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Jodierung

1. Warum wird Nahrungsmitteln Jod zugesetzt ?
2.
Wie kommt Jod in unsere Nahrung ?
3.
Wo ist noch Jod drin ?
4.
Wieviel Jod braucht der Mensch ?
5.
Was ist so schlimm an zuviel Jod ?
6.
Stellungnahme der SHG Jodallergiker

Was ist Jod ?

Jod ist ein chemisches Spurenelement mit dem Symbol J, dass zu den Hallogenen gehört. Jod ist ein grauschwarzer, metallisch glänzender Feststoff, der schuppige Kristalle bildet. Bereits bei Normaltem- peratur bildet Jod violette Dämpfe. Obwohl Jod ein Nichtmetall ist, zeigt es doch gewisse metallische Ten- denzen, indem es elektrischen Strom leitet. Jod ist weniger reaktiv als die leichteren Halogene und hat eine geringere Elektronegativität als sie. Seine Wasserlöslichkeit ist schwach ausgeprägt. Dagegen löst es sich außerordentlich gut in organischen Lösungsmitteln (z.B. Alkohol). Wichtige Verbindungen sind Jodide, Jodwasserstoff, Jodoform und Natriumjodid. Wegen der Giftigkeit von Jod wurde der MAK-Wert
( Wert für die maximale Konzentration in der Luft ) in Deutschland auf 1 mg/m3 festgelegt. Die toxische Dosis ist 2 mg und Mengen zwischen 35 - 350 mg wirken tödlich. In einer Person mit 70 Kg Körperge- wicht findet man 12 - 20 mg Jod.

Der Anteil an Jod, der am Aufbau der Erdkruste beteiligt ist, wird mit 0,00006 Gewichtsprozent ange- geben. Trotz dieses geringen Prozentsatzes ist Jod in geringen Spuren praktisch allgegenwärtig. In allen Böden, in Mineralien und Gesteinen, in Gewässern und sogar in der Luft ist es in kleinen Konzentrationen nachweisbar. Die mittlere Jodkonzentration im Meerwasser liegt bei 60 ppb, ist aber starken Schwan- kungen unterlegen. Im Wasser von Flüssen liegt der Wert bei ca. 5 ppb und kann in Mineralquellen den ppm-Bereich erreichen.
Die wichtigsten Jodmineralien sind Lautarit und Dietzeit. Früher wurde Jod in nennenswerten Mengen aus Algen gewonnen; heute gewinnt man es fast ausschließlich aus Chilesalpeter, in dem es bis zu 0,4% enthalten ist. Entsprechend der Gewinnung von Chlor und Brom erhält man Jod aus Natriumjodid mittels Braunstein und Schwefelsäure. Chlor löst aus Natriumjodid das Jod aus (2NaJ + Cl2 = 2NaCl + J2) und begünstigt auch die Freisetzung von Jod aus Kaliumjodit im Körper.

Der Nachweis von Jod geschieht durch Stärke: Jod färbt Stärkekleister blau. Jodstärkepapier (bereitet durch Eintauchen von Filtrierpaper in eine Lösung von Kaliumjodid und Stärke) dient entsprechend zum Nachweis von Chlor, Brom und Ozon, wodurch es durch das frei werdende Jod blau gefärbt wird.

Der Körper benötigt Jod, um Schilddrüsenhormone bilden zu können, allerdings nur in ganz geringen Mengen (s.u.).

Jod wird in Form von z.B. Jodseife oder in Reinigungsmitteln auch zur Desinfektion eingesetzt. Es bewirkt eine Oxidation der Zellstrukturen und damit den Tod von Bakterien (z.B. Coli-Bakterien, Cholera und viele andere), Viren und Protozoen-Zysten (z.B. Amöben und Lamblien).

In der Landwirtschaft werden Jodophore zur Zitzendesinfektion verwendet. Als Jodophor bezeichnet man eine Lösung von elementarem Jod in einer starken Mineralsäure (z.B. Schwefelsäure) unter Zusatz eines organischen Lösungsmittels. Das Jod wirkt im sauren Bereich am stärksten oxidierend.

Natürliches und "künstliches" Jod

In der Natur kommt Jod selten in reiner Form sondern meistens in Verbindungen mit z.B. Kalium oder Natrium vor. Da Kalium-Jod-Verbindungen nicht so stabil sind wie Natrium-Jod-Verbindungen, liegt das Verhältnis von Kalium- zu Natrium-Jod-Verbindungen bei 24:100.

Die beiden Antagonisten Kalium und Natrium sind die hauptsächlichen Kationen (positiv geladenes Ion) in den Körperflüssigkeiten. Kationen entstehen bei der Aufspaltung von Säuren, Basen und Salzen wenn diese in Wasser gelöst werden. Kalium kommt vor allem in Zellinneren, Natrium überwiegend in den extrazellulären Flüssigkeiten vor. Dieser Unterschied ist vor allem für die Reizleitung in den Nerven- und Muskelfasern von Bedeutung. In hohen Dosen wirkt Kalium giftig (Wawra/Dolznig/Müllner "Chemie erlebt")

Das den Nahrungsmitteln über die Tierfuttermittel und dem Jodsalz künstlich zugesetzte Kalium-Jodit wirkt im Körper wesentlich reaktiver ist als die natürlicherweise überwiegend vorkommenden Natrium-Jod- Verbindungen. Kalium ist nicht so bindungsfreudig wie Natrium weshalb Kalium-Jod-Verbindungen das Jod viel leichter an den Körper abgeben. Nur so ist es möglich, dass bei Menschen, die bedingt durch eine Jodverwertungsstörung das in der Nahrung in ausreichender Menge vorhandene natürliche Jod nicht mehr aufnehmen können, mittels künstlichem Jod die Jodaufnahme erhöht werden kann.

Diese Wirkung ist nicht nur temporär auf den Zeitraum der Aufnahme künstlicher Kalium-Jodit-Verbindun- gen beschränkt. Das folgende Beispiel mag dies verdeutlichen:

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Behälter, in dem sich ein grosser Salzkristall befindet. Um Ihre Essen zu salzen halten Sie diesen Behälter nun kopfüber über den Teller und kratzen mit einem Gegen- stand etwas Salz von dem Kristall. Nach diesem Prinzip funktioniert eine Salzmühle. Stellen Sie sich nun vor was passiert, wenn sich nun statt des Salzkristalles feines, rieselfähiges Salz in dem Behälter befindet.
Im übertragenen Sinn "kratzt" sich der Organismus das Jod aus den natürlichen Natrium-Jod-Verbindun- gen. Bei Kalium-Jod-Verbindungen passiert Ähnliches wie im obigen Beispiel, und zwar immer dann, wenn der Organismus vermehrt Schilddrüsenhormone und somit Jod zu deren Produktion benötigt. Die Hormonproduktion schießt schnell über und wird unregelmäßig. Im Extremfall reduziert der Organismus zum Selbstschutz den "Kratzmechanismus", u.U. soweit, dass eine
Schilddrüsenunterfunktion eintritt.

Warum wird Nahrungsmitteln Jod zugesetzt ?

Mit der Jodierung der Nahrungsmittel soll einer angeblichen Mangelversorgung der Bevölkerung vorgebeugt werden. Man begründet diesen Mangel mit dem niedrigen Jodgehalt der deutschen Böden. Das Jod sei in der letzten Eiszeit in's Meer geschwemmt worden, weswegen heutige Nahrungsmittel angeblich zu wenig Jod enthalten.
Gemüse kommt heutzutage allerdings von überall aus Europa und der Welt. Wie können da einzelne be- grenzte 'Jodmangelgebiete' existieren, wie Jodbefürworter oft behaupten ? Da wir nicht in den Hochalpen leben, nehmen wir auch ohne zusätzliche Jodprophylaxe genug Jod auf, und zwar über das Trinkwasser, die Nahrung und gewöhnliches Kochsalz.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt in Ihrer "Beratungspraxis Mai 2001":

"...In Folge des Jodmangels müssen jährlich immer noch 100 000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt werden. Die Kosten für Diagnose und Therapie betragen jährlich etwa 2 Milliarden DM."

Udo Pollmer (Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungs- wissenschaften) schreibt in [1]:

"Heutige Schilddrüsenstörungen und Kröpfe entstehen in aller Regel weder durch Jod- noch Carotinman- gel...Heute deutet viel auf umweltbedingte Schadstoffe hin. Zum Beispiel auf Nitrat. Nitrat hemmt im Körper die Bildung von Vitam A aus Carotin. Durch intensive Düngung sind sowohl die Nitratgehalte im Trinkwasser als auch im Gemüse deutlich erhöht. Dr. Höring vom Bundesgesundheitsamt konnte nach- weisen, dass bei Chemnitzer Kindern Schilddrüsenstörungen mit der Nitratbelastung des Trinkwas- sers zunehmen. Nimmt man nun zusätzlich Jod ein, wird zwar die Wirkung des Nitrates maskiert, nicht jedoch die Ursache bekämpft. Sogar Professor Rolf Großklaus vom Bundesgesundheitsamt nennt Umweltgifte als Grund für eine allgemeine Jodierung."

Auch die modernen Lebensumstände scheinen damit zu tun zu haben. In Großstädten (Hamburg trotz jodhaltiger Seeluft) ist die Zunahme von Schilddrüsenerkrankungen größer als auf dem Lande.

Eine Studie des Bundesumweltamtes [Jahresbericht des Bundesumweltamtes für 1994, S.197] teilt einige in diesem Zusammenhang höchst bemerkenswerte Beobachtungen mit:

"Gebiete mit hoher Strumahäufigkeit, wie die ehemaligen DDR-Bezirke Suhl, Chemnitz und Gera, zeigen deutlich höhere Bodenjodgehalte als die strumaarmen Bezirke Neubrandenburg, Potsdam und Frankfurt /Oder." Die Studie zieht auf Grund dieser Beobachtungen die Theorie vom "Jodmangelgebiet" grund- sätzlich in Zweifel und führt überzeugende Gründe dafür an, daß nicht wie immer wieder behauptet der Jodmangel, sondern eine Jodverwertungsstörung in vielen Fällen die Ursache der Kropferkrankungen ist. Für die erhöhte Zahl der Kröpfe tatsächlich verantwortlich ist einmal der durch Überdüngung überhöhte Nitratgehalt der Böden und infolgedessen der Nahrungsmittel".

Laut Antwort der Bundesregierung (13/7110) auf eine Anfrage (13/6803) der SPD gibt es auch einen Zu- sammenhang zwischen der Nitratbelastung des Trinkwassers und der Jodmangelkrankheit. Nitrat kann die Jodaufnahme in der Schilddrüse behindern und so die Gefahr der Kropfbildung noch verstärken. (Quelle)  (Siehe auch Jodverwertungsstörungen)

Selbst das Bundesumweltamt zieht die These, das Deutschland ein 'Jodmangelgebiet' ist in Zweifel und sieht einen Zusammenhang zwischen Inhaltsstoffen im Trinkwasser und endemischem Kropf !
(
Quelle)

Wahrscheinlich spielt die durch Tschernobyl und vor allem die heimischen Kernkraftwerke verursachte radioaktive Strahlung auch eine Rolle. Jod wird (u.a.) in der Schilddrüse abgelagert und behindert so die Aufnahme von radioaktivem Jod aus der Nahrung oder dem Wasser.
 

Wie kommt Jod in unsere Nahrung ?

Viele Nahrungsmittel enthalten Jod in natürlicher Form. Derzeit sind viele Tabellen der Jodgehalte von Lebensmitteln im Umlauf, deren Werte stark differieren. Dies liegt am Messverfahren, bodentypischen Begebenheiten, der Jahreszeit der Messung (Stall- oder Freilandfütterung der Nutztiere), und dem Mess- zeitpunkt (vor oder nach dem Beginn der Jodierungskampagne 1985). Meeresfische und Algen z.B. enthalten relativ viel natürliches Jod.

Jod wird der Nahrung in Form von Jodiden, Jodaten oder Jodophoren zugesetzt. Diese werden zum Teil aus giftigen Industrieabfällen wie Druckfarben, Katalysatoren, Röntgenkontrastmitteln und anderen Abfällen recycelt. Bei dem den Tiefuttermitteln und dem Jodsalz zugesetztem Jod handelt es sich um Kalium-Jod-Verbindungen.

Die Jodierungskampagne begann 1983 in der DDR. 1985 wurde eine interdisziplinäre Jodkommision ge- gründet. Am 30.5.1988 wurde die Jodierung des Speisesalzes aus der Diätversorgung in die Zusatz- stoff-Zulassungsverordnung überführt.  Nunmehr wurde der Einsatz in Großküchen und bei der Herstellung von Lebensmitteln und Fertiggerichten möglich.

Das eigentliche Problem stellt aber die Tierfutterjodierung dar.

Seit etwa Mitte 1998 sind die Mehrzahl der deutschen Hersteller der Mineralstoffgemische (z.B. Josera, Bargophor u.a.), die an Milchkühe verfüttert werden, dazu übergegangen, diesen Gemischen Jod in Form von Kaliumjodiden und -jodaten zuzusetzen, zunächst 4 mg, dann 10 mg Jod pro Kilogramm Mineral- stoffgemisch (Beilage Josera). Diese Änderung erfolgte, ohne die Bauern ausdrücklich zu informieren. Viele Erzeuger wissen heute noch nicht, daß sie überhaupt Jod (in diesen hohen Mengen) verfüttern.
Auch dem Futter von Schweinen und Hühnern wird Jod zugesetzt. Die in der Putenmast verwendeten einsatzfertigen Futtermittel enthalten durchschnittlich 1,0 bis 1,3 mg Jod je kg.

Die häufig genannte Begründung, dies sei für die Gesundheit der Tiere notwendig, ist nur vorgeschoben.

In einer Stellungnahme des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinär- medizin (BgVV) vom 5.12.2001 heisst es unter 5.: "Der Jodgehalt in Milch und Milchprodukten, Eiern und Fleisch kann kann nur dann einen relevanten Beitrag zur Jodversorgung leisten, wenn die Tiere ausrei- chend mit Jod über das Futter versorgt sind." Weiter unter 6.:

"... So sind die Jodfuttermittelkonzentrationen auf 4 mg/kg für Equiden (Pferde) und 10 mg/kg für sonstige Tierarten festgelegt."  Professor Gerhard Flachowsky vom Institut für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwitschaft gibt in einem Artikel der Zeitschrift "Verbraucherdienst" (3/98 S. 390) zu, dass ein Jodzusatz von 10 mg je Kilogrammm Mineralstoffgemisch das 10-100-fache (!) dessen bedeutet, was von der Gesunderhaltung der Tiere her wünschenswert und notwendig (0,1 - 1 mg) wäre.

        Hier wird das Viehfutter zum Zwecke der Jodierung der Verbraucher jodiert !

Im Tierfutter sind nach EG-Richtline erlaubt:

  • 20 mg Jod / kg Alleinfutter bei Fischen und
  • 10 mg Jod / kg Alleinfutter bei allen anderen Nutztieren außer Equiden (Pferden)

Geflügelfutter:

  • Bedarf laut veter. med. Literatur 40-50µg Jod / kg Alleinfutter.
  • In und um Hamburg verfüttern Bio-Bauern 400-500 µg Jod / kg Alleinfutter.
  • Konventionelle Landwirte verfüttern 1000-1200µg Jod / kg Alleinfutter. Hier ist die Legeleistung am höchsten, weil hyperthyreote Hühner früher in die Mauser kommen und dann eher zu Legen beginnen. Legehennen, die Jod-Eier oder Omega-3-Eier legen, erhalten mindestens 5000µg Jod / kg Alleinfutter.

Laut Auskunft des Hygiene-Instituts Hamburg enthält ein Liter Milch 400-500 µg Jod (Sommer 2001). Landwirte verwenden Jodophore, das heißt dem Jod als Träger dienende, extrem jodhaltige Euterdes- infektionsmittel, wie sie in keinem anderen Land Europas üblich sind.

Zudem ist Jod, das dem Chlor recht ähnlich ist, bei der chemischen Industrie beliebt zur Herstellung von Desinfektionsmitteln, Pharmazeutika oder Futterzusatzstoffen. So gelangt es über Abgase, Abwässer oder Klärschlamm als Schadstoff in die Umwelt.

Wo ist noch überall Jod drin ?

  • Augentropfen (sehr viel), z.B. Phospholinjodid, Protagent SE, Katarakton, Durajod, Pherajod, Solan, Vidirakt N, Vitreolent N
  • Geriatrika wie Pharmaton und Poikigeron
  • Sekretlösende Medikamente die bei Bronchitis und Asthma eingesetzt werden
  • Medikamente gegen Herzrythmusstörungen
  • Desinfektionsmittel (Jodseife, etc.)
  • Roter Farbstoff Erythrosin (E 127) (Amarena- oder Cocktail-Kirschen)
  • Orangene Farbstoffe bei Textilien, Teppichen, Wäsche
  • Klebstoffe (z.B. in Heftpflastern) können jodhaltige halogenorganische Verbindungen enthalten

Diese Farbe hat Jod:

Eine Liste häufig eingesetzter jodhaltiger Medikamente kann bei der Deutschen SHG der Jodallergiker, (Postfach 2967, 54219 Trier) gegen einen kleinen Unkostenbeitrag erhalten werden.
Die Firma Merck gibt eine Medikamentenliste mit jodhaltigen Medikamenten heraus: Postfach 64271 Darmstadt, Frankfurter Str. 250, 64293 Darmstadt. Tel. 06151/72-0 Fax. 06151/72-2000, Internet:
www.merck.de. Darüber hinaus können Sie sich bei Ihrem Apotheker oder Arzt erkundigen.

Wieviel Jod braucht der Mensch ?

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass ein Jodmangelkropf nur dann entstehen kann, wenn dauerhaft weniger als 50 Mikrogramm Jod pro Tag aufgenommen werden
(1 Mikrogramm (µg) = 1 millionstel Gramm. 1000µg = 1 Milligramm (mg) = 1 tausendstel Gramm
) .

Der von der DGE angegebene Referenzwert für die tägliche Nährstoffzufuhr liegt bei 180-200 µg. Als Höchstdosis wird ein Wert von 1000 µg angenommen. (Dieser Wert ist allerdings durch keine einzige Untersuchung belegt).

In Deutschland ist jedoch, ebenso wie in anderen Ländern beobachtet, als Folge einer lang andauernden Gewöhnung an jodarme Lebensbedingungen vielfach mit funktionellen Autonomien der Schilddrüse zu rechnen, insbesondere bei älteren Menschen. Unter diesen Umständen sollte die Jodzufuhr aus der Nahrung bei Erwachsenen 500 Mikrogramm/Tag generell nicht übersteigen.

Hierzu einige Beispiele des Jodgehaltes einiger Nahrungsmittel heute (je für 100 g in µg):

  • Butter             132
  • Joghurt          40-50
  • Kuhmilch         40-50
  • Molkenpulver  bis 2040 !
  • Sahne              288
  • Milchpulver        960
  • Brot            50-200(wenn mit Jodsalz gesalzen)
  • Wurst             unbestimmt hoch
  • Kalbfleisch       unbestimmt hoch        --> siehe Tabelle

       (Werte unter Vorbehalt)

Eine einzige Mahlzeit kann so schnell bis zu 4500 µg Jod beinhalten !  Nun offenbart sich eines der Hauptprobleme der Zwangsjodierung: wieviel Jod der einzelne mit seiner Nahrung aufnimmt ist vollkommen zufällig und unkontrolliert.

Was ist so schlimm an zuviel Jod ?

Jod ist keineswegs die harmlose Substanz, als die Sie gemeinhin dargestellt wird. In der Fachliteratur ist allgemein anerkannt, dass ab einer täglichen Aufnahmemenge von 1 - 2 mg (1000 - 2000 µg) Jod  Erkran- kungen wie z.B. Jodakne und Jodallergie ausgelöst werden (siehe [2] und [3]). Der Schwellenwert, ab dem ein einzelner Organismus durch Anomalien auf das Jod reagiert, ist individuell verschieden.

Weil sie sich der sozialethischen Problematik ihrer Vorgehensweise durchaus bewußt sind, hämmern die Jodbefürworter immer wieder ein: "Im Gegensatz zur Verwendung von Jod zu Zwecken der medizinischen Therapie und Diagnostik (Desinfektions- und Kontrastmittel) sind die in der Nahrungsergänzung zu erzielenden zusätzlichen Jodgaben niemals so hoch, daß sie irgend jemandem schaden könnten. Sie sind deshalb auch für den, der ihrer zugegebenermaßen nicht bedarf, zumutbar um des Erfolges für die anderen willen."

Diese Aussagen sind durch die wissenschaftliche Literatur nicht gedeckt. Sie widersprechen zudem in eklatanter Weise den Erfahrungen, mit denen die Selbsthilfegruppe täglich konfrontiert wird und die durch Fallgeschichten belegt werden können. In der Wissenschaft ist völlig unumstritten, daß ein Teil der Schilddrüsenkranken eine erhöhte Jodzufuhr, und zwar auch nach einer definitiven Behandlung wie z. B. einer Operation, unbedingt vermeiden muß. Es handelt sich um die Schilddrüsenüberfunktionskranken und die Morbus-Basedow-Patienten, bei denen die künstliche Jodzufuhr die Hormonproduktion in gefährlicher Weise "anheizt", und die Jodallergiker. Die Gruppe der Morbus-Basedow-Patienten allein umfaßt nach den Zahlen, von denen die Jodbefürworter ausgehen, 800.000 Menschen in Deutschland. Man weiß aus Erfahrungen in anderen Ländern ganz genau, daß bei einer simplen kollektiven Jodzugabe in der Nahrung die Zahl dieser Erkrankungen steigt. Man erkauft also bei der genannten Vorgehensweise den Nutzen der einen durch den Nachteil der anderen.

Auf einer Tagung des Max von Pettenkofer-Institutes im Jahr 1993 gibt der Münchener Internist K. Mann zu: "Zum Einfluß der alimentären Jodversorgung auf die Häufigkeit der immunogenen Hyperthyreose liegen nur wenige Daten vor", und formuliert vorsichtig aber dennoch eindeutig: "Nach den vorliegenden Untersuchungen muß als wahrscheinlich angenommen werden, daß bei genetisch prädisponierten Personen eine höhere Erkrankungsprävalenz für Immunthyreopathien vorliegt, wenn eine nach den Kriterien der WHO adäquate Jodversorgung gewährleistet ist, als wenn Patienten einem endemischen Jodmangel ausgesetzt sind. In Hinsicht darauf, daß Immunthyreopathien durch höhere Joddosen begünstigt, die Therapie weniger effektiv und die Rezidivraten wahrscheinlich durch Jodgabe erhöht sind, erscheint eine hohe alimentäre Jodzufuhr, die die WHO-Empfehlungen überschreitet (<25O &micro;g/Tag), nicht wünschenswert." (K. Mann in: R. Großklaus / A. Somogyi (Hrsg.) Notwendigkeit der Jodsalzprophylaxe; München 1994 (= BGA Schriften 3/94); hier Seite 50/52)

Obwohl die Jodbefürworter stets den Eindruck zu erwecken suchen, Deutschland befinde sich in der Jodversorgung im Hintertreffen gegenüber den anderen europäischen Ländern, so nimmt man dort solche Erfahrungen doch viel ernster. Es gibt in einigen Ländern eine gesetzliche Regelung über die Jodanreicherung des Speisesalzes, in anderen eine Trinkwasserjodierung, aber man verläßt sich dort stets auf eine dieser Maßnahmen und holt nicht wie in Deutschland zu einem "Rundumschlag" aus.

Fazit

Die Jodbefürworter unterlassen, um den Erfolg ihrer Aktion nicht zu gefährden, in der Öffentlichkeit den Hinweis auf die unbedingt notwendige Differenzierung zwischen Menschen, die an Jodmangel (bzw. Jodverwertungsstörungen ) leiden oder Schwangeren und Heranwachsenden mit erhöhtem Jodbedarf, die deshalb zusätzlich Jod einnehmen sollten, und den übrigen, die Jod nur in normaler bzw. sogar reduzierter Dosis vertragen.
Diese Vorgehensweise ist wissenschaftlich unredlich, undemokratisch und für den tatsächlichen Erfolg einer vernünftigen Jodvorsorge tödlich. Man wirft den Selbsthilfegruppen "Verunsicherung" der Bevölkerung vor, schadet aber selbst der Sache, indem man eine Eindeutigkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse und der daraus zu folgernden Maßnahmen vorspiegelt, die so nicht besteht.

Beispiel:DGE Spezial 04/99
"Die Argumente der Jodsalzgegner wie ´Jodsalz führe zu Jodallergie, -akne oder bestimmten Krebs- krankheiten, gefährde bis zu 15 Prozent der Bevölkerung, die an bestimmten Schilddrüsenkrankheiten leiden und entspreche damit einer Zwangsmedikation´ sind wissenschaftlich nicht haltbar", urteilen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), die Arbeits- gemeinschaft der Verbraucherverbände e. V. (AgV), der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten e. V. (aid) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)."

Erst unter dem Druck der Selbsthilfegruppen und eher beiläufig wird in den meisten für die Öffentlichkeit gedachten Publikationen der Jodbefürworter zugegeben, daß die Jodprophylaxe nur für bestimmte klar definierte Zielgruppen Sinn macht, mit anderen Worten: die allumfassende Zwangsjodierung macht keinen Sinn.

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Gegendarstellung der Deutschen Selbsthilfegruppe 
der Jodallergiker, Morbus Basedow-und Hyperthyreose-Kranken 
zu der Verlautbarung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, 
Jodsalz löse keine Jodallergie, keine Jodakne und auch keinen Krebs aus. 

Jod macht doch krank !

Deutsche und ausländische Mitbürger - darunter viele ausländische Studenten - überschütten uns seit vier Jahren mit Hilferufen, weil sie fast keine deutschen Lebensmittel mehr essen können, da diese jodiert sind. Fatal ist hierbei die tatsächlich unbekannte totale Jodierung des Viehfutters, so dass sämtliche deutschen Fleisch- und Milchprodukte für Jodgeschädigte ungenießbar sind. Wer kann, weicht z.B. auf polnische Milchprodukte aus. Wer auf Gemeinschaftsverpflegung wie Kantinen, Krankenhäuser, Altenheime, Mensen, Schullandheime angewiesen ist, ist in einer ausweglosen Situation.

In der medizinischen Fachliteratur ist es unbestritten, dass Jod folgende Krankheiten auslöst:
Jodallergie, Jodakne, Jodasthma, Hyperthyreose, Kropf, sogenannte heiße Knoten, Morbus Basedow, Morbus Hashimoto, Morbus Edison, Osteoporose, Herzrhythmusstörungen, hoher Puls, Ohn- machtsanfälle, schwere Depressionen, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit (zitternde Hände, Zappelbeine), Sehstörungen, Impotenz, Nierenkoliken, Haarausfall, Schweißausbrüche.

In der internationalen Nitrosaminforschung ist es unbestritten, dass Jod zu den cancerogensten Nah- rungsmittelzusätzen überhaupt gehört. Es erhöht die Nitrosaminbildung um mindestens das 6-Fache. Ein steigernder Effekt wird noch erreicht, wenn Jod mit anderen Katalysatoren wie Thiozyanat (im Speichel) oder Chlorogensäure (im Kaffee) zusammentrifft. Dann wird die nitrosaminbildende Wir- kung des Jodes um ein Vielfaches überschritten.

Die vollständige Jodierung der Grundnahrungsmittel widerspricht dem demokratischen Freiwilligkeits- prinzip.

Deutsche Selbsthilfegruppe der Jodallergiker, Morbus
Basedow- u. Hyperthyreose-Kranken
Postfach 29 67, 54219 Trier

Autor: D. B.-P.

1999-10-03

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