Whisky – Das Lebenswasser der Kelten




Wer den Whisky erfunden hat, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Man geht im allgemeinen davon aus, dass es die irischen Kelten waren. Die Iren beanspruchen die Erfindung des Whiskey gerne für sich und behaupten, dass die Schotten noch von ihnen lernen. Die Schotten sagen: "Mögen die Iren ihn erfunden haben, wir haben ihn trinkbar gemacht." Wie dem auch sei - erstmals urkundlich erwähnt wurde das Getränk in Schottland. 1494 wurde in den "Exchequer Rolls" erwähnt, dass Bruder John Cor acht Maß Gerstenmalz bekam um Whisky herzustellen.
Für die Engländer klang das schottische "uisge beatha" oder das irische "usquebaugh" recht exotisch und so prägten sie das Wort Whisky. "Uisge beatha" oder "usquebaugh" bedeutet nichts anderes als das "Lebenswasser", also "Aqua vitae" im lateinischen - womit die Wortspiele (fast) ein Ende haben sollen.....

Auf eines sollte ich jedoch vollständigkeithalber noch erwähnen und ist auch ein Hinweis für alle Familienväter, deren Kinder vielleicht eines Tages mit einem Diktat von der Schule kommen, indem das Wort Whisky erwähnt wurde; die Schreibweise jedoch vom bösen Lehrer nicht anerkannt wurde:
Die einen schreiben "Whisky", die anderen "Whiskey", also mit "e". Ist vom Whiskey die Rede, dann sind damit im Regelfall die irischen Whiskey´s gemeint. Es handelt sich also um die irische Schreibweise. Da in den meisten Publikationen die schottische Schreibweise angewandt wird, werde ich diese im folgenden auch anwenden.

 

 

Die wichtigsten Whiskyproduzenten (Länder)

Unter den Ländern, die Whisky produzieren, sind auch Exoten wie die Türkei, Indien, Tschechien oder Deutschland zu finden. Die wichtigsten Produzenten sind jedoch

Irland

Schottland

Vereinigten Staaten von Amerika

Kanada

Australien

Japan

Begrenzt man dies nun auf die Hersteller von Single Malt Whisky, dann finden sich nur noch Irland, Schottland und Japan in der Liste. Mit Abstand die meisten Single Malts werden in Schottland gebrannt. Diese haben in den letzten Jahren an Beliebtheit enorm gewonnen.

 

Loch Assynt in Sutherland (nordwestliches Hochland)

 

Bekanntlich schmeckt ein Whisky an einem kalten Herbst- oder Winter-abend an einem offenen Kamin am besten. Doch es gibt ja hunderte von Whisky´s. Welchen trinkt man nun wie am besten und wodurch unterscheiden sie sich?

 

Single Malt Scotch

Die Single Malt Whisky´s zählen zu den höchstangesehensten und edelsten Whisky´s. Es gibt wie oben angeführt derzeit nur drei Länder, die Single Malts produzieren. Da dies in Irland und Japan nur eine Handvoll Brennereien sind - in Irland sind die bekanntesten der Bushmills (Buschmills gesprochen) und der Tyrconnell (Tir-o-connell gesprochen) - werden wir uns auf die schottischen Whisky´s begrenzen.

Single steht dafür, dass der Whisky in einer Brennerei gebrannt wurde - er ist also unverschnitten. Das heißt aber nicht, dass der Flascheninhalt immer aus dem gleichen Jahr stammen muss....Mischungen verschiedener Jahrgänge sind möglich! Auf dem Etikett ist meist eine Jahreszahl aufgedruckt. Z.B. 8 Years old. Das bedeutet, dass der Whisky mindestens 8 Jahre alt ist. Es kann aber auch ein älterer beigemischt worden sein.

Malt bedeutet nichts anderes, als das nur Gerstenmalz mit Wasser versetzt und Hefe vergoren wurde.

Scotch steht für das Herkunftsland, also Schottland.

Es gibt vorzügliche Single Malts. Eine Bewertung oder Hervorhebung steht mir nicht zu, da dies immer eine subjektive Beurteilung sein kann. So gibt es auch Single Malts, die mir überhaupt nicht schmecken. Als der Rolls Royce unter den Single Malts gilt der "Macallan". Der bekannteste Vertreter der Malt Whisky´s dürfte der "Glenfiddich" sein, der den Siegeszug der Malts eingeläutet hat.
Es handelt sich um einen sogenannten Speyside-Whisky, also einem Whisky aus dem Spey-Tal. Diese sind aber weicher und nicht so rauchig wie die Whisky von den Inseln, besonders die, die von der Insel Islay stammen. Und weil die Geschmacksunterschiede und Temperamente so unterschiedlich sein können, will ich auch keinen besonders hervorheben. Was mich aber nicht daran hindert, meine persönliche Favoriten zu nennen. Dies wären der


Lagavulin

Talisker

Cragganmore

Der Lagavulin und der Talisker sind zwei typische Vertreter der Insel-Whisky´s - von Islay und Skye. Dement-sprechend kräftig und rauchig, ja salzig sind sie auch. Der letztgenannte ist ein Vertreter des Spey-Tals - und bestimmt nicht schlechter als die beiden erstgenannten.

 

Vatted Malts (Pure Malt)

Die Vatted Malts oder auch Pure Malt Whisky´s zeichnen sich dadurch aus, dass es sich auch um Gerstenmalz-whisky´s handelt, aber um verschnittene. Das heißt sie stammen nicht aus einer Brennerei.


 

Grain Whisky

Die Grain Whisky werden vorwiegend aus Mais gebrannt. Je höher der Anteil aus Mais ist, desto "süßer" wird ein Whisky.........

Blended Whisky

Bei den Blended Whisky handelt es sich um Verschnitte aus Malt und Grain Whisky. Im Regelfall besteht ein Blended aus 40% Malt. Die restlichen 60% bestehen aus meist aus Mais - und eventuell auch aus Roggen. Sogenannte Deluxe Blended, wie z.B. der "Dimple" bestehen aus einem Maltanteil von 60%. Erst dann dürfen sie sich mit der Auszeichnung Deluxe schmücken. Die Blended Whisky sind mit Abstand am weitesten verbreitet. Bekannte Marken sind "Johnny Walker", "Ballantines", "J&B", "Famous Grouse", "Bells" und "Dimple".

 

Bourbon Whisky

Kein Schotte, aber weil die Bourbon sehr weit verbreitet sind (Jack Daniel), soll auch kurz auf die Bourbon eingegangen werden......
Ein Bourbon war bis 1964 nur dann ein Bourbon, wenn er aus einer bestimmten Region in den USA stammte. Seit 1964 darf sich jeder Bourbon nennen, der nach einem bestimmten Verfahren gebrannt wurde. Ähnlich dem deutschen Reinheitsgebot für Bier. Bei den Bourbon muss der Maisanteil - also der Teil der einen Whisky süßt - bei mindestens 51% liegen. Der Bourbon wird in Eichenfässern gelagert.

 

Die Einflussfaktoren bei der Herstellung und dem Genuß des Whisky

Bei den Faktoren steht natürlich an allererster Stelle die Getreideart. Doch um einen guten Whisky herzustellen bedarf es mehr als das. Entscheidend für den Geschmack und die Reife sind natürlich auch die Herstellung (wie wird das Getreide wie lange getrocknet, wie oft wird der Sprit gebrannt usw.)
Aber es gibt noch weitere Faktoren, die einen Whisky beeinflussen:

Das Wasser und der Boden

Es soll den Charakter eines Whisky beeinflussen, ob das beim maischen verwendete Wasser über Moor - also torfhaltige Erde - oder über Stein wie Granit usw. geflossen ist. Dies macht auch den Härtegrad des Wassers aus. Weiches Wasser gilt natürlich als das beste Wasser.....

Die Luft und die Temperatur

Liegt das Lagerhaus am Meer und atmet es salzige Meeresluft oder ist die Luft sanft und trocken? Ist der Ort der Lagerung kühl oder scheint viel Sonne. All das soll einen Whisky auch beeinflussen. Auch ein Laie wird schnell den Unterschied von einem Whisky erkennen, der am Meer oder im Landesinnere gelagert wurde.....

 

Rannoch Moor

 

Das Fass

Den wohl größten Einfluss hat das Fass indem der Whisky gelagert wurde. Üblich ist die Lagerung in einem Eichenfass. Meist stammt das Holz von der Amerikanischen Weißeiche (Quercus alba), aber auch die Europäische Eiche (Quercus robur) wird zur Lagerung verwendet. Früher gab es auch "Experimente" mit Kastanienholzfässern, aber sie wurden nicht vom Erfolg gekrönt.
Da das frische Eichenholz eine zu kräftige Wirkung auf den Whisky hat - er schmeckt dann hölzern ähnlich dem australischen Chardonnay-Weinen - werden ausschließlich gebrauchte Fässer verwendet. Den optimalen Reifegrad erreicht man wohl mit Fässern, deren Holz mindestens 80 Jahre alt ist.
Man schwört darauf, dass der Whisky mit nichts anderem in Berührung kommt als mit dem Holz. Deswegen müssen die Böttcher bei der Herstellung der Fässer besonders sorgfältig arbeiten. Die Hölzer werden nur durch je drei Eisenringe oben und unten "zusammen gehalten". Angeblich könnte ein einziger Nagel den ganzen Geschmack verderben. Dies kann ich mir persönlich nur bei den edlen Whisky´s vorstellen, aber wohl kaum bei Massenprodukten wie Ballantines usw. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
In 95% der Fässer wurde jahrelang Bourbon gelagert . In den restlichen 5% wurde Sherry gelagert. Inzwischen auch weit verbreitet ist es, den Whisky eine Zeit lang in Bourbon und Sherryfässern zu lagern. Die Fässer werden mehrfach verwendet. Erst wenn sie "ausgelaugt" sind und nichts mehr zur Reife beitragen können, werden sie ausrangiert. Das Holz ist dann etwa 120 Jahre alt.....

Die Reifezeit

Natürlich spielt die Lagerungsdauer eine bedeutende Rolle. Als Scotch darf nur ein Whisky in den Verkauf gehen, wenn er mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert wurde. Üblich sind - unter den Malts - eine Reifezeit von mindestens 8 Jahren. Lediglich für den italienischen Markt sollen Malt Whisky mit nur 7 Jahren Lagerdauer produziert werden....

Das Trinkglas

Man sollte nie ein zylinderförmiges Glas nehmen, sondern ein Glas, dass sich nach oben verjüngt, damit so das Aroma besser erhalten bleibt. An der Frage, ob man Eis verwenden darf scheiden sich die Geister. Für die meisten Experten eine reinste "Vergewaltigung", da Eis die Geschmacksnerven betäubt. Wasser dagegen, sofern es sich um weiches Wasser handelt, kann den Geschmack des Whisky´s sogar manchmal "öffnen".

Die Farbe

Die Farbe hat auf den Geschmack keine Auswirkung. Er dient lediglich optischen Zwecken - das Auge trinkt mit. Dummerweise hat gerade dies in den letzten Jahren für reichlich Diskussionen und Enttäuschungen geführt.
Die bernsteinähnliche Farbe von vielen Whiskies wird durch Färbung erzeugt. Als Farbstoff dient meist Karamel. Auswirkungen auf den Geschmack hat dies keinen, da nur geringste Mengen ausreichen. Und was auch wichtig ist: es ist ein natürlicher Farbstoff. Dennoch war das Bekanntwerden dieser gängigen Praxis für viele Liebhaber eine Enttäuschung. Der "wahre" Whisky hat eher eine Farbe von Weißwein, wie z.B. der Glenfiddich oder auch der vorzügliche Ardbeg.

Unabhängige Abfüller

Es gibt einige unabhängige Lizenzabfüller, die sich darauf spezialisiert haben, Whisky aus Einzelfässern zu verkaufen. Das bedeutet, die unabhängigen Abfüller haben die Lizenz der Brennerei Whisky in Fässern abzufüllen und aus diesen Flaschenweise zu verkaufen, was natürlich bedeutet, dass es sich um einen Jahrgang handelt. Die wichtigsten und bekanntesten unabhängigen Abfüller sind Cadenhead, Gordon & MacPhail und Signatory.

 

Literatur

Es gibt über Whisky jede Menge Literatur. Zwei Publikationen möchte ich jedoch als sehr informativ und über-sichtlich erwähnen. Beide Bücher sind im Heyne-Verlag erschienen.

"Schumann´s Whisk(e)y Lexikon"

"Das Whisky-Lexikon" von Walter Schobert

""Malt Whisky - Der Guide für Kenner und Geniesser" von Michale Jackson

 

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