Die Geschichte von Schottland bis 1860

 

 




 
 
Spuren menschlichen Lebens reichen bis in die Jungsteinzeit, ca. 4000 v.Chr., zurück. Vermutlich siedelten die ersten Menschen aus Irland über.

Um 400 v Chr.:
Von Irland aus siedeln sich die Kelten in Schottland an
 

 
Um 79 n. Chr.:
Die Römer stoßen unter ihren Feldherren Agricola bis ins südliche Schottland vor. Sie können die Kelten jedoch nicht unterwerfen, da diese mit der Guerilla-Taktik eine offene Feldschlacht vermeiden. Und in den sumpfigen und waldreichen Gebieten haben die Römer keine Entfaltungsmöglichkeiten für ihre Taktik. Bereits um 84 n. Chr. mußten die Römer wieder abziehen.

122 n. Chr.:

Im Norden Englands wird unter Kaiser Hadrian der "Hadrianswall" errichtet. Er soll das römische Gebiet vor Kelteneinfällen schützen. Sein Nachfolger Antonius baut später weiter nördlich einen weiteren Wall. Dieser ist im Gegensatz zum Hadrianswall heute verfallen.

 
563 n. Chr.:
Der irische Mönch Columbian fertigt heimlich eine Abschrift eines Buches vom Mönch Finian. Dieser fordert die Herausgabe der Kopie, die Columbian jedoch verweigert. Daraufhin kommt es zu "Battle of the Books" die 3000 Menschen das Leben kostet. Aus Scham und Reue verläßt Columbian Irland und wandert auf die Insel Iona vor der schottischen Küste aus. Hier gründet er ein Kloster und christianisiert von hier aus die 4 Stämme Schottlands - die Pikten, Skoten, den Briten und Angelsachsen. Columbian ist heute der Schutzpatron des Landes. Er soll der Sage nach auch mit einem Ungeheuer in Loch Ness gekämpft haben und es besiegt haben. Daher die Legende von Loch Ness.

Um 700 n. Chr.:
Ganz Schottland ist von den irischen Mönchen christianisiert.

Um 800 n. Chr.:
Kleinkriege zwischen den 4 Stämmen. Beginn der Wikingerüberfälle an den Küsten. Zahlreiche Dörfer und Klöster Irlands, Schottlands und Englands werden von der "Geißel des Abendlandes" geplündert und zerstört.

843:
Das skotische Königreich Dalradia vereinigt sich mit den Pikten. Großkönig wird Kenneth MacAlpine. Von den Skoten leitet sich der Landesname ab. Die Pikten gehen durch Vermischung in den Skoten auf und verschwinden als Stamm. MacAlpine gilt als der erste schottische König. Ihr gemeinsamer Feind sind die Briten und Angelsachsen. Im Hochland bilden sich die Clans und im Tiefland bildet sich eine Adelsschicht.

1018:
Die Skoten besiegen die Angelsachsen endgültig.

1034:
Duncan II. herrscht über ein Gebiet, das das üngefähre heutige Schottland entspricht.






Old Man of Storr auf der Insel Skye


1040:
Duncan II. wird von Macbeth ermordet. Grundlage für Shakespearses Drama.

1066:
Wilhelm der Eroberer erobert England von der Normandie aus. Viele Angelsachsen fliehen vor den Normannen nach Südschottland in die Lowlands und vermischen sich mit den Skoten. Malcolm, der schottiche König, vermählt sich mit einer der Flüchtenden. Aus Liebe zu ihr fällt er zweimal in England ein. Es folgen ständige Grenzstreitigkeiten. Im Laufe der Zeit siedeln sich dann auch Adelsfamilien der Normannen in Schottland an. Dieses sucht die Allianz mit Frankreich. Diese Allianz wird im Laufe der Jahrhunderte imer wieder erneuert.

1296/97:
William Wallace hebt einen Aufstand gegen die Engländer aus. Nach Anfangser-folgen wird der Aufstand jedoch von Edward I. niedergeschlagen, da der schottische Adel den Aufständischen die Hilfe verweigert. Wallace wird gefangen genommen, gefoltert und hingerichtet.

1306:
Robert de Bruce, der von einer normannischen Adelsfamilie abstammt und am englischen Hof aufgewachsen ist, ermordet einen Rivalen um den Thron Schottlands, der zu dieser Zeit auf Gutdünken von Edward I. abhängig ist. Robert de Bruce erhebt den Anspruch und wird zum König gewählt. Edward I. besiegt jedoch de Bruce. Dieser flieht nach Irland.

1307:
Robert de Bruce kehrt nach Schottland zurück und beginnt einen Guerillakrieg gegen die Engländer. Der französische König und der Papst erkennen Robert de Bruce als schottischen König an.
Der Orden der Tempelritter wird vom Papst aufgelöst und verboten. Als Ketzer verfolgt fliehen viele u.a. nach Schottland, wo sie kaum verfolgt werden.




 
 
1314:
Der Sohn von Edward I., der schwächliche Edward II. , unterliegt in der Schlacht von Bannockburn bei Stirling den Schotten. Schottland wird damit unabhängig. Dies wird aber erst 1328 auch von England anerkannt. Robert de Bruce ist der König.

1329:
Robert de Bruce stirbt

1371:
David II., Sohn von Robert de Bruce, stirbt ohne männlichen Nachkommen. Eine Tochter heiratet Robert Stewart/Stuart. Das Geschlecht der Stuarts bestimmt nun die schottische Geschichte. Viele kommen bereits im Kindesalter an die Macht, stehen dadurch meist unter den Einfluß von Regenten und sterben eines unnatürlichen Todes.
Immer wieder kommt es zu Kriegen mit England. James IV. (Jakob IV.) geht als der beliebteste König in die Geschichte ein. Er lernt sogar das im Hochland gesprochene Gälisch. Schottland erlebt eine gesellschaftliche und ethnische Trennung. Im Süden der Adel und im Hochland die Clans und Bauern.

 
1513:
James IV. stirbt in der Schlacht von Flodden.

1542:
James V. stirbt. Aus seiner Ehe mit einer adligen Französin aus dem erzkatholisch-en Geschlecht der Guise, geht die Tochter Maria Stuart hervor. Dies ist dem englischen König Heinrich VIII. Ein Dorn im Auge. Er hatte sich mit dem Papst zerstritten und die Reformation eingeleitet. Er ist Oberhaupt der neugeschaffenen anglikanischen (protestantischen) Kirche und kann kein katholisches Haus in seiner Nachbarschaft gebrauchen. Er fällt in Schotland ein und besiegt es. Maria Stuart, die mit einem Jahr auf den Thron kam, wird nach Frankreich gebracht. Später heiratet sie den französischen König. Dieser erklärt Frankreich und Schottland als ein Land. Maria Stuart geht sogar soweit, daß sie sich zur englischen Königin krönen läßt. Ihre Cousine Elizabeth I. und amtierende englische Königin reagiert verstimmt.

Unter John Knox rührt sich die Reformation in Schottland.

1561:
Maria Stuart heiratet nach dem Tod ihres Mannes einen adligen Schotten, hält sich jedoch einen Liebhaber. Als ihr eifersüchtige Gatte diesen töten läßt, läßt Maria Stuart ihren Mann gleichfalls töten. Diese Tat führt zu Unruhen und die Stuart muß fliehen. Sie dankt zugunsten ihres Sohnes ab und flieht nach England. Elizabeth I. hat jedoch die Ansprüche ihrer Cousine auf den englischen Thron nicht vergessen und läßt sie einkerkern. Der schottische Aufstand war jedoch eher ein Aufstand gegen den erzkatholische Fanatismus der Stuart. Der Mord war nur der Auslöser

1587:
Nach mehr als 20 Jahren Haft wird Maria Stuart geköpft.

 
1603:
Elizabeth I. stirbt kinderlos. Aufgrund des Verwandschaftsgrades erhebt James VI. Anspruch auf den Thron. Der Sohn von Maria Stuart wird gewählt und ist in Personalunion König von England - als James I. - und König von Schottland - als James VI. Beide Länder behalten jedoch die Parlamente, der Union Jack wird als gemeinsame Flagge ins Leben gerufen. James regiert von London aus und ver-sucht beide Kirchen unter einen Hut zu bringen. Er vertritt die Linie, daß er das Oberhaupt der Kirche ist. Seine Gegner, die Presbyterianer, auch Convenanter genannt, wollen eine unabhängige Kirche. Es kommt zu Aufständen in Schottland. 1639 marschieren die Schotten in England ein.

1640:
Der Nachfolger von James, Charles I., beruft nach 10 Jahren das Parlament ein. Unter Oliver Cromwell - einem Presbyterianer - lehnt sich dieses auf.

1642:
Es kommt zum Bürgerkrieg. Auf der einen Seite steht der König, auf der anderen das Parlament unter Cromwell.

 
1649:
Charles I. wird in London geköpft. England ist nun bis 1660 eine Republik, die von Oliver Cromwell angeführt wird.

1650:
Oliver Cromwell fällt in Schottland ein und verwüstet es verheerend. Charles II., der in Schottland kämpft ist ein entschiedener Gegner der Presbyterianer.

1660:
Oliver Cromwell stirbt. James VII. verfolgt die Politik seines Vaters Charles II. und verfolgt die Presbyterianer. Wiedererrichtung der Monarchie.

1688:
James VII. wird vom Parlament abgesetzt und flieht nach Irland. Man bietet dem Niederländer Willhelm von Oranien die Krone an, der sie annimmt.

1689:
James VII. belagert wochenlang und erfolglos das protestantische Londonderry. Dieser Sieg wird noch heute vom Oranjeorden gefeiert und ist Grund für die alljährlichen Unruhen. In der Schlacht von Boyne besiegt Willhelm von Oranien James VII.
In Schottland kommt es zum Aufstand. Die Jakobiten - Anhänger von James VII. - liefern sich am Paß von Killicrankie eine Schlacht mit den Engländern und besiegen sie.

1692:
Die Jakobiten sind endgültig Willhelm von Oranien unterworfen.
Massaker von Glencoe.
 
 



Buchaille Etive More bei Glencoe

 

1707:
Wegen der katastrophalen wirtschaftlichen Lage beschließt das schottische Parlament die Vereinigung mit den englischen. Die Realunion und das Vereinigte Königreich sind damit geboren.

1714:
Queen Anne stirbt ohne Nachfolger. Das englische Parlament bietet dem Hannoveraner Georg die Krone an, da eine Enkelin von James I./VI. in das Haus Hannover eingeheiratet hatte. Georg nimmt an, obwohl er nie ein Wort Englisch sprach.


1715:
Aufstand der Jakobiten. Doch die unfähigen schottischen Führer können das zahlenmäßig schwächere und schlecht ausgerüstete Heer der Hannoveraner nicht besiegen. Rob Roy wird in dieser Zeit zur lebenden Legende.

1719:
Ein weiterer Aufstand um die Unabhängigkeit schlägt fehl. 300 spanische Soldaten unterstützen die Jakobiten. Bei Glenshiel werden die Rebellen vernichtend geschlagen.

1745:
Bonnie Prince Charlie Stuart, ein Enkel von James II., vereinigt bei Glenfinnan die Hochländer. Er stößt bis 200 Km vor London vor. Dort verläßt ihn der Mut und er kehrt um.

16.04.1746:
In der Schlacht von Culloden bei Inverness werden 5000 Schotten binnen einer kurzen Zeit getötet. Sämtliche Unabhängikeitsträume sind damit zerschlagen. Bonnie Prince Charlie flieht nach Skye, wo er sich in Flora MacDonald verliebt. Als er von den Hebriden nach Frankreich fliehen muß, stirbt sie an gebrochenen Herzen. Mit Bonnie Prince Charlie stirbt auch das Geschlecht der Stuarts aus. Als Folge des Aufstandes werden Kilt, Dudelsack und gälische Sprache verboten. Es folgen Massenhinrichtungen.

1780-1860
Die Highland-Clearances wüten. Großgrundbesitzer vertreiben Kleinbauern. Ganze Dörfer werden entvölkert.

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Könige und Königinnen von Schottland