MATRIX (AN 180)

(The Matrix, Regie: The Wachowski Brothers, USA 1999)

Tagsüber ist Thomas Anderson ein ganz normaler Büroangestellter - nachts treibt er als Neo sein Hackerunwesen. Von Agenten verfolgt, nimmt die geheimnisvolle Trinity Kontakt mit ihm auf und führt ihn zum sagenumwobenen Morpheus, der seinerseits behauptet, Neo sei der "Auserwählte". Neo soll sich entscheiden, ob er die Wahrheit erfahren will oder ob er weiterträumen möchte. Neo will endlich wissen, was seine Träume zu bedeuten haben und nachdem er die "Pille der Erkenntnis" geschluckt hat, erwacht er in der Wirklichkeit: Die Menschen werden schon seit Jahrhunderten von intelligenten Maschinen versklavt und ihrer Lebensenergie beraubt. Ihre Gehirne sind miteinander vernetzt und die Matrix gaukelt ihnen das Leben am Ende des 20. Jahrhunderts nur vor. Neo nimmt den Kampf gegen die Computer auf...

"The Matrix" strengt sich an, der "Blade Runner" der Neunziger Jahre zu werden, der erste Kultfilm für das nächste Jahrtausend. Ob er wirklich das Zeug dazu hat, werden die nächsten Jahre zeigen. Kultverdächtig sind auf alle Fälle die coolen Outfits der Protagonisten. In schwarzen, langen Mänteln und mit gestylten Sonnenbrillen treten sie gegeneinander an. Die Welt ist grau und da man sich in einer künstlichen Wirklichkeit befindet, ist nichts unmöglich. Mittels Programmierung kann jeder in wenigen Sekunden asiatische Kampfsportarten lernen oder Hubschrauber fliegen. Atemberaubende Zeitlupeneffekte, die so noch nie zu sehen waren und akrobatische Kampfeinlagen lassen den Zuschauer im Kinosaal mitfiebern obwohl man sich gleichzeitig der comichaften Handlung bewußt ist. Trotzdem braucht sich die Story nicht hinter den Action-Attraktionen zu verstecken. Die Namen der Charaktere (Neo, Trinity, Morpheus, die Nebukadnezar etc.) und die Filmhandlung lassen vielfältige Interpretationen zu. So läßt sich "The Matrix" oberflächlich als Hong Kong-Action-Adventure betrachten oder auf einer tieferen Ebene als Suche nach dem Sinn des Daseins. Leben wir nur in einer "Welt am Draht" oder sind wir die Herren unserer Gedanken? Ähnlich wie in Daniel F. Galouyes Roman ist auch hier der Held auf der Suche nach der Wahrheit. Und was ist denn die Wirklichkeit? Besteht nicht zum Beispiel die Möglichkeit, daß all unser Streben und Tun nur die Gedanken einer mächtigen Existenz sind und wir, die Menschen, sind deren Marionetten? Die Wahrheit ist irgendwo dort draußen oder sie liegt tief in unserem Innersten verborgen. Und vielleicht wartet sie nur darauf, entdeckt zu werden...