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Schilddrüse

Etwa 2% aller Frauen und 0,2% der Männer leiden an einer Überfunktion der Schilddrüse, insgesamt 3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Schilddrüsenerkrankung. Dies sind allerdings die offiziellen Zahlen. Laut FOCUS 5/2004 belaufen sich 7,1 % aller ärztlichen Diagnosen auf Kropf und 18,6 % auf Stoffwechselstörungen. Man schätzt, dass inzwischen 30 % aller Deutschen Probleme mit der Schilddrüse haben.
Generell besteht die Tendenz, Schilddrüsenerkrankungen zu verharmlosen. Häufig wird gar keine S. fehlfunktion diagnostiziert sondern eine der peripheren Symptome als Aufhänger für die Diagnose von allem Möglichen benutzt. Bedingt durch die große Spannbreite der durch eine S.erkrankung ausgelösten Beschwerden reicht dies von Magen-Darm-Erkrankungen über Chronische-Erschöpfungs- Syndrome, Schlafstörungen, Migräne, Herzbeschwerden bis zu Haut- und psychischen Erkrankungen.

Jod kann eine Schilddrüsenfehlfunktion bewirken. Jod reizt die Schilddrüse zur Produktion von S.hormonen, so dass durch Aufnahme zu hoher Jodmengen eine Überfunktion entstehen kann. Eine Unterfunktion kann entstehen, wenn nach einer Phase hoher Jodaufnahme wenig Jod aufgenommen wird (z.B. im Urlaub oder durch Änderung der Ernährungsgewohnheiten) und so u.U. zu wenig S.hormone gebildet werden. Bei  Auf- nahme von hohen Joddosen über einen längeren Zeitraum kann es zu einer längerfristigen Blockade der Jodaufnahme und dadurch zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommen.
Auch die Nachbarschaft zu Kernkraftwerken und deren vermuteten Jod-131-Ausstoss wird als Ursache von Schiddrüsenerkrankungen angenommen. Mir Sicherheit läßt sich sagen, dass die Zunahme von Auto- immun- und Schiddrüsendysfunktionen auf die erhöhte Konzentration von Chemikalien in unserem Wasser und unserer Umgebung zurückzuführen ist.  (siehe
[4])
Jod kann aber auch direkt, ohne die Schilddrüse (insbesondere bei einer Jodvergiftung), schilddrüsen- hormonähnliche Substanzen bilden (siehe
[1]). Die Auto-Immunerkrankung Morbus-Basedow kann ebenfalls eine Schilddrüsenfehlfunktion bewirken.

Neben Jod gibt es noch eine Reihe anderer Umweltgifte, die eine Störung der Schilddrüse bewirken kön- nen. Dazu gehören Pilz-, Insekten-, Unkrautvertilgungsmittel, die berüchtigten polychlorierten Biphenyle (PCB), Weichmacher, Dioxin, Blei und aromatische Kohlenwasserstoffe, oder das als MTBE bekannte Methyltertiärbutyl, ein mit Sauerstoff angereicherter Stoff, der dem Benzin zugesetzt wird sowie andere Chemikalien, die als "endokrine Störfaktoren" agieren.
Es handelt sich hier um toxische Summationsgifte. Für solche Stoffe ist charakteristisch, dass nicht die Dosis sondern die Irreversibilität der Wikung auch kleinster Dosen den entscheidenden Faktor für die Giftigkeit darstellt. Bei gleichzeitigem Vorkommen mehrerer Gifte ist der Gesamteffekt (das Kombinations- risiko) nicht kalkulierbar. ( Bruker/Gutjahr S. 85ff).

Schilddrüsenkranke sind besonders empfindlich für Jod.

1. Schilddrüsen-Überfunktion
2.
Schilddrüsen-Unterfunktion
3.
Hormonvergiftung (Thyreotoxische Krise)
4.
Morbus-Basedow
5.
Schilddrüsenentzündung (Hashimoto)
6.
Schilddrüsenautonomie, autonome Knoten

Schilddrüse

Die Schilddrüse ist  eine fleischige  rosabraune Drüse, die zu beiden Seiten des Kehlkopfes liegt und ca.
30 g wiegt. Das Schilddrüsengewebe ist reich mit Blut versorgt. Die S. besteht aus winzigen runden Drü- sensäckchen (Follikeln), die ein geleeartiges Material enthalten. Diese Follikel bilden die Schilddrüsenhor- mone Trijodthyronin, welches 3 Jodatome enthält (T3) und Tetrajodthyronin kurz als Thyroxin bezeichnet, welches 4 Jodatome enthält (T4), welche dann an Eiweiß angelagert und als ein Gel gespeichert werden. Die wirksame Hormonform ist das T3. T4 dient als Reserve, aus der mit Hilfe von Enzymen das T3 hergestellt wird. Für die Synthese des Schilddrüsenhormons Thyroxin benötigt die Schilddrüse Jodatome. Nur eine gewisse Menge an T3 wird von der Schilddrüse direkt erzeugt, der Rest wird durch Entfernung eines Jodmeloküls vom meist inaktiven T4 gebildet. Dieser Dejodination genannte Prozeß kann auch in einigen anderen Organen stattfinden, u.a. im Hypothalamus, einem Teil des Gehirns. Falls Sie Jodallergiker sind, können Sie auf das frei werdende Jod allergisch reagieren.

Kropf

Wenn der Körper zu wenig Jod aufnimmt oder verwertet, versucht die Schilddrüse mehr Jod einzufangen, indem sie ihre Oberfläche vergrößert. So entsteht das nicht gefährliche, aber unangenehme Jodmangel- struma: der Kropf. Vor allem die Entstehung dieser Krankheit läßt sich vermeiden, indem man der Schilddüse künstlich das Jod zuführt, das Sie ggf. in der Nahrung vermißt.

Hormone

Wie das Adrenalin wird das Thyroxin aus Thyrosin gebildet. Jod gelangt aus dem Magen-Darm-Trakt mit dem Blut in die Schilddrüse und wird dort nach mehreren Zwischenschritten, unter anderem der Jodination und der Jodisation, in die Schilddrüsenhormone eingebaut. Täglich werden durchschnittlich 100 µg T4 und 10 µg T3 gebildet und in der Schilddrüse gespeichert.
Bei Bedarf werden die Hormone dann an das Blut abgegeben. Im Blut sind beide Hormone zu über 99% an Transporteiweiße gebunden und nur ein sehr geringer Anteil liegt als freies, also ungebundenes Hormon vor. Man spricht dann von freiem T3 (FT3) und freiem T4 (FT4). Stoffwechselaktiv sind nur die freien Hormone. Die Halbwertszeit für T3 beträgt zwanzig Stunden, die für T4 acht Tage. Unter der Halbwertszeit ist in die- sem Fall die Zeit zu verstehen, nach der sich die ursprünglich vorhandene Menge dieser Hormone auf die Hälfte reduziert hat.  Die Bildung der Schilddrüsenhormone wird durch einen Rückkopplungsmechanismus in übergeordneten Zentren im Gehirn, dem Hypothalamus und der Hypophyse, gesteuert.

Bei einem Mangel von Schilddrüsenhormonen im Blut wird im Hypothalamus das Thyreotropin-Releasing- Hormon (TRH) freigesetzt, das wiederum in der Hypophyse die Freisetzung des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) bewirkt, das seinerseits dann direkt die Schilddrüse zur Hormonbildung anregt. Forschungen zeigen, dass das TSH in den kälteren Monaten auf natürliche Weise absinkt und in den wärmsten Monaten auf hohe Normal- oder sogar Überfunktionswerte steigt.

S.hormone steuern u.a. den Grundumsatz des Körpers (d.h. des Niveau seines Sauerstoffverbrauchs bei vollständiger Ruhe und in unbelasteter Situation),  die Stoffwechselrate, die Freisetzung von freien Fett- säuren aus dem Fettgewebe und die Cholesterinsynthese.

1. Symptome der Schilddrüsen-Überfunktion

Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert entsteht eine Überfunktion (Hyperthyreose). Aber auch aus Jod und Tyrosin erzeugte schilddrüsenhormonähnliche Substanzen können alle Symptome einer S.überfunktion auslösen (siehe Hormonvergiftung).
Die Symptome der Überfunktion sind vielfältig. Die meisten Symptome sind sogenannte Allgemeinsymp- tome. Wer wäre nicht einmal nervös oder würde vorrübergehend an Schlaflosigkeit leiden? So schleichen sich viele Symptome heimlich ein, ohne dass an eine Krankheit gedacht wird. Erst wenn zur Schlaflosigkeit Heißhunger, übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Zittern und Herzklopfen treten und sich nicht spontan bessern, wird der Arzt aufgesucht.
Viele Erkrankte nehmen das Herzklopfen auch als schlafraubendes Pochen in den Ohren wahr.

Welche Beschwerden können auftreten?

  • Herzklopfen, Herzrasen
  • hoher Blutdruck
  • Nervosität, Reizbarkeit, Rastlosigkeit
  • Muskelschwäche, Muskelschmerzen
  • Zittern der Hände
  • Schlafstörungen
  • Schwitzen, feuchtwarme Haut
  • Heißhunger und Durst
  • Gewichtsverlust trotz großer Essensmengen
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Störungen im Menstruationszyklus (unregelmäßige oder verstärkte Blutungen, Ausbleiben der Regelblutung)
  • Zunahme des sexuellen Bedürfnisses ( auch Abnahme möglich, wenn auch seltener)

Der Erkrankte erlebt sich als nervös und rastlos. Seine Umwelt nimmt ihn als reizbar und angespannt wahr.  Kein Wunder, sämtliche Zellen laufen gleichsam auf Hochtouren.Durch die Hormone angestachelt möchte er in kurzer Zeit viel erreichen, bringt aber zu wenig Konzentration und Geduld für die von ihm übernomme- nen Aufgaben auf. Viele Patienten bemerken diese Veränderungen an sich selbst. Da sie die Veränderun- gen aber nicht einordnen können, fühlen sie sich zusätzlich gereizt.
Alle Sinneswahrnehmungen werden intensiviert. Die Welt wird farbiger wahrgenommen. Auch Gefühle werden intensiver erlebt. Die Stimmungsausschläge sind in den positiven wie in den negativen Bereichen größer. Schilddrüsenhormone sensibilisieren den Körper für die Wirkung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin. Lärm z.B. (ursprünglich als Alarmsignal vom Körper interpretiert, was quasi instinktiv die Ausschüttung von Adrenalin auslöst) wird dadurch lauter und störender empfunden.   

2. Symptome der Unterfunktion

Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen kommt es zur Unterfunktion (Hypothyreose). Die Symptome der Unterfunktion sind ebenfalls zahlreich und schleichen sich langsam ein.

Welche Beschwerden können auftreten?

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche, Gedächtnisschwäche
  • hoher Blutdruck ( seltener niedriger Blutdruck ) mit Puls<70
  • Depressive Stimmung, Depression
  • trockene, struppige, stumpfe, und glanzlose Haare
  • Verstopfung
  • Myxödem, teigige trockene Haut
  • Kälteintoleranz
  • Gewichtszunahme
  • Zyklusstörung der Frau
  • Abnahme des sexuellen Verlangens
  • nächtliches Kribbeln und Einschlafen von Händen und Unterarmen (Karpaltunnelsyndrom)

Die Unterfunktionssymptomatik äußert sich vor allem in Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Das Gewicht nimmt trotz normaler oder verringerter Nahrungsmenge zu. Menschen mit einer Schilddrüsenunter- funktion neigen zum Frieren.

Die Schilddrüse eines noch ungeborenen Kindes reagiert auf sehr hohe Joddosen in der Nahrung der Mutter mit der Abnahme der Sekretion von Schilddrüsenhormonen, d.h. es entwickelt bereits im Mutterleib eine S.unterfunktion. Dies wird "Wolf-Chaikoff-Effekt" genannt.

Bei Erwachsenen kann es bei einer Aufnahme von hohen Joddosen über einen längeren Zeitraum  zu einer längerfristigen Blockade der Jodaufnahme und dadurch zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommen.

3. Symptome der Hormonvergiftung (Thyreotoxische Krise)

Wird die Überfunktion nicht erkannt, kann sich eine lebensbedrohliche Hormonvergiftung entwickeln: die thyreotoxische Krise. Die Krise kann durch vermehrt aufgenommenes Jod in der Nahrung, durch jodhal- tiges Röntgenkontrastmittel oder andere jodhaltige Substanzen (Desinfektionsmittel, Farben, etc.) ausgelöst werden. (siehe Jodvergiftung) Die Sterblichkeit in der thyreotoxischen Krise ist hoch. Sie beträgt bis zu 50%!
Aber auch ohne eine S.überfunktion kann eine Hormonvergiftung auftreten, nämlich dann, wenn beim Zubereiten von Nahrungsmitteln (wahrscheinlich auch durch das Verdauungssystem selber) aus jodiertem Salz und Aminosäuren, bevorzugt
Tyrosin (in Käse, Milchprodukten, Erbsen, Bohnen), hormonwirksame Verbindungen entstehen. Bei empfindlichen Personen können diese schilddrüsenhormonähnlichen Substanzen dieselbe Wirkung wie körpereigene Hormone entfalten, nur dass die so auftretenden Hormonmengen die der körpereigenen Hormone um ein vielfaches übersteigen können.  Bei den üblichen Bluttests (TSH, T3, T4, fT3, fT4) werden diese Verbindungen aber nicht erkannt, so dass Patient und der behandelnde Arzt nicht selten vor einem Rätsel stehen und dann schnell eine Diagnose in Richtung "psychisch krank" gestellt wird.

Welche Beschwerden können auftreten?

  • alle Symptome der Überfunktion in stärkerer Ausprägung
  • Puls über 150 Schläge pro Minute
  • Herzrhythmusstörungen
  • Unruhe und gesteigerte Bewegungen
  • Bewusstseinstörungen bis zum Koma
  • Psychotische Zeichen, Verwirrtheit

4. Symptome der Morbus-Basedow-Immunerkrankung

Zusätzlich zu den Symptomen der Überfunktion können Symptome auftreten, die durch die Störung des Immunsystems hervorgerufen werden. In einigen Fällen ist eine Abgrenzung, ob die erhöhten Schilddrüsen- hormone die Beschwerden verursachen oder die Immunerkrankung an sich, nicht möglich.

Welche Beschwerden können auftreten?

  • Augenerkrankung (endokrine Orbitopathie)
  • Gelenkschmerzen und Schwellungsgefühl in den Gelenken (eventuell auch hormonell ausgelöst)
  • Rückenschmerzen ohne sicheren organischen Befund
  • Muskelschmerzen (eventuell auch hormonell ausgelöst)
  • Verhärtung von Sehnen und Muskeln
  • unterschiedliche Hautveränderungen, Haarausfall
  • Knochenneubildung an den Fingerendgliedern (Akropachie)
  • derbe Hautveränderungen an den Streckseiten der Unterschenkel (prätibiales Myxödem)
  • Stimmungslabilität (sowohl durch Immunkrankheit ausgelöst, als auch durch hormonelle Veränderungen)
  • Übelkeit und Magen-Darmprobleme (eventuell auch hormonell ausgelöst)
  • allgemeine Schwäche
  • grippeähnliche Symptome
  • Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen
  • (Trigeminusneuralgie)
     

5. Schilddrüsenentzündung (Hashimoto Thyreoditis)

Diese immunologisch bedingte Form der Entzündung führt zu einer allmählichen Zerstörung des Schild- drüsengewebs und in der Folge zu einer Unterfunktion. Allerdings kann in der Frühphase durch Zerstörung von Gewebe auch eine Überfunktion auftreten. Die Symptome werden zunächst kaum bemerkt. Die Krankheit verläuft chronisch und in Schüben. Zahlreiche Forschungsergebnisse weisen auf einen Zusam- menhang zwischen erhöhter Jodzufuhr und dem Auftreten von Hashimoto hin. Die flächendeckende Jodierung führt stets zu einer dramatischen Häufung der Krankheit.

Es gibt auch eine akut verlaufende S.entzündung. Eine sichere Bestimmung ist nur durch Punktion möglich. Die Beschwerden (Druck- und Schluckbeschwerden im Hals, Fieber, Gliederschmerzen) sind heftig.

Zusätzlich zu den Symptomen der Schilddrüsenfehlfunktion können Symptome auftreten, die durch die Störung des Immunsystems hervorgerufen werden. In einigen Fällen ist eine Abgrenzung, ob die veränderten Schilddrüsenhormone die Beschwerden verursachen oder die Immunerkrankung, nicht möglich.

Zu beachten ist, dass der größere Teil der Hashimoto Erkrankten nach einem angepassten Schilddrüsen- hormonersatz keine Symptome der Immunerkrankung zeigt. Die Variationsbreite der Hashimoto Thyreoiditis kann von symptomlosen Formen bis zu Formen mit verschiedenen Symptomen reichen.

Welche Beschwerden können auftreten?

  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen (eventuell auch hormonell ausgelöst)
  • Verhärtung von Sehnen und Muskeln
  • unterschiedliche Hautveränderungen, (z.B. Urticaria, Rosazea)
  • Trockenheit der Schleimhäute (Sicca Syndrom)
  • Stimmungslabilität (sowohl durch Immunkrankheit ausgelöst, als auch durch hormonelle Veränderungen)
  • Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen
  • neurologische Symptome (Neuritiden), Schwindel
  • extrem selten epileptische Anfälle, Halluzinationen, psychiatrische Symptome (Hashimoto Encephalopathie)
  • allgemeine Schwäche
  • Blutarmut (perniziöse Anämie)
  • Übelkeit und Magen-Darmprobleme, Verdauungsprobleme (Zoeliakie)
  • Augenerkrankung (endokrine Orbitopathie)
  • grippeähnliche Symptome
  • Lymphknotenschwellung
  • Fieber (selten)
  • Erhöhte Leberwerte
  • Schwellungen an Armen, Beinen, Bauch und im Gesicht

Die Immunkrankheit kann sich auf diverse Organsysteme und Gewebe außerhalb der Schilddrüse auswirken.

Aber: auch wenn keine Funktionsstörungen der Schilddrüse messbar sind, können unspezifische Beschwerden auftreten, z.B. Angst, Unruhe, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen, Menstru- ationsstörungen, Herzstolpern, Akne, Haarausfall, häufig Sehstörungen, Impotenz. Die Bestimmung der Hormonwerte erlaubt keine sichere Diagnose (siehe Neurotransmitter).

6. Schilddrüsenautonomie, autonome Knoten

Die Schilddrüsenautonomie wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Morbus Basedow abgegrenzt. Unter Autonomie versteht man Eigengesetzlichkeit bzw. eine Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen. Im Falle der Schilddrüsenautonomie bedeutet dies die Abkopplung der bedarfsgerechten Hormonproduktion von der Kontrolle durch die übergeordneten Zentren im Hypothalamus und in der Hypophyse.

Für Zeiten und Gegenden, in denen das Spurenelement Jod in der Natur nur in geringem Umfange vorhanden ist, verfügt die kleine Schilddrüse über einen Notmechanismus, nämlich über kleine autonome Areale, die nicht der Steuerung durch Hypothalamus und Hirnanhangdrüse unterliegen, sich vielmehr nach Bedarf zu Knoten (kleinen "Hormonfabriken") ausbilden und mit allen überhaupt erreichbaren Spuren- mengen an Jod ungebremst Hormone produzieren. Reicht auch das nicht aus, stellen sich Jodmangel- Erkrankungen ein (u.a. die Kropfbildung). Wird andererseits eine Schilddrüse mit einem oder mehreren autonomen Knoten und einem bisher geringen "natürlichen" Jodangebot plötzlich einer künstlich erhöhten Jodzufuhr ausgesetzt (z.B. Jodzusätze in Lebensmitteln), kommt es nicht selten zu einer überhöhten Hormonproduktion (Überfunktion) und zu individuell unterschiedlichen Überfunktions-Erkrankungen der Schilddrüse

Von der Autonomie kann die gesamte Schilddrüse betroffen sein oder aber auch nur ein umschriebener Bezirk, man spricht dann von einem autonomen Adenom.

Bei vielen älteren Menschen haben sich durch die enorm schlechten Ernährungsverhältnisse in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der dadurch gegebenen "Jodknappheit" einige der in jeder Schilddrüse vorhandenen autonomen Areale weiter ausgebildet. Die erfreulicherweise plastische Schilddrüse hat sich sozusagen "angepaßt". Dieses Anpassungsergebnis kann aber nicht als "krankhaft" bezeichnet werden ! Die Träger dieser stärker ausgebildeten Areale blieben mit großer Wahrscheinlichkeit bis an ihr Lebensende frei von Hyperthyreose und Folgeerkrankungen, würden sie nicht durch die verdeckten und künstlichen Jodzusätze und das für sie damit verbundene plötzliche Jod-Überangebot in die Überfunktion ihrer Schilddrüse und die Folgeerkrankungen getrieben. 

Vitiligo

S.erkrankungen sind häufig von der Weissfleckenkrankheit (Vitiligo, besser bekannt als Leucoderma, weiße, pigmentfreie, meist langsam größer werdende Flecke mit stark pigmentiertem Rand. Besonders im Gesicht, Anal- und Genitalbereich, Körperfalten) begleitet. (siehe auch www.vitiligo-verein.de)

 

Quellen: jodkrank.doc , www.morbusbasedow.de, Morbus Basedow.doc

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