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Neurotransmitter

Nerverzellen haben dieselbe biochemischen Eigenschaften wie alle anderen lebenden Zellen: sie ver- mögen durch die Oxidation von Nährstoffen Energie zu gewinnen, und sie verfügen über eine Maschine- rie, die vonnöten ist, um molekulare Schäden zu reparieren und sich am Leben zu erhalten. Ausserdem können sie Nervensignale erzeugen, verarbeiten und weitergeben, an ihren Membranen Konzentrations- gefälle von Ionen aufrechterhalten (was viel Ernergie erfordert), und sie können spezielle Botenstoffe, die Neurotransmitter erzeugen und freisetzen.

Je nach der beteiligten Überträgersubstanz spricht man von adrenergen (Adrenalin) und cholinergen (Acetylcholin) Nervenfasern und Rezeptoren. Mittlerweile vermutet man an die dreißig solcher Substanzen, die je nach der Stelle des Gehirns an der sie auftreten, unterschiedliche auch emotionale Wirkungen haben können. Die wichtigsten Neurotransmitter sind Dopamin, Serotonin und Noradrenalin . Noradrenalin hat eine schmerzhemmende Wirkung. Neuroleptika wirken auf diese Botenstoffe und blockieren sie.

Eine Synapse (lateinisch synapsis, englisch synapse) dient der Übermittlung von Erregungen (oder Dämpfungen) von Nerven- oder Sinneszellen auf nachgeschaltete Zellen. Die Impulse zuleitende Membran der Zelle, die die Erregung überträgt, wird als präsynaptische Membran, die Membran der nachgeschalteten, zu erregenden Zelle als postsynaptische oder subsynaptische Membran bezeichnet.

Eine elektrische Übertragung über den synaptischen Spalt ist nicht möglich. Das an der präsynaptischen Membran eintreffende Aktionspotential führt dazu, daß dort in sogenannten synaptischen Bläschen gespeicherte Übertragungsstoffe (=Transmitter) in den synaptischen Spaltraum freigesetzt werden. Im Normalfall finden sich in der postsynaptischen (empfangenden) Membran sogenannte Rezeptorstruk- turen, die genau für diesen Transmitter zugeschnitten sind und beim Eintreffen des Transmitters "ihrer" (postsynaptischen) Zelle signalisieren, daß ein Erregungsvorgang stattgefunden hat. Bei der postsynap- tischen Zelle kann es sich nun wiederum um eine Nervenzelle bzw. den Dendriten einer Nervenzelle, genausogut jedoch auch um eine Muskelzelle oder z.B. eine Schweißdrüsenzelle handeln. Je nachdem wird eine bestimmte Funktion ausgelöst: die Nervenzelle könnte die Erregung wiederum weiterleiten, die Muskelzelle sich zusammenziehen oder die Schweißdrüsenzelle Schweiß produzieren.

Die Reizübertragung erfolgt immer in einer Rich- tung. Die Neurotransmitter und Neuropeptidve- sikel werden im kernnahen Zellkörper von Nerven- zellen in Golgi-Apparaten gebildet und anschlies- send entlang von Neurotubuli ("Nervenröhren") in die Synapsen transportiert. Vom synaptischen Endkolben werden in das Vesikel (synaptische Bläschen) aufgenommene, gespaltene Neuro- transmittermoleküle und andere Stoffe in das umgebende Cytoplasma transportiert. Dort erfolgt mit Hilfe von Enzymen die Resynthese (Wieder- neubildung) der gespaltenen Transmittermoleküle. Diese werden schließlich über in den Vesikel- membranen vorhandene Transportmoleküle für die Neurotransmitter im Vesikelinneren angereichert, wodurch die Vesikel wieder am Anfang des Kreislaufs stehen.

In diesen Kreislauf greift nun das von der Schild- drüse gebildete Thyroxin ein. Es behindert das "Reycling" der Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin. Diese werden nicht mehr abgebaut und verbleiben im synaptischen Spalt, wodurch die Empfängerzelle stärker erregt wird. Dies bewirkt nicht etwa eine Gewöhnung sondern im Gegenteil die Sensibilisierung oder Sensitivierung auf Adre- nalin und Noradrenalin. Dies ist auf neuronaler Ebene vergleichbar mit Vorgängen, wie sie natür- licherweise beim Lernen und bei der Gedächtnis- bildung auftreten. Schon bei der Sensibilisierung für einen bestimmten Stoff finden Lernprozesse statt.
Allgemein ist ein Organismus sensibilisiert, wenn er auf einen Reiz von gleich bleibender Intensität immer stärker reagiert.

Dies macht ein Sinn, wenn man sich vorstellt, dass eine Adrenalinaus- schüttung häufig mit Situationen verbunden ist, die eine Steigerung der Aufmerksammkeit erfordern, sei es auf der Jagd oder auf der Flucht oder vor dem herannahenden Bus. So reagiert die Nevenstruktur auf ein Reizsignal beim nächsten Mal schneller und spontaner.
Gleichzeitig werden überlebensnotwendige Eigenschaften wie Erhöhung von Muskelspannung und Pulsfrequenz aktiviert. Die Empfindsamkeit für Geräusche steigt, die (Handlungs-)bereitschaft (sei es zur Flucht oder zum Angriff) nimmt zu.

Siehe auch psych.athabascau.ca

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