce am 11. August ein weiteres mal knapp der Gefangennahme. Der Sohn von "Red" Comyn und die MacDougalls von Lorne, Anhänger von John "Red" Comyn, verwickeln de Bruce in einem Kampf. Einem Angreifer, den de Bruce töten kann, gelingt es jedoch die Schulterbrosche des Königs zu entreißen.
Robert de Bruce sendet im September seine Frau und seine Tochter zu seinem Bruder Nigel nach Kildrummy Castle, während er mit etwa 200 Mann in Perthshire bleibt. Doch die Engländer nehmen sie bei Tain gefangen und erobern Kildrummy Castle. Nigel wird geköpft und gevierteilt. Die Frau und Tochter des Königs werden in verschiedene Kerker inhaftiert. Die Gräfin Isabella von Buchan, die mit einem Cousin von Comyn verheiratet ist, wird in einen winzigen Käfig gesperrt und an die Mauern von Berwick Castle gehängt. Dort bleibt sie bis 1314. Gleiches Schicksal erleidet die Schwester von Robert de Bruce, Mary, in Roxburgh Castle. Zahlreiche Anhänger von William Wallace und Robert de Bruce werden geköpft. Zur Abschreckung werden ihre Köpfe aufgespießt. Auch zwei weitere Brüder (Thomas und Alexander) werden ebenfalls getötet. Das Land von Robert de Bruce wird konfisziert. Der Bischof von Glasgow, Wiseheart, wird von den Engländern ebenfalls ins Gefängnis geworfen.Das harte Vorgehen der Engländer erzielt jedoch den gegenteiligen Effekt. Der Adel, der Klerus und das Volk unterstützen nun "ihren" König. Robert de Bruce und James Douglas trennen sich nun: Robert de Bruce weicht nach Südwesten aus und erreicht Dunaverty Castle. Von hier setzt er per Schiff auf die Insel Rathlin vor der irischen Küste über. Seine Lage ist hoffnungslos. James Douglas wendet sich nach Süden um seine eigenen Ländereien zurück zu erobern.
![]()
1307: Klemens V. benennt Avignon als seinen ständigen Residenzort.
Im Februar kehrt Robert de Bruce in seine Grafschaft Carrick zurück und landet bei Turnberry. Seine Besitztümer sind von den Engländern konfisziert worden.
Angeblich von der Beharrlichkeit einer Spinne in einer Höhle auf Rathlin (oder Arran) fasziniert, beschließt Robert de Bruce den Guerilla-Krieg aufzunehmen.Am 19. März, dem Palmsonntag, gelingt es James Douglas, die Stammburg seiner Familie zurück zu erobern, nachdem drei vorangegangene Angriffe fehlgeschlagen waren.
Im April schlägt Robert de Bruce im GlenTrool in Galloway einen berittenen Trupp Engländer unter Führung von John Mowbray
Am 10. Mai besiegt Robert de Bruce Aymer de Valence, den Grafen von Pembroke, in Loudon Hill bei Kilmarnock.Auf dem Weg nach Schottland um dort einzumarschieren, stirbt Edward I. am 07. Juli im Alter von 68 Jahren in Burgh-by-Sands, nahe Carlisle. Nachfolger wird sein 23-jähriger Sohn Edward II., der jedoch die Jagd, Schwimmen und Rudern, sowie die Kunst mehr liebt als den Krieg. Zudem gilt er als homosexuell. Man vermutete ein Verhältnis mit dem Ritter Piers Gaveston aus der Gascogne, der von Edward I. des Landes verwiesen wurde. Er wird von Edward II. wieder nach England gerufen. Er überhäuft seinen Freund mit Ehren und Geschenken. Er ernennt Gaveston zum Grafen von Cornwall. Gegen Edward II. und Gaveston bildet sich unter der Führung seines Vetters Thomas, 2nd Graf von Lancaster, eine Opposition. Da Edward II. keine anstalten macht nach Schottland aufzubrechen, bleibt nun Robert de Bruce Zeit und Luft sich um die schottischen Angelegenheiten zu kümmern. Er wendet sich nun gegen seine Gegner in Buchan, Argyll und Galloway. Doch bevor es zu einer Entscheidung kommen kann, erkrankt Bruce sehr schwer und muss nach Inverurie gebracht werden. Seine Feinde verfolgen ihn. Als er hört, dass einige seiner Männer bei einem Gefecht mit den Anhängern von Balliol und Comyn niedergemetztelt wurden, erhebt er sich krank vom Bett und führt seine 700 starke Armee in die Schlacht. Am 24. Dezember werden die Männer aus Buchan vernichtend in Inverurie geschlagen.
Im Oktober verbietet der Papst auf Druck des französischen Königs den Orden der Templer. Es kommt zu Verfolgungen, Folterungen und Mord.
1308: Bruce wendet sich nach der Schlacht in Richtung Argyll. Beim Pass of Brander will ihm der Lord von Argyll, John MacDougall of Lorne, eine Falle stellen. Robert de Bruce ahnt dies jedoch und teilt seine Armee. So gelingt es ihm und "Black Douglas" die MacDougalls einzuschließen. Den Eingeschlossenen gelingt zwar die Flucht über den Fluss Awe zum Castle Dunstaffnage, aber Bruce kann die Burg schnell erobern. Vermutlich war auch John Comyn, ein Cousin des "Red" Comyn, unter den Besiegten. Nach diesem Sieg sendet er seinen Bruder Edward nach Galloway.
Edward II. wird mit Isabella, einer Tochter des französischen Königs, verheiratet.
1309: Am 16./17. März hält Robert de Bruce sein erstes Parlament in St. Andrews ab. Die Mehrheit erkennt ihn als ihren König an und sichert ihm die Unterstützung zu. Noch sind Lothian und die Burgen von Stirling und Edinburgh, Roxburgh und Perth in eng-lischer Hand, aber de Bruce kontrolliert den größten Teil von Schottland.
Die Bischöfe Wiseheart und Lamberton setzten sich beim Papst für Robert de Bruce ein. Der König sichert der Kirche in Schottland die Freiheit zu.
1310: Edward II. marschiert in Schottland ein, kann jedoch nichts erreichen.
Die Exkommunikation von Robert de Bruce wird wegen der garantierten Freiheit der Kirche vom Papst aufgehoben.
1311: Erneut unternimmt Edward II. einen Feldzug nach Schottland der nichts einbringt. Im Gegenteil: Robert de Bruce fällt im Norden Englands ein.
Robert de Bruce macht Bernard de Linton, den Abt von Arbroath, zu seinem Kanzler.
Die englischen Barone beschneiden die Macht von Edward II. und zwingen ihn Gaveston zu verjagen. Doch Edward II. hält sich nicht an seine Versprechen und trifft sich immer noch mit Gaveston.
Adam de Middleton, Präzeptor der Templer in Schottland, trifft sich mit Bischof Lamberton. Dieser gewährt den Templern Schutz in Schottland
1312: Robert de Bruce verwüstet erneut den Norden Englands. Mit hohen Geldsummen erkaufen sich die Engländer den Frieden.
Etwa um diese Zeit ermorden die Anhänger des Grafen von Lancaster den Liebhaber des Königs Piers Gaveston.
Edward III. wird geboren.
1313: Am 07. Januar wird trotz bitterer Kälte Perth von Robert de Bruce erobert. Er soll dabei der zweite Mann gewesen sein, der die Mauern überwand. Die Rückeroberung des Südwesten und der Isle of Man (18. Mai) gelingt.
1314: Am 19. Februar fällt die Burg Roxburgh an James "Black" Douglas. Die Schwester des Königs wird aus dem Käfig befreit. Unter Führung von Robert de Bruce, seinem Neffen dem Grafen von Moray, Thomas Randolph und James "Black" Douglas fällt auch Edinburgh am 14. März. Auf Befehl des Königs werden die Mauern geschliffen. Stirling Castle wird von Sir Philip Mowbray gehalten, welches von Edward de Bruce belagert wird. Mowbray verhandelt mit Edward de Bruce. Er wird ihm die Burg kampflos übergeben, wenn bis zum 24. Juni, des Mittsommertages, die Burg nicht ent-setzt wird. Robert de Bruce ist darüber verärgert, denn dies zwingt ihn, sich in einer offenen Feldschlacht den Engländern zu stellen.
Edward II. innenpolitisch angeschlagen will sein Ansehen mit der Rückeroberung Schottlands wieder zurück gewinnen. Er eilt nach Schottland. Am 17. Juni erreicht er Edinburgh, in Leith legt er eine fünftägige Pause ein, ehe er an einem Tag die 22 Meilen nach Falkirk zurücklegt. Am 23. Juni stösst er von Falkirk aus nach Bannock Burn und Stirling vor und bezieht die Schlachtstellung.
Robert de Bruce hat unterdessen ein Lager in der Abtei von Cambuskenneth angelegt. Zahlenmäßig deutlich unterlegen muss er sich den Engländern bei Bannock Burn stellen.
Am Tag vor der Schlacht gelingt es einem jungen englischen Ritter, Sir Henry de Bohun, Robert de Bruce zu isolieren. Mit einer Lanze greift er den König an, der aufgrund einer Lederkappe und der aufgesetzten Krone leicht erkennbar ist. Doch de Bruce kann den Angreifer mit einem Axthieb töten. Man macht dem König daraufhin Vorwürfe. Er riskiere nicht nur sein Leben, sondern auch die Zukunft seines Landes.
Am Sonntag den 24. Juni kommt es zur Schlacht. Der schottische König hat sein Heer in fünf Teile gegliedert. Die Reiterei wird von Sir Alexander Keith geführt. Graf Thomas Randolph führt die Männer aus Moray, Edward Bruce die Männer aus Galloway und Aberdeen, James Douglas und sein künftiger Schwiegersohn Walter Fitzalan der Stewart führen die Männer von Renfrew, und Robert de Bruce die Highlander und Männer von Carrick. Sein Kanzler, der Abt von Arbroath, Bernard de Linton, bleibt in der Abtei von Cambuskenneth.
Die Schlacht endet mit einer vernichtenden Niederlage der Engländer. Der 9th Graf von Gloucester und Hertford, Gilbert de Clare, wird in der Schlacht getötet. Ebenso stirbt der Marschall von England und 1st Lord von Skipton, Robert de Clifford, Henry de Percy und John Comyn. Edward II. ergreift die Flucht. Doch Philip Mowbray öffnet ihm nicht die Tore von Stirling Castle. So ist er gezwungen nach Dunbar auszuweichen. Die Niederlage bedeutet für Edward II. auch eine Schwächung seiner Position. Die Opposition unter dem Grafen von Lancaster gewinnt wieder an Bedeutung. Auch Aymer de Valence entkommt dem Schlachtgetümmel. Der Graf von Hereford dagegen gerät in die Gefangenschaft der Schotten. Desgleichen fällt die gesamte Kriegskasse der Engländer in die Hände der Schotten. Es gelingt Bruce einen Gefangenenaustausch zu vereinbaren. Die maroden Staatsfinanzen des englischen Königs spielten dabei sicherlich eine grosse Rolle. Im Gegenzug zur Freilassung des Grafen kommen die Frau und Tochter von de Bruce frei, sowie dessen Freund, der Bischof von Glasgow.
Nach der Schlacht fällt Stirling Castle in die Hand der Schotten. Auch die Mauern dieser Burg werden geschliffen. Mit an der Schlacht beteiligt waren höchstwahrscheinlich die Templer auf Seiten von Robert de Bruce. Jedenfalls wird ihr Hauptsitz Balentradoch nach der Schlacht unter den Schutz der St-Clairs (Sinclairs) gestellt.
Statue von Robert the Bruce in Bannock Burn
1315: Robert de Bruce gestattet im Mai seinem Bruder Edward Ayr zu verlassen und einen Feldzug nach Irland zu führen. Edward agiert in Irland überaus erfolgreich und kann die Engländer unter Führung des Grafen von Ulster bis auf ein kleines Gebiet um Dublin zurückdrängen. Anfangs bekommt er auch zahlreiche Unterstützung durch die Iren.
Die Tochter Marjorie wird mit Walter Fitzalan Stewart verheiratet. Aus dieser Ehe geht ein Sohn, Robert späterer König und Begründer des Hauses Stuart hervor.
1316: In Dunkeld wird Edward zum König von Irland gekrönt. Doch von nun an wächst die Opposition. Da die Schotten fast alle selbst Normannen sind, misstraut man ihnen. Es kommt zu kleineren Rebellionen. Im Winter setzt Robert de Bruce nach Irland über um seinen Bruder zu unterstützen. Doch eine wütende Pest und Hungersnot verschlimmern die Lage.
"Black" Douglas geht aus einigen Gefechten an der Grenze mit den Engländern als Sieger hervor.
Im März wird der Sohn von Marjorie und Walter Fitzalan the Stewart, Robert, geboren.
Im gleichen Jahr stirbt Marjorie, die Tochter von Robert de Bruce nach einem Sturz vom Pferd.
Auch Bischof Robert Wiseheart stirbt im gleichen Jahr.
1317: Robert de Bruce verlässt Irland wieder und kehrt nach Schottland zurück.
1318: Am 01. April überwinden nachts "Black" Douglas und Walter Fitzalan Stewart mit ihren Männern die Mauern von Berwick und bringen die Stadt unter ihre Kontrolle. Dies konnte nur mit Hilfe eines Verräters unter den Engländern geschehen. Die Burg von Berwick jedoch leistet noch ca. 3 Monate Widerstand ehe sie sich Walter Fitzalan Stewart ergibt. Nach dem Fall von Berwick fallen drei weitere Bur-gen in Northumberland in die Hände der Schotten. Dies sind Wark, Harbottle und Mitford.
Edward de Bruce stirbt in der Schlacht von Dunkald. Im Oktober erfährt Robert de Bruce davon. Damit ist nun Robert Stewart der erbliche Thronfolger des Königs.
Robert de Bruce, "Black" Douglas und Thomas Randolph, 1st Graf von Moray werden vom Papst exkommuniziert. Der König nun schon zum zweiten mal.
1319: Edward II. versucht Berwick zurück zu erobern und belagert es. Thomas Randolph und "Black" Douglas erkennen, dass es Wahnsinn wäre, Edward II. eine offenen Feldschlacht zu bieten. Sie fallen daher in Nordengland ein und verwüsten es. Ein Aufgebot von Bürgern aus York und des Klerus zieht ihnen entgegen. Randoplh und Douglas vernichten das Aufgebot in Myton-on-Swale. Daraufhin bricht Edward II. die Belagerung ab.
Am 25. Dezember stimmt Edward II. einem 2-jährigen Waffenstillstand zu.
Der Papst fordert die Bischöfe von St. Andrews, Dunkeld, Aberdeen und Moray auf, vor ihm zu erscheinen und sich zu rechtfertigen, weshalb sie Robert de Bruce unterstützen. Sie leisten der Aufforderung keinen Gehorsam und werden exkommuniziert.
1320: In der Abtei von Arbroath kommt es zu einer Versammlung, an der der Adel, der Klerus und Vertreter des einfachen Volkes teilnehmen. Sie verabschieden am 06. April eine Erklärung - die Erklärung von Abroath - die dem Papst Johannes XXII. in Avignon überbracht wird. Darin protestieren sie gegen die Exkommunikation ihres Königs, sowie von vier Bischöfen, die einst von Klement V. exkommuniziert worden waren, weil sie einer Vorladung des Papstes nicht gefolgt waren. Sie fordern in der Erklärung auf, die Exkommunikation zurück zu nehmen und Robert de Bruce als König von Schottland anzuerkennen. Desgleichen erklären sie sich darin von England unabhängig. "Solange noch 100 Mann von uns leben, werden wir unter keinen Umständen die Engländer als unsere Herren anerkennen." Unglücklicherweise gehören zu den Unterzeichnern auch drei Adlige, die mit einigen anderen Baronen den Sturz des Königs vorbereiten. Unter ihnen ist auch William de Soules, der sich zum König machen möchte. Der Komplott wird jedoch aufgedeckt. William de Soules wird für den Rest seines Lebens ins Verlies gesteckt, einige Mitverschwörer werden hingerichtet.
Auch Sir John de Menteith Verräter von Wallace gehört zu den Unterzeichnern der Erklärung.
1322: Im März wird der 2nd Graf von Lancaster, Thomas, durch Edward II. hingerichtet, nachdem dieser im Norden einen Aufstand ins Leben gerufen hatte.
Nach Ablauf des Waffenstillstandes fällt Edward II. zum letzten mal im August in Schottland ein. Er erreicht Edinburgh und plündert die Abtei Holyrood. Da Robert de Bruce damit gerechnet hatt und sämtliches Vieh aus Lothian nach Norden getrieben hatte bzw. es hatte töten lassen, leiden die Engländer schon bald unter Hunger. der Hunger zwingt sie auch zum Rückzug. Als sie bei der Abtei Melrose angelangen und diese ebenfalls plündern wollen, werden sie dort von "Black" Douglas attackiert und in die Flucht geschlagen. Robert de Bruce folgt ihnen mit einer Armee nach Nordengland.
Im Oktober stehen die Schotten 15 Meilen von der Abtei Rievaulx, wohin sich die Armee von Edward II. zurück gezogen hatte. Es kommt zur Schlacht. Robert de Bruce schlägt die englische Armee in die Flucht und Edward II. rettet sich hinter die schützenden Mauern von York. Er verweigert hartnäckig die Unterzeichnung eines Waffenstillstandes.
1323: Am 03. Januar schließt der Graf von Carlisle, Sir Andrew Harcla, einen separaten Waffenstillstand mit Robert de Bruce. Zwei Monate später wird er wegen Landesverrates dafür hingerichtet. Nachdem Edward II. seine Niederlage und aus-sichtslose Lage erkannt hat, schließt er mit Robert de Bruce in Bishopthorpe bei York einen Waffenstillstand.
1324: Im Januar erkennt Papst Johannes XXII. Robert de Bruce als den König von Schottland an, hebt die Exkommunikation jedoch nicht auf.
Am 05. März wird David II. geboren. Damit ist er als der Sohn von Robert de Bruce der neue Thronfolger.
Der Graf von Pembroke, Aymer de Valence, der von 1318-1321 entscheidenden Einfluss auf den englischen König hatte, stirbt.
1326: Robert de Bruce regelt die Thronfolge und die Verhältnisse für den Fall seines Todes.
Vertrag von Corbeil zwischen Frankreich und Schottland.
1327: Am 20. Januar wird Edward II. durch den Geliebten der englischen Königin Isabella, Roger Mortimer, gestürzt und zur Abdankung zugunsten von Edward III. gezwungen. Man wirft ihn ins Gefängnis. Roger Mortimer hat auf den 15-jährigen Thronfolger grossen Einfluss. Am 01. Februar wird Edward III. gekrönt. Am selben Tag überfallen die Schotten die Burg Norham.
Im Juni fällt Robert de Bruce mit Thomas Randolph und "Black" Douglas in Nordengland ein. Edward III. zieht ihnen mit einer Armee entgegen. Doch die Schotten wenden erfolgreich ihre Guerilla-Taktik an. Im Stanhope Park in Weardale bei Durham bringt Randolph´s Guerilla-Taktik den jungen König zu einem Nerven-zusammenbruch. Er bricht in Tränen aus. In diesem Nachtangriff wäre es den Schotten beinahe gelungen, den jungen Edward III. gefangen zu nehmen. Als Edward III. dann nach York zieht, zerstören die Schotten Northumberland. Schließlich geben sich die Engländer ge-schlagen. In Berwick vereinbaren de Bruce und Edward III., dass Edward Robert de Bruce und seine Nachfolger als Könige eines unabhängigen Schottlands anerkennen soll. Desweiteren wird beschlossen, dass sich die Schwester des englischen Königs, Joan, und der schottische Thronfolger David vermählen sollen. Ein Militärbündnis zwischen den Ländern wird ebenso beschlossen. Zuletzt verpflichtet sich Edward III. sich beim Papst einzusetzen, die Exkommunikation von Robert de Bruce zurück zu nehmen. Robert de Bruce verpflichtet sich zur Zahlung von 20.000 Pfund an England.
Im September wird auf Geheiß von Roger Mortimers Edward II. im Verlies ermordet.
1328: Das Verhandlungsergebnis von Berwick wird am 17. März im Vertrag von Edinburgh besiegelt. Die Unterschrift wird in der Abtei von Holyrood geleistet. Robert de Bruce ist krank und bettlägrig.
Am 04. Mai wird der Vertrag in Northumberland von beiden Seiten ratifiziert. Damit ist der Krieg zwischen England und Schottland offiziell beendet.
David Bruce II. und Joan, Schwester von Edward III., heiraten.
1329: Am 07. Juni stirbt Robert de Bruce in Cardross. Die Aufhebung des Kirchen-bannes erlebte er nicht mehr. Er hatte Black Douglas gebeten sein Herz nach Jerusalem zu bringen und es dort beizulegen. Doch Douglas stirbt in Spanien und das Herz wird nach Melrose Abbey zurückgebracht, wo es beerdigt wurde.
Thronfolger wird sein Sohn David II.
1330: Edward III. verhaftet Roger Mortimer und lässt ihn später hinrichten.
1337: Der hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England bricht aus.
1371: David II. von Schottland stirbt kinderlos. Thronfolger wird Robert II. Stuart, der die Stuart-Dynastie begründet.
zu den Königen und Königinnen von Schottland
©copyright by Jochen Richter