Geschichte Baden-Württembergs und Hohenzollern





Einführung:


Das Haus Hohenzollern wird heutzutage in allererster Linie mit den Fürsten und Königen von Preußen in Verbindung gebracht. Dass die Ursprünge der preußischen Fürsten und Könige im Schwäbischen Lande liegen, ist vielerorts in Vergessenheit geraten.
Die Entwicklung der Hohenzollern hatte eine Aufteilung in drei Linien zur Folge. Die Linie der Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen haben in der deutschen Geschichte keine allzu bedeutende Rolle gespielt. Allerdings sollte erwähnt werden, dass auch rumänische Könige Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen stammten. Die nachfolgende Zeittafel soll die Entwicklung der Adelsgeschlechter im südwestdeutschen Raum, aber auch die des Landes Baden-Württemberg etwas verdeutlichen.
Wegen der Namensvielfalt bzw. in manchen Fällen der Namensgleichheit und den bedeutenden Ereignissen der Geschichte und Wissenschaft, habe ich eine farbliche Unterscheidung vorgenommen. Sie mag auf den ersten Blick verwirrend sein, doch ich halte sie für unerläßlich.
Ich bitte zu beachten, dass ich diese Zeittafel nur als einen groben Überblick verstanden haben möchte. Die Geschichte der Adelshäuser ist einfach zu komplex, als sie detaillierter darzustellen.


ca. 600 v. Chr. - ca. 100 n. Chr.:
Die Kelten siedeln in Südwestdeutschland


15 v. Chr.:
Die Römer - die noch sechs Jahre zuvor im Teutoburger Wald geschlagen wurden - setzen sich an der Donau fest.


Um 74 nach Christus:
Die Römer herrschen über den süddeutschen Raum. Das Neckarland ist unter ihrer völliger Kontrolle. Um die Germaneneinfälle abzuwehren, errichten sie ab 85 n. Chr. unter Kaiser Domitian den Limes.


213 n. Chr.:
Kaiser Caracalla kämpft in Germanien gegen die Alamannen. In der Folgezeit versuchen diese immer wieder den Limes zu überwinden. Dies gelingt ihnen zwar, sie ziehen sich jedoch immer wieder zurück.


260 n. Chr.:
Die Alamannen überrennen den Limes. Die Alamannen sind ein Bund germanischer Stämme, deren größter Stamm vermutlich die Sueben sind (angeblich leitete sich daraus das Wort Schwaben ab). Die Alamannen stoßen tief ins römische Reich vor. Sie sollen bis in das heutige Italien vorgestoßen sein.


293:
Kaiser Diokletian teilt das römische Reich in zwei Teile: In Ost- und Westrom. In beiden Teilen herrschen Kaiser, die wiederum Cäsaren ernennen. In der Folgezeit zerfällt Rom immer mehr. Zeitweise herrschen vier Kaiser.


324:
Kaiser Konstantin eint noch einmal das römische Reich und wird Alleinherrscher. Er verlegt die Hauptstadt des Reiches nach Byzanz (später Konstantinopel)


395:
Der römische Kaiser Theodosius I. teilt das römische Reich endgültig in zwei Teile unter seinen Söhnen auf.


402 oder 404:
Rom ist schon längst nicht mehr die Hauptstadt des weströmischen Reiches. Honorius bestimmt Ravenna zur neuen Hauptstadt. Zuvor war Mailand die Hauptstadt des weströmischen Reiches. Die Westgoten bedrängen zunehmend Westrom.


408:
Der Westgote Alarich erobert und plündert Rom. Ihr Ziel ist jedoch Afrika, so dass das weströmische Reich bestehen bleibt. Dieses ist inzwischen völlig desolat und zerstritten.


ab 430:
Die Hunnen drängen nach Mittel- und Osteuropa vor.


434:
Attila übernimmt die Herrschaft über die Hunnen. Ostrom zahlt den Hunnen Tribut.


450:
Ostrom verweigert den Tribut an Attila. Attila wendet sich gegen Westrom und zieht bis vor die Tore von Rom.

Das Herzogtum Alamannien bildet sich heraus. Es ist die Blütezeit der Alamannen. Zahlreiche Ortsnamen, die auf „-ingen“ enden, zeugen von alamannischen Siedlungen.


451:
Attila und die Hunnen werden auf den Katalaunischen Feldern von den Römern unter Aetius und den westgotischen, fränkischen und alamannischen Hilfstruppen geschlagen. Attila wird drei Jahre später sterben. Mit ihm zerfällt das Reich der Hunnen.


476:
Das römische Weltreich endet mit dem letzten römischen Kaiser Romulus „Augustulus“. Die Goten herrschen nun über Italien. Ostrom (Konstantinopel) versucht später das römische Reich wieder zu errichten. Sie können die Goten zwar schwächen, aber nicht besiegen.


496/97:
Die Franken unter König Chlodwig besiegen die Alamannen in der Schlacht von Zülpich (bei Euskirchen) und unterwerfen die Alamannen fast vollständig. Chlodwig nimmt den christlichen Glauben an.


536:
Ganz Alamannien ist nach einem mißlungenen Aufstand gegen die Franken unter deren Herrschaft. Das Herzogtum Alamannien besteht zwar noch, ist aber von den Franken abhängig.


746:
Der letzte Aufstand der Alamannen wird von den Franken niedergeschlagen. Die Führer werden zu Cannstatt hingerichtet („Das Massaker von Cannstatt“). Heute ein Stadtteil von Stuttgart. Der Begriff alamannisch wird durch schwäbisch ersetzt. Vermutlich um diese Zeit faßt das Geschlecht der Welf Fuß in Süddeutschland.


800:
Der Frankenkönig Karl der Große wird in Rom zum Kaiser gekrönt.


819:
Kaiser Ludwig „der Fromme“ heiratet Judith, Tochter des Grafen Welf. Die Welfen erreichen so einen hohen Einfluß am Hof.


825:
Welf, Graf in Schwaben, stirbt. Er gilt als der Stammvater des Haus Welf und ist vermutlich in dem alamannischen Stamm verwurzelt. Das Geschlecht der Welfen wurde zu den Staufern im 12./13. Jahrhundert zu den stärksten Rivalen.


917:
Das Herzogtum Schwaben wird errichtet. Der erste Herzog ist Burkhard I.


950:
Der Sohn Otto des Großen errichtet einen Stutengarten am Nesenbach. Später wird hier das Dorf Stuttgart entstehen. Anstelle des Stutengarten wird später eine Burg errichtet. Heute ist es das Alte Schloß von Stuttgart.


1061:
Das Haus Hohenzollern wird zum ersten Mal geschichtlich erwähnt. Man weiß, dass bereits zu diesem Zeitpunkt auf dem Kegelberg des heutigen Berges Hohenzollern eine Burg stand. Der Berg wurde damals unter dem Namen St. Michaelsberg geführt. In zeitgenössischen Quellen wurde sie als „Krone aller Burgen in Schwaben” und „festeste Haus in deutschen Landen” bezeichnet, was bedeutet, dass es sich um eine grosse und wehrhafte Burg gehandelt haben muss.




Das Schloß Hohenzollern im heutigen Zustand


um 1070:
Die Welfen errichten die Ravensburg und residieren von dieser Burg aus, nachdem sie bislang ihren Wohnsitz in Altdorf hatten.


1078:
Berthold I. vom Geschlecht der Zähringer stirbt. Er war zu diesem Zeitpunkt Herzog von Kärnten. Diesen Titel hatte er erhalten, weil der Kaiser Heinrich III. Rudolf von Rheinfelden und nicht ihn zum Herzog von Schwaben gemacht hatte. Die Zähringer wurden nach der gleichnamigen Burg im heutigen Baden genannt.


1079:
Friedrich von Büren wird Herzog von Schwaben. Er ist der Stammvater der Staufer.


1083:
Das Geschlecht des Hauses Württemberg taucht erstmals in der Geschichte auf. Ihre Burg – und Stammsitz – ist auf dem Wirtemberg, heute Rotenberg in Stuttgart. 1092 wird zum ersten mal ein Konrad von Wirtemberg erwähnt.


1099:
Der erste Kreuzzug wird mit der Eroberung von Jerusalem abgeschlossen
.


1112:
Die Zähringer werden zu den Markgrafen von Baden ernannt.


1120:
Das Adelgeschlecht der Zähringer gründet Freiburg.


um 1136:
Dem Haus Württemberg wird der Grafentitel übertragen. Eine große Bedeutung spielte das Geschlecht noch nicht, da die Staufer die Herzogswürde von Schwaben inne haben. Zu dieser Zeit waren die Grafen von Württemberg treue Anhänger der Staufer.


1147:
Friedrich Barbarossa wird Herzog von Schwaben.


1155:
Friedrich Barbarossa wird Kaiser. Über viele Jahre hinweg kann er auf die Unterstützung des Haus Welf rechnen. Er belohnt es mit dem Herzogtum Sachsen und Bayern (Heinrich der Löwe). Später wird Heinrich der Löwe zum Gegner des Kaisers und wird mit der Reichsacht belegt. Das Haus Welf hat nun seinen Stammsitz in Braunschweig.


1190:
Der Sohn von Kaiser Friedrich Barbarossa wird Kaiser, nachdem sein Vater in Anatolien in einem Fluß ertrank. Der Kaiser befand sich auf dem dritten Kreuzzug. Der Sohn regiert als Heinrich VI. und erwirbt durch Heirat Unteritalien und Sizlien.


1160 - 1212:
Zahlreiche Stadtgründungen durch die Staufer. Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall und Esslingen werden gegründet.


1191:
Friedrich III. von Hohenzollern erhält die Burggrafschaft von Nürnberg und regiert diese als Friedrich I.
Er begründet somit die fränkische Linie der Hohenzollern, aus der schließlich die brandenburgische wächst.


1198:
Philipp von Schwaben tritt nach dem Tod Kaiser Heinrich VI. dessen Nachfolge als König an.


1215:
Friedrich II. von Staufen wird Herrscher über das deutsche Reich.


1218:
Der letzte männliche Zähringer stirbt. Der Markgrafentitel wird durch die Töchter an die Burg Baden weitervererbt.


1241:
Graf Ulrich I. von Württemberg, genannt „der Stifter“, regiert die Grafschaft. Er gründet die später die Städte Leonberg, Schorndorf und Waiblingen.


1246:
Graf Ulrich I. von Württemberg wendet sich von den Staufern ab, deren macht unter Kaiser Friedrich II. zu dieser Zeit am Sinken ist. Der Graf nutzt die Schwächung der Staufer um seine eigene Macht auszudehnen.


1250:
Der Stauferkaiser Friedrich II. stirbt. Da er bereits zu Lebzeiten die meiste Zeit in Sizilien, Apulien und Jerusalem regierte, gerät das Herzogtum Schwaben ins Wanken. Seine Söhne Konrad und Manfred werden in den folgenden Kämpfen – die meist in Italien ausgetragen wurden - gegen die Feinde der Staufer, gegen den Papst und dem Franzosen Karl von Anjou vernichtet. Die aufstrebende Grafen vergrössern ihren Besitz in Schwaben. Graf Ulrich I. von Württemberg, der zum stauferfeindlichen Lager gehört, gründet 1249 die Stadt Levinberch – heute Leonberg – um seine Besitzungen vor den stauferfreundlichen Grafen von Calw und Tübingen zu schützen.
Um diese Zeit wird Stuttgart vom Markgraf von Baden zur Stadt erhoben, in dessen Besitz sich das Dorf befindet.


1254:
Der letzte Stauferkaiser Konrad IV. stirbt.


1265:
Graf Ulrich I. von Württemberg stirbt. Graf Eberhard I. mit dem Beinamen „der Erlauchte”, wird Graf von Württemberg. Er vergrössert seinen Besitz später fast um die Hälfte. Seine Regierungszeit ist von Kämpfen gegen das Haus Habsburg geprägt.


1266:
Der Bastardsohn von Friedrich II. von Staufen, Manfred, versucht die Krone Siziliens für die Staufer zurückzugewinnen und stirbt in der Schlacht von Benevent gegen Karl von Anjou.


1268:

Karl von Anjou bricht endgültig die stauferische Macht in Italien und läßt den letzten Staufer, den 16jährigen Konrad hinrichten.


1291:

Mit dem Fall von Akkon gehen die letzten Besitzungen der Kreuzfahrerstaaten verloren. Der Orden der Deutschritter findet nun neue Aufgaben in der Eroberung und Bekehrung der Länder im Osten, insbesondere die Pruzzen (Preußen) werden christianisiert. Der Orden der Deutschritter dringt bis hinter Königsberg vor und wird später quasi ein eigener Staat.


1313:

Nach langen Kämpfen gewinnt Graf Eberhard I. von Württemberg seine Grafschaft zurück. Zwischenzeitlich wurde die Stammburg der Württemberger zerstört und unter Esslinger Verwaltung gestellt. In der folgenden Zeit kann er seinen Besitz erheblich ausweiten: Göppingen, Backnang, Hohenstaufen und Hohenneuffen fallen an ihn.




Die Festung Hohenneuffen


1320:

Graf Eberhard I. „der Erlauchte” erhebt Stuttgart zu seiner Residenz, nachdem er bislang in Beutelsbach regiert hatte.


1325:

Nach Eberhard I. regiert Ulrich III. die Grafschaft Württemberg. Er kann den Besitz der Württemberger erneut vergrößern. Die Burg Teck, Markgröningen und Wimpfen fallen an Württemberg.


1344:
Graf Eberhard II., genannt „der Greiner“, regiert bis 1392.


1356:

In der „Goldenen Bulle” regelt Kaiser Karl IV. das Recht der Kurfürsten auf die Kaiserwahl per Gesetz. Die sogenannten Kurfürsten sind die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, sowie der Pfalzgraf, Markgraf von Brandenburg, der König von Böhmen und der Herzog von Sachsen-Wittenberg.


1376:

Krieg zwischen Kaiser Karl IV. und dem schwäbischen Städtebund, dem 14 Städte unter Führung von Ulm angehören. Die Städte wollten dem Sohn des Kaisers, der am 10. Juni zum deutschen König gewählt wurde, nur unter Zusage von Zugeständnissen huldigen. Hauptsächlich richtet sich der Bund gegen den Grafen von Württemberg, Eberhard II., der vom Kaiser über Gebühr begünstigt wird.


1377:

Schlacht von Reutlingen. Der schwäbische Städtebund unterliegt dem Grafen von Württemberg Eberhard II.


1388:

Der schwäbische Städtebund erhebt sich erneut gegen den Grafen. Bei der Schlacht von Döffingen besiegt Graf Eberhard II. den Städtebund, der von Ulm geführt wird.


1392:

Nach dem Tode von Eberhard II. übernimmt Eberhard III., genannt „der Milde“, die Macht. Er regiert bis 1417.


1395:

Ein Bund von Rittern erhebt sich gegen den Grafen Eberhard III. „den Milden”. Der Bund trägt in seinem Wappen eine Streitkeule (Schlegel). Die Schlacht von Heimsheim beendet den sogenannten „Schleglerkrieg” und endet mit einer Niederlage des Ritterbundes.

1407:

Graf Eberhard IV. „der Jüngere” heiratet die Gräfin Henriette von Montbeliard (deutsch: Mömpelgard). Bis 1789 – also fast 400 Jahre – wird Montbeliard im heutigen Frankreich württembergisch.

1411:

Friedrich VI. von Hohenzollern, Burggraf von Nürnberg, wird zum Verweser von Brandenburg ernannt.

1414:

Friedrich VI. von Hohenzollern erobert die Burgen Plaue und Friesack in Brandenburg und bricht somit die Macht des dort herrschenden Geschlechtes der Quitzow.


1417:

Auf dem Konzil zu Konstanz erhebt der deutsche König Sigismund Friedrich VI. von Hohenzollern zum Kurfürsten von Brandenburg. Er regiert Brandenburg als Kurfürst Friedrich I. und legt den Grundstein der Dynastie Hohenzollern in Brandenburg. In dieser Zeit teilt sich auch die Linie der Hohenzollern in eine fränkische und brandburgische Linie.


1423:

Die Burg Hohenzollern wird nach zehnmonatiger Belagerung völlig zerstört. Ursache war ein Streit zwischen zwei Brüdern der Hohenzollern.


1433:

Graf Ulrich V., „der Vielgeliebte“ übernimmt die Regierung der Grafschaft Württemberg.


1441/42:

Die Söhne Eberhard IV. teilen im Vertrag von Nürtingen Württemberg auf. Es entsteht die Uracher Linie und die Stuttgarter Linie. Graf Ulrich V. der „Vielgeliebte“ regiert die Stuttgarter Linie, der Uracher Linie (mit Mömpelgard) steht Graf Ludwig vor.


1445:

Am 11. Dezember kommt Garf Eberhard V. „im Bart“ zur Welt. Er gilt heute als der bedeutendste Sproß des Hauses Württemberg im Mittelalter. Er hat heute aber auch auf Grund seiner feindlichen Einstellung gegenüber Juden ein Makel an sich haften.


1448:

Markgraf Albrecht III. Achilles aus der fränkischen Linie der Hohenzollern versucht ver-geblich sein Besitztum von Nürnberg nach Südwesten auszudehnen.


1453:

Konstantinopel wird von den Türken erobert. Das Kaiserreich Byzanz ist damit untergegangen.


1454:

Kurfürst Friedrich II. vergrössert seine Ländereien, indem er vom Orden der Deutsch-ritter die Neumark abkauft.

Die zweite Burg Hohenzollern – grösser und mächtiger als die erste Burg – wird gebaut. Von ihr ist heute nur die heutige St.-Michaels-Kapelle zu sehen.


1459:

Graf Eberhard V. übernimmt die Macht im Hause Württemberg-Urach.


1468:

Pilgerfahrt von Graf Eberhard V. ins Heilige Land. Den Pilgerbart wird er fortan tragen, der ihm schließlich den Beinamen einbringt.


1470:

Kurfürst Friedrich II. dankt ab und überträgt die Macht seinem Bruder Albrecht III. Achilles.


1477:

Eberhard V. „im Bart“ gründet die Universität von Tübingen.


1480:

Eberhard der Jüngere, Sohn von Graf Ulrich V. und Vetter von Eberhard „im Bart“ regiert die Grafschaft Württemberg-Stuttgart.


1482:

Graf Eberhard V. „im Bart” von Württemberg garantiert im Münsinger Vertrag die Unteilbarkeit des Landes, d.h. die Teilung ist aufgehoben, Württemberg ist wieder vereint.



Graf Eberhard V. „im Bart“


1492:

Mit dem Fall von Granada ist Spanien von den Mauren „befreit”.

Kolumbus entdeckt Amerika. Heute gilt jedoch als sicher, dass die Wikinger Amerika als erste entdeckt hatten (Wahrscheinlich um 1000).


1495:

Graf Eberhard V. von Württemberg wird vom deutschen Kaiser zum Herzog erhoben.


1496:

Herzog Eberhard stirbt am 24. Februar. Herzog Eberhard II. - vormals Graf Eberhard der Jüngere (Württemberg-Stuttgart) folgt ihm.


1498:

Herzog Eberhard II. wird für geisteskrank erklärt und vom Kaiser Maximilian I. abgesetzt.


1503:

Herzog Ulrich für volljährig erklärt.


1504:

Der abgesetzte Herzog Eberhard II. stirbt.


1511:

Heirat von Herzog Ulrich mit Herzogin Sabine von Bayern. Die Hochzeit war sehr prachtvoll (angeblich waren 14.000 Menschen zugegen), die Ehe an sich jedoch sehr unglücklich.


1514:

Herzog Ulrich von Württemberg besiegt die aufständischen Bauern und Städtern des Bundschuhs im Remstal. Grund des Aufstandes waren überzogene Steuern. Selbst Stuttgart war in Gefahr von den Aufständischen eingenommen zu werden. An drei Tagen werden die Anführer des Aufstandes hingerichtet.


1515:

Aus Eifersucht ermordet Herzog Ulrich von Württemberg seinen Stallmeister Hans von Hutten, der auf die Herzogin ein Auge geworfen hatte. Dies geschah vier Tage vor der Geburt seines Sohnes Christoph. Die Herzogin flieht. Der Kaiser versucht zu vermitteln.


 

Herzog Ulrich von Württemberg


1516:

Verhängung der Reichsacht über Herzog Ulrich.


1517:

Martin Luther schlägt in Wittenberg die 95 Thesen an. Beginn der Reformation.


1519:

Der Schwäbschen Bund erhebt sich gegen Herzog Ulrich. Er wird vertrieben. Württemberg fällt an Kaiser Karl V. vom Haus Habsburg (Österreich). Die herzöglichen Kinder werden der Obhut von Karl V. übergeben.


1522:

Kaiser Karl V. tritt Württemberg an seinen jüngeren Bruder Ferdinand ab.


1525:

Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Hochmeister des Ordens der Deutschritter, wandelt alle verbliebenen Ländereien des Ritterordens in das weltliche Herzogtum Preußen um. Der Markgraf war heimlich der Reformation beigetreten.

Bauernaufstände im Süden und Südwesten. Bei Böblingen kommt es zur Schlacht und 8000 Bauern verlieren ihr Leben.


1532:

Die Türken stehen vor Wien. Der Sohn des Herzogs von Württemberg, Christoph, kämpft auf der Seite des Kaisers gegen die Türken. Noch im gleichen Jahr wendet sich der Kaiser nach Spanien und nimmt Christoph mit. Dieser befürchtet das schlimmste und flieht nach Bayern. Gerüchte besagten, dass Christoph in Spanien eingekerkert werden soll. Hintergrund des Konfliktes war vermutlich der Protest von Christoph vor Wien, dass nur er die Reichssturmfahne tragen dürfe. Diese ist immerhin Teil des Wappens von Württemberg.


1534:

Herzog Ulrich kann mit Hilfe des protestantischen Philipp von Hessen sein Herzogtum zurück erobern. Bei Lauffen am Neckar kommt es zur entscheidenden Schlacht. Für die Rückeroberung hat Herzog Ulrich Mömpelgard an den französischen König verpfändet. Er läßt Hohenasperg und Hohenneuffen zu Festungen ausbauen. Er führt die Reformation ein.


1535:

Die Markgrafschaft Baden (Zähringen) wird in zwei Kleinstaaten geteilt. Zum einen in das evangelische Baden-Durlach und in das katholische Baden-Baden.


1542:

Herzog Ulrich holt seinen Sohn Christoph zu sich zurück. Christoph weilte zu der Zeit in Frankreich.


1546:

Das Haus Hohenzollern teilt sich nun in eine brandenburgische und schwäbische Linie auf. In der schwäbischen Linie geht später die Linie der Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen hervor.

Schmalkaldischer Krieg. Herzog Ulrich hat sich diesem protestantischen Bund gegen den katholischen Kaiser Karl V. angeschlossen. Als Folge rücken kaiserliche Truppen in Württemberg ein. Ulrich flieht.


1547:

Im Heilbronner Vertrag muß Herzog Ulrich der Besetzung Teile seines Landes durch spanische Truppen (Spanien war zu dieser Zeit von den Habsburgern regiert) zustimmen.


1550:

Herzog Christoph folgt seinem Vater auf dem Herzogsthron von Württemberg.


1552:

Nach zähen Verhandlungen erhält Christoph alle Besitztümer Württembergs vom Kaiser zurück. Die Spanier ziehen ab.


1555:

Durch einen Erlass durch Herzog Christoph von Württemberg wird Württemberg für protestantisch erklärt.




Herzog Christoph von Württemberg


1562:

Götz von Berlichingen – der mit dem Zitat – stirbt. Er hatte seine rechte Hand bei einem Aufstand gegen den Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Ansbach verloren. Eine eiserne Prothese wurde ihm aufgesetzt.


1568:

Herzog Christoph von Württemberg stirbt am 28. Dezember. Im Mai war bereits der Erbprinz Eberhard verstorben. Der zweite Sohn Ludwig „der Fromme“ wird zunächst unter die Vormundschaft von Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach (Hohenzollern), sowie den Markgrafen Karl von Baden gestellt.


1573:

Das Kartätschgeschoss wird Augsburger Feuerwerker Samuel Zimmermann erfunden. Bislang wurden massive Eisenkugeln verwendet. Das Kartätschgeschoss wird der Vorläufer des Schrapnells.


1582:

Der julianische Kalender wird durch der gregorianischen Kalender – benannt nach Papst Gregor XIII. – ersetzt.


1568 - 1593:

Herzog Ludwig von Württemberg regiert nach seiner Volljährigkeit alleine. Er heiratet später die Markgräfin von Baden. Erste Verbindung zwischen Baden und Württemberg. Ludwig „der Fromme“ wird kinderlos bleiben.


1593 - 1608:

Herzog Friedrich I. von Württemberg regiert. Er war ein Vetter von Herzog Christoph und wurde von Ludwig als Nachfolger bestimmt. Er stirbt 1608 überraschend an einem Schlaganfall.


1608 - 1628:

Johann Friedrich von Württemberg ist nun Herzog. Er versucht Württemberg aus den späteren dreißigjährigen Krieg herauszuhalten.


1612:

Simon Marius entdeckt den Andromeda-Nebel


1618:

Mit dem “Prager Fenstersturz” (die katholisch-kaiserlichen Gesandten werden aus dem Fenster geworfen) beginnt der 30jährige Krieg. Die katholisch-kaiserlichen Truppen werden trotz erheblicher Anfangserfolge die Reformation nicht mehr rückgängig machen können.

Johannes Kepler definiert die Planetengesetze.


1622:

Wimpfen wird von den kaiserlich-katholischen Truppen unter Tilly zerstört.


1633:

Herzog Eberhard III. regiert von nun an Württemberg. Zwischen 1628 und 1633 regierten Ludwig Friedrich (bis 1631) und Julius Friedrich. Sie waren jedoch nur Regenten. Herzog Eberhard III. tritt nun in den Krieg auf Seiten der Protestanten ein.


1634:

Die Schlacht um Nördlingen tobt. Die katholischen Truppen siegen. 4.000 Württemberger sterben. Der Herzog muß nach Straßburg fliehen. Dort weilt er bis 1638.


1638:

Nachdem der Herzog sich dem Kaiser beugte, kann er wieder in Stuttgart einziehen.


1648:

Der 30jährige Krieg geht mit dem westfälischen Frieden zu Ende. Deutschland ist ausgeblutet und nun in zahlreiche Kleinstaaten zersplittert. Preußen gewinnt unter den deutschen Ländern eine Vormachtstellung. Doch trotz des Vertrages ziehen in vielen Teilen des Landes die beteiligten Kriegsparteien (Franzosen, Spanier, Schweden, Niederländer, Dänen) ihre Truppen nicht ab.


um 1650:

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg versucht in den Nachkriegswirren Jülich-Klevische Ländereien zu Preußen einzuverleiben. Diese gehören dem Pfalzgrafen von Neuburg. Mehrere Fürstentümer schließen sich mit den Franzosen zum Rheinbund zusammen.

Im gleichen Jahr erhalten die 7 Weltmeere ihre Namen. Bernhardus Varenius benennt sie in seinem Buch “Geographia Generalis”.


1655:

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg gründet das stehende Heer für Preußen. Im gleichen Jahr beginnt ein Krieg im Ostseeraum um die Vormachtstellung. Die beteiligten Kriegsparteien sind Schweden, Polen, Russland und Brandenburg. Zunächst war Brandenburg mit den Schweden verbündet, da Schweden dem Kurfürsten die Oberhoheit der Schweden über Preußen aufzwang, später wendet sich Brandenburg allerdings gegen Schweden. Der Krieg findet erst 1659 sein Ende.


1672:

Frankreich eröffnet den Krieg gegen die Niederlande um deren Wirtschaftsmacht zu brechen. Brandenburg schlägt sich auf die Seite der Niederlande.


1674:

Herzog Eberhard III. von Württemberg stirbt an einem Schlaganfall. Ihm folgt Herzog Wilhelm Ludwig.


1675:

Wegen des Eintritts Brandenburgs in den Krieg auf die Seite der Niederländer, fällt Schweden in Brandenburg ein. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm schlägt die Schweden jedoch vernichtend in Fehrbellin.


1677:

Im Alter von 30 Jahren stirbt Herzog Wilhelm Ludwig von Württemberg. Bis 1693 regiert Friedrich Karl als Vormund Württemberg.


1678:

Der Krieg gegen Frankreich ist beendet.


1685:

Frankreich vertreibt die Hugenotten (Protestanten). Sie werden in Preußen aufge-nommen und finden eine neue Heimat.


1688:

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Preußen stirbt.

Der pfälzische Erbfolgekrieg bricht aus. Frankreich fällt in Süddeutschland ein. Das Kloster Hirsau wird von den Franzosen zerstört.


1692:

Der Regent von Württemberg, Friedrich Karl gerät bei Pforzheim in französische Gefangenschaft.


1693 - 1733:

Württemberg wird von Herzog Eberhard Ludwig regiert.


1700/1701:

Der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. sichert dem Kaiser aus dem Hause Habsburg die Unterstützung in den spanischen Erbfolgekriegen zu und erreicht dadurch, dass Preußen zum Königreich erhoben wird. Der Kurfürst krönt sich selbst zum König von Preußen und regiert es nun als König Friedrich I.

Im gleichen Jahr beginnt ein weiter Krieg im Ostseeraum um die Vormachtstellung. Zunächst ringen Schweden, Dänemark auf der einen Seite und Russland und Sachsen auf der anderen Seite miteinander. Der Krieg dauert bis 1720 an.


1704:

Herzog Eberhard Ludwig läßt das Schloß Ludwigsburg erbauen. Er zeichnete sich im spanischen Erbfolgekrieg aus und nahm an der Entscheidungsschlacht bei Höchstädt teil.


1707:

Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg heiratet seine Mätresse. Doch die Herzogin weigert sich scheiden zu lassen. Da ihm die Absetzung durch den Kaiser droht, läßt er 1708 die zweite Ehe für ungültig erklären.


1715:

Schweden überfällt Usedom. Das bislang neutrale Preußen greift in den Krieg im Ostseeraum ein. Es erhält Unterstützung durch Großbritannien, welches vom Haus Hannover regiert wird. Am Ende des Krieges gewinnt Preußen Vorpommern und Stettin dazu.


1724:

Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg erhebt Ludwigsburg zu seiner Residenzstadt (bis 1733).


1730:

Kronprinz Friedrich erträgt die strenge Erziehung und Demütigungen durch seinen Vater König Friedrich I. nicht und versucht mit seinem Freund, dem Leutnant Hans Hermann von Katte, zu fliehen. Sie werden jedoch geschnappt. Vor den Augen des Kronprinzen wird Katte schließlich geköpft.


1734 - 1737:

Nur vier Jahre regiert Herzog Karl Alexander Württemberg. Sein Vater war an einem Schlaganfall ein Jahr zuvor in Ludwigsburg gestorben. Karl Alexander zeichnete sich 1697 gegen die Türken vor Wien aus und erntete auch großen Ruhm im spanischen Erbfolgekrieg.

1712 nahm er den katholischen Glauben an. Dies war der Grund, weshalb sich seine Regierungsübernahme verzögerte. 1716 war er bei der Eroberung von Belgrad (Befreiung von den Türken) dabei und wurde Statthalter von Belgrad.

Sein großer Finanzbedarf befriedigt vor allem seinen Finanzminister Süß-Oppenheimer. Der wird am Tage des Todes vom Herzog verhaftet und später zum Tod verurteilt. Bis 1737 regiert ein Regent das Herzogtum Württemberg.


1740:

Preußen erhebt Anspruch auf Schlesien, dass zu Österreich gehört. Es kommt zum ersten schlesischen Krieg zwischen Preußen und Österreich. (Österreichischer Erbfolgekrieg) Friedrich II. beruft sich dabei auf einen Vertrag zwischen den Hohenzollern und Polen von 1537.


1742:

Der schlesische Krieg endet damit das Schlesien preußisch wird.


1744:

Der Einmarsch der Preußen in Sachsen und Böhmen führt zum zweiten schlesischen Krieg. Er endet bereits ein Jahr später.


1744-1793:

Herzog Karl Eugen (ab 1744 mündig) regiert Württemberg. Erzogen wurde er am Hofe Friedrich II. von Preußen. Er baut zahlreiche Schlößer (Solitude, Hohenheim, Monrepos) und regiert bis 1770 despotisch. Danach erweist er sich - vermutlich unter dem Einfluß der Franziska von Hohenheim als fürsorglicher Landesvater. Er stand im Konflikt mit dem Dichter Friedrich Schiller, der vor dem Herzog 1782 floh.




Herzog Karl Eugen von Württemberg


1754:

Friedrich II. schafft die Folter in Preußen ab.


1756:

Preußen marschiert in Kursachsen ein. Friedrich II. von Hohenzollern glaubt einem russischen Einmarsch zuvor zu kommen. Der Konflikt wird ein internationaler Konflikt und führt zum siebenjährigen Krieg mit Österreich. Mit beteiligt sind jedoch auch Russland, Frankreich und Großbritannien unter Führung des Hauses Hannover. Letztere führen ihren Krieg überwiegend in Nordamerika aus.


1763:

Der Krieg ist aus.


1766:

Der Mathematiker Johann Heinrich Lambert beweist das die Zahl “Pi” irrational ist. Damit beendet er die jahrundertalten Versuche, die Quadratur des Kreises nachzuweisen. Lambert beweist damit die Unmöglichkeit dieses Vorhabens.


1771:

Der blaue Montag wird verboten. Etliche Burschen und Gesellen waren Montags nicht zur Arbeit erschienen. Sie kurierten noch das Wochenende aus, dass am späten Samstag nachmittag begann.

Karl Friedrich vereinigt die beiden badischen Reiche in die Markgrafschaft Baden.


um 1775:

Die Kartoffel begründet ihren Siegeszug. Friedrich II. von Hohenzollern war an diesem Erfolg massgeblich beteilgt.


1776:

Die Vereinigten Staaten erklären sich unabhängig. Mit eine entscheidende Rolle spielte General von Steuben, ein preußischer General, dem zu Ehren noch heute in New York die jährliche „Steuben-Parade” abgehalten wird.


1786:

König Friedrich II. von Hohenzollern – auch der „alte Fritz” genannt – stirbt.


1789:

Die französische Revolution. Als Folge kommt es auch in Baden und in Württemberg (Tübingen) zu Unruhen.


1792:

Preußen und Österreich schließen ein Bündnis gegen Frankreich. Sie fürchten das Überschwappen der Revolution. Beide erklären Frankreich den Krieg und marschieren ein, werden jedoch zurückgeschlagen. Im Gegenzug marschiert Frankreich ins Rheinland ein.


1793 - 1795:

Herzog Ludwig Eugen von Württemberg regiert. Frankreich besetzt 1793 Mömpelgard.


1795:

Ein Bündnis zwischen Österreich und Russland, die untereinander Polen aufteilen, führt dazu, dass Preußen mit Frankreich einen seperaten Frieden schließt und aus dem Bündnis mit Österreich aussteigt.

In Frankreich beginnt der Aufstieg des Napoleon Bonaparte, dem kleinen Korsen.

Von 1795 bis 1797 regiert in Württemberg Herzog Friedrich Eugen.


1796:

Im Krieg mit Österreich marschiert Frankreich in Baden, Württemberg und Bayern ein und besetzen es. Das österreichische Königshaus der Habsburger besitzt in diesen Ländern zahlreiche Güter.


1797:

König Friedrich Wilhem II. von Preußen stirbt.

Herzog Friedrich II. regiert Württemberg. Er wird zunächst gegen Frankreich kämpfen.


1800:

Napoleon schlägt Österreich in der Schlacht von Hohenlinden und zwingt Österreich damit zu einem Waffenstillstand.


1803:

Württemberg schlägt sich nun auf Seiten von Frankreich.


1804:

Bündnis zwischen Preußen und Russland für den Fall eines Einmarsches von Napoleon.


1805:

Napoleon kann Österreich nach weiteren Kämpfen endgültig besiegen. Württemberg und Baden unterstützten in dem erneuten Krieg die Franzosen.


1806:

Preußen verlangte von Napoleon die Räumung der rheinischen Gebiete. In dem anschließend ausbrechenden Krieg wird Preußen von Frankreich in den Schlachten von Saalfeld, Jena und Auerstedt besiegt. Der preußische Kronprinz fällt in Saalfeld. Im Oktober marschiert Napoleon in Berlin ein.

Aus Dankbarkeit für ihre Unterstützung erhebt Napoleon Baden zum Großherzogtum und Württemberg zum Königreich. Ebenfalls wird Bayern zum Königreich erhoben. Österreich verliert alle Besitzungen in Baden und Württemberg. Erster König von Württemberg ist Friedrich I., zuvor Herzog Friedrich II.


1807:

Napoleon ordnet Deutschland neu. Preußen verliert zahlreiche Gebiete. Schließlich wendet sich Napoleon gegen Russland.


1812/13:

Aufstand in Preußen gegen Napoleon. Die Niederlage der Franzosen vor Moskau führt schließlich dazu, dass König Friedrich Wilhelm III. von Preußen sich gegen die Franzosen erhebt.

1813 führt der Aufstand zur Völkerschlacht von Leipzig. Zusammen mit russischen und österreichischen Truppen erleidet Napoleon seine bislang grösste Niederlage. Die Herrschaft der Franzosen über Deutschland bricht zusammen.


1815:

Mit der Niederlage bei Waterloo besiegelt sich endgültig das Schicksal von Napoleon. Entscheidend haben die preußischen Reitertruppen zum Sieg beigetragen. Berühmt wurde der Ausspruch vom englischen General Wellington, als es nicht gut um die Engländer stand: „Ich wünschte es wäre Nacht oder die Preußen kämen.”

Nach dem Krieg kommt es zu einer Neuordnung Europas in Wien. Die deutschen Herzogtümer und Königreiche sind in einem Deutschen Bund zusammengefasst. Jedoch hat jedes Land seine eigene Verwaltung und Zollrechte (vergleichbar mit der heutigen GUS).


1817 - 1864:

Das Königreich Württemberg wird von König Wilhelm I. regiert. Er errichtet die Kapelle auf dem Rotenberg.


1835:

In Deutschland fährt die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth und transportiert ein Bierfass.


1840:

Friedrich Wilhelm III. von Hohenzollern und preußischer König stirbt.


1848:

Der Versuch einer Revolution wird in Baden brutal niedergeschlagen. Revolten gibt es auch in Tübingen und anderen Städten von Württemberg. Allerdings ohne Erfolg.

Karl Marx veröffentlicht das kommunistische Manifest.


1849:

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. wird von der Nationalversammlung zum Reichsoberhaupt gewählt. Er lehnt jedoch die angebotene Kaiserwürde ab. Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen werden nach der Abdankung der Fürsten beider Länder dem Königreich Preußen zugeschlagen.


1850:

König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen verwirklicht seinen Wunschtraum und baut das Schloss Hohenzollern im romantischen Stil auf. Das heutige Schloss stammt von 1850.

1861:

Das Telefon wird erfunden.


1862:

Der preußische König Wilhelm I. ernennt Otto von Bismarck zu seinem Ministerpräsidenten. Bismarck wird später auch Reichskanzler.


1864:

Der Krieg des deutschen Bundes unter Führung Preußens mit Dänemark wird beendet. Dänemark war ein Jahr zuvor in Schleswig einmarschiert um dieses einzuverleiben.

König Karl von Württemberg regiert das Königreich bis 1891.


1866:

Weil Österreich auf ein unabhängiges Schleswig pochte, kam es zum Krieg zwischen Preußen und Österreich, den Preußen mit der Schlacht von Königgrätz für sich entscheiden kann. Das Königreich Württemberg kämpft an der Seite von Österreich.

Deutschland wird neu geordnet. Es gibt einen nordeutschen Bund und die Länder des Südens. Österreich verliert nun auch den letzten Einfluss auf Deutschland.


1869:

Die Linie Hohenzollern-Hechingen der Hohenzollern stirbt aus. Seitdem nennt sich die schwäbische Linie Hohenzollern-Sigmaringen Fürsten von Hohenzollern. Diese Linie bewirbt sich später um die spanische Krone und erwarb später auch die rumänische Königskrone.


1870:

Die spanische Königin wird gestürzt. Der schwäbische Seitenarm Hohenzollern-Sigmaringen, genauer Prinz Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, bewirbt sich beim spanischen Parlament um die Krone, nachdem ihm diese von den Spaniern angeboten wurde. Dies führt zu einem Krieg zwischen Frankreich und Preußen, da Frankreich sich bedroht fühlt.

Als Folge diesen Krieges ziehen die französischen Truppen aus Rom ab. Die italienischen Truppen marschieren ein. Rom wird italienisch und löst Florenz als Hauptstadt ab.

Papst Pius IX. erklärt sich und alle Päpste für unfehlbar, was zu heftigen Auseinandersetzungen mehrerer Länder mit dem Vatikan führt. Denn Pius erklärt sich mit Gott gleich und erhebt Anspruch auf alle Entscheidungen in den Staaten, die sich ihm unterzuordnen hätten.

Das Königreich Württemberg schließt sich Preußen an.


1871:

Der Krieg zwischen Preußen und Frankreich endet mit der Niederlage Frankreichs. Es kommt in Paris zur Gründung des Deutschen Reiches. Der preußische König Wilhelm I. wird deutscher Kaiser.

Mit der Reichsgründung wird das Königreich Württemberg ein Bundesstaat des Reiches.


1888:

Das Drei-Kaiser-Jahr im Deutschen Reich. Wilhelm I. stirbt. Sein Nachfolger regiert nur 99 Tage. Ihm folgt Kaiser Wilhelm II.


1891 - 1918:

König Wilhelm II. regiert Württemberg.


bis 1918:

Kolonialkriege in Afrika und Asien


1914/1918:

Ausbruch des ersten Weltkrieges. Mit dem Ende des ersten Weltkrieges erlischt das Kaisertum und gleichzeitig auch Preußen. Ebenfalls erlischt das Königreich Württemberg.


1939/1945:

Der zweite Weltkrieg bricht aus. Nach dem Krieg existiert Preußen nicht mehr und Hohenzollern wird zu Württemberg-Hohenzollern.


1951:

Die drei Teilgebiete Baden, Hohenzollern und Württemberg gehen in dem neugegründeten Bundesland „Baden-Württemberg” auf.

Im gleichen Jahr stirbt der letzte preußische Kronprinz Wilhelm, der von 1945 bis zu seinem Tode des öfteren auf der Burg Hohenzollern weilte.


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